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| 1151 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I7137)
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| 1152 | Cambrai Aufgrund seiner Neutralität und Grenzlage zwischen Frankreich und dem Habsburgerreich war Cambrai, dessen Grafschaft 1510 zum Herzogtum erhoben wurde, Schauplatz verschiedener internationaler Verhandlungen. So schlossen sich hier 1508 König LUDWIG XII. von Frankreich, Kaiser Maximilian I., König FERDINAND der Katholische von Spanien, König HEINRICH VIII. von England und Papst JULIUS II. zur sogenannten Liga von Cambrai zusammen, einem Bündnis mit dem Ziel der Eroberung des italienischen Festlandbesitzes der Republik Venedig. Mit der Unterzeichnung des Damenfriedens von Cambrai am 5. August 1529 wurde der Krieg zwischen FRANZ I. von Frankreich und Kaiser KARL V. beendet. Letzterer machte der beschränkten Unabhängigkeit Cambrais 1543 ein Ende, indem er es in seine Besitzungen einverleibte. Auch ließ er hier zum Schutz der Grenze des Heiligen Römischen Reichs gegen Frankreich eine mächtige Zitadelle erbauen. | MAHIEU, Jean (I1352)
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| 1153 | Canonier von St. Maria ad gradus zu Köln | VON PALAND (PALANT), Karselius III. (I5088)
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| 1154 | Caroline von Humboldt stammte aus einer alten Thüringer Adelsfamilie. Sie war die Tochter des preußischen Kammerpräsidenten Karl Friedrich von Dacheröden (1732–1809) und seiner Frau Ernestine Friderike von Hopfgarten († 1. Mai 1774). Ihr einziger Bruder Ernst Ludwig Wilhelm von Dacheröden starb 1806 kinderlos.[1] Sie selbst wuchs in Erfurt und auf den elterlichen Gütern in Burgörner und Auleben auf. Jugendfreundinnen waren Caroline von Wolzogen, die zeitlebens eine ihrer besten Freundinnen war, und deren Schwester Charlotte von Lengefeld, die spätere Ehefrau Friedrich Schillers. Am 29. Juni 1791 heiratete sie Wilhelm von Humboldt in Erfurt.[2] Sie führten eine unkonventionelle Ehe mit beiderseitigen Freiheiten. Mehrmals lebten sie einige Jahre getrennt, aber ab 1819 wieder gemeinsam auf dem Humboldt’schen Familiengut Schloss Tegel. Zu Beginn ihrer Ehe (1794–1797) wohnten sie in Jena in unmittelbarer Nähe zu den Schillers. Bedingt durch die beruflichen Tätigkeiten ihres Mannes, teils aber auch aus eigenem Antrieb, lebte sie mehrere Jahre in Paris (1797–1801, 1804), Rom (1802–1803, 1805–1810, 1817–1819) und Wien (1810–1814), wo ihr Haus immer bald zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt wurde. Von Paris aus unternahm sie (mit drei Kindern) eine siebenmonatige Spanienreise, auf der sie spanische Kunstwerke katalogisierte und beschrieb. Johann Wolfgang von Goethe schätzte diese Arbeiten sehr und veröffentlichte sie teilweise, allerdings ohne Nennung ihres Namens. Ihre Lieblingsstadt war Rom, wo sie besonderen Kontakt zu den dort lebenden deutschen Künstlern pflegte (Gottlieb Schick, Christian Friedrich Tieck, Bertel Thorvaldsen, Wilhelm von Schadow, Karl Wilhelm Wach), die sie förderte und von denen sie Werke erwarb. Eine intensive Freundschaft verband sie mit dem Bildhauer Christian Daniel Rauch.[3] Bei ihrer ersten Ankunft 1802 in Rom bezogen sie zunächst Quartier in der Villa Malta, in der auch Friederike Brun mit Tochter Ida und Freund Karl Viktor von Bonstetten wohnten. Mit Friederike Brun pflegte Caroline von Humboldt eine lebenslange Freundschaft und Korrespondenz.[4] Auch in Berlin führte Caroline von Humboldt eine Art Literarischen Salon, in dem sich die Größen ihrer Zeit, Staatsmänner, Wissenschaftler und Literaten trafen. Durch ihre umfangreiche Korrespondenz mit bedeutenden Persönlichkeiten beteiligte sie sich an den aktuellen Diskussionen und nahm maßgeblichen Einfluss auf die Schriften ihres Mannes. Nach ihrem Tod wurde Caroline von Humboldt zunächst provisorisch auf dem Kirchhof in Dorf Tegel beigesetzt und nach Fertigstellung der von Karl Friedrich Schinkel eigens für sie gestalteten Grabstätte im Schlosspark Tegel dort endgültig beerdigt. Die Grabstätte gilt seitdem als Familiengrabstätte der Familie von Humboldt. Humboldt-Dachroeden Da ihr einziger Bruder Ernst 1806 kinderlos gestorben war, war ihre Linie der Familie Dacheröden mit dem Tod ihres Vaters 1809 im Mannesstamm ausgestorben. Der Sohn von Wilhelm und Caroline von Humboldt, (Eduard Emil) Theodor von Humboldt (1797–1871), erhielt am 31. Oktober 1809 die Erlaubnis, den Namen und das Wappen der Familie von Dacheröden dem seinigen beifügen zu dürfen. 1875 erfolgte die Erhebung in den Freiherrnstand. | VON DACHERÖDEN, Carolina Friederica (I48803)
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| 1155 | CARTAGENA ist eine Stadt mit Seehafen im Südosten Spaniens. An der Stelle des heutigen Cartagena lag die wohl von Iberern erbaute Stadt MASSIA oder Mastia, die aufgrund ihrer Silberbergwerke bedeutenden Handel treiben konnte. Diese iberische Vorgängersiedlung Cartagenas wurde 227 v. Chr. von Hasdrubal als Qart-ḥadašt, was im Phönizisch-Punischen „Neustadt“ bedeutet, also unter gleichem Namen wie Karthago, neu gegründet und war Flotten- und Militärstützpunkt, faktisch die Hauptstadt der Karthager auf der Iberischen Halbinsel. Von hier brach HANNIBAL am Beginn des Zweiten Punischen Krieges (218 v. Chr.) nach Italien auf. Für die Römer war die Eroberung der Silberlagerstätten ein wichtiges Kriegsziel. Sie eroberten die Stadt unter PUBLIUS CORNELIUS SCIPIO AFRICANUS 209 v. Chr. und nannten sie CARTHARGO NOVA. Bis zum 6. Jh. n. Chr. blieb Carthago Nova die wichtigste Silberabbauregion des römischen Reiches. Nach POLYBIUS arbeiteten hier 40.000 Menschen in den Silberbergwerken. Anfangs zur römischen Provinz Hispania citerior gehörig, wurde sie später zur PROVINZ TARRACONENSIS gerechnet. GAIUS JULIUS CAESAR erhob die Stadt 45 v. Chr. zur colonia, die seither den Namen Colonia Urbs Iulia Nova Carthago oder Colonia Victrix Iulia Nova Carthago trug. Unter DIOKLETIAN wurde sie 297 Hauptstadt der nach ihr benannten Provinz Carthaginensis. 425 wurde sie durch die VANDALEN zerstört, wohl 475 westgotisch, 554 erneut (ost)römisch. Unter dem Namen CARTHAGO SPARTARIA war sie Hauptstadt der oströmischen Provinz Spania, ehe sie 625 wiederum westgotisch wurde. Ab 711 kam sie nach dem Untergang des Westgotenreichs zum Reich TODMIRS, und 756 wurde sie, wie fast die gesamte Iberische Halbinsel, Teil des EMIRATS von Córdoba. 1269 von KÖNIG JAKOB I. erobert, kam sie, nunmehr Cartagena genannt, im Zuge der christlichen Reconquista zu Aragón. | N., N. (I36678)
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| 1156 | Caspar Bernet wurde als Sohn seines gleichnamigen Vaters Caspar Bernet (* 20. November 1668; † 6. November 1742), Weber und Unterbürgermeister in St. Gallen, und dessen Ehefrau Elisabeth (* 7. Dezember 1666; † 14. September 1711), einer Tochter des Christian Huber, geboren. Sein Halbbruder war Hans Joachim Bernet, Bürgermeister von St. Gallen. Er war Leinwandweber und stieg über verschiedene Zunftämter bis in das Bürgermeisteramt auf, das er von 1754 bis 1759 im jährlichen Wechsel mit Hans Jacob Rietmann (1677–1756) im Jahr 1755, Daniel Högger 1756 und Christoph Wegelin (1688–1774) im Jahr 1758 ausübte; zuvor kam er 1734 in das öffentliche Amt des Rohzuschauers (Qualitätskontrolleur), 1737 das des Rohschauers, wurde 1743 in den Grossen Rat sowie 1745 als Zunftmeister und Unterbürgermeister gewählt; 1748 war er Lehensträger von St. Catharina. In seiner Eigenschaft als Bürgermeister nahm er an mehreren Tagsatzungen teil. Militärisch stieg er von 1739 vom Wachtmeister bis zum Hauptmann im Jahr 1744 auf. 1757 begründete er das Familienlegat. Caspar Bernet war in erster Ehe mit Helena (* 16. November 1700; † 23. Mai 1743), Tochter des Peter Stähelin, Weber und Unterbürgermeister, und in zweiter Ehe mit Anna Barbara (* 1702; † 1762), Tochter des Daniel Girtanner, Färber und Stadtrichter, verheiratet. Von seinen Kindern sind namentlich bekannt: Johann Joachim Bernet (* 1725; † unbekannt), Stadtrichter, Mitglied des Grossen Rates, Zunftmeister, Ratsherr und Lehensträger der Hofgüter sowie 1778 Steuerherr und 1778 Schaffner im Rheintal und 1783 Stadtkassierer Kaspar Bernet (* 7. Oktober 1735; † unbekannt), 1772 Stadtrichter und Mitglied des Grossen Rates, 1777 Zunftmeister, 1781 Ratsherr und anschliessend Postamtsverwalter und Pfleger von Linsenbühl. | BERNET, Kaspar (I15495)
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| 1157 | Certitude concernant les parents Incertitude concernant les parents pour Hans Peter et Hans Philipp | HÖRDT, Eva (I20874)
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| 1158 | Charibert war der drittälteste Sohn des Königs Chlothar I. und der Königin Ingund(e). Chlothar, einer der Söhne des Reichsgründers Chlodwig I., hatte das Frankenreich, das er 511 mit drei Brüdern geteilt hatte, zuletzt nach dem Tod seiner Brüder unter seiner Herrschaft wiedervereinigt. Als Chlothar 561 starb, waren die beiden ältesten Söhne aus seiner Ehe mit Ingund bereits gestorben; am Leben waren außer Charibert noch zwei jüngere Söhne Ingunds, Guntram I. (Gunthchramn) und Sigibert I., sowie deren Halbbruder Chilperich I. aus der späteren Ehe Chlothars mit Ingunds Schwester Arnegunde. | VON FRANKEN, Charibert I. (I22674)
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| 1159 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I7155)
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| 1160 | Chilperich I. (* um 535; † zwischen 27. September und 9. Oktober 584 in Chelles) war ein fränkischer König aus dem Geschlecht der Merowinger. Er regierte im Teilreich Neustrien (Soissons) von 561 bis zu seinemTod. Er war ein Sohn des Königs Chlothar I. aus dessen Ehe mit Arnegunde. Chilperichs Vater Chlothar I. hatte in der letzten Phase seiner Regierungszeit das gesamte Frankenreich, das 511 aufgeteilt worden war, wieder unter seiner Herrschaft vereinigt. Als Chlothar 561 starb, waren von seinen Söhnen neben dem nicht als Königssohn anerkannten Gundowald noch vier am Leben, nämlich Charibert I., Guntram I. (Guntchramn), Sigibert I. und Chilperich I. Die drei erstgenannten stammten aus Chlothars Ehe mit Königin Ingund(e), während Chilperich der einzige Sohn von Ingunds Schwester, Königin Arnegunde, war. Früher wurde Chilperich allgemein als der jüngste Sohn angesehen; nach dem aktuellen Forschungsstand war er jedoch der zweitjüngste, Sigibert der jüngste. Chlothar hatte nach seiner Heirat mit Arnegunde (um 533/534) seine Verbindung mit deren Schwester Ingund nicht aufgegeben.[1] Nach dem Tod Chlothars I. brachten die vier Söhne den Leichnam gemeinsam zur Bestattung nach Soissons. Unmittelbar danach bemächtigte sich Chilperich des Thronschatzes und der Stadt Paris. Er bewog mächtige Vornehme durch Geschenke, sich ihm zu unterwerfen. Seine drei Halbbrüderverbündeten sich jedoch gegen ihn und vertrieben ihn aus Paris. Danachführten sie zu viert eine – wie der Geschichtsschreiber Gregor von Tours berichtet – „legitime“, also merowingischem Brauch entsprechende Reichsteilung durch. Chilperich erhielt dabei das Teilreich von Soissons. Er war jedoch mit seinem Erbanteil nicht zufrieden. Als Sigibert, der das östliche Reich Austrasien (Austrien) mit der Hauptstadt Reims erhalten hatte, durch Kämpfe gegen die Awaren gebunden war, nutzte Chilperich diese Gelegenheit zu einem Einfall ins Ostreich und eroberte Reims. Chilperichs Unzufriedenheit und Aggressivität hing wohl damit zusammen, dass er von Chlothar I. als Lieblingssohn bevorzugt worden warund daraus einen Anspruch auf eine Vorrangstellung bei der Nachfolgeregelung ableitete.