Strauss Genealogie


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2451 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation V 
VON VAERST, Johann (I45850)
 
2452 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation V 
VON VAERST, Elseke (I45861)
 
2453 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation V 
VON VAERST, Jutta (I45860)
 
2454 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation V 
VON VAERST, Heinrich (I45858)
 
2455 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation V 
VON VAERST, Katharina (I45859)
 
2456 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation V 
VON VAERST, Grete (I45862)
 
2457 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation VI 
VON VAERST, Kathrin (I45833)
 
2458 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation VI 
VON VAERST, Dietrich (I45835)
 
2459 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation VI 
VON VAERST, Johann (I45851)
 
2460 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation VI 
VON VAERST, Heinrich (I45665)
 
2461 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation VII 
VON VAERST, Agnes (I45840)
 
2462 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation VII 
VON VAERST, Johann (I45842)
 
2463 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation VII 
VON VAERST, Jürgen (I45853)
 
2464 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation VII 
VON VAERST, Margarethe (I45866)
 
2465 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation VII 
VON VAERST, Hermann (I45663)
 
2466 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation VII 
VON VAERST, Agnes (I45867)
 
2467 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation VII 
VON VAERST, Sibylle (I45868)
 
2468 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation VII 
VON VAERST, Else (I45869)
 
2469 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation VII 
VON VAERST, Dietrich (I45870)
 
2470 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation VIII
 
VON VAERST, Hermann (I45871)
 
2471 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation VIII
 
VON VAERST, Anna (I45873)
 
2472 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation VIII
 
VON VAERST, Dietrich (I45875)
 
2473 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation VIII 
VON VAERST, Hermann (I45857)
 
2474 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation VIII 
VON VAERST, Albert (I45855)
 
2475 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation XI

https://de.wikipedia.org/wiki/Vaerst_(Adelsgeschlecht)


 
VON VAERST, Ferdinand Wilhelm (I45687)
 
2476 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation XI

https://de.wikipedia.org/wiki/Vaerst_(Adelsgeschlecht)
 
VON VAERST, Konrad Heinrich Georg (I45682)
 
2477 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation XI

https://de.wikipedia.org/wiki/Vaerst_(Adelsgeschlecht)
 
VON VAERST, N. (I45876)
 
2478 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation XI

https://de.wikipedia.org/wiki/Vaerst_(Adelsgeschlecht)
 
VON VAERST, N. (I45877)
 
2479 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation XII

https://de.wikipedia.org/wiki/Vaerst_(Adelsgeschlecht)
 
VON VAERSTZU WESTERHEMMERDE, Heinrich Johann Wilhelm (I45690)
 
2480 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation XII

https://de.wikipedia.org/wiki/Vaerst_(Adelsgeschlecht) 
VON VAERST, Maria (I45692)
 
2481 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation XII

https://de.wikipedia.org/wiki/Vaerst_(Adelsgeschlecht) 
VON VAERST, Johanna Sophie Elisabeth (I45717)
 
2482 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation XII

https://de.wikipedia.org/wiki/Vaerst_(Adelsgeschlecht) 
VON VAERST, Heinrich Ferdinand Werner (I45716)
 
2483 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation XII

https://de.wikipedia.org/wiki/Vaerst_(Adelsgeschlecht) 
VON VAERST, Katharina Josine Hendrine Johanna (I45720)
 
2484 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation XII

https://de.wikipedia.org/wiki/Vaerst_(Adelsgeschlecht) 
VON VAERST, Ida (I45723)
 
2485 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation XIII

https://de.wikipedia.org/wiki/Vaerst_(Adelsgeschlecht) 
VON GÖTZ, Johanna Albertine (I45732)
 
2486 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation XIII

https://de.wikipedia.org/wiki/Vaerst_(Adelsgeschlecht) 
VON GÖTZ, Christiane (I45733)
 
2487 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation XIII

https://de.wikipedia.org/wiki/Vaerst_(Adelsgeschlecht) 
VON VAERST, Juliane Sophie Wilhelmine (I45738)
 
2488 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation XIII

https://de.wikipedia.org/wiki/Vaerst_(Adelsgeschlecht) 
VON VAERST, Ludolf Heinrich Moritz (I45740)
 
2489 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation XIII

https://de.wikipedia.org/wiki/Vaerst_(Adelsgeschlecht) 
VON VAERST, Wilhelmine Johanna Renate (I45741)
 
2490 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation XIII

https://de.wikipedia.org/wiki/Vaerst_(Adelsgeschlecht) 
VON VAERST, Henriette Sophie Renbate Friederike (I45742)
 
2491 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation ´I`

https://de.wikipedia.org/wiki/Vaerst_(Adelsgeschlecht)
 
VON VAERST, Hermann (I45676)
 
2492 Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation ´I`

https://de.wikipedia.org/wiki/Vaerst_(Adelsgeschlecht) 
VON VAERST, Dietrich (I45675)
 
2493 Geschichte von alzey von der Frühen Neuzeit bis zum Anfang des 20. Jhts.
1529 ließ Ludwig V. von der Pfalz (* 2. Juli 1478 in Heidelberg; † 16. März 1544 ebenda), Wittelsbacher, ohne Urteilsspruch 350 Täufer, wegen ihres Glaubens, in Alzey unter Leitung von Burggraf Dietrich von Schönenburg (* um 1480, wohl auf Burg Hartelstein bei Schwirzheim; † 10. November 1542 in Heidelberg) hinrichten, die Männer wurden enthauptet und die Frauen in der Roßschwemme ertränkt (Märtyrer der Täuferbewegung).

1620 zog Graf Spinola auf Seiten des katholischen Kaisers im Dreißigjährigen Krieg gegen die protestantische Kurpfalz und erobert auch Alzey. 1689 wurden Stadt und Burg im pfälzischen Erbfolgekrieg von den französischen Truppen einer Politik der verbrannten Erde folgend niedergebrannt, als zuvor eroberte Gebiete von den Armeen Ludwigs XIV. wieder geräumt werden mussten.

1798 wurden die Gebiete westlich des Rheins, darunter auch die bis dahin kurpfälzischen, an Frankreich angeschlossen. Alzey gehörte bis 1814 zum Departement Donnersberg (du Mont-Tonnerre).

1799 wurde in Alzey die älteste bekannte Freiwillige Feuerwehr Deutschlands schriftlich erwähnt.[7] ohne Urteilsspruch 350 Täufer, wegen ihres Glaubens, in Alzey unter Leitung von Burggraf Dietrich von Schönenburg hinrichten,[4][5] die Männer wurden enthauptet und die Frauen in der Roßschwemme ertränkt (Märtyrer der Täuferbewegung).[6]

1620 zog Graf Spinola auf Seiten des katholischen Kaisers im Dreißigjährigen Krieg gegen die protestantische Kurpfalz und erobert auch Alzey. 1689 wurden Stadt und Burg im pfälzischen Erbfolgekrieg von den französischen Truppen einer Politik der verbrannten Erde folgend niedergebrannt, als zuvor eroberte Gebiete von den Armeen Ludwigs XIV. wieder geräumt werden mussten.

1798 wurden die Gebiete westlich des Rheins, darunter auch die bis dahin kurpfälzischen, an Frankreich angeschlossen. Alzey gehörte bis 1814 zum Departement Donnersberg (du Mont-Tonnerre).

1799 wurde in Alzey die älteste bekannte Freiwillige Feuerwehr Deutschlands schriftlich erwähnt.

„Die drie künege wâren, als ich gesaget hân,
von vil hôhem ellen: in wâren undertân
ouch die besten recken, von de man hât gesaget,
starc und vil küene, in scharpfen strîten unverzaget.

Daz was von Tronege Hagene und ouch der bruoder sîn,
Dancwart der vil snelle, von Metzen Ortwîn,
der zwene marcgrâven Gêre und Ekkewart,
Volkêr von Alzeije, mit ganzem ellen wol bewart.

Neuhochdeutsche Übersetzung:

Die drei Könige waren, wie ich bereits ausgeführt habe,
von größter Tapferkeit. In ihren Diensten standen zudem
die allerbesten Kämpfer, von denen man je gehört hat,
stark und äußerst mutig, selbst in den härtesten Kämpfen unerschütterlich.

Das waren: Hagen von Tronje und ebenso sein Bruder,
der gewandte Dankwart, Ortwin von Metz,
die beiden Markgrafen Gere und Eckewart
und Volker von Alzey, ein Mann voller Kampfeskraft.“

– Nibelungen Lied: Aventiure 1, Strophen 8 und 9 
WEINGÄRTNER, Johann Jacob (I16582)
 
2494 Geschichter der Kyburger

Die Grafen von Dillingen in Bayern erwarben im 11. Jahrhundert Besitzungen in der heutigen Ostschweiz. Durch die Ehe Hartmanns von Dillingen († 1121) mit der Erbtochter Adelheid von Winterthur-Kyburg kamen sie zu weitläufigen Besitzungen und Gebietsansprüchen im Thurgau, unter anderem auch zur Kyburg. Die Herkunft Adelheids ist in der Geschichtsforschung umstritten. Sie könnte eine Erbin der Grafen von Grüningen-Winterthur oder einer Winterthurer Seitenlinie der Grafen von Nellenburg gewesen sein. Wahrscheinlich war sie die Tochter Adalberts, des letzten Grafen von Winterthur, der im Jahre 1053 mit seinem Bruder, dem kaiserlichen Bannerträger Werner II. von Winterthur, in der Schlacht von Civitate gegen die Normannen fiel.

Die Enkel Hartmanns von Dillingen teilten ihren Besitz auf. Hartmann III. von Dillingen übernahm dabei als Hartmann I. von Kyburg den Besitz in der Schweiz. Die Kyburger waren Verbündete der Herzöge von Schwaben aus dem Geschlecht der Staufer. Die Verbindung wurde wahrscheinlich durch die Ehe Hartmanns mit Richenza von Baden-Lenzburg in der Mitte des 12. Jahrhunderts bekräftigt. So erbten die Kyburger nach dem Aussterben der Grafen von Lenzburg 1172/1173 zusammen mit den Staufern und den Zähringern Teile der umfangreichen lenzburgischen Besitzungen in der heutigen Schweiz und Süddeutschland. Wie umfangreich der Erbteil war, ist unsicher und war wohl auch damals umstritten. Gesichert ist jedenfalls, dass die Kyburger damals in den Besitz der lenzburgischen Eigengüter im Gaster, am Walensee und um Baden kamen. Später befinden sich auch die lenzburgischen Vogteien über die Klöster Schänis und Beromünster in der Hand der Kyburger.

Durch das Aussterben der Herzöge von Zähringen 1218 ergab sich eine weitere Gelegenheit für die Kyburger, ihren Besitz zu erweitern, da Anna von Zähringen, die Schwester des letzten Zähringers, Berchtold V., die Ehefrau Ulrichs III. von Kyburg († 1227) war. In den Erbstreitigkeiten mit anderen Adelsgeschlechtern, die mit den Zähringern verwandt waren, konnte Ulrich III. für sich die linksrheinischen Besitzungen der Zähringer in der heutigen Schweiz behaupten. Darunter befanden sich sowohl Güter im damaligen Zürichgau im Herzogtum Schwaben wie auch im Aargau im Königreich Burgund, darunter die Städte Freiburg im Üechtland, Thun und Burgdorf. Die Herrschaftsansprüche der Kyburger aus dieser Erbschaft liessen sich aber nicht überall durchsetzen, sie verloren beispielsweise die Stadt Zürich und die Vogtei über das Kloster St. Gallen. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts wandten sich die Kyburger gegen die Staufer und wurden zur Hauptstütze der päpstlich-antistaufischen Koalition auf dem Gebiet der heutigen Schweiz. Im Streit zwischen Papst und Krone wandte sich Hartmann der Ältere von Kaiser Friedrich II. ab und wechselte in das päpstliche Lager. Ihnen schlossen sich auch die Freiherren von Wart an, die sich nun eng an die Kyburger anlehnten.

