Treffer 1,301 bis 1,350 von 5,028
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| 1301 | Der Gipfel des Hohenkrähen befindet sich auf einer Höhe von 636,6 m ü. NHN[1] und ragt als circa 200 Meter hoher Phonolith-Kegel, auf dem sich die Burgruine Hohenkrähen, eine hochmittelalterliche Höhenburg bei Mühlhausen-Ehingen in der Nähe von Singen , befindet, aus der Umgebung heraus. Der Berg bietet eine gute Aussicht auf den Hohentwiel, den Mägdeberg und das westliche Bodenseegebiet. | VON HINWIL, Hermann (I37163)
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| 1302 | Der Großvater Nikephoros Phokas der Ältere (* um 855, † 896) war in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts unter den Kaisern Basileios I. und Leo VI. (886–912) ein bedeutender Feldherr. Die Familie entstammte der byzantinischen Magnatenfamilie der Phokadai, die zu den vornehmsten Vertretern des byzantinischen Militäradels zählte und über umfangreichen Landbesitz in Anatolien verfügte. Der Vater Bardas Phokas der Ältere (* um 879, † 969) stand anfangs im Schatten seines älteren Bruders Leon Phokas (* 875/79, † n. 917) und führte zwischen 944 und 953 als Domestikos im Namen von Konstantin VII. die Reichspolitik. In jungen Jahren trat Nikephoros Phokas der Armee bei und wurde unter Konstantin VII. Kommandeur an der Ostgrenze. Der Krieg mit den arabischen Hamdaniden brachte schwere Niederlagen, die in den folgenden Jahren durch Siege in Syrien ausgeglichen werden konnten. Saif ad-Daula, seit 945 Emir von Aleppo, unternahm Überfälle tief in byzantinisches Gebiet hinein und behielt bis 955 die militärische Oberhand. Verstärkungen der byzantinischen Ostarmee unter Oberbefehl seines Onkels Bardas Phokas machten die byzantinische Gegenoffensive möglich. Zusammen mit seinem Bruder Leo Phokas und dem armenischen General Johannes Tzimiskes kommandierte Nikephoros die Kontingente der Armee an der Ostgrenze. Die Truppen des Befehlshabers Leo Phokas führten 959 einen Feldzug in Richtung auf Cyrrhus durch, mehrere Festungen ergaben sich auf seinem Weg. Zusammen mit Basileios Lekapenos erstürmte General Tzimiskes die Stadt Samosata und fügte dem Gegner eine weitere schwere Niederlage zu. Im Sommer 960 leitete Nikephoros die byzantinische Expedition nach Kreta, erstürmte am 7. März 961 Candia (heute Iraklio) nach zehnmonatiger Belagerung und eroberte die Insel von den Arabern zurück. Saif ad-Daula erlangte derweil kurzfristig die direkte Kontrolle über Kilikien zurück und begann die zerstörten Befestigungen von Anazarbus wieder aufzubauen. Das Unterfangen blieb unvollendet, denn anrückende Truppen unter Leon Phokas zwangen Saif die Region wieder zu räumen. Im folgenden Jahr 961 befreite eine byzantinische Flotte die Insel Thasos. Nachdem Nikephoros die unübliche Ehre eines Triumphzugs in Konstantinopel erhalten hatte, kehrte er mit einer großen und gut ausgerüsteten Armee in den Osten zurück. In den Feldzügen von 962 und 963 erzwang er sich durch brillante Strategie den Weg durch Kilikien nach Syrien und Dschazira. Mitte Dezember 962 erschien er plötzlich vor Aleppo. Nach dem Sieg über eine improvisierte Armee vor der Stadtmauer, stürmten die Byzantiner im März 962 die Stadt mit Ausnahme der Zitadelle. Rund 10.000 Einwohner, meist junge Männer gingen in Gefangenschaft. Die Plünderung von Aleppo schwächte zwar die Position der regierenden Hamdaniden, war aber auch für die Byzantiner von keinem abschließenden Erfolg. | PHOKAS, Nikephoros II. (I24245)
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| 1303 | Der heilige Emmeram war drei Jahre Gast am bairischen Herzogshof der Agilolfinger in Regensburg und soll dort für seinen keuschen Lebenswandel bekannt gewesen sein. Eher überraschend brach er seine Missionsarbeit in Baiern ab und begab sich auf eine Pilgerreise nach Rom. Gleichzeitig wurde bekannt, dass Uta, die junge Tochter des Herzogs, schwanger war. Lantpert ergriff den Reisenden, nannte ihn höhnisch Schwager (Aie, episcope et gener noster!), um ihn nach dessen Weigerung, die Schwester zu heiraten, zu verstümmeln, was zu Emmerams baldigem Tod führte. Während Uta das Land verließ, um in der Ferne mit einem Adeligen verheiratet zu werden, wurde Lantpert wenig später, als er schon Herzog in Baiern war, nach Intervention der fränkischen Könige abgesetzt und zu den Awaren verbannt, wo er bis zu seinem Tod blieb. Sein Nachfolger wurde Theodo II. | VON BAYERN, Lantpert (I24205)
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| 1304 | Der hl. Hubertus gehört mit den hll. Antonius, Quirinus und Cornelius zu den sogenannten „vier heiligen Marschällen Gottes“ und wird mancherorts auch zu den vierzehn Nothelfern gerechnet. Sein Attribut ist ein Hirsch mit einem Kruzifix im Geweih. Leben Hubertus lebte als Pfalzgraf am Hof Theoderichs III. in Paris, später in Metz am Hofe Pippins des Mittleren, mit dem er wohl verwandt war. Nach dem Tod seiner Frau ging Hubertus als Einsiedler in die Wälder der Ardennen, wo er apostolisch tätig war. 705 wurde er Bischof von Tongern-Maastricht. 716 verlegte er seinen Bischofssitz nach Lüttich. Er ließ dort die Lambertuskathedrale erbauen und galt als fürsorglicher Wohltäter. Die Reliquien des heiligen Hubertus wurden am 3. November 743 erhoben. 825 wurden sie in die damalige Abteikirche nach Andagium, heute Saint-Hubert, in den Ardennen übertragen. Im Mittelalter war Saint-Hubert ein Wallfahrtsort. Seit der Zeit der Französischen Revolution sind die Reliquien des hl. Hubertus jedoch unauffindbar. Hirschlegende Im Christentum wird dem Schutzpatron der Jäger, im Mittelalter war dies – und ist es vor allem in Österreich und Bayern weiterhin – der Heilige Eustachius († um 118), die in verschiedenen Versionen überlieferte Hirschlegende zugeschrieben,[1] wonach der Heilige an einem Karfreitag auf der Jagd beim Anblick eines prächtigen Hirsches mit einem Kruzifix zwischen den Sprossen des Geweihs bekehrt wurde. Ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde sie zunehmend auf den Heiligen Hubertus († 727) übertragen, obwohl dieser eigentlich kein Jäger war.[2] Eine erste Erwähnung in Bezug auf Hubertus findet sich um 1440 bei der Stiftung des Hubertusordens durch Herzog Gerhard II. von Jülich und Berg. Er ehrte damit die Bemühungen des Heiligen zur Christianisierung der Ardennen, wo der heidnische Kult um Diana, der antiken Schutzgöttin der Jagd, noch Bestand hatte. Einer Version nach ließ er sich nach der Erscheinung eines Kruzifixes im Geweih eines gejagten Hirsches taufen und schwor der Jagd ab und wurde vom leidenschaftlichen Jäger zum Nichtjäger. Andere Quellen berichten, der vorher als brutal und zügellos geschilderte Hubertus habe sich nach der Erscheinung vom „wilden Heiden“ zum christlich-gemäßigten Jäger gewandelt. Christlichen Jägern gilt die Hirschlegende seither als Vorbild der Mäßigung und Ansporn zur waidgerechten Jagd gemäß der waidmännischen Losung: den Schöpfer im Geschöpfe ehr[en], wie sie Oskar von Riesenthal in seinem Lied „Waidmannsheil“ (1880) formulierte.[3] Neben der Eustachius-Legende, die Hubertus hier direkt beerbt, verweist die Geschichte im christlichen Kontext auf das Damaskuserlebnis des Paulus. Die Ursprünge des Motivs finden sich in der buddhistischen Legende um den Mönch Mahinda, der den Buddhismus in Sri Lanka begründete. Hier ist es der König Devanampiya, der auf der Jagd einem Hirsch oder dem Mönch selbst begegnet, um daraufhin zum Buddhismus zu konvertieren. | VON LÜTTICH, Hugobert (I36774)
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| 1305 | Der junge Dedo verbrachte die Kindheit bei seinem Verwandten, Markgraf Rikdag, Herr über die Mark Meißen, Mark Zeitz und Mark Merseburg, und stand somit in enger Beziehung zu einem der einflussreichsten Männer Ostsachsens. Verheiratet war Dedo mit Thietburga, der Tochter des Markgrafen Dietrich von Haldensleben, Herr über die Nordmark, die er vor 985 zur Frau genommen hatte. In den Jahren von 974 bis 985 war Dedo I. an der Rebellion des bayrischen Herzogs Heinrich von Bayern gegen Kaiser Otto II. und später auch gegen dessen Sohn Otto III. beteiligt, dem sich der bayrische Herzog erst im Juni 985 in Frankfurt endgültig unterwarf. Im Jahre 976 befehligte Dedo ein böhmisches Heer, das Zeitz einnahm und die Bischofskirche ausraubte. Mit der Beute führte der Wettiner angeblich auch seine eigene Mutter als Gefangene fort. Zu dem magdeburgischen Erzbischof Giselher hatte Dedo offensichtlich ein gutes Verhältnis. Dieser verschaffte ihm nach dem Tod des Grafen Binizo die Grafenrechte im nördlichen Hassegau. Zudem beanspruchte Dedo erfolgreich den Burgward Zörbig für sich und seinen Bruder Friedrich. Die Jahre vor Dedos Tod waren schließlich von einer Fehde mit den Walbeckern überschattet, deren Ursache nicht bekannt ist. Dedo beanspruchte als Gemahl der Tochter des Markgrafen von der Nordmark nach dessen Tod das Amt für sich, welches aber der Walbecker Lothar erhielt. Lothar herrschte in der Nordmark von 983 bis 1003. Bischof Thietmar von Merseburg, ein Neffe Lothars, erzählt in seiner Chronik, dass sich Dedo I. an der Verwüstung der Burg Wolmirstedt beteiligte, die in Walbecker Besitz war. Auch mit Markgraf Lothars Sohn und Nachfolger Werner von Walbeck (1003–1009; † 1014) lag der Wettiner im Streit. Dedo wurde am 13. November 1009 zusammen mit seinem Vasallen Egilhard von seinem Widersacher Werner in der Nähe von Mose am Zusammenfluss von Tanger und Elbe getötet. | VON WETTIN, Dedo I. (I39656)
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| 1306 | Der jüngere Sohn des Grafen Liudolf wurde 880 als Nachfolger seines in der Normannenschlacht gefallenen Bruders Brun Haupt der Liudolfinger. Otto war Graf im Derlin(g)gau, im Südthüringgau und im Eichsfeld.[1] In einem Zehntverzeichnis des Klosters Hersfeld ist er schon gegen Ende des 9. Jahrhunderts als „Herzog“ (dux) bezeugt. Selbst König Konrad I., ein langjähriger Rivale, bezeichnete ihn im Jahre 913 rückblickend als dux. Fünfzig Jahre später wurde Otto von Widukind von Corvey gar als Herzog von ganz Sachsen bezeichnet.[2] Hingegen verweigerten die Karolinger ihm den dux-Titel und würdigten ihn in ihren Urkunden lediglich als herausragenden Grafen. Otto heiratete wohl um 875 Hadwig, eine Tochter eines Adligen namens Heinrich, der zur fränkischen Adelsfamilie der älteren Babenberger gehörte. Otto hatte mit Hadwig drei Söhne Thankmar, Liudolf und den späteren König Heinrich I. sowie zwei Töchter Oda und Liutgard. Otto begleitete Arnolf Anfang 894 auf dem Italienzug. Auf Bitten des Papstes sollte Arnolf den Gewaltherrscher Kaiser Wido von Spoleto bekämpfen. Otto bekam die Aufgabe, die Stadt Mailand zu sichern.[3] Für seine treuen Dienste erhielt er wenige Jahre später das hessische Reichsstift Hersfeld. Als Laienabt hatte er maßgeblichen Einfluss auf diese wichtige Einrichtung im sächsisch-fränkischen Grenzraum. Ottos Bedeutung im Machtgefüge des ostfränkischen Reiches zeigt sich darin, dass seine Tochter Oda mit Zwentibold, dem Sohn von Kaiser Arnolf, vermählt wurde. Durch diese Heirat versuchte der Kaiser, Otto als mächtigsten Mann im östlichen Sachsen in die karolingischen Herrscherfamilie einzubinden.[4] Unter dem neuen Herrscher Ludwig das Kind hatte Otto keine besondere Nähe zum Königshof. Er musste sich auf seine Kerngebiete im Nordosten des Reiches am Harz und an der Elbe beschränken. Otto trat nur zweimal als Intervenient auf, im August 902 in Trebur in einer Rechtsbestätigung für die Kirche von Halberstadt und am 8. Mai 906 in Holzkirchen in einer Rechtsbestätigung für die Kirche von Freising.[5] Nach dem sächsischen Geschichtsschreiber Widukind von Corvey soll nach dem Tod Ludwig des Kindes das „Volk der Sachsen und Franken“ Otto die Königskrone angetragen haben. Dieser habe aber aus Altersgründen abgelehnt. Bei Otto soll aber die wahre Macht verblieben sein.[6] Otto der Erlauchte wurde in der Kirche des Stiftes Gandersheim bestattet. Eine Gedenktafel über ihn befindet sich in der Walhalla in Donaustauf. | VON SACHSEN, Otto ´der Erlauchte` (I2042)
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| 1307 | Der jüngste Sohn von König Boleslaw I. Chrobry und der Emnilda wurde anlässlich des Treffens in Gnesen im Jahr 1000 auf den Namen Kaiser Ottos III. getauft. Nur zum Jahr 1018, als er Oda, die Tochter des Markgrafen Ekkehard von Meißen und letzte Gemahlin Bolesławs, nach Polen geleitete, wird Otto in den Quellen als handelnde Person fassbar. Nach der Machtübernahme Mieszko II. Lamberts, 1025, ging Otto, wie sein Halbbruder Bezprym (mit dem ihn die Quellen zum Teil verwechseln) zunächst in die Opposition, danach ins Exil. Ottos Rolle nach dem Sturz Mieszkos, 1031, ist nicht mit Sicherheit zu klären. Möglicherweise ist er einer der Tetrarchen, die Kaiser Konrad II. 1033 für Polen einsetzte. Kurz darauf starb Herzog Otto, möglicherweise durch Mord. | VON POLEN, Otto (I36251)
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| 1308 | der letzte aus dem Hause PONNAU gewesen, allwo die Famile ihren Sitz gehabt bis an 1331, da denn dieses Sohnes GOTHARDEN und CATHARINA VON RIEFF ehelicher Sohn, JOHANN VON MOTZFELD genannt, im gemeldeten Jahr 1331, der den damaligen Grafen zu Berg als Amtmann zu Lullsdorf, Burggraf zu Bensberg, Ober-Kellner daselbst, in Dienst gefordert wurde, welcher mit CATHARINA VON KATTERBACH den Sohn WIENAND zeugte. | VON MOTZFELD, Gothard (I1765)
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| 1309 | Der Merowingerkönig Dagobert I. nahm sie im Jahre 629 zur Frau, nachdem er seine bisherige Frau Gomatrud verstoßen hatte. 634 wurde der gemeinsame Sohn Chlodwig II. geboren. Im Jahre 639 starb Dagobert I. Chlodwig II. wurde König von Neustrien-Burgund. Die Regentschaft übernahmen der Hausmeier Aegas und Königin Nanthild. Der Königsschatz Dagoberts I. wurde in drei Teile geteilt: Sigibert III., Chlodwig II. und Nanthild erhielten jeweils einen Teil – Nanthilds Wichtigkeit als Regentin wurde damit betont. Als im Jahre 641 Aegas Schwiegersohn einen Mord vor Gericht beging, autorisierte Nanthild die Rache der Familie des Opfers. Im Jahr 642, ihrem Todesjahr, überzeugte Nanthild die Burgunder, das Amt des Hausmeiers wieder einzuführen. Sie schien auch selbst dieses Amt mit einem ihrer Getreuen, dem Franken Flaochad, besetzt zu haben. Zur Stärkung der Bindung zwischen Flaochad und Nanthild heiratete dieser die Nichte der Regentin. Mit der Einrichtung des Hausmeieramtes in Burgund versuchte Nanthild, eine Stärkung der Zentralgewalt zu erreichen: Jedoch konnte sich nach ihrem Tod das Hausmeieramt in Burgund nicht lange halten und wurde 662 unter dem neustrischen Hausmeier Ebroin in Personalunion vereinigt. Nantechild wurde in der Grablege der französischen Könige, der Basilika Saint-Denis, beigesetzt. Bei der Plünderung der Königsgräber von Saint-Denis während der Französischen Revolution wurde ihr Grab am 19. Oktober 1793 geöffnet und geplündert, ihre Überreste wurden in einem Massengrab außerhalb der Kirche beerdigt. | VON SACHSEN, Nanthilde\ Natechild (I18395)