[2] Sigibert unternahm bald einen Gegenangriff; er eroberte Soissons und nahm Chilperichs Sohn Theudebert gefangen (562). 563 ließ Sigibert Theudebert frei, doch er behielt Soissons dauerhaft.[3] Im Jahr 567 starb Charibert I., der den Reichsteil erhalten hatte, dessen Hauptstadt Paris war. Da er keine Söhne hatte, wurde sein Gebiet aufgeteilt. Dabei erhielt Chilperich die Küstengebiete zwischen Somme und Loire. Zu seinem Anteil gehörten im Norden (Francia) Amiens und Beauvais sowie im Süden Bordeaux, Limoges und Cahors. Der größte Teil derProvinzen Rouen und Tours kam in seinen Besitz, nicht aber die StadtTours, die ebenso wie Poitiers an Sigibert fiel. Die Königsstadt Paris, über welche die Brüder sich nicht einigen konnten, wurde neutralisiert. Die Feindschaft zwischen Chilperich und Sigibert verschärfte sich durch die Heiratspolitik. Sigibert heiratete 566 Brunichild, eine Tochterdes Westgotenkönigs Athanagild. Diese Heirat veranlasste Chilperich, Athanagild um die Hand von Brunichilds älterer Schwester Gailswintha zubitten. Die Ehe wurde geschlossen, doch schon um 570 ließ ChilperichGailswintha ermorden und heiratete seine Konkubine Fredegunde, die vonsehr niedriger Herkunft war (sie stammte aus dem Gesinde). Dies führte zu einer dauerhaften Feindschaft zwischen Chilperich und Brunichild. Chilperich eröffnete den Krieg gegen Sigibert, indem er Tours und Poitiers von einem Heer unter seinem Sohn Chlodwig besetzen ließ, um eineVerbindung zwischen seinen nördlichen Kerngebieten und seinem Besitz im Süden zu schaffen. Dieser Erfolg war nur vorübergehend, denn Chlodwigs Streitmacht wurde von Truppen Guntrams I. unter der Führung des Feldherrn Mummolus, der mit Sigibert verbündet war, vertrieben. 573 kam es jedoch zum Bruch zwischen Sigibert und Guntram. Chilperich nutzte diese Gelegenheit zu neuen Angriffen auf Sigiberts Gebiet, die er von seinem Sohn Theudebert ausführen ließ. Nach wechselhaften Kämpfen unternahm Sigibert 575 eine sehr erfolgreiche Offensive; er besetzte Paris und große Teile von Chilperichs Reich. Theudebert fiel im Kampf gegen Sigiberts Truppen, Chilperich verschanzte sich in Tournai im äußerstenNorden seines Reichs. Viele bisherige Getreue Chilperichs liefen zum Sieger über, so dass Chilperich in eine aussichtslose Lage geriet.[4] Als jedoch 575 Sigibert ermordet wurde – die beiden Mörder handelten imAuftrag Fredegundes –, trat die große Wende ein. Chilperich konnte den ganzen Teil des ehemaligen Reichs Chariberts, der 567 Sigibert zugefallen war, erobern. Brunichild wurde gefangengenommen, konnte jedoch 577 fliehen. In Austrasien trat Childebert II., der unmündige Sohn Sigiberts und Brunichilds, die Nachfolge seines Vaters an. Die dortigen Großen verbündeten sich mit Guntram I. gegen Chilperich. 577 adoptierte Guntram, derkeinen Erben hatte, Childebert II. und setzte ihn zu seinem Erben ein. Die austrasische Politik wurde von Chilperichs Feindin Brunichild gesteuert. 581 kam es jedoch in Austrasien zu einem Umschwung; Brunichild wurde gestürzt, und es kam eine Partei an die Macht, die sich mit Chilperich gegen Guntram verständigte. Chilperich hatte damals nach demTod seiner Söhne keinen männlichen Nachkommen mehr; daher setzte er imRahmen dieses neuen Bündnisses seinen Neffen Childebert II. als Erbenein. Unter diesen Umständen gelang es Chilperich, auch noch GuntramsAnteil am ehemaligen Reich Chariberts in seinen Besitz zu bringen. Erplante 583 einen Großangriff auf Guntram, der gemeinsam mit den Austrasiern durchgeführt werden sollte. In Austrasien trat aber ein erneuterUmschwung zugunsten der Anhänger Brunichilds ein. Darauf bereitete sich Chilperich auf einen Krieg gegen seine austrasischen Gegner und gegen Guntram vor. Er verbündete sich mit dem Westgotenkönig Leovigild und verlobte seine Tochter Rigunth mit dessen Sohn Rekkared. Der Krieg brach aber nicht aus, denn im Herbst 584 wurde Chilperich bei der Rückkehr von der Jagd ermordet. Der Urheber des Anschlags ist unbekannt; essoll sich um eine Verschwörung unzufriedener Höflinge im Einvernehmenmit austrasischen Großen gehandelt haben.[5] Chilperichs Sohn Chlothar II. war damals erst wenige Monate alt. Daher musste die Witwe Fredegunde sich unter den Schutz Guntrams stellen, der nun in Paris einzog. Chilperich wurde in der Kirche St. Vincent in Paris beerdigt, ebenso wie 13 Jahre später Fredegunde. Chilperich heiratete dreimal. Die erste Ehe schloss er um 549/550 mitAudovera, die damals etwa fünfzehn Jahre alt war. Mit ihr hatte er diedrei Söhne Theudebert (* um 548/551), Merowech (* um 551/552) und Chlodwig (Chlodowech, * um 553) sowie zwei Töchter, Basina (* um 555-565)und Childesinth (* um 565). Basina trat 580/581 in das Kloster Sainte-Croix zu Poitiers ein. Chilperich trennte sich von Audovera und heiratete um 567 in zweiter Ehe Gailswintha, eine Tochter des Westgotenkönigs Athanagild, die er um 570 ermorden ließ. Diese Ehe blieb kinderlos.Darauf verband er sich in dritter Ehe mit der Magd Fredegunde, die schon seit etwa 565 seine Konkubine gewesen war. Von ihr hatte er fünf Söhne, von denen vier früh starben: Chlodobert (* 565; † 580); Samson (* 575; † 577); Dagobert († 580) und Theuderich (* 582; † 584). Nur derjüngste Sohn aus dieser Ehe, Chlothar II. (* 584), überlebte und konnte die Nachfolge Chilperichs antreten. Die einzige Tochter aus Chilperichs dritter Ehe war Rigunth, deren Verheiratung mit dem Sohn des Westgotenkönigs nicht zustande kam. Nach dem Tod Chilperichs kam es 589 zuschweren, auch handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen Fredegunde und Rigunth. Von den drei Söhnen aus Chilperichs erster Ehe überlebte keiner den Vater. Theudebert fiel 575 im Kampf gegen Heerführer König Sigiberts. Merowech heiratete die nach Sigiberts Tod verwitwete Brunichild; er rebellierte 576 gegen seinen Vater und wurde im folgenden Jahr getötet.[6]Chlodwig, der als Heerführer für Chilperich tätig gewesen war, gerietnach dem Tod seiner Brüder in Konflikt mit seiner Stiefmutter Fredegunde; er wurde 580 auf Befehl Chilperichs verhaftet und Fredegunde übergeben, die ihn in Noisy-le-Grand gefangenhalten und noch im selben Jahr ermorden ließ.[7] | VON FRANKEN, König König Chilperich I. (I36681)
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| 1161 | Chlodwig war der jüngere der beiden Söhne des Königs Dagobert I. Sein vier Jahre älterer Bruder Sigibert III. stammte aus einer unehelichen Verbindung Dagoberts, während Chlodwig II. ein Sohn der Königin Nantechild war, die Dagobert 629 geheiratet hatte. Die Nachfolgeregelung Dagoberts legte fest, dass der Reichsteil Austrasien an Sigibert fallen sollte, Neustrien und Burgund an Chlodwig. Dieser Bestimmung gemäß wurde der erst vierjährige Chlodwig nach dem Tod seines Vaters, der am 19. Januar 639 eingetreten war, von den neustrischen und burgundischen Großen zum König erhoben. Als Tag des Regierungsbeginns galt der 20. Januar.[1] Die Regierung leitete zunächst seine Mutter Nantechild, die erst mit dem Hausmeier Aegas und nach dessen Tod (641) mit dessen Nachfolger Erchinoald zusammenwirkte. Um 650 heiratete Chlodwig Bathilde, eine englische Adlige, die ins Frankenreich in die Sklaverei verkauft worden war. Mit ihr hatte er drei Söhne: Chlothar III., Childerich II. und Theuderich III. Chlodwig II. starb schon im Alter von 23 Jahren um den 11. Oktober 657. Er wurde wie sein Vater in Saint-Denis begraben. Nachfolger wurde sein Sohn Chlothar. Chlodwig gilt zusammen mit seinem Bruder als einer der ersten "Faulenzerkönige" die das Bild der späten Merowingerdynastie prägten. | VON FRANKEN, König König Chlodwig II. Le Fainéant/ der Faule (I36705)
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| 1162 | Chlothar I. war der jüngste Sohn des Frankenkönigs Chlodwig I. und der Königin Chrodechild. Von seinen drei älteren Brüdern stammte der älteste, Theuderich I., aus einer unehelichen Verbindung, die beiden anderen – Chlodomer und Childebert I. – stammten aus der Ehe mit Chrodechild. Bei der Reichsteilung nach Chlodwigs Tod 511 erhielt Theuderich den weitaus größten, Chlothar den quantitativ geringsten der vier Reichsteile, der jedoch die alten salischen Stammlande einschloss. Dieser umfasste Soissons, Laon, Noyon, Cambrai, Tournai, Thérouanne, Arras, Tongeren und Maastricht. Chlothar residierte in Soissons. Er erhielt ebenso wie seine Brüder sowohl einen Teil von Chlodwigs ursprünglichem Reichsgebiet zwischen Rhein und Loire als auch einen Teil des von Chlodwig erst später eroberten Aquitanien. Er verstiess Walderada (ob eine reguläre Heirat stattfand, ist unklar). | N., Chlothar I. (I18369)
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| 1163 | Chlothar II. (* 584; † zwischen 18. Oktober 629 und 8. April 630), genannt der Junge, aus dem Geschlecht der Merowinger war König der Franken von 584 bis 629. Chlothar war wenige Monate alt, als sein Vater Chilperich I. 584 ermordet wurde. Seine Mutter, Königin Fredegunde, verwaltete das Königreichbis zu ihrem Tod im Jahr 597. Sein Onkel Guntram I., König des burgundischen Teilreichs, stellte Fredegunde und Chlothar bis zu seinem Tod592 unter seinen Schutz. Im Alter von 13 Jahren bestieg er den Thron. Chlothar siegte 613 über Brunichild (Brunhilde), die Königin von Austrasien und Burgund, und ließ sie hinrichten. Damit war Chlothar II. seit dem Tod seines Großvaters der erste König über das gesamte Frankenreich. Allerdings musste er im Jahre 614 dem fränkischen Adel, der entscheidend zu seinem Sieg über Brunhilde beigetragen hatte, im Edictum Chlotharii wichtige Zugeständnisse machen. Damit legte er den Grundsteinfür den späteren Aufstieg der Hausmeier, insbesondere der Karolinger. In Burgund blieb die Lage nach dem Tod der Brunichild angespannt, dieBurgunder versuchten wieder ein eigenständiges Teilkönigreich zu erschaffen. Godinus, der Sohn des burgundischen Hausmeiers Warnachar, heiratete 626 dessen Witwe und trat dessen Nachfolge an, allerdings ohne Zustimmung Chlothars. Chlothar lockte daraufhin Godinus nach Neustrien und ließ ihn umbringen. Das Amt des burgundische Hausmeier blieb bis 642 unbesetzt. Insgesamt war Chlothars Regierungszeit eine Friedenszeit für das Frankenreich, so berichtet es zumindest die Fredegarchronik. Er verlegte seine Residenz von Rouen nach Paris und stellte die alten Grenzen der Teilkönigreich wieder her. 623 übergab Chlothar das Königreich Austrasien seinem Sohn Dagobert I.Chlothar starb im Winterhalbjahr 629/630 und wurde in Paris in der Kirche St. Vincent beerdigt. Chlothar heiratete dreimal: um 599 Heldetrud (Haldetrud), † vor 613, begraben St. Ouen in Rouen Bertetrud, † 618, begraben in St. Vincent in Paris Sigihild, 625/626 bezeugt, † 28. September 629, begraben in St. Vincent in Paris Aus seiner ersten Ehe hatte er drei Kinder: Merowech, 604 bezeugt Sohn, † nach 613 Dagobert I. (* 603; † 639) Aus seiner zweiten Ehe hatte er einen weiteren Sohn, Charibert II.. Darüber hinaus wird vermutet, dass Aemma, die Ehefrau des Königs Eadbaldvon Kent, eine Tochter von ihm war. | VON FRANKEN, König König Chlothar II. der Junge (I18396)