Die Grafen von Kyburg gründeten in ihrem Machtbereich im 12. und 13. Jahrhundert die Städte Winterthur, Frauenfeld, Diessenhofen, Zug, Baden (1230), Aarau, Lenzburg, Mellingen, Sursee (1250), Weesen (1250), Laupen, Kyburg, Richensee und Huttwil. Im Raum Winterthur gründeten sie 1225 das Chorherrenstift Heiligenberg, das ihre Grablege wurde und 1233 begründeten sie das Kloster Töss. Die Kyburger wurden dadurch zu einem der mächtigsten Adelsgeschlechter im Gebiet der heutigen Schweiz und standen dementsprechend in harter Konkurrenz mit den Rapperswilern, den Habsburgern und den Savoyern, die ebenfalls zur gleichen Zeit versuchten, ihre Herrschaftsgebiete auszubauen und zu konsolidieren. Im Kyburger Urbar (um 1260) hielten die Grafen von Kyburg ihre Rechte und Ansprüche schriftlich fest; dieses Dokument zählt – obwohl nur in Fragmenten erhalten – zu den frühesten Verwaltungsdokumenten in der Deutschschweiz.

Der kinderlose Graf Hartmann IV. übertrug 1250/1251 den westlichen Teil seines Besitzes mit der Reuss als Grenze seinem Neffen Hartmann V. von Kyburg Dieser versuchte mit der Unterstützung der Habsburger von seinem Herrschaftszentrum Burgdorf aus sich gegen die Stadt Bern und die Savoyer durchzusetzen. Nach dem Tod Hartmanns V. 1263 und Hartmanns IV. 1264 war die einzige Erbtochter, Anna von Kyburg, noch minderjährig. Rudolf I. von Habsburg, dessen Mutter Heilwig von Kyburg eine Tochter Ulrichs III. war, übernahm die Vormundschaft und damit auch die Verwaltung des Herrschaftsgebiets. Bis 1273 konnte Rudolf I. sich sogar gegen die Ansprüche der Savoyer durchsetzen, die über die Witwe Hartmanns V., Margarethe von Sayoyen, über gut begründete Ansprüche verfügten.

Durch die Ehe Annas mit Eberhard I. von Habsburg-Laufenburg entstand 1273 aus einem Teil des Besitzes Hartmanns IV. die neue Dynastie der Grafen von Kyburg-Burgdorf bzw. Neu-Kyburg.

Familienmitglieder
Werner von Kyburg oder Wezelo (* um 980; † 1030), Graf
Uto von Kyburg Abt im Kloster St. Blasien
Ulrich I. von Kyburg-Dillingen († 1127), von 1111 bis 1127 Bischof von Konstanz
Ulrich von Kyburg († 1237), von 1233/1234 bis zu seinem Tod Bischof von Chur 
VON SAVOYEN, Margarethe (I23909)
 
2495 Geschichtliches
Als Stammvater dieser Familie gilt Bartholomäus de
Madiis, der in den ersten Jahren des 16. Jahrhunderts in
Bern erscheint. Sein Name wird verschieden geschrieben, bald
de Madiis, Maggio, Meyggo, Meyen oder endlich May.
Über ihn ist wenig bekannt; das erste Mal, wo seiner ur­kundlich
erwähnt wird, ist im Udelbuch von ca. 1400, wo von allerdings
etwas späterer Hand steht »Barthlome Meyen der Lamparter,
Jacob Panian der Lamparte, Jacob de Madiis, Barthl. Sun, hant
Udel in dem vorgenannten (Domus Bartholomei Meyen des
Lampartent Hus) an der Kirchgasse Schatten-halb».

Die Bezeichnung »Lamparte» weist auf die italienische Her­kunft
Barthlomes hin, und in der Tat kommt der Name Maggio oder
de Madiis im 15. und 16. Jahrhundert in mehreren lom­bardischen
und oberitalienischen Städten, wie z. B. Mailand, Lucca und
Brescia vor. Woher nun Barthlome stammte, hat bis jetzt noch
nicht gewiss ermittelt werden können, doch weisen verschiedene
Umstände darauf hin, dass seine ursprüngliche Heimat im
Mailändischen, in der Gegend von Introzzo war.
Nach Leu's Lexikon soll schon 1392 oder 1398 Heinzmann May,
ein »Ingenieur» aus Lucca, Burger in Bern ge­worden sein; in
einer Urkunde vom l. April 1405 im Stiftsdokumentenbuch wird
allerdings Heinzmann Maven und seine Frau, welche beide zu
einer rückständigen Zahlung an den Kirchmeyer der Leutkirche
Bern verurteilt werden, als »Burger und gesessen zu Bern»
genannt, und zwar muss er dies schon am 26. Mai 1404 gewesen
sein.

Ein Zusammenhang desselben mit Bartholomäus ist aber nirgends
zu finden; überhaupt scheinen im 15. und 16. Jahrhundert Träger
der Namen Mey und Maygi in Bern vorgekommen zu sein, die
mit Barthlome und dessen Nachkommenschaft auch. in keiner
verwandtschaftlichen Beziehung standen und daher von
genanntem Heinzmann abstammen könnten. Die May zu
Lucca, deren Stamm daselbst 1718 erlosch, führten ein von
demjenigen der bernischen May ganz verschiedenes Wappen,
während das­jenige der Maggio zu Mailand, die anfangs des
17. Jahrhunderts ausstarben, dem bernischen sehr ähnlich
gewesen sein soll. Auch in Genf kommt im 16. Jahrhundert
eine aus Lucca stam­mende Familie Mey vor, ein »Vincent Mey,
fils de Blaise Mey de Lucques» wurde nach Galiffe 1560 in Genf
zum Burger an­genommen und hinterliess daselbst Deszendenz,
die aber bald erlosch.
Wie dem nun auch sei, so lässt sich doch die Stammreihe der
heutigen May auf den eingangs genannten Barthlome als auf
ihren höchst wahrscheinlichen Stammvater mit ziemlicher
Sicherheit zurückführen. Sein Sohn Jakob vermählte sich um
1440 mit Isabella Squazzini aus Mailand, in der Folge er­hielten er
und seine mit ihr erzeugten Kinder, - möglicher­weise um sich von
den andern in Bern wohnenden May zu unterscheiden - den
Zunamen Squazzini; er erscheint meistens als «Jacob de Madiis
genannt Squazzini», «Jacobus Squacini dictus de May», «Jacob
de Madiis sonst ge­nannt Scatzini», sogar als Jakob Scatzini
kurzweg oder auch als «Jakob May der Lamparte». 1439 war
«Jakob Meiggo, Bartolomes Sohn» - also vor seiner Heirat und
ohne den erwähnten Zunamen - mit Niciaus Käsli, Herrn zu Toffen
in einem Handelsgeschäft assoziert, das den Grund zum späteren
Wohlstande der Familie May legte. Er erscheint noch oft in
Verbindung mit Mailand (nie dagegen mit Lucca) und starb, ein
angesehener Mann, ungefähr 1480, nachdem er 1446 in den Grossen
Rat gelangt war und sich beim Roten Löwen (Mittel­löwen) angekauft
hatte. Wann er Burger geworden, lässt sich nicht genau ermitteln,
höchst wahrscheinlich war es schon sein Vater geworden. Von
Isabella Squazzini hinterliess er zwei Töchter Barbara und Luzia,
erstere 1474 mitBonfanti de Pandiano - aus einem Geschlecht, welches
damals aus der Gegend von Intra nach Bern gekommen war -, letztere
mit Rudolf v. Kilchen vermählt, und einen Sohn Bartholomäus.

Bartholomäus, geb. 1446, gest. 1531, gelangte 1467 in den Grossen
Rat, wurde Schultheiss nach Thun 1486, des Kleinen Rates 1494 - 1518,
1520 - 21 und 1523 - 31, dehnte nach seines Vaters Tode dessen
Geschäft in ausserordentlichem Masse aus. Mit den Welsern und
Vöhlin in Augsburg in Geschäftsverbindung und auch sonst in
freundschaftlichen Beziehungen, wurde Bart­lome durch seinen
Handel einer der reichsten Berner seiner Zeit und ist wohl der
grösste Handelsherr, den Bern je hervor­gebracht hat. Nach der
Schlacht bei Grandson kaufte er den berühmten Diamanten Karls
des Kühnen - später »Sancy» genannt -, 1482 verkaufte er ihn
jedoch wieder an den Schult-heissen Wilhelm v. Diesbach, der
ihn seinerseits an genuesische Kaufleute weiterveräusserte; 1468
erhielt er als »Bartholomeus de Madiis de Monte Introtii habitator
Bernae», einen Salvaconduct an Mailand behufs Liquidation seiner
väterlichen Guter bei Introzzo. Aber auch auf politischem Gebiet
spielte 'r eine Rolle, von seiner Vaterstadt wurde er zu verschiedenen
diplomatischen Missionen verwendet, so 1484 nach Lyon zur
Einforderung der von Frankreich den Eidgenossen schuldigen
Gelder, 1498 nach Mailand, 1506 nach Baden etc.; als Auszüger
vom Roten Löwen nahm er an den Schlachten von Erlincourt, wo
er nach Mays histoire militaire de la Suisse den Ritterschlag erhalten
haben soll, und Grandson teil; an den Schlachten von Novarra und
Marignano finden wir ihn als einen der bernischen Hauptleute. Aus
Novarra brachte er aus der Beute des Herzogs de la Tremouille
zwei junge Bären nach Bern zurück und schenkte sie der Stadt,
infolgedessen diese den Bärengraben gründete. Ein Freund der
neuen Lehre, war er mit Zwingli befreundet, welcher ihm eine die
«Nachhut vom Nachtmahl des Herrn» betitelte Schrift zuwidmete.
1499 und 1516 erwarb Barthlome die Herrschaft Strättligen am
Thunersee, 1507 Tonen, später die Herrschaften Wattenwyl und
Thierachern, Twing und Bann zu Madiswyl u. a. mehr.
Dreimal verheiratet hinterliess er von seiner ersten Frau Katharina
v. Gasel vier Söhne und zwei Töchter, der älteste, Glado oder
Claudius, f 1527, des Grossen Rates 1492, Vogt zu Lenzburg 1502,
zeugte mit seinen zwei Frauen Ur­sula Trüllerey von Rohr und Luzia
Brüggler acht Söhne und acht Töchter, letztere alle verheiratet. Von
»einem Vater erbte Glado die Herrschalten Strättligen, Toffen,
Wattenwyl etc., und 1520 erwarb er seitens des Junkers Jakob
v. Büttikon tauschweise die Herrschaft Rued im Aargau mit allen
Pertinenzen, welche über 350 Jahre in der Familie verblieb. Wie
sein Vater mit Zwingli und Haller befreundet, war er ein eifriger
Vorkämpfer der Reformation; den Sieg der neuen Lehre in Bern
zu erleben, war ihm jedoch nicht vergönnt.
Von seinen Söhnen pflanzten Bendicht, gest. 1569, Sulpitius,
gest. 1549, Anton, gest. 1551, Bartlome, gest. 1576, und Claudius,
gest. 1568, das Geschlecht im Mannesstamme fort. Bendicht,
Herr zu Rued, Strättligen, Thierachern und Wattenwyl, hinterliess
von Anna Am Staad aus der Schaffhauser Familie Brümsy, der
Erbin ihres Geschlechtes, drei Söhne, von denen der zweite,
Georg, gest.1584, Herr zu Rued, durch seine Ge­mahlin Maria
Peyer von Flach, Stammvater aller jetzigen bernischen May
wurde. Der jüngste von Bendichts Söhnen:
Johann Jakob, gest. 1566, wohnte zu Burgdorf und Aarau, in welch
letzterer Stadt er das Bürgerrecht erwarb; seine mit Elisabeth
Katharina v. Luternau erzeugte Deszendenz verblieb in Aarau und
erlosch daselbst in der Mitte des 17. Jahrhunderts.
Die Nachkommenschaft von Glados drittem und viertem Sohne
Sulpitius und Anton starb gegen Ende des 16. Jahr­hunderts in Bern
aus, ebenso diejenige des sechsten Sohnes Glado oder Claudius.
Der fünfte Sohn dagegen, Bartlome, des Grossen Rates 1520 und
des Kleinen Rates 1522, zog, mit der Reformation unzufrieden, 1537
nach Augsburg, wo er sich 1548 mit Sibilla Rembold vermählte, 1551
von Kaiser Karl V. mit-seinen Brüdern einen Adelsbrief (siehe unten)
er­hielt, von dem er jedoch keinen Gebrauch machte, 1561 in den Rat
gelangte und 1570 Bürgermeister wurde. Obwohl selber
protestantisch, liess er alle seine Kinder katholisch erziehen;
seine Nachkommenschaft gelangte in Augsburg zu hohem An­sehen
und schloss Allianzen u.a. mit den Geschlechtern Welser, Rehlinger,
Langenmantel etc. Sein Enkel Marx, gest. 1643, wurde durch
Gnadenbrief von Ferdinand II. mit seiner Familie nochmals in den
Stand der adeligen Geschlechter von Augsburg erhoben, auf welche
Erhöhung er aber wie sein Grossvater ver­zichtete und in der Folge
Bürgermeister von Augsburg wurde. Dessen Sohn Marx II.
(1612 - 1666) war der einzige von seinen drei Brüdern, der dem
weltlichen Stande angehörte, infolge ver­schiedener Umstände
verliess er 1653 Augsburg und zog nach Solothurn, wo er 1657
das Bürgerrecht erwarb und sich mit Maria Stapfer vermählte.
Der letzte der augsburgischen Linie, starb er 1666 in kaiserlichen
Diensten zu Raab in Ungarn, ohne Kinder zu hinterlassen.
Im alten Freistaat Bern sassen die May seit Ende des 15.
Jahrhunderts ununterbrochen in beiden Räten der Republik,
bisweilen in grösserer Anzahl. Beinahe alle ergriffen den
Staatsdienst oder den Kriegsdienst. Im Auslande dienten sie
namentlich in Frankreich und in Holland, wo sie mit Aus­zeichnung
höhere Offiziersstellen versahen; in der Schlacht von Malpaquet
1709 standen sich zwei May mit Generalsrang feindlich gegenüber.
Nach den politischen Umwälzungen und dem Ende der Solddienste im
XIX. Jahrhundert fanden die Angehörigen der Familie als Juristen, Ärzte,
Ingenieure und Kaufleute im In- und Ausland eine neue Existenzgrundlage.
Zugleich weitete sich der im Ancien Régime fast ausschliesslich auf die
Berner Patrizierfamilien beschränkte Heiratskreis auf bürgerlichen
Aufsteigerfamilien auch ausserhalb Berns aus.

