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| 2501 | Géza wurde im Jahr 985 gemeinsam mit seinem Sohn Vajk, der dabei den Namen Stephan erhielt, von Adalbert von Prag getauft. Während der Großfürst Géza trotz der Taufe im Grunde Heide blieb, erhielt Stephan eine christliche Erziehung. Diese wurde noch verstärkt durch die Heirat Stephans mit der zehnjährigen bayerischen Herzogstochter Gisela, der Schwester des späteren Kaisers Heinrich II. Zudem festigte die Hochzeit das Bündnis Ungarns mit den bayerischen Fürsten, die noch 991 einen Feldzug gegen die Ungarn geführt hatten, und besiegelte die Bindung der Ungarn an die Westkirche. Als Stephan 997 nach dem Tod seines Vaters Großfürst wurde, war er, auch dank des Einflusses von Adalbert von Prag, vermutlich überzeugter Christ. Am Anfang seiner Herrschaft musste er sich gegen seinen Onkel Koppány durchsetzen, der als Clanältester selbst den Anspruch auf den Fürstenstuhl erhob. | VON UNGARN, Stephan (I36242)
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| 2502 | GHS 3, 69-141, 412-416, (mit Stammtaf.) J. Baumann, «Die Herren von Eptingen», in BHB 10, 1966, 98-126; 11, 1969, 167-184 D.A. Christ, Das Familienbuch der Herren von Eptingen, 1992 D.A. Christ, Zwischen Kooperation und Konkurrenz, 1998 D. Rippmann, «Gem. im Widerspruch: Soziale Unrast und Bauernunruhen», in Nah dran, weit weg. Gesch. des Kt. Basel-Landschaft 2, 2001, 197-223 Marcel Clémence: "Eptingen, von", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 14.11.2005. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/019990/2005-11-14/, konsultiert am 11.11.2024. | VON EPTINGEN, Margaretha (I345)
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| 2503 | Gibica ist der erste namentlich genannte, historisch jedoch nicht sicher belegte König der Burgunden. Er wird hypothetisch auf das Ende des 4. Jahrhunderts datiert. Die nachgewiesenen Burgundenkönige des 5. Jahrhunderts gelten als seine Nachkommen. Sein Name wird in den Lex Burgundionum genannt, aber auch im Atlilied und (als Gjúki) in der Völsunga-Saga. Der im Waltharius auftretende Gibbich, König der Franci Nebulones, wird mit ihm gleichgesetzt, woraus die Verbindung zur Nibelungensage geknüpft wird. In der Nibelungensage wiederum, wo er Dankrat/Dankrad/Tankred genannt wird, gelten Gunnar/Gundahar/Gunther, Guttorm/Godomar/Gundomer und Giselher (Gislahar) als seine Söhne bzw. Nachkommen, die er gemeinsam mit seiner Gemahlin Ute hatte. Soweit skandinavische Sagen hinzugezogen werden, soll auch Högni (Hagen von Tronje) sein Sohn sein. | VON BURGUND, Gibich (I22690)
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| 2504 | Gillhaußen (auch Gillhausen, Gilhausen, Gillhauzen o. ä.) ist der Name eines rheinländisch-preußischen Adelsgeschlechts. Das Geschlecht war in der Gegend von Wesel ansässig.[1] Der königlich-preußische Major a. D. Friedrich Wilhelm Conrad von Gillhaußen (* 6. September 1768; † 30. Juni 1833) erhielt 1823 ein königlich-preußisches Anerkennungsdiplom des ihm zustehenden Adelsstandes. 1793 war derselbe Sekondeleutnant beim in Wesel stationierten Infanterieregiment No. 48 von Georg Boguslav von Koethen und 1806 Capitän beim Infanterieregiment „Kurfürst von Hessen“. Außerdem war er Ritter des Ordens Pour le Mérite, erworben 1793 im Gefecht bei Sembach, und Träger des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, erworben in der Schlacht bei Ligny. Mehrere Nachkommen waren ebenfalls in der preußischen Armee aktiv.[2][3][4] So zum Beispiel sein Sohn Moritz Wilhelm Ferdinand Karl von Gillhaußen (1807–1874) 1852 als Hauptmann im königlich-preußischen 16. Infanterie-Regiment.[5][6] Eine verwitwete Frau von Schell geb. Gillhaußen besaß 1857 Haus Rechen im Kreis Bochum.