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| 1164 | Chramnelenus, dessen zweiter Vorname Felix lautete, entstammte dem Adelsgeschlecht der Waltriche, einer der ersten und einflussreichsten Familien im fränkischen Teilreich Burgund, die insbesondere im Gebiet um Besançon begütert war. Er wurde dort als Sohn des Herzogs Waldelenus und seiner Frau Aelia Flavia geboren. Sein älterer Bruder Donatus war von 625 bis 660 Erzbischof von Besançon, seine Schwester Sirudis später erste Äbtissin im dortigen Frauenkloster Jussamoutier. Als Waldelenus um 615 starb, folgte ihm Chramnelenus als Herzog nach und herrschte über die Gebiete beiderseits des Jura. Um 632 begründete er das Kloster Romainmôtier neu, welches nach einem Einfall der Alamannen völlig zerstört worden war und in dessen Konvent der heilige Wandregisel als Mönch eintrat. In den Jahren 636 und 637 nahm er am Heerzug des merowingischen Königs Dagobert I. gegen die aufständischen Gascogner teil. 642 unterstützte Chramnelenus seinen Verwandten, den burgundischen Hausmeier Flaochad mit militärischen Mitteln gegen dessen Gegenspieler Willibad und besiegte, gemeinsam mit seinem Schwager Amalgar, ein gegnerisches Heer vor Autun, wo Willibad den Tod fand. Zum Ende seiner Herrschaft gründete er mit Zustimmung des Bischofs von Lausanne, Protasius, das Frauenkloster von Baulmes, welchem er wie bereits in Romainmôtier die Regel des heiligen Kolumban gab. Den Abschluss der Bauarbeiten konnte Chramnelenus nicht mehr miterleben, da er vor dem Jahr 672 verstarb – die Klostergründung wurde schließlich durch seine Witwe Ermentrudis vollendet. Literatur | ..., Chramnelenus (I37406)
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| 1165 | Christian Brück (latinisiert auch Pontanus) (* 1517/18[1] in Wittenberg; † 18. April 1567 in Gotha) war ein Politiker und sächsischer Kanzler. Leben Christian Brück wurde als Sohn des Kanzlers Gregor Brück in Wittenberg geboren. Er wurde im Sommersemester 1532 in die Wittenberger Universität aufgenommen. Seine an der Elbe begonnenen Studien bei Philipp Melanchthon setzte er in Bologna (Italien) fort, wo er bis 1542 blieb. Zurückgekehrt nach Wittenberg, erwarb er am 5. Februar 1543 die juristische Doktorwürde und heiratete im selben Jahre Barbara Cranach, eine Tochter des Malers Lucas Cranach d. Ä., die von ihrem Vater eine Mitgift von 5.000 Gulden erhielt. In Wittenberg arbeitete er zunächst als Privatgelehrter und Lehrer und wurde 1543 Rat und Diener des Kurfürsten Johann Friedrich I. (1503–1554). Aus Wittenberg flüchtete er infolge des Schmalkaldischen Krieges mit Frau und Kind nach Braunschweig. Von Braunschweig ging er im Juni 1547 nach Nordhausen. In Weimar kaufte Brück ein Grundstück am Markt. In diesem Zusammenhang erwarb er auch am 26. Oktober 1548 das Bürgerrecht der Stadt Weimar und wird dabei bereits als fürstlich sächsischer Rat genannt.[2] Dort errichtete er das später als Cranachhaus bekannte Gebäude, wo sein Schwiegervater Lucas Cranach d. Ä. sein letztes Lebensjahr verbrachte. Die Bestallung als Hofrat erfolgte aufgrund der Empfehlung seines Vaters. 1555 wurde Brück zum Kanzler von Johann Friedrich II. dem Mittleren (1529–1595) an dessen Hof in Gotha berufen. Das in ihn gesetzte Vertrauen enttäuschte Brück jedoch, seine Regierung erregte überall Anstoß und Feindschaft. Die Verwicklung in die Händel des Ritters Wilhelm von Grumbach sorgte nach seiner Gefangennahme in Gotha zu einer peinlichen Befragung und letztlich am 18. April 1567 zur Hinrichtung durch Vierteilung. Barbara Cranach überlebte ihren Mann und vermochte nur mit Mühe, ihr Heiratsgut zu retten. Durch die gemeinsame Tochter Barbara, die sich mit dem Weimarer Bürgermeister Jacob Schröter (1529–1613) verheiratete, liegt eine Ahnenlinie zu Johann Wolfgang von Goethe mütterlicherseits vor. Die Tochter Elisabeth war mit dem Ratsherrn und Tuchmacher in Weimar Caspar Koch verheiratet, dessen Vater 1535 Bürgermeister in Weimar geworden war. Der Vorname Christian des Großvaters setzte sich bei Elisabeths Sohn Christian fort, der am 23. Juli 1596 in Weimar getauft wurde. Rezeption Die Erinnerung an Christian Brück und seine Verwicklung in die Grumbachschen Händel ist in Gotha bis heute in der Sage Die drei bösen Omen[3][4] lebendig. Danach hatte Brück während der Belagerung Gothas im Frühjahr 1567 mit einem Kürbis gespielt, ihn einige Male in die Höhe geworfen und wieder aufgefangen. Dabei zerbrach ihm der Kürbis jedoch in den Händen in vier Teile. Dies, so die Sage weiter, sei von verständigen Leuten als böses Omen für Brücks Schicksal gedeutet worden, das sich nur wenige Wochen später mit seiner Vierteilung (!) erfüllte. | BRÜCK (PONTANUS), Christian (I34760)
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| 1166 | Christian Lutter, Sohn des Johannes Lutter aus dem Scheidter Ortsteil Schniffel heiratete 1702 Anna Catharina Hackenbracht, Tochter des homburgischen Schultheissen Johann Georg Hackenbracht. Johann Georg Hackenbracht gelangte durch Erbschaft an das Börnhauser Burghaus, welches ursprünglich der adeligen Familie Quad von Isengarten zu Bellinghausen gehörte. Er liess es 1675 erneuern. Christian Lutter zog nach der Hochzeit nach Börnhausen. | LUTTER, Christian (I2389)
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| 1167 | Christoph Rheinschmidt der Mittlere | RHEINSCHMIDT, Christoph (I11816)
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| 1168 | Christophoros war der älteste Sohn des Kaisers Romanos I. Lakapenos (920–944) und dessen erster, namentlich nicht bekannter Frau. Er hatte vier jüngere Halbbrüder, den späteren Patriarchen Theophylaktos, die beiden Mitkaiser Stephanos und Konstantin sowie den späteren Parakoimomenos Basileios. Seine jüngere Halbschwester Helena Lakapene war seit 919 mit Konstantin VII. verheiratet, der im folgenden Jahr von seinem Schwiegervater als Hauptkaiser (Basileus) verdrängt wurde. Mit seiner Frau Sophia hatte Christophoros zwei Töchter sowie die Söhne Romanos und Michael. Am 20.(?) Mai 921 wurde Christophoros zum Mitkaiser (Symbasileus) gekrönt und erscheint als solcher auf Münzen zusammen mit Romanos I. Er galt als Lieblingssohn seines Vaters, nahm aber vorerst hinter diesem und seinem Schwager Konstantin VII. nur den dritten Rang innerhalb des Kaiserkollegiums ein. Anlässlich der Hochzeit seiner Tochter Maria-Irene mit dem bulgarischen Zaren Peter I. am 8. Oktober 927 setzte die bulgarische Delegation bei einem Festbankett zwei Tage später durch, dass der frischgebackene Schwiegervater ihres Zaren vor dem eigentlich ranghöheren Konstantin VII. akklamiert wurde. Christophoros rückte damit auf die zweite Stelle der kaiserlichen Hierarchie vor und galt nun als präsumtiver Nachfolger Romanos’ I. als Hauptkaiser. Im folgenden Jahr verweigerte er sich Umsturzplänen seines Schwiegervaters Niketas, der daraufhin aus dem Palast verbannt wurde. Christophoros Lakapenos starb im August 931 zu einem Zeitpunkt, als seine jüngeren Halbbrüder und Mitkaiser Stephanos und Konstantin noch Kinder waren. Konstantin VII. wurde danach von Romanos I. wieder die Spitze in der Rangfolge der Mitkaiser zugestanden. | LAKAPENOS, Christophorus (I37381)
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| 1169 | Chrodegang stammte aus austrasischem Hochadel. Er erhielt eine hervorragende Ausbildung und wurde Sekretär und Minister Karl Martells. Im Jahr 742 wurde Chrodegang von Karlmann zum Bischof von Metz ernannt. Er trat für die Selbstständigkeit der fränkischen Kirche ein und arbeitete zugleich an ihrer Verbindung mit Rom. Aufgrund seiner Verdienste als Vermittler zwischen Pippin dem Jüngeren und dem Papst Stephan II. wurde er im Jahr 754 durch den Papst zum Erzbischof und austrasischen Metropoliten (als Nachfolger des Bonifatius) erhoben. Während seiner Amtszeit als Bischof gründete und erneuerte Chrodegang unter anderem die Klöster Gorze, Lorsch und Gengenbach. Er führte die lateinische Liturgie ein und schuf mit der Regula canonicorum eine weit verbreitete Regel für den Kanoniker (→ Kollegiatstift), die auch die Sorge um die Kranken und Bedürftigen vorsah und damit eine Rolle bei der Gründung christlicher Spitäler[1] spielte. Chrodegang starb am 6. März 766 in Metz und ist im nahegelegenen Kloster Gorze bestattet. Sein Gedenktag (evangelisch und römisch-katholisch) ist der 6. März.[2] Der althochdeutsche Name Chrodegang bedeutet der berühmte (Waffen-)Gänger. | VON METZ, Chrodegang (I39255)
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| 1170 | Claude von Aarberg-Valangin entstammte einer Seitenlinie des Geschlechts der Grafen von Aarberg und war der jüngere Sohn von Johann III. von Aarberg-Valangin und dessen Gattin Louise von Neuenburg-Vaumarcus. 1474 kam er in den Besitz der Freigrafschaft Bauffremont, als er sich mit Guillemette de Vergy aus dem Haus Vergy vermählte. 1497 folgte er seinem Vater als Herr von Valangin. Claude und seine Gemahlin bestätigten und erweiterten die Freiheiten ihrer Untertanen. Auch liessen sie die Kirche von Le Locle ausbauen sowie in La Sagne und Les Brenets Gotteshäuser errichten. Ferner gründeten sie 1506 eine dem heiligen Petrus geweihte Kollegiatkirche in Valangin. Angeblich ging deren Bau auf ein Gelöbnis zurück, das bei einem während der Heimkehr von der Pilgerreise nach Jerusalem aufgetretenen Seesturm ausgesprochen worden war. Das Kapitel der Kollegiatkirche setzte sich aus dem Propst und sechs Chorherren zusammen. Während des Schwabenkriegs trat Claude von Aarberg-Valangin als Verbündeter der Eidgenossen auf und unterstützte diese militärisch in der am 22. Juli 1499 ausgetragenen Schlacht bei Dornach. Ausserdem kämpften seine Soldaten auch bei den italienischen Feldzügen von 1512 mit. Claude starb 1517 und wurde in der von ihm gestifteten Kollegiatkirche beigesetzt. Aus seiner Ehe mit Guillemette de Vergy war nur eine Tochter Louise hervorgegangen, die sich 1503 mit Graf Philibert de Challant vermählte und mit ihm einen Sohn René hatte. Philibert starb bereits 1517 und seine Gattin Louise zwei Jahre später, woraufhin Claudes Witwe Guillemette de Vergy die Vormundschaft über ihren Enkel übernahm. Sie galt als kluge, ihre Besitztümer sorgfältig verwaltende Burgfrau, die sich um das Wohlergehen ihrer Untertanen kümmerte. Guillemette, die sich gegen die Einführung der Reformation in Valangin stellte, starb am 13. Juli 1543. | VON AARBERG, Claude (I42485)
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| 1171 | Clemens Hör († 1533) von Sankt Gallen, ab 1497 Kaplan zu St. Laurenzen, ab 1525 Schulmeister. Während der Reformation heiratete dieser Anna Rebstecken. Das Paar hatte zwei Söhne, Andreas und Clemens, und eine Tochter (geb. 1528). | HÖR, Klemens (I30639)