Von den vielen Herrschalten und Besitzungen der May mögen
namentlich erwähnt werden: Strättligen 1499 resp. 1515 bis 1590,
Wattenwyl 1499-1630, Toffen 1507-1610, Marthalen im Amt
Kyburg 1522 - 1569, Rued 1520 - 1877, Hünigen 1588 bis heutzutage,
Kiesen 16 . .-17 . ., Schottland 1664-1840, der Löwenberg bei Murten
1664 bis ca. 1790, Schloss Binningen bei Basel 16 . .-17 . ., die
Schadau bei Thun 1760-1837, Urseilen 1751-1802 und nach einer
kurzen Unterbrechung wieder bis heutzutage, Allmendingen seit
1806, Brestenberg am Hallwylersee 1805-1823, der Gurnigel
1526-1533, der See, Waldungen und Allmend zu Amsoldingen
1495-1536, das Mannlehen zu Erlach 1630-1704, Deisswyl 1
750-1804, das Gässligut bei Worb um 1700, ferner das Hubeigut
und das Schlössligut bei Bern im Anfang des 19. Jahrhunderts,
das Brüggfeld um 1600, das Liebifeld 1738 - 1740; in welschen
Landen Champreveyres 1624-1634, Perroy 1743 - 1830, die
Rebgüter Bellestmches 1746-1873, daneben Reben zu St.Blaise,
zu Martheray, Crochet bei Rolle etc. Auch heutzutage verfugt die
Familie über einen ansehnlichen Grundbesitz, neben meh­reren
Häusern in der Stadt und deren Umgebung, den Gütern Hünigen,
Ursellen und Allmendingen besitzen Angehörige der­selben Güter
in Österreich und die Baronien Waalwyk, Besoyen lind Ramsdonk
in Holland.
Am 9. März 1551 erhielt der nachmalige Bürgermeister von
Augsburg Barthlome, gest. 1576, für sich und seine damals noch
am Leben befindlichen Brüder Bendicht, Anton, Glado und Wolfgang,
sowie für seinen Neffen Barthlome - ein Sohn seines 1549
verstorbenen Bruders Sulpitius - einen Adelsbrief für sie selbst und
ihre eheliche Nachkommen­schaft, worin ihr alter Adel und ihr altes
Wappen bestätigt wird. Aber schon vorher führten in Bern Mitglieder
der Familie den Junkerntitel, schon von 1484 an heisst Jacob in
lateinischen Urkunden »nobilis»; 1651 wurde den May als einem
adelmässigen Geschlecht die Titulatur «Edelfest» zugesprochen.
Das Wappen ist nach dem Adelsbrief «ein Schilt inmitten üherzwerch
und das under Theill nach der Länge in sechs Theill gleicher Grösse
abgetheillt, das vorderst, dritt und fünft blauw oder Lasurfarb, und die
andern drei desgleichen das Ober Theill des Schilts gelb oder goldfarb,
in demselben aber auf ihren hindern Pranken gegen einander aufrecht
stehend zwei blauw oder lasurfarbene Leüwen mit rothen
ausschlagender Zung und zurück aufgeworffenen Schwäntz, der
vordere sein link und der hindere sein recht vordere Prank
gegeneinander aufrechts und die andere für sich, auch gegeneinand
haltend». Die Helmzier' ist ein wachsender blauer rotbewehrter Löwe;
Decken blau-gold.
Im 17. und 18. Jahrhundert ecartelirten zuweilen Mitglieder der Familie
ihr Wappen mit demjenigen der Herrschaft Rued, nämlich in blau ein
schräggestelltes silbernes Ruder, und führten daun entweder als
zweite Helmzier einen weissen Schwanenhals mit blau und weissem
mit Pfauenfedern bestecktem Kamm oder den Löwen mit dem Ruder
in den Pranken. Devise: Ex ungue leonem.

Besondere Erwähnung verdienen, ausser dem eingangs
besprochenen Ratsherrn Barthlome und dessen ebenfalls schon
erwähnten Sohne Glado, die beide zu den eifrigsten Förderern der
Reformation in Bern gehören, Jakob, geb. 1495, gest. 1538, nahm
in seiner Jugend an den italienischen Feldzügen teil, auch unter
dem Marschall Lautrec an der Eroberung von Neapel, von Bern zu
verschiedenen Gesandschaften verwendet; Glado II., gest. 1568,
Schultheiss zu Burgdorf, Vogt nach Morsee 1534, des Kleinen Rates
1539, 1543 und 1550, nahm ebenfalls an sehr vielen Gesandtschaften
teil, u.a. 1544 nach Basel, 1546 nach Strassburg, 1554 nach Pontarlier,
1557 nach Frankreich zu Heinrich IL, 1562 nach Baden; Bartlome, gest.
1576, Bürger­meister von Augsburg 1570; Marx, gest. 1643, sein Enkel,
eben­falls Bürgermeister von Augsburg 1629; Johann Rudolf,
1619 - 1672, Herr zu Rued und Schöftland, Oberst in Frankreich
1649, des Grossen Rates 1651 und Oberst im Aargau,
spielte als solcher eine tätige Rolle im Bauernkrieg und ersten
Vilmergerkrieg, 1657 Oberst der Schweizerlergarde des
Pfalzgrafen Karl Ludwig bei Rhein, Landvogt nach Neuss 1659;
sein Sohn, auch Johann Rudolf, 1652 - 1715, focht in Katalouien
1673 - 1698 als Hauptmann und Oberstleutnant in den
Regimentern Erlach und Manuel, Oberst und Kommandant des
Regiment Jung Salis in Frankreich 1701, Brigadier 1706;
Gabriel, 1661 - 1747, Herr zu Hünigen, focht in seiner Jugend
ebenfalls in französischen Diensten in Katalonien, Oberst des
Regiments Mülinen in Holland 1697 und des grossen Rates zu
Bern 1701, focht am Schellenberg. Höchstädt und Oudenarde
und 1709 als Brigadier bei Maplaquet, quittiert 1717, Landvogt
zu Milden 1718 und des Kleinen Rates 1731; Friedrich,
1654 - 1721, zuerst Hauptmann in Frankreich, Landvogt zu
Trachselwald 1700, Generalquartiermeister mit Oberstenrang im
Krieg von 1712, Lanndvogt zu Neuss 1721; Beat Ludwig,
1671 - 1789, Major im Regiment Villars Chandieu in Frankreich,
Oberst daselbst 1728, Brigadier 1734, gest. zu Metz, wo eine
Schanze seinen Namen erhielt; Friedrich, 1695 - 1776, Herr
zu Kiesen, Major im Regiment Constant in Holland 1746,
Generalmajor daselbst 1748, Generalleutnant 1766, Friedrich,
1708 - 1799, ebenfalls zuerst im Regiment Constant in Holland,
Major 1750, Oberst 1765, Generalmajor 1772, Generalleutant
1787; Gabriel Fmanuel, 1741 - 1837, Herr zu Hünigen,
Kapitänkommandant in der holländischen Schweizergarde mit
Oberstenraug, Generalmajor in Holland 1787, Generalleutnant
1797, des Grossen Rates zu Bern 1803 - 1814; Beat Ludwig
Rudolf, 1766 - 1833, zuerst Leutnant im Regiment Ernst in
Frankreich bis zu dessen Aufhebung, des Grossen Rates 1795,
Oberst 1798, Kommandant der Stadt Bern 1802 - 1806, Oberst
des dritten Schweizerregiments in Frankreich 1806, unter der
Restauration Ritter der Ehrenlegion und des merite militaire,
marechal de camp 1816; Johann Karl, 1745 - 1824, des
Grossen Rates 1775, Vogt zu Fraubrunnen 1787, des Kleinen
Rates 1792, Zeugherr 1794, wieder des Rates 1803,
Stadtschultheiss zu Bern 1803, Besitzer des Schlössli und von
Belletruche; Beat Emanuel, 1734 - 1802, Landschreiber zu Landshut,
genannt nach seinem Vater Emanuel, der Landvogt zu
Romainmotier war, «May von Romainmotier», Verfasser
einer 1788 in Lausanne gedruckten achtbändigen «Histoire
militaire de la Suisse et des Suisses dans les differents Services
de l’Europe», die sich durch grosse Vollständigkeit auszeichnet. 
MAY, Stammlinie (I38782)
 
2496 Geschichtliches.

Der Name Gruner, Gruener und Gruoner erscheint in Bern
schon im XIII. und XIV. Jahrhundert, zuerst im Batstuberbrief
vom 3. Februar 1295 in der Person eines C. Gruner.
Ein Uolricus Gruner - vermutlich der nämliche, der ohne
Vornamen in einer Urkunde vom 9. Dezember 1322 als Bebauer
verschiedener Grundstücke zu Ostermundigen vorkommt - figuriert
am 15. Oktober 1325 als Zeuge bei einem Verkauf von Äckern
zu Wankdorf seitens Jakob von Wankdorfs an die Schwestern
des Frauenkonvents bei der Kirche zu Bern. Vermutlich ein
anderer Uolrich Gruner ist es, der anlässlich einer Schenkung
des Freiherrn Dietrich v. Rüthi an das Gotteshaus St. Urban
als Bebauer zweier Schuposen zu Rohrbach am 18. April 1328
und 27. März 1330 genannt wird. Auch zu Koppigen findet
sich ein Ulli Gruener als Besitzer einer Matte und als Zeuge
bei einem Verkauf am 16. Mai 1364.
Im Jahrzeitenbuch von St. Vincenzen erscheinen ebenfalls
mehrere Träger des Namens, vermutlich auch aus dem XIV.
Jahrhundert; so hat am 24. Januar Jahrzeit «Swester mezza
Gruennera», am 10. April «Metzza uxor uelini Grueners,
Elli Grueners» und Ulricus Gruoner, am 22. April
«Chuonradus Gruoner et Berchta uxor » , am 14. September
wieder Chuonratus gruoner und am 19. Dezember
Uolrich Gruener.

Im XV. Jahrhundert findet man laut Osterbuch einen Hans
Gruner 1441 als Mitglied des Grossen Rates zu Bern.

Ein Zusammenhang der genannten Personen mit der heute
blühenden, in Bern seit Ende des XVI. Jahrhunderts verburgerten
Familie Gruner lässt sich jedoch diplomatisch auf keinerlei
Weise nachweisen. Laut einer alten Familientradition soll
dieselbe allerdings in der Person eines Johannes Gruner im
XIII. Jahrhundert aus Zwickau in Sachsen nach Bern gekommen
und später nach Zürich gezogen sein, wo der erwiesene
Stammvater des Geschlechts anfangs des XVI. Jahrhunderts
erscheint, - urkundliche Belege für diese Ansicht lassen sich
aber ebenfalls keine erbringen. Der Name Gruner kam zwar noch im
XV. Jahrhundert in Zwickau, wie auch heute noch in verschiedenen
Gegenden Deutschlands vor; ein Vincenz Gruner aus Zwickau
war um 1410 Professor der Theologie zu Leipzig.