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| 1310 | Der Mönch Adrevald von Fleury berichtet in seiner kurz nach 867 geschriebenen Miracula Sancti Benedicti, Pippin der Jüngere habe seinen Halbbruder Remigius im Jahr 750/751 damit beauftragt, die Reliquien des heiligen Benedikt von Nursia zurück in die Abtei Montecassino zu bringen. Im Jahr 755 wurde er zum Bischof von Rouen ernannt, was er bis 771 blieb. Im Jahr 760 wurde er zum Langobardenkönig Desiderius und zum Papst Paul gesandt. Bei seiner Rückkehr hatte er Simeo im Gefolge, einen der Leiter der römischen Kirchensängerschule, den er mit der Ausbildung seiner Mönche beauftragte. Als Simeo aber wieder nach Rom zurückgerufen wurde, musste er seine Mönche hinterherschicken, damit sie ihre Ausbildung auch abschließen konnten. Der letzte bezeugte Auftritt des Bischofs Remigius fand auf der Synode von Attigny im Jahr 762 statt, die zum Gebetsbund von Attigny führte. Die Annales Mosellani berichten vom Tod von Remigius et Bernehardus im Jahr 787. Die Angabe wird bezüglich Remigius als Irrtum angesehen, das Jahr 771 als Jahr von Remigius Tod betrachtet | MARTELL, Remigius (I10770)
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| 1311 | Der Mühlbach im Augsburger Stadtteil Pfersee heißt im weitern Verlauf "Hettenbach". Ursprünglich war der Hettenbach der linke und kleinere Zweig des Mühlbachs nach der Pferseer Mühle. Er floss von Pfersee nach Oberhausen, wo er zur Bewässerung der dortigen Krautgärten und Wiesen diente. | HETTE(N)BACH, N. (I8462)
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| 1312 | der nach 1360 mit seinen Söldnern, der „Weißen Kompanie“ (White Company), das Kriegsgeschehen in Italien maßgeblich beeinflusste. Er hinterließ in Italien das Beispiel eines erfolgreichen Söldnerführers und diente als Vorbild für kommende italienische Condottieri wie Francesco Sforza oder Bartolomeo Colleoni. | HAWKWOOD, John (I1862)
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| 1313 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I4416)
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| 1314 | Der Nachweis des Ortsnamensbezugs konnte über einen Kirchenbucheintrag in Drabenderhöhe ermittelt werden. am 28. April 1678 ist Kirstg (Christian) Holler zum Holl Taufpate des sohnes von dietrich Klein. am 29. Februar 1680 findet sich folgender Hochzeitseintrag:" Kestgen seligen Hendtrichen Müllers im Niderhoff hinterlassene eheliche tochter und Eva seligen Kerstgen Höllers zum Holl Kirspels Muche gewesener schöffe von der Hundtschaft Miebach hinterlassene eheliche Tochter". Nach dem Mucher Kirchenbuch wurde Christian Höller am 30. Mai 1679 beerdigt und war katholischer Konfession. In der bergiscvhen Steuerliste "Pferd- und Schüppendienste" aus dem Jahre 12559 erscheint der Hof Zum Holl noch nicht, aber in den Akten zu einer Zeugenbefragung zwischen dem 5. Dezember 1575 und dem 27. Oktober 1577 zu einem Prozess zwischen Herzog Johann Wilhelm von Jülich gegen die Grafen Sebastian und Ludwig zu Sayn Wittgenstein, der seit dem jahr 1573 geführt wurde:" Claeß zum Holl, Scheffe im Dorf Much: Er pleip bei dem alten Glauben, den ihn seine Eltern gelehret und er in der Kirche hoirdt predigen." Ob Niklaus zum Holl Urahn ist, kann heute leider nicht mehr nachgewiesen werden. Da aber im 17. jahrhundert nur eine Familie, nämlich die der noch heute in Much ansäßigen Höllers dort lebt, ist es gut möglich, dass er der Vorfahre der Höhlers ist. Da die Kirchengemeinde Drabenderhöhe zur Reichsherrschaft Homburg gehörte, wurde den bewohnern von den Grafen zu Sayn-wittgenstein die reformierte Konfession (Heidelberger Katechismus) vorgegeben. Durch die Grenzlage hielten sich auch einige benachbarte ortschaften zur Kirchengemeinde Drabenderhöhe. Die Orte Scheidt mit dem Pfarrhof Pfaffenscheid und dem im 18. Jahrhundert evangelisch gewordenen Ort Obermiebach lagen im herzogtum Berg, Amt Windeck, später Gemeinde Much (Rhein-Sieg-Kreis), die Weiler und Höfe Anfang (später der Gasthof Kalscheuer/Lang), Brächen, Büddelhagen und Verr befanden sich auf dem Gebiet des bergischen amtes Steinbach (später Gemeinde Engelskirchen, Rhein-Bergischer-Kreis). Erst mit dem Siegburger Vergleich im Jahre 1604 wurde der genaue Grenzverlauf im Raum Drabenderhöhe festgelegt und die Kirche war seitdem homburgisch. Für die Büddelhagen, Scheidt und Verr wurde geregelt, dass Taufen, Hochzeiten und beerdigungen in Drabenderhöhe abgehalten werden durften. Das galt auch für die Höhlers mit einem der ältesten noch in Drabenderhöhe vorhandenen Familiennamen. Zu Christian Höller konnte allerdings lange kein Bezug hergestellt werden. In der Personenaufnahme durch Pastor Johannes Haas im Jahre 1675 erscheint die Familie des Conradddd Holler im Scheidt. Aufgeführt werden Conrad Holler, Elsa eheleut Ihre Kinder Johan, albert, Henrich, Johannes. Conrad und Johan werden in einem Nachtrag als "todt" bezeichnet. Conrad dürfte zwischen 1683 und 1691 verstorben sein. Genau ermitteln kann man es nicht, da die Sterbebücher in Drabenderhöhe erst mit dem jahr 1699 beginnen. Aufgrund von einträgen in das Taufregister und der Hochzeit seines Sohnes Albert, wo Conrad als "selig" bezeichnet wurde, dürfte man vom tod des oben genannten Zeitraum ausgehen. Conrad Höhler wurde auch in der Huldigungsliste des Herzogtum Berg aus dem jahr 1666 als Conradt Holer genannt. Desweiteren ist aus den Mucher Taufbüchern zu erfahren, dass die Geschichte des Conrad Höller noch weiter zurückreicht. Am 6. April 1653 hat Elias im Scheidt ein Kindt auff der Tauffen, der Patte Conrath Elßen Sohn daselbst, die Goett Simons Frau in Buettel (Büddelhagen) Bei der Patentante, die früher als Gött bezeichnet wurde, dürfte es sich um Margarethe, die ehefrau von Simon Klein gehandelt haben. Am 11. Mai 1659 hat Kunert ihm scheidt ein Kindt auff der Tauffen der patt Siefrien im Scheidt die Goett Elß Hanß Dochter zum Offerbusch Der Pate wird vermutlich Severin Schmit aus Scheidt sein. Da die Taufpaten meist Mitglieder der eigenen Familie waren, ist anzunehmen, dass Conrads Frau auch eine geborene Schmit war. Da das Heiratsregister in Much erst 1660 beginnt, ist anzunehmen, dass die beiden um 1658 geheiratet haben dürften. Ein Name des Kindes wurde bei der Taufe niocht angegeben, aber es könnte sich um den in der Personenaufnahme erstgenannten Johan handeln. Was im Taufeintrag sehr ungewöhnlich ist, dass Conrads Mutter Elßen genannt wurde. Gewöhnlich wurden immer die Väter erwähnt. Das läßt die Annahme zu, dass Conrad ein uneheliches Kind war. Ein Hinweis dazu liefert die akte "Inventarium" wurde etwa um 1607 vom Mucher schultheiß Philipp Hundt angelegt. Bei der vorliegenden Akte handelt es sich um eine etwa 1699/1700 erstellte Abschrift mit Nachträgen. Es liegt folgender Eintrag vor: N3 diese Wiese die Dipe Wiese genand und die 31 roden bonder Drißen haus im Schede, der ort land vor den pfaffen eichen (Vor den Pfaffeneichen/An den Pfaffeneichen) am Weltgen (=Wäldchen) ist 10 fiertel, 22 roden so mit heinen N3 gezeichnet sind dem Wiedenhoff abgelegen, desweg in ao (=anno) 1657 am 3 tag may die 3 orter mit Elsen im Schede verwechselt durch Herrn Pastor Klee ex Toniß Herhauß im dahl ex (= und) Christgen Schmit in den Immen Kirchmeistern und hat der Widenhoff dargegen bekommen vor dem Hause in der Hoff Wiesen (In der Hofwiese) die Scheidwiesen (In der Scheidtwiese) genand auch so viel an maß die besherweißen aber belangt, so noch Much in die kirch gehorig, hat Elsa und Ihre Kinder uff sich erblich und ewig genommen. Und dann uff der Schladen (Auf der Schlade) am Widen hoffs land auch so viel Land, was aber uff diese güter an beschwerens möchten kommen müßen Elsa und Ihre Kinder Am 3. Mai 1653 hatten Elsen (Elisabeth) und Ihre Kinder land mit der Kirchengemeinde getauscht. Elisabeth war also katholischer Konfession. Da im scheidt Mitte des 16. jahrhunderts nur wenige Familien im Scheidt lebten - in der personenaufnahme 1675 waren es 37 Personen - dürfte es sich bei dieser elisabeth um dieselbe Person handeln, die im Taufeintrag genannt wurde. Demnach hatte Elisabeth mindestens zwei Kinder, da die Mehrzahl erwähnt wurde. Diese Schwester dürfte Katharina geheißen haben, die mit Elias (Jost) verheiratet war. Conrad war somit der Taufpate des Kindes. Die Verbindung der Familie Jost zu Höhlers erschließt sich aus dem Drabenderhöher renovierten Rentenzettel, der im Jahre 1700 beginnt. Jost im Schede loco Conrad Klein ist der Kirchen 1621 uff Martini schuld worden ad - 16 Gl., pensionieren 19 alb. 3 He., er hat verunterpfandet ein Morgen landt hinter den Klein eichen. Den 21. Dezember 1728 hat Jost Eydam (Schwiegersohn) Johan Diderich der Jüngere zu Staffelbach ein dritte Theil dieses Geldes erledigt ad - 5GI 8 alb. Den 22. Novembris 1729 Peter Jost Wittib (Witwe) im schede ein dritte theil von dießen Geldt erlegt ad - 5 GI. 8 alb. Dieße zwey dritte Theil Geldes nemlich ad 10 GI. 16. alb. So von Diedrichs Kuhlen Schuldigkeit Herrühren so forth wiederumb ausgethan und stehen nun an Wittiber Johan Adolph Wilhelms in der Oberbech ad 13 gl. 8. alb pensionierren - 16 alb hat verunterpfändet 6 firtel Wießen in der Hoffwiesen in der Oberbech Obig restliche 1/3 Theil von Severin Jost im Scheidt ist nicht zu gehaben, weil dessen Güter ad concursen hingegeben und das Unterfand vor dato veralieniert worden, daher diese 5 GI.8 alb laut Kirchenrechnung de Ao. 1748 Sub. Nr. 20 im Lagerbuch zu delieren (auflösen) befohlen worden. 1803 den 7. Dezember sind obige 13 Gülden 8 alb. Wieder erlegt und eodem dato an Johan Henrich Hühn zur Drabenderhöhe ausgeliehen worden, hat verhypotesiert wie die Obligation ausweiset. (Elias) Jost im Scheidt hat die von Konrad Klein 1621 aufgenommenen Schulden übernommen und diese wurden 1728/1729 von den enkeln zumindest zu zweidritteln an die Kirche zurückgezahlt. Nach dem Kircheninventarium hatte conrad Klein in der Amtszeit des Pastors Johannes Scheffer, der von 1611 bis 1625 in Drabenderhöhe wirkte, einen Pachthoff der Kirche im Scheidt gekauft: im obersten Schede unter deß Klaus Hauß ein ort hoffs hält Roden dieser ort hoffs ist oblängst Conrad Klein verkaufft und hat davon bey zeiten Johannis Schefferi ein handschrifft gegeben. Der hoff binnen seinen floir (=Flur) zäunen im Schede ist zusammen 11 morg (=Morgen) Dazu existiert auch ein Dokument vom 11. November 1621: Beken ich Conertt (Konrad) im Scheide Feuchen (Sophia) mein eheliche Haußfrau das wir der Kirchen uff der Hoe bekentlichen Schuld sind schuldig worden sechszehn Gulden colnisch drei Gulden ad 24 Albus: drei albus u 12 Heller gerechnet welche summa gelt wir ob: genannt Schult geloben und verheissen allezeit uff martini tag sampt gebürlicher pencionen als vererblich meinen H der Kirchen Widderumb richtig zu machen und zu lieffen wenn es die Kirchen nicht lenger ertragen kann oder weil aber die pencion aber dann pastori zu lieffen A (= A derwaill es vom verkauften hoffen kompt) da nun nitt die Kirche ihres ausgelegten Gelttes wollt versichertt sein so verschreiben und verunderpfenden wir obgenannt debitores ihr einen morgen lands hinder der Kleinen Eychen tuscher Johanchen im Scheide gelegen, daran sich die Kirche Zur Zeitt wen wir nicht der betzahlung schandinig wurden sol sengsam erholen und verkobben hirbey sind zeugen gewesen die Erbarr und frommen Henrich Driesen Sohn im Scheyde und Eias daselbst, und zu unsrer versicherung und verkennd der warheitt habe underbreiten unter diese obligation uff ihr bitt geschrieben und underschrieben, Artem uff martini tag anno 1621. Johannis Schefferus pastor uff der hoeh Conrad (Klein) und seine Frau Sophia bekennen, dass sie der Kirche Geld schuldig geworden sind und dafür Land in den Kleineichen verpfändet haben. Conrad (Klein) und seine Frau Sophia bekennen, dass sie der Kirche Geld schuldig geworden sind und dafür Land in den Kleineichen verpfändet haben. Jener Conrad Klein taucht noch mehrfach in den Kirchenrechnungen auf: • 11.11.1628 Conrad der Pächter ist Unterzeichner einer Urkunde, wo Hannen und Dreiß auf der Höhe, Kirchmeister zur Drabenderhöhe Röll Luther im Scheidt und dessen Frau Else 9 Maltersaat Kirchenbusch im Hedtberg auf die Dauer von 9 Jahren für jährlich 7 Gulden verpachtet. • 06.05.1645 Conradt im Scheidt seegen (sägen) gethannen derhens geben 13 Albus Danach muss er dann gestorben sein, denn in den Einahmen der Kirchgemeinde sind nur noch Conrads Erben erwähnt. Die Kirchenrechnungen der Jahre 1659 bis 1665 beschreiben, dass die Erben 19 Albus und 3 Heller zu zahlen hatten. Conrad Höhlers Vater wird vermutlich jener Conrad Klein gewesen sein. Das passt schon in der Namenskultur, den Vornamen des Vaters an den Sohn weiterzugeben. Demnach müsste Conrad Klein eine evangelische erste Frau gehabt haben, die vielleicht frühzeitig verstarb. Da die Familie Klein in Scheidt im 17. Jahrhundert nicht vorkam, dürften aus dieser Ehe auch keine Kinder entstanden sein. Eine uneheliche Verbindung kann vermutet werden, denn das Kircheninvitarium beschreibt Landbesitz von Elisabeth. Das eine Frau über Landbesitz im 17. Jahrhundert verfügte, ist eher ungewöhnlich und stammte vermutlich aus der Erbschaft des Conrad Klein. Somit führten die beiden eine uneheliche Beziehung, vielleicht auch daraus geschuldet, dass Katholiken sich nicht ohne weiteres mit Reformierten verheiraten durften. Ihr Sohn Conrad führte als Nachnamen Holler und nicht Klein. Seine Mutter muss demnach aus dem Hof "Zum Holl" stammen und wahr vielleicht die Schwester der anfangs schon erwähnten Schöffen Christian Höhler. Über die Herkunft von Conrad Klein gibt der Taufeintrag von 1653 mutmaßlich eine Auskunft. Die Taufpatin von Elias Kind war die Ehefrau von Simon (Klein) aus Büddelhagen. Nach Auswertung des Engelskirchener Taufbuches für die Orte Büddelhagen und Verr ließ sich hier der Nachname Klein ermitteln. Simon Klein könnte also der Bruder von Conrath Klein gewesen sein. Die Auswahl der reformierten Ehepartner der bergischen Orte Büddelhagen, Scheidt und Verr war sehr eingeschränkt, da diese in den katholischen Gemeinden Much und Engelskirchen lagen. Eine Hochzeit mit einem homburgischen Ehepartner war eher die Ausnahme. Über einen eigenen Hof verfügte Conrad Klein zunächst nicht, somit er gezwungen war nach Scheidt überzusiedeln um als Pächter im kirchlichen Hof zu wohnen, den er ja um 1621 gekauft hatte. Dieser Hof blieb dann für Jahrhunderte im Familienbesitz bis dieser dann Ende des 19. Jahrhunderts, eher Anfang des 20. Jahrhunderts abgerissen wurde. Das Kircheninvitarium beschreibt die Lage des Hofes im obersten Scheidt unterhalb des Hauses des Klaus. Im 17. Jahrhundert bestand der hatte Scheidt aus fünf Haushaltungen, sowie zusätzlich je eine Haushaltung an der heutigen Alten Kölner Straße in den Höfen "Im Kretsch", "Auf der Schniffel", "Auf der Spitzenburg", sowie "Auf dem Anfang", was aber schon zum Amt Steinbach gehörte. Diese fünf Haushaltungen bildeten den Kern von Scheidt und hießen "Mitten im Hof Scheidt". Die Hoflagen "Oben im Hof Scheidt" und "Unten im Hof Scheidt" sind erst Ende des 17. Jahrhunderts/Anfang 18. Jahrhunderts bzw. Mitte/Ende des 18. Jahrhunderts durch die steigende Bevölkerung entstanden. Nach der preußischen Uraufnahme der Katasterkarten im Jahre 1828 befand sich das "alte" Haus Höhler an der heutigen Herrenhofer Straße unterhalb des Hauses Lutter, welches im 17. Jahrhundert das oberste Haus im Scheidt war. Das zeigt auch die Katasterkarte: Haus Johannes Christian und Johann Friedrich Höhler "Mitten im Hof Scheidt" Haushälfte Christian Peter Höhler "Unten im Hof Scheidt" In "Mitten im Hof Scheidt", lebten im alten Stammhaus die Brüder Johannes Christian und Johann Friedrich Höhler. Christian Peter Höhler war ein Halbbruder der beiden und lebte 1828 in einer Haushälfte "Unten im Hof" Scheidt. Dieses Gebäude liegt an der Scheidter Straße und wird heute von Jochen Höhler bewohnt . Die zur Herrenhofer Straße gelegenen Haushälfte wurde von einer anderen Familie (um 1900 Mertens) bewohnt. Vermutlich übernahm Heinrich Höhler, der seit 1854 mit Maria Heu verheiratet war das Nachbargebäude, um die Kinder zu versorgen. Dort lebte dann später die unverheiratete Tochter Karoline. Das kleine Gebäude wurde dann 1914 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Christian und Heinrich Höhler nahmen 1884 eine Bürstenfabrikation auf, deren Eintragung ins Handelregister 1912 unter dem Firmennamen "Oberbergische Burstenfabrik Heinrich Höhler & Co. KG erfolgte. Die handwerkliche und maschinelle Fertigung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aufgegeben und ein Großhandel aufgebaut. Zum Programm gehörten alle Bürsten- und Pinselsortimente sowie Matten Teppichbrücken und -böden Wachstuche, Folien etc. Bereits 1915 betrug die Belegschaft zwölf, um 1976 waren 10 Mitarbeiter beschäftigt. Der Betrieb wurde schon vor vielen Jahren aufgegeben. Haushälfte der Familie Merten (links) und Haus der Karolina Höhler an der Herrenhofer Straße. Vermutlich war die Haushälfte der Höhlers (rechtes Gebäude) an der Herrenhofer Straße entweder Albrecht Höhler oder Wilhelm Höhler zugedacht gewesen. Wilhelm Höhler ist dann Ende des 19. Jahrhunderts nach Wuppertal ausgewandert und Albrecht Höhler heiratete in die benachbarte Familie Schmitz ein, wo diese Höhlerlinie (Achim Höhler) heute noch lebt. Das Haus ist spätestens nach dem Tod von Karolina in den Besitz von Bruder Heinrich Höhler gekommen, der es 1914 abreissen ließ und dort neu baute. Die Aufnahme stammt vermutlich aus der Zeit um 1912. Häuser Heinrich Höhler in der Scheidter Straße. Das ist die Rückfront der Häuser der Herrenhofer Straße. Das vordere Haus ist das Stammhaus der Linie, die Christian Peter Höhler gegründet hatte. Vermutlich hat er dort seit seiner Hochzeit 1812 gelebt. Erbaut wurde es in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Es wurde 1971 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Das hintere Gebäude ist das, welches Heinrich Höhler und Maria Heu übernommen haben. Im vorderen Bereich lebte seine Tochter Karolina. Der zur Herrenhofer Straße gelegene Teil war vermutlich den Brüdern Wilhelm und Albrecht zugedacht gewesen. 