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| 1172 | Cloet (auch Clod, Cloedt, Clot, Clodh, Kloit) waren ein altes westfälisches Adelsgeschlecht. Dieses ist nicht zu verwechseln mit den baltischen Klot-Heydenfeld, die sich in Pommern Klot-Trautvetter nannten, oder den ebenfalls baltischen Clodt von Jürgensburg. Ein Dietrich von Cloet ist schon um 1188 urkundlich erwähnt. Die Familie hatte Besitzungen vor allem in der Grafschaft Mark und dem Herzogtum Westfalen. Sie hatte 1230 Anteil an der Burg Mark und 1275 an der Burg Hovestadt (Burglehen 3–5). Des Weiteren besaß sie um 1336 Bockhövel. Hinzu kamen das Rittergut Beringhausen (1645–1700), Rittergut Hanxleden (1589–1711), Rittergut I Remblinghausen (1642–1755), Rittergut Wiggeringhausen (1642–1670), Besitz im Kirchspiel Dinker (1178–1252), sowie das Rittergut A und B in Nateln im Kirchspiel Dinker (1178–1600). Im 17. und 18. Jahrhundert kamen Besitzungen im Rheinland hinzu. Die Burg Oberbreidenbach bei Lindlar besaß die Familie um 1600 und Ehrenburg auf dem Hunsrück 1666. Außerdem verfügte sie über Lehen bei Osnabrück. Ein Heinrich von Cloet war Ritter im Dienst der Grafen von der Mark und war Erbburgvogt der Burg Mark. Später führte das Geschlecht den Titel Erbkastellan. Die Nutzung dieses Titels endete im 16. Jahrhundert. Danach führte man noch einige Zeit den Titel Burgmann zu der Mark. Die Familie bildete im Laufe der Zeit mehrere Linien aus. Darunter waren die zu Narteln, Hanxleden, Hangelsteden und andere. Das Erbe einer Linie der Familie Hanxleden kam 1580 durch die Heirat von Dietrich von Cloet mit der Erbtochter der Hanxleden in den Besitz der Familie. Die Linie Ehrenburg erlosch 1798. Andere Linien bestanden fort. Wappen der Freiherren von Cloedt Wappen Das Stammwappen zeigt in Silber zwei rote Adlerflügel. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein offener roter Adlerflug. Das Wappen der Freiherren von Cloedt zu Hennen ist geviert, Felder 1 und 4 zeigen das Stammwappen, 2 und 3 in Gold einen rechts sehenden schwarzen Adler. Auf dem rechten gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken der offene rote Adlerflug, auf dem linken gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Decken ein natürlicher Baum.[1] Angehörige Hermann Friedrich von Pelden gen. Clout (* 1555/1560; † 1586), Kommandeur von Neuss Theodor von Cloedt (1821–1898), deutscher Politiker | VON CLOD ZU HEMEN, Katharina (I45658)
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| 1173 | Comes ist im Ursprung ein römischer Amtstitel, der im Laufe der Zeit mehrere Bedeutungen hatte, sowohl im zivilen Bereich für Statthalter und Mitglieder des kaiserlichen Rats als auch für Militärs. | VON NAMUR, Comes Comes Balderich (I10426)
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| 1174 | Commandat auf dem Schloß Blankenberg 1380 Auf dem Reichstag zu Aachen wird die Grafschaft Berg - mittlerweile an das Haus Jülich übergegangen - von Kaiser Wenzel zum Herzogtum erhoben. Das bringt Privilegien: Der neue Herzog darf bei Kriegszügen das Streitross des Königs am Zügel führen und dem König bei feierlichen Anlässen voranschreiten. 1406 Das Bensberger Schloß , das im 14. Jahrhundert mehreren Belagerungen erfolgreich standgehalten hatte, fällt einem Brand zum Opfer, bei dem auch die Ortschaft niedergebrannt wird. ´Graf Adolf VII Herzog von Berg (1408 -1437) läßt die bei dem Brand zerstörte Befestigungsanlage wieder aufbauen. Zuvor jedoch hatte sich dieser gegen seinen Vater, den damaligen Herzog Wilhelm II,` aufgelehnt und diesen und seine Verbündeten bei Bensberg geschlagen. Auch danach lässt Adolf, nunmehr Herzog in Bensberg, keine Gelegenheit zu Streit und Fehden aus. In deren Verlauf findet auf der Wahner Heide ein blutiger Kampf statt. Bensberg macht Adolf VII. zu einem starken Bollwerk gegen Köln. 1427 Errichtung des Türmchenhauses (Dort ist heute das Bergische Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe untergebracht). Wilhelm III (1475 - 1511) lässt das Bensberger Schloß restaurieren und erweitern. Es wird Witwensitz seiner zweiten Frau Sybilla von Brandenburg. Durch Erbschaftsvertrag kommt nunmehr das Haus Kleve an die Herrschaft im Bergischen Land. Dem zweiten Herzog, der aus Kleve kam, verdankt auch die rings um die Burg gelegene Ortschaft eine ganze Menge: Wilhelm IV (1539 - 1592) bezieht in Bensberg seine Residenz und verleiht ihr im Jahre 1575 das freie Burgrecht (der Stadtkern von Bensberg wurde auch als (Burg-)Freiheit Bensberg bezeichnet) und weitgehende Privilegien, besonders auch im Königsforst. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts fordert der Hexenwahn auch in Bensberg seine Opfer. 1602 werden hier acht als Hexen verurteilte Frauen verbrannt. An den Mauerresten des alten Schlosses, die man heute am Rathaus bewundern kann, weist eine kleine Erinnerungstafel auf dieses traurige Ereignis hin. 1613 findet die so genannte Scheuertrine Katharina Güschen aus Nittum auf den Scheiterhaufen den Tod. 1648 Als die Nachricht nach Bensberg gelangt, es gebe endlich Frieden, können die Menschen es zunächst nicht glauben. Der 30jährige Krieg (1618 -1648) hatte auch hier furchtbar gewütet. Das Land war von spanischen, schwedischen, kroatischen und Mansfelder Truppen drei Jahrzehnte lang schonungslos geplündert worden. Die Bauernhöfe lagen niedergebrannt, Städte und Dörfer waren verwüstet und ausgeplündert, der Erzbergbau vernichtet. Beim Abschluss des Westfälischen Friedens 1648 ist die Bevölkerung in Bensberg auf ein Fünftel ihrer früheren Stärke geschrumpft. Schloß Bensberg hinterlässt der Krieg halb zerfallen und ausgeplündert, die Ortschaft befindet sich in einem bejammernswerten Zustand. 1666 Das Schloß wird von Philipp Wilhelm aus dem Pfälzischen Hause (1653 - 1679) notdürftig wieder hergestellt. Die Schönheit und der Glanz der alten Grafenburg sind jedoch für immer dahin. Danach sinkt sie gänzlich in die Bedeutungslosigkeit, bis die schöne und günstige Lage Bensbergs die Aufmerksamkeit des Herzogs Johann Wilhelm II. (1679 - 1716) auf sich lenkt. Dieser lässt in den Jahren 1703 bis 1710 auf der so genannten Bärenkuppe nördlich des alten Schlosses ein prunkvolles neues Schloß erbauen. Beim Bau der dreiflügeligen Anlage diente das Französische Versailles als Vorbild. Bei Bürgern und Bauern ist der Herzog ausgesprochen populär und wird von allen nur Jan Wellem genannt. Von ihm werden in Bensberg und Umgebung allerhand Anekdoten und Geschichten erzählt. Erneut brechen verheerende Kriege über das Land herein. Die so genannten Raubkriege Ludwigs XIV, von Frankreich, die Holländischen Kriege, der Pfälzische Krieg sowie der Spanische Erbfolgekrieg bringen Bensberg Schlachtenlärm, Belagerungen und Plünderungen. Auch im 7jährigen Krieg, in dem der Herzog von Berg auf Seiten Frankreichs steht, haben die Menschen in Bensberg und Umgebung viel zu leiden. Ganz schlimm kommt es gegen Ende des 18. Jahrhunderts mit den Koalitionskriegen und den anschließenden Napoleonischen Kriegen. | VON MOTZFELD, Johann Franz (I1759)
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| 1175 | Conon hatte mit einer unbekannten Frau drei Kinder. - Richard Ier, seigneur de Montfaucon, - Hugues II de Montfaucon, archevêque de Besançon de 1067 à 1085, - Meynier, Haut doyen de la Métropole de Saint-Jean3. | VON MONTFAUCON, Conon (I11153)
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| 1176 | Da die Ehe ihres Bruders Dietrich (+ 1415) kinderlos blieb, erbte Alveradis und damit das Adelsgeschlecht Pallandt den Familienbesitz. Besitzungen: Burg Engelsdorf Burg Gripekoven Nothberger Burg Burg Reuland Burg Untermaubach Burg Wildenburg (Eifel) | VON ENGELSDORF, Alveradis (Afra) (I5039)
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| 1177 | Da Dr. Dietrich Walsdorf Pate im Hause ihrer Düsseldorfer Schwester (Delph) war, war es nicht mehr als natürlich, dass die Hofapothekerfamilie mit ihr (Helene Dorothea Delph) bekannt und befreundet war. aus Geschichte der Heidelberger Hof-Apotheke von Walter Donat, 1912, S. 70 Der Lehrbrief wurde in Heidelberg seinem Groß-Onkel am 09.09.1693 Johann Bernhard Hofstatt (1646 - 1708) ausgestellt für Christian Burkhard Heyles*** (1652 in Bacherach -1721) und unterzeichnet von Jacob Israel (1621-1674) Die Heidelberger Hof-Apotheke war im 17. Jahrhundert ein kurpfälzisches Lehen und wurde seit 1662 von Conrad Daniel Nebel (1632-1672) geführt. Als dieser starb war sein Sohn und Lehensnachfolger Daniel Nebel (1664-1733) - später Mediziner und kurfürstlicher Leibarzt - noch unmündig. Der Düsseldorfer Apotheker Johann Bernhard Hoffstatt pachtete die Hof-Apotheke und leitete sie als "Chur Pfaltz Hoff Apotecker in Churfürstlicher Haupt und Residentz Statt Heydelberg" bis zur Zerstörung der Stadt im Jahre 1693. Dieser Lehrbrief aus dem Jahr 1673 bescheinigt dem Empfänger Christan Burkhard Heyles aus Bacharach, eine vierjährige Lehrzeit in der Hof-Apotheke absolviert zu haben. Begonnen hatte er die Lehre bei Hofapotheker Nebel. Das Zeugnis wurde beglaubigt durch die Unterschriften von Jacob Israel, Rektor der Universität Heidelberg, Friedrich Christian Winkler und Hoffstatt selbst. Der Heidelberger Lehrbrief besticht durch seinen künstlerischen Gesamteindruck, der neben der Auszeichnungsschrift der Urkunde eine besondere Gewichtigkeit verleiht. ***Christian Burkhard Heyles wurde Apotheker in Bad Kreuznach Geschichte der Heidelberger Hof-Apotheke von Walter Donat, 1912 https://bawue.museum-digital.de/object/749 | WALLSDORF\WALZDORF, Dr. med Johann Dietrich (I432)
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| 1178 | Da er beim Tod seines Vaters noch minderjährig war, übernahm seine Mutter für ihn die Regentschaft bis 1127, in der sie auch seine Ehe mit Alix (Alice), der Tochter des Gottfried, Graf von Namur, arrangierte. Der Ehevertrag enthält auch eine Bestimmung über die Grafschaft Namur, die aufgrund dieser Vereinbarungen nach dem Aussterben des Hauses Namur nicht wie die Grafschaft Luxemburg vererbt wurde, sondern in den Besitz des Grafen von Hennegau kam. Wenig später, im gleichen Jahr noch, wurde Karl der Gute, Graf von Flandern, ermordet, woraufhin sich mehrere Prätendenten meldeten, um seine Nachfolge anzutreten, darunter auch Balduin. Der französische König Ludwig VI. entschied sich für Wilhelm Clito, was Balduin dazu veranlasste, das Land um Aalst zu verwüsten, worauf er sich aber – im Bewusstsein, sich hier nicht behaupten zu können – zurückzog und dabei noch Oudenaarde niederbrannte. Nach dem Tod Wilhelms im Jahr darauf versuchte er sein Glück erneut, wurde aber von Dietrich von Elsass, dem neuen Grafen, zurückgeschlagen. 1147 nutzte er Dietrichs Aufbruch zum Zweiten Kreuzzug, um erneut in Flandern einzufallen, obwohl er durch diesen Überfall auf den Besitz eines Kreuzfahrers die Exkommunikation riskierte. Sibylle von Anjou, Dietrichs Ehefrau, gelang es, das Land zu verteidigen, bis Dietrich in aller Eile aus Konstantinopel zurückkehrte. Der nun folgende Krieg verwüstete beide Grafschaften. 1151 wurde schließlich ein Friedensvertrag geschlossen, zu dem auch eine Verlobung ihrer Kinder gehörte – die daraus folgende Ehe führte 40 Jahre später zur Vereinigung der beiden Grafschaften. Balduins Schwager Heinrich der Blinde, Graf von Luxemburg, hatte 1157 Lauretta von Elsass geheiratet, die Tochter von Dietrich von Elsass, Graf von Flandern, und Sybille von Anjou. Die Ehe ging 1163 kinderlos auseinander, weshalb Heinrich seinen Schwager Balduin als seinen Erben einsetzte, was aber zu Balduins Lebzeiten nicht mehr zu Konsequenzen führte. Balduin erwarb den Beinamen der Erbauer durch seine Tätigkeit im Festungs- und Kirchenbau in den meisten Städten des Hennegau. 1169, als sein Sohn Balduin Margarete von Elsass heiratete, führte er den neuen, noch im Bau befindlichen Palast in Le Quesnoy mehreren Baronen vor. Sie begingen dabei die Unvorsichtigkeit, auf ein schlecht befestigtes Baugerüst zu klettern, das unter ihnen zusammenbrach. Einige wurden nur leicht verletzt, Balduin jedoch brach sich beide Oberschenkel und das Rückgrat. Er starb zwei Jahre später. | VON HENNEGAU, Graf Graf Balduin IV. (I10389)
