Strauss Genealogie


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1701 Düsssseldorf
Die erste schriftliche Erwähnung von Dusseldorp in einer Schreinskarte kann nicht sicher datiert werden und stammt frühestens aus dem Jahr 1135. Am 5. Juni 1288 fand die Schlacht von Worringen, das kriegerische Finale im zuvor bereits sechs Jahre währenden Limburger Erbfolgestreit, statt, in deren Folge Graf Adolf V. von Berg Düsseldorf am 14. August 1288 die Stadtrechte verlieh. Die nur 3,8 Hektar große Stadt war bereits früh ein mit einer Stadtmauer und einem Graben gesicherter Ort, der die Westgrenze der Grafschaft Berg markierte 
HENDRICKSEN, Helena\e Maria (I116)
 
1702 DYNASTENGESCHLECHT DES ALTEN ZÜRICHGAUES
Erstes Vorkommen 1122.
Ratsgeschlecht des Freistaats Bern.
Eintritt in das Bernische Bürgerrecht 1463.
Eintritt in den Grossen Rat 1542.
Eintritt in den Kleinen Rat 1595.

GESCHICHTLICHES
I. VOR EINRTITT IN DAS BERNISCHE BÜRGERRECHT

Über den Ursprung dieses uralten Dynastenhauses herrscht nicht volle Klarheit. Möglicherweise ist es eines Stammes mit den FREIEN VON ESCHENBACH, VON SEIDENBÜREN und VON RÜSEGG, deren Besitzungen denjenigen der HEREN VON BONSTETTEN sehr nahe gelegen waren. Ältere Schreibarten des Namens sind
Bonstadin, Bonstetin, Ponstetten etc., (in den Urkunden ist es oft schwer, sie von den Herren von Bottstein zu unterscheiden). In den MONUMENTA BOICA werden genannt ALBRECHT VON PUMSTETTEN 1133, ENZ VON PAUMSTETTEN 1135, EHRENFRIED VON PONSTETTEN und HETZEL VON PAUMSTETTEN 1150;
da von diesem Zeitpunkt an keine Träger dieses Namens mehr in Bayern erscheinen und urkundlich zum ersten Mal im Gebiet der heutigen Schweiz HEINRICH VON BONSTADIN 1122 «nobilis vir» mit seinem Freund CONRAD VON SELDENBÜREN in einer Urkunde zugunsten des KLOSTERS ENGELBERG erscheint, so besteht auch wiederdie Hypothese, dass die in diesen Gegenden begüterten welfischen Herzoge VON BAYERN den Stamm der Paumstetten in die Schweiz versetzt hätten, wo er der nun abgegangenen Burg BONSTETTEN AM ALBIS den Namen gab.
JOHANNES DE BONSTETIN führte - allerdings ganz vereinzelt - in seinem Schild an einer Urkunde vom 24. September 1251 (St.-Arch. Zürich, Fach Konstanz Nr. 987) eine Staude oder Baum mit rankenartig
verschlungenen Zweigen , was für eine ehemalige Namensform «BAUMSTETTEN» einigermassen zu sprechen scheint.
Von einigen Chronisten werden freilich schon ULRICH VON BONSTETTEN, Abt von St.Gallen gest. 960 (nach andern ein v. Bottstein!) und zwei Bischöfe von Konstanz den HERREN VON BONSTETTEN zugeschrieben, worunter RUMOLD 1052 - 59, später Propst zu Goslar und Abt zu Rheinau, in dessen Schutz und Schirm KAISER HEINRICH III. aus dem Geschlecht der Salier (1017-1056) sterbend seine zweite Gemahlin AGNES, Tochter des Herzog Wilhelm von Aquitanien + 1077) empfahl und ihm seine Tochter MATHILDIS (+1060), die spätere Gemahlin des Gegenkönigs RUDOLF VON RHEINFELDEN (+1080), zur Erziehung anvertraute.
Wie dem nun sei, urkundlich wird die Familie zum ersten Mal 1122 mit dem schon erwähnten HEINRICH VON BONSTETTEN genannt, dessen freiherrlicher Rang aus der Bezeichnung «vir nobilis» hervorgeht. Ein CONRAD VON BONSTETTEN ist Zeuge 1155 mit andern Herren, worunter der Markgraf WERNHERR VON BADEN, bei einer Schenkung an das Kloster St. Martin auf dem Zürichberg.

Im XIII. Jahrhundert erscheinen während drei Generationen Mitglieder der Familie als Inhaber der Reichsvogtei von Zürich und St. Gallen. HERMANN VON BON STETTEN, Freiherr und kaiserlicher Reichsvogt zu Zürich 1215 für FRIEDICH II. VON HOHENSTAUFEN, verbürgt sich am 2. Juni 1225 für die Familie VON SCHNABELBURG in einem Streit, den sie mit der Propstei Zürich hatte. HEINRICH und ULRICH figurieren im Juni 1217 als Zeugen beim Urteilsspruch des Grafen RUDOLF VON HABSBURG zwischen Einsiedeln und Schwyz.
In zahlreichen Urkunden des Klosters Kappel, des Stiftes Zürich und anderer Gotteshäuser findet man HERMANN II., ebenfalls kaiserlicher Reichsvogt und Landrichter im Thurgau und im Aargau (vicem
laugravii gerens in Reusstal). Als Zeuge erscheint er mit andern Herren am 29. September/14. November 1272 anlässlich der Heirat der Tochter des Grafen RUDOLF VON HABSBURG (des späteren Kaisers) mit dem Grafen MEINRAD VON TIROL.
Als Landrichter des Thurgaus gibt er am 1. Mai 1275 den Spruch, dass 10jährigem unangefochtenem Besitz 10jährige Verjährung folgen solle; in der gleichen Eigenschaft beurteilt er mit andern am 22. April 1277 einen Streit zwischen den Königssöhnen und dem KLOSTER WETTINGEN.
Als Richter des königlichen Hofes erscheint er 1286 zu Augsburg, in Thüringen 1290 und in Basel und Baden 1291.
Von seiner Gemahlin WILLIBURGA (von KYBURG ?) hatte er zwei Söhne, JOHANN, der jung starb und zu Kappel begraben wurde, und HERMANN III., ebenfalls Reichsvogt und Landrichter.
Als Landrichter des Thurgaus bestätigte dieser 1293 der Stadt St. Gallen im Namen KÖNIG ADOLFS VON NASSAU die ihr von RUDOLF VON HABSBURG erteilten Rechte; in der gleichen Eigenschaft präsidierte er auch 7. Januar 1300 bei der Verpfändung der Burg und Stadt GREIFFENSEE mit dem Glattsee durch die GRÄFIN ELISABETH VON HABSBURG an die beiden HERMANN VON LANDENBERG Vater und Sohn.
Um 1300, vor seinem Vater, muss HERMANN III. verstorben sein, von seiner Gemahlin OFEMIA (von RAPPERSWYL?) laut Familienarchiv einen Sohn JOHANN, Herrn auf Uster und Landvogt der Herzöge von Österreich im Ober-Elsass, Sundgau und Aargau um 1320 hinterlassend.

JOHANNES einer Sohn RUDOLF, vermählt in erster Ehe mit JULIANA, GRÄFIN VON HABSBURG-LAUFFENBURG (Tochter JOHANNES I. von H.-L.) und nachmals mit einer Freiin VON BRANDIS, hinterliess von seiner ersten Gemahlin HERMANN, Fürstabt von St. Gallen 1333 - 60 und ANNA, Stiftsdame - nach einigen Äbtissin - des Fraumünsters in Zürich und SÄCKINGEN?!.
Obiger HERMANN, vom Papst JOHANNES XXII. 1333 zu Avignon zum Abt vonSt. Gallen ernannt und 1335 zu Nürnberg von KAISER LUDWIG VON BAYERN mit Szepter, Kuss und Ring mit Reichsfürstenlehen belehnt, genoss den Ruf eines humanen und gerechten Kirchenfürsten; unter seiner Regierung gelangte namentlich auch der Leinwandhandel in St. Gallen zu hoher Blüte.

DIE MORDNACHT VON ZÜRICH
RUDOLFS Sohn aus zweiter Ehe, JOHANN, wurde 1350 in der MORDNACHT VON ZÜRICH mit dem GRAFEN VON HABSBURG gefangen genommen und 5 Jahre im WELLENTURM eingekerkert gehalten; vom Hause Österreich wurde ihm 1300 Winterthur und die Grafschaft Kyburg für 6000 Goldgulden verpfändet, aber bald wieder ausgelöst.
Bei SEMPACH befehligte JOHANN 1386 einen Heerhaufen Herzog LEOPOLDS, doch wurde die Schlacht schon vorseinem Eingreifen entschieden. Seine Gemahlin und sein Todestag sind unbekannt.

STAMMVATER
STAMMVATER aller späteren Herren VON BONSTETTEN ist ULRICH, des obgenannten RUDOLOFS Bruder, der als letzter seines Hauses auf der alten gleichnamigen Stammburg BONSTETTEN AM ALBIS residierte und noch 1326 auf der BURG BONSTETTEN urkundete.
Bald nach der Mordnacht von Zürich wurde BONSTETTEN von den Zürchern annektiert und zerstört, später allerdings wieder restituiert. Ihren Sitz verlegte die Familie auf USTER, welche Burg sie teils durch Kauf, teils laut Miscellaneen des Dechanten ALBRECHT VON BONSTETTEN (siehe unten) durch Allianz mit einer GRÄFIN VON RAPPERSWIL erworben hatte.
Von ANNA VON SEON, mit welcher er reiche Vergabungen an die Kirche von USTER stiftete, hinterliess Ulrich bei seinem 1353 erfolgten Tode einen Sohn, der gleichfalls ULRICH hiess.

ULRICH VON BONSTETTEN UND ADELHEID MANESSE VON MANEGG
Ebenfalls bei der MORDNACHT VON ZÜRICH gefangen genommen und mehrere Jahre im Wellenturm eingesperrt, wurde dieser jüngere ULRICH 1370 österreichischer Landvogt im Aargau, Thurgau und Elsass und fand 1388 bei Näfels den Tod.
Seine Gemahlin war ADELHEID MANESSE VON MANEGG, eine Tochter des bekannten Bürgermeisters von Zürich RÜDIGER MANESSE.
Ihr Sohn JOHANN, Herr zu Uster, Wildberg, Gündisau, Blumenegg, Hohensax und Forstegg (die letztgenannten Burgen waren ihm 1406 von Österreich für 1200 Gulden verpfändet worden), vermählte sich mit ANNA VON HOHEN-LANDENBERG, der Tochter ULRICHS VON H.-L., HERRN ZU WERDEGG.
Mit seinen Vesten Wildberg, Gündisau und Hohensax leistete er bewaffneten Widerstand gegen die Appenzeller und trat mit Uster, Wildberg und Gündisau 1407 in ein Burgrecht mit Zürich; um 1437 starb er.
Sein Sohn KASPAR erwarb 1434 kaufweise Werdegg, Gündisau und Hittnau und wurde am 1. Oktober 1442 von KÖNIG FRIEDRICH III. mit Uster, als einem Österreichischen Lehen, neu belehnt. Im Jahre 1445 erscheint er als Zuzüger KAISER SIGISMUNDS zu Winterthur; nach der Hinrichtung der Besatzung von Greiffensee liess er von seiner Burg Uster aus durch seine Reisigen bei Laternenschein die 80 Gefallenen begraben.
Von seiner Gemahlin LOUISA, der Tochter des GRAFEN EBERHARD VON SAX und der GRÄFIN ELISABETH VON WERDENBERG-SARGANS, hinterliess CASPAR u.a. drei Söhne, JAKOB JOHANN, ANDREAS ROLL, den Stifter der BERNERLINIE, und den berühmten Humanisten und Dekan zu Einsiedeln ALBRECHT, sowie eine an den Schultheissen zu Aarau, Arnold Segesser von Brunegg, vermählte Tochter ANNA.
-JAKOB JOHANN, Mitherr zu Uster und Hohensax, vermählt mit ELISABETH VON HOHENSAX, wurde Burger zu Zürich; von seiner Deszendenz ist nichts bekannt.
-ANDREAS ROLL dagegen (siehe unten) hinterliess nebst drei Töchtern einen Sohn BEAT, Herrn zu Uster und Hohensax, der sich mit BARBARA RYSER aus Zürich vermählte, 1497 Hohensax zugleich mit seinen andern Burgen Frischenberg und Gams an Johann Vogler verkaufte, und 1534 starb.
Sein ältester Sohn HANS KONRAD, vermählt mit BARBARA RÖUST, verkaufte 1542 auch Uster dem obgenannten JOHANN VOGLER und verlegte seinen Sitz ganz nach Zürich, währendem sein jüngerer Bruder BEAT WILHELM (siehe unten) sich definitiv in Bern festsetzte.

HANS CONRADS Sohn JOST, 1567 XVIII er zum Rüden, 1578 des Rats von der Konstaffel und Vogt nach Stäfa, 1587 Befehlshaber über 500 Mann im Zug nach Mülhausen, 1588 Vogt nach Sargans und 1594 Vogt nach Bonstetten, hinterliess von EVA GÖLDLI VON TIEFENAU keine Kinder und beschloss 1606 diese zürcherische Linie seines edeln Hauses; er war auch 1588 zum Vogt der hinterlassenen Waisen des in einem Erbstreit im Wirtshaus zu Lugnetz von seinem Neffen erschlagenen Freiherrn JOHANN PHILIPP VON HOHENSAX ernannt worden. Seine Schwester BARBARA, die ihn überlebte, vermählte sich sukzessive mit JOACHIM GÖLDLI VON TIEFENAU und WILHELM MEYER VON KNONAU.

-ALBRECHT, der dritte Sohn KASPARS und der LOUISA VON SAX, ist wohl das bekannteste Mitglied seines Hauses. Sowohl sein Geburtsjahr als auch sein Todesjahr sind nicht mehr festzustellen, ersteres dürfte um 1445 zu setzen sein.
Einer der BEDEUTENDSTEN HUMANISTEN seiner Zeit, erlangte er namentlich durch seine schriftstellerische Tätigkeit einen grossen Ruf. Am bekanntesten sind seine «DESCRIPTIO HELVETIKAE»,
die erste Beschreibung der Schweiz, speziell der Urkantone;
sein dem ERZHERZOG SIGISMUND gewidmetes Gedicht über die Gerechtigkeit; eine KARL VIII. VON FRANKREICH dedizierte Geschichte der Burgunderkriege; seine allerdings viel Fabelhaftes enthaltende Geschichte des Hauses HABSBURG und Bearbeitungen der Legenden der HEILIGEN IDA, des HEILIGEN MEINRADS VON EINSIEDELN und des HEILIGEN GEROLD.
Durch seine Verwandtschaft mit den Häusern SAX, ZOLLERN, WERDENBERG, WÜRTTEMBERG, ZIMMERN etc. und in seiner Eigenschaft als COMES PALATINUS (dazu erhoben am 20. Oktober 1482) gewann er ausserdem grossen Einfluss am Hofe des Kaisers
FRIEDRICH III. und MAXIMILIAN, von denen er mit mancherlei diplomatischen Missionen betraut wurde; so soll er auch die dritte Heirat MAXIMILIANS mit BIANCA SFORZA vermittelt haben. Mit der Würde eines COMES PALATINUS SANCTI LATERANI verband er auch diejenige eines kaiserlichen Hofkaplanen und hatte als solcher seinen ständigen Sitz an der kaiserlichen Tafel («COMMENSALIS»).