1914 erfolgte der jetzt noch stehende Neubau, der von Liesel Höhler (Elise Lotte, geborene Klein – Gasthof Klein) bis zum Tod 2014 bewohnt wurde. Sie war die Ehefrau vom sehr früh mit 44 Jahren 1958 verstorbenen Ernst Höhler. Die Aufnahme stammt vermutlich aus den 1960er Jahren. | HÖHLER, Stammlinie (I44943)
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| 1315 | Der nachweisbare Stammvater dieses angesehenen Zürcher Rathsgeschlechts war Otto Werdmüller, welcher im Jahre 1429 die Klosterfrauen von Oetenbach Mühle an der Sihl, später ´die Werdmühle` genannt, zum Lehen erhielten. Er soll sich 1444 bei dem Sturm der Eidgenossen auf Zürich, wobei seine Mühle in Flammen aufging, besonders ausgezeichnet haben. 1444 - 1462 Mitglied des Kleinen Rats der Wegenzunft, Vogt zu Wollishofen ab 1443 Werdmüller: Zürcher Bürgerfamilie unklarer Herkunft, die seit dem 14. Jh. in Zürich nachgewiesen und deren gesicherter Stammvater der Müller OTTO ( 1462) ist. Personne: SAZ VIII.D.4.:31. Wilhelm Hofmeister: Genealogische Tabellen, Buchstabe W Teil 2 (1780 - 1814) | WERDMÜLLER, Otto (I1697)
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| 1316 | Der Name Asigs findet sich noch heute in dem des Ortes Escherode (heute Ortsteil von Staufenberg (Niedersachsen) im Kaufunger Wald), einer von seinem Vater Hiddi geschaffenen Rodungssiedlung nördlich von Kassel. Der Ort wird erstmals 812 erwähnt, und Asig muss also vorher geboren sein. Asig war ein Sohn des Grafen Hiddi im sächsischen Hessengau. Über seine erste Ehe ist nichts bekannt. In zweiter Ehe war er verheiratet mit Ida, einer Tochter des Grafen Ekbert (Ekbertiner) und der später heiliggesprochenen Ida von Herzfeld. | N., Asig I. (I18847)
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| 1317 | Der Name Astaroth wurde letztendlich von der phönizischen Göttin Astarte aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. abgeleitet, die dem babylonischen Ischtar und der früheren sumerischen Inanna entsprach . Sie wird in der hebräischen Bibel in den Formen Ashtoreth (Singular) und Ashtaroth (Plural, in Bezug auf mehrere Statuen von ihr) erwähnt. Diese letztere Form wurde in der frühen griechischen und lateinischen Version der Bibel direkt transkribiert, wo es weniger offensichtlich war, dass es sich im Hebräischen um eine weibliche Mehrzahl handelte. In dem Pseudo-Pigraphen-Werk Testament Salomos , das König Salomo von Israel zugeschrieben wird , aber bis ins frühe Jahrhundert n. Chr. Datiert, wird "Asteraoth" (auf Griechisch) als ein Engel erwähnt. (vgl. 1 Könige 11) : 4–5). | ASTEROTH, N. (I8563)
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| 1318 | Der Name Demuth wird wohl bereits 1494in Weinheim erwähnt, die Familie hat aber mit Christoph erst 1560/1565 in Weinheim eingeheiratet Das alte Weinheimer Geschlecht der Demuth, deren Name sich von mittelhochdeutschen diemout, demout = herablassend = bescheiden herleiten lässt und als Übername zu verstehen ist. Über die von Peter Demuth und seiner Ehefrau Magdalena am 04.03.1621 niedergelegte Demuth`sche Stiftung vergleiche ebenda Seite 89, bzw. Kontraktbuch, Band 2, Blatt 158 Die Demuth, ein altes Weinheimer Geschlecht von Dieter Krieg. Stammfolge Demuth 1. Generation 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html | DEMUTH, Martha (I43132)
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| 1319 | Der Name Flender war in früherer Zeit durch die damaligen Zunftordnungen der Hammer- und Hüttenleute fest mit der Region verbunden, zeigen ausführliche Dokumentationen der verschiedensten Historiker auch Ihre Beteiligungen an den unterschiedlichsten Hammer- und Hüttenwerke auf. "......das für die Familiengeschichte wichtige Ereignis ist, daß geraume Zeit, bevor der Name Flender amtlich auftaucht, in Buschhütten ein, vermutlich vom Gründer des Hammers, gebautes Haus gestanden hat, das den Namen Flender trug und das Stammhaus aller zur Stammgruppe Busch gehörenden Flender war.(..). Wie ist das Haus zu seinem Namen gekommen? (..). Der Eigentümer des Hammers war (..) ein durch Graf Johann IV. aus dem niederländischen Breda ins Siegerland verpflanzter adliger Herr. Mit der technischen Seite des Hammerbetriebes war er natürlich nicht vertraut; ebenso fremd waren ihm zunächst die wirtschaftlichen Kenntnisse (..). In all diesen Dingen war er auf die Zuverlässigkeit, den Rat und die Mitarbeit seiner Erbpächter angewiesen. Die große Masse der in den Hammerwerken hergestellten Erzeugnisse, seien es Halbfabrikate, wie "Schienen", Eisenbänder usw., oder Fertigwaren, wie Werkzeuge und Geräte aller Art, Waffen, Nägel usw. gingen, wie im Nachbargebiete, durch Vermittlung Kölner Händler oder durch Siegerländer Fuhrleute auch nach den Niederlanden. (..) In den Niederlanden bot sich dem mit den dortigen Verhältnissen vertrauten Herrn von Wischel ein für seine Hammererzeugnisse aussichtsvolles Absatzgebiet, insbesondere in den gewerbereichen flandrischen Städten Gent und Brügge. (..). Unsicher ist dagegen, wer der Wischelsche Beauftragte für den Absatz in Flandern war. (..). Nicht unwarscheinlich (..), daß es der eine oder andere seiner Erbpächter war. Die häufigen Fahrten nach Flandern haben ihm dann den Beinamen eingebracht, der sich auf sein Haus übertrug und es zum Flenderhaus gemacht hat. Vielleicht hat der Flandernfahrer sogar eine Frau aus diesem Land mitgebracht. Als solcher Flandernfahrer unter den Hammerpächtern kommt in erster Linie Johann Busch, ein Sohn von Hen Pusch, in Frage. Die Tatsache, daß er offensichtlich viele Jahre von Buschhütten abwesend war, scheint diese Vermutung zu stützen..... Quelle: "Geschichte der Familie Flender" Band 1, Seite 41-43, bearbeitet von Dr. phil h. c. Hermann Böttger-1957 | FLENDER, Catharina (I628)
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| 1320 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I6957)
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| 1321 | Der Name König oder Küng, wie er bis ins XVII. Jahrhundert sehr oft geschrieben wurde, kommt in Bern zuerst in der Person von Johann Küng vor, der am 8. Februar 1359 vom Spitalmeister und den Dürftigen des Niedern Spitals um 59 ₣ anderthalb Schupposen «gelegen ze Tal in der parrochia von Bollingen» zu freiem Eigen kauft. Am 20. Dezember 1363 erscheint er als Besitzer einer Hofstatt in der äussern Neuenstadt zu Bern; am 30. April 1369 und am 5. Dezember 1371 figuriert er als Zeuge, das letztere Mal zusammen mit seinem Bruder Ruf, wobei sie ausdrücklich als Burger zu Bern bezeichnet werden. Ein Ruf König - vielleicht der nämliche - bebaut schon am 13. Dezember 1363 vier Schupposen zu Frauchwyl, welche Heinrich von Balstal dem Wernher Schilling und seiner Frau Anna verkauft. Im XV. Jahrhundert findet sich der Name öfters, Bartlome König nahm 1476 als Auszüger von Möhren an der Murtenschlacht teil. Im XVI Jahrhundert ist Johannes König 1524 Mitglied des CC, Vogt nach Aarberg 1546 und Vogt nach Erlach 1554. Bis zu seiner letzten Ausgabe von 1910 bezeichnete das bernische Burgerbuch 1367 als das Jahr der Einburgerung der heutigen Familie in Bern und als ihren ursprünglichen Herkunftsort Augsburg. Auf welche Belege sich diese Angaben stützen, ist nicht bekannt, indem die hier zu behandelnde, vom XVII. Jahrhundert an sehr verzweigte Familie mit den Küng des XIV. bis XVI. Jahrhunderts offenbar gar keine verwandtschaftliche Beziehungen hat und aus der Waadt in der zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts nach Bern gekommen ist. Bis in neuerer Zeit blühte daselbst zu Orbe und Romainmotier eine Familie Roy, welche fast das nämliche Wappen wie die heutigen König in Bern führte (in Blau ein goldener Schrägbalken mit einem silbernen oder schwarzen Türkenschwert, beseitet von zwei goldenen Lilien). Im XVIII. Jahrhundert dienten mehrere mit Auszeichnung in Sardinien, so namentlich Antoine Roy von Romainmotier, 1688 - 1760, der zuerst als Fähnrich in holländischen und seit 1719 in französischen Diensten stand, 1733 als Major in das sardinische Regiment Roguin trat, und in der Folge 1744 Oberst und Inhaber dieses Regiments, 1754 Brigadier und endlich 1757 Generalmajor wurde; er starb zu Alessandria am 10. März 1760. Erwiesener Stammvater ist Simon, der laut Ratsmanual vom 6. August 1574 unter dem Namen Simon Roy «zu einem Hintersassen und Apotegger an Meyster Cunradt statt uff- und angenommen» wurde. Am 20. Januar 1580 wurde auch sein Bruder «Francois Roy, des wältschen Apoteckers Bruder, zu einem Stadtsässen und Burger under gewonten conditionen uff- und angenommen»; über seine Nachkommenschaft aus seiner 1578 vollzogenen Ehe mit Ursula Kronysen ist indessen nichts Näheres bekannt. Simon, geb. um 1548, zünftig zu Schmieden 1578, gelangte 1617 in den Grossen Rat der CC und wurde 1621 Schaffner im St.Johannsenhaus; 1603 erscheint er im Tellrodel als Besitzer des heutigen Hauses Nr. 76 an der Gerechtigkeitsgasse, welches sich bis 1699 in seiner Deszendenz befand. Viermal verheiratet, 1,1578 mit Barbara (Susanna) Bitzius, II. 1599 mit Jael Chevalier, III. 16.. mit Elisabeth Bickart , welche 1603 testierte, und endlich IV. 1603 mit Sara Dannhuser, hinterliess er bei seinem 1626 erfolgten Tode ausser einer 1597 mit Josua Gruner verheirateten Tochter von seiner ersten Frau zwei Söhne Simon und David, von welchen die beiden Hauptlinien der Familie abstammen. Nach von Werdt ist Simon Roy ein Sohn Johannes (Vogt zu Aarberg) und der Bendikta Späting und wurde 1548 in Aarberg geboren! Simon 1587 - 1648, wie sein Vater ein Apotheker, zünftig zu Schmieden 1609, kam 1619 in den Grossen Rat und wurde 1627 Kornherr; 1602 mit Elisabeth Gal di vermählt, hinterliess er zahlreiche Kinder, von denen David 1612 - 1660. Pfarrer zu Muri 1644, und Abraham 1631 - 1698, des Grossen Rates 1673, Schultheiss nach Unterseen 1678 und Einunger 1685, genannt der «grosse» König, die Stifter der beiden heute noch in zahlreichen Ästen blühenden Linien dieser älteren Hauptlinie sind. David 1589 - 1636, angenommen zu Schmieden 1612, widmete sich der Arzneikunst, wurde Dr. med. und in Bern als Stadtarzt angestellt; er gelangte 1635 ebenfalls in den Grossen Rat, starb aber kurz darauf, einige gedruckte Schriften medizinischen Inhaltes hinterlassend. Mit seiner ersten Frau Anna Lando, vermählt 1612, zeugte er mehrere Söhne, von denen Salomon, angenommen zu Schmieden 1641 und 1643 ebenfalls Dr. med., vermählt mit Christina Wild, Stifter einer erst Anfangs des XIX. Jahrhunderts erloschenen Linie wurde. Die heute ebenfalls im Mannesstamme ausgestorbene, einzig noch bestehende Linie dieser jüngeren Hauptlinie stammt ab von David, geb. 1623, gefallen als bernischer Kriegskommissarius 1656 im ersten Vilmergerkrieg, seit 1642 mit Margaretha Zehender vermählt. Von der zweiten Hälfte des XVII. Jahrhunderts an trat eine sehr grosse Anzahl Mitglieder des Geschlechts in den Pfarrdienst. Viele ergriffen auch den Arztberuf, andere betrieben Handwerke oder Gewerbe. In die Regierung kam nur noch Karl Friedrich, med, Dr., gest. ledig 1739, welcher 1727 in den Grossen gelangte. In fremde Dienste sind nicht viele getreten, zu erwähnen ist Rudolf Friedrich, der 1769 - 1777 als Leutnant im Regiment Erlach in Frankreich diente. Besonders hervorzuheben sind Samuel Heinrich (aus der jüngeren Hauptlinie) 1670 - 1750, Pfarrer an der Heiliggeistkirche in Bern 1698, und als eines der Häupter der pietistischen Bewegung 1699 mit anderen Gesinnungsgenossen verbannt, erhielt 1711 nach zwölfjährigem Herumirren die Stelle eines Hofpredigers beim Grafen von Ysenburg- Büdingen, welche er 18 Jahre lang versah, bis er die Erlaubnis erhielt, nach Bern zurückzukehren, wo, er 1731 Professor der Mathematik und der orientalischen Sprachen wurde; seine zahlreichen theologischen Schriften geben ein beredtes Zeugnis von seinem unerschrockenen Mut in der Verteidigung seiner religiösen Ansichten. Daneben galt er als Orientalist ersten Ranges. Sein Sohn Samuel, geb. 1712 zu Büdingen, ein hervorragender Mathematiker und als solcher Lehrer der Marquise du Chatelet, wirkte in Bern als Rechtsgelehrter, wurde 1744 mit Henzi wegen Teilnahme an einem der Regierung eingereichten Memorial über die neueingeführte Regimentsbesatzung ebenfalls bannisiert, erhielt 1746 den Lehrstuhl der Philosophie und Geometrie zu Francker, in der Folge 1749 Hofrat und Bibliothekar des Prinzstatthalters von Oranien, Professor der praktischen Philosophie an der Ritterakademie im Haag, Mitglied der kgl. preussischen und 1751 der kgl. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen, Korrespondent der kgl. Akademie der Wissenschaften zu Paris, bekannt durch seinen Streit mit Maupertuis über die Stabilität und Kraftabgabe der Körper. Sein jüngerer Bruder David, 1725 - 1747, wirkte als Arzt am Soldatenlazaret zu Rotterdam. Das bekannteste Mitglied der Familie ist jedoch Franz Niklaus, 1765 - 1832 (aus einem heute ausgestorbenem unechten Nebenzweig) ein Schüler Freudenbergers, nach Rieters Urteil «der geistreichste Schweizerkünstler seiner Zeit», als Maler und Schilderer bernischer Natur und Volkslebens weit über die Grenzen seines Vaterlandes berühmt. Sein Sohn Georg Rudolf, geb. 1790, trat ebenfalls in seine Fusstapfen, starb aber schon 1815. Aus neuerer Zeit verdienen endlich Erwähnung Wilhelm Rudolf, 1834 - 1891, Kanzlist auf dem eidgenössischen Justizdepartement, bekannt als Journalist und Literat unter dem Pseudonym «Dr. Bari», sowie Karl Gustav, 1828 - 1892 Dr. jur. et phil., Ständerat 1867, und als Professor des vaterländischen Rechts von 1872 bis zu seinem Tode an der bernischen Universität tätig. Erst die Helvetik öffnete ihr den Weg in die polit. Behörden, z.B. mit der Wahl Abraham Samuels (1771 - 1849) in den Grossen Rat von Bern. Später traten der Berner Rechtsprofessor Karl Gustav als Ständerat und sein Sohn, der Fürsprecher Gustav, als Nationalrat hervor. Allianzen schlossen die König u.a. noch mit den Fellenberg, Fischer, Gerwer, Graffenried, Haller, Jenner, Kirchberger, Lienhard, Manuel, Otth, Wagner, Wild, Wyss, Wyttenbach und Zehender. Das Wappen ist in blau ein goldener Schrägbalken, belebt mit einem silbernen Türkenschwert, begleitet von zwei goldenen Sternen oder Sporenrädern; die Helmzier ein blau- und gelb- gekleideter Arm mit dem Schwert. Zunftangehörigkeit: Schmieden, Metzgern und Zimmerleuten | KÖNIG, Stammlinie (I42257)