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| 1179 | Da García beim Tod seines Vaters im Jahr 925 erst sechs Jahre alt war, übernahm zunächst sein Onkel Jimeno Garcés die Herrschaft in Pamplona. Als dieser 931 starb, beanspruchte ein weiterer Onkel, Íñigo Garcés, die Regentschaft für sich, doch wurde dieser im Jahr 933 von Toda erfolgreich aus Pamplona verdrängt. García jedenfalls war seit 931 als zwölfjähriger dem Namen nach amtierender König, doch führte seine Mutter die tatsächliche Regentschaft.[3] Im Jahr 934 fielen Truppen des Kalifen Abd ar-Rahman III. in Navarra ein; dieser zwang Toda zur Unterwerfung unter die Oberherrschaft des Kalifats von Córdoba, anerkannte zugleich aber ihren Sohn als König. Um dieselbe Zeit übernahm García selbst die Herrschaft und heiratete Andregoto, die Erbin der östlich an Navarra angrenzenden Grafschaft Aragón. Noch vor 943 trennte er sich von ihr und heiratete Teresa, die erstmals in diesem Jahr urkundlich genannt wird, und möglicherweise eine Tochter des Königs Ramiro II. von León war.[4] Letztmals wird sie im September 957 urkundlich genannt.[5] Im Jahr 939 konnte ein vereintes christliches Heer unter der Führung Ramiros II. von León in der siegreichen Schlacht von Simancas die Macht des Kalifen nördlich des Duero beenden. Später engagierte sich García in den leónesischen Bruderkampf zugunsten seines Neffen Sancho I. gegen dessen Halbbruder Ordoño III.[6] 958 gewährte er Sancho I. Exil in Pamplona, nachdem dieser von Ordoño IV. aus León verdrängt worden war. Nun im Bund mit dem Kalifen konnte er im Jahr darauf seinen Neffen wieder auf den Thron von León restaurieren.[7] García starb am 22. Februar 970 und wurde in der Kapelle der Burg San Estebán bei Villamayor de Monjardín bestattet | (NAVARRA), García I. (I37755)
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| 1180 | Da ihr Vater keinen legitimen männl. Nachkommen hinterliess, wurde N. 1373 Gräfin von N., zum Nachteil ihrer Schwester Varenne (oder Verena), die zur Miterbin bestimmt worden war. Darauf bedacht, das Erbe, das später zum neuenburg. Territorium werden sollte, zu sichern und zusammenzuhalten, entzog N. ihren unehelich geborenen Halbbrüdern Johann und Vauthier ( -> 16) die Lehensherrschaften Rochefort und Les Verrières. Sie erlangte auch das Dorf Boudevilliers sowie das Hochgericht über das Val-de-Ruz zurück, die beide vorübergehend an Johann II. von Aarberg-Valangin verliehen worden waren. Schliesslich stellte sie sich gegen Marguerite de Vufflens, die Witwe Ludwigs und Nutzniesserin eines Erbteils, und trat für die Bürger von Boudry ein, deren Stadtrechte die Witwe missachtet hatte. 1375 nutzte N. den Tod ihres Gatten, um Erlach einzunehmen. Dank der Intervention von Gf. Amadeus VI. von Savoyen, der die Anerkennung seiner Hoheitsrechte einforderte, sowie der Unterstützung der Bürger von Erlach durch Bern, entzog sich die Stadt dem neuenburg. Einfluss. In Abweichung von ihrer Politik der Erbkonsolidierung gab N. 1375 dem unehel. Sohn ihres Halbbruders Johann, Girard von N., die Herrschaft Vaumarcus zu Lehen, wo dieser einen neuen Zweig gründete. N., selbst kinderlos, bereitete ihren Neffen Konrad von Freiburg auf die Erbfolge vor. Literatur – J. Courvoisier, Panorama de l'histoire neuchâteloise, 1972, 46-48 (Neuaufl. 1978) – Hist.NE 1, 293-295, 297 Autorin/Autor: Lionel Bartolini / AHB | VON NEUENBURG, Isabella (I3240)
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| 1181 | Da Karlmann und sein Bruder Ludwig III. kinderlos verstorben waren und ihr Halbbruder Karl noch unmündig war, wählten die Großen des Reiches 885 Karlmanns Onkel, den ostfränkischen König Karl den Dicken, zu ihrem neuen Herrscher, da sie sich von diesem eine entschlossene Abwehr der Normannengefahr erhofften. Damit war das Reich Karls des Großen für kurze Zeit nominell nochmals vereint. | VON WESTFRANKEN, König König Karlmann (I22738)
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| 1182 | Da Konrad ausschließlich zu Lebzeiten seines Vaters römisch-deutscher König war, wird er in den Herrscherlisten des Heiligen Römischen Reiches nicht mit einer eigenen Ordnungsnummer geführt; zur Unterscheidung von anderen Königen gleichen Namens erfolgt die eingeklammerte Ordnungszahl. Er darf aber nicht mit König Konrad III. (1093/1094–1152) aus dem staufischen Haus verwechselt werden. | (HRR), Konrad III. (I39143)
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| 1183 | Da Konrad I. mit der Grafschaft Auxerre entschädigt worden war, erbte Konrad II. diesen Titel, als sein Vater vermutlich 863 starb. Er scheint jedoch bald darauf in Ungnade gefallen zu sein, da Karl der Kahle ihm die Grafschaft entzog, und er an den Hof von dessen Neffen Lothar II. zog. Lothar II. und sein Bruder Ludwig II. übertrugen ihm die Aufgabe, das aufständische Transjuranien, das Land zwischen Jura und Alpen zu unterwerfen, wo weder Lothar II. noch Ludwig II. herrschte (Lothar hatte das Gebiet 859 an Ludwig abgetreten), sondern der Bosonide Hugbert, Lothars Schwager. Konrad II. löste die gestellte Aufgabe, indem er 864 Hugbert bei Orbe in der Waadt schlug und zwei Jahre später, 866, als Markgraf selbst die Herrschaft in Transjuranien übernahm. Konrads Todesjahr ist nicht bekannt. Bekannt ist lediglich, dass sein Sohn Rudolf I. bereits 872 als Markgraf von Transjuranien bezeichnet wird. | WELF, Konrad II. (I37543)
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| 1184 | Danach kümmerte sich Otto um die Verwaltung der Röttler Herrschaft und trat dabei auch in mehreren Fehden auf.[24] Bei den Auseinandersetzungen der Basler Ritterbünde Psitticher und Sterner werden die Herren von Rötteln auf der Seite der Psitticher verortet.[25] Nach der Aussöhnung der beiden Parteien scheint sich auch Otto an die Habsburger angenähert zu haben und erhielt von König Albrecht unter anderem die Ämter des Burggrafen von Rheinfelden und des Reichsvogtes von Basel.[ | BARON VON RÖTTELN, Otto (I3214)
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| 1185 | Daniel Erhard Günther war das jüngste Kind des Solinger Stadtsyndikus Matthias Gerhard Günther (* 19. Juni 1701 (Taufdatum) in Gemünd in der Eifel; † 18. August 1759 in Solingen)[1] und dessen Ehefrau Anna Maria (* 16. November 1710 (Taufdatum) in Solingen; † 25. August 1771 ebenda), Tochter des Amtsphysikus Erhard Brunner (ca. 1678–1728); er hatte noch sechs Geschwister. Seine Schwester Anna Maria Dorothea Gertrud Günther (* 1744) war mit dem Mediziner Johann Peter Brinckmann verheiratet; seine Schwester Maria Magdalena Barbara Günther war mit dem Duisburger Theologieprofessor Johann Clemens Christoph Lohmann (1744–1777) verheiratet. Er war in erster Ehe seit dem 9. Mai 1781 mit Eleonora Elisabeth Mathilda (* 2. August 1757 oder 1759 in Frankfurt am Main; † 22. März 1799), Tochter von Jakob Georg Koch (1721–1782), verheiratet; gemeinsam hatten sie neun Kinder[2], von diesen sind namentlich bekannt: Eleonora Elisabeth Günther (* 26. März 1788 in Duisburg; † 1. Februar 1865), verheiratet mit dem Apotheker Karl Philipp Hoerle (1781–1847) Friedrich Günther (* 29. Januar 1791 in Duisburg; † 3. November 1848 in Düren), Arzt und seit 1831 Oberbürgermeister von Düren; Christian Ludwig Günther (* 13. Februar 1795 (Taufdatum)[3] ; † 1858), Armenarzt in Düsseldorf, dieser hinterließ eine Sammlung medizinischer Literatur, die aus 907 Werken bestand und 1892 von dessen Erben der Bibliothek Düsseldorf geschenkt wurde; heute befindet sich die Sammlung als Günther-Bibliothek[4] in der Universitätsbibliothek Düsseldorf[5]. Amalia Carolina Günther (* 13. August 1798 in Duisburg; † 30. Juni 1874), verheiratet mit dem Oberkonsistorialrat Ernst Friedrich Ball (1799–1885). Die Kinder wurden durch den Hauslehrer Friedrich Gerhard Petrus Hasenkamp (1771–1826) unterrichtet, der später Rektor der Lateinschule Lengerich wurde. Seit 1801 war er in zweiter Ehe mit Maria Agnes (* 25. Juni 1746 in Eschweiler; † 14. Oktober 1811 in Duisburg), Tochter des Kaufmanns Johann Wilhelm Peltzer (1714–1783), verheiratet. Werdegang Daniel Erhard Günther besuchte die Schule in Solingen und wurde durch den Philologen Johann Christoph Fincke[6] auf die Universität vorbereitet. Er immatrikulierte sich 1768 an der Universität Duisburg zu einem Medizinstudium und setzte das Studium an der Universität Göttingen fort. Nach seiner Rückkehr an die Universität Duisburg promovierte er am 25. September 1772 mit seiner Dissertation Signa Ex Lingua[7] zum Dr. med. Nach seiner Promotion besuchte er noch verschiedene medizinischen Einrichtungen in Wien, Straßburg, Berlin und London, von wo er als Doctor legens (Privatdozent) wieder nach Duisburg zurückkam. Er ließ sich als Arzt in Frankfurt am Main nieder und wurde am 4. Mai 1778 als ordentlicher Professor der Medizin an die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg berufen; dort lehrte er bis zur Aufhebung der Universität am 18. Oktober 1818; in dieser Zeit übte er siebenmal das Amt des Rektors aus[8]. Zu seinen Studenten gehörte unter anderem Friedrich Bird; Johann Georg Müller promovierte bei ihm. Sein Porträt befindet sich im Kultur- und Stadthistorischem Museum Duisburg.[9] Berufliches Wirken Daniel Erhard Günther war ein anerkannter und einer der beliebtesten Lehrer der Universität, so berichtete Graf Heinrich von Borcke 1806 an seine Regierung, "der Ruf Günther’s hat die Universität aufrecht erhalten, alle dortigen Studenten der medicinischen Facultät sind nur um Günther’s willen nach Duisburg gekommen". Seine Patienten, die von ihm behandelt werden wollten, waren aus allen Ständen und reisten auch aus Holland und England an. Er stand unter anderem im Schriftverkehr mit dem Philosophen Friedrich Heinrich Jacobi.[10] Seine Schrift Cerebri et nervorum distributionis expositio wurde von Heinrich Wilhelm Pottgießer (1766–1829) als Entwurf der anatomischen Nervenlehre 1789 übersetzt. Er hinterließ eine Sammlung von pathologischen und physiologischen Präparaten, die seine Nachkommen der medizinisch-chirurgischen Lehranstalt (heute Medizinische Fakultät der Universität Münster[11]) in Münster schenkten[12]; die Sammlung wurde als Günthersches Vermächtnis im dortigen anatomischen Museum[13] gesondert ausgestellt. Ehrungen und Auszeichnungen Aufgrund der Mildtätigkeit von Daniel Erhard Günther erhielt er 1822 zu seinem fünfzigjährigen Doktordiplom von der Stadt Duisburg eine goldene und eine silberne[14] Gedenkmedaille. Der König verlieh ihm 1822 den Roten Adlerorden 3. Klasse. 1822 erhielt er auch von der Universität Bonn ein erneutes Doktordiplom. 1832 erhielt er die Schleife zum Roten Adlerorden. Mit Spenden der Bürgerschaft wurde aus Anlass von Daniel Erhard Günthers Goldenem Dienstjubiläum 1822 ein Krankenhaus errichtet, das den Namen Günthersche Krankenstiftung erhielt, die 1835 zur Günther-Carstanjenschen Krankenstiftung erweitert wurde. 1910 benannte die Stadt Duisburg zu Ehren von Daniel Erhard Günther die Kronprinzenstraße in Güntherstraße um.[15] Mitgliedschaften Im August 1817 wurde Daniel Erhard Günther von der Gesellschaft zur Beförderung der gesamten Naturwissenschaften in Marburg zum Ehrenmitglied ernannt. | GÜNTHER, Daniel Erhard (I49883)