[7] Spätklassizistisches Gutshaus in Esbach, Landkreis Coburg Benno von Gillhaußen kaufte 1869 das Poppengut in Esbach, Landkreis Coburg. Zum Gut gehörte eine Ziegelei. Zwischen 1872 und 1875 baute Benno von Gillhaußen den Betrieb zu einem der ersten Industriebetriebe im Coburger Land aus und verkaufte 1882 die Ziegelei an das Unternehmen Berghold. Das Gut mit dem 1876 errichteten spätklassizistisches Gutshaus verkaufte Benno von Gillhaußen 1886 an den herzoglichen Kammerherrn Wolff von Werthern. Persönlichkeiten Guido von Gillhaußen (1870–1918), deutscher Kriegspoet, Komponist und preußischer Offizier Moritz Wilhelm Ferdinand Karl von Gillhaußen (1807–1874), königlich preußischer Generalmajor Wappen Blasonierung: Der Schild quadriert. Felder 1 und 4 in Grün ein goldenes Haus; Felder 2 und 3 in Blau ein silberner einwärts gewandter Hund, der eine silberne Ente (in der Darstellung von Adolf Matthias Hildebrandt ist es eine Eule) im Maul hält. Auf dem gekrönten Helm mit blau-silbernen Helmdecken zwei gekreuzte schwarze Fahnen an goldenen Stangen.[1] Alternativ wird das Wappen wie folgt beschrieben: Quadriert. Felder 1 und 4 in Blau ein auf grünem Boden sitzender Hund, der einen silbernen Vogel im Maul hält; Felder 2 und 3 in Grün ein goldenes Haus. Der gekrönte Helm mit schwarz-silbernen Helmdecken trägt zwei gekreuzte, silber-schwarz geteilte Fahnen.[8][5][6][3] Es handelt sich teilweise um ein Redendes Wappen, da das goldene Haus einen Namensanspielung auf „Güldenhaus“ (= Gillhaußen) ist.[6][3] Mülverstedt gibt darüber hinaus noch ein anderes Wappen an: In Rot ein auf grünem Boden liegender silberner Hirsch. Auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken ein silbernes Hirschgeweih.[4] | GILLHAUSEN, N. (I45761)
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| 2505 | Gisela galt als schöne und kluge, aber ein wenig überhebliche Frau, die aber nach Wipos Gesta Chuonradi II imperatoris ihrem Mann eine notwendige Gefährtin mit großem Einfluss gewesen sein soll. | VON SCHWABEN, Gisela (I1954)
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| 2506 | Gisela heiratete um 995 vermutlich im Alter von zehn Jahren Stephan, den späteren König von Ungarn. Nach Stephans Tod 1038 wurde sie verfolgt und gefangen genommen. Nachdem sie 1042 durch König Heinrich III. befreit worden war, brachte er Gisela zurück nach Bayern. Dort scheint sie sich eine Zeit lang im Kloster Kochel am See als Nonne aufgehalten zu haben,[1] bevor sie Äbtissin des Benediktinerinnen-Klosters Niedernburg in Passau wurde. Durch sie erhielt das Kloster zahlreiche Schenkungen. In Niedernburg blieb sie bis zu ihrem Tod. Ihr Grab, ein Hochgrab aus der Spätgotik über dem originalen Grabstein aus dem 11. Jahrhundert, in der Klosterkirche ist erhalten. Gisela setzte sich für die Christianisierung Ungarns ein, was ihr die Feindschaft der heidnischen Nationalpartei eintrug, und stiftete mehrere Klöster und Kirchen. So gilt sie auch als Stifterin der Domkirche in Veszprém („Gisela-Kapelle“), wohl daher der Kirchturm in ihrer Hand auf dem ungarischen Krönungsmantel, der ursprünglich ein von ihr nach Stuhlweißenburg geschenktes Messgewand war. Das Giselakreuz in München stiftete sie für das Regensburger Grab ihrer Mutter. Gisela wird als Selige verehrt (Fest am 7. Mai und 1. Februar). Ihr Grab ist Ziel zahlreicher Pilger aus Ungarn. Seit 1995 besitzt auch die Kathedrale von Veszprém Reliquien von ihr.[2] In Wien-Penzing (14. Bezirk) ist die Giselagasse nach ihr benannt. Am 27. September 2013 wurde das Musical „Gisela & Stephan“ in Pfaffenhofen an der Ilm welturaufgeführt.[3] 2016 gab es weitere Aufführungen in der ungarischen Stadt Veszprém sowie in Scheyern und Passau. | VON BAYERN, Selige Selige Gisela (I36241)