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| 1322 | Der Name Rogwolod war wahrscheinlich die altslawische Form vom skandinavischen Namen Ragnvald. Im Altslawischen gibt es die Stämme rog und wolost/wladetj = Macht. Der Name Rogneda könnte vom skandinavischen Ragnhild kommen. Über Rogwolod berichteten verschiedene altrussische Chroniken. Die Nestorchronik erzählte, Rogwolod stamme von "jenseits des Meeres" und habe in Polozk geherrscht. Wladimir habe bei ihm um die Hand von dessen Tochter Rogneda angehalten. Diese habe jedoch abgelehnt. Daraufhin habe Wladimir Polozk erobert, Rogwolod getötet und Rogneda zur Frau genommen. Die Joachims-Chronik nannte als Grund für den Angriff auf Polozk, es habe gegen Nowgorod gekämpft. Wladimir hatte zuvor Nowgorod von seinem Halbbruder Jaropolk erobert, Rogwolod war möglicherweise dessen Verbündeter. Die genaue Datierung der Ereignisse ist unklar. Jakob Tschernorisez nennt als Tag des Todes von Rogwolod den 11. 6. 978. Die Nestorchronik datiert den Tod der Söhne von Rogwolod in das Jahr 977. Jaroslaw der Weise sei um 978 geboren. Fürstentum Polozk war ein altrussisches Fürstentum mit dem Zentrum in Polozk im Verband der Kiewer Rus. Es entstand im 10. Jahrhundert auf dem Gebiet des ostslawischen Stammes der Polotschanen und lag zwischen den Flüssen Düna, Beresina und Memel auf einer Seitenroute des strategisch wichtigen Handelsweges von den Warägern zu den Griechen. Die Lage förderte die frühe eigenständige Entwicklung der Wirtschaft und der Kultur. Die Polozker Schicht der Feudalherren bemühte sich immer um mehr Eigenständigkeit gegenüber Kiew. Ende des 10. Jahrhunderts unternahm der Fürst von Nowgorod Wladimir einen Feldzug gegen Polozk, tötete den dortigen Fürsten Rogwolod mit seinen Söhnen und nahm mit Gewalt seine Tochter Rogneda, die ihn zuvor abgewiesen hatte, zur Frau. Rogneda gebar den gemeinsamen Sohn Isjaslaw, der von Wladimir später wieder den Fürstenthron in Polozk bekam. Ein erneuter Kampf des Polozker Fürstentums um Unabhängigkeit begann unter Brjatschislaw I. und führte ab 1041 zur Loslösung Polozks von Kiew. Die größte Bedeutung erlangte das Fürstentum unter seinem Sohn Wseslaw II. in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Ein großer Teil des Handels zwischen der Ostsee und Byzanz wurde über Polozk abgewickelt. Hierfür war die Düna von großer Bedeutung, deren Lauf die Fürsten von Polozk bis zur Mündung im Baltikum kontrollierten. | VON POLOZK, Rogwolod (I39699)
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| 1323 | Der Name taucht erstmals, allerdings sehr verändert, in einer bayerischen Urkunde aus der Mitte des 12. Jahrhunderts auf, Zusammenhänge zu den Thurzo aus der Zips sind aber umstritten und nicht geklärt. Georg I. Thurzo († 1460) nannte sich seit 1430 Herr von Bethelsdorf. Die Familie gehörte zum „Stuhl der zehn Lanzenträger“ (sedes decem lanceatorum), eine seit dem 13. Jahrhundert nachweisbare interne Selbstverwaltung einiger slowakischer Dörfer der Zips, die dafür zehn Ritter, später Ulanen für die ungarische Armee auszustatten hatten. Die Thurzo gehörten zu den ältesten Geschlechtern des niederen „Landadels der Lanzenträger“ (nobilitas lanceati) der Zips, die diese Ritter stellten. Bayerische Ursprünge des Geschlechts sind bei der früheren Aufgabe in einem slowakischen Stuhl autonomer Selbstverwaltung sehr unwahrscheinlich. Ihr Hauptsitz war um 1430 in der Handelsstadt Leutschau (slowakisch: Levoča, ungarisch: Lőcse, polnisch: Lewocza), der Hauptstadt der Zips und Mitglied des Städtebundes der Pentapolitana, außerhalb des Gebiets des Stuhls der zehn Lanzenträger. Von dort siedelte Johann I. Thurzo (poln. Jan Thurzo, slowak. Ján Turzo, ung. Thurzó János) 1464 ins polnische Krakau um, wo er 1465 das Bürgerrecht erwarb, bald das Amt eines Ratsherrn bekleidete und später Bürgermeister wurde. Die Handelsstädte der Zips unterhielten enge Kontakte nach Polen und 1412–1773 war ein Teil von ihnen (allerdings nicht die Hauptstadt Leutschau und auch nicht der Stuhl der zehn Lanzenträger) an Polen verpfändet. Johann und einige seiner Söhne begründeten einen weitreichenden Rohstoffhandel über ganz Europa, vor allem mit Kupfer, Silber und Blei. Dafür engagierten sie sich sehr umfangreich im Bergbau, hauptsächlich nach Schwarzkupfererz (mit Silberanteilen) in der heutigen Slowakei (Ober- und Niederungarn, die größten Minen in Neusohl seit 1475) und nach Blei-Silbererz in Siebenbürgen, Böhmen, Schlesien und Kleinpolen. Finanz- und Handelspartner der Thurzo wurden neben wohlhabenden Krakauer Ratsherren vor allem die Augsburger Fugger, die sich auch auf diesem Gebiet kaufmännisch engagierten und durch Heiraten mit den Thurzos in verwandtschaftliche Beziehungen traten. 1494 wurde die Gesellschaft „Ungarischer (Kupfer-)Handel“ mit Jakob Fugger gegründet, die auch „Fugger-Thurzo-Gesellschaft“ genannt wurde, die bis 1526 den Kupfer- und Silberbergbau der Länder im überregionalen Saigerhandel zusammenschloss und monopolisierte. Dazu wurden große Mengen Werkblei aus Kleinpolen, Böhmen, Schlesien und Siebenbürgen an die Seigerhütten der Gesellschaft geliefert, wo sie im relativ neu entwickelten siebenstufigen Verfahren der Seigerung mit Schwarzkupfer (Kupfer-Silbererz) aus Oberungarn eingeschmolzen und schließlich in Kupfer, Silber und Blei getrennt wurden. Die drei Seigerhütten der Fugger-Thurzo-Gesellschaft standen im oberungarischen/slowakischen Neusohl und Moštenica und in Mogiła bei Krakau.[1] Es entstand ein Wirtschaftsimperium, das bis in den Westen Europas reichte. Während die Silber- und Golderträge auf dem europäischen Währungsmarkt gehandelt wurden, wurde die Kupferausbeute (in den 1520er Jahren jährlich 37.000 Zentner) meist über die Oder, Ost- und Nordsee zum zentralen europäischen Kupfermarkt in Antwerpen verschifft, auf dem sie an portugiesische, niederländische und englische Überseehändler verkauft wurde.[2] Die überseeischen Entdeckungen hatten in Westafrika und Indien neue Märkte für das dort sehr seltene Kupfer erschlossen, in Indien war es als dominierendes Münzmetall beliebter, als die dort häufigeren Edelmetalle. Kupfer wurde von den Überseehändlern in westafrikanisches und indisches Gold getauscht.[3] Die Thurzo zählten zu den reichsten Kaufleuten Europas. Sie dominierten zeitweise das Wirtschaftsleben in Städten wie Frauenbach (rum.:Baia Mare; ung.: Nagybánya), Neusohl (slow.: Banská Bystrica; ung.: Besztercebánya) und Kuttenberg (tschech.: Kutná Hora), aber auch in der niederschlesischen Region des Reichensteiner Gebirges. Johanns Söhne Alexius Thurzo (Alexej Thurzo; Aleksy Thurzo) und Georg Turzo (slow. Juraj Thurzo, ung. György Thurzó) dehnten das Imperium bis nach Kleinpolen (Olkusz und Mogiła) aus, erwarben zeitweise das oberschlesische Fürstentum Pleß und kurzzeitig das niederschlesische Herzogtum Wohlau und entwickelten enge Kontakte zum polnischen Königshof. Die für den geistlichen Stand bestimmten Söhne Johannes und Stanislaus wurden Bischöfe.Die Familie trat außerdem als Förderin von Kunst und Kultur in Erscheinung, u. a. durch den engen Kontakt zum Renaissance-Humanismus und als Auftraggeber der Renaissance in Ostmitteleuropa. Steigende Investitionskosten beim Vordringen des Bergbaus in größere Tiefen für Planung, Verwaltung und besonders für Pumptechnik gegen häufigere Grundwassereinbrüche, sinkende Ausbeute, die Konkurrenz Mansfelder Kupfers und amerikanischen Silbers, die deutlich steigende Steuerlast zur Finanzierung des Türkenkrieges der Habsburger gegen die osmanische Besetzung Ungarns nach der Schlacht von Mohács und Bergarbeiteraufstände in Oberungarn gegen Lohnrückgänge verschlechterten die Geschäfte nach 1525 rapide. Die Thurzo stiegen schon 1527 aus der Fugger-Thurzo-Gesellschaft aus und zogen sich auf ihre Landgüter in der ungarischen und polnischen Zips und in Oberschlesien zurück. Die Fugger führten die Gesellschaft noch bis 1546 weiter, bis ihnen die Habsburger als Könige von Ungarn die Konzession für die zuletzt schlecht geführte Gesellschaft entzogen und sie in die königlich ungarische Bergbaudirektion eingliederten.[4] Grabstein von Georg III. Thurzo in der Kapelle der Arwaburg Auch durch ihren Reichtum stiegen die Thurzos in Ungarn in den Magnatenstand (den ungarischen Hochadel) auf. Georg III. Thurzo war Palatin von Ungarn und wurde in dieser Funktion als Ermittler gegen Elisabeth Báthory auch außerhalb Ungarns bekannt. Sie wurden zeitweilig Besitzer der prominenten Arwaburg, auf der Georg III. Thurzo bestattet ist, der ehemals königlichen Zipser Burg, der Burg Trenčín, der Burg Lietava, errichteten das Schloss Bytča auf der Burg in Bytča und bauten Schloss Bojnice im Renaissance-Stil um usw. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts starben die Hauptlinien der Familie Thurzo aus. | THURZO, Katharina (I46336)
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| 1324 | Der Name Tscharner wird in Chur in einem Brief von Gerwig von Rotenstein und Oswald von Wolkenstein vom 28. Januar 1471 aus Feldkirch an Burgermeister und Rat zu Chur genannt: "der spenn halb, so sich zwischen unserm burger dem Scharner an ainem, und Ulrich Wittenbach am andern tayl halten"; darin wird ein Jos Rinndrer als "des benannten Scharners schwager" bezeichnet. In den Jahren 1481-1483, 1485 und 1487-1491 wird in Chur Symon Tscharner oder Tzarner aktenkundig, welcher 1481 4 Pfund 5 Schillinge und in den folgenden Jahren bis 1488 die, im Vergleich zu andern Steuerzahlern, recht hohe Summe von 5 Pfund versteuert. Diese wird auch 1489-1491 von seinen Erben erhoben. Ferner werden ein Caspar Tzscharner 1481 und 1482 und Peter Zscharner 1483-1485 genannt. www.tscharner-genealogie.ch | TSCHARNER, Simon (I32735)
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| 1325 | Der Name Wyss, Wisso und Wysso kommt in Bern schon seit dem XIII. Jahrhundert vor, ohne dass aber der nähere verwandtschaftliche Zusammenhang der Träger desselben festgestellt werden kann. Vom XVI. Jahrhundert an erscheinen nicht weniger als fünf verschiedene Familien dieses Namens, die sämtlich an der Regierung teilnahmen, heutzutage aber bis auf zwei ausgestorben oder am Erlöschen sind. Nach ihren Wappen unterschied man in Bern: 1 Wyss mit der Lilie Ratsgeschlecht des Freistaates Bern. Bürgerrecht vor 1476. Grosser Rat ab 1478 resp. 1537. Erloschen 1887. Stammvater derselben ist Peter Wyss, der laut einer Ratsverhandlung vom 7. April 1581 nach dem Zeugnis seines Enkels Jakob zur Zeit der Burgunderkriege nach Bern zog und daselbst zu einem Hintersässen angenommen wurde; 1476 war er zu Möhren zünftig und 1478 des Grossen Rates. Sein obgenannter Enkel Jakob, ein Tuchschärer, zünftig zu Möhren 1537, des Grossen Rates 1542, Spitalmeister zu Hautcrest 1545, Vogt nach Yferten 1554, gelangte 1566 in den Kleinen Rat, wurde 1572 Landvogt nach Lausanne und 1579 wieder des Kleinen Rates; von Eva Tillmann, vermählt 1538, hinterliess er bei seinem 1592 erfolgten Tode mehrere Söhne, welche die Familie fortpflanzten. Er war Herr zu Villars in der Waadt und vermutlich auch zu Chamblon; auf einem Siegel von 1562 führt er als Landvogt zu Yferten als Wappen in einem gespaltenen Schild rechts eine Lilie und links ein Z-förmiges Kaufmannszeichen. Diese Familie, welche bis 1798 ununterbrochen im Grossen, und mehrmals auch im Kleinen Rate sass, erlosch im direkten Mannesstamm in der Mitte des XIX. Jahrhunderts. Ausser den Herrschaften Villars und Chamblon gehörte ihr in der zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts eine Zeitlang die Herrschaft Rümligen, sowie in der ersten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts infolge Allianz mit den v. Diesbach Mathod und La Motte in der Waadt. Marianne W. von Mathod war Albrecht v. Hallers erste Gemahlin, vermählt den 19. Februar 1731 und gestorben den 30. Oktober 1736 zu Göttingen an den Folgen eines Unfalls mit dem Wagen bei ihrer Ankunft daselbst. Das bekannteste Mitglied dieser Familie ist Franz Salomon 1796 - 1849, der jung in kaiserliche Dienste trat und als Generalmajor am 13. Juni 1849 bei Czorna im ungarischen Feldzug ums Leben kam. 1749 beteiligte sich der Notar Hans Rudolf (1713 - 1789) an der Henzi-Verschwörung und wurde deswegen des Landes verwiesen. Aus der älteren und mittleren Linie gingen vorwiegend Handwerker und Schreiber hervor. Mit David stellten diese einen Theologieprof. und mit Franz Salomon einen Generalmajor in österrischen Diensten. In der jüngeren Linie finden sich weitere Offiziere in kaiserlichen und französichen Diensten. Im letzten Viertel des XVI. Jahrhunderts besassen sie die Herrschaft Rümligen. Die Wyss verschwägerten sich hauptsächlich mit Familien der nichtpatrizischen Burgerschaft Berns, im XIX. Jahrhundert vorwiegend mit Familien ausserhalb der Berner Burgerschaft. 