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| 1186 | Daniel Nebel wurde zum Hospitalmedikus am Sapienzkolleg in Heidelberg und am Waisenhaus Handschuhsheim sowie zum Hofapotheker und zum kurpfälzischen Hofmedikus ernannt Großen Verdienst erwarb sich Nebel um den botanischen Garten Heidelbergs, den er 1708 nach den Zerstörungen durch den Erbfolgekrieg neu angelegt hatte und dessen umfangreiche Pflanzensammlung den Grundstock für die weitere Entwicklung bildete. Taufe lt. KB Heiliggeistkirche. Abendmahl in Heidelberg-Klosterkirche zu Weihnachten 1679, Primaner, "Heidelbergensis". Studium in Basel BS 1684 (Matrikel der Universität Basel - siehe www.e-codices.ch - am 21.3.1684, "Heidelberga Palat.") und Heidelberg 1686 (Matrikel der Universität Heidelberg: Fehlanzeige). Veröffentlichung: Dissertatio Medica Inauguralis Qua Malum Citreum ... Praeside ... Georgio Franco ... Publico Eruditorum examini submittit Daniel Nebel / Heidelbergensis, In Brabeuterio Universitatis Ad d. .. Martii MDCLXXXVI., Heidelberg 1686 (VD17 32:658599A). Mediziner, Apotheker und Botaniker. Pate in Heidelberg (Heiliggeistkirche) am 20.11.1689. Generallandesarchiv Karlsruhe 43 Nr. 3062 Kurfürst Karl Ludwig von der Pfalz befiehlt Nachforschung über die alleinige Berechtigung des Hofapothekers Daniel Nebel zu Heidelberg, dortigen Anstalten Arznei zu liefern. / 30. Januar 1668 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1801162 Generallandesarchiv Karlsruhe 43 Nr. 2491 Kurfürst Karl Ludwig von der Pfalz erneuert dem Hofapotheker Daniel Nebel die Belehnung mit dem ehemals Schöntal'schen Erblehen. / 17. November 1669 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1801163 Generallandesarchiv Karlsruhe 43 Nr. 2493 Kurfürst Karl Ludwig erneuert die Belehnung mit dem Schontal'schen Erblehen den Vormündern des minderjährigen Daniel Nebel http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1801169 Generallandesarchiv Karlsruhe 43 Nr. 2494 Die Vormünder des minderjährigen Daniel Nebel reversieren gegenüber Kurfürst Karl Ludwig von der Pfalz wegen der Belehnung mit dem Schöntal'schen Erblehen. / 16. Juli 1679 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1801170 Generallandesarchiv Karlsruhe 43 Nr. 2495 Kurfürst Karl von der Pfalz erneuert den Vormündern des Daniel Nebel die Belehnung mit dem ehemals Schöntal'schen Erblehen. / 14. Juni 1681 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1801172 Generallandesarchiv Karlsruhe 43 Nr. 2497 Urkunde vom 10.5.1695: Kurfürst Johann Wilhelm genehmigt, daß Daniel Nebel den Hausplatz, wo das von Kurpfalz zu Lehen gehende Steinhaus stand, welches bei Zerstörung der Stadt abbrannte, an Johann Dietrich Hofstatt verkaufe http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1801449 Generallandesarchiv Karlsruhe 43 Nr. 2822 Daniel Nebel, med. Dr. und Professor zu Heidelberg, verkauft an Andreas Körner seinen Hausplatz im Jägergäßlein zu Heidelberg um 60 fl. http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1801459 Leichenpredigt in der Universitätsbibliothek Marburg, Signatur VIII A 1178, Bd.II (34). Sein Bildnis von Philipp Hoffmeister und Johann Jakob Haid in der Universitätsbibliothek Heidelberg, Batt'sche Sammlung, Inventar-Nr. Graph. Slg. P_2585. Generallandesarchiv Karlsruhe 204 Nr. 1522 Nacheinander erfolgte Belehnungen der Familien Schönthal, Virdung, Sprenger, Laurelius, Vorst, Nebel, Hofstatt, Walsdorf und Henking mit dem sogenannten Vicedomischen Haus, spätere Apotheke auf dem Markt / (1403ff) 1541-1686 Darin: Kolorierte Zeichnung über die jeweiligen Lehensinhaber ab 1403 bis Daniel Nebel 1679, mit kolorierter Wappenzeichnung des Conrad Daniel Nebel, 2007 entnommen, jetzt 204 Nr. 1522 K 1 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1487571 Generallandesarchiv Karlsruhe 204 Nr. 1523 Nacheinander erfolgte Belehnungen der Familien Schönthal, Virdung, Sprenger, Laurelius, Vorst, Nebel, Hofstatt, Walsdorf und Henking mit dem sogenannten Vicodemischen Haus, spätere Apotheke auf dem Markt / (1403ff) 1691-1769 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1487573 | NEBEL, Prof. Dr. med. Daniel (I2252)
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| 1187 | Daniel Schlumpf fehlt im Ämterverzeichnis und scheint sich auswärts betätigt zu haben, doch steuert er von 1572 bis 1599 in St. Gallen, 1596 - 1597 das Maximum von 52`000 Gulden. Er trieb Handel im Osten, überflügelte die Firma des Balthasar Rotmund, des Nachfolgers seines Schwagers Michael Kobler in Wien. Seine Söhne Kaspar und Daniel hielten sich auswärts, wahrscheinlich in Nürnberg, auf und versahen keine Ämter. Auf Daniel 1578 - 1648 wird noch einmal zu Nürnberg im Zusammenhang mit seinem 1611 verstorbenen Vetter Hans zurückzukommen sein. | SCHLUMPF, Daniel (I2505)
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| 1188 | Daniel Wilhelm Nebel war in erster Ehe verheiratet mit Maria Christina Hettenbach (1738–1784) und vermählte sich nach ihrem Tod mit deren jüngerer Schwester Catharina Elisabeth Hettenbach (1753–1788). Nachdem die erste Ehe kinderlos geblieben war, bekam er mit Catharina Elisabeth den Sohn Johann Daniel Nebel (1785–1841), der ebenfalls Medizin studierte und später Großherzoglicher badischer Medizinalrat wurde. Generallandesarchiv Karlsruhe 269 Nr. 1002 Gesuch des Nebel, Johann Daniel, Dr. med., um Vermögensverwaltung und Heiratserlaubnis mit Heddäus, Luise Susanna, geb. 11.10.1786 in Heidelberg, Tochter des Heddäus, Georg Benedict Wilhelm und Henrietta Elisabetha Catharina geb. Rittmann / 1808-1809 https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/suche/ergebnis1.php Generallandesarchiv Karlsruhe 204 Nr. 1522 Nacheinander erfolgte Belehnungen der Familien Schönthal, Virdung, Sprenger, Laurelius, Vorst, Nebel, Hofstatt, Walsdorf und Henking mit dem sogenannten Vicedomischen Haus, spätere Apotheke auf dem Markt / (1403ff) 1541-1686 Darin: Kolorierte Zeichnung über die jeweiligen Lehensinhaber ab 1403 bis Daniel Nebel 1679, mit kolorierter Wappenzeichnung des Conrad Daniel Nebel, 2007 entnommen, jetzt 204 Nr. 1522 K 1 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1487571 Generallandesarchiv Karlsruhe 204 Nr. 1523 Nacheinander erfolgte Belehnungen der Familien Schönthal, Virdung, Sprenger, Laurelius, Vorst, Nebel, Hofstatt, Walsdorf und Henking mit dem sogenannten Vicodemischen Haus, spätere Apotheke auf dem Markt / (1403ff) 1691-1769 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1487573 | NEBEL, Johann Daniel (I446)
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| 1189 | Darüber hinaus können ihnen vermutlich zwei weitere Töchter zugerechnet werden: Mathilde († 28. April 1014 in Gernrode), Nonne in Gernrode, begraben daselbst, neptis des Bischofs Thietmar von Merseburg Othelendis († 9. März 1044) ∞ Dietrich III. Hieroselymita Graf von Holland 963 († 27. Mai 1039) | VON SACHSEN, Bernhard I. (I16160)
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| 1190 | Das Adelsgeschlecht der Wildgrafen (lateinisch: comites silvestres, also eigentlich: Waldgrafen) stammte aus einer Teilung des Hauses der Nahegaugrafen im Jahr 1113. Erster Wildgraf war Emicho VII. (1103–1135), Sohn des Grafen Emicho VI. (1076–1123) vom Nahegau. Emicho VII. war Graf von Kyrburg, Schmidtburg und Baumberg und ab 1129 Graf von Flonheim. Bereits 1113 hatte sich die Linie der Grafen von Veldenz abgespalten. Um 1150 spalteten sich die Raugrafen ab. Dabei ging jeweils ein Teil des Besitzes verloren. 1154 wurde Wildgraf Konrad I. zur entehrenden Strafe des Hundetragens verurteilt. Grund der Strafe war die Beteiligung an einer bewaffneten Auseinandersetzung mit Pfalzgraf Hermann von Stahleck und anderen Adligen gegen den Mainzer Erzbischof Arnold von Selenhofen. Konrad war mit Mathilde von Bar, Tochter von Rainald I. von Bar verheiratet. Konrads Sohn war Gerhard I., der mit Agnes von Wittelsbach verheiratet war (Agnes heiratete in zweiter Ehe Albert III. von Everstein). Konrad II. folgte auf Gerhard. Konrad war verheiratet mit Gisela von Saarbrücken. 1258 kam es zu einer Spaltung in die Linien Dhaun und Kyrburg, von der sich 1284 noch die Linie Schmidtburg trennte, die aber schon 1330 ausstarb. Als Folge von familiären Streitigkeiten fiel die Schmidtburg an Kurtrier. Die Erben der Linien Kyrburg und Dhaun versuchten bis 1342 in drei Fehden vergeblich die Schmidtburg zurückzugewinnen. Schon vor 1350 starb die Linie Dhaun aus und schließlich 1409 die Linie Kyrburg. Erben waren die Rheingrafen, die sich fortan Wild- und Rheingrafen nannten. Diese wiederum traten 1459/1475 das Erbe der Grafen von Obersalm an und nannten sich danach Grafen von Salm. | VON WILDGRAFEN, Mathilde (I40578)
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| 1191 | Das alte adeliche Geschlecht derer VON MOTZFELD, ist insbesondere in den CLEVE- UND BERGISCHEN LANDEN, auch in Dänemark sattsam bekannt. Von dem freien Ritter- und Sattel-Guth MOTZFELD, (daher es sich ehemals von und zu Motzfeld geschrieben) in späteren Zeiten aber aus Curuland, von dem HAUSE PONNAU seinen Ursprung herleitet, hat bey den KÖNIGEN IN SCHWEDEN, DÄNEMARK, HEERMEISTERN IN LIEF- UND CURLAND, GRAFEN UND HERZÖGEN ZU JÜLICH, CLEVE UND BERG, CHURFÜRSTEN ZU BRANDENBURG UND KÖNIGEN IN PREUSEN, seither einigen hundert Jahren in ansehentlichen civil- und militär beedingungslos gestanden; denn so findet sich, dass bereits in dem XII. faeculo WILHELM VON MOTZFELD in kriegsdiensten employiert gewesen, und mit ANNA VON REISSENBERG, JOHANN VON MOTZFELD, einen vornehmen Schwedischen kriegsbediesteten, gezeuget habe. | VON MOTZFELD, Wilhelm XII. (I1773)
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| 1192 | Das alte Weinheimer Geschlecht der Demuth, deren Name sich von mittelhochdeutschen diemout, demout = herablassend = bescheiden herleiten lässt und als Übername zu verstehen ist. Über die von Peter Demuth und seiner Ehefrau Magdalena am 04.03.1621 niedergelegte Demuth`sche Stiftung vergleiche ebenda Seite 89, bzw. Kontraktbuch, Band 2, Blatt 158 Die Demuth, ein altes Weinheimer Geschlecht von Dieter Krieg. Stammfolge Demuth 1. Generation 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html | DEMUTH, Stammlinie (I43134)