Der urkundliche Stammvater der vom XVII. Jahrhundert
an sehr verzweigten Bernerfamilie dieses Namen ist Johannes
Gruner, zum erstenmal 1528 im Verzeichnis der zürcherischen
Geistlichkeit zusammen mit einem Oswald Sägenser als Conventual
des Johanniterhauses Küsnacht genannt. Über seine Herkunft
herrscht Ungewissheit. Die zürcherischen Genealogen Meiss und
Darsteler geben als seine Heimat Rapperswyl an, freilich ohne
weitere Belege; höchstwahrscheinlich bringen sie ihn mit den
in Rapperswil, Pfäffikon (Kanton Schwyz), Wädenswil u.a. O,
vorkommenden Grünau ein in Zusammenhang, welche mehrfach im
XV. und XVI. Jahrhundert das zürcherische Burgerrecht erwarben.
Eine Margreth Grunerin, Tochter Conradt Gruners, Bürgers zu
Nürnberg, war am Anfang des XVI. Jahrhunderts mit Conrad
Rechperger zu Zürich verheiratet; um ihre Hinterlassenschaft
erhob sich zwischen ihren Anverwandten zu Nürnberg und
Leipzig und Andres Gessner und Cunrad Luchsinger von
Zürich ein Prozess, der am Dienstag nach der
jungen Fastnacht 1519 daselbst vor den Rat kam. Aber auch
mit diesen Nürnberger «Gruner» ist der erwähnte Conventual zu
Küsnacht Johannes Gruner nicht in Verbindung zu bringen.
Von 1534 an erscheint derselbe in den Küsnachteramtsakten
als Pfarrer zu Seengen im Aargau, dessen Kollatur 1490 durch
den Grossballeier des Johanniterordens in Deutschen Landen der
Commende Küsnacht inkorporiert worden und nach Aufhebung
der Comthurei 1525 an Zürich gekommen war. In seiner
Eigenschaft als Pfarrer zu Seengen, welches bernisches Gebiet
war, immatrikulierte sich Johannes Gruner am 13. März 1549
persönlich in der Kanzlei zu Bern und schwor daselbst den Eid.
Bei seinem am 7. März 1568 zu Seengen erfolgten Absterben
hinterliess er von seiner Frau Anna Hirtzlin (Hirzel?) ausser
einer an den Schultheissen Müller zu Lenzburg vermählten
Tochter zwei Söhne, die sich ebenfalls dem Pfarrdienst
widmeten, nämlich Samuel, geb. 1528 und gestorben in hohem
Alter zu Seengen 1625. vermählt 1556 mit Margaretha
Zeender aus Bern und 1569 mit Elisabeth Glar, Helfer zu
Suhr 1564, Pfarrer zu Seon 1567, nach seines Vaters Tod auf
die Verwendungen der Junker Hartmann und Burkhardt v. Hallwyl
und der Stadt Bern hin Pfarrer zu Seengen 1568 und endlich
nachmals Dekan der Classe Aarau, und Hans 15.. - 1578,
vermählt 1570 mit Sara Haller aus Bern, Siechenprediger zu
Bern 1570 und am Ende desselben Jahres Pfarrer zu Aarwangen
und Pfarrer zu Kirchberg seit 1575. Beide waren wie ihr Vater
nicht Burger von Bern ; sie sind die näheren Stammväter der
zwei noch blühenden Linien, deren Mitglieder sukzessive gegen
Ende des XVI. und Anfangs des XVII. Jahrhunderts das bernische
Burgerrecht erwarben, zuerst des Dekans von Aarau ältester
Sohn Samuel, Tochtermann des bernischen Venners Vinzenz
Wysshahn.

Dieser letztere Samuel, ein Schreiber, liess sich als
Kanzleisubstitut zu Bern am 15. April 1591 zum Burger annehmen
und wurde 1597 vom Rat in den Rat der CC befördert.
Gerichtsschreiber 1601, Landvogt nach Wanden 1603, Zollner im
Kaufhaus 1610, Einunger 1612 und 1613 Gubernator nach
Peterlingen, hinterliess er von zwei Frauen Susanna Wysshahn
verh. 10. April 1590 und Ursula Kohl er verh. 19. September
1594 mehrere Kinder. Sein Sohn erster Ehe, Samuel
1593 - 1649, ebenfalls ein Notar, des Grossen Rates 1621,
Gerichtsschreiber 1623, Schultheiss nach Thun 1626, Einunger
1633 und Kastlan nach Wimmis 1643, vermählt I. 1616 mit
Margaretha Haller, II. mit Rosina Steiger und III. 1638
mit Veronika Zeender, hinterliess Deszendenz, die 1811 in
direkter Abstammung erlosch; auf Metzgern zünftig, gelangte
dieser zu Bern am frühesten verburgerte Ast im XVIII.
Jahrhundert nicht mehr in die Regierung und betrieb um
diese Zeit meistens Gewerbe.

Jeremias, der zweite Sohn des Dekans Samuel und der
Elisabeth Glar, ein Steinmetz, wurde am 12, August 1613 als
«Jeremias Gr. von Lentzburg » um 100 Kronen zum Burger
angenommen. Er wurde in der Folge obrigkeitlicher Werkmeister
und gelangte 1632 in den Grossen Rat. Bei seinem
1650 erfolgten Ableben hinterliess er nebst mehreren Töchtern
von seiner ersten Frau Elsbeth Byland einen Sohn Jeremias
1616 - 16.., ebenfalls ein Steinmetz und als solcher zum Affen
zünftig. Dieser Ast erlosch im Mannesstamme 1712 mit dessen
Sohn Anthoni, geb. 1652.

Hans Georg endlich, der dritte Sohn des Dekans Samuel,
geb. 1570, trat ebenfalls in den Pfarrdienst und wurde Prädikant
zu Aarburg. Sein Sohn, ebenfalls Hans Georg, Hess sich am
16. Januar 1629 als «Hans Georg Gruener von Seengen, Rotgerber
und Lederarbeiter» in Bern zum Burger annehmen. Seine
zahlreiche Deszendenz führte beinahe ausnahmslos das väterliche
Gewerbe fort und besteht, auf Obergerwern zünftig, noch
heutzutage; von ihren Mitgliedern gelangte jedoch keines in die
Regierung.

Die Deszendenz des Pfarrers Johannes zu Aarwangen und
Kirchberg und der Sara Haller teilte sich in vier Äste:

Johannes, der älteste Sohn, geb. 1571, gest. 10 März 1623,
Studiosus 1589, Pfarrer zu Suhr 1595 und zu Wynau 1598,
vermählt mit Maria Rhagor, scheint nicht Burger von Bern
geworden zu sein. Sein Sohn Johann Ulrich, geb. 15..
setzte sich zu Wynau fest, wo seine Nachkommen bis gegen
Ende des XVIII. Jahrhunderts im Bauernstände lebten. Johann
Jakob 1756 - 1819, ein Advokat, und sein Bruder Johann, die
Nachkommen in der sechsten Generation von obigem Pfarrer
Johannes zu Wynau, wurden auf ihr Bewerben hin am 15. April
1791 mit ihrer ehelichen Deszendenz in das regimentsfähige
Burgerrecht aufgenommen und der Gesellschaft zu Obergerwern
zugeteilt; Johann aber und sein Sohn Johann wurden laut
Ratsbeschluss vom 23. April 1792 wieder aus der Zahl der
Burger gestrichen, da sie ihren Aufnahmeverpflichtungen nicht
nachgekommen waren. Die Deszendenz Johann Jakobs erlosch
indessen 1865 resp. 1885.

Der zweite Sohn Josua 1572 - 1640, ein Uhrmacher,
«Versorger der Statt Uhren zu Bern», liess sich am 9. August
1596 daselbst zum Burger aufnehmen; 1617 kam er in den
Grossen Rat und wurde 1618 Kirchmeier von Burgern. Von
drei Frauen, Anna König, verh. 1597, Magdalena Gürtler
verh. 1626 und Margreth Mathys verh. 1633 hinterliess er
zahlreiche Nachkommenschaft, die auf Schuhmachern zünftig, noch
heute besteht. Die meisten Mitglieder dieses Astes widmeten
sich in der Folge dem Pfarrdienst; in die Regierung gelangten
sie nicht mehr.

Hans Rudolf, der dritte Sohn, 1575 - 1620, ein Kürschner,
hinterliess von Katharina Hagelstein verh. 1600 Deszendenz,
die aber schon bald ausstarb, zu Bern lebte, jedoch offenbar
nicht das Burgerrecht besass.

Johann Jakob endlich, der vierte Sohn, geb. 1577, gest. 1656,
auch ein Geistlicher, Schulmeister zu Burgdorf 1603, Pfarrer zu
Trachselwald 1606 und zu Jegenstorf 1612 - 1651, liess sich mit
drei Söhnen am 4. Februar 1641 in Bern zum Burger annehmen.
Von seinen zahlreichen mit Elisabeth Grätz verh. 1603
erzeugten Kindern verstarben die meisten in der Jugend. Der
eine Sohn, Samuel 1615 - 1691, ein «Hutstaftierer», zünftig
zu Kaufleuten, des Grossen Rates 1657, Landvogt nach Erlach
1665, Einunger 1671, Kornherr 1678 und mehreremal XVIer,
hinterliess von Maria May ebenfalls zahlreiche Deszendenz, die
aber schon 1720 ausstarb. Sein jüngerer Bruder Johannes
1619 - 16.. ein Goldschmied, ebenfalls zünftig zu Kaufleuten,
vermählt 1644 mit Johanna Härder, ist der nähere Stifter
des heu Zutage am stärksten vertretenen, auf Kaufleuten
zünftigen jüngsten Astes der Familie. Entgegen den andern Ästen
gelangte derselbe namentlich im XVIII. Jahrhundert zu Blüte
und Ansehen; von der zweiten Hälfte desselben an süssen mehrere
seiner Mitglieder in der Regierung und bekleideten Landvogteien.
Dem Pfarrdienst widmeten sich auch verschiedene. Der Begründer
der Stellung, deren sich dieser Ast erfreute, ist besonders
David 1684 - 1764, Enkel des Goldschmiedes Johannes
und dritter Sohn des Pfarrers Johannes zu Biglen 1682 und
zu Eriswil 1694 (geb. 1652, gwat. 1707), aus dessen Ehe mit Esther
v. Wattenwyl von Loins. Ein Handelsmann und Bankier,
Erblehenbesitzer der Papiermühle, erwarb er sich ein bedeutendes
Vermögen; durch seine 1710 geheiratete Gemahlin Johanna
Maria Malacrida war er Schwiegersohn des bekannten bernischen
Bankiers Niklaus Malacrida, dessen gewagte Spekulationen
nach Law'schen System 1720 mit einem grossen Fallimente
endigten, bei welchem sowohl die Obrigkeit als auch eine
Menge bernischer Familien bedeutende Verluste erlitten. Am
8. Juni 1722 brachte David Gruner den ganzen Fonds des
Bankhauses seines Schwiegervaters durch Kauf an sich und es
gelang ihm, innert 14 Tagen jedem Gläubiger 56½ % und der
Regierung 25¼ % ihrer Ansprachen auszuzahlen. In der Folge
erwarb er 1723 die Herrschaft Corcelles-sur-Chavornay in der
Waadt und 1724 das Landgut Märchligen bei Bern, das er bis
zu seinem Tode 40 Jahre lang bewohnte. Von seinen vielen
Kindern pflanzte sein zweiter Sohn Samuel 1715 - 1792 den
Ast fort. Ebenfalls Bankier und Herr zu Corcelles, gelangte
er 1755 in den Grossen Rat, wurde 1762 Grossweibel, 1769
Stiftschaffner nach Zofingen und endlich 1796 Salzdirektor von
Burgern; 1743 vermählte er sich mit Rosina Wyss von
Mathod. Sein jüngerer Bruder David 1722 - 1805 trat zuerst
in holländische Dienste, quittierte 1751 als Oberstleutnant,
gelangte 1764 ebenfalls in den Grossen Rat, wurde 1765
Ohmgeldner, 1774 Zollner im Kaufhaus, 1775 Landvogt nach Aubonne
und 1795 Schultheiss nach Unterseen; von seiner Gemahlin
Maria v. Jenner verh. 1750 hinterliess er nur Tochter.