Durch den oben angeführten, im Familienarchiv noch vorhandenen PALATINATSBRIEF KAISER FRIEDRICHS III. vom 20. Oktober 1482 erhielt er das Recht, Wappenbriefe zu verleihen, Richter und «TABELLIONES» zu ernennen, zu legitimieren usw.; von ihm sind u.a. die Diplome der HERPORT zu Bern und Willisau ("†"), der HEGNER zu Winterthur, der EDLIBACH zu Zürich, der SPISER genannt ZWINGER zu Bischofszell und Basel, der MÖRIKOFTER u.a.m.
Von MAXIMILIAN erwirkte er für sich und seinen Verwandten BARNABAS VON SAX ein Diplom, durch welches jeder mögliche Makel mit Rücksicht auf einen ihrer Ahnen aus dem Geschlechte derer VON LANDENBERG, welche «Turnirgenoss, Edelleut und nit geborne Herren» seien, getilgt wurde;
1482 und 1492 erhielt er vom KARDINAL S. ANASTASIUS zu Rom bedeutende Befugnisse und Privilegien zur Absolution. In seiner Eigenschaft als STIFTSDEKAN ZU EINSIEDELN, welche Würde er von 1469 bis zu seinem zwischen 1502 und 1505 erfolgten Tode bekleidete, erhielt er 1495 das VIDIMUS DER GOLDENEN BULLE KAISER SIGISMUNDS für EINSIEDELN.

Als Wappen führten die Freien VON BONSTETTEN von den frühesten Zeiten ihres Erscheinens an - mit der Eingangs angeführten Ausnahme - in schwarzem goldgerandeten Schild drei aufrecht nebeneinander-stehende silberne Wecken, und als Helmzier einen wachsenden silbernen goldbewehrten Schwan.

II. NACH EINTRITT IN DAS BERNISCHE BURGERRECHT:

Erwerber desselben ist der schon genannte ANDREAS ROLL, der sich in der zweiten Hälfte des XV. Jahrhunderts nach Bern wandte, wo er am 17. Mai 1463 in die adelige Gesellschaft ZUM NARREN oder Distelzwang aufgenommen wurde. Seinen Sitz scheint er indessen noch auf USTER gehabt zu haben, welches er zusammen mit seinem Bruder JAKOB JOHANN samt den dazugehörigen Lehen von seinem Vater ererbt hatte; daneben war er auch MITHERR ZU HOHENSAX. Mit dem Zürcherharst nahm er noch 1476 an der SCHLACHT VON GRANDSON Teil, wo er von HEINRICH VON SCHARNACHTAL zum RITTER geschlagen wurde.
Von seiner Gemahlin JOHANNA VON BUBENBERG, der Tochter des berühmten bernischen Schultheissen HEINRICH VON BUBENBERG und der ANNA FREIIN VON ROSENEGG und Schwester des Helden von Murten ADRIAN v. B., hinterliess ANDREAS ROLL drei Töchter und einen einzigen Sohn BEAT.
Von den ersteren vermählte sich AGATHA sukzessive mit GEORG VOM STEIN, HERRN ZU STRÄTTLINGEN und Urtenen, Mitherren zu Münsingen, Wyl und Niederwichtrach, und 1494 mit LUDWIG VON DIESBACH (1452 - 1527), Herrn zu Landshut, Kiesen, Diesbach und Spiez, Witwer der ANTONIA VON RINGOLTINGEN.
Sein Sohn BEAT (vgl. oben) hielt sich fast niemals zu Bern auf, dessen jüngerer Sohn BEAT WILHELM dagegen, vermählt 1512 mit BARBARA VON WATTENWYL, einer Tochter des Schultheissen JAKOB VON W. und der MAGDALENA VON MUHLEREN, scheint sich vorwiegend zu Bern aufgehalten zu haben und hinterliess bei seinem 1522 an der Bicocca erfolgten Tode einen Sohn JOHANN JAKOB und eine Tochter KATHARINA.
Am 3. Februar 1499 hatte er von KAISER MAXIMILLIAN eine Bestätigung seines FREIHERRENSTANDES, welche ihn und seine Familie in den ALTEN REICHSFREIHERRENSTAND, der durch etwaige Verungenossung Einbusse erlitten haben mochte, wieder einsetzte. Seine Tochter ergriff den Schleier und wurde Seckelmeisterin des KLOSTERS KÖNIGSFELDEN, verliess aber bei der REFORMATION den geistlichen Stand und heiratete zu männiglicher Verwunderung der Burger der Stadt Bern WILHELM VON DIESBACH, Herrn zu Worb, ein Beispiel, welchem die Äbtissin AGNES VON MÜLINEN
und auch andere Klosterfrauen bald folgten. JOHANN JAKOB ergriff als erster seines Hauses in Bern die STAATSMÄNNISCHE LAUFBAHN; 1542 gelaugte er in den Grossen Rat, 1546 wurde er Landvogt nach Wiflisburg und endlich von 1558 - 76 im Namen des Hauses ORLEANS-LONGUEVILLE Gouverneur des FÜRSTENTUMS NEUENBURG, wo er in energischer Weise die Rechte des jungen PRINZEN LEONOR VON ORLEANS-LONGUEVILLE als Erben des Hauses CHALONS-ORANGE gegenüber den Ansprüchen des Hauses GUISE und der MARIA STUART auf dasselbe verfocht. Er starb 1576 an der Pest.
Von seiner 1543 geehelichten Gemahlin MAGDALENA VON DIESBACH (einer Tochter RUDOLPHS und der URSULA MICHEL VON SCHWERTSCHWENDI, Enkelin LUDWIGS v. D. und der ANTONIA VON RINGOLTINGEN) hatte er drei Söhne und eine 1572 mit WILHELM MERVEILLEUX VON NEUENBURG vermählte Tochter BARBARA.

Der älteste Sohn BEAT JAKOB 1543-1595, des Grossen Kates 1572, Landvogt nach Morsee 1587 und nach Murten 1590, Oberst, und von Bern mit wichtigen diplomatischen Missionen bei KÖNIG HEINRICH IV. VON FRANKREICH betraut, hinterliess von BARBARA VON HALLWYL verh. 1570 und SALOME VON WEINGARTEN verh. 1586 Deszendenz, die aber schon 1642 mit seinem Enkel BEAT JAKOB erlosch; einer seiner Söhne, JOST, geb. 1579, des Grossen Rates 1610, Hauptmann in Frankreich, vermählt 1606 mit MARIA VON ERLACH, fiel 1620 bei Tirano.

Der zweite Sohn JOHANN RUDOLF, 1544 - 1608, des Grossen Rates 1573, Vogt zu Tscherlitz 1500, wurde durch seine Gemahlin MAGDALENA VON ERLACH verh. 1573 Herr zu Hindelbank; nebst zwei Söhnen hinterliess er von ihr fünf in die Familien VON DIESBACH, LOMBACH, VON WATTENWYL, VON GOUMOENS und TSCHARNER verheiratete Töchter, von denen AGATHA HINDELBANK an ihren Gemahl NIKLAUS LOMBACH 1583 - 1666, des Kleinen Ratesetc., brachte.
Mit den Söhnen seines ältesten Sohnes JOHANN ULRICH 1576-1623, ANTON und BERNHARD, die 1628 bei den Belagerungen von Breda und La Rochelle unvermählt fielen, starb seine Deszendenz ebenfalls aus.

Des Gouverneurs zu Neuenburg dritter Sohn, ULRICH 1548 - 1608, wurde am SAVOYISCHEN HOFE erzogen und gelangte 1585 in den Grossen und 1595 als erster seines Hauses in den Kleinen Rat oder Senat der Stadt und Republik Bern. Unter HEINRICH VON CONDE war er in Frankreich Oberst über 21 Fahnen; als Mann von grossem diplomatischen Geschick wurde er von Bern mit vielen Gesandtschaften betraut, so 1571 nach Savoyen und 1594 zu HEINRICH IV. nach Frankreich.
Durch seine 1577 mit ANNA VON NEUCHATEL-VAUMARCUS, Tochter JOHANNS und der MAGDALENA VON LAVIRON, Erbtochter ihres Hauses, vollzogene Ehe gelangte er in den Besitz der Herrschaften Vaumarcus, Travers, Noiraigue und Rosieres im Neuenburgischen und Andressant, Bavant, Laviron und Trevilliers in Burgund; EINER DER GRÖSSTEN REBBESITZER im Neuenburgischen, war er durch seinen Vater Herr zu Urtenen und Mattstetten und durch Kauf seit 1595 auch zu Jegistorf und starb mit Hinterlassung eines sehr grossen Vermögens.
Seine Gemahlin gab ihm zwei Töchter und fünf Söhne, von denen aber nur drei, nämlich JOHANN 1584-1640, FRANZ 1588-1648 und ANDREAS 1604-1649 männliche Deszendenz hatten. JOHANN, Mitherr zu Vaumarcus, vermählt mit MARGARETA VON BLONAY, hinterliess jedoch ausser einer sukzessive mit JAKOB MAILLARDOZ, Kastlan von Villette, und JOHANN PHILIPP ROSETT, Bürgermeister zu Lausanne verheirateten Tochter MARGARETA nur zwei Söhne, die ledig verstarben. FRANZ, Mitherr zu Travers, des Grossen Raths 1629, vermählt 1613 mit MARIA VON ERLACH und 1639 mit URSULA WURSTEMBERGER, hatte aus erster Ehe ebenfalls zwei Söhne und eine Tochter.
Der älteste derselben, ULRICH. 1620 - 83, Offizier in Frankreich, Mitherr zu Travers und Noiraigue, zeugte einen Sohn GERHARD, der 1080 ledig verstarb, und eine Tochter MARIA, die einen Teil von Travers ihrem Ehemann HENRY SANDOZ AUS NEUENBURG zubrachte; der jüngere Sohn dagegen, FRANZ LUDWIG 1029 - 82, Mitherr zu Travers und Herr zu Rosieres, GROSSJÄGERMEISTER DES PRINZEN VON ORLEANS-LONGUEVILLE , trat in pfälzische Dienste und nahm als Gesandter des Kurfürsten von der Pfalz an der KRÖNUNG KÖNIG KARL II. VON ENGLAND teil, wo er sich mitANNA CAREY aus dem Hause der GRAFEN VON DOVER UND ROCHEFORT, verheiratete.
Des letzteren ältester Sohn KARL AUGUST 1601 - 1744, Herr zu Travers und des Grossen Rates zu Bern, hinterliess von ROSINA VON WATTENWYL nur zwei Söhne, von denen der jüngere GABRIEL FRIEDRICH, geb. 1092, jung bei der Belagerung von Lille 1709 fiel, der ältere aber, FRANZ FERDINAND, geb. 1090, Mitherr zu Travers, nach Berlin zog, JÄGERMEISTER KÖNIG FRIEDRICHS II. wurde und 1751 ebenfalls ledig verstarb.
In seinem Testament vermachte er FRIEDRICH DEM GROSSEN seinen Anteil an der Herrschaft Travers, welcher sie dem bekannten General RUPRECHT SCIPIO VON LENTULUS schenkte. Sein Vetter JOHANN FRANZ jedoch, geb. 1704 (Sohn FRIEDRICH LUDWIGS 1664 - 17.., Herrn zu Rosieres, Churfürstlich Hannoveranischen Gesandten 1704, Verfasser interessanter Memoiren, und der JUDITH VON MERVELLEUX), Herr zu Rosieres, focht dieses Testament an und verlangte gerichtlich vom KÖNIG die Herausgabe von Travers, mit der Begründung, dass diese Herrschaft nach Lehensrecht auf ihn zurückfallen sollte. Der Entscheid wurde vorn KÖNIG dem Staatsrat von Neuenburg anheimgestellt, welcher Travers dem HERRN VON BONSTETTEN.
Nach dessen 1700,erfolgten kinderlosen Ableben gelangte auch dieser Teil von Travers durch Kauf an die Familie SANDOZ - die durch Heirat ja schon Anteil an dieser Herrschaft besass - , welche sich in
der Folge SANDOZ-TRAVERS nannte.

ULRICHS und ANNA VON NEUENBURG-VAUMARCUS' dritter Sohn KARL 1595 - 1075, Mitherr und in der Folge Herr zu Vaumarcus und zu Jegistorf, des (Grossen Rates 1624, Teutschordensvogt zu Sumiswald 1625 - 51, des Kleinen Rates 1651, hinterliess aus seinen zwei Ehen mit BARBARA VON WATTENWYL und JOHANNA MANUEL nur fünf in die Familien VON DIESBACH, VON BÜREN, WURSTEMBERGER ,VON WATTENWYL und DACHSELHOFER verheiratete Töchter.
Von den Töchtern brachte MARIA Jegistorf ihrem Ehemann NIKI aus von Wattenwyl, Herrn zu Diesbach, und MARGARETHA Vaumarcus ihrem Gemahl DAVID VON BÜREN, nachmals Venner zu
Metzgern, zu, in dessen Familie diese Herrschaft, welche die Prinzessin MARIA VON BOURBON-CONDE schon für ULRICH VON BONSTETTEN ans politischen Rücksichten zur Baronie erhoben hatte («gibet a 3 piliers»), bis in neuester Zeit verblieb.
Ulrichs vierter Sohn, RUDOLF 1596 - 1631, Mitherr zu Travers, des Grossen Rates 1624 und Schultheiss nach Murten 1630, zeugte mit MAGDALENA VON ERLACH ebenfalls nur Töchter;
der fünfte und jüngste Sohn dagegen, ANDREAS, 1604 - 49, Herr zu Urtenen und seit 1629 auch zu Kehrsatz, Mitherr zu Trevilliers und Laviron in Burgund, Hauptmann in Frankreich, des Grossen Rates 1632, Vogt nach Morsee 1639 und nach Baden 1648, hinterliess von seinen beiden Frauen ANNA VON DIESBACH und ANNA MICHEL VON SCHWERTSCHWENDI zahlreiche Deszendenz, die sich in der Folge in mehrere Äste teilte.
Derjenige seines zweiten Sohnes WOLFGANG, 1637 - 1715, Herr zu Kehrsatz, Vogt nach Oberhofen 1685 und zu Gottstatt 1708, blüht noch heutzutage und derjenige seines vierten Sohnes KARL 1641 - 88, Vogt auf Thorberg 1678, erlosch erst in jüngster Zeit in der Person des verdienten
ARCHÄOLOGEN KARL FRIEDRICH VON B.

Beinahe alle Mitglieder dieser alten Dynastenfamilie widmeten sich in ihrer zweiten Heimat Bern von der Mitte des XVI. Jahrhunderts an der Magistratur und sassen bis 1798 ununterbrochen im Grossen und vielfach auch im Kleinen Rate der Republik. In ihrer Jugend traten viele auch in fremde Kriegsdienste, vorab in französische, holländische, piemontesische und später englische.
Einer der sechs Söhne des oben genannten Landvogtes auf Thorberg KARL (1641 - 88), ALBRECHT, 1678 - 1720, Hauptmann im Regiment Stürler in Holland, wurde 1709 bei Malplaquet verwundet und in einer flamischen Familie verpflegt, heiratete 1717 zu Tournay AGNES DE MONDET, von welcher er Deszendenz hinterliess, die in Flandern verblieb und erst 1860 mit HENRY LOUIS IGNACE VINCENT DE BONSTETTEN, vermählt 1833 mit VICTOIRE HENRIETTE GHISLAINE DE BONAERT, erlosch.
Die Berner Linie hat bis heute das BÜRGERRECHT VON VAUMARCUS beibehalten, bedingt durch den anfänglichen Doppelbesitz bernischen und neuenburgischen Herrschaften unter KARL (1641 - 1688) und ANDREAS (1638 - 1690).
Unter dessen Nachkommen spaltete sich die Familie in die nach ihren Landgütern benannten Zweige von VALEYRES(-SOUS-RANCES) und SINNERINGEN (AUGUST) auf. Der Zweig von Valeyres, dem auch KARL EMANUEL und KALR VIKTOR angehörten, starb mit GUSTAV aus. Der Sitz Sinneringen wurde 1926 verkauft.

Den JUNKERNTITEL führte das Geschlecht in Bern seit seinem ersten Erscheinen daselbst; 1651 erhielt es das Prädikat «WOHLEDELFEST» und den Vorsitz im Kleinen Rate mit den ERLACH, DIESBACH, MÜLINEN und WATTENWYL.

Von den Herrschaften und Gütern der Familie aus dieser Periode sind namentlich zu erwähnen: in deutschen Landen Urtenen und Mattstetten 1553-1700, Hindelbank 1591 (ganz seit 1602)- 1623, Jegistorf 1595-1651 und Kehrsatz 1629 bis ca. 1700, in welschen Landen Vaumarcus, Travers, Rosieres und
Noiraigue; sodann ein Landgut zu Oberwichtrach 17.. - 1797, Sinneringen 1800 - 1888 und ein Rebgut zu Valeyres seit Anfang des XVIII. Jahrhunderts bis heutzutage. Heutiger Grundbesitz: städtische Grundstücke, das Schloss St. Barthelemy in der Waadt seit 1894, Bellerive bei Thun seit 1897, Valeyres.

Ausser den schon genannten Mitgliedern dieses Hauses sind noch besonders hervorzuheben: KARL EMANUEL 1706 - 73, des Grossen Rates 1745, Landvogt nach Buchsee 1748, Senator 1753,
Welschseckelmeister 1765;
sein Sohn CARL VIKTOR 1745 - 1832, des Grossen Rates 1775, Vogt nach Saanen 1779, nach Nyon 1787 und Gesandter in die ennetbürgischen Vogteien 17.. Von seinem Vater nach den neuesten Grundsätzen des 18. Jahrhunderts erzogen, studierte er zu Yferten und Genf, wo er in den Kreis
der dortigen Gelehrten und Schriftsteller eingeführt wurde und sich darin bald heimisch fühlte. Durch ihren Einfluss fühlte er sich von den in Bern herrschenden Tendenzen mehr und mehr abgestossen und nahm für längere Zeit seinen Aufenthalt in Genf, besuchte zur Vollendung seiner Studien Leyden, Paris und London, wo er mit den bedeutendsten literarischen Grössen seiner Zeit bekannt wurde.
Mit MATTHISON, GREY und JOHANNES VON MÜLLER verband ihn enge Freundschaft;
in Valeyres unterstützte er letzteren in der Abfassung seiner SCHWEIZERGESCHICHTE. Weit über die Grenzen seines Vaterlandes als philosophischer Schriftsteller bekannt, mögen von seinen Schriften hier erwähnt werden die «REISE IN DAS LATIUM», «L'homme du Midi et du Nord», «Briefe über ein Hirtenland», sowie sein Briefwechsel mit MATTHISON, FRIEDERIKE BRUN, ZSCHOKKE und a.m. - GUSTAV KARL FERDINAND 1816-1891, KuK Kämmerer,
Verfasser bekannter Werke über Archäologie, namentlich Pfahlbauten («Recueil d'Antiquites Suisses»), und endlich August 1796 - 1879, bekannt als Landschaftsmaler.

Wappen: das eingangs angeführte. Devise: «CANDORE»« Zunftangehörigkeit: DISTELZWANG
(CANDORE: Reinheit https://de.langenscheidt.com/italienisch-deutsch/candore)

Die Gesellschaft ZUM DISTELZWANG ist eine der 13 Gesellschaften und Zünfte in der Stadt Bern und durch die Verfassung des Kantons Bern garantierte öffentlich-rechtliche Körperschaft. Sie ist eine burgerliche Korporation im Sinn der bernischen Gemeindegesetzgebung und untersteht der Aufsicht der kantonalen Behörden. Als Personalkörperschaft hat sie kein eigenes Territorium und ist steuerpflichtig. Sie umfasst alle Burgerinnen und Burger von Bern, die das Gesellschaftsrecht zum Distelzwang besitzen. Zurzeit umfasst die Gesellschaft zum Distelzwang ungefähr 500 Mitglieder.

Zunfthaus zum Distelzwang
Gerechtigkeitsgasse 79
3011 Bern


Gesellschaft zum Distelzwang, Präsidium:

Bernhard von Erlach
Junkerngasse 51
3011 Bern

E-Mail: bernhardvonerlach@bluewin.ch
G: 031 312 23 16
P: 031 372 81 84

Zürcher Freiherrengeschlecht (erloschen 1606) mit noch bestehender Berner Linie. Hochfreie von Bonstetten, vermutlich benannt nach der Burg in Bonstetten, sind im 12. Jahrhundert urkundlich bezeugt. Die Genealogie zwischen den ersten Nennungen und den Bonstetten von Uster sowie im Zeitraum 1320-1360 ist ungenügend geklärt. Beziehungen bestanden im 12./13. Jahrhundert vor allem mit den Adelsgeschlechtern von Sellenbüren und Schnabelburg sowie mit der Zürcher Oberländer Adelsgruppe von Wetzikon, Kempten, Uster und anderen, Heiratsbeziehungen im 14.-15. Jahrhundert vor allem mit den von Hinwil, Landenberg, Manesse, Seon, Sax und Bubenberg. Spätestens ab 1268 besassen die Bonstetten die Burg Uster als habsburgisches Lehen. Ihre Begräbnisstätte war das Kloster Kappel, sicher ab dem 15. Jahrhundert die Kirche Uster. Als früheste Vertreter gelten Heinricus de Boumstedin, nobilis vir (erwähnt 1122) und Conradus (erwähnt 1155), die bei der Stiftung des Klosters Engelberg bzw. bei einer Schenkung an St. Martin auf dem Zürichberg mitwirkten. Beginnend mit Hermann dem Älteren (​um 1312) standen Bonstetten im 13.-15. Jahrhundert im Dienst der habsburgisch-österreichischen Landesherrschaft: Sie hatten neben der Reichsvogtei Zürich (zweite Hälfte 13. Jh.) hohe Ämter (Landrichter, Landvogt) im Aargau, Thurgau und in der Grafschaft Kyburg sowie österreichische Pfand- und Lehenschaften inne, so ab 1411 die Herrschaft Hohensax im St. Galler Rheintal. Mitglieder der Familie liessen in österreichischen Diensten ihr Leben auf dem Marchfeld 1278, bei Morgarten 1315 und Näfels 1388. Wegen ihrer Teilnahme an der Zürcher Mordnacht 1350 wurde ihre Burg Bonstetten zerstört. Ab 1407 in Zürich verburgrechtet, unterstand ihre Herrschaft Uster ab 1474 der zürcherischen Lehenshoheit. Einsiedler Konventualen waren sowohl Hermann (->), später Abt von St. Gallen, wie auch der humanistisch gesinnte Dekan Albrecht (->). In der Reformation trat die Familie zum neuen Glauben über. Andreas Roll (1493) und sein Sohn Beat Wilhelm (um 1490-1522), mit Bernburgerinnen verheiratet, lebten vermutlich noch in Uster. Johann Jakob (->) übersiedelte 1534, nach dem Verkauf von Uster an Zürich, nach Bern und begründete die Berner Linie. Die Zürcher Linie erlosch 1606 mit Jost (->), ihrem einzigen Vertreter im Zürcher Rat.

Die Berner Patrizierfamilie, Freiherren von Vaumarcus, erlebte im 16.-17. Jahrhundert ihre Blütezeit. Sie war meist im Grossen Rat, aber nur mit wenigen Mitgliedern im Kleinen Rat vertreten und erreichte nie die höchsten Ämter. Durch Heirat und Kauf kam sie zu neuen Sitzen: zur Herrschaft Hindelbank unter Johann Rudolf (1544-1608), zu Vaumarcus unter dessen Bruder Ulrich (1548-1608), der 1593 auch Mattstetten und Jegenstorf erwarb. Sein grosses Erbe bewirkte eine Abspaltung der nach Preussen orientierten, um 1750 ausgestorbenen Neuenburger Linie. Die Berner Linie hat bis heute das Bürgerrecht von Vaumarcus beibehalten (Hermann ->), bedingt durch den anfänglichen Doppelbesitz bernischer und neuenburgischer Herrschaften unter Karl (1641-1688) und Andreas (1638-1690). Unter dessen Nachkommen spaltete sich die Familie in die nach ihren Landgütern benannten Zweige von Valeyres(-sous-Rances) und Sinneringen (August ->) auf. Der Zweig von Valeyres, dem auch Karl Emanuel (->) und Karl Viktor (->) angehörten, starb mit Gustav (->) aus. Der Sitz Sinneringen wurde 1926 verkauft.

Quellen und Lite 
VON BONSTETTEN, Stammlinnie (I23858)
 
1703 e erste nachweisbare Gründung des St. Jörgen oder Georgenschildes finden wir im Jahre 1401, als sich die Appenzeller Landsleute gegen den Abt von St. Gallen auflehnten, der außer Übung gekommene Gesetzte des Klosters erneuern wollte und damit einen Flächenbrannt des Protestes entfachte, der sich bis weit nach Süddeutschland hinein zog.
Die Auflehnung der Appenzeller Bauern die es satt hatten für ihre Adligen und ihre Lehnsherren immer mehr Steuern zu zahlen, wurde zu einer grundsätzlichen adelsfeindlichen Gesinnung.
Von dem Feuer der Revolte gepackt wollten auch die Bauern des Hegaus und vieler Ortschaften Süddeutschland plötzlich Appenzeller (Schweizer) sein und hofften durch die Eidgenossen die sich das Gebiet Süddeutschlands einverleiben wollten auf bessere Herrscher, so heißt es zum Beispiel in der Klingenberger Chronik schon aus jener Zeit: „Alle Bauern wollen Appenzeller sein“. Um dieser Stimmung für die Eidgenossen zu begegnen und die eigene Grundherrschaftlichen-Rechte zu schützen , bilden Schwäbische Adelige am 11 September 1406 das Jörgenschild. Von diesem Tag stammt auch der erste Bündnisbrief der sich mit dem Jörgenschild in Verbindung bringen lässt.
1408 wird dann noch einmal ein Bündnisbrief aufgesetzt im dem die Adligen erkläre: „Man sei zusammengekommen um mit Gotteshilfe zu verhindern von den eigenen Bauern vertrieben zu werden“. Der Zusammenschluss des Adels soll (so der Bündnisbrief), der Rettung und Bewahrung jener zugleich menschlichen und göttlichen Ortung der Grundherrschaft dienen, in der es den Herren und den armen Mann gibt. Außerdem solle der Kampf für die weltliche und göttliche Ordnung im Zeichen des Heiligen Georg geführt werden der, der Führsprecher des Adels bei Gott sei.
Urkunden aus jener Zeit bezeichnen die Grafen, Herren und Ritter des Landes Schwaben und den ganzen nicht grundherrlichen Adel sowie sogar deren Knechte als „Ritterschaft“. Diese Bezeichnung ist natürlich nicht richtig, denn keineswegs gehören alle aufgezählten Mitglieder zur Ritterschaft im eigentlichen Sinn, was im Bundbrief von 1482 dann auch klare gestellt wird: Grafen und Herren treten der Ritterschaft gegenüber, unter der hier nur die Ritter und Knechte verstanden werden, was wichtig für die Mitglieder des Jörgenschildes war, denn es musste schon einen Unterschied zwischen hohem und niedrigem Adel in der Gesellschaft gemacht werden. Die Regelung wird aber nur innerhalb der Gemeinschaft der Form halber beschlossen, denn die St. Jörgenritterschaft trat nach Außen und Innen immer geschlossen und gleichberechtigt auf, zugunsten der sozialen Gemeinschaft. Und so wird dann eben im 15 Jahrundert doch kurzerhand von der „Ritterschaft mit St. Jörgenschild“ oder von der „Ritterschaft der Gesellschaft“ gesprochen.
Die Gesellschaft wird in zwei landschaftliche Gruppen, die der Ritterschaft im Hegau und die Ritterschaft an der Donau gegliedert. Allerdings werden diese Gliederungen nicht von den Mitgliedern selbst, sondern von außen stehenden Personen und Instituten benutzt. 
VON LUPFEN, Konrad (I1729)
 
1704 E. Strutz / K. Fix, Eifeler Geschlechterbuch 2 (DGB 123), Glücksburg 1958, S. 223
U. Ernestus, Die Familien der evangelisch-reformierten Gemeinde Barmen-Gemarke (Wuppertal) 1702-1809, 2. Aufl. Wuppertal 1996, S. 519
J. Gruch, Die evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer im Rheinland IV, Bonn 2020, Nr. 14737 
SIEPERMANN, Anna Charlotte (I44640)
 
1705 E. Winkhaus, Wir stammen aus Bauern- und Schmiedegeschlecht, Görlitz 1932, S. 336
I. Barleben, Geschichte der Familie Lüps, Düsseldorf 1937, Band II, Tafel A 23 
HOENINGHAUS, Katharina Marianne Mathilde (I47373)
 
1706 Ebenso wie sein Vater war Heinrich ein erklärter Gegner des Königs Ludwig des Deutschen (840–876) und war in die Verschwörung gegen Ludwig verwickelt, die ab dem Jahr 861 im östlichen Franken und in Bayern so unkoordiniert für Aufruhr sorgte, dass der König seine Gegner nacheinander unterwerfen konnte.

Im Jahr 866 war er der princeps militiae des Teilkönigs Ludwig III. des Jüngeren, unter Karl III. dem Dicken als dessen oberster Feldherr zeitweise marchio francorum und dux Austrasiorum. Im Jahr 880 war Heinrich der Befehlshaber des Heeres, das gegen den elsässischen Herzog Hugo, den Sohn Lothars II. zog. Seine wichtigste Aufgabe war jedoch die Bekämpfung der in das Rheinland einfallenden Normannen. 884 stand er an der Spitze des Heeres, das Sachsen gegen die Normannen verteidigte (an seiner Seite auch Bischof Arn) und befreite im gleichen Jahr das besetzte Duisburg und den Niederrhein von der Wikingerherrschaft. Im Jahr darauf beendete er auch die Herrschaft der Normannen in Friesland – dies gelang vor allem durch die Ermordung der normannischen Heerführer Gottfried und Sigfrid. Im gleichen Jahr griff er zugunsten seines Bruders Poppo (II.) auch im Streit um das Amt des thüringischen Herzogs ein.

Ein Jahr später, 886, wieder im Einsatz gegen die Normannen, diesmal in Neustrien als dortiger Militärbefehlshaber Karls III., geriet Heinrich bei der Belagerung von Paris durch die Normannen, die er aufheben sollte, in einen Hinterhalt: sein Pferd stürzte bei einem Erkundungsritt, den er von der Königspfalz Quierzy an der Oise gestartet hatte, in eine normannische Fallgrube, und Heinrich wurde in der Grube von in der Nähe versteckt lauernden Normannen erschlagen. Er wurde im Kloster St. Médard in Soissons begraben. 
BABENBERGER, Heinrich (princeps militiae) (I36473)
 
1707 Eberhard heiratete um 1030/1035 Ita, vermutlich aus dem Geschlecht der Grafen von Kirchberg.[1] Das Kloster Reichenau förderte er mit Stiftungen für die auf der Reichenau beerdigten Angehörigen. Während der Amtszeit des Abtes Berno wurde um 1040 die als Grablege für Angehörige des Grafengeschlechtes gedachte Laurentiuskapelle erbaut.[2][3] Auf dem Feldberg unweit Sponheim gründete er 1044, unterstützt durch seine verwitwete Mutter, das Kloster Sponheim auf deren Eigengut. Für sie selbst gründeten sie 1040 das Kloster Schwabenheim im heutigen Pfaffen-Schwabenheim, wohin Haduwig sich zurückzog und wo sie ihr Leben beschloss.

„Am 10. Juli 1045 verlieh Kaiser Heinrich III. dem Grafen Eberhard von Nellenburg das Münzrecht in dessen Villa Scâfhusun.“ 1046/47 folgte er Heinrich III. auf dessen erstem Italienzug. Dafür erhielt er die Grafschaft Chiavenna überschrieben. 
VON NELLENBURG, Eberhard VI. der Selige (I36568)
 
1708 Eduard war der Sohn des hessischen Staatsministers Karl Ludwig Wilhelm von Grolman und dessen Frau, Emilie Katharina Maria Sophie, geborene van de Wall (1775–1828). Die Familie war evangelisch.[1] Eduard von Grolman heiratete 1838 in Darmstadt Charlotte Johannette Auguste Hofmann, Tochter von August Konrad Hofmann, des großherzoglich-hessischen Finanzministers.

Grolman trat im Alter von 16 Jahren in das Leibgarde-Regiment der Großherzoglich Hessischen Armee ein, avancierte Mitte April 1829 zum Sekondeleutnant, 1836 zum Premierleutnant und 1846 zum Hauptmann im 1. Infanterie-Regiment. 1846 wechselte er kurzzeitig zum 3. Infanterie-Regiment, kehrte aber noch im selben Jahr zum 1. Infanterie-Regiment zurück. 1847 wurde Adjutant des Kommandeurs der Hessischen Armeedivision, des Generals Friedrich von Schäffer-Bernstein.[Anm. 1] Grolman nahm 1849 während der Niederschlagung der Badischen Revolution am Ober-Laudenbacher Gefecht teil und wurde mit einem badischen und einem preußischen Orden ausgezeichnet. 1855 wurde er Major und 1857 Kommandeur des 1. Bataillons des 1. Infanterie-Regiments. 1859 wurde er Oberstleutnant, 1861 Oberst und 1862 Kommandeur des 1. Infanterie-Regiments (Leib-Garde-Regiment).[1] Im Krieg von 1866 befehligte er die Einheit im Gefecht bei Frohnhofen.[2]

Nach dem – auch militärischen – Desaster des Krieges von 1866 für das Großherzogtum Hessen trat der verantwortliche Kriegsminister, Friedrich von Wachter, zurück. Am 28. Dezember 1866 ernannte Großherzog Ludwig III. Eduard von Grolman zum Nachfolger und beförderte ihn zum Generalmajor. Zunächst trug Eduard von Grolman den Titel eines „Direktors“, ab 1867 den eines „Präsidenten“ des Ministeriums. In seiner kurzen, nicht einmal zwei Jahre währenden Amtszeit, hatte er maßgeblichen Anteil an der Militärkonvention vom 7. April 1867, mit der die Großherzoglich Hessische Division als geschlossener Verband in die Preußischen Armee eintrat.[3] Unter Ernennung zum Generalleutnant und Stellung à la suite schied er 1868 aus seinem Amt als Kriegsminister aus und trat in den Ruhestand.[1]

Am großherzoglichen Hof hatte er seit 1852 den Rang eines Kammerherrn, seit 1884 den eines Oberstkammerherrn inne.[1]

Ehrungen
1849 Ritter des Badischen Ordens des Zähringer Löwen[1]
1857 Russischer Sankt-Stanislaus-Ordens II. Klasse[1]
1866 Kommandeurkreuz II. Klasse des Ludewigsordens[1][1]
1867 Großkreuz des württembergischen Friedrichs-Ordens[1][1]
1877 Ehrengroßkreuz des Oldenburgischen Haus- und Verdienstordens des Herzogs Peter Friedrich Ludwig[1]
1885 Großkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen[1]
1885 Preußischer Kronenorden I. Klasse[1]
1888 Roter Adlerorden I. Klasse[1] 
VON GROLMANN, Eduard Eugen Aegid Friedrich (I44395)
 
1709 Eglisau ist eine politische Gemeinde im Bezirk Bülach des Kantons Zürich in der Schweiz.

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KAMBLI, Elisabeth (I1286)
 
1710 Eheberedung 01.08.1633 (TE 2/350) - Eheschließung kurz davor

in erster Ehe mit Hans Heinrich Schultheiß verheiratet;
Sie bringt aus ihrer ersten Ehe vier Kinder Mit:
- Georg Schultheiß
- Anna Schultheiß
- Barbara Schultheiß
- Apollonia Schultheiß

siehe
Stammfolge Metz 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

 
N., Dorothea (I43138)
 
1711 Ehebrief Rudolf von Erlachs und Ännelis, Tochter Petermann von Buchsees, Witwe Willi von Perromans, FA von Erlach I 409 VON ERLACH, Rudolf (I38911)
 
1712 Ehebrief Rudolf von Erlachs und Ännelis, Tochter Petermann von Buchsees, Witwe Willi von Perromans, entstehung 15.06.1441 VON BUCHSEE, Anna (I38928)
 
1713 Ehinger TG
Seit Beginn des 14. Jh. belegte Konstanzer Bürgerfam., die mit Gebhard (1403), Sohn Heinrich (um 1380-1451) und Enkel Ulrich (​zwischen 1472 und 1477) 1397-1431 ununterbrochen den Stadtammann stellte. Ab 1425 war Heinrich Unter- und Oberbürgermeister. In den Kämpfen zwischen Zünften und Patriziat 1429-30 stand er auf der Seite der Ersteren. 1430 abgesetzt und weggewiesen, widmete er sich nach der Rehabilitation ausschliesslich seinen Handelsgeschäften. 1401 erbte er von seiner Grossmutter die Burg Kachel (Gem. Güttingen) und die Herrschaft Güttingen. 1409 erwarb er die Moosburg (Gem. Güttingen) dazu sowie die Vogteien über Landschlacht, Uttwil und Kesswil. 1452 ging das Besitztum von seinen Erben an den Bf. von Konstanz über. Mit Johannes (1505), einem Urenkel Heinrichs, schaffte die Fam. 1495 die Aufnahme in das Konstanzer Patriziat. Im 16. Jh. wurden die E. insbesondere als Gesellschafter der Welser von Augsburg bekannt, starben jedoch gegen Ende des Jahrhunderts aus. Gebhards Bruder Johannes war 1384-1408 Propst von St. Peter zu Embrach, während Hans 1454-72 Burg und Herrschaft Altikon innehatte. 
EHINGER, N. (I46165)
 
1714 Ehrenzeller

Autorin/Autor: Marcel Mayer
Fam. der Stadt St. Gallen, die wohl aus Oberbüren stammt und deren Name auf den dortigen Hof Erizell zurückgeführt wird. 1504 ist ein Rudy in der Stadt St. Gallen nachgewiesen. Zunächst v.a. Müller und Bäcker, stellten die E. zahlreiche Elfer und Zunftmeister der Pfisterzunft, mit Nikolaus (1633-1706) auch einen Unterbürgermeister. Vom 17. und 18. Jh. an arbeiteten sie als Weber, später als Kaufleute zunehmend in der Textilindustrie. 1799 regte Hans Jacob (1773-1817) die Einführung der ersten mechan. Spinnmaschinen in St. Gallen an. Im 19. und 20. Jh. waren die E. auch als Apotheker, Juristen und Historiker (Wilhelm ->) tätig und mehrfach im St. Galler Gr. Rat (auf liberaler bzw. freisinniger Seite) sowie in Ämtern der ref. Kirche (Peter ->) vertreten.

Quellen und Literatur
Literatur
Schweiz. Geschlechterbuch 5, 173-176
E. Ehrenzeller, Texte zur Familiengesch., Ms., (StadtA St. Gallen)

Zitiervorschlag
Marcel Mayer : "Ehrenzeller", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 26.08.2004. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/022779/2004-08-26/, konsultiert am 22.05.2025.

 
EHRENZELLER, Jakob (I15055)
 
1715 Eigentümer des Bergwerkes „ 15 Löwenphäl“ in Oberkaltenbach, Die Eisenschmelzhütte in Unterkaltenbach (Niederkaltenbach) wurde dann von 1744 bis 1748 von Peter Kauert, der in Oberkaltenbach das Bergwerk „15 Löwenpfähl“ besass gepachtet
Er belieferte Hämmer (= Betriebe zur Verarbeitung von Eisenerzen) in Aggar, Leppe, Wiehl und der Mark und verlangte für einen Haufen Eisenstein 10 Reichstaler. Diese Preisgestaltung führte zu einem Prozess mit dem GRAFEN VON NESSELRODE, auf dessen Betreiben der HERZOG VON BERG eine Anordnung erließ, dass nur 8 Reichsthaler hierfür zulässig seien. Dieser Prozess dauerte bis zum Tod, trotzdem hinterließ er seinen Kindern ein Vermögen von 80 000 Reichstalern.

STAMMVATER der Krefelder Kauerts, wohnhaft, 1693 in Büddelhagen Ksp. Drabenderhöhe, 1695 in Verr Ksp. Drabenderhöhe

Kastentruhe aus dem Nachlass eines Unternehmers
Februar 2023
Manche Schlüssel haben eine rein symbolische Bedeutung. Einen dieser Art, einen römischen Fingerringschlüssel, hat unser Kollege aus dem Schloss- und Beschlägemuseum Velbert im Januar vorgestellt. Die meisten Schlüssel haben jedoch einen praktischen Nutzen. Mit dem passenden Schlüssel und dem versteckten Schlüsselloch lässt sich die abgebildete Truhe aus dem Museum und Forum Schloss Homburg öffnen.

Die sogenannte flache Kastentruhe aus Fichtenholz steht auf Kugelfüßen und ist mit umlaufenden Endlosfriesen in Form liegender Achten versehen. Diese Stilistik verweist auf eine bergische Herkunft. Die Ornamente der Truhe lassen auf eine Entstehung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts schließen.

Die Truhe stammt aus dem Familien-Besitz von Peter Kauert (1672 – 1750), dem Besitzer der ehemaligen Grube „15 Löwenpfähle“ in Engelskirchen-Kaltenbach. Seine Enkelin Elfriede Kauert aus Leichlingen berücksichtigte in ihrem Nachlass Schloss Homburg als Erbin. So kam die Truhe 1985 in den Besitz des Museums.

Peter Kauert war damals ein erfolgreicher Eisenerzpionier. Seine Rechte ließ er sich vom Verwaltungsvorgesetzten bestätigen und kennzeichnete sein Grubengebiet mit fünfzehn Pfählen ab, in denen der bergische Wappenlöwe eingebrannt war. Durch den Bau einer Wasseranlage konnte er Pumpen zum Entwässern der Gruben installieren und noch mehr Eisenerz fördern. Eine eigene Schmelzanlage zur Weiterverarbeitung in der eigenen Hütte erweiterten Kauerts Unternehmen. Seine Erfolge erzeugten Neid und Anschuldigungen. Bis zu seinem Lebensende musste er zahlreiche Klagen abwehren. Nach seinem Tod 1750 hinterließ er seinen Kindern ein stattliches Vermögen und schon zu seinen Lebenszeiten war er als der „reiche Kauert“ hochangesehen. 1863 wurde der Grubenbetrieb eingestellt und die Eisenschmelzhütte auf Abbruch verkauft.

Die Museumssammlung auf Schloss Homburg beherbergt zahlreiche Truhen. Aktuell sind eine Runddeckeltruhe von 1768 und eine Flachdeckeltruhe mit einem im Deckel aufwändig installierten Verschlusssystem zu sehen. Letztgenannte aus dem Jahr 1650 wurde als Kriegskasse verwendet. Die abgebildete Truhe mit der Inventarnummer 6019 befindet sich im Depot. Sie ist die einzige aus der Truhen-Sammlung, deren Herkunftsgeschichte uns annähernd bekannt ist.

Truhen dienten auch der Aufbewahrung von Aussteuer für junge Frauen. Sie waren häufig ein Hochzeitsgeschenk und beherbergten je nach sozialer Herkunft hochwertige Textilien, handgefertigtes Leinen oder andere Kleidungsstücke. Dies können wir an einem konkreten Beispiel im nächsten Monat vorstellen. Das LVR-Freilichtmuseum Lindlar verfügt über einen Ehevertrag der belegt, mit welchem „Vermögen“ Caroline Westhoff 1849 heiratete. Ihre große Anzahl an Kleidungsstücken transportierte sie sicherlich in einer Truhe.

Silke Engel, Museum und Forum Schloss Homburg

Detail der Deckelverzierung der Kastentruhe, Museum und Forum Schloss Homburg. Foto Grans, Jung; Düsseldorf


Drabenderhöhe: 1696.2. Juni. 11 Wohnungen und die Kirche brennen ab (Heimat im Wandel der Zeiten, Köln-Wien 1976).

Einwohner Obermiebach(Much)
Die ersten in den Mucher Kirchenbüchern fassbaren Einwohner Obermiebachs war die Familie des Christian und der Adelheid Frings. Christian Frings wird bereits 1653 erwähnt und verstarb 1666. Die Familie war katholisch und gehörte der Mucher Kirchengemeinde an. Christian Frings muss recht begütert gewesen sein, da er sich mit einer Einmalzahlung im Jahre 1661 von der Zehntpflicht an den Adeligen und Lehnsmann des Mucher Zehnten, Ermund von Wylich zu Combach, befreien konnte. Seither galt Obermiebach als Freihof.

Sein Sohn Rörich Frings heiratete 1671 Gertrud, die Tochter von Moritz Scherer, Schichtmeister des Eisenbergwerkes in Oberkaltenbach und der Maria Margaretha von Markelsbach, einer Erbin des adeligen Hofes zu Gerlinghausen.

1663 taucht das erste Mal die Familie Kauert in Obermiebach auf. Ein Peter Kauert ist Taufpate von Albert Kauert aus Verr. Vermutlich ist Peter Kauert ein Bruder des Landvermessers und Geschworenen Dietrich Kauert, der mit seinem Vater und Bergvogt Christian Kauert Begründer der weit verzweigten Kauert-Familie ist und die Geschicke des oberbergischen Bergbaus mitbeeinflussten.

In der bergischen Huldigungsliste von 1731 sind die drei Haushaltsvorstände, des Schöffen Moritz Willmund, Gerhard Frings und Johannes Kauert genannt.

Evangelische Familien sind seit dem 17. Jahrhundert in Obermiebach nachweisbar. Der bereits erwähnte Peter Kauert entstammte der evangelischen Kauertfamilie aus Büddelhagen. Ein Heinrich Niederhof aus Obermiebach wurde 1729 in Drabenderhöhe begraben. Er scheint wohl aus Niederhof bei Drabenderhöhe zugezogen zu sein. Schließlich lebt 1724 ein Johannes Kauert in Obermiebach. Er ist ein Sohn des Bergwerksdirektor Peter Kauert, der die Grube „die fünfzehn Löwenpfähle“ in Oberkaltenbach begründete. Die Nachfahren der Familie Kauert leben auch heute noch in Obermiebach.

Das Haus der Familien Willmund, Frings und Kauert existiert heute noch und hat ein Eingangsportal mit einem Rundbogen, in der die Jahreszahl 1763 eingraviert ist.



Auf den Spuren von 15 Löwen im ehemaligen Bergbau Kaltenbach
KaltenbachAm 14.April machten sich Mitglieder und Gäste der Abteilung Oberberg des Bergischen Geschichtsvereins (BGV) nach Kaltenbach auf, um an der Grenze zwischen Mark und Berg die Spuren des früher intensiven Bergbaus zu besichtigen.

Bei trockenem Wetter ging es nach einem Einführungsvortrag unter der Führung des alteingesessenen Hans Otto Müller in den Schimmelhau. Hier konnten beim Aufstieg noch die Reste der großen Gruben besichtigt werden, die von dem früheren Abbau der Grube „15 Löwenpfähle“ noch geblieben sind. Diese Grube hatte der Landwirt Peter Kauert 1710 mit einigen Konsorten wieder in Betrieb genommen, nachdem sie mehr als 50 Jahre stillgelegt und damit wieder frei geworden war. Es dauerte dann aber bittere neun Jahre, die ihn an den Rand des Ruins brachten, bis er in einem besonders trockenen Sommer tatsächlich auf beträchtliche Mengen Eisenstein stieß. Die Konsorten waren inzwischen mutlos geworden und wieder ausgeschieden. Auch Peter Kauert hatte sein letztes Rind verkauft, um Helfer bezahlen zu können. Im Sommer 1719 gab es eine lange anhaltende Hitze und der Wasserstand in der Grube fiel so tief, dass er die Eisenstein-Vorkommen entdecken und den folgenden Abbau vorbereiten konnte. Seine Rechte ließ er sich durch die Kennzeichnung des Gebietes im Ober-Kaltenbach durch das Setzen von 15 Grenzpfählen, die mit einem Löwenkopf gekennzeichnet waren, vom Bergvogt bestätigen und sichern.

Lambeck-HausDurch die Anlage einer großen Wasserkunst schuf er die Voraussetzungen zum Abbau. Die sog. Wasserkunst bestand aus einem 7m hohen Wasserrad am Kaltenbach, von dem aus über lange Gestänge dann die Pumpen zum Entwässern der Grube angetrieben wurden.
Solche Erfolge erzeugten natürlich Neid und so gab es über viele Jahre Streit mit den Besitzern der Nachbargruben, die versuchten, in das Abbaugebiet des Peter Kauert durch heimlich vorgetriebene Stollen einzubrechen. Diese Streitigkeiten waren schwierig beizulegen, weil der Kaltenbach die alte Grenze zwischen den Grafschaften Mark und Berg darstellte und beide Herrschaften an den Gruben verdienen wollten.
Darüber hinaus war Kauert durch die von ihm geförderte hohe Qualität und die beachtlichen Menge des Eisensteins in der Lage, die weitere Verarbeitung sowohl in einer eigenen Hütte zu schmelzen, als auch die Hütten von Ründeroth und Engelskirchen gegeneinander auszuspielen und so höhere Erträge zu erzielen.
Peter Kauert hatte bis an sein Lebensende zahlreiche Klagen und Anordnungen abzuwehren. Er verstarb im März 1750 und hinterließ seinen Kindern ein Vermögen von 80.000 Reichsthalern und für die nächsten Jahre eine weitere Ausbeute von rund 6.000 Rthl. pro Jahr. Die Streitigkeiten konnten erst 1786 in einem Vergleich zwischen den Erben Kauert und dem kurfürstlichen Hof beigelegt werden. Welchen Reichtum dieser Nachlaß bedeutete, kann man daran erkennen, dass z.B. ein durchgehend beschäftigter Handwerker einen Jahreslohn von ca. 80 Rthl. erzielte und 10 Zentner (500 kg) Kartoffeln etwa 8 Rhtl. kosteten.
Bei der weiteren Wanderung im Schimmelhau wurden auch noch die Schmelzplätze der Erzhütten besucht, auf denen heute noch Schlackereste zu finden sind. Es wurde dabei auch auf die negativen Seiten dieser Ausbeutung hingewiesen. So gab es z.B. den jetzt frisch ergrünenden Wald damals nicht, denn der war in weitem Umkreis abgeholzt, um Holzkohle für die Verhüttung zu gewinnen. Auf dem Rückweg wurde bei den heute teilw. noch vorhandenen Schlämmteichen erklärt, dass es früher oft große Probleme gab, wenn der Kaltenbach den ausgespülten Schlamm in die Agger transportierte und dies zu Fischsterben und weiteren Problemen führte.

Lambeck-KellerZum Ausklang dieser höchst interessanten Geschichtswanderung gab es dann noch ein Kaffeetrinken im Gewölbekeller des schönen alten Fachwerkhauses, in dem der frühere Ründerother Bürgermeister Heinrich Lambeck in seiner Amtszeit (1817-1841) seinen Amtssitz hatte.

(Dieter Forst, Fotos BGV)https://www.bgv-oberberg.de/?p=136 
KAUERT, Peter ´der Reiche` (I549)
 
1716 ein Adelsgeschlecht, das dem reichsunmittelbaren Hochadel zuzurechnen ist und dessen Herrschaftsschwerpunkte in der heutigen Nord- und Ostschweiz lagen. Die Kyburger waren eine ältere Seitenlinie der Grafen von Dillingen, die sich nach der Kyburg im heutigen Kanton Zürich benannten. Nach dem Aussterben der Kyburger im Mannesstamm 1263 entstand durch weibliche Erbfolge der habsburgische Familienzweig Kyburg-Burgdorf oder Neu-Kyburg. Als Ahnherr der Kyburger gilt Gotfrid. VON KIBURG, Anna (I14129)
 
1717 Ein altes aus Ueberlingen stammendes Geschlecht aus Konstanz. Heinrich Ehinger, Vater und Sohn, 1253 Z. Urk. des Klosters Salem. Heinrich, Bürger in Ueberlingen, 1264, 1283, der Alte 1288, 1294 kaufte 1271, als "discretus vir" bezeichnet, ein Gut in Neufrach. Sein Sohn Heinrich, 1264, war 1281 Bürgermeister in Ueberlingen, wird 1320 gleichfalls der ALte genannt und dessen Sohn Heinrich der Jüngere 1293, 1320 Bürger in Ueberlingen.
Ulrich 1363 Bürger ebendaselbst.
Johannes Ehinger aus Konstanz war 1383, 1407 Probst zu Embrach. MArgarethe 1405 Klosterfrau und Helena 1454 Kornmeisterin zu Münsterlingen. Berthold 1338, 1417 Bürger in Konstanz und ist wohl sein Bruder Gebhart, mit welchem die nachstehende Stammtafel urkundlich beginnt, während Bucelini Constantia rhenana S.40-41 (Gabriel Bucelin) dieselbe schon mit Gebhards Grossvater eröffnet. Diese beiden Generationen sind aber nicht erwiesen und wegen der ihnen beigelegten Titel verdächtig. Von Gebhards Enekln wurde von Kaiser Sigismund d.d. Nürnberg am Donnerstag nach Ostern 04.04.1431 dem Ulrich Ehinger von Konstanz, seinem Vater Heinrich, seinem Bruder Konrad, sowie dem Werner Ehinger und dessen Sohn Georg der Adelstand verliehen, das Wappen aber im DIplom nicht erwähnt. Schon vorher hatte Kaiser Sigismund d.d. Schontau am St. Urbanstag 25.05.1430 dem Oberbürgermeister Heinrich Ehinger zu Konstanz die Bestätigung des von seinen Voreltern und auch von seiner Mutter anererbten Wappens erteilt. Eine Beschreibung oder Abbildung des Wappens ist nicht vorhanden. Kaiser Karl V verlieh d.d. Toledo 31.10.1525 dem Ulrich Ehinger von Costnitz (Urenkel des vorigen Conrads) den rittermässigen Reichsadelsstand mit Wappenbesserung, nämlich 1 und 4 in ein mit drei Rosenbelegter s. Schrägrechtsbalken (Stammwappen), 2 und 3 in R. auf grauem Aste, um welchen ein Handschuh geschlagen ist, ein rechtsgekehrter natürlicher Sperber mit Schellen und Fesseln. 
EHINGER, Konrad (I32478)
 
1718 ein Bäcker, Mitherr zu Buristein (1/4 der Herrschaft) 1482,
er verkauft 1491 seinen Anteil an Urban von Muhlinen
den Burgern 1458-87, Landvogt zu Aarburg 1476 und Laupen 1480, Ratsherr 1500

1448 nahm er am Zug gegen Freiburg teil. 1465 den Burgern und 1476 erbte er einen Viertel von Burgistein von seinem Vetter Rudolf von Speichingen und in gleichen Jahr wurde er Landvogt zu Aarburg. 1483 war er Vogt gen Laupen. Im Jahr 1492 verkaufte er seinen Anteil an Burgistein an Urban von Mülinen. Er wurde 1500 des Kleinen Rats. Er war mit Anna von Enswyl verheiratet, von welcher man sagt, dass sie ihm zwölf Söhne geboren hätte, von denen einige in der Schlacht von Grandson fielen. Ihre Schädel wurden von ihren Familien in Angedenken aufbewahrt.
Ereignis Grossrat ‎von: 1458 an 1487 in Bern, Bern, BE, CHE
Ereignis Landvogt ‎1476 in Aarburg, Zofingen, AG, CHE
Ereignis Landvogt ‎1480 in Laupen, Laupen, BE, CHE
Ereignis Ratsherr ‎1500 in Bern, Bern, BE, CHE
Naturalisiert ‎ 
VON GAFFENRIED, Johannes (I38827)
 
1719 Ein Büdner war in Norddeutschland, vor allem in Mecklenburg, Pommern und Brandenburg, ein Besitzer eines kleinen ländlichen Anwesens, einer Büdnerei. Dazu gehörte ein eigenes Haus, jedoch nur wenig Land. Das Wort ist von „Bude“ abgeleitet. https://de.wikipedia.org/wiki/Büdner SCHRAMM, Gottlieb (I65)
 
1720 Ein burgerliches Geschlecht der Stadt Bern. Nach Meinrad, der 1286 in der Schlacht bei Wimmis gefallen ist, und einigen weiteren Angehörigen des Geschlechts des 14. Jahrhunderts erscheint um 1400 der Grossrat Johann als Stammvater der späteren Matter. Er war wie die meisten seiner Nachfahren Mitglied der Gesellschaft zum Roten Löwen (Mittellöwen), was vermuten lässt, dass das Geschlecht dem Gerbergewerbe entstammte und dann durch Handel zu grossem Reichtum kam. Johann (+ 1444), Schultheiss zu Thun, fiel als Hauptmann in der Schlacht bei St.Jakob an der Birs. Nachdem schon Johanns Bruder Heinzmann (+ 1465) Stubengeselle zum Narren und Distelzwang geworden war, erreichte das Geschlecht mit dessen Sohn Heinrich seinen Höhepunkt. Im Twingherrenstreit von 1471 schlug sich Heinrich auf die Seite des das Kleidermandat brechenden Adels, 1495 stieg er zum Berner Schultheissen auf, und 1496 wurde er auf dem Romzug König Maximilians I. zum Ritter geschlagen. Mit Heinrich erlosch das Geschlecht in männlichen Linie. Der gesellschaftliche Stellung der Familie Matter entsprachen deren Heiratsbeziehungen mit den in Bern verburgerten und zur Führungsschicht zählenden Familien Tschachtlan, Zigerli von Ringoltingen, von Muleren und von Diesbach, den aus der Waadt stammenden Adeligen de Villarzel sowie mit den führenden Freiburger Geschlechtern Velga und d'Affry. (Info: HLS). MATTER, Stammlinie (I30881)
 
1721 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I44999)
 
1722 ein deutscher Landestierarzt und Professor für Tierheilkunde.

Er stammte aus der alten westfälischen Adelsgeschlecht Vaerst. Sein Vater war Gutsbesitzer in Wengern (südliches Ruhrgebiet). Nach Besuch der Elementarschule kam v. Vaerst auf das Realgymnasium in Witten a. d. Ruhr und legte 1877 die Abiturprüfung ab. Danach studierte er an der Königl. Tierärztlichen Hochschule Berlin (später Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin) und wurde 1881 als Tierarzt approbiert. Es folgte ein Jahr Tätigkeit bei einem Kreistierarzt. Darauf war v. Vaerst Assistent bei Geheimrat Hubert Jacob Esser, Professor für Veterinärpathologie am Tierarznei-Institut der Universität Göttingen, und von 1884 bis 1887 Prosektor und Repetitor für Anatomie und Physiologie an der Tierärztlichen Hochschule Hannover. 1885 legte er in Berlin die Prüfung als Amtstierarzt ab und promovierte 1886 an der Universität Erlangen zum Dr. phil.

Im Frühjahr 1887 wurde v. Vaerst zum Kreistierarzt in Erfurt und noch im Herbst des gleichen Jahres als Landestierarzt und Medizinalassessor nach Meiningen berufen. Das bedeutete neben der Tätigkeit als Amtstierarzt für das Herzogtum Sachsen-Meiningen auch die Mitarbeit in der Medizinaldeputation und im Landwirtschaftsrat. Nachgewiesen ist auch die Teilnahme am 7. Internationalen tierärztlichen Kongress in Baden-Baden vom 7. bis 12. August 1899.

Im Jahre 1908 folgte v. Vaerst einer Berufung als Professor für Staatstierheilkunde an der Königl. Tierärztlichen Hochschule München (ab 1914 Tierärztliche Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München). Damit verbunden war auch die Leitung der Ambulatorischen Tierklinik mit Geburtshilfe. Seine Erfahrungen als anerkannter Gutachter und Obergutachter flossen in die Vorlesungen über gerichtliche und polizeiliche Tierheilkunde ein.


Grab von Gustav von Vaerst auf dem Parkfriedhof Meiningen
Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges meldete sich v. Vaerst zum Heer und war ab Frühjahr 1915 bis zum Schluss des Krieges als Hauptmann und Bataillonskommandant im Feld. Am Ende des Krieges trat ein schweres Leiden ein. Nach einer erfolgten Operation war v. Vaerst noch bis Ostern 1921 als Professor in München tätig und zog dann wieder nach Meiningen, wo sich seine Gesundheit weiter verschlechterte, so dass er bereits ein Jahr später am 1. April 1922 starb. Er war ein sehr vorbildlicher und anerkannter Hochschullehrer. Seine Vorlesungen waren gut vorbereitet, klar gegliedert, verständlich vorgetragen und deswegen auch zahlreich besucht. Er war Mitglied der Meininger Freimaurerloge Charlotte zu den drei Nelken und gehörte den Corps Teutonia Berlin, Hannoverania Hannover und Saxo-Thuringia München an.[1]

Gustav von Vaerst heiratete 1889 Emmeline geb. Hack, eine Fabrikantentochter aus Meiningen, und hatte mit ihr zwei Söhne, darunter Gustav von Vaerst Offizier und General der Panzertruppe (1894–1975).

Hauptwerk
Über Vorkommen, anatomische und histologische Entwickelung sowie physiologische Bedeutung der Herzknochen bei Wiederkäuern. J. B. Hirschfeld, Leipzig 1886, (Dissertation. Universität Erlangen, 1886. Digitalisat; PDF; 2,41 MB; auch in: Deutsche Zeitschrift für Thiermedicin und vergleichende Pathologie. Band 13, Nr. 1, 1888, S. 46–71. (ZDB-ID 503989-7, online auf archive.org))
Ueber die Ursachen des Kehlkopfpfeifens. In: Deutsche Zeitschrift für Thiermedicin und vergleichende Pathologie. Band 13, Nr. 2/3, 1888, S. 129–139. (online auf archive.org)
Mehrere kleinere Aufsätze in tierärztlichen, landwirtschaftlichen und jagdkundlichen Zeitschriften.
Ehrungen und Auszeichnungen
(Sachsen-Meiningenscher) Hofrat (ernannt durch Herzog Georg II., 1900)
Eisernes Kreuz,
Sachsen-Meiningensches Ehrenkreuz,
Preußisches Ehrenkreuz.
Literatur
Geschäftsleitung des Kongresses: Siebenter Internationaler Tierärztlicher Kongress. Baden-Baden, 7.–12. August 1899. 2 Bände. Kölblin, Baden-Baden 1899–1900;
Band 1: Organisation, Mitgliederliste und Berichte. 1899.
Band 2: Verhandlungen, Beschlüsse und Festlichkeiten. 1900.
Anton Stoß (sen.): Prof. Dr. Gustav von Vaerst gestorben. In: Münchener Tierärztliche Wochenschrift. Band 73, 1922, ISSN 0369-2523, S. 426–428.
Joris Peters, Veronika Weidenhöfer: Geschichte der Tierärztlichen Fakultät München. Die Professoren und ihre Lehrverpflichtungen (1890–1939). (eingesehen am 28. März 2016).
Einzelnachweise
Otto Stoll: Geschichte des ehemaligen Corps im WSC an der Ludwig-Maximilians-Universität zu München Saxo-Thuringia München 1882–1937. 1938, S. 59.

Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Die Namensträger der bürgerlichen Linie; S. 111, B 1

Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Die Namensträger der bürgerlichen Linie; S. 111, B 1
- Sohn von B 1: B10

Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Die Namensträger der bürgerlichen Linie; S. 111, B 21
- Die Kinder von B10: B 21 - B29: B37

Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Die Namensträger der bürgerlichen Linie; S. 112,
- Die Kinder von B 37, S. 112: B 59 - B63: B59

Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Die Namensträger der bürgerlichen Linie; S. 113 und 114,
- Die Kinder von B 59, S. 114: B 86 - B91: B89

Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Die Namensträger der bürgerlichen Linie; S. 113 und 114,
- Die Kinder von B 89, S. 115: B 139 - B147: B139

https://de.wikipedia.org/wiki/Vaerst_(Adelsgeschlecht)
https://de.wikipedia.org/wiki/Charlotte_zu_den_drei_Nelken
https://de.wikipedia.org/wiki/Corps_Teutonia_Berlin_(WSC)
 
VAERST (TIERMEDIZINER), Gustav (I44995)
 
1723 Ein kleiner Ring
Begrenzt unser Leben,
Und viele Geschlechter
Reihen sich dauernd
An ihres Daseins
Unendliche Kette.

Goethe, 1780, Grenzen der Menschheit 
WENNER, Contz \ Conrad (I11657)
 
1724 Ein Konsular, lateinisch consularis (vir), war im Römischen Reich ein Mitglied des Senats, das mindestens einmal das Amt eines Konsuls ausgeübt hatte.

Konsulare bildeten in der Römischen Republik zusammen mit der zahlenmäßig noch kleineren Gruppe der Censorier (gewesene Censoren) (die aus den Reihen der Konsulare kamen) die oberste Rangklasse der Senatoren; sie verfügten über die größte auctoritas und wurden bei Diskussionen im Senat stets als erste um ihre Meinung gebeten.

In der Kaiserzeit war konsularer Rang bis ins 3. Jahrhundert Voraussetzung für die Bekleidung besonders wichtiger beziehungsweise prestigeträchtiger Posten wie beispielsweise der Statthalterschaft in den Provinzen Asia und Africa oder der Stadtpräfektur. Um möglichst vielen Senatoren den Zugang zu diesen Ämtern zu ermöglichen, gab es nun meist mehr als zwei Konsuln pro Jahr; denn auch nachgerückte Kandidaten (Suffektkonsuln) waren im Anschluss Konsulare. Bis 217 (Macrinus) beziehungsweise 235 (Maximinus Thrax) war auch das Kaisertum selbst nur für Konsulare zugänglich. 
RUFIUS GAIUS, Festus Laelius Firmus (I22632)
 
1725 Ein möglicher illegitimer Sohn von Balduin war Albert/Ascelin († 977), der als Bischof von Paris und als Provost von Drongen amtierte VON FLANDERN, Balduin II. (I40500)
 
1726 ein reicher Kaufmann, der eine 1599 erwähnte Handelsgesellschaft gründete. ZOLLIKOFER VON ALTENKLINGEN, Georg II. ´Roth` (I1216)
 
1727 Ein Stadtberner Ratsherrengeschlecht des 14. und 15. Jahrhunderts, das eventuell aus Nieder- oder Obermuhlern stammt. Bei den Steuererhebungen 1448 und 1458 gehörten die Muhleren zu den reichsten Bürgern der Stadt.
Um 1470 wurde die Familie dem Adel zugerechnet. Rudolf war 1334 und 1339 in der Schlacht bei Laupen Venner. Sein Enkel Johannes (+1420), 1407-14 Seckelmeister, kaufte 1404 die halbe Herrschaft Ligerz. Johannes (+1451), Gesandter und 1447 Seckelmeister, erwarb durch Heirat mit Anna Balmer die Hälfte der Herrschaft Burgistein. Mit dem Sohn aus dieser Ehe, Urban, starb die Familie 1493 aus. Urbans Erbtochter Magdalena (+ 1513) brachte ihrem Mann, Schultheiss Jakob von Wattenwyl, u.a. die Herrschaften Burgistein, Kaufdorf, Gerzensee und Seftigen in dei Ehe ein. (Info: HLS). 
VON MUHLERN, Stammlinie (I30406)
 
1728 Ein starker Aspekt war Sverkers Heiratspolitik, die sein Reich stärker machte. Zuerst heiratete er Ulvhild Håkonsdatter von Norwegen, die Witwe von Inge den Jüngeren, die er laut Saxo Grammaticus ihrem zweiten Ehemann, dem dänischen König Niels Svensson, entführt hatte, und schaffte so ein starkes Band zwischen den beiden skandinavischen Ländern. Nach Ulvhilds Tod heiratete er Rikissa (Rycheza) von Polen, Tochter von Bolesław III. Schiefmund, die Witwe seines Vorgängers, Ulvhilds Stiefsohn Magnus Nilsson. Durch diese Ehe wollte er auch in Västergötland als König akzeptiert werden.

Sverkers und Ulvhilds Namen tauchen im Zusammenhang mit der Gründung des ersten Zisterzienserklosters Schwedens auf. Dieses wurde 1143 (Alvastra) auf einem Stück Land errichtet, das Ulvhild als Brautgeschenk von ihrem Mann bekommen hatte. Um 1150 soll Sverker in einen Krieg mit Dänemark geraten sein. Doch konnten seine Verbündeten aus Småland die Angriffe des dänischen Königs Sven Grate 1153 abwehren. Der Angriff soll darauf zurückzuführen sein, dass Sverkers Sohn Jon, einige edelgeborene Frauen aus Halland geraubt habe. Er wurde auf einem Ting ermordet. Gegen Ende seiner Regierungszeit war seine Stellung in Svealand sehr schwach, und es soll sogar einen Gegenkönig gegeben haben. 
(SCHWEDEN), Sverker I. (I40855)
 
1729 Ein Streit mit Karl dem Kahlen um die Herrschaft in Aquitanien endete für Pippin in der Absetzung 848 und kulminierte 852 in der Klosterhaft in Saint-Médard in Soissons. Es gelang Pippin zwar 854, aus der Haft zu entkommen und im Bündnis mit den Loire-Normannen Teile der aquitanischen Herrschaft zurückzugewinnen; im Jahr 864 wurde er jedoch endgültig in Senlis in Klosterhaft genommen, wo er auch starb.  KÖNIG VON AQUITANIEN, Pippin II: (I11485)
 
1730 Ein Tagelöhner, auch Taglöhner, früher Tagner, ist jemand, der kein festes Arbeitsverhältnis hat, sondern seine Arbeitskraft immer wieder bei neuen Arbeitgebern kurzfristig anbietet. Der Name kommt daher, dass die Tagelöhner nur tageweise beschäftigt werden. Mit Tagelöhnerei verbindet sich über die Jahrhunderte hinweg auch ein Arbeitsverhältnis, das lediglich ein Leben „von der Hand in den Mund“ ermöglicht.  HOFMANN, Johannes \ Adam (I333)
 
1731 ein Tuchhändler (Watmann)
zünftig auf Möhren, der Bürgern 1554, Kastelan zu Wimmis 1557
Landvogt zu Frienisberg 1566
Ereignis Grossrat ‎1554 in Bern, Bern, BE, CHE
Ereignis Kastlan ‎1557 in Wimmis, Niedersimmental, BE, CHE
Naturalisiert ‎ in Bern, Bern, BE, CHE
Ereignis Landvogt ‎1566 in Frienisberg, Aarberg, BE, CHE 
HERPORT, Beat (I38799)
 
1732 ein uneheliches Kind bekommen, Name unbekannt: * 22.10.1906 Darmstadt, Hessen, Deutschland; + 22.10.1906 Darmstadt, Hessen, Deutschland RANDOLL, Katharina Käte (I50055)
 
1733 Ein weiterer Mattheis Peltzer (IV.) (1635–1697), Sohn von Mattheis (III.), baute um 1660 die während des Dreißigjährigen Krieges zerstörte Kupfermühle bei Langerwehe an der Wehe, Kreis Düren, danach Schönthal genannt, wieder auf. Später erwarb er Anteile an dem von seinem Bruder Johannes (1641–1716) erbauten Kupferhof Steinfeld der Stadt Stolberg (Rhld) sowie daran angrenzend weiteren Grund und Boden, den sein Sohn Hermann (* 1672) erweiterte und als Doppelhofanlage nutzte.

Kupferhof Steinfeld
Der Kupfermeister Mathias Peltzer (1635–1697), der Bruder von Johann, kaufte 1682 weitere vier Morgen und 154 Roden, auf denen er mit Genehmigung des Jülicher Herzogs Johann Wilhelm einen weiteren Kupferhof errichten wollte. Mathias starb bereits 1697, ohne seine Pläne verwirklicht zu haben. Sein Sohn Hermann Peltzer (1672–1717) vollendete 1698 den Bau, den er „Hinteres Steinfeld“ nannte. 
PELTZER, Matthias V. (I47581)
 
1734 Ein Zweig der 1773 aus dem vorderösterr. Burgau (heute Bayern) nach Hohenems (Vorarlberg) eingewanderten Fam. B. erwarb in St. Gallen 1863 die Niederlassungsbewilligung und 1876/77 als erste jüd. Fam. das Stadt- und Kantonsbürgerrecht. Die meisten männl. Mitglieder der Fam. waren Kaufleute, namentlich in der 1860 von Adolf (->) und Berthold (1828-1912) gegründeten und von Nachfahren von Adolf geleiteten bedeutenden Stickerei-, Weisswaren- und Gardinenfirma Burgauer & Co. Zwei dieser angesehenen Firmenleiter amteten als Präsidenten der Israelit. Gemeinde St. Gallen: Willi 1930-40, Werner 1961-68 und 1976-80. Die St. Galler Museen verdanken Werner (1917-82) und Curt (1908-2002) eine bedeutende Münz- bzw. Gemäldesammlung.

Wappen:
In Blau auf grünem Dreiberg rot bedachte, silberne Burg. 
BURGAUER, N. (I8977)
 
1735 Ein Zweig der 1773 aus dem vorderösterr. Burgau (heute Bayern) nach Hohenems (Vorarlberg) eingewanderten Fam. B. erwarb in St. Gallen 1863 die Niederlassungsbewilligung und 1876/77 als erste jüd. Fam. das Stadt- und Kantonsbürgerrecht. Die meisten männl. Mitglieder der Fam. waren Kaufleute, namentlich in der 1860 von Adolf (->) und Berthold (1828-1912) gegründeten und von Nachfahren von Adolf geleiteten bedeutenden Stickerei-, Weisswaren- und Gardinenfirma Burgauer & Co. Zwei dieser angesehenen Firmenleiter amteten als Präsidenten der Israelit. Gemeinde St. Gallen: Willi 1930-40, Werner 1961-68 und 1976-80. Die St. Galler Museen verdanken Werner (1917-82) und Curt (1908-2002) eine bedeutende Münz- bzw. Gemäldesammlung. N., N. (I23226)
 
1736 Eine Adelsfamilie im ehemaliegen Bistum Basel, wahrscheinlich aus dem Elsass stammend. Der 1379 erwänhte Edelknecht Heinrich (Hennikin) ist als erster Vertreter der Römersthal (französisch Rambevaux) bekannt. 1389 lebte er in Delsberg und erhielt 1397 mehrere Lehen des Bischofs von Basel. Sein Sohn Imer zog nach seiner Heirat mit Jeanne Mazener (oder Macerer) nach Biel, wo er 1439 das Bürgerrecht erhielt und 1417-46 mit Unterbrechungen bischöflicher Meier war. Die von seiner Frau ererbten zahlreichen Grundzinse verkauften seine Nachkommen 1584 der Stadt Biel. Sein Sohn Simon sass im Grossen Rat von Bern und war bischöflicher Meier von Biel. Sein Enkel Bendicht ( 1521), verheiratet mit einer Tochter der Segesser von Brunegg, war 1491-94 Schultheiss von Burgdorf, 1494-97 Landvogt von Erlach sowie 1495-1508 Meier von Biel. Georg (+ 1562), der unehelicher Sohn von Bendicht, war Berner Chorherr (1523-28), Mitglied des Gr. Rats sowie 1543 Landvogt von Gottstatt. Er steht am Anfang des Berner Familienzweigs, aus dem mehrere Räte und Landvögte hervorgingen (1730 ausgestorben). Simon, ebenfalls ein Sohn von Bendicht, begründete den jurass. Familienzweig. Zahlreiche Nachkommen schlugen die geistl. Laufbahn ein (Basler Domherren, Pröpste von Moutier-Grandval) oder waren Beamte im Dienst des Fürstbischofs von Basel, der Herzogen von Bayern und von Österreich. Hans-Christoph (1593-1636) erhielt 1630 den Freiherrentitel und wurde Oberstleutnant der Garde in Wien. Dieser Zweig erlosch 1727 mit François Joseph Conrad Paulin, Forstmeister des Fürstbischofs für die Herrschaft Delsberg. (Info: HLS).

weiterführende Information: HLS 
STAMMLINIE RÖMERSTHAL, ... (I18505)
 
1737 Eine Adelsgruppe unter Hugo der Abt und Gauzlin ermöglichte nach dem Tod seines Vaters (10. April 879) Ludwigs Nachfolge im Westfrankenreich. Im September 879 wurde er durch den Erzbischof von Sens geweiht und somit zum König der Westfranken (etwa heutiges Frankreich).

879 gaben die Enkel Karls des Kahlen, schriftlich fixiert 880 im Vertrag von Ribemont, den Westteil Lotharingiens an den ostfränkischen König Ludwig III.; damit gehörte Lotharingien von nun an (mit einer Unterbrechung von 911 bis 925) in seiner Gesamtheit zum Ostfrankenreich und bildete darin das Herzogtum Lothringen.

Im März 880 erfolgte in Amiens eine interne Reichsteilung zwischen Ludwig und seinem Bruder Karlmann. Ludwig erhielt Franzien und Neustrien, Karlmann den Süden.

Die ganze Karolingerzeit hindurch kam es zu Einfällen der Wikinger und auch Ludwig III. schaffte es nur kurz mit der Schlacht bei Saucourt (3. August 881), die Angriffe der Normannen abzuwehren. Dieser Sieg wird im althochdeutschen Ludwigslied besungen.

Ludwig III. starb am 5. August 882 – kinderlos und ohne jemals geheiratet zu haben – in Saint-Denis bei Paris und wurde in der Kathedrale von Saint-Denis beigesetzt.  
VON WESTFRANKEN, König König Ludwig III. (I22737)
 
1738 Eine Bauernfamilie, die zu Anfang des 14. Jahrhunderts im Simmental belegt ist. Heinrich (+ 1367), Bürger von Bern 1351, wurde durch den Handel mit Milchprodukten reich und nannte sich Zigerli. Sein Sohn Heinrich der Jüngere ( nach 1416), Grossrat 1387, erwarb Grundbesitz u.a. in Belp und Kräyigen (heute Gemeinde Muri bei Bern). Die Zigerli fanden schnell ihren Platz unter den Berner Notabeln und nannten sich ab ca. 1400 auch Ringoltingen. Rudolf, Sohn Heinrichs des Jüngeren, führte als Junker ab 1439 ein Wappen und heiratete in auswärtige Adelsfamilien ein. Mit Rudolfs Sohn Thüring starb das Geschlecht 1483 aus. Thüring hinterliess sechs Töchter, von denen Antonia ( 1487) Ludwig von Diesbach heiratete, der 1479 vom Schwiegervater das mit Schulden belastete Landshut übernahm. Im Berner Münster erinnert das ca. 1448-58 von Rudolf und Thüring in Auftrag gegebene Dreikönigsfenster an die Familie. (Info: HLS) RINGOLTINGEN-ZIGERLI, Stammlinie (I38643)
 
1739 Eine Berner Patrizierfamilie (auch als Tilger), die seit ungefähr 1415 das Berner Bürgerrcht besass und 1854 ausgestorben ist. Sie kamen vermutlich ursprünglich aus Gerlafingen, allenfalls aus Frankreich. Sie waren ab 1445 im Grossen Rat vertreten und stellten vom 15. bis 19. Jahrhundert zahlreiche Gross- und Kleinräte, Landvögte sowie höhere Offiziere, hauptsächlich in französischen und österrischen Diensten. Johann Anton wurde Berner Schultheiss. Mit dem Historiker Johann Anton starb das Geschlecht 1854 aus. Angehörige eines Zweigs, dem Johann Anton und Johann Franz angehörten, wurden als Träger von höchsten Staatsämtern in Diensten Karls VI. und Maria Theresias in den Adelsstand erhoben und traten zum Katholizismus über. In Opposition zu den Familientraditionen stand Anton Ludwig als helvetischer Statthalter. (Info: HLS) TILLIER, Stammlinie (I32831)
 
1740 Eine Berner Ratsherrenfamilie, 1436 als Burger angenommen, ab 1526 reformiert, 1741 erloschen. Burkhard aus Klingnau (+ 1468) wurde 1436 Burger, 1442 Grossrat und 1444 Kleinrat in Bern. Burkhards Gattin Benedikta von Hürenberg war Mitherrin der Herrschaft Münsingen. Von den folgenden zwei Generationen waren Hans Rudolf und Hans Franz als Politiker sowie in militärischen und diplomatischen Diensten Berns besonders erfolgreich. Hans Franz gelangte durch seine Ehen mit Ursula Stokar (3'900 Pfund) bzw. mit Rosina Wyttenbach (3'000 Pfund) zu Vermögen. Sebastian gehörte vor der Reformation dem geistlichen Stand an, Hans-Rudolf (+ 1561) war Kleinrat sowie Vogt von Aigle und Thonon. Durch Hans Franz' Tochter Magdalena (1550-1628) ging die Herrschaft Münsingen 1578 an Hans Steiger über. Die männlichen Nachkommen von Hans Franz' Sohn Burkhard (+ 1574), Vogt von Thonon und Romainmôtier, waren Grossräte und Vögte, die im politischen Leben Berns nicht mehr dieselbe Rolle spielten wie ihre Vorfahren. Mit ihnen starb das Geschlecht 1741 aus. (Info: HLS) NÄGELI, Stammlinie (I32278)
 
1741 Eine der eigenartigsten, gelehrtesten, aber auch schillerndsten Persön­lichkeiten, die der Thurgau hervorgebracht hat, ist Melchior Goldast. Wer immer sich mit der Geistesgeschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit, speziell mit Literatur, Geschichte, Recht und Staats­recht befasst, wird diesem Namen begegnen.
Aber schon mit dem Namen hat es eine eigenartige Bewandtnis. Von Haus aus hiess der Mann Guldinast. Seine Vorfahren waren von Bischofszell nach Konstanz übersiedelt und hatten es dort zu Ansehen gebracht. Als der Reformator Johannes Zwick im Jahre 1542 nach Bischofszell zog, um dort zur Pestzeit auszuhelfen, da zog auch ein Verwandter, Melchiors Vater Heinrich, mit ihm in seine ange­stammte Heimat und nahm sich Cleophea Gonzenbach zur Frau. Am 6. Januar 1578 kam ihr Söhnchen im Weiler Espen östlich des Thur­städtchens zur Welt und nannte sich in seiner Jugend- und Studenten-zeit richtigerweise Melchior Guldinast. Später konstruierte Melchior Beziehungen zu einer ausgestorbenen Konstanzer Patrizierfamilie Goldast, signierte ab 1600 mit diesem Namen und setzte, um das Blaublütige zu unterstreichen, auch noch «von Haiminsfeldt» dazu.
Lesen und Schreiben lernte der aufgeweckte Knabe im Chorherren­stift St.Pelagius. Zwischen 1590 und 1594 besuchte er das Gymnasium im schwäbischen Memmingen. Darauf studierte er zunächst in Ingol­stadt und dann an der protestantischen Universität zu Altdorf bei Nürnberg Jura und Philosophie, konnte aber wegen Geldmangels nicht abschliessen. Er kehrte nach Bischofszell zu seiner Mutter zurück - sie hatte nach dem Tod des Vaters wieder geheiratet - und entwarf hier zum Zeitvertreib ein griechisch-lateinisches Wörterbuch, wobei er auch Ausdrücke aus dem Hebräischen, Mittellateinischen, Deutschen, Französischen, Tschechischen, Flämischen, Niedersächsi­schen und Schweizerdeutschen beizog.
1599 kam Goldast ins Haus des hochgebildeten St.Galler Anwalts Dr. Bartholomäus Schobinger. Dieser Freund und Sammler alter Schriften und Bücher merkte bald, dass die Leidenschaft für Handschriften und Urkunden auch in seinem Gehilfen zu brennen begann. Er beabsichtigte, mit Goldasts Hilfe die Schriften Vadians sowie Texte mittelalterlicher und antiker Autoren herauszugeben. Einiges erschien mit einem wissenschaftlichen Apparat, der die stu­pende Gelehrsamkeit Goldasts bezeugt. Schobinger lieh sich zeit­weise die Manessische Liederhandschrift aus. Goldast vertiefte sich gierig darein und veröffentlichte einiges daraus.
Dazwischen sieht sich Goldast auch in Genf und Lausanne um, studiert, erlebt die Escalade und lässt dies und das drucken. Er wird Sekretär des Herzogs von Bouillon und hält sich mit ihm am kurpfälzi­schen Hof zu Heidelberg auf. Da stirbt Schobinger ganz unverhofft, erst 38-jährig. Goldast ist erschüttert. Zeitlebens bleibt er seinem Freund dankbar dafür, dass er die Liebe zu sprachlichen Altertümern in ihm geweckt hat.
Bald nach Schobinger starb auch Goldasts Mutter. Zeitweise hielt sich Melchior nun in Bischofszell auf und verkaufte das elterliche Haus. Dazwischen tauchte er immer wieder in Frankfurt am Main auf und gab eigene und fremde Schriften heraus.
Nun muss gesagt werden, dass Goldast wohl ein ausgezeichneter und oft beanspruchter Rechtskenner war, dass er aber anderseits seine Quellen nicht besonders schonungsvoll behandelte. So gestand er selbst, er habe aus mehr als einem Kodex Blätter «flucks heraus ge­rissen und in seine hossen gestossen». Man weiss heute, dass auch ganze Bücher auf unsaubere Weise in seinen Besitz gelangten, doch hat sich der Thurgauer gegenüber dem Vorwuf des Diebstahls, der hauptsächlich von den St. Galler Bibliotheken erhoben wurde, immer wieder zu wehren gewusst.
Im Frühling 1606 zog Goldast nach Frankfurt am Main. Diese Stadt galt als Drucker- und Verlegerzentrum. Hier hatte er bereits zwei sei­ner Hauptwerke drucken lassen (Arbeiten zur Geschichte zweier ger­manischer Stämme, der Sweben und der Alemannen), und hier gab er in den nächsten Jahren einige weitere wertvolle Werke heraus, unter anderem Schriften Ovids und Pirkheimers und hundert Gelehrtenbriefe mit Beiträgen von Vadian, Tschudi, Bullinger und anderen.
Dazwischen eilte er hierhin und dorthin, war Sekretär oder Berater dieses und jenes Fürsten und verfasste juristische Gutachten für Städte und Adelsfamiien. Aber reich wurde er nicht dabei, im Gegen­teil, meist litt er bittere Not. Trotzdem wagte er es, einen Hausstand zu gründen. Im Dezember 1612 ehelichte er die Frankfurterin Ottlia Sophia Jeckel, die ihm zwei oder drei Töchter schenkte.
Die Ernennung zum Schaumburgischen Hofrat in Bückeburg brachte 1615 einige ökonomische Erleichterung. Vier Jahre später traf er erstmals mit Kaiser Ferdinand II. zusammen, der ihm den Auftrag gab, die rechtlichen Aspekte der Erbfolge in Böhmen darzustellen. Das katholische Haus Habsburg bemühte hiezu den reformierten Schweizer, weil nur er in der Lage war, diese Arbeit auszuführen und die Belege beizubringen. Die Abhandlung - wie alle wissenschaftlichen Werke Goldasts lateinisch geschrieben - erschien 1627 in drei Bänden unter dem Titel «Commentarii de regni Bohemiae juribus» und zog die Beförderung zum Kaiserlichen Rat nach sich.
Schon vorher war Goldast in den Dienst des Landgrafen von Hessen getreten und nach Giessen gezogen. Dort starb am 1. Februar 1630 seine Frau, und am 11. August 1635 schloss auch er seine Augen für immer.
Gegen siebzig seiner Werke liegen gedruckt vor, und sie berühren alle Fakultaten. Für Theologen, Juristen, Philosophen, Historiker, Philolo gen und Numismatiker hat Goldast geschrieben und Altes ver­mittelt, wobei seine Zuverlassigkeit nicht durchwegs über alle Zweifel erhaben ist.
Goldast pflegte auch einen ausgedehnten Briefwechsel mit andern Gelehrten. An die zwanzig europaische Bibliotheken bewahren Briefe von und an Melchior Goldast auf, die zum Teil schon im 17. und 18. Jahrhundert gedruckt worden sind.
Sein Stolz, seine Freude und sein einziger Reichtum war seine Bibliothek. Wurde sie auf zweifelhafte Weise zusammengetragen, so fiel sie auf ungewöhnliche Art wieder auseinander. In den unruhigen Zeiten des Dreissigjährigen Krieges wollte sie Goldast in Sicherheit wissen. Etwa 4000 seltene Druckwerke verpackte er in Kisten und Fässer und liess sie 1625 nach Bremen bringen. Dort wurden sie in einem unbenützten Raum eines Schulhauses aufgestapelt und ge­rieten in Vergessenheit. Erst elf Jahre nach Goldasts Tod stiess man darauf. Die Bremer merkten gleich, was für Kostbarkeiten ihnen das Schicksal da in die Hände gespielt hatte. Sie traten in Verbindung mit Goldasts Erben, kauften ihnen die Sammlung ab und legten mit den so erworbenen Raritäten den Grundstock für eine Stadtbibliothek. Doch lange konnten sie sich ihrer Schätze nicht freuen. Schwedens Königin Christine war damals Oberherrin in Bremen. Diese vielseitig interessierte junge Herrscherin schrieb den Bremern, sie hätte «zu allerhand Aniquiteten grosse Behebung» und sie würden ihr einen Ge­fallen erweisen, wenn sie sich ihr gegenüber willfährig erzeigten. Wohl oder übel mussten die Bibliothekare zuschauen, wie ein Abgesandter der Königin, seinerseits ein Fachmann, die besten Kodexe für Stock­holm aussuchte. Als dann Christine dem Thron entsagte und nach Rom zog, da nahm sie einen Teil der Bremer Erwerbungen mit sich und schenkte sie nach ihrer Konversion zum Katholizismus dem Papst.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, 1948, gab die Stadt Bremen 50 wert­volle St.Galler Urkunden und 98 Vadian-Briefe an St. Gallen zurück, sodass heute Teile der Goldastschen Bücher-, Urkunden- und Hand­schriften-Sammlung vor allem in den Bibliotheken Bremens, Stock­holms, St. Gallens und des Vatikans zu finden sind.


Goldast, Melchior, genannt von Haimisfeld, deutscher Publizist und Historiker, geb. 6. Jan. 1578 zu Espen im Thurgau, studierte zu Ingolstadt und Altdorf die Rechte, mußte aber 1598 wegen Armut die Universität verlassen. Nachdem er sich eine Zeitlang in der Schweiz aufgehalten, auf der Bibliothek von St. Gallen studiert und in Genf als Hauslehrer gewirkt hatte, ging er 1603 als Sekretär des Herzogs von Bouillon nach Heidelberg und Frankfurt a. M. 1604 ward er Hofmeister eines Freiherrn von Hohensax zu Forsteck, lebte aber bald wieder unstet in mehreren Städten der Schweiz, bis er 1606 nach Frankfurt zurückkehrte, wo er sein Leben kümmerlich durch Schriftstellerei fristete. 1611 wurde er sachsen-weimarischer Rat, doch gab er schon 1615 diese Stellung wieder auf, um in die Dienste des Grafen von Schaumburg zu treten; er lebte bis 1624 in Bückeburg.

Später war er als kaiserlicher und kurtrierscher Rat bei mehreren Missionen tätig, stand zuletzt in hessen-darmstädtischen Diensten und starb als Kanzler der Universität zu Gießen 1635. Seine Korrespondenz war eine sehr ausgedehnte, die Zahl seiner Schriften, welche sich über alle Wissenschaften verbreiten und in vortrefflichem Latein verfaßt sind, eine ungeheure. Durch seine freie Schreibart zog er sich viele Feinde zu, unter andern Scippius und Lipsius.