1887 starb das Geschlecht mit Johann Friedrich (1812) aus. Das Wappen war seit dem XVI. Jahrhundert in rot und silber gespaltenem Schilde eine Lilie mit verwechselten Tinkturen; die Helmzier die rotsilberne Lilie. (Info: SGB, HLS) 2 Wyss - mit dem Kolben Ratsgeschlecht des Freistaates Bern. Bürgerrecht vor 1528. Grosser Rat 1528. Kleiner Rat 1572. Die Wyss mit den Kolben, die einzige heute noch in gerader Linie in Bern vertretene Wyssfamilie. Erwiesener Stammvater derselben ist Jakob Wyss, der Glaser, der 1528 als Mitglied des Grossen Rates der CC erscheint und am 24. Februar 1534 als Schaffner zu Hettiswyl mit dem nämlichen Wappen siegelt, dessen sich das Geschlecht noch heute bedient. Bald darauf, 1535, wurde er Schaffner nach Zofingen bis 1645 und darauf Landvogt nach Buchsee, wo er 1646 verstarb. Zweimal verheiratet, zuerst mit Maria Thaler und dann mit Luzia ..., der Witwe Konrad Fellenbergs, des Wirts zu Suhr, hinterliess er drei Töchter und einen Sohn Antoni , getauft am 17. Oktober L531. Seines Berufes ein Kannengiesser, gelangte derselbe 1555 in den Grossen Rat und wurde 1503 Kastlan zu Wimmis. Im Jahr 1572 kam er in den Kleinen Rat und wurde kurz darauf Landvogt nach Wangen, in welcher Eigenschaft er an der Auffahrt und Johannistag 1575 wiederum mit dem Wappen mit den zwei Kolben siegelt; 1581 wurde er wieder des Kleinen Rates. Bei seinem 1590 erfolgten Tode hinterliess er von seinen vier Frauen Magdalena Noll, verh. 23. Januar 1553, Verena Zwygart, verh. 16 August 1554, Verena Retzi, verh. 6. August 1556 und Ursula Im Haag, verh. 6 Januar 1564 mehrere Kinder, worunter drei Söhne, die sämtlich das Geschlecht fortpflanzten. Die Nachkommenschaft des ältesten derselben, Samuel, getauft 2. März 1557, gest. 1589. des Grossen Rates 1580 und wie sein Vater Kastlan nach Wimmis 1588, erlosch indessen schon anfangs des XVII. Jahrhunderts mit seiner Enkelin Katharina, geb. 1601. Jakob, der zweite Sohn, getauft 14. Oktober 1561, wie sein Vater ein Kannengiesser, gelangte 1590 in den Grossen Rat, fiel aber 1602 «vom Rathaus zu Tod». Von seinen zahlreichen mit Katharina v. Werdt, verh. 7. Juni 1585, erzeugten Kindern führte Niklaus 1600 - 1686, ein Sporenmacher, des Grossen Rates 1651 und Kornherr 1660, vermählt mit Magdalena Binder diese ältere, auf Schmieden zünftige Linie weiter, die sich namentlich mit seinem dritten und sechsten Sohne Abraham und Hans Rudolf in zwei Äste teilte Der von Abraham 1634 - 16.. einem Sporer, abstammende erlosch 1806 mit Beat Rudolf Ludwig, geb. 1770; der jüngere, von Hans Rudolf 1650 - 1716, Schlosser, des Grossen Rates 1701, Untersiechenvogt 1705, Kastlan nach Zweisimmen 1716, aber vor dem Aufzug gestorben, vermählt 1684 mit Elisabeth Eyen, abstammende blüht dagegen noch heute. Daniel, der jüngste Sohn des Ratsherrn Autoni aus seiner vierten Ehe mit Ursula Im Haag, geb. 1582, seines Berufes ein Goldschmied, des Grossen Rates 1612, Rathausammann 1616 und Gubernator nach Peterlingen 1619, vermählt 1604 mit Esther Rohr und 1621 mit Anna Stettler, hinterliess bei seinem 1654 erfolgten Tode ebenfalls viele Kinder worunter 2 Söhne, Peter und Emanuel, die näheren Starväter der zwei heute noch lebenden Äste dieser jüngeren Linie, Peter 1600 - 1672, ein Notar, des Grossen Rates 1638, Inselverwalter 1644, Landvogt nach Aarberg 1616, Oberspitalmeister 1656 und XVIer zu Schmieden 1657, vermählt 1630 mit Maria Grässlin, hatte unter seinen zahlreichen Kindern ebenfalls zwei Söhne, die zwei Hauptzweige stifteten, von denen aber der ältere, von Hans Kaspar 1631 - 16.., einem Chirurgen und vermählt mit Maria Elisabeth Myricaea, abstammende 1825 erlosch. Der andere Sohn, Johann Friedrich 1655- 17.., ein Pfister, Ueberreuter 1694 und Stubenwirt zu Distelzwang und hernach zu Pfistern, vermählt 1678 mit Anna Magdalena Müller und 1692 mit Anna Magdalena von Rütte vertauschte die Gesellschaft zu Schmieden mit derjenigen zu Pfistern, wo die Deszendenz seines Sohnes Johann Friedrich 1680 - 1738, ebenfalls ein Pfister und Aidemajor im Schweizerkrieg 1712, vermählt 1706 mit Anna Maria Stanz, denn auch in der Folge verblieben ist. Emanuel 1616 - 1679, der sechste Sohn des Gubernators zu Peterlingen Daniel, widmete sich dem geistlichem Stand, wurde 1G47 Pfarrer nach Bümpliz, 1652 Pfarrer nach Buchsee und endlich 1664 auf dem Staufberg. Von ihm stammt der jüngste noch lebende Ast der Familie ab. Sehr viele Mitglieder des im XVII. und XVIII. Jahrhundert stark verzweigten Geschlechtes, und zwar aus allen Ästen, traten in den Pfarrdienst; einige widmeten sich der Medizin, andere wieder blieben dem Handwerk treu. Nach dem oben genannten Siechenvogt und Kastlan zu Zweisimmen Hans Rudolf, des Grossen Rates 1701, gelangte die Familie nicht mehr in die Regierung, in welcher sie während des XVI. und XVII. Jahrhunderts beinahe fortwährend vertreten gewesen, bis auf Samuel 1757 - 1834. Med. Dr. (s. unten), welcher 1795 wieder Mitglied des Grossen Rates wurde. Die meisten Nachfahren übten ein Handwerk aus (Metallbearbeitung, Bäcker), einige wurden Notare und Schreiber oder schlugen wie Johann David und Bernhard Karl geistliche Laufbahnen ein. Nachdem mit Samuel (1757 - 1834) 1795 wieder ein Familienmitglied in den Grossen Rat gewählt worden war, stellten die Wyss mit dessen Sohn Abraham Rudolf sowie mit Johann Gottlieb zu Beginn der Regeneration zwei Berner Regierungsräte. Der Familie gehören auch Johann Antor, Erfinder eines Schiesspulvers, sowie der Zeichner, Maler und Heraldiker Johann Emanuel an. 1974 starb die ältere Linie aus, 2003 erlosch in der jüngeren Linie nach mehreren Zweigen auch jener zu Pfistern. Die Wyss verschwägerten sich im Ancien Régime v.a. mit der nicht-patrizischen Burgerschaft Berns, ab dem 19. Jahrhunder überwiegend mit Familie ausserhalb der Berner Burgerschaft. Von Grundbesitz der «Kolben-Wyss» ist namentlich anzuführen das sogenannte «alte Schloss» zu Gerzensee seit 1785 bis heutzutage und das Buchsigut zu Köniz 1803 bis ca. 1820. Besonders hervorzuheben sind Johann Rudolf 1721 - 1805 (vom ältesten noch lebenden Ast), Fürsprecher, Anwalt des Königs von Preussen Friedrich des Grossen in seinem bekannten Handel mit der Stadt Neuenburg 1767 - 68, der ihm zum Dank zwei goldene Medaillen überreichen liess, Verwalter des äussern Krankenhauses 1778 - 84 und 1788 Mitglied der Gestzgebungskommission zur Verbesserung der Gerichtssatzung von 1761, Besitzer des alten Schlosses zu Gerzensee. Sein Sohn Samuel 1757 - 1834 studierte in Göttingen und Montpellier Medizin, Dr. med., Stadtphysikus und Inselarzt, Kirchmeier 1802 - 1808, Mitglied des Grossen Rates, des Stadtrates und der Sanitätskommission 1803 in welch letzterer Eigenschaft er sich bleibende Verdienste um die Verbesserung der bernischen Spitaler und um die Gründung der Hebammenschule erwarb, auch hatte er 1795 - 98 die medizinische Bibliothek gestiftet. Johann Anton 1721 - 1803 (vom mittleren, auf Pfistern zünftigen Ast, Sohn Johann Friedrichs 1680 - 1738 und der Anna Maria Stanz) lernte den Bäckerberuf, trat aber, statt auf die Wanderschaft zu gehen, aus Vorliebe für die Artilleriewissenschaften in sardinische Kriegsdienste, stieg in Bern in der Folge zum Grade eines Artillerieobersten empor, Schaffner im Interlakenhaus 1788, schlug einen Ruf nach Wien aus, von wo er die ersten sogenannten «Bränderlein» oder Zünder nach Bern brachte; seit 1779 Mitglied der Zeughauskommission, reorganisierte er als Direktor des Pulverwesens die bernischen Pulvermühlen und verschaffte dem Bernerschiesspulver den Ruf des besten in Europa, unter der Helvetik Direktor der Waffenwerkstatt im Zeughaus und Oberaufseher desselben 1800. Sein Sohn Johann David 1713 - 1818, V.D.M. ordiniert 1766, Feldprediger im Regiment Tscharner in Piemont 1766, Pfarrer in Seedorf 1775, Helfer 1777 und seit 1791 Pfarrer am Münster in Bern, ursprünglicher Verfasser des von seinem Sohne (s.u.) herausgegebenen «Schweizerischen Robinsons», welchen er als «Charakteristik seiner Kinder in einer Robinsonade» zur Unterhaltung in seinem Familienkreise schrieb, ohne ihn für den Druck zu bestimmen (das 4 bändige Manuskript mit Illustrationen von der Hand seiner 4 Söhne befindet sich noch heute im Besitze seiner Nachkommen). Sein Sohn Johann Rudolf 1781 - 1830, genannt «der Jüngere» (zum Unterschied von seinem Namensvetter aus der älteren Linie Joh. Rudolf 1763 - 1845, Pfarrer nach Buchsee 1791 und nach Wichtrach 1808, welcher namentlich auch als Verfasser von Gedichten in Berner Mundart bekannt ist), ergriff wie sein Vater zuerst das Predigtamt, wurde aber schon im 25. Lebensjahre zum Professor der Philosophie an der neu errichteten Akademie ernannt und 1827 Oberbibliothekar; vorzüglich als Dichter und Freund der vaterländischen Geschichte bekannt, war er während mehreren Jahren Redaktor des «schweizerischen Geschichtsforschers» und Herausgeber der «Alpenrosen». Von seinen literarischen Erzeugnissen sind die erwähnenswertesten die «Reise in das Berneroberland» (Bern, bei Burgdorfer 181 und 1817), seine «Idyllen und Volkssagen», zahlreiche Arbeiten in den «Alpenrosen» und die Neubearbeitung und Herausgabe des Schweizerischen Robinsons (Zürich bei Orell Füssli 1812); er ist auch der Dichter der schweizerischen Nationalhymne «Rufst du mein Vaterland». Sein Bruder Johann Emanuel endlich, 1782 - 1837, zeichnete sich als Wappenmaler aus. Das Wappen der «Kolben-Wyss» ist in Gold auf grünem Dreiberg 2 schwarze Rohrkolben mit grünem Stengel und Blättern; die Helmzier ein wachsender schwarz und gelb bekleideter Narr oder Geck mit schwarzgoldener Stirnbinde oder dann mit einer Narrenkappe, in jeder Hand einen Rohrkolben haltend. Devise «Jedem Narren gefällt syn Kolben» oder «Suum cuique». Literatur: Bernertaschenbuch von 1853; Sammlung bernischer Biographien, herausgegeben vom historischen Verein des Kantons Bern. (Info: SGB) 3. Die Wyss mit den Schindeln. Ihr Stammvater ist Jakob W., der Krämer, der am 25. April 1515 testiert und von seinen zwei ersten Frauen Dorothea v. Graffenried und Margret Wädeli mehrere Kinder hinterliess, worunter einen Sohn Johann, der bei seines Vaters Tod schon mehrjährig war. Ebenfalls ein Krämer und zünftig zu Kaufleuten, kam derselbe in den Grossen Rat, wurde 1544 Gubernator nach Bonmont, Stiftschaffner 1548, des Kleinen Rates 1556, Zeugherr 156l und Landvogt nach Wiflisburg 1564, wo er 1566 verstarb. Mit Elsbeth Trachsel verh. 1533 und Regula Herport 1562 vermählt, hatte er ebenfalls zahlreiche Kinder, von denen aber nur Wolfgang 1552 - 1581, zünftig zu Kaufleuten, des Grossen Rates 1577, Iseler 1581, vermählt 1575 mit Katharina Manuel und 1578 mit Dorothea v. Diesbach den Stamm fortführte. Mit seinem Urenkel Niklaus, geb. 1627, Landschreiber nach Trachselwald 1659, zünftig zu Schmieden, erlosch 1684 diese Familie. Ihr Wappen War in blau ein mit drei goldenen Schindeln bestecktes Z-förmiges Zeichen und später ein von einem goldenen Kaufmannszeichen überhöhtes goldenes W.; aus der Ähnlichkeit desselben mit dem oben angeführten Siegel des Landvogts zu Yferten Jakob W. aus dem Geschlecht der Wyss mit der Lilie dürfte möglicherweise auf ursprüngliche Stammesgemeinschaft beider Familien geschlossen werden. (Info: SGB) 4. Die Wyss mit der Pflugschar oder Wyss vom Sulgenbach. Als deren Stammvater gilt Ludwig W., Müller im Sulgenbach, der als Burger von Bern in den Neujahrsrödeln der Zunft zu Pfistern von 1548 - 1560 vorkommt. Seine mit Luzia Schädeli (vermählt 11. Mai 1531) erzeugte Deszendenz betrieb während des ganzen XVI. Jahrhunderts das Müllerhandwerk im Sulgenbach. Hans Jakob 1576 - 16.., sein Enkel, gab dasselbe auf und setzte sich in der Stadt selber fest: 1614 kam er in den Grossen Rat und wurde 1617 Ohmgeldner und 1619 Unterspitalmeister. Dessen Sohn aus seiner zweiten Ehe mit Elisabeth Haller, Jakob 1630 - 1701, des Grossen Rates 1664, Landvogt nach Erlach 1671 und der Kleinen Rates 1690 setzte den Stamm fort, der indessen 1748 mit seinem Enkel Daniel erlosch. Das Wappen dieser Familie war in rot über grünem Dreiberg eine gestürzte silberne Pflugschar, überhöht von einer goldenen Lilie und beseitet von zwei goldenen Sternen. (info: SGB) | WYSS, STAMMLINIE (I42275)
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| 1326 | Der neunjährige Bagrat stand zunächst unter Regentschaft seiner Mutter Mariam Artsruni, einer armenischen Königstochter, die eine Politik der Aussöhnung mit Byzanz einleitete. 1029 besuchte zunächst der georgische Katholikos-Patriarch Melchisedech I. Konstantinopel und danach die georgische Regentin. Eine Hochzeit zwischen Bagrat und der Kaisernichte Elena wurde arrangiert. 1032 wurde die Braut nach Kutaissi gebracht, aber ihr früher Tod beendete die kurze Annäherung zwischen Georgien und Byzanz. Sie erlitt erneut einen tiefen Riss, als Bagrats Halbbruder Demetre Giorgischwili, der Ansprüche auf den georgischen Thron erhob, die Festung Anakopia den Byzantinern übergab und nach Konstantinopel floh. Bagrat ignorierte jetzt weitere byzantinische Heiratsprojekte, indem er die Ossetenprinzessin Borena zur Frau nahm. Nach 1034 nahm Bagrat mit seinen Baronen eine expansionistische Politik auf. Zuerst wurde das Emirat Gəncə besiegt und 1035 gelang es den Georgiern, Dschafar, den Emir von Tiflis, gefangen zu nehmen. Vier Jahre später wurde Tiflis belagert und nach weiteren drei Jahren war die Stadt zur Übergabe reif. Maßgeblichen Erfolg daran hatte Liparit Orbeliani, einer der mächtigsten Feudalherren Bagrats. Aus Angst, dass dieser zu mächtig werden könnte, schlossen der König und Dschafar Frieden. Damit machte Bagrat IV. sich Liparit zu seinem Todfeind. Über zwanzig Jahre dauerte die Fehde zwischen beiden und schwächte das Königreich vor der Seldschukeninvasion. Zu allem Unglück stellten die Byzantiner noch Gebietsansprüche sowohl auf georgische als auch auf armenische Territorien. 1045 fiel ihnen die armenische Hauptstadt Ani in die Hände, eine der größten mittelalterlichen Städte mit über 100.000 Einwohnern. Die Herrschaft der Byzantiner in Ani endete bereits nach drei Jahren mit der Besetzung durch die Seldschuken. Im Jahre 1048 gelang es Bagrat Tiflis zu erobern. Um ein Bündnis mit den Byzantinern gegen die Seldschuken zu schmieden, weilte der König 1054/57 in Konstantinopel. Dies nutze Liparit Orbeliani aus und krönte Bagrats minderjährigen Sohn, Giorgi (II.), mit Einverständnis der Königinmutter zum Herrscher Georgiens. Bagrat gelang es wieder, Ani zu besetzen, aber 1064 fiel die Stadt erneut an die Seldschuken. 1071 wurde der byzantinische Kaiser Romanos IV. in der Schlacht von Manzikert von ihnen besiegt. Jetzt lag der Weg nach Georgien offen. | ..., Bragat IV. (I39119)
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| 1327 | Der Ort ihrer Herkunft und ihr Adelsgeschlecht sind unbekannt. Es wird angenommen, dass sie die Schwester des Hausmeiers DODO oder eine Cousine zweiten Grades von BERTRADA DER ÄLTEREN war. Aus einer Verbindung mit PIPPIN DEM MITTLEREN ging KARL MARTELL hervor. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine sogenannte Friedelehe, deren Existenz die Forschung als quellenfernes Konstrukt der 1930er Jahre verworfen hat. Umstritten ist aber, ob es sich bei der Verbindung CHALPAIDA zu PIPPIN um eine Ehe oder um ein Konkubinat handelt. Der fränkische Hausmeier KARL MARTELL wurde namensgebend für das Geschlecht der KAROLINGER, er ist der Vater PIPPINS DES jÜNGEREN und Großvater KARLS DES GROßEN. Bei den Auseinandersetzungen zwischen ihrem Sohn KARL MARTELL und PLEKTRUD wird sie nicht mehr erwähnt. Daher vermutet man, dass sie vor ihrem Gatten verstorben ist. | N., Chalpaida (I10773)
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| 1328 | Der Ort LANGENFÖRDEN ist ein Ortsteil der niedersächsischen Stadt VECHTA. Die Besiedlung dürfte vor der Zeitenwende erfolgt sein. Die ältesten Urkunden sprechen 851 von Holtrup und 890 von Calveslage und Langförden. Darin wird der Ort LANGENFÖRDEN als „Longanforda“ erwähnt, was lange Furt bedeutet; hier am Rande des Esches konnten auf einer größeren Länge der Spredaer Bach und das niedrige Wiesengelände durchquert werden. BENEDIKTINERINNENABTEI ST. SCHOLASTIKA Kloster Burg Dinklage Burgallee 3 49413 Dinklage abtei@abteiburgdinklage.de gaesteempfang@abteiburgdinklage.de Tel. 04443 / 5130 Fax 04443 / 513 - 118 | VON LANGENFÖRDEN, N. (I18924)
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| 1329 | Der Ortsname Mettingen wird 1088 zum ersten Male urkundlich in einem Güterverzeichnis des Bistums Osnabrück erwähnt, das Bischof Benno II. von Osnabrück auf seinem Sterbebett dem Abt des Klosters Iburg Norbert von Iburg überreicht. Er bezeichnete einen befestigten adligen Gutshof, der den Haupthof in der gleichnamigen Ortschaft bildete und der dem Kloster Iburg den sogenannten Zehnten abführen musste. Von 1196 bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts ist ein Adelsgeschlecht von Mettingen nachgewiesen, das Besitzungen auf Mettinger Gebiet unterhielt. Das heutige Mettinger Wappen geht auf ein Siegel von Gerhard von Mettingen zurück, der ab 1231 als tecklenburgischer Ministeriale tätig war. | METTING, N. (I8411)
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| 1330 | Der PAGUS ATTORIENSIS war während der Herrschaft der MEROWINGER ein frühmittelalterlicher Gau im fränkischen Teilreich Burgund, über den im Namen der Frankenkönige ein Herzog gebot. Er lag westlich der Saône und reichte vom Plateau von Langres bis nach Heuilley-sur-Saône. Seine Hauptorte waren Dijon, Langres und Fouvent-Saint-Andoche. Seinen Namen erhielt der Gau vom fränkischen Stamm der CHATTUARIER. Geschichte Während der Spätzeit des Römischen Reiches war das Siedlungsgebiet der Lingonen zwischen Langres und Dijon aufgrund gewaltsamer Einfälle der Alamannen und wiederholten Pestepidemien fast vollständig entvölkert. Daher zwang der RÖMISCHE KAISER CONSTANTINUS I. nach seinem Feldzug gegen die Chattuarier in den Jahren 294/295 einen Teil der unterworfenen Franken, ihr Stammesgebiet in der Bergregion des heutigen Ruhrgebietes zu verlassen und siedelte sie als LAETI ( unterworfene germanische Stämme die sich im Rechtsstatus der Hörigkeit befanden und Kriegsdienst für das Römische Reich leisteten) um das Plateau von Langres an. Nach dem Untergang des RÖMISCHEN REICHES ging der Pagus Attoriensis für knapp einhundert Jahre im Königreich der Burgunder auf, bis der Gau nach der SCHLACHT VON AUTUN wieder in das Frankenreich eingegliedert wurde. Die mit der LEX SALICA (spätantikes Gesetz druch Chlodwig I. erlassen) gebotenen Erbteilungen führten zu einer zunehmenden Schwächung der königlichen Zentralgewalt im Merowingerreich und gestatteten es den ATTOARIERHERZÖGEN, ihren Machtbereich im burgundischen Teilreich zu vergrößern. Gemeinsam mit den ihnen durch Anheirat verbundenen Herzögen von Transjuranien (Gebiet der heutigen westlichen Schweiz) aus der Sippe der WALTARICHE gelang es in der Folgezeit, auch auf die Politik im fränkischen Gesamtreich maßgeblich Einfluss zu nehmen. Unter der Herrschaft der Karolinger wurde der Pagus Attoriensis in seiner ursprünglichen Form als Dukat zerschlagen und in einzelne Gaugrafschaften aufgeteilt, von denen sich die Grafschaft Oscheret zur bedeutendsten entwickelte; der ursprüngliche Name des Pagus schließlich blieb im Namen des Landstrichs ATUYER erhalten. Nach dem Tod seines Vaters Amalgar im Jahr 643 folgte Adalrich diesem als Herzog des Pagus Attoriensis nach. Zwar wird er in den Aufzeichnungen des Klosters Bèze, dem Chronicon Besuense erst für das Jahr 658 als Dux erwähnt, jedoch ist davon auszugehen, dass der Übergang der Herzogswürde nach dem Tode Amalgars ohne zeitliche Unterbrechung auf den Sohn erfolgte. Adalrich war bemüht, die umfangreichen Schenkungen seiner Eltern an die Abtei Saint-Martin in Brégille wieder einzuschränken und den Landbesitz in das Eigentum der Herzogsfamilie zurückzuführen. Dieses Unterfangen stieß auf erheblichen Widerstand bei dem um Besançon ansässigen Adel, wahrscheinlich auch beim Dux von Transjuranien, Chramnelenus, seinem Onkel. Nachdem seine Schwester, Äbtissin Adalsind, den Besitz der Abtei in den Jahren 657/658 an das Kloster Bèze übertragen hatte, kam es zwischen den gegnerischen Parteien zu gewaltsamen Auseinandersetzungen um die klösterlichen Besitztümer – schließlich wurden Adalsind und ihre Nonnen aus der Abtei in Brégille vertrieben und mussten diese aufgeben. Aufnahme fand der Nonnenkonvent im Kloster Saint-Pierre in Bèze, das von Adalsinds Bruder Waldelenus geleitet und fortan als Doppelkloster von ihm geführt wurde. Die Besitzstreitigkeiten zwischen den burgundischen Adelssippen setzten sich in den folgenden Jahren fort und eskalierten schließlich im Jahr 663, als König Chlothar III., wohl auf Betreiben der transjuranischen Partei, Adalrich als Dux des Pagus Attoriensis absetzte und die Herzogswürde auf den Burgunden Sichelm übergehen ließ. Da Adalrich ab 663 nicht mehr in den merowingischen Quellen Erwähnung findet und aus der burgundischen Geschichte verschwindet, geht die Forschung gemeinhin davon aus, dass Adalrich noch im selben Jahr verstarb. | N., N. (I36627)
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| 1331 | Der Patrikios (engster Vertrauter des Kaisers), Senator und Strategos (General) des Themas, röm. Provincia (Verwaltungseinheit) Anatolikon Bardanes bekleidete sehr wahrscheinlich schon unter Kaiser Konstantin VI. und danach unter Irene (Kaiserin; *752 in Athen; 09.08.803 auf Lesbos) hohe Staatsämter und Militärposten. Der bedeutende byzantische Chronist Theophanes erwähnt jedenfalls für 797 einen Patrikios und Domestikos bzw. Komes der Scholai Bardanios (berittene Gardetruppe der spätrömischen Kaiser) sowie für 799 einen Patrikios und Strategos von Thrakesion (ein byzantinisches Thema im westlichen Kleinasien,heutige Türkei) Bardanes, die beide mit Bardanes Turkos identisch sein dürften. Im Juli 803 ging eine Armee der Abbasiden (islamisches Großreich) gegen das byzantinische Anatolien (ist jener Teil der heutigen Türkei, der zu Vorderasien gehört) in die Offensive. Bardanes zog die Truppen der kleinasiatischen Themen in der Gegend von Amorion zusammen, wo ihn die Soldaten zwischen dem 16. und 19. Juli zum Kaiser ausriefen; das Thema Armeniakon verweigerte dem Usurpator die Gefolgschaft. Bardanes wandte sich nun mit seinem Heer gegen Konstantinopel, scheiterte aber schon beim Versuch, Chrysopolis, ein antiker Ort auf der Südseite des Bosporus gegenüber von Konstantinopel, zu erobern. Auf Vermittlung eines Presbyters (das ist die Bezeichnung eines Leitungsamtes der frühen Christengemeinden) namens Joseph ergab er sich Kaiser Nikephoros I. (*um 760; + 26.07.811 am Warbizapass bei Preslaw, Ostbulgarien, von 802 bisa 811 byzantischer Kaiser), nachdem ihm und seinen Gefolgsleuten eine Amnestie zugesichert worden war. Bardanes wurde zum Mönch geschoren und zusammen mit seiner Familie in ein Kloster auf der Prinzeninsel Proti verbannt, seine Güter wurden konfisziert. Kurze Zeit später wurde er geblendet, wobei unklar ist, ob dies auf kaiserlichen Befehl hin geschah. Als Mönch soll Bardanes, sich nunmehr Sabbas nennend, sich einer extremen Askese unterzogen haben. Sein Todesdatum ist unbekannt. Einem legendarischen Bericht zufolge soll ein Mönch dem Bardanes das Scheitern seiner Usurpation ebenso prophezeit haben wie die spätere Krönung seiner Begleiter Leo V. (Byzanz; ´der Armenier, byzantinischer Kaiser von 813 bis 820`), Michael II. (Byzanz), ´der Armorier`, byzantinischer Kaiser von 820 bis 829 und begründer der amorische Dynastie, und Thomas, ´der Slawe` von 821 bis zu seinem Tod durch Pfählung 823 in Arkadiopolis, Türkei, byzantinischer Gegenkaiser, zu Kaisern. Die Ehefrau Michaels II., Thekla, war möglicherweise seine Tochter. Ursprung des Ältestenamtes Älteste gab es bereits in der frühen Zeit der Geschichte Israels. In 4 Mos 2 EU werden die Fürsten der zwölf Stämme, die Häupter der Geschlechter sowie die Erstgeborenen und Stammhalter der einzelnen israelitischen Familien als Älteste bezeichnet. Sie bildeten gemeinsam eine Art Repräsentanz des Volkes und waren gleichzeitig die Ordnungshüter der vorstaatlichen Gesellschaft. Ein Ältestenamt ähnlicher Form gab es nach biblischen Aussagen auch bei den Ägyptern (1 Mos 50,7 EU), bei den Ismaelitern (1 Mos 25,16 EU) und wahrscheinlich auch bei den Edomitern (1 Mos 36 EU) und anderen Volksgruppen jener Zeit. Zunächst waren die Ältesten – daher der Begriff – wirklich die Betagten. Alten Menschen wurde besondere Hochachtung der Gesellschaft zuteil. Gleichzeitig galt das Altwerden als ein besonderer göttlicher Segen und als Belohnung der Frömmigkeit eines Menschen (zum Beispiel Gen 15,15 EU). Hierin wurzelte die Autorität der Ältesten. Neben diesen Ältesten, die die alte patriarchalische Familienordnung hervorgebracht hatte, finden wir in der Bibel auch eingesetzte und berufene Älteste. Den ersten biblischen Beleg dafür bietet 2 Mos 18,13 EU: Auf den Rat seines Schwiegervaters Jethro setzt Mose am Sinai „redliche Leute, die Gott fürchten“, als Älteste ein – und zwar jeweils über tausend, hundert, fünfzig und zehn Volksangehörige. So entstand ein von der patriarchalischen Ordnung unabhängiges Leitungsamt. Das Alter der vom Volk vorgeschlagenen und von Mose feierlich eingesetzten Ältesten war also nicht mehr das entscheidende Kriterium. Während des Aufenthaltes in der Wüste beruft Mose aus der großen Menge der Ältesten ein Gremium der „Siebziger“, als „Bundesrat“ des gesamten Volkes und gleichzeitig als Gehilfen des Mose. | BARDANES, Turkos als Mönch Sabbas (I36562)
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| 1332 | Der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Heinrich VII. erhob ihn am 25. Juli 1310 auf dem Reichstag zu Frankfurt in den Reichsfürstenstand. Ein Jahr zuvor hatte Heinrich ihm die Reichsstadt Schweinfurt verpfändet und das Recht auf die dortige Reichsburg zugestanden. Im Jahre 1312 erwarb er durch Heiratspolitik (Heirat seines Sohnes Heinrich VIII. mit Jutta von Brandenburg) die Pflege Coburg für das Haus Henneberg zurück, was seinen Herrschaftsbereich praktisch verdoppelte. Berthold gehörte zu den einflussreichsten Beratern des Kaisers Ludwig IV. Er war von 1323 bis 1330 Vormund von Ludwig dem Brandenburger, dem ältesten Sohn Kaiser Ludwigs IV. aus dessen erster Ehe mit Beatrix von Schlesien-Schweidnitz, und Statthalter der Mark Brandenburg. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Schleusingen im Jahre 1232 als villa Slusungen. Graf Poppo VII. von Henneberg ließ als Amtssitz und Befestigung in der Zeit von 1226 bis 1232 die Bertholdsburg erbauen. 1274 erfolgte die Teilung der Grafschaft Henneberg in drei Linien. Die Bertholdsburg wurde danach zur Residenz der Schleusinger Linie. Schleusingen erlebte im Jahr 1353 eine erste Brandkatastrophe, durch weitere Stadtbrände wurden 1679, 1765, 1773 und 1876 ganze Stadtteile zerstört. Schleusingen erhielt 1412 das Stadtrecht doch erst 1533 das Marktrecht. Graf Wilhelm IV. gründete 1502 am Stadtrand ein Barfüßerkloster, das zur Sächsischen Franziskanerprovinz (Saxonia) gehörte.[2] Während der Unruhen im Bauernkrieg im Frühjahr 1525 wurden die Insassen, Dokumente und Wertgegenstände der benachbarten Klöster Veßra und Trostadt nach Schleusingen und auf die Bertholdsburg in Sicherheit gebracht. Im Jahre 1544 wurde die Reformation eingeführt. Die Ägidienkapelle der St.-Johannis-Kirche wurde 1566 Begräbnisstätte der Henneberger Grafen und von Elisabeth von Brandenburg. Das nach der Reformation 1545 aufgelassene Barfüßerkloster wurde in Landeseigentum überführt und ab 1560 als Schule genutzt. Diese wurde am 7. Juni 1577 als Gymnasium eingeweiht und besteht heute noch unter dem Namen Hennebergisches Gymnasium „Georg Ernst“. Bis 1583 war Schleusingen Sitz der Grafen von Henneburg. Nach dem Tod des Grafen Georg Ernst, mit dem sein Geschlecht im Mannesstamm erlosch, gelangte Schleusingen an die sächsischen Herzöge der Ernestiner und Albertiner Linie, zunächst noch unter gemeinsamer Verwaltung. Von 1500 bis 1806 gehörte Schleusingen zum Fränkischen Reichskreis. | VON HENNEBERG-SCHLEUSINGEN, von `der Weise´ ; Graf zu Henneberg von `der Weise´ ; Graf zu Henneberg Berthold VII. (I1536)
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| 1333 | Der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Heinrich VII. erhob ihn am 25. Juli 1310 auf dem Reichstag zu Frankfurt in den Reichsfürstenstand. Ein Jahr zuvor hatte Heinrich ihm die Reichsstadt Schweinfurt verpfändet und das Recht auf die dortige Reichsburg zugestanden. Im Jahre 1312 erwarb er durch Heiratspolitik (Heirat seines Sohnes Heinrich VIII. mit Jutta von Brandenburg) die Pflege Coburg für das Haus Henneberg zurück, was seinen Herrschaftsbereich praktisch verdoppelte. Berthold gehörte zu den einflussreichsten Beratern des Kaisers Ludwig IV.[1] Er war von 1323 bis 1330 Vormund von Ludwig dem Brandenburger, dem ältesten Sohn Kaiser Ludwigs IV. aus dessen erster Ehe mit Beatrix von Schlesien-Schweidnitz, und Statthalter der Mark Brandenburg. https://de.wikipedia.org/wiki/Berthold_VII. | HENNEBERG, Berhold V. (I1538)
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| 1334 | Der Sekt Mack`sche Mühle hat als Design den Hettenbach`schen Hausstein auf der Flasche, das Original ist in der Fassade der Bordelais Weinhandlung zu sehen. | HETTE(N)BACH, Hieronymus (I777)
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| 1335 | Der sogenannte Bundesbrief von 1291 ist der bekannteste von mehreren Bundesbriefen und gilt in der traditionellen und populären Geschichtsschreibung als die Gründungsurkunde der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Er ist datiert auf Anfang August 1291. Der damalige Bund wurde von den lokalen Führungseliten in den Talschaften Uri, Schwyz und Unterwalden (oder Nidwalden, da der Text die «untere Talschaft» erwähnt) aufgestellt, womit diese gemeinhin als die ersten drei oder die Urkantone der späteren Eidgenossenschaft gelten. Er ist erhalten und im Bundesbriefmuseum in der Gemeinde Schwyz ausgestellt. Der Bundesbrief liegt als Pergamentblatt im Format 320 × 200 mm vor und umfasst 17 Zeilen in lateinischer Sprache und zwei verbundene Siegel. Das Siegel von Schwyz ging zwischen 1330 und 1920 verloren. «In Gottes Namen Amen. Das öffentliche Ansehen und Wohl erfordert, dass Friedensordnungen dauernde Geltung gegeben werde. – Darum haben alle Leute der Talschaft Uri, die Gesamtheit des Tales Schwyz und die Gemeinde der Leute der unteren Talschaft von Unterwalden im Hinblick auf die Arglist der Zeit zu ihrem besseren Schutz und zu ihrer Erhaltung einander Beistand, Rat und Förderung mit Leib und Gut innerhalb ihrer Täler und ausserhalb nach ihrem ganzen Vermögen zugesagt gegen alle und jeden, die ihnen oder jemand aus ihnen Gewalt oder Unrecht an Leib oder Gut antun. – Und auf jeden Fall hat jede Gemeinde der andern Beistand auf eigene Kosten zur Abwehr und Vergeltung von böswilligem Angriff und Unrecht eidlich gelobt in Erneuerung des alten, eidlich bekräftigten Bundes, – jedoch in der Weise, dass jeder nach seinem Stand seinem Herren geziemend dienen soll. – Wir haben auch einhellig gelobt und festgesetzt, dass wir in den Tälern durchaus keinen Richter, der das Amt irgendwie um Geld oder Geldeswert erworben hat oder nicht unser Einwohner oder Landmann ist, annehmen sollen. – Entsteht Streit unter Eidgenossen, so sollen die Einsichtigsten unter ihnen vermitteln und dem Teil, der den Spruch zurückweist, die anderen entgegentreten. – Vor allem ist bestimmt, dass, wer einen andern böswillig, ohne Schuld, tötet, wenn er nicht seine Unschuld erweisen kann, darum sein Leben verlieren soll und, falls er entwichen ist, niemals zurückkehren darf. Wer ihn aufnimmt und schützt, ist aus dem Land zu verweisen, bis ihn die Eidgenossen zurückrufen. – Schädigt einer einen Eidgenossen durch Brand, so darf er nimmermehr als Landmann geachtet werden, und wer ihn in den Tälern hegt und schützt, ist dem Geschädigten ersatzpflichtig. – Wer einen der Eidgenossen beraubt oder irgendwie schädigt, dessen Gut in den Tälern soll für den Schadenersatz haften. – Niemand soll einen andern, ausser einen anerkannten Schuldner oder Bürgen, pfänden und auch dann nur mit Erlaubnis seines Richters. – Im übrigen soll jeder seinem Richter gehorchen und, wo nötig, den Richter im Tal bezeichnen, vor dem er zu antworten hat. – Gehorcht einer dem Gericht nicht und es kommt ein Eidgenosse dadurch zu Schaden, so haben alle andern jenen zur Genugtuung anzuhalten. – Entsteht Krieg oder Zwietracht zwischen Eidgenossen und will ein Teil sich dem Rechtsspruch oder der Gutmachung entziehen, so sind die Eidgenossen gehalten, den andern zu schützen. – Diese Ordnungen sollen, so Gott will, dauernden Bestand haben. Zu Urkund dessen ist auf Verlangen der Vorgenannten diese Urkunde gefertigt und mit den Siegeln der drei vorgenannten Gemeinden und Täler bekräftigt worden. Geschehen im Jahre des Herrn 1291 zu Anfang des Monats August.» – Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft Abt. 1, Urkunden Bd. 1, Aarau 1933 | N., N. (I40515)
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| 1336 | Der Sohn Adalberts III. wurde 1204 geboren. Er erlebte das Ende der Regierungszeit von Friedrich Barbarossa, die kurze Epoche unter Heinrich VI., das Doppelkönigtum unter Philipp von Schwaben und dem Welfen Otto IV., die Herrschaft von Friedrich II. und die ersten Regierungsjahre von Konrad IV. In verschiedenen Urkunden tritt Hartmann IV. als Zeuge Friedrichs II. in Erscheinung. Eine Urkunde aus dem Jahr 1214 erwähnt ihn mit dem Titel „marchio de Dilingen“ (Markgraf von Dillingen). Noch häufiger, vor allem in den Jahren 1225 bis 1228, wird Hartmann auf Urkunden von Heinrich VII., Sohn und Mitkönig von Friedrich II., genannt. Als sich Heinrich von seinem Vormund, dem bayerischen Herzog Ludwig I., dem Kelheimer, abwandte, kam es auch zum Bruch mit dem Grafen von Dillingen, der sich auf die Seite des Bayernherzogs, seines Onkels, schlug. Dieser Seitenwechsel wirkte sich zum Vorteil Hartmanns aus und er stand auf der Seite des Kaisers, als der seinen Sohn 1235 in Worms entthronte und gefangensetzen ließ. Hartmann war auch im Gefolge Friedrichs, als der sich im Spätherbst 1235 in Augsburg aufhielt. Durch die Heirat einer Tochter Ottos II. von Bayern mit dem späteren König Konrad IV. kamen die Grafen von Dillingen in verwandtschaftliche Beziehung zur Familie des Kaisers. Hartmann IV. begleitete den Kaiser auf der Strafexpedition gegen den Babenberger Friedrich den Streitbaren und bezeugte mehrere Urkunden, darunter auch diejenige, in der die Stadt Wien dem Reich unterstellt wurde. Als Auswirkung der Zugeständnisse, die Friedrich II. im Jahr 1231 im Statutum in favorem principum den Fürsten bewilligt hatte, verzichtete das Königtum im Herrschaftsbereich der Grafen von Dillingen auf die Ausübung verschiedener Hoheitsrechte. Hartmann IV. baute die um die Burg in Dillingen entstandene Siedlung aus, in der er die Hoheitsrechte des Grund- und Landesherren ausübte. Er ließ den Ort befestigen, Gericht halten, Zölle erheben, Markt abhalten. Außerdem ließ er Münzen prägen, vermutlich in Ulm, wo ihm ähnliche Hoheitsrechte zugefallen waren. Nach der Überlieferung gründete er 1241 das Franziskanerinnenkloster in Dillingen und wohl auch das Kloster der Dominikanerinnen. Noch vor 1239 gründete Hartmann IV. das Dominikanerinnenkloster Maria Medingen in Mödingen. Für die Gründung eines Zisterzienserklosters verkaufte Hartmann IV. dem Edlen Heinrich von Rapperswil ein Gut in Wettingen. Die Marienkapelle in Wettingen wurde zur Grablege eines seiner Söhne und anderer Angehörigen seines Geschlechts. Auch die Klöster Kaisheim, Neresheim und andere Klöster bedachte er mit großzügigen Schenkungen. Die Besitzungen der Grafschaft waren weitverstreut und bestanden aus Allodialgut, Lehen und Vogteien. In Ulm war der Graf von Dillingen Reichsvogt. Die Ritter von Söflingen und von Wittislingen bekleideten Hofämter nach dem Vorbild des königlichen Hofes, erstere als Truchsessen, letztere als Schenken. Nach der Absetzung des Kaisers durch Papst Innozenz IV. auf dem Konzil von Lyon im Jahr 1245 wandte sich Hartmann IV. 1246 mit den schwäbischen Grafen Ulrich I. von Württemberg und Hartmann I. von Grüningen von Kaiser Friedrich II. und König Konrad IV. ab und unterstützte den Gegenkönig Heinrich Raspe. Dies führte zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit Konrad IV., der 1246, 1247 und 1249 in die Grafschaft Dillingen einfiel und dabei Neresheim niederbrannte. Nach dem Tod Konrads IV. wurde 1254 in Urach ein schwäbischer Landfrieden geschlossen und Konrads minderjährigem Sohn Konradin im Gegenzug für seinen Verzicht auf die Königskrone das Herzogtum Schwaben zugesichert. Hartmann IV. war mit Willibirg (oder Willibirgis) verheiratet, die einem hochadeligen Geschlecht (der Grafen von Württemberg oder der Edelfreien von Truhendingen) entstammte. Obwohl mindestens acht Kinder aus dieser Ehe hervorgingen, starb mit Hartmann IV. das Geschlecht der Grafen von Dillingen aus. | VON DILLINGEN, Hartmann IV. (I1605)
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| 1337 | Der Sohn arnulf von Kärnten war ein außerehelicher Sohn des ostfränkischen Königs Karlmann mit einer Adligen namens Liutswind, deren Herkunft ungewiss ist. | (OSTFRANKENREICH), Karlmann (I36533)
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| 1338 | Der Sohn des Kamenzer Stadtschreibers und späteren Bürgermeisters Theophilus Lessing (* 12. April 1647 in Schkeuditz; † 4. November 1735 in Kamenz) und seiner Frau Anna Dorothea (* 6. Februar 1671; † 6. Oktober 1719), der Tochter des Kamenzer Bürgermeisters Gottfried Hillmann (1637–1718) und dessen Frau Regina (geborene Wagner), besuchte die Lateinschule seiner Heimatstadt. 1707 wechselte er an das Gymnasium in Görlitz, wo er sich das Rüstzeug für ein Hochschulstudium erwarb. So vorgebildet, ging er am 4. April 1712 zur Universität Wittenberg. Durch ein kurfürstliches Stipendium unterstützt, besuchte er die philosophische Fakultät der Hochschule. Dort beschäftigte er sich vornehmlich mit dem Studium der orientalischen, der französischen und englischen Sprache. Nachdem er diese Studien am 30. April 1713 mit der Promotion zum Magister der Philosophie abgeschlossen hatte, verfolgte er ein Studium der Theologie. Dazu absolvierte er in Dresden das theologische Examen und trat 1717 das Amt eines Katecheten und Mittwochspredigers an der Kamenzer St.-Marien-Kirche an. Dort stieg er 1724 zum Archidiakon auf und nachdem sein Schwiegervater Gottfried Feller (* 24. Januar 1674 Großhartmannsdorf bei Freiberg (Sachsen); † 26. Februar 1733 in Kamenz) gestorben war, wurde er erster Pastor von Kamenz. Lessing war ein kenntnisreicher lutherischer Theologe, der am Standpunkt der lutherischen Orthodoxie haftend, allen neuen Bestrebungen des Zeitalters der Aufklärung kritisch gegenüberstand. Dabei prangerte er auch die Zustände seiner Heimatstadt an, was oftmals auch den Unwillen der Bevölkerung erregte. Familie Johann Gottfried Lessing heiratete am 16. Januar 1725 in Kamenz Justina Salome (* 3. November 1703 in Gersdorf (heute Haselbachtal); † 7. März 1777 in Kamenz), die Tochter des ersten Pastors von Kamenz, Gottfried Feller, und seiner Frau Anna Justina (geborene Schumann, * 28. August 1682; † 3. Juli 1758 in Kamenz). Aus dieser Ehe gingen zwölf Kinder – zehn Söhne und zwei Töchter – hervor, von denen fünf bereits früh verstarben. Für seine Söhne nahm er ständig Schulden auf, um ihre Ausbildung zu finanzieren. Seine Söhne Gotthold Ephraim Lessing, Karl Gotthelf Lessing und Gottlob Samuel Lessing (* 23. Januar 1739; † 9. Oktober 1803) erlangten ebenfalls Berühmtheit. Man kennt auch die Kinder Johann Theophilus Lessing (* 12. November 1732 in Kamenz; † 6. Oktober 1808 in Chemnitz),[1] Dorothea Salome Lessing (1727–1803) und Gottfried Benjamin Lessing (* 12. Dezember 1735; † 1764). | LESSING, Johann Gottfried (I48391)
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| 1339 | Der Sohn des Wollhändlers Jakob Kremer (* 1435) und der Margaretha (Greitgen) Peltzer nannte sich zunächst wie seine Brüder „Kremer, genannt Peltzer“. Seit seiner Immatrikulation im Jahre 1482 zum Studium der Philosophie und Theologie an der Universität Köln war er vor allem als „Matthäus Aquensis“ (Matthäus von Aachen) bekannt. Er war der Onkel des später zum Protestantismus gewechselten Aachener Bürgermeisters Matthias Peltzer. Nach Abschluss seines Studiums wurde Kremer als Lektor der Philosophie an der Montanerburse im damaligen Kölner Ortsteil Niederich übernommen. Dieses war neben der Laurentianer- und der Cornelianerburse die älteste der drei Kölner Bursen, welche im Jahr 1420 von Heinrich von Gorinchem gegründet worden war und eine thomistische Ausrichtung verfolgte. Allesamt waren sie Teil der alten Universität Köln. Hier wurde Kremer besonders durch Valentin Engelhard von Geldersheim gefördert, der ihn später auch per Testament zum Nachfolger als Regens der Montanerburse bestimmte. Zunächst wurde er aber im Jahr 1510 sowie erneut im Jahr 1516 zum Dekan der philosophischen Fakultät der Universität Köln gewählt. Noch im Jahr 1516 erhielt er auch die Promotion eines Doktors der Theologie sowie die Ernennung zum Kanoniker an St. Andreas in Köln. Schließlich erfolgte nach dem Tod von Engelhard am 28. Juni 1533 seine Ernennung zum Regens. Kremer selbst verfügte ebenfalls per Testament, dass der amtierende Regens der Montanerburse, Gerhard Mathisius von Geldern, seine Nachfolge antreten solle. Obwohl selbst der Reformation zugewandt, rühmte ihn der Schweizer Reformator und Geschichtsschreiber Heinrich Bullinger, der von 1520 bis 1522 in Köln studiert hatte, als den tüchtigsten Lehrer der Burse und schätzte Kremer auf Grund seiner philosophischen Kenntnisse. Bulllinger: (* 18. Juli 1504 in Bremgarten, Aargau; † 17. September 1575 in Zürich) war ein Schweizer Reformator und während 44 Jahren Antistes der Zürcher reformierten Kirche. Kremers Zeit in Köln war geprägt sowohl vom Einfluss des Humanismus auf die Universität zu Köln als auch von der aufkommenden Reformationsbewegung. Als konservativer und überzeugter Scholastiker schloss er sich nicht den humanistisch-reformerischen Bestrebungen an, die durch Peter Rinck, Petrus von Ravenna, Johannes Caesarius und Anderen an der Universität vorangetrieben wurden. Stattdessen beteiligte er sich mit den Gelehrten der theologischen Fakultät an der Umsetzung einer Zensur des Humanismus, wodurch es in der Folge zu einem stetigen Rückgang der Studentenzahl kam. Dennoch verschloss er sich nicht vollends den notwendigen Reformen an der Universität und gehörte ab 1525 der zweiten Kommission nach 1523 an, die abgestufte und angepasste Reformmaßnahmen planen und umsetzen sollte. Kremers eigentliche Leidenschaft war aber der Kampf gegen die aufstrebende Reformationsbewegung. Dabei legte er sich vor allem mit dem Theologen und Verfechter der Reformation Martin Bucer an, der in den Jahren 1542/1543 ein Jahr lang in Bonn lebte, um im Auftrag des Erzbischofs von Köln, Hermann V. von Wied, die Reformation im Erzbistum Köln vorzubereiten und in diesem Zusammenhang 1543 zwei eindringliche Reformationsschriften („Einfaltigs Bedencken“) verfasste. Kremer, der sich im gleichen Jahr den Jesuiten angeschlossen hatte und enge Beziehung zum Jesuitenpater Petrus Canisius pflegte, der seinerseits ebenfalls die Gegenreformation vorantrieb, konterte mit fünf überlieferten öffentlichen Schriften auf die Thesen Bucers. Dieser Einsatz seitens Kremer als Rektor der Universität Köln führte in Zusammenhang mit den anderen gegenreformatorischen Aktivitäten des Domkapitels und der Jesuiten zur Suspendierung und Exkommunizierung von Erzbischof Hermann durch Papst Paul III. und schließlich nach Eingreifen von kaiserlichen Kommissaren noch zu dessen endgültigem Rücktritt. Bis zuletzt für seine Überzeugung kämpfend, verstarb Kremer im hohen Alter von 92 Jahren am 12. November 1557 und wurde auf dem nahen Friedhof in der Stolkgasse begraben. Per Testament vermachte er noch je zwei Stiftungen für Köln und für seine alte Heimatstadt Aachen. Bei den Stiftungen in Köln sollten zum einen die Doktoren und Baccalaureen mit je drei Schillinge für die Teilnahme an der jährlich am 27. Januar abzuhaltenden Messe der theologischen Fakultät belohnt werden und der Konvent mit zwei Goldgulden für die Durchführung dieser Messe. Zum anderen vermachte er dem Jesuiten-Kolleg in Köln 1000 Goldgulden für den Aufbau des Jesuitenordens. Mit seinen beiden Stiftungen für Aachen bedachte Kremer zum einen die Stadt Aachen selbst und zum anderen das damalige Kloster Marienthal mit der Auflage, bedürftige Mitglieder seiner Familie zu unterstützen oder ihnen, sofern sie dem Konvent beitreten sollten, eine Rente aus diesem Fonds zu zahlen. Als Testamentvollstrecker und Stiftungsverwalter setzte er hierfür den vormaligen Bürgermeister Caspar von Schwartzenberg ein. Dazu kam es aber, so weit bekannt ist, nicht, da die Familie Peltzer, wie sie hier offiziell hieß, sich mehrheitlich der Reformation angeschlossen hatte und deshalb auch Ende des 16. Jahrhunderts während der Zeit der Aachener Religionsunruhen mit der Reichsacht belangt wurde, woraufhin sie mehrheitlich in die nahe gelegenen Spanische Niederlande bzw. nach Stolberg auswanderte. Ein in den 1850er Jahren übermaltes Porträt von Matthias Aquensis befindet sich heute im Sitzungssaal der Verwaltung der Kölner Studienstiftung. Der Schweizer Universalgelehrte Heinrich Loriti (Glarean) widmete von Basel aus unter dem Titel „Duo elegiarum libri ad Uldericum Zinlium Doggium, Basileae MDXVI“ eine dieser beiden Elegien dem Matthias Aquensis: „ad Matthiam Aquanum philosophum et theologum Agrippinensem“. | KREMER, Matthias (I49084)
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| 1340 | der Sohn Eberhard I. heiratet Anna von Kyburg und begründet das Haus Habsburg-Kyburg Sohn Rudolf II. wird Bischof von Konstanz Die Freiherren von Regensberg waren ein bedeutendes Schweizer Adelsgeschlecht im ehemaligen Zürichgau; die genaue Genealogie, insbesondere der frühen Jahre, ist umstritten. Sie waren verwandt mit den Freiherren von Krenkingen, diese führten ein ähnliches Wappen. Ihre Blütezeit erlebten die Regensberger im Hochmittelalter, und zu ihrem Herrschaftsbereich gehörten weite Teile des heutigen Kantons Zürich. Die Klöster Fahr und Rüti sowie die Städtchen Regensberg, Grüningen, Kaiserstuhl und Glanzenberg zählen zu ihren bekanntesten Gründungen. Hinzu kam Streubesitz im Aargau, Thurgau und nördlich des Rheins bis nach St. Blasien im Schwarzwald sowie einige namhafte Burgen und Kirchen. | VON REGENSBERG, Gertrud (I22288)