In fremde Dienste sind im XVIII. Jahrhundert mehrere Angehörige
der Familie getreten, und zwar namentlich in französische
und holländische. Eine sehr grosse Zahl hat sich wie ihr
Stammvater Johannes zu allen Zeiten dem Pfarrdienst gewidmet;
mehrere haben sich in den Wissenschaften einen Namen gemacht.
Besonders hervorzuheben sind noch Johann Rudolf (von
dem auf Schuhmachern zünftigen Ast) 1680 - 1761, Pfarrer zu
Trachselwald 1707, zu Burgdorf 1725 - 61, Kämmerer 1742
und Dekan des Burgdorf Kapitels 1744 - 1761, ein gelehrter
Kenner der vaterländischen Geschichte und Topographie und
verdienter Genealoge, dessen zahlreiche Arbeiten (386 Bände!)
leider alle nur Handschrift blieben bis auf die 1732 in Zürich
gedruckten, in Bern selber verbotenen «Deliciae urbis Bernae»;
in Burgdorf stiftete er das Schulfest, die Stadtbibliothek und
eine Predigerwitwenkasse. Sein Sohn Gottlieb Sigmund
1717 - 1778 studierte das Notariat, wurde 1741 Archivar des
Landgrafen von Hessen-Homburg, begleitete 1743 den Prinzen
Christian von Anhalt-Schaumburg als Hofmeister nach Brandenburg
und Schlesien, 1749 Amtsschreiber nach Thorberg und 1764
Landschreiber nach Landshut, tätiges Mitglied der ökonomischen
Gesellschaft und Verfasser mehrerer Schriften geographischen
und geologischen Inhaltes über sein Heimatland, von denen
namentlich sein 1760 erschienenes dreibändiges Werk «Die
Eisgebirge des Schweizerlandes». (umgearbeitet und 1775 als
«Reise durch die merkwürdigsten Gegenden Helvetiens» neu
herausgegeben), seinem Namen ein bleibendes Andenken gesichert
haben. Dessen Sohn Gottlieb Sigmund 1756 - 1830, Helfer 1794,
1807 - 11 Pfarrer zu Herzogenbuchsee und hernach
zu Zimmerwald, Sekretär der ökonomischen Gesellschaft, ein
um das Armenwesen, die Förderung der Landwirtschaft und
Volkswohlfahrt sehr verdienter Mann. Johann Rudolf (der
älteste Sohn des Dekans zu Burgdorf) 1707 - 1778. Pfarrer in
Veltheim 1740, zu Höchstetten 1760 - 65 und zu Sigriswil 1765
bis zu seinem Tode, ein hervorragender Orientalist, der 1735
einen Ruf als Professor der morgenländischen Sprachen und
hebräischen Altertümer nach Amsterdam ausschlug. Endlich
Emanuel Ludwig, geb. 11. Mai 1809, durchlief 1828 - 1832
die Ecole Polytechnique und die Ecole des Mines in Paris,
Mineningeuieur in St. Etienne 1834, 1835 - 1847 Professor an
der Ecole des Mineurs, Direktor dieser Anstalt 1852 - 1858,
Professor der Metallurgie und Inspecteur general der Ecole des
Mines in Paris, 1858 - 1872, Inspecteur general des Mines 1866,
Vizepräsident des Conseil general des Mines 1873 - 79, Präsident
der Societe Geologique de France 1865 und Mitglied mehrerer
Wissenschaftlicher Gesellschaften; er veröffentlichte wertvolle
geologische Arbeiten namentlich über das Gebiet der Loire, sowie
ein Traite de metallurgie, an dessen Vollendung ihn jedoch
der Tod, der ihn am 26. März 1883 in Beaucaire ereilte, verhinderte;
Ritter der Ehrenlegion seit 1852 und später Commandeur derselben.
Emmanuel-Louis (1809 - 1883) aus Worblaufen wurde Professor für
Metallurgie in Paris und Generalinspekor der franz. Bergwerke. Er
begründete den in Frankreich ansässigen, in Bern noch verburgerten
Zweig der Familie, dem auch der Medizinprofessor und Genealoge
Jean Emmanuel (geb. 1909) angehört. Paul war Professor für theoretische
Physik in Bern, Erich Prof. für Politikwissenschaft an derselben
Universität. Die Familie umfasst auch Künstler und Kunsthandwerker,
so den Porträtmaler Johann (1711 - 1770, Sohn des Dekans in Burgdorf),
den Graveur Jakob Friedrich Samuel (1803 - 1888) und die
Malerin Ida (1867 - 1949).

Von Grundbesitz der Familie sind ausser den schon erwähnten
Gütern Märchligen 1724 - 1765 und der Herrschaft Corcelles-
sur-Chavornay 1723 - 17.. namentlich noch die beiden Papiermühlen
zu Worblaufen 1743 - 1868 zu nennen, wo der jüngste Ast
teilweise als bernisches Erblehen über 100 Jahre lang eine
Papierfabrik betrieb, die 1863 in eine Aktiengesellschaft
umgewandelt wurde; ausserdem besass dieser Ast noch verschiedene
Landgüter zu Worblaufen, so das Fischraingut 1743 - 1876, den
Sandhof 1804 - 1904, den Lindenhof (Altikofen) 1804 - 18..
und während einigen Jahren (1899 - 1901) den Seidenberg bei
Muri. Heutiger Grundbesitz: städtische Grundstücke, ein
Landgut zu Bossey bei Genf und eine Villa zu Cliqueboeuf in der
Normandie.

Das ursprüngliche Wappen der Familie war nach einem
Petschaft des Pfarrers Johannes zu Seengen auf einem Briefe
vom 15. April 1541 (Staatsarchiv Zürich) eine Rose. Heutiges
Wappen: In von rot und silber schräglinks gespaltenem Schild,
auf grünem Dreiberg eine gestengelte grünbeblätterte weiss-rote
Rose mit verwechselten Tinkturen, begleitet in der roten Hälfte
des Schildes von einem silbernen, in der silbernen von einem
roten sechsstrahligen Stern. Helmzier eine wachsende rot
bekleidete Jungfrau, in der rechten Hand eine rote, in der
linken eine weisse Rose haltend.

Literatur: Bernertaschenbuch von 1853; Sammlung bernischer
Biographien, herausgegeben vom historischen Verein des Kantons
Bern; Sterchi «Kurze Biographien hervorragender schweizerischer
Naturforscher», Bern 1881, Huber & Co., pag. 85 ff.; Discours
prononces aux funerailles de M. L. Gruner, Inspecteur general
desMines en retraite etc., Paris 1883, Dunod editeur; M.Gruner,
Emanuel Louis, (Societe de l`industrie minerale) St. Etienne,
Theolier & Cie. 1883.
(Info: SGB) 
GRUNER, STAMMLINIE (I41447)
 
2497 Geschichtliches.
I. Vor Eintritt in das bernische Burgerrecht.
Die Familie v. Muralt zu Bern, eines Stammes mit der
Zürcherfamilie dieses Namens, gehörte mit den Orelli und
Magoria zu den sog. Capitaneen von Locarno. Die Geschichte
derselben wird gegenwärtig im Auftrag der Familie von Herrn
Dr. Karl Meyer in Luzern in urkundlicher Weise zusammengestellt
und deshalb hier nur auf die bisher darüber erschienene
Literatur verwiesen.

Als infolge des auf der Tagsatzung zu Baden im November
1554 zwischen den protestantischen und katholischen Orten
abgeschlossenen Vergleiches die Protestanten von Locarno ihre
Heimat verlassen mussten, zogen im Frühjahr 1555 auch
verschiedene Angehörige der Familie v. Muralt nach Zürich, an
ihrer Spitze Martinus Muraltus («nobilis dominus Martinus
Muraltus, legum doctor»). Mit seiner Gemahlin Lucia Orella
und einem Sohne und vier Töchtern traf er am 12. Mai 1555
Zürich ein, setzte sich daselbst fest, kaufte das Haus zum
Mohrenkopf am Neumarkt und starb um 1567. Zugleich mit
ihm waren seine zwei Vettern Giovanni und Giovanni
Antonio Muralto von Locarno ausgewandert; Giovanni,
ein vortrefflicher Wundarzt, erhielt am 14. Januar 1566 mit
seinen zwei Söhnen Johann Jakob und Franciscus für seine
namentlich im Pestjahr 1564 geleisteten Dienste das zürcher
Bürgerrecht. Von ihm stammt die Zürcherlinie ab.

Von den Töchtern des Doktors Martin M. heirateten
Magdalena 1578 Junker Johann Anton Pestalutz aus
Chiavenna, Bürger zu Zürich seit 1567, und wurde die
Stammmutter der Pestalozzi zu Zürich. Isabella vermählte sich
mit dein ebenfalls aus Locarno ausgewanderten Sammtfabrikanten
Cornelius Toma: ihre Tochter Elisabeth Toma wurde 1606 die
Frau Johannes v. Muralts, des Enkels des gleichnamigen
Erwerbers des zürcher Bürgerrechts, und durch ihn die
gemeinsame Ahnfrau aller noch blühenden Zweige der Muralt
von Zürich, Virginia endlich, eine dritte Tochter, Gemahlin
des Kaufherrn Melchior Orell, wurde die Stammmutter der
heutigen Orelli.

Literatur: Die Capitaneen oder Cattanneen von Locarno
und deren vom Schlosse Muralto benannte Nachkommen, Zürich
1855; Codex diplomaticus capitaneorum Locarnensium de
Muralto, de Orelli et de Magoria, Berolini 1856 ; Dr. C. Keller-
Escher «Die Einbürgerung der Familie von Muralt in Zürich
und die Frage ihrer Regimentsfähigkeit» (Schweizer Archiv für
Heraldik 1911, pag. 9) ; ferner Leu, Schweizer-Lexikon XIII,
pag» 450, Suppl. dazu IV, pag. 280.

II, Nach Eintritt in das bernische Burgerrecht.
Erwerber desselben ist Hans Ludwig, geb. 1548, einziger
Sohn des vorgenannten Martinus und der Lucia Orella.
kam 1567 zur Erlernung der Wundarznei nach Bern und verlobte
sich daselbst mit Maria v. Mülinen, einer Tochter des
nachmaligen Schultheissen Beat Ludwig v. Mülinens, welche bei
ihrem Oheim Anton Tillier erkrankt und ihm zur Pflege
anvertraut war. Trotz des anfänglichen Widerstandes ihrer Eltern
heiratete er sie am 29. September 1567 zu Köniz. Mit seiner
jungen Frau zog er bald darauf wieder nach Zürich, kehrte aber
schon 1570 mit ihr nach Bern zurück, wo er am 30. März dieses
Jahres zu einem Burger und Hintersassen angenommen wurde
«mit Gedingen, dass er sich mit Gwehr und Harnist, ouch einer
Stuben (Zunft), wie sich gepurt, versehen solle.» (Ratsmanual
377, pag. 311). Nebst mehreren Töchtern, zeugte er einen Sohn
ebenfalls Hans Ludwig genannt, geb. 1573, welcher 1594
den Grossen Rat gelangte und jung 1604, zwei Jahre vor seinem
Vater verstarb. Von seiner Gemahlin Anna v. Weingarten
verh. 1593, hinterliess derselbe mehrere Kinder, worunter einen
Sohn Jost 1601 - 1676, des Grossen Rates 1638, Landvogt nach
Gottstadt 1644, nach St.Johannsen 1655 und Kornherr 1666
vermählt 1631 mit Anna Schweizereisen, welcher die Familie
fortführte.

Entgegen ihren Zürcherverwandten liess diese bernische Linie
des Geschlechts den von ihrem Stammvater ausgeübten Arztberuf
gänzlich fallen und widmete sich vorzugsweise dem
Kriegsdienst und der Magistratur. Seit Ende des XVI. Jahrhunderts
sass sie bis 1798 ununterbrochen im Grossen, und von 1684
an ebenfalls beinahe fortwährend im Kleinen Rate der Republik.