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| 2507 | Gisela war die Schwester von Hugo, dem Lothar II. im Jahr 867 das Herzogtum Elsass übertrug. Während der Raubzüge der Wikinger in den Rheinlanden kam es im Jahr 882 zu Friedensverhandlungen zwischen dem Wikingerführer Gottfried und Karl III. Im Zuge dieses Friedens ließ sich der Wikinger taufen und bekam die fränkische Prinzessin Gisela zur christlich angetrauten Frau. Gottfried erwies sich aber schon bald als wortbrüchig und fiel schon im Sommer erneut in das Rheinland ein. Karl III. beauftragte daraufhin seinen Herzog Graf Heinrich von Babenberg, gegen ihn ins Feld zu ziehen. Heinrich von Babenberg entriss 884 Gottfried die von den Normannen 883 eroberte Stadt Duisburg und vertrieb ihn vom Niederrhein. Als Gottfried im Jahr 885 mit einem Heer in das Rheinland zurückkehrte, wurde er von Graf Babenberg in einen Hinterhalt gelockt und gemeinsam mit anderen Wikingerführern erschlagen. Seine Frau Gisela war zuvor im Mai 885 in ein Kloster in Sicherheit gebracht worden, um die Königstochter vor der Rache der Wikinger zu schützen. Später wurde Gisela Äbtissin von Nivelles und Fosses. | VON NIVELLES, Gisela (I18432)
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| 2508 | Gisela war die Schwester von Hugo, dem Lothar II. im Jahr 867 das Herzogtum Elsass übertrug. Während der Raubzüge der Wikinger in den Rheinlanden kam es im Jahr 882 zu Friedensverhandlungen zwischen dem Wikingerführer Gottfried und Karl III. Im Zuge dieses Friedens ließ sich der Wikinger taufen und bekam die fränkische Prinzessin Gisela zur christlich angetrauten Frau. Gottfried erwies sich aber schon bald als wortbrüchig und fiel schon im Sommer erneut in das Rheinland ein. Karl III. beauftragte daraufhin seinen Herzog Graf Heinrich von Babenberg, gegen ihn ins Feld zu ziehen. Heinrich von Babenberg entriss 884 Gottfried die von den Normannen 883 eroberte Stadt Duisburg und vertrieb ihn vom Niederrhein. Als Gottfried im Jahr 885 mit einem Heer in das Rheinland zurückkehrte, wurde er von Graf Babenberg in einen Hinterhalt gelockt und gemeinsam mit anderen Wikingerführern erschlagen. Seine Frau Gisela war zuvor im Mai 885 in ein Kloster in Sicherheit gebracht worden, um die Königstochter vor der Rache der Wikinger zu schützen. Später wurde Gisela Äbtissin von Nivelles und Fosses. | VON LOTHRINGEN, Gisela (I22754)
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| 2509 | Gisela war neben ihren beiden Brüdern Karl und Karlmann das dritte Kind von Pippin und Bertrada, das das Erwachsenenalter erreichte und den Vater überlebte. In der Vita Karoli des Einhard ist sie erwähnt: „Er [Karl d. Große] hatte eine einzige Schwester, Gisela, die sich von Kindheit an einem religiösen Leben geweiht hatte, und er hegte für sie ebenso viel Zuneigung wie für seine Mutter. Auch sie verstarb einige Jahre vor ihm im Nonnenkloster, in dem sie ihr Leben verbrachte.“ – Einhard: Vita Karoli Seitens ihrer Familie wurde mehrfach ihre Vermählung aus Bündniserwägungen in Betrachtung gezogen: In den 760er Jahren durch Pippin mit Leo, dem Sohn des byzantinischen Kaisers Konstantin V., und in den 770er Jahren durch Karl mit Adelchis, dem Sohn des letzten Langobardenkönigs Desiderius.[2][3] In beiden Fällen kam die Eheschließung mit Rücksicht auf den Papst nicht zustande. Stattdessen entschied Gisela sich für das klösterliche Leben und wurde Äbtissin von Chelles. Als Herrschertochter mit den Artes Liberales vertraut und gebildet, blieb sie vom Kloster aus mit dem Hof verbunden. Insbesondere gibt es einen intensiven Briefwechsel mit Alkuin, zu dessen Freundeskreis sie unter dem Pseudonym „Lucia“ gehörte.[4] Alkuin widmete ihr und ihrer Nichte Rotrud seinen Kommentar des Johannesevangeliums, dessen Erstellung auf ihre Anregung zurückging.