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| 1341 | Der Sohn eines Kaufmanns studierte am Zürcher Polytechnikum bei Gottfried Semper und an der Wiener Akademie bei Theophil von Hansen. Von 1874 bis 1883 leitete er im Auftrag Hansens den Bau des Wiener Parlamentsgebäudes, ab 1885 war er selbst Professor. Das mit Abstand bekannteste Bauwerk Auers ist das Bundeshaus in Bern: Von 1888 bis 1892 entstand nach seinen Plänen der Ostflügel, anschliessend von 1894 bis 1902 das Parlamentsgebäude, welches er als Schweizer Nationaldenkmal konzipierte. Daneben entwarf Auer mehrere Gebäude im Auftrag von Post und Bahn, darunter den Bahnhof Luzern. Seine Tochter Grethe Auer (1871–1940) war Schriftstellerin. von Sennwald, St. Gallen, Zürich und Bern. Sohn des Johannes, Kaufmanns, und der Emma Elisa Henking. 1871 Maria Elisa Henking. In Zürich aufgewachsen, studierte A. 1865-68 am Polytechnikum bei Gottfried Semper. Nach Fortsetzung seiner Stud. an der Bauakad. Wien (bei Theophil von Hansen) wirkte er 1874-84 als dessen Assistent und 1885-88 als Prof. an der Wiener staatl. Gewerbeschule. Für den Bau des Bundeshauses Ost (1888-92) zog er nach Bern um, nachdem er 1885 im Wettbewerb um die Erweiterung des Bundesrathauses den 2. Preis (nach Alfred Friedrich Bluntschli) und den Bauauftrag erhalten hatte. 1891 obsiegte er über Bluntschli im Wettbewerb um das Parlamentsgebäude in Bern, dessen Bau er 1894-1902 leitete. Im Auftrag des Bundes baute er 1891-92 die ehem. Bahnhofpost in Liestal und wahrsch. noch weitere anonym gebliebene Werke. 1890-1904 lehrte er als ao. Prof. die Gesch. von Architektur und Plastik an der Univ. Bern. 1891-98 Mitglied der Eidg. Kunstkomm. (1897-98 Präs.). 1902 zum Ehrendoktor der Univ. Basel ernannt, baute er als Architekt der SBB noch weitere bisher anonym gebliebene Werke im Auftrag des Bundes. Ehrenbürger der Stadt Bern (1902). ETH-GTA, Nachlass Schweiz. Bauztg., Nr. 48, 1906, 112, 124 f. A. Müller, Der verbitterte Bundeshausarchitekt, 2002 Martin Fröhlich: "Auer, Hans", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 11.11.2024. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/019818/2024-11-11/, konsultiert am 26.11.2024. https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Wilhelm_Auer https://www.deutsche-biographie.de/sfz1508.html#ndbcontent | AUER, Prof. Dr. h.c. Johann Wilhelm (I6925)
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| 1342 | Der St. Galler Nekrolog nennt ihn zu seinem Todestag „Herzog und Zierde der Alamannen“ (dux et decus Alamanorum). | VON SCHWABEN, Ernst II. (I36040)
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| 1343 | Der staatlich anerkannte Erholungsort Weisenbach ist die kleinste Gemeinde des Landkreises Rastatt und liegt im Nordschwarzwald im tief eingeschnittenen Tal des Flusses Murg in der Mitte zwischen Rastatt und Freudenstadt. | KRIEG, Magdalena (I9484)
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| 1344 | Der Stammort der Familie war Kaufbeuren. Hans Hörmann der Ältere bekleidete dort von 1403 bis 1404 das Amt des Bürgermeisters. Georg Hörmann wurde durch seine Heirat mit der Augsburger Patriziertochter Barbara Reihing 1528 in die Augsburger Herrenstube und Kaufleutezunft aufgenommen. Hörmann, seit 1520 Faktor der Fugger in Antwerpen und Schwaz, erhielt am 12. Juni 1530 von Kaiser Karl V. den erblichen Reichsadelsstand.[1] 1534 verkaufte Anna Honold ihren Anteil des Dorfes Gutenberg an Georg Hörmann, der sich von nun an „von und zu Gutenberg“ nannte. König Ferdinand I. erhob ihn 1534 zum königlichen Rat. Bis zur Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit blieb Gutenberg in Besitz seiner Nachkommen. Des Weiteren erwarb Georg Hörmann 1544 die Herrschaft Waldegg.[2] Georgs Enkelin, Katharina Hörmann verlobte sich 1588[3] mit Lukas Geizkofler von Reiffenegg (1550–1620), Rechtsanwalt der Fugger. Aus der Ehe gingen zwei Söhne und drei Töchter hervor.[4][5] Er war der Onkel von Zacharias Geizkofler.[6] Georg Christoph Friedrich Hörmann (1782–1864) kaufte Senftenau bei Lindau. Georg Christoph (* 1782), auf Senftenau, Anna Catharina, in München, und Johann Jacob Hörmann von und zu Gutenberg, Landgerichtsassessor in Bregenz, wurden 1813 in die Adelsmatrikel des Königreiches Bayern aufgenommen.[7] Christoph Friedrich Hörmann von Senftenau bot 1825 das Landgut Senftenau zum Verkauf an.[8] | HÖRMANN VON UND ZU GUTENBERG, Reg. Katharina (I51433)
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| 1345 | Der Ursprung der Attinghausen-Schweinsberg bildete wahrscheinlich die Sippe der Herren von Signau, die ihren Stammsitz auf der Burg Schweinsberg bei Eggiswil im Emmental hatten. Wann und welches die Gründe für ihr verlassen des alten Herrschaftsbereiches waren sind nicht bekannt. Die Familie nannte sich abwechslungsweise "von Attinghausen" oder "von Schweinsberg" und waren ein einflussreiches Geschlecht. Des öfteren wurden Mitglieder der Familie bei Streitigkeiten oder bei wichtigen Angelegenheiten als Vermittler oder Zeugen herbeigezogen. Die Attinghausen griffen immer mehr in die urnerische Politik ein und gewannen immer mehr Einfluss und ansehen. Mit Freiherr Werner II von Attinghausen gewann die Familie noch mehr an Einfluss und Vertrauen. Er war bei verschiedenen Verträgen, Schenkungen und Alpstreitigkeiten als Zeuge anwesend. Beim dreijährigen Schutzbündnis von Uri und Schwyz mit Zürich am 16. Oktober 1291 gehörte Werner II zur urnischen Vertretung. Das Landammann Amt Uri übernahm Werner II spätestens 1294 von dessen Vorgänger Arnold von Silenen. Es gelang ihm, dank Privilegien durch König Arnold 1297 und Ludwig des Bayern 1316 einerseits, und der Siegreichen Schlacht bei Morgarten 1315 anderseits, die Sicherung des urnischen Territoriums. Nach dem Tode Werners II von Attinghausen wurde sein Sohn, Johann, Landammann von Uri. Johann behielt das Amt bis zu seinem Tode 1357. Er nannte sich ausschliesslich "von Attinghausen", nicht wie sein Vater Werner II, abwechslungsweise mit beiden Namen siegelte. Johann von Attinghausen war ein eifriger Verfechter des Bündnisses der acht Alten Orte. 1339 führte Johann das urnerische Kontingent in der Schlacht von Laupen an. 1354 wurde er durch Kaiser Ludwig zum "Rector Vallesiae" ernannt, und konnte so seine Macht bis ins Wallis ausdehnen. Am 27. November 1357 wird Johann von Attinghausen das letzte mal als Landammann von Uri erwähnt. Mit ihm verschwand der bedeutendste Vertreter der Herren von Attinghausen abrupt aus der Urner Politik. Jakob, Johanns minderjähriger Sohn, wurde von der Zürcher Äbtissin als Pfarrektor von Altdorf eingesetzt und soll während seiner Reise nach Avignon 1359 verschollen sein. Über das plötzliche verschwinden Johann von Attinghausens aus der Urner Geschichte gibt es verschiedenen ungeklärte Vermutungen. Es wird vermutet das er Opfer eines Aufstandes wurde bei dem er sein leben liess. Der Grund für diesen Umsturz war sehr wahrscheinlich seine übertriebenen persönlichen Machtansprüche. Möglich ist aber auch das die Attinghausen in Konflikt mit anderen Lokalen Adelsfamilien gerieten die ihren Einfluss in Uri erweitern wollten oder denen die Macht der Attinghausen zu gross war. Die Interessen der Attinghausen kreuzten sich mit denen der Meier von Erstfeld, Silenen und den von Moos. | VON ATTINGHAUSEN-SCHWEINSBERG, Werner (I10544)
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| 1346 | Der Ursprung der Groß ist vermutlich auf die Ministerialität aus dem Nürnberger Umland zurückzuführen. Der erste überlieferte Groß ist „Heinricus Divus“ (Heinrich der Reiche, ca. 1250–1314/17), der Sophia von Vestenberg aus einem Reichsministerialengeschlecht heiratete. Seine sechs Söhne und zwei Töchter gingen sämtlich Heiratsverbindungen mit Familien aus dem Nürnberger Patriziat ein, in das die Familie Groß mit ihrer Aufnahme in den Inneren Rat im Jahr 1319 schon früh eintrat. Die Groß waren geschäftlich mit der Stromerschen Handelsgesellschaft, aber auch mit den Mendel und Stark verbunden, sowie im böhmischen Kupferbergbau um Kuttenberg und im Viehhandel vertreten. Sie übten mehrfach das Amt des Reichsschultheißen aus, verwalteten lange Zeit den Zoll und die Reichsmünzstätte in Nürnberg, sowie das Gericht von Heroldsberg. Konrad Groß (um 1280–1356), der bekannteste Vertreter des Geschlechts und Sohn von Heinrich dem Reichen, war der wohlhabendste Nürnberger seiner Zeit. Er war auch Finanzier des Bischofs von Bamberg und Kaiser Ludwigs des Bayern, Er stiftete 1339 das Nürnberger Heilig-Geist-Spital und beteiligte sich, zum Missfallen seiner Kinder, in den folgenden Jahren noch an etlichen Klosterstiftungen. Seine Nachfahren verschuldeten sich zusehends und mussten ihre Besitztümer verkaufen. Mit Sebastian Groß starb 1589 der letzte des Geschlechts völlig mittellos als Pfründner im Heilig Geist Spital. | GROSS, Heinrich ´Heinz der Reiche` (I51408)
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| 1347 | Der ursprüngliche Sitz der Rapperswiler am linken Ufer des Zürichsees profitierte von der wichtigen Handelsstrasse am linken Ufer des Zürichsees, die Zürich über die Bündner Pässe mit der Lombardei und Venedig verband. Die Erschliessung der Schöllenenschlucht um das Jahr 1200 eröffnete eine direkte Nord–Süd–Handelsroute. Zusammen mit der bedeutenden Pilgerroute (Schwabenweg) und der Eskalation des Marchenstreits um das Jahr 1214 dürfte dies zur Errichtung von Burg und der befestigten Stadt Rapperswil (Neu-Rapperswil) am rechten Zürichseeufer (Gründungsjahr 1229) geführt haben.[8] Nach der Gründung des neuen Stammsitzes unter Rudolf II. und Rudolf III. lag der Schwerpunkt der Besitzungen nun im Gebiet um den oberen Zürichsee, in der March, in der Herrschaft Greifensee und in Uri, mit Streubesitz in der Linthebene, im Aargau und im Zürichgau. Um 1232/33 gelang den Rapperswilern mit Rudolf III. als Anhänger der Staufer der Aufstieg in den Grafenstand. Damit wurde ein Teil ihrer Besitzungen aus der Landgrafschaft Zürichgau losgetrennt und bildete nun eine eigene Grafschaft: March mit dem Wägital, Rapperswil als Verwaltungszentrum, Jona, Kempraten und Wagen, sowie die Höfe Pfäffikon, Wollerau und Bäch, als Lehen vom Kloster Einsiedeln. Das Gebiet der zusammenfassend Höfe genannten Besitzungen wurde 1342 vom Kloster Einsiedeln an Jakob Brun, dem Bruder des Zürcher Bürgermeisters Rudolf Brun, verkauft respektive Graf Johann II. verpfändete an ihn die Höfner Vogtei.[9] 1240 erhielten die Rapperswiler von den Staufern die Kastvogtei über Einsiedeln, das Kloster Disentis sowie die Reichsvogtei über das Urserental – und damit Zugang zu den strategisch wichtigen Pässen über Gotthard, Furka und Oberalp. Die männliche Linie des Geschlechts der Rapperswiler – deren Besitzungen sich um 1283 im Raum Wettingen, in Uri, Winterthur, im Zürcher Oberland und am oberen Zürichsee konzentrierten – endete 1283 mit dem Tod des minderjährigen Rudolf V. (* um 1265; † 15. Januar 1283).[10] Nach dem Tod Rudolf V. zog König Rudolf I. von Habsburg die Reichslehen der Rapperswiler an sich und übergab die an das Kloster St. Gallen zurückfallenden Lehen an seine Söhne. Damit kam Rudolf I. von Habsburg in den Besitz der Reichsvogtei über das Urserental – und des strategisch wichtigen Gotthardpasses sowie der Vogtei über Einsiedeln. vonRapperswil Version vom: 27.07.2010 Autorin/Autor: Franziska Hälg-Steffen Hochadliges Geschlecht des 11. bis 14. Jahrhunderts, ab 1233 Grafenfamilie. Die Rapperswil stellen nach neuerer Forschung nicht eine Abstammungsfamilie männlicher Deszendenz dar. So setzten sie die Generationenfolge nach genealogischen Brüchen um 1200 und um 1230 höchstens kognatisch fort. Unter dem Namen Rapperswil beanspruchten vor allem nach 1200 mehrere Familie die Rapperswiler Herrschaftsrechte. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts waren dies vermutlich Vertreter der Freiherren von Vaz als Nachfolger der sich aus dem Umfeld der Freiherren von Wädenswil rekrutierenden Alt-Rapperswiler des 12. Jahrhunderts; nach der Mitte des 13. Jahrhunderts scheinen wieder Vertreter aus dem Clan der benachbarten Freiherren von Wädenswil die Oberhand gewonnen zu haben. Das gängige Argumentieren mit komplizierten Erbgängen und Linienbildungen, unter anderem über die kontrovers diskutierte Frage, ob zwischen 1223 und 1262 ein oder mehrere Vertreter des Vornamens Rudolf mit agnatischer oder kognatischer Erbfolge anzunehmen seien, greift zu kurz. Zusammenhänge mit den hochmittelalterlichen Herren von Uster und von Hinwil dürfen angenommen werden. Die Rapperswil, mit den Brüdern Wetzel und Eppo im 11. Jahrhundert erstmals bezeugt, hatten zwar nur wenig Allodialbesitz, doch verfügten sie als Kastvögte des Klosters Einsiedeln sowie als Lehensträger der Klöster St. Gallen, Reichenau und Pfäfers über Güter und Rechte am oberen Zürichsee, im Zürcher Oberland, im Glattal (mit der Herrschaft Greifensee) sowie in Uri. Als Parteigänger des staufischen Kaiserhauses gelangten sie um 1240 in den Besitz der Reichsvogtei Ursern. Als neues Herrschaftszentrum neben der Burg Alt-Rapperswil bei Altendorf begannen die Rapperswil spätestens nach 1220 mit dem Bau der Stadt und Burg Rapperswil. Die Rivalitäten zwischen den verschiedenen Clans manifestierten sich im 13. Jahrhundert in zahlreichen Güterkonflikten, die mittels klösterlichen Stiftungen zu regeln gesucht wurden. Heinrich II. (->) stiftete um 1227 das Zisterzienserkloster Wettingen, dem er alle Rapperswiler Rechte in Uri übergab. Zwei verschiedene Träger des Vornamens Rudolf (-> und ->) gründeten die Klöster Bollingen (1251) und Wurmsbach (1259). Verwandtschaftliche Verbindungen bestanden um die Mitte des 13. Jahrhunderts zu den Grafen von Homberg, den Freiherren von Wädenswil, von Strättligen, von Schwanden, von Windegg, den Grafen von Kyburg und womöglich zu den Freiherren von Attinghausen sowie den Grafen von Toggenburg. Der Niedergang der Rapperswil begann in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts unter Rudolf V., der 1283 als Ultimus starb, und setzte sich unter der Erbtochter Elisabeth (->), seiner Schwester, infolge des massiven Zugriffs der erstarkenden habsburgisch-österreichischen Landesherrschaft mit immer weitergehenden Verkäufen fort. | VON RAPPERSWIL, N. (I23665)
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| 1348 | Der Vater Hermann Schlumpf war in der Weberzunft, 1573-77 Enditschauer (Endit = Indigo: er kontrolliert auch die Qualität der blauen Leinwand), 1574-1603 Obmann der Mangeschau, 1588-1603 Rathsherr, 1591-1603 Bleichgänger, 1592 und 1600 Bussner, gab 1568 eine Hörscheibe (Andreas Hör - Glaskunst) in Auftrag. 1589 erreicht sein Vermögen das Maximum von 62000 Gulden. Als Kaufmann in Nürnberg erfolgreich war Kaspar 1565 - 1618, der 1617 das Maximum von 45`000 Gulden versteuerte. Halbbruder von Schlumpf Sabina ( 1581-1634)-deren Mutter ist Elisabeth Cunz (1533) Wappenbeschreibung / Blasonierung In Gold übereinander drei rot gebänderte, schwarze Jagdhörner. | SCHLUMPF, Kaspar \Caspar (I19929)
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| 1349 | Der Vater Martin Schlumpf heiratet in Ulm 1588 die verwitwete Tochter des Politikers Hans Krafft in Ulm, Benigna Krafft, die ihm eine Tochter schenkte. Ihre erste, 1580 geschlossene Ehe mit Leonhard Zollikofer, Schöpfer des Fideikomisses Altenklingen, war kinderlos geblieben. Martin erhielt 1604 zusammen mit seinen Neffen Kaspar und Hans die Schlumpfen und Mitverwandte von der Stadt St. Gallen ein Darlehen von 8000 Gulden. 1619 versteuerte er das Maximum von 230`000 Gulden, seine Witwe 1623 das Maximum von 55`200 fl.. Die einzige überlebende Tochter Ana heiratete 1609 Georg Zollikofer aus der Ehe Zollikofer-Seuter. | SCHLUMPF, Anna (I3106)
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| 1350 | Der Vater starb wenige Wochen nach der Geburt des Sohnes. Im Jahre 1786, kurz nach der Thronbesteigung König Friedrich Wilhelm II. , sollte der seit dem Jahre 1741 bestehende Adel für den Berliner Familienzweig auch auf die jüngeren Brüder des Ahnherrn Georg Grolman ausgedehnt werden. Doch Adolf Ludwig von Grolman lehnte dieses Ansinnen aus bürgerlichem Stolz ab. Auch das Zureden seines Vetters Ludwig Adolf Christian von Grolman (1741-1809), Konsistorialrat in Gießen und seiner Gattin konnten ihn nicht umstimmen. Er schien sehr stolz auf seine bürgerliche Herkunft und auch auf seinen Namen zu sein, sodass er schwor seine Kinder zu enterben, wenn sie jemals den Adel annehmen würden. Grolman starb am 21.09.1795 in seiner Vaterstadt Gießen. | GROLMANN, Adolf Ludwig (I6287)
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