Besondere Erwähnung verdienen: Johann Bernhard 1634 - 1710,
des Grossen Rates 1664, Hofmeister zu Königsfelden
1674 - 1860, als erster seiner Familie Mitglied nach Kleinen
Rates 1684, Teutschseckelmeister 1693, Venner zu Gerwern
1709, Freiherr zu Belp und Besitzer des Rothauses, ein sehr
gebildeter und tätiger Staatsmann, der zu vielen Gesandtschaften
verwendet wurde. Franz Ludwig 1638 - 1684, des vorigen
Bruder, diente zuerst als Hauptmann im Regiment Weiss der
Republik Venedig, focht hernach als Oberstleutnant in
französischen Diensten bei Nimwegen 1672, Maastricht 1673,
Senef 1674 und in Katalonien, wo er bei Puycerda verwundet
wurde und infolgedessen den Abschied nehmen musste, nachdem
er 1677 zum Brigadier ernannt worden war. Beat Ludwig
1665 - 1749, des vorigen Sohn, musste sich wegen Neigung zum
Pietismus nach Colombier im damaligen Fürstentum Neuenburg
zurückziehen, wo er sein bekanntes Buch «Lettres sur les
Anglais et sur les Francais» schrieb, welches verschiedene
Auflagen erlebte (die erste erschien 1725) und auch in neuerer
Zeit (1897) wieder herausgegeben wurde. Johann Bernhard
1709 - 1780, des Grossen Rates 1745, Grossweibel 1754,
Schaltheiss nach Thun 1760, des Kleinen Rates 1766, Venner
Zu Gerwern 1774 und Teutschseckelmeister 1777. Wilhelm
Bernhard, 1737 - 1796, Major in Frankreich und Ritter des
Verdienstordens 1772, des Grossen Rates 1775, Oberstleutnant
der Miliz 1782, des Kleinen Rates 178. und Welschseckelmeister
1789, Oberkommandant der Waadt 1790 - 1792. Abraham
Rudolf 1783-1859, diente zuerst in England, dann in Holland
seit 1814, Platzkommandant von Groningen 1834, von Utrecht
1837, Generalmajor 1838, Militärkommandant von Nordbrabant
1840. Bernhard Ludwig 1776 - 1853, nahm 1813 - 1814 an
vielen diplomatischen Missionen teil, Stadtseckelmeister 1826,
Ludwig Bernhard Karl 1795 - 1854, zuerst Hauptmann in
Holland, hernach in Neapel, daselbst Oberst 1848, Brigadier
1849, in welcher Eigenschaft er am Feldzug von 1849 in Sizilien
rühmlichst teilnahm, Ritter des neapolitanischen Ordens von
St.Ferdinand und Kommandant des Ordens von St. Georges de la
Reunion, Grosskreuz von St. Wladimir von Russland. Auch im
XIX. und XX. Jahrhundert waren die beiden Familienzweige in Politik und Wissenschaft
vertreten. Aus neuester Zeit ist endlich zu nennen Alexander
Ludwig Amadeus 1829 - 1909, Ingenieur und Burgerratspräsident
1890 - 1909.

Von Grundbesitz ist namentlich anzuführen im Kanton Bern
die Freiherrschaft Belp 1700 - 1720, Schloss und Herrschaft
Thunstetten 1769 - 89, der Landsitz Rothaus bei Bolligen
168G - 1710; im Waadtland Montcherand und Güter zu Valeyres
sous Rances und ein Gut zu Colombier im Neuenburgischen im
XVIII. Jahrhundert. Gegenwärtig besitzt die Familie ausser
städtischen Grundstücken das Multengut bei Muri, Springenhaus
auf dem Belpberg, in der Waadt seit längerer Zeit das Schloss
Chardonne ob Vivis und ein Gut zu Genollier, im Kanton
Freiburg das Gut Mueses bei Posieux und in den Niederlanden
die Herrschaft Vlijmen (Provinz Nordbrabant).

Allianzen schloss das Geschlecht in Bern u.a. noch mit den
V. Bonstetten, Brüggler, v. Diesbach, v. Erlach, Ernst,
V. Goumoens, v. Graffenried, Kirchberger, Manuel,
May, Morlot, v. Mülinen, Müller (mit den Säulen im
Wappen), Müller (mit dem Pfeil und halben Rad im Wappen),
Rosselet, Sinner, Steiger (weiss), Stettler, Stürler,
v. Tavel, Thormann, Tillier, Tscharner, v. Wattenwyl,
Weiss, v. Werdt und Willading, ferner mit den Familien
Reding von Schwyz, Rahn von Zürich, Favre von Genf und
de Loriol aus der Waadt.

Das Wappen ist in silber ein rotes Burgtor mit zwei
Zinnentürmen, begleitet von vier (1, 2, 1) Lilien. Diese
letzteren waren früher golden, - sie sind es noch heutzutage
im Wappen der Zürcher- und Locarnerlinie, - seit Ende des
XVII. Jahrhunderts werden sie aber in Bern in roter Farbe
geführt. Helmzier: das rote Burgtor oder eine wachsende rot
und weiss gekleidete Jungfrau, mit grossem schwarzem Hut oder
mit einer goldenen, mitraförmigen Kopfbedeckung, in der
rechten Hand das Burgtor, in der linken eine silberne Lanze
und einen Schid haltend, .auf welchem über einem nach links
aufsteigenden silbernen Felsen in rot eine goldene Sonne
hervorbricht (Anspielung auf die behauptete sagenhafte
Abstammung von einem Grafen von Clermont).

Der Junkerntitel wurde der Familie schon bei ihrem ersten
Erscheinen in Bern zugesprochen, und 1651 erhielt sie als
«edelmässiges Geschlecht» die Titulatur «edelvest»,

Zunftangehörigkeit: Obergerwern.

Literatur: Leu, Schweizer-Lexikon XIII, pa. 450, Suppl.
dazu IV, pag. 280; Bernertaschenbuch von 1853; R. de Steiger
«Les generaux bernois», Bern 1864; Sammlung bernischer
Biographien, Bd. I, pag. 387, 394, Bd. II, pag. 1, Bd. III, pag.
157 und Bd. IV, pag. 037 ; «Beat Ludwig Muralt», Neujahrsblatt
der bernischen.Literar. Gesellschaft 1895, von Dr. Otto von Greyerz.
(Info: SGB) 
VON MURALT, Stammlinie (I22904)
 
2498 Geschichtliches.
Vor dem Eintritt in das bernische Bürgerrecht.
Burger der Stadt Biel. Der Ursprung der Familie lässt sich
nicht genau feststellen, möglicherweise ist er auf eine Ortschaft
Wittenbach zurückzuführen, deren es aber im Kanton Bern und
auch bei Freiburg mehrere gibt. Schon in einem Rodel über eine
in der Stadt Biel erhobene Kriegssteuer von 1363 erscheint ein
«dictus Wittenbach sutor» als mit 2 ₣ besteuert. Im
XIV. und XV. Jahrhundert erscheinen vermutlich aus dem
Emmental stammende Träger des Namens «von Wittenbach» in
Bern, die aber mit der heutigen Familie dieses Namens in
keinerlei Zusammenhang stehen. Als Stammvater der letzteren
ist Bertschi Wyttenbach anzusehen, der am Ende des
XIV. und Anfang des XV. Jahrhunderts zu Biel lebte und mit
Elisabeth, der Tochter des Egkli Colon oder Colin von Bargen
vermählt war. Dessen Sohn Steffan Witembach von Biel
erscheint am Freitag vor Elisabethentag 1479 vor dem bernischen
Rat wegen eines Streites bezüglich des Zehntens zu Schmitten
und hinterliess von seiner Frau Belin Schilt nebst einer
verstorbenen Tochter Margaritha zwei Söhne Clewi und
Ulmann, welche als die Stammväter der beiden, nach ihrem
Wappen «schräge» und «gerade» Wyttenbach genannten
Linien der Familie anzusehen sind.

Über Clewi, den Stammvater der schrägen Wyttenbach ist
wenig bekannt. Laut Jahrzeitbuch der Kirche von
Biel war er mit Verena Maillet oder Mailler verheiratet,
von welcher er zwei Söhne, Peter und Steffan, hatte. Peter
war 1470 Anführer des bielerischen Hülfsvolkes bei Murten
(Tillier II, pag. 291) und 1485 des Rats zu Biel. 1490 wurde
er daselbst Venner und 1493 - 1494 Statthalter am Meyeramt;
im Schwabenkrieg führte er als Hauptmann eine Fahne von 150
Auszügern zu der Eidgenössischen Armee nach Konstanz. Von
1509 - 1510 bekleidete er zu Biel das Meyeramt, 1518 verstarb
er, von zweien Frauen, einer Christina ... und einer Anna
Rüggerecks, keine Kinder hinterlassend. Sein Bruder
Steffan, welcher sich der Tradition nach in seiner Jugend am
savoyischen Hofe aufgehalten haben soll, erhielt am 24. Januar
1511 zu Freiburg im Breisgau von Kaiser Maximilian einen
Wappenbrief, nach welchem er und seine Nachkommen drei
schräge silberne Bäche in rotem Schilde führten. Im gleichen
Jahre wurde er vom Rat von Biel zum Hauptmann über den
Auszug nach Italien ernannt, ein Amt, das er aber nicht
annahm. Bald darauf zog er auch von Biel fort nach Freiburg
im Uechtland, wo er am Donnerstag vor Nicolai des nämlichen
Jahres mit seinem Sohne Niklaus zum Bürger angenommen
wurde und sich dauernd festsetzte. 1522 lebte er noch, scheint
aber bald darauf gestorben zu sein. Nach seinem Tode kam
seine Witwe Gabrielina Carelli, mit der er sich 1491
vermählt hatte, mit ihrem Sohne Niklaus wieder nach Biel, wo
sie noch 1541 als lebend erscheint. Dieser Niklaus kam 1523
in den Rat, war im gleichen Jahr Venner bis 1525, Gesandter
an die Tagsatzung 1525, wiederum Venner 1540 und ein eifriger
Förderer der Reformation in Biel. Am 18. November 1518
wurde er in Bern zum Burger und 1549 daselbst zum roten
Löwen angenommen; 1560 gelangte er in seiner neuen Heimat
in den Grossen Rat und testierte, sehr reich, am 28. August
1564. Zweimal verheiratet, zuerst 1515 mit Anna May von
Bern und nachmals mit Adelheid Jenli von Freiburg,
hinterliess er von seiner ersten Frau 3 Söhne und mehrere
Töchter, von denen Ursula Jean Merveilleux und Margaretha
Samuel Merveilleux von Neuenburg, Maria aber Sulpitius
Brüggler von Bern, Vogt nach Ripaille 1560, heirateten
Der altere seiner Söhne, Samuel, geb. 1515, verblieb in Biel,
diente in seiner Jugend in Frankreich, gelangte 1549 zu Biel
in den Rat und 1557 zur Würde eines Burgermeisters, welches
Amt er bis 1586 bekleidete; 1587 starb er. Von seinen zwei
Frauen Küngold v. Schönau und Barbara Hirsinger, des
bernischen Venners Jakob Thormanns Witwe, hatte er
mehrere, in die Familien Archer, v. Ligerz und v. Luternau
verheiratete Töchter, sowie zwei Söhne, Niklaus und
Peter, von denen der erstere der nähere Stammvater aller
späteren schrägen Wyttenbach zu Biel, der letztere aber
derjenige der noch lebenden schrägen Wyttenbach zu Bern ist.
Samuels Brüder, Josua und Steffan, blieben in Bern, ihre
Deszendenz erlosch aber schon mit ihren Söhnen (s.u.)

Des letztgenannten Niklaus, (geb. 1550, Ratsherr zu Biel
1593, gest. 1604, vermählt mit Salome Thormann von Bern)
Nachkommenschaft, die in Biel verblieb, erlosch daselbst mit
seinem Urenkel Niklaus, geb. 1670, Hauptmann in Frankreich,
Stadthauptmann und Ratsherr, welcher 1710 starb, ohne von
seiner Frau M. Katharina Hugi Kinder zu hinterlassen;
seine jüngste Schwester Katharina Margaretha überlebte
ihn und starb ledig erst 1767 als allerletzte dieser Linie
zu Biel. Mehrere ihrer Mitglieder traten in französische und
venezianische Dienste; Niklaus, 1596 - 1680, des obigen Sohn,
bekleidete von 1636 an bis zu seinem Tode die Würde eines
Burgermeisters von Biel.

Näherer Stammvater der sogenannten «geraden» Wyttenbach
zu Biel und nachmals zu Bern ist der schon eingangs genannte
Ulmann. Wenn auch kein bestimmter Beweis vorhanden ist,
dass er ein Sohn Steffan Wittenbachs und der Belin
Schilt war, so kann dies aus mehreren Gründen doch als
ziemlich sicher angenommen werden; z.B. wird seinem Sohne
Bendicht am 5. März 1529 nach Einführung der Reformation
Das Jahrzeit der schon früher genannten Margaretha
Wyttenbach, Steffans Tochter, und am 25. September 1638
zusammen mit dem auch schon besprochenen Niklaus Wyttenbach
(von der schrägen Linie) das Jahrzeit obigen Steffan
Wyttenbachs zugesprochen - ein Umstand, der sehr für diese
Filiation spricht. Ulmann erscheint 1483 als Ratsherr und
noch 1511 als Altrat zu Biel; von zweien Frauen, einer
Dorothea einer Elisabeth, hatte er mehrere Kinder, worunter
einen Sohn Bendicht. Derselbe focht 1518 bei Novarra,
gelangte 1519 in den Rat, wurde 1538 Venner und starb 1549
mit Hinterlassung mehrerer Söhne und Töchter von seiner
Gemahlin Magdalena Stölli von Solothurn. Die eine seiner
Töchter, Rosina, wurde 1545 die zweite Frau des bekannten
bernischen Schultheissen Hans Franz Nägeli und Mutter der an
drei bernische Schultheissen verheirateten Magdalena Nägeli.
Christoph, der älteste Sohn, kam 1551 in den Rat und gelangte
1556 zur Meyerwürde, die er bis an seinen 1593 erfolgten Tod
bekleidete. Von seiner Frau Anna Peyer im Hof aus Schaffhausen
hinterliess er Deszendenz, die indessen schon mit seinem Enkel
Bendicht, geb. 1590, Ratsherr 1616 und Seckelmeister zu
Biel, erlosch, welcher 1621 als letzter «gerader»
Wyttenbach zu Biel verstarb, ohne von seiner Gattin Küngold
Wyttenbach (von der schrägen Linie) Kinder gehabt zu haben.
Jakob, ein jüngerer Bruder des Meyers Christoph, vermählt
1555 mit Dorothea Peyer im Hof (der Schwester seiner
Schwägerin), wurde dagegen durch seinen Sohn Bendicht
Stammvater der noch jetzt blühenden «geraden» Wyttenbach
zu Bern. Bendicht zog 1583 als Kompanieschreiber in
Christoph v. Luternau's (des Meyers Christoph Wyttenbachs
Tochtermann) halben Kompanie nach Frankreich und sollte nach
seiner Rückkehr in Biel Kirchenbusse tun, da er der Liga
gedient hatte, verweigerte sie aber, infolgedessen ihm die
Trauung mit seiner Verlobten Anna Des Bois aus dem Erguel in
Biel abgeschlagen wurde. Sein Oheim, der Meyer Christoph,
setzte aber am 13. Juni 1586 die Trauung in der Kirche zu
Pieterlen durch; später versöhnte sich Bendicht indessen wieder
mit der Kirche zu Biel. Nebst mehreren jungverstorbenen Kindern
hinterliess er eine 1608 mit Benoit Chambrier von Neuenburg
vermählte Tochter Dorothea und einen 1595 geborenen
Sohn Hans Konrad, welcher nach Bern zog und 1623 daselbst
zum Burger angenommen wurde (s.u.).

Sowohl die «schrägen» als auch die «geraden» Wyttenbach
führten während des ganzen XVI. Jahrhunderts zu Biel
und zu Bern häufig den Junkerntitel.

Das Wappen der «schrägen» Wyttenbach ist das schon angeführte
durch Diplom von 1511 dem Ratsherrn Steffan verliehene; die
Helmzier ein roter Halbflug mit Wiederholung der Schildfigur.

Die «geraden» Wyttenbach führten dagegen 3 waagrechte
silberne Bäche im roten Schild mit entsprechender Helmzier;
hin und wieder finden sich aber bei beiden Linien auf
Wappenabbildungen die 3 Bäche zu einem einzigen breiten schrägen
oder waagrechten Bache vereinigt.

Das bekannteste Mitglied der Familie aus dieser Periode
ist der Reformator Thomas Wyttenbach, 1472 - 1526, dessen
Verwandtschaftsverhältnis (obgleich ein solches durchaus
erwiesen ist) zu den übrigen Trägern des Namens
merkwürdigerweise heutzutage nicht mehr genau bestimmt
werden kann. Nachdem er als Lehrer Zwinglis und Leo Judä's in
seiner Eigenschaft als Professor an der Universität Basel
gewirkt hatte, wurde er 1507 zum Leutpriester von Biel ernannt,
in welcher Stellung er durch sein tatkräftiges und
entschiedenes Auftreten dem Einzug der neuen Lehre in seiner
Vaterstadt den Weg bahnte. Sowohl der Namen seiner 1524
geehelichten Frau (Glando Klenk?) als diejenigen seiner Kinder
sind ebenfalls nicht sicher festzustellen.

Literatur: Scheurer, Bernerisches Mausoleum, Bern 1740;
Berner Taschenbuch 1853, pag. 161 ff und 314 ff.


1. Wyttenbach (die schrägen).
Eintritt in das bernische Burgerrecht 1548.
Grosser Rat 1560 resp. 1599

Geschichtliches.
Nach Eintritt in das bernische Burgerrecht.
Erster Erwerber desselben ist, wie schon erwähnt, Niklaus,
der am 13. November 1548 in Bern zum Burger angenommen
wurde. Währendem sein älterer Sohn Samuel wieder nach Biel
zog, verblieben seine zwei andern Söhne Josua und Steffan in
ihrer neuen Heimat. Josua, angenommen zum roten Löwen
1551, gelangte zugleich mit seinem Vater 1560 in den Grossen
Rat und wurde 1562 Landvogt nach Yferten und 1680 Schultheiss
nach Murten. Ein hitziger und leidenschaftlicher Mann;
geriet er indessen mit der bernischen Obrigkeit in Zerwürfnis,
die ihn schliesslich 1595 seiner Ämter entsetzte und
lebenslänglich aus der Stadt verbannte, nachdem er sich schon
1594 wiederum in Biel zum Burger hatte aufnehmen lassen. Er
starb am 4. Januar 1596 zu Mörigen, nachdem ihm alle seine mit
seiner ersten Frau Magdalena v. Luternau erzeugten Kinder
ins Grab vorangegangen waren. (Eine Tochter Anna hatte sich
1570 mit Beat Ludwig v. Mülinen, dem Sohne des gleichnamigen
Schultheissen von Bern, und ein Sohn Augustin, geb. 1553,
gestorben 1577 an der Pest, 1576 mit dessen Schwester
Johanna v. Mülinen vermählt.) Steffan kam 1572 in den
Grossen Rat und wurde 1578 ebenfalls Landvogt nach Yferten
und starb 1590; sein mit Antonia Peyer von Flach erzeugter
Sohn David, geb. um 1568, des Grossen Rates 1591,
Iseler 1592, Sechzehner 1596, starb in letzterem Jahre, von
seiner 1589 geheirateten Gemahlin Elisabeth v. Mülinen -
auch einer Tochter des Schultheissen Beat Ludwigs - nur
Töchter hinterlassend.

Peter, der jüngere Sohn des obgenannten Samuel, zog ebenfalls
wie Benedicht Wyttenbach (von der «geraden» Linie) in
Christoph v. Luternau's halben Kompanie als Fähnrich nach
Frankreich, verweigerte bei seiner Rückkehr in Biel ebenfalls
die ihm auferlegte Kirchenbusse, worauf sein Vater, der
Burgermeister Samuel am 27. Januar 1586 seines Sohnes
Burgerrecht zu Biel vor Rat und Burgern aufgab. Seines
Berufes ein Goldschmied, zog Peter nach Bern, wo er von seinem
Grossvater Niklaus her schon das Burgerrecht besass, und
verheiratete sich daselbst 1588 mit Eva Megger, des nachmaligen
Seckelmeisters Ulrich Megger Tochter. Er gelangte 1599 in den
Grossen Rat, wurde 1606 Zöllner im Kaufhaus und 1608 Landvogt
nach Oron, wo er aber im nämlichen Jahr starb. Die Deszendenz
seiner ältern Söhne Ulrich (1591 - 1662, des Grossen Rates
1619, Kastlan zu Zweisimmen 1629, Böspfenniger 1640 und
Teutschweinschenk 1645) und Samuel (1593 - 1668, des Grossen
Rates 1621, Ohmgeldner auf dem Land 1625, Obervogt zu Aarburg
1627, Kornherr 1647 und Welschweinschenk 1653) erlosch
schon in der folgenden Generation; sein vierter Sohn Steffan,
geb. 1598, gest. 1662, des Grossen Rates 1627, Rathausammann
1628 und Landvogt nach Trachselwald 1631, vermählt 1621 mit
Ursula Knecht, pflanzte den Stamm fort. Mit den Söhnen
seines Enkels Hans Rudolf, 1651 - 1687, Schulmeister zu
Aarau 1679 und Pfarrer zu Adelboden 1686, vermählt 1679 mit
Barbara Müsli, teilte sich diese Linie der Familie in zwei
Äste: Hans Rudolfs älterer Sohn Hans Jakob, 1681 - 1759,
Pfarrer zu Langnau 1711, zu Wohlen 1788 und Dekan der Klass
Büren 1742, ist durch seinen einzigen, mit seiner dritten
Gemahlin Salome Fellenberg erzeugten Sohn Steffan Friedrich
(1721 - 1785, Major in Holland 1779) der Begründer des
noch lebenden, auf Mittellöwen zünftigen älteren Astes; sein
jüngerer Sohn Abraham, 1686 - 1747, ein Tischmacher, vermählt
1715 mit Maria Magdalena Erhard, ist Begründer des jüngeren,
auf Zimmerleuten zünftigen und 1877 mit dem Ingenieur
Friedrich Eduard erloschenen Astes.

Viel weniger zahlreich als die «geraden» Wyttenbach, gelangte
diese Linie in Bern nie in den Kleinen Rat; im Grossen
Rat sassen ihre Angehörigen noch im XVII. Jahrhundert
ununterbrochen, im XVIII. dagegen nur noch vereinzelt. Viele
ergriffen den geistlichen Stand und den Schuldienst oder
betrieben, namentlich im XVIII. Jahrhundert, Gewerbe. Mehrere
traten im XVII. Jahrhundert als Offiziere in französische Dienste,
Burkhard, 1649 - 1713, trat zuerst in das Regiment Alsace,
wurde als Hauptmann im Regiment v. Erlach 1678 bei Puycerda
in Katalonien verwundet und quittierte den Dienst 1690
als Oberstleutnant; im XVIII. Jahrhundert finden sich mehrere
in holländischen Diensten. Besonders hervorzuheben ist Jakob
Samuel (vom jüngeren erloschenen Ast) 1748 - 1830,
Spitalprediger 1775, Pfarrer am heiligen Geist 1783, Mitglied
des Oberehegerichts 1803, des Bergrates 1803, der Curatel 1813
und des Schul- und Kirchenrates 1816, Stifter der bernischen
Bibelgesellschaft und der bernischen naturforschenden
Gesellschaft; ein Freund des alternden Albrecht v. Haller, war
er einer der ersten, der das Verständnis und die Liebe für die
Schönheiten der Alpen zu wecken wusste. Zusammen mit dem
Buchdrucker Wagner machte er sich an die Herausgabe eines
freilich nie vollendeten Werkes über die Alpen, dessen erster
Teil 1776 zu Bern unter dem Titel «Merkwürdige Prospekte
aus den Schweizer Gebirgen und derselben Beschreibung»
erschien; daneben ist er auch der Verfasser zahlreicher anderer
Schriften, meist geologischen und geographischen Inhaltes über
die Alpen und die Schweiz überhaupt: «Bernerisches Magazin
der Natur, Kunst und Wissenschaften», Bern 1775 - 79; «Kurze
Anleitung für diejenigen, welche eine Reise durch einen Teil
der merkwürdigsten Alpgegenden des Lauterbrunnentals,
Grindelwald, und über Meiringen auf Bern zurück, machen wollen»,
Bern 1777; «Gelehrte Nachrichten aus Welschland, die Künste und
Wissenschaften, vorzüglich die Physik und Naturhistorie
betreffend», Basel 1783 etc. Auch schrieb er eine Vorrede und
zahlreiche Noten zum 1795 und 1813 herausgegebenen Pflanzenwerk
des grossen Hallers «Icones plantarum Helvetiae».

Allianzen schlössen die «schrägen» Wyttenbach u.a. noch
mit den Archer, v. Büren, v. Diesbach, Ernst, Fischer,
Freudenreich, v. Graffenried, Güder, Kirchberger, v. Ligerz,
v. Luternau, v. Mülinen, v. Praroman, Stürler, Tschiffeli,
v. Werdt, Willading, Wurstemberger und v. Offenburg und
von Speyr aus Basel.

Den Junkerntitel liessen sie schon anfangs des XVII.
Jahrhunderts fallen, dagegen wurde ihnen gegen Ende desselben
im amtlichen Titularstil das Prädikat «vest» zugesprochen, wohl
infolge des ihrem Vorfahren erteilten kaiserlichen Wappenbriefes.
Das Adelsprädikat «von» führt die Familie gestüzt auf den
Grossratsbeschluss 1783.

Literatur: Berner Taschenbücher von 1853 und 1853
«Jakob Samuel Wyttenbach» von Rudolf Wolf, in zwei Abteilungen,
ferner 1853 pag. 316; vergl. auch Leu, Schweizer. Lexikon und
Supplement von Holzhalb.



2. Wyttenbach (die geraden).
Eintritt in das bernische Burgerrecht 1623,
Grosser Rat 1629.
Kleiner Rat 1708.

Geschichtliches.
Nach Eintritt in das bernische Burgerrecht
Erwerber desselben ist der schon angeführte Haus Konrad,
der laut dem an den «vesten, achtbaren Hans Kunradt Wyttenbach»
ausgestellten, noch erhaltenen Burgerbriefe am 13. Februar
1623 zugleich mit seinem schon 1619 in Bern getauften Sohne
Daniel zum Burger dieser Stadt angenommen wurde, gegen
Erlag von 120 Kronen Einzugsgeld. In seiner Jugend war er
in venezianischen Kriegsdiensten gewesen, scheint in der Folge
in Biel kaiserlicher Notarius publicus geworden zu sein und
sich schliesslich als Apotheker in Biel niedergelassen zu haben.
Er wird noch mehreremale als «Junker» bezeichnet, ein Titel
welchen freilich seine Nachkommen nicht mehr führten. In
Bern trat er in die Gesellschaft zu Schmieden ein und gelangte
1629 als erster seiner Linie in den Grossen Rat, in der Folge
wurde er 1612 Landvogt nach Erlach und 1657 Obervogt zu
Biberstein. Dreimal verheiratet, zuerst mit Anna Egg1i.
dann 1640 mit Maria Wähinger und endlich 1616 mit
Dorothea Haller, hinterliess er bei seinem 1665 erfolgten
Tode nebst mehreren Töchtern 4 Söhne, Daniel, Albrecht,
Hans Konrad und Jakob, welche alle zahlreiche Deszendenz
hatten. Daniel, 1619 - 1668, ein Apotheker, des Grossen Rates
1651 und Landvogt nach Gottstadt 1056 ist der Begründer des
noch blühenden, stets zahlreicheren älteren Astes der Familie ;
Albrecht, 1630 - 1673, ebenfalls ein Apotheker, des Grossen
Rates 1664, durch seine Frau Elisabeth König, verh. 1652,
Stifter eines erst 1823 erloschenen Astes. Hans Konrad,
1632 - 1706, Chorweibel 1690, hatte ebenfalls mehrere Kinder,
von denen aber keines das Geschlecht fortpflanzte, und Jakob
endlich, 1640 - 1669, ein Notar, Kanzleisubstitut und
Landschreiber nach Schenkenberg 1665, ist der Stifter des
jüngeren, erst 1905 im Mannesstamme erloschenen Astes.

In ihrer neuen Heimat widmeten sich viele Angehörige der
stets ziemlich zahlreichen Familie der Magistratur; seit
ihrem näheren Stammvater Hans Konrad sassen sie
ununterbrochen im Grossen Rate und zu dreienmalen auch im
Kleinen Rate der Republik. Der erste, welcher in den
Kleinen Rat gelangte war Samuel, 1650 - 1724 (ein Sohn des
Landvogts Daniel zu Gottstadt), Apotheker an der Kreuzgasse,
des Grossen Rates 1680, Bauherr von Burgern 1683,
Stiftschaffner zu Bern 1699, des Kleinen Rates 1708 und
Kirchmeyer vom Rat 1718. Auch zur Vennerwürde gelangte das
Geschlecht mit Daniel, 1742 - 1797, des Grossen Rates 1775,
Kommandant zu Aarburg 1785, des Kleinen Rates 1790 und
Venner zu Schmieden 1794. Sehr viele betrieben in Bern den
Apothekerberuf, nicht weniger als 4 Apotheken waren mehr oder
weniger gleichzeitig während des XVII. und XVIII. Jahrhunderts
im Besitz der Familie: Schon Hans Konrad erwarb die
Apotheke an der Kreuzgasse, die sich vom Vater auf den
Sohn bis auf seinen Urenkel Sigmund, 1702 - 1738, vererbte;
Daniel, 1671 - 1737, errichtete die Apotheke zu Rebleuten,
welche bis um 1818 in der Familie verblieb, Hans Rudolf,
geb. 1658 errichtete die eine Apotheke beim Zeitglocken, welche
sich bis auf seinen Enkel Hans Rudolf, 1733 - 1774, vererbte
und Gottlieb, 1692 - 1763, sowie sein gleichnamiger Sohn
(geb. 1728, gest. 1781) besassen die Apotheke zu Kaufleuten.
Ausserdem ergriffen eine grosse Anzahl den Pfarrdienst, mehrere
auch das Notariat, den ärztlichen Beruf und die Goldschmiederei;
einzelne betrieben auch Gewerbe. Im Ausland diente die Familie
namentlich in Holland und Frankreich und in neuerer Zeit mit
Auszeichnung in Neapel und Sizilien. Aber namentlich auf dem
Gebiet der Wissenschaften und der Theologie hat sie sich weit
über die Grenzen ihrer Heimat einen Namen gemacht durch Daniel,
1706 - 1779, in das Predigtamt erwählt 1732, Helfer am Heiligen
Geist 1740, Professor Theologiae elenchthicae vel polemicac s.
controversarium in Bern 1746, Rektor 1750 - 1753, als erster
Professor der Theologie an die Universität Marburg
berufen 1750, wo er nebstdem als Kirchenrat und
Inspektor der reformierten Kirchen in Hessen bis zu seinem
Tode wirkte, und durch seinen Sohn Daniel, 1746 - 1820,
der in Göttingen und Leyden studierte, 1771 zum Professor
der Philosophie und Philologie und später auch der Geschichte
am Kollegium der Remonstranten zu Amsterdam ernannt und 1799
als Professor der Philologie auf die Universität Leyden berufen
wurde; Ritter des Ordens de la Reunion, erlangte er als einer
der hervorragendsten Philologen seiner Zeit europäische
Berühmtheit, von seinen Schriften ist besonders die 1779
erschienene «Vita Ruhnkenii» (seines Lehrers in Leyden) bekannt.
Seine Nichte Johanna Gallien, gest. 1830 (Tochter seiner an
den Hanauischen Professor Gallien verheirateten Schwester
Susanna Katharina), die er 1817 als seine langjährige getreue
Pflegerin und gelehrte Gehülfin in seinem hohen Alter geheiratet
hatte, wurde als seine Witwe 1827 von der philosophischen
Fakultät zu Marburg anlässlich der dritten Säkularfeier dieser
Universität mit dem Doktorgrade der Philologie und dem
Titel eines «Magisters der freien Künste» beehrt.

Ausserdem verdienen noch besonderer Erwähnung: Albrecht,
1657 - 1738, studierte zu Marburg, 1686 zum Pfarrer
der Schweizergemeinde nach Potsdam berufen, wo er beinahe
20 Jahre wirkte, Pfarrer zu Wohlen (bei Bern) 1701 - 1738,
Dekan der Klass Büren 1725; Johannes, 1731 - 1798, Spitalprediger
1758, Pfarrer zu Büren 1761, Helfer am Münster 1766,
Pfarrer daselbst 1772 und Dekan der Klass Bern 1778; sein
Sohn Johannes, 1763 - 1811, Kanzleisubstitut 1785, des
Grossen Rates 1795, Unterschreiber 1798, gelangte zur Zeit
der Helvetik in den gesetzgebenden Rat und nach Einführung
der Mediation 1803 in den Grossen Rat und in den Kleinen
Stadtrat, Seckelschreiber und 1809 Kurator der Akademie, ein
wegen seiner Kenntnisse und Charaktereigenschaften allgemein
geschätzter Mann; Samuel, 1732 - 1808, Staatsschreiber 1786;
Friedrich Albrecht, 1777 - 1855, diente sukzessive als
Offizier in Sardienien, Frankreich und England, Platzmajor
von Bern 1803, Oberstleutnant, Platz- und Waffenkommandant
1805, Oberst 1818, Oberstkommandant des IV. Schweizer
Regiments in königl. sizilianischen Diensten 1829 - 1837,
1821 Ritter und 1829 Offizier der Ehrenlegion, Ritter des
St. Mauritius und Lazarusordens, und endlich sein Sohn Karl
Johann Albrecht, 1810 - 1896, diente 1826 als Leutnant
im 3. Schweizer Linienregiment in Frankreich, trat 1829 als
Oberleutnant in das von seinem Vater befehligte IV. Schweizer
Regiment in Königl. sizilianische Dienste, focht als
Grenadierhauptmann in Neapel am 15. Mai 1818 und in Messina
am 7. September des nämlichen Jahres, Oberstleutnant 1850,
Oberst 1852 und Brigadier 1859, mit welchem Grade er 1860 eine
neapolitanische Brigade bei Palermo kommandierte, quittierte
im gleichen Jahre als Ritter des neapolitanischen Ordens von
St. Georg de la Reunion und Franz I. und als Inhaber der
goldenen Medaille für den sizilianischen Feldzug von 1819.
Als fleissiger Siegelsammler und Kenner von Wappen verdient
auch noch des letzteren Bruder, Samuel Rudolf Friedrich,
V.D.M. und Pfarrer in Dürrenroth, 1811 - 1895, erwähnt
zu werden.

Allianzen schlossen die geraden Wyttenbach, sofern sie nicht
schon aufgeführt sind, u. a. mit den Archer, v. Diesbach,
Ernst, Fellenberg, Fischer, v. Graffenried, Haller, Herport,
Jenner, Kirchberger, v. Breiten-Landenberg, Lombach, Manuel,
Malacrida, v. Praroman, Rodt, Sinner, Steiger (die weissen),
Stettler, Stürler, Thormann, Tschiffeli, Wagner, Wild,
Wurstemberger, Wyss, Zeerleder, Zeender und Zehender.

Zunftangehörigkeit: Schmieden und Webern, auf welch
letztere Gesellschaft David Karl, 1739 - 1825, der Hutmacher,
übertrat und wo seine Deszendenz in der Folge verblieb.

Wappen: Das eingangs angeführte (3 waagrechte silberne
Bäche auf rotem Grunde).

Das Adelsprädikat «von» tragen der auf Webern zünftige
Zweig und andere Mitglieder der Familie gestützt auf den
Grossratsbeschluss von 1783.

Die Familie besitzt heutzutage mehrere städtische Grundstücke
und Villen bei Bern; in früherer Zeit gehörte der Landsitz
«im Winkel» bei Kirchdorf, 1751 - 1788 und nochmals
1803 - 1832, Angehörigen derselben.

Literatur: Berner Taschenbuch von 1853; Bernische Biographien,
herausgegeben vom Historischen Verein des Kantons Bern;
R. de Steiger «Les generaux bernois», Bern 1864; vergl.
auch Leu, Schweizer. Lexikon und Supplement von Holzhalb.

In Baden und Steiermark blüht heutzutage eine freiberrliche
Familie «v. Wyttenbach» oder «v. Wittenbach» (in den
Freiherrenstand erhoben 1675), die nach ihrer Familientradition
aus der Schweiz herstammen soll; irgendwelche Anknüpfungspunkte
mit der hier behandelten lassen sich aber nicht nachweisen,
auch führt diese Familie ein von der schweizerischen durchaus
verschiedenes Wappen (auf Silber sieben rote Berge).
(Info: SGB)

weiterführende Info: HLS Wiki  
WYTTENBACH, Stammlinie (I32864)
 
2499 gest. auch: 8.12.1706 Quellen: 208(127), 220(218) GALLENKAMP, Sibylla (I44257)
 
2500 Getreu dem Schema der Sagaverfasser der Heimskringla, dass auf einen kriegerischen König ein friedlicher, auf einen friedlichen König ein kriegerischer folge, wird Magnus als besonders kriegerisch herausgestellt. Gleichwohl dürfte diese Darstellung auf ihn zutreffen. Es gibt keine sichere Erklärung für den Beinamen. Snorri gibt die Erklärung, er habe nach einem Feldzug nach Schottland die schottische Mode übernommen und sei mit nackten Beinen und mit Kilt gegangen. Diese Erklärung ist aber falsch, da der Kilt erst etwa 100 Jahre nach seinem Tod in Schottland zu finden ist. Wahrscheinlich ist die Übernahme des damals üblichen irischen Waffenrocks, der nicht tiefer als bis zum Knie reichte, während die norwegischen Waffenröcke in der Regel bis zu den Knöcheln reichten. Zu Lebzeiten hatte er den Beinamen Sryrjaldar-Magnus, was „Kriegs-Magnus“ bedeutet. (NORWEGEN), Magnus III. (I40876)
 

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