[5][6] Die Forschung geht davon aus, dass auf Anregung Giselas im Skriptorium der Abtei Chelles um 806 die Abfassung der Metzer Annalen erfolgte.[7] Sie war auch verantwortlich für die Betreuung der umfangreichen und in ihrer Zeit wachsenden Reliquiensammlung des karolingischen Herrscherhauses in der Abtei Chelles.[8] Gisela starb 810 und ist in der Abtei Chelles begraben. Judy Chicago widmete ihr eine Inschrift auf den dreieckigen Bodenfliesen des Heritage Floor ihrer Installation The Dinner Party. Die mit dem Namen Gisela beschrifteten Porzellanfliesen sind dem Platz mit dem Gedeck für Hrotsvit zugeordnet. | VON FRANKEN, Gisela (I10780)
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| 2510 | Gisela war verheiratet mit Herzog Heinrich dem Zänker von Bayern. Die Verlobung fand wohl schon 965 statt, die Ehe wurde wohl im Sommer 972 vollzogen. Am 6. Mai 973 wurde ihr ältester Sohn, der spätere Kaiser geboren. Die Zeit während der Haft ihres Mannes verbrachte sie in Merseburg. | VON BURGUND, Gisela (I36238)
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| 2511 | Giselbert entstammte dem Luxemburger Grafenhaus, dem sogenannten Mittelmoselgeschlecht, das sich im Laufe seiner Geschichte zu einer der einflussreichsten Dynastien im Westen des Reiches entwickelte. Besitzzentren waren Luxemburg, Sierck und Diedenhofen.[2] Giselbert war ein Sohn des Grafen Siegfried I. von Luxemburg, der als Gründer von Luxemburg gilt, und dessen Frau Hadwig (* um 935/945; † 13. Dezember nach 993).[3][4] Unter Giselberts Vater Siegfried begannen Bestrebungen, den eigenen Herrschaftsbereich in Richtung der oberen Mosel und der mittleren Saar hin auszudehnen. Es gelang, in der Umgebung von Metz Besitzungen zu erwerben und durch Tausch mit dem Bischof von Trier Saarburg, wenn auch nicht als erbliches Lehen, zu gewinnen. Der Machtbereich der Luxemburger konnte dabei saaraufwärts bis nach Wallerfangen ausgedehnt werden.[5] Die Herrschaft Wallerfangen wurde mit Siegfrieds Sohn Giselbert besetzt. Die Grafschaftsbezeichnung lautete in pago Moselensi, in comitatu Waldelevinga, cui Giselbertus comes preesse videtur[6] (dt.: "im Moselgau, in der Grafschaft Wallerfangen, der Graf Giselbert vorsteht"). | VON LUXEMBURG, Giselbert (I36993)
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| 2512 | Giselbert war Sohn Manasses I. Graf von Chalon und Graf von Dijon († 918) und dessen Ehefrau Irmengard (Ermengard), die vermutlich eine Tochter des Königs Boso von Vienne aus dessen zweiter Ehe mit Ermengarde von Italien war. Giselberts Vater war ein loyaler Gefolgsmann Herzogs Richard der Gerichtsherr, dessen Schwiegersohn Giselbert durch seine Ehe mit Richards Tochter Ermengard wurde. Nachdem Giselberts Schwager Hugo der Schwarze 952 kinderlos verstorben war, übernahm Giselbert die Grafschaften Autun (bereits 941/942) und Troyes. Die offizielle Anerkennung als Herzog durch die Könige Ludwig IV. und Lothar besaß Giselbert allerdings nicht, vielmehr lag die Herzogswürde bei dem Robertiner Hugo Magnus, den er als Lehnsherren anerkennen musste. Giselbert führte lediglich den Titel eines princeps Burgundionum. Um den Konflikt mit den Robertinern zu beenden, verheiratete Giselbert 955 seine ältere Tochter Liutgard mit Hugos Sohn Otto von Burgund, der im folgenden Jahr Giselberts Nachfolge in Autun und sämtlicher Hoheitsrechte über Burgund antrat. Die Grafschaft Troyes gab Giselbert seiner zweiten Tochter Adelheid als Mitgift für die Ehe mit Robert von Vermandois, welche die Basis für die Grafschaft Champagne bildete. | VON BURGUND, Giselbert (I47172)