Seine Schriften sind meist die Resultate gründlicher Forschungen auf dem Gebiet der mittelalterlichen Geschichte und des Staatsrechts; doch ist er in der Aufnahme von Urkunden oft kritiklos verfahren, es finden sich in seinen Sammlungen eine große Zahl unechter. Von seinen Werken sind zu nennen: »Scriptores rerum suevicarum« (Frankf. 1605; neue Ausg., Ulm 1727);
»Scriptores rerum alemannicarum« (Frankf. 1606, 3 Bde.; neue Ausg. 1730);
»Constitutionum imperialium collectio« (das. 1613, 4 Bde.; neue Ausg. 1674);
»Monarchia romani imperii« (Hannov. 1611–14, 3 Bde.);
»Commentarii de regni Bohemiae juribus« (das. 1627, 2 Bde.).
Er gab auch Wilibald Pirkheimers und de Thous Schriften heraus. Die Reste seiner reichhaltigen Bibliothek werden in Bremen aufbewahrt. 
GOLDAST, Melchior (I26815)
 
1742 eine der Enkelinnen des Reformators Vadian ZOLLIKOFER (VON ALTENKLINGEN), Sabina ´Sabinly` ; Sabine (I3897)
 
1743 Eine führende Berner Familie des 13. und 14. Jahrhunderts. Sie kamen als städtische Münzmeister zu Wohlstand und besassen v.a. im Gürbetal Güter. Als bürgerlische Familie waren sie zunächst Gegenspieler der älteren freiherrlichen Geschlechter wie etwa den Bubenberg, heirateten aber bald in den Adel ein. Ab Ende des 13. Jahrhunderts traten sie als Sechzehner, Gesandte, Gross- und Kleinräte auf. Der Münzmeister Werner ist ab 1246 bezeugt. Sein Sohn Kuno war 1298-1302 Schultheiss von Bern. Dessen Sohn Lorenz (+ 1344/45) übernahm das Amt nach dem Tod des Vaters bis 1319 und amtierte danach als Kleinrat und Heerführer während sein Bruder Werner (+ ca. 1339) ebenfalls als Kleinrat sowie als Mitherr zu Weissenau am Thunersee verzeichnet ist. Lorenz' Erbtochter Katharina heiratete Peter von Seftigen. Die Familie erlosch um 1400 mit Lorenz' Grossneffen Werner, Herrn von Burgistein und Teilhaber von Hindelbank. (Info: HLS) MÜNZER, Stammlinie (I26588)
 
1744 eine Schwester der Grafen Adalbert und Gerhard aus dem Haus der Matfriede, die eine zweite Ehe mit einem fränkischen Grafen – möglicherweise mit Poppo (V.) – schloss. Sie wurde in der Stiftskirche Öhringen begraben.  N., Adelheid (I36017)
 
1745 Einem Bericht Robert von Torignis folgend heiratete Gunnora den Herzog Richard lediglich nach dänischem Recht (More danico), nicht aber nach dem christlichen Ritus. Die Ehe scheint aber um 980/990 auch im christlichen Sinne legalisiert worden zu sein.

Unter den Ehefrauen der Herzöge ist sie eine der wenigen, die eine wesentliche Rolle spielten. Nach einer umstrittenen These Eleanor Searles stammt Gunnora aus einer jener skandinavischen Familien, die sich erst zur Zeit Richards in der östlichen Normandie niedergelassen hatten, und die Ehe markierte daher ein Bündnis zwischen den mittlerweile eingesessenen Normannen und den Neuankömmlingen[1] (siehe FitzOsbern), deren Aufstieg sie nach Kräften förderte. Jedoch ist nicht sicher, dass Gunnora tatsächlich aus der östlichen Normandie kam[2]. Nach dem Tod Richards 996 scheint Gunnora die faktische Regentschaft über das Herzogtum ausgeübt zu haben[3].

Der Geschichtsschreiber Dudo von Saint-Quentin gibt an, viele seiner Informationen, die er in seinem Werk De Gestis Normannaie ducum mitteilt, direkt von Gunnora bekommen  
VON DÄNEMARK, Gunnora (I24302)
 
1746 einer der reichsten Bürger St. Gallens im 15. Jahrhundert
um 1385 St. Gallen, 1460/61 St. Gallen. Sohn des Konrad, Bürgermeisters. ∞ Elisabeth Nostler. Bedeutender Kaufmann, Mitglied der Gesellschaft zum Notenstein und einer der reichsten St. Galler Bürger im 15. Jh. Zusammen mit PETER VON WATT (*vor 1400 St. Gallen + 30.04.1462 Nürnberg, verheiratet mit Ursula Pirkheimer, Tochter des Lorenz, Kaufmann, aus einer führenden Nürnberger Handelsfamilie)
und dem Berner Niklaus von Diesbach gründete W. die Diesbach-Watt-Gesellschaft.
Er erwarb 1418 die Burg Rebstein und 1432 die Burg Steinach. 1421 nahmen er und Peter vom Kloster St. Gallen das Leinwandmass und damit die Abgaben für gehandelte Leinwand zu Pfand, welche sie 1429 mit Einverständnis des Abts an Bürgermeister und Rat von St. Gallen verkauften. 1436-57 war er Ratsherr und bekleidete u.a. das Amt des Spitalpflegers und Aussermeisters und jenes des Weinschätzers. Mehrfach trat er als Vermittler auf, so 1439 in einem Streit zwischen Abt Eglolf Blarer und Eberhard von Ramschwag.Literatur– W. Näf, Die Fam. von W., 1936, 17-29– H.C. Peyer, Leinwandgewerbe und Fernhandel der Stadt St. Gallen von den Anfängen bis 1520, Bd. 2, 1960,48 f. Autorin/Autor: Rezia Krauer

zu NIKLAUS VON DIESBACH
geboren zwischen 1375 und 1380, gestorben um 1436, Burger von Bern (1412 und 1415 belegt). Sohn des Rudolf. ∞ 1) Margareta Brüggler, Tochter des Ludwig, Ratsherrn in Bern, 2) Katharina du Ruz, von Freiburg. Goldschmied, Leinwandhändler, Bankier und Bergbauunternehmer im Haslital. 1412 in Basel und Frankfurt als Kaufmann, 1414 in Bern als Goldschmied belegt. Tätigkeit in Nürnberg, Freiburg und Genf. 1415 im Berner Rat der Zweihundert, 1422-36 im Kl. Rat. Zusammen mit den St. Gallern Hugo und Peter von Watt war er an der Gründung der Diesbach-Watt-Gesellschaft beteiligt, deren Aktivitäten sich von Spanien bis Polen erstreckten. D. legte sein grosses Vermögen 1427 in Häuser und Grundbesitz an (Uttigen sowie Teile von Kiesen, Oppligen und Stalden im Emmental). Zudem kaufte er die halbe Herrschaft Diessbach und das Schloss Holligen. Besitz des Hug von Watt: ab 1421 Haus und Garten in Hinterlauben, 1419
Grundeigentum Gebäude (Burgstall), Reben, Wiesland, Wald zu Rebstein im Rheintal,
Stadthaus „hinter der Brotlauben“, zeitweise Burg Steinach mit Ländereien (bis 1452);
6.12.1430 Wappenbrief von König Sigismund (Abbildung: Näf, Bd. 1) und damit Aufstieg in den Rang des niederen Adels.



zu DIESBACH-WATT-GESELLSCHAFT
Im ausgehenden MA gehörte die nördl. der Alpen gelegene Schweiz zum grossen süddt. Wirtschaftsraum, der seit dem 14. Jh. einen deutl. Aufschwung erlebte. In diesem Umfeld entstanden international tätige Handelsgesellschaften, deren bedeutendste die Ravensburger Gesellschaft war. Unter den zahlreichen schweiz. Handelsgesellschaften war ihr die 1420-60 in den Quellen belegte D. am ähnlichsten. Deren Initiant war der Berner Niklaus von Diesbach (um 1375/80 - um 1436). Seine wichtigsten Geschäftspartner waren Peter und Hug von Watt, zwei ebenfalls erfolgreiche, wenn auch weniger vermögende Kaufleute aus dem Leinwandzentrum St. Gallen, mit einem grossen Kundennetz im Nordosten Europas....
Peter von Watt liess sich 1428 in Nürnberg nieder.
Hug von Watt wohnte im Haus zum Goldapfel (Hinterlaiuben 8), in dem später Vadian geboren wurde.

zu PETER VON WATT
geboren vor 1400 St. Gallen, gestorben 30.4.1462 Nürnberg. ∞ Ursula Pirkheimer, Tochter des Lorenz, Kaufmanns, aus einer führenden Nürnberger Handelsfamilie. Obwohl in den Quellen bisweilen als Vetter von Hug ( -> 2) erwähnt, bleibt ungewiss, in welchem Verwandtschaftsverhältnis W. zu den übrigen Mitgliedern der Fam. stand.

; um 1385 St. Gallen, 1460/61 St. Gallen. Sohn des Konrad, Bürgermeisters. ​Elisabeth Nostler. Bedeutender Kaufmann, Mitglied der Gesellschaft zum Notenstein und einer der reichsten St. Galler Bürger im 15. Jh. Zusammen mit Peter (->) und dem Berner Niklaus von Diesbach gründete W. die Diesbach-Watt-Gesellschaft. Er erwarb 1418 die Burg Rebstein und 1432 die Burg Steinach. 1421 nahmen er und Peter vom Kloster St. Gallen das Leinwandmass und damit die Abgaben für gehandelte Leinwand zu Pfand, welche sie 1429 mit Einverständnis des Abts an Bürgermeister und Rat von St. Gallen verkauften. 1436-57 war er Ratsherr und bekleidete u.a. das Amt des Spitalpflegers und Aussermeisters und jenes des Weinschätzers. Mehrfach trat er als Vermittler auf, so 1439 in einem Streit zwischen Abt Eglolf Blarer und Eberhard von Ramschwag. 
VON WATT, Hugo (I3024)
 
1747 Einer der sieben Holzhändler aus der oberen Mittelschicht. Vermögen 932 Gulden. Der gleichnamige Sohn verlegte sich bis 1663 auf die Landwirtschaft. (Gernsbach im Murgtal: Strukturen und Entwicklungen bis zum Ende des badisch-ebersteinischen Kondominats im Jahre 1660. Von Rainer Hennl). Mitteilung von Armin Meyer vom 8.3.2011 KRIEG, Johannes Jacobus (I8370)
 
1748 einer Tochter des Gepidenkönigs Turisind. Dieser Verbindung entstammten die Töchter Wisigard (auch Wisigarda) und Waldrada (auch Vuldetrada), die beide mit fränkischen Königen verheiratet wurden.[2][3] N., Austrigusa (I24212)
 
1749 Eines der ältesten Geschlechter der Stadt Basel. Der aus Rüdesheim (Hessen) stammende Schuhmacher Hermann (1414) wurde 1403 eingebürgert. Mit dem Scherer und Wundarzt Leonhard (1470) spaltete sich eine Linie ab, die 1563 mit Bernhard (->) von Ks. Ferdinand I. geadelt wurde. Während die Angehörigen der bürgerl. Linie vorwiegend handwerkl.-gewerbl. Berufe ausübten (v.a. Schuhmacher und Textilhändler), finden sich in der adligen Linie mehrere Inhaber öffentl. Ämter, darunter Theodor (->). Dessen Tochter Gertrud (1600) wurde durch ihre Heirat mit Christoph Burckhardt (1539) zur "Stammmutter" der Fam. Burckhardt. BRAND, Oswald (I41302)
 
1750 Einflussreiches, aber schlecht dokumentiertes bäuerliches Geschlecht in den Gemeinden Menzingen und Neuheim. Eigenleute des Zürcher Fraumünsters mit dem Namen Staub sind 1260 im nahen Albisgebiet verzeichnet. 1359 leisteten mehrere Staub aus dem Weiler Brettigen bei Menzingen dem Kloster St. Blasien Zinsabgaben. Der erste Familienangehörige von Bedeutung ist Rudolf, der 1430 im Hochgerichtsstreit zwischen Zug und Zürich als Schiedsrichter amtierte und 1431 die Hofgenossen in einem Konflikt mit St. Blasien vertrat. Vom 16. bis 18. Jahrhundert brachte die Familie die vier Ammänner Ulrich (-> Erstmals erwähnt 1524, letztmals am 2.12.1546, katholisch, von Menzingen. Ratsherr, 1528-1530 eidgenössischer Landvogt von Sargans, 1524-1546 häufig Gesandter des Standes Zug, so 1531 beim Abschluss des Zweiten Kappeler Landfriedens in Deinikon. 1546 amtierte Ulrich Staub als Schiedsrichter in einem Streit zwischen dem Fürstabt von St. Gallen und den Appenzellern. Als erster Menzinger war er 1543-1545 Ammann des Standes Zug.), Johann Peter (-> 28.2.1702 Menzingen, 17.3.1767 Menzingen, katholisch, von Menzingen. Sohn des Jakob, Ratsherrn und Chirurgen, und der Anna Maria Röllin. ​1) Rosa Lucia Weber, Tochter des Karl Josef, Richters, 2) Columbina Elsener, Tochter des Oswald, 3) Theresia Esther Weber, Tochter des Klemens Damian Weber. 1726-1728 eidgenössischer Landvogt von Locarno, 1745-1747 von Sargans, 1729-1747 mehrmals Gesandter, 1734-1736 und 1743-1745 Ammann des Standes Zug. 1740-1744 Ammann des Gotteshausgerichts Einsiedeln, ab 1729 Menzinger Ratsherr. Die Wahl von Johann Peter Staub zum Ammann 1734 bedeutete im Ersten Zuger Harten- und Lindenhandel den Umschwung zugunsten der Linden, zu deren Exponenten sein dritter Schwiegervater gehörte.), Josef Anton (-> 3.1.1710 Menzingen, 20.1.1779 Menzingen, katholisch, von Menzingen. Sohn des Johann Kaspar und der Margaretha Erzinger. ​Elisabeth Hegglin, Tochter des Johann Klemens. Weibel, ab 1764 Menzinger Ratsherr, 1765-1777 Ammann des Gotteshausgerichts Einsiedeln, 1770-1772 Ammann von Stadt und Amt Zug. ) und Peter (-> Erstmals erwähnt 1590, letztmals am 30.9.1617, katholisch, von Menzingen. Vermutlich Müller im Weiler Nidfurren (Gemeinde Menzingen). 1590 und 1595 als Ratsherr von Menzingen bezeichnet, 1590-1617 mehrmals Gesandter, 1599-1601 Ammann des Standes Zug. ) hervor. Erstere zwei waren auch eidgenössische Landvögte, ebenso Johann Walter (1686), der eine über vier Generationen reichende Ratsherrenlinie mit mehreren Pfarrherren begründete. Bonifaz (1816-1887) von Neuheim, neben Alois (-> 27.6.1822 Menzingen, 20.1.1910 Unterägeri, katholisch, von Menzingen und ab 1864 Ehrenbürger von Unterägeri. Sohn des Alois, Steinmetzen und Landrats, und der Anna Maria geborene Staub. 1837-1840 Gymnasium in Zug, 1841-1844 Lyzeum Luzern, 1845-1846 Theologiestudium in München und Freiburg im Breisgau, 1846 Priesterausbildung in Solothurn, Priesterweihe. 1846-1855 zuerst Primar-, danach Gymnasiallehrer in Zug. 1856-1910 Pfarrer von Unterägeri, 1888-1896 Dekan, 1893-1910 bischöflicher Kommissar, 1895-1910 Domherr des Standes Zug. 1874-1910 Kirchenrat von Unterägeri (ab 1899 Präsident). 1861 Mitgründer der Kantonsschule, 1860-1887 kantonaler Erziehungsrat. 1884 Mitgründer und erster Präsident der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Zug (bis 1904). Alois Staub, ein durchaus aufgeschlossener, aber dennoch dogmatisch strenger Geistlicher, hielt sich von den Parteihändeln in Kanton und Gemeinde fern. Er war eine engagierte, einflussreiche und allgemein anerkannte Persönlichkeit. ) der bedeutendste Geistliche in der Familie, machte sich besonders durch seine lokalgeschichtlichen, auf der historisch-kritischen Methode basierenden Forschungen einen Namen. Johann Baptist (1833-1879), Sohn eines Landarztes und selbst Arzt, realisierte 1869/1870 in Zug ein Knabeninstitut, das als mustergültiger Schulhausbau galt. STAUB, Katharina (I45932)
 

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