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| 1193 | Das Aostatal (italienisch Valle d’Aosta, französisch Vallée d’Aoste; frankoprovenzalisch Val d’Oûta; walserdeutsch Augschtalann oder Ougstalland; deutsch veraltet Augsttal) ist eine autonome Region mit Sonderstatut in Italien. Die Region hat eine Fläche von 3262 km² und 126.202 Einwohner (Stand 31. Dezember 2017). Sie ist somit die kleinste Region Italiens, sowohl flächen- als auch bevölkerungsmäßig. Die Hauptstadt ist Aosta (französisch Aoste). | VON CLAPEY (FELS), Nikolaus (I1448)
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| 1194 | Das Benediktinerinnenkloster Urspring in Urspring bei der Stadt Schelklingen, gegründet (nach) 1127, aufgelöst 1806, war ein Priorat des Klosters St. Georgen im Schwarzwald. | VON BERG, Diepold (I27995)
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| 1195 | Das byzantinische Thema Makedonien war ein militärisch-administrativer Distrikt, der um 800 in der geographischen Region Thrakien gebildet worden war. Hauptort war Adrianopel[1] (heute Edirne, Ostthrakien). Der Name des militärisch-administrativen Distrikts übertrug sich wie anderorts später auch auf das geographische Gebiet, so dass im gesamten Mittelalter diese Region den Namen Makedonien trug. Ihre geographische Lage stimmte im Mittelalter weder mit dem Makedonien der Antike, noch mit der heutigen Region Makedonien überein. Im Vergleich zu den anderen Grenzthemata war dieses vor Überfällen geschützt, da es nah der Reichshauptstadt Konstantinopel lag. Nach 813 wechselte die Herrschaft über das Thema mehrfach zwischen dem Bulgarischen und Byzantinischen Reich. Nach der erfolgreichen Unterwerfung des ersten bulgarischen Reichs wurde die Region erneut in das byzantinische Verwaltungssystem integriert. Dabei grenzte Makedonien an die 1018 geschaffenen Themata Bulgarien im Westen und Paristrion im Norden. Im Osten grenzte es an das Thema Thrakien und im Süden an Strymon. 1204 wurde Adrianopel von den Kreuzfahrern erobert, fiel jedoch kurz danach erneut in bulgarische Hände. Nach der Wiederherstellung des bulgarischen Reiches im Jahre 1187 bis zum Auftreten der osmanischen Türken wechselte die Herrschaft über das Gebiet häufig zwischen Bulgaren und Byzantinern. Aus dieser Region stammte die Familie der byzantinischen Kaiser der Makedonischen Dynastie, deren Name jedoch eine geographische und nicht ethnische Bezeichnung war. 1371 schlugen die vorrückenden Osmanen bei Tschernomen in Makedonien, an der Marica (s. Schlacht an der Maritza), ein bulgarisch-serbisches Heer. Nach der Eroberung Bulgariens durch die Osmanen 1393 wurde der bulgarische Patriarch Euthymios von Tarnowo in die Region Makedonien, möglicherweise ins Kloster Batschkowo verbannt.[2] | VON MAKEDONIEN, N. (I37372)
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| 1196 | Das ehemalige Kloster Elsey lag in Elsey, heute Hagen-Hohenlimburg Die Gründung des Klosters Elsey wurde durch eine Stiftung der Gräfin Methildis von Holland, der Witwe des Grafen Arnold von Altena-Isenberg ermöglicht, nachdem sie 1222 die neu errichtete Kirche zu Elsey gegen ihre Eigenkirche zu Bigge mit dem Erzbischof Engelbert I. von Köln eingetauscht hatte.[2] Mitstifter und Schenkender war in der Dotationsurkunde von 1223 auch Mechthildes Sohn Graf Friedrich von Altena-Isenberg (reg. 1209–1226),[3] durch dessen Leute der Kölner Erzbischof Engelbert, ein Vetter zweiten Grades von Friedrich, beim Versuch seiner Gefangennahme, am 7. November 1225 bei Gevelsberg erschlagen wurde.[4] Die Vogtei über das Kloster lag in der Hand der Stifterfamilie, nachdem aber Graf Friedrich wegen Mordes mit Acht und Bann belegt worden war, nahm Erzbischof Heinrich I. von Köln am 17. August 1227 das Kloster in seinen Schutz und befreite es von der Vogteigerechtsamkeit. Zeugen waren u. a. die Grafen von Arnsberg und von der Mark.[5] Über die Ordenszugehörigkeit und die Besetzung der Neugründung mit einer geistlichen Korporation geben die frühesten Quellen keine Hinweise. Erst in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist die Zugehörigkeit zum Prämonstratenserorden urkundlich bezeugt. Schutzpatronin des Klosters war von Anfang an die hl. Jungfrau Maria.[6] Die Leitung des Instituts lag in der Anfangszeit in den Händen einer Priorin. Seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts übernahm ein Propst diese Aufgabe. Er leitete und repräsentierte das Kloster unter Mitwirkung einer Priorin und des Konvents. Das Amt des Propstes wurde in der Regel von Angehörigen der Ministerialen-Geschlechter der Grafen von Limburg und der Grafen von der Mark bekleidet. Zwischen 1227 und den 1490er Jahren sind urkundlich 16 Pröpste namentlich bezeugt. Der Konvent setzte sich ebenfalls aus Angehörigen des landsässigen niederen Adels der Grafschaften Mark und Limburg zusammen. Von 1270 bis 1804 sind 110 Konventualinnen und Kapitularinnen namentlich bekannt. Der klostereigene sogenannte Küchenhof, mit ca. 70–80 Morgen Größe, diente der Versorgung.[7] Sämtliche Gebäude des Klosters waren von einer Ringmauer umgeben. Insgesamt waren drei Elseyer Bruderschaften bekannt. Die früheste urkundliche Erwähnung nennt 1375 die Bruderschaft „Unserer Lieben Frau“. Eine Sakramentsbruderschaft erscheint von 1436 bis 1457. Urkundlich erwähnt wurde 1436 erstmals auch die Bruderschaft der Heiligen Fabian und Sebastian, die als Patrone der Stiftskirche besondere Verehrung genossen. Wie die 499 in dem Elseyer Totenbuch Registrum mortuorum Fabiani et Sebastiani ab 1523 registerartig verzeichneten Namen zeigen, fanden Geistliche und Laien beiderlei Geschlechts Aufnahme in die Bruderschaft. Die Güter der Bruderschaften, deren Erträge ursprünglich wohl karitativen Zwecken zugeführt wurden, kamen nach ihrer Auflösung während der Reformation an die hiesigen Armen. Im Zuge der fortschreitenden Säkularisierung ihrer Lebensweise vollzog die Korporation im späten 15. Jahrhundert die Umwandlung in ein adeliges freiweltliches Damenstift. Die weltlichen Geschäfte übernahm nun eine Äbtissin. Das Stift wurde aber im Laufe der Zeit immer stärker nur eine Versorgungsinstitution für Töchter des Adels. Da die Frauen keine Nonnen unter strengem Gelübde waren, durften sie Eigenbesitz haben und konnten das Stift wieder verlassen, etwa wenn sie heiraten wollten. Die Seelsorge wurde ab 1499 einem Pfarrer übertragen. Diese bewohnten den stiftseigenen Wiedemhof mit dessen sämtlichen Einkünften, Renten und Gerechtigkeiten. Von den verschiedenen Stiftspredigern erlangte vor allem der Pfarrer Johann Friedrich Möller (1750–1807) eine große Bekanntheit und Ausstrahlung. Seine theologischen und historischen Arbeiten sowie sein politisches Engagement reichten weit über die Territorien der Grafschaften Mark und Limburg hinaus. Letzter Pfarrer vor der Aufhebung des Stifts wurde ab 1808 Melchior Wilhelm Hülsemann (1781–1865). 1587 während des Kölnischen Krieges wurde das Stift durch Brandschatzung ein Raub der Flammen. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts dauerte der Neubau der Kurienhäuser an gleicher Stelle unterhalb der Pfarrkirche.[8] Nach der in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wirksam gewordenen Reformation waren Angehörige des katholischen, lutherischen und reformierten Bekenntnisses im Stift vertreten. Ein Stiftsamtmann übernahm gegen Entgelt ab 1680 einen Teil der administrativen Aufgaben der früheren Pröpste. Letzter Stiftsamtmann war bis Ende 1811 Friedrich Moritz Casimir Holtschmit (1766–1844). Die Existenzgrundlage der Korporation bildete das im 13. Jahrhundert vornehmlich durch Schenkung, im 14. und 15. Jahrhundert durch Kauf erworbene Grundeigentum. Die erste Schenkung war 1223 das pomerium et mansus Gerwini des Friedrich von Isenberg und die Verpfändung von einer Mühle und Haus Barme.[9] Die mit Abstand größten Besitzungen des Klosters waren der von der Adelsfamilie Ovelacker 1266 gekaufte Niederschulten-Hof in Langendreer (Wert 1811: 20.281 Francs) und der von Rutger von Horst 1293 geschenkte Schultenhof in Suntum bei Bochum-Laer (Wert 1811: 32.241 Francs). Dessen jährliche Abgabe an das Stift betrug im Jahr 1811: 80 Scheffel Roggen, 80 Scheffel Gerste, 104 Scheffel Hafer, 4 Scheffel Weizen, 4 Schweine und 4 Scheffel Erbsen. Der größte Besitz in der Nähe des Klosters war der 1405 von Johann von Letmathe gekaufte Nagels Hof in Reh, mit jährlicher Abgabe (1811) von: 28 Scheffel Roggen, 8 Scheffel Gerste, 24 Scheffel Hafer, 1 Scheffel Weizen, 3 Schweine, 8 Hühner, ¼ Scheffel Rübensamen, 50 Schobben Stroh und 1 Fuder Heu. Besitzgröße: 98 ½ Scheffelsaat Ackerland, 1 Kamp in der Größe von 2 Scheffelsaat, 2 Wiesen und der „Eichhoff“. Weitere außerhalb liegende Besitzungen gab es in Hengsen (7 Höfe), Sölde (2), Schüren (1) und Wellinghofen (1). Zeitweise auch in Laer, Oespel, Renninghausen, Wickede, Tiefendorf und Genna. Die meisten Besitzungen aber in der Umgebung des Stifts, so in Elsey (20 Höfe), Reh (7), Henkhausen (7), Holthausen (2), Haßley (1), Ergste (2) und Leckingsen (1). Damit war das Stift nach dem Landesherrn und den Herren von Brabeck zu Letmathe der drittgrößte Grundbesitzer der Grafschaft. Der Erwerb des adeligen Hauses Berchum im Jahre 1793 durch das seit 1753 rein protestantische Stift gab diesem vor allem eine Stimme auf dem Landtag der Grafschaft Limburg. Vor der Aufhebung verfügte das Stift neben umfangreichem Wald- und Wiesenbesitz über 53 Höfe und Kotten unterschiedlicher Größe. Unter den 11 Stiften und Klöstern des Ruhr-Departements nahm Elsey damit hinsichtlich seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, mit durchschnittlich 8400 Francs jährlicher Einnahmen, den 9. Platz ein und zählte somit zu den kleinsten Stiften in diesem Verwaltungsbezirk.[10] Im Zusammenhang mit einer Neuordnung des Finanzwesens im Großherzogtum Berg wurde das Stift Elsey durch ein kaiserlich-französisches Dekret vom 22. Juni 1811 aufgehoben.[11] Nach dem Ende der französischen Herrschaft standen ab November 1813 die Stiftsgüter, der Grundbesitz und die Vermögenswerte unter preußischer Verwaltung. Als die jahrelangen Streitigkeiten über die Pensionsansprüche der letzten Äbtissin und ehemaliger Stiftsdamen beigelegt waren, übertrug 1825 die preußische Regierung dem Fürsten Emil Friedrich I. von Bentheim-Tecklenburg die Güter und Nutzungsrechte des aufgehobenen Stifts. Damit fand die damals bereits über 500-jährige Geschichte von Kloster und Stift schließlich ein Ende.[12][13] Erhalten sind heute noch die denkmalgeschützte romanische Pfarrkirche, fünf denkmalgeschützte Kurienhäuser der Stiftsdamen und der ehemalige Stiftskornboden (heute Küsterhaus). Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Elsey ist auch heute noch eine Patronatsgemeinde des Fürsten zu Bentheim-Tecklenburg in Rheda-Wiedenbrück. Priorinnen und Äbtissinnen Anna Christine Katharina von dem Bottlenberg, die viertletzte Äbtissin von Elsey, regierte von 1753 bis 1776. Ehemalige Stiftskurie des Klosters Elsey, ab 1789 Wohnhaus der Äbtissin um 1270 Walburgis (Priorin) um 1394 Gertrud von Grevel (Priorin) um 1396 Bele Kuling (Priorin, auch Kulynges) um 1405 Katharina Snyders (Priorin) um 1414 Else von Eversberg (erwähnt im Registrum mortuorum als vrouwe) um 1438 Regula Dudinck (Priorin), Tochter des Heinrich von Dudinck zu Werdringen 1468–1486 Margaretha von Neuhof (Priorin, auch Greyte van Nyenhove) 1501–1518 Engela von Holte (Frauwe) 1521–1545 Ida von Syberg, geb. um 1490 (Fraue), Tochter des Henrich von Syberg zum Busch und Margareta Wrede zu Amecke 1551–1556 Sophia Buddberg, † 1556 (vrowe) 1556–1577 Anna von der Goy (kath. Äbtissin) 1595–1623 Ludger von Neheim gen. Deutscher, † 1623 (Äbtissin, auch Dütscher) 1623–1625 Anna Rump zu Pungelscheid (Äbtissin), Tochter des Hermann Rump zu Pungelscheid und Elisabeth von Hanxleden. Heirat 1625 mit dem niederländischen General Franz Albert von Brünninghausen[14] 1626–1630 Helene von Plettenberg (Äbtissin). Heirat 1630 mit dem Limburger Drosten Johann von Dincklage (1598–1636, Bildepitaph in der Elseyer Stiftskirche) 1630–1639 Gertrud von der Pforten (Äbtissin) 1639–1640 Anna Lucia von Plettenberg (Äbtissin), Tochter des Johann von Plettenberg und Christine Vogt von Elspe 1641–1683 Helena von Syberg, † 1684 (Äbtissin), Tochter des Adrian von Syberg zum Busch und Margareta von Voss zum Rodenberg 1683–1696 Elisabeth von Lahr, † 1696 (Äbtissin), Tochter des Melchior von Lahr und Elisabeth von Brempt 1696–1701 Maria Sibilla Theresia von Lahr (Äbtissin) 1704–1716 Sophia Johanna Gräfin von Bentheim-Tecklenburg (Äbtissin), Tochter des Grafen Johann Adolf zu Bentheim-Tecklenburg und Charlotte Landgräfin von Hessen-Eschwege verwitwete Herzogin von Sachsen-Weißenfels 1716–1753 Sophie Amelie Dorothee Gräfin von Bentheim-Tecklenburg (Äbtissin), Tochter des Grafen Friedrich Moritz zu Bentheim-Tecklenburg und Christina Maria Gräfin zu Lippe-Brake 1753–1776 Anna Christina Catharina von dem Bottlenberg gen. Kessel zu Neuhof, † 1776 (Äbtissin), Tochter des Friedrich Christian von dem Bottlenberg zu Hackhausen und Elisabeth Josine von Neuhof, Erbin zu Neuhof 1776–1797 Amalia Dorothea Elisabeth von dem Bottlenberg gen. Kessel zu Neuhof, † 1797 (Äbtissin), Schwester von Anna Christina Catharina 1797–1802 Wilhelmine Sophie von Cornberg (Äbtissin), Tochter des Carl Wilh. Ludwig von Cornberg und Sophia Charlotte Wilhelmina Elisabeth von Freytag. Heirat 1802 mit Freiherr von Hövel zu Ruhr 1802–1808 Luise Friederica Christiana von Ledebur (1769–1838), Äbtissin, in Elsey nicht präbendiert, Tochter des Christian Heinrich Ernst von Ledebur und Friederica von Goertz gen. Wrisberg Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie Generation XII https://de.wikipedia.org/wiki/Vaerst_(Adelsgeschlecht) | VON VAERST, Anna Galan Ida Wlhelmine Josine (I45726)
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| 1197 | Das einzige erhaltene Dokument, das seinen Namen enthält, stammt vom November 941 und behandelt eine Schenkung zugunsten des berühmten Klosters Saint-Benôit-sur-Loire (Odo von Cluny war zu dieser Zeit hier Abt). Da Lisiard sich später in ein Kloster zurückzog und dort als Mönch starb, kann die Schenkung und der Rückzug in zeitlichem und sachlichem Zusammenhang gesehen werden. | LE RICHE, Lisiard (I37716)
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| 1198 | Das Familienwappen wird beschrieben im Basler Wappenbuch, dort mit silbernen Kreuzchen, im Rietstap/Rolland, dort ohne das Kreuzchen, sowie im Siebmacher Band: Bad Seite: 45 Tafel: 27, dort auch das spätere vermehrte Wappen. Hier wird die Tinktur nach der Ahnenprobe des Komturs im Deutschordenszentralarchiv angegeben. Die Familie Blarer stammt eigentlich aus St. Gallen in der Schweiz und verlagerte sich dann nach Konstanz, wo sie mit Leinwandhandel erfolgreich wurde. Entsprechend ihrer wirtschaftlichen Stellung wurden sie Patrizier, Ratsherren und stellten Bürgermeister. Zu den Gütern des Konstanzer Zweiges gehörten Liebburg (in Oberhofen bei Kreuzlingen), Güttingen und Girsberg (in Kreuzlingen). Die Reformation machte nur ein Zweig der Familie mit. Der katholische Zweig starb bald aus, der protestantische Zweig erlosch mit dem Major Philipp Blarer am 20.1.1865. Die Blarer von Wartensee sind eine im 14. Jh. entstandene Abspaltung der Blarer (Diethelm Blarer hatte eine Erbtochter geheiratet, Elisabeth von Wartensee, daher der Namenszusatz), auch diese spalteten sich im 16. Jh. ebenfalls in einen katholischen und einen protestantischen Zweig. Letzterer erlosch 1868 mit Hans Blarer von Wartensee in Zürich. Der katholische Zweig verlagerte sich nach Basel, wo die Familie auch einen Fürstbischof stellte. Mitglieder dieses Zweiges, dem auch der Komtur entstammt, wurden Obervögte in Pfeffingen und im diesem zugeordneten Zwingen. Hauptsitz dieses Zweiges wurde Schloß Aesch. Dieser Zweig war der Kirche sehr verbunden und stellte vom späten 15. bis zur Mitte des 17. Jh. insgesamt elf geistliche Würdenträger, darunter auch Franz Felix, Domkapitular zu Worms, und Franz Sigmund, Domkantor des Bistums Basel. Die Familie besaß das Erbtruchsessenamt bei der gefürsteten Propstei Ellwangen, wo sie mit Johann Jakob auch einen Fürstpropst stellten. | BLARER (VON WARTENSEE), Kaspar (I21214)
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| 1199 | Das Fridolinsstift in Säckingen (lat. Seconiensis) im heutigen Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg, ursprünglich ein Doppelkloster,[1] wurde im 6. oder 7. Jahrhundert gegründet. Das Herrenkloster wurde bereits früh wieder aufgelöst. Das Damenstift war ein königliches Eigenkloster und seine Äbtissin wurde 1307 von König Albrecht I. in den Reichsfürstenstand erhoben. 1806 wurde auch das Damenstift im Zuge der Säkularisation aufgehoben. Das Kloster Säckingen wurde angeblich unter dem Schutz des Franken-Königs Chlodwig I. (466–511) im 6. Jahrhundert gegründet. Stumpf datiert das Gründungsjahr auf das Jahr 495,[2] allgemein jedoch gilt das Gründungsjahr 522, welches jedoch von einigen Historikern in Frage gestellt wird, die annehmen, dass die Gründung nicht auf die Zeit Chlodwig I., sondern auf Chlodwig II. (634–657) zurückgeht. Nach dem heutigen Stand der Forschung jedoch ist das Leben des heiligen Fridolin, der als Gründer des Klosters gilt, eher im 6. als im 7. Jahrhundert anzusiedeln,[3] was wiederum den alten Überlieferungen entspricht. Der Gründungslegende nach schickte Papst Coelestin I. im 5. Jahrhundert Mönche nach „Erin“ (Irland), um dort die Menschen vom christlichen Glauben zu überzeugen. Der Missionar Patrizius gründete dort im Jahre 472 das Erzbistum Armagh. Aus der dortigen Klosterschule soll der um das Jahr 480 geborene Fridolin hervorgegangen sein. Von Poitiers in Gallien aus begab dieser sich im Jahre 507 zur damaligen Hofstatt des Königs Chlodwig I. nach Orléans, um dort Gelder für den Wiederaufbau des zerstörten Klosters und der Kirche von Poitiers zu erbitten, die Chlodwig I. schließlich gewährte. Nachdem dieses Werk vollbracht war, wollte Fridolin seine Missionsarbeit in anderen Gebieten fortsetzen. Chlodwig versicherte ihm bei einem erneuten Besuch im Jahre 511 seinen Schutz und stellte ihm die entsprechenden Geleitbriefe aus. Von Portiers aus zog er über Metz und über die Vogesen nach Straßburg. Weiter führte sein Weg nach Chur, bis er schließlich um das Jahr 522 die Rheininsel bei Säckingen entdeckte und dort eine Kirche und eine Missionsstätte zu Ehren des heiligen Hilarius von Poitiers errichtete. Auf seiner Wanderung traf er die Brüder Ursus und Landolphus, die als besondere Wohltäter Fridolins auftraten. Obgleich die Gründungsperiode zu Zeiten Chlodwig I. heute teilweise in Frage gestellt wird, spricht dennoch einiges dafür, dass das Kloster Säckingen in der Tat um diese Zeit gegründet worden sein könnte. Nach den Entscheidungsschlachten der Franken gegen die Alamannen in den Jahren 496 (Schlacht bei Zülpich) und 506 (Schlacht bei Straßburg) benötigten die Franken einen Vorposten zur Ausbreitung ihrer Macht im Stammesgebiet der Alamannen. Die Gründung eines Klosters auf der gut zu verteidigenden Rheininsel bei Säckingen bot sich als mögliches Instrument hierfür an.[6] Die Alamannen im rechtsrheinischen Gebiet im Süden unterstellten sich nach der Schlacht bei Straßburg (506) dem Schutz der Ostgoten. Demnach hatte Chlodwig I. wohl kaum die Möglichkeit, über dieses Gebiet zu verfügen oder gar Schenkungen auf diesem Gebiet zu machen. Das linksrheinische Gebiet lag jedoch nach Unterwerfung und Umsiedlung der Burgunden spätestens ab dem Jahr 500 im fränkischen Machtbereich. Schäfer vertritt die Ansicht, dass sich bei Säckingen eine römische, rechtsrheinische Enklave erhalten hatte, die im Osten bis zur Südschwarzwälder Alb und im Westen bis zur Wehra reichte, welche bis zur Machtübernahme der Franken von diesen übernommen werden konnte.[7] Demnach gehörte Säckingen und die dortige Rheininsel damals zum linksrheinischen Burgund, wodurch die Voraussetzung für die Schenkung zur Zeit Chlodwig I. und die Klostergründung wenige Jahre danach gegeben war. Einen geschichtlichen Kern für die frühe Gründung sehen Jehle und Englert in der Unterstützung des merowingischen Königtums und deren Nachfolger, den Karolingern und Ottonen, worin es als königseigenes Kloster erscheint.[8] Eine Siedlung befand sich bereits zu Zeiten der Römer in Säckingen, wie man den Berichten des Historikers Ammianus Marcellinus entnehmen kann. Seinen Aufzeichnungen nach wurde im Jahr 360 der Heerführer comes Libino gegen den bündnisbrüchigen Alamannenstamm der Brisgavi entsandt, der jedoch bereits beim ersten Treffen auf den Feind in Säckingen „prope oppidum Sanctio“ den Tod fand. Schließt man nun daraus, dass Säckingen eine römische Gründung ist, könnten Teile der dortigen Bevölkerung bereits zur fraglichen Gründungszeit christianisiert gewesen sein. Wie Schaubinger erwähnt, führte der Gang Fridolins über das in Rätien gelegene Chur, dem Vorposten des Ostgotenreichs, das kurze Zeit nach dem vermeintlichen Gründungsjahr 522 zusammen mit dem Protektorat über die Alamannen in fränkische Vorherrschaft überging. Nach Brandmüller ist das Kloster in Säckingen das älteste Kloster im Raum Alemanniens. Dies bestätigen auch Wehling und Weber. Sie datieren die Gründung des Klosters Säckingen um das Jahr 600, noch vor der Gründung der Klosterzelle St. Gallen im Jahre 612. Chlodwig II. wurde jedoch erst im Jahre 634 geboren. Die Freiherren von Brandis stammten aus dem Emmental im heutigen Kanton Bern. Ihr Stammsitz war die Burg Brandis bei Lützelflüh. | VON BRANDIS, Agnes (I19239)
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| 1200 | Das Gebiet von Herxheim war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. Westlich von Herxheim wurden mit der Grubenanlage von Herxheim Reste einer etwa 7000 Jahre alten Siedlung entdeckt. Im 6. Jahrhundert gründen fränkische Siedler den Ort. Erstmals erwähnt wird Harieschaim 773 in einer Urkunde für das Kloster Weißenburg, als ein Sigibald seinen Besitz dem Kloster überschreibt. Im Rahmen des sogenannten „Weißenburger Klosterraubes“ (985/991) entrissen die Salier Herxheim und andere Besitzungen dem Kloster. Unter dem Saliern wird im Jahr 1004 auf dem Kirchberg eine Kirche errichtet, von der sich der untere Teil des Glockenturms erhalten hat. 1057 gelangte Herxheim durch eine Schenkung des salischen Kaisers Heinrich IV. wieder in geistlichen Besitz, nämlich an das Hochstift Speyer. Bei diesem verblieb Herxheim rund 600 Jahre und unterstand innerhalb diesem dem Oberamt Lauterburg. | HOLZAPFEL VON HERXHEIM, Anna Katharina (I46740)
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