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| 2513 | Giselbert war Sohn Manasses I. Graf von Chalon und Graf von Dijon († 918) und dessen Ehefrau Irmengard (Ermengard), die vermutlich eine Tochter des Königs Boso von Vienne aus dessen zweiter Ehe mit Ermengarde von Italien war. Giselberts Vater war ein loyaler Gefolgsmann Herzogs Richard der Gerichtsherr, dessen Schwiegersohn Giselbert durch seine Ehe mit Richards Tochter Ermengard wurde. Nachdem Giselberts Schwager Hugo der Schwarze 952 kinderlos verstorben war, übernahm Giselbert die Grafschaften Autun (bereits 941/942) und Troyes. Die offizielle Anerkennung als Herzog durch die Könige Ludwig IV. und Lothar besaß Giselbert allerdings nicht, vielmehr lag die Herzogswürde bei dem Robertiner Hugo Magnus, den er als Lehnsherren anerkennen musste. Giselbert führte lediglich den Titel eines princeps Burgundionum. Um den Konflikt mit den Robertinern zu beenden, verheiratete Giselbert 955 seine ältere Tochter Liutgard mit Hugos Sohn Otto von Burgund, der im folgenden Jahr Giselberts Nachfolge in Autun und sämtlicher Hoheitsrechte über Burgund antrat. Die Grafschaft Troyes gab Giselbert seiner zweiten Tochter Adelheid als Mitgift für die Ehe mit Robert von Vermandois, welche die Basis für die Grafschaft Champagne bildete. | VON BURGUND, Giselbert (I36634)
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| 2514 | Giselbert wird 841 als Graf im Maasgau bezeichnet, aber auch als Gefolgsmann Karl des Kahlen in der Zeit der karolingischen Bruderkriege nach dem Tod Ludwigs des Frommen (840)[4]. Der Vertrag von Verdun (843) und die Teilung des Reiches zwang ihn daher, den Herrschaftsbereich Lothars I., und damit den Maasgau zu verlassen[5]. Drei Jahre später, Anfang 846, gelang es ihm, eine der Töchter Lothars zu entführen[6]. Er brachte sie nach Aquitanien, wo er sie heiratete. Um den aufgebrachten Lothar zu besänftigen, hielten Karl und Ludwig der Deutsche einen gemeinsamen Hoftag ab, auf dem sie versicherten, dass die Entführung nicht von ihnen initiiert worden sei. Wiederum drei Jahre später kam es zur Versöhnung zwischen dem Kaiser und Giselbert, die die Ehe anerkannte[7] und beinhaltete, dass Giselbert in seinen Herrschaftsbereich zurückkehren konnte. Der Name der geraubten Tochter ist nicht bekannt, er wird in späteren Quellen mit Ermengard angegeben, wobei es aber wohl zu einer Verwechslung kam[8]. | VON MAASGAU, Graf Graf Giselbert II. (I17054)
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| 2515 | Glâne, de (Freiherren) Bedeutendes edelfreies Geschlecht des 11. und 12. Jh. im nördl. Teil des transjuran. Burgund. Die namengebende Stammburg befand sich vermutlich am südl. Steilufer der G. unweit ihrer Mündung in die Saane. Das erste Zeugnis der Herren von G. ist die Heiratsnotiz Ulrichs mit Rilenta von Walperswil von 1078. Ulrich und sein Sohn Peter tauchen im Umkreis der Gf. von Mâcon-Burgund und der Gf. von Oltingen auf, mit denen sie wohl verwandt waren. Aus dem Oltinger Erbe fiel ihnen die Herrschaft Arconciel zu. In der Bluttat von Payerne in der Nacht vom 9. auf den 10. Febr. 1127 wurden PETER und dessen Sohn ULRICH zusammen mit Gf. WILHELM IV.,DEM KIND VON BURGUND umgebracht. Weitere Söhne Peters waren HUGO, Domherr in Besançon, und WILHELM, Stifter des 1138 geweihten Klosters Hauterive. Letzterer entschloss sich zur Errichtung dieser Zisterzienserabtei unter dem Eindruck der Mordtat von Payerne und wohl auch in der Absicht, das Hausgut der G. im Krieg um das burgund. Erbe dem Zugriff der siegreichen ZÄHRINGER zu entziehen. Nach der Gründung von Hauterive trat er als Konverse ins Kloster ein, wo er am 11.2.1142/43 als letzter männl. Nachkomme des Geschlechts starb. Seine vier Schwestern heirateten Hochadlige der näheren und weiteren Umgebung, so EMMAmma den Gf. Rudolf I. von Neuenburg, an den die Herrschaft Arconciel überging, Juliana einen namentlich nicht bekannten Herrn von Montsalvens, Agnes den Gf. Rudolf I. von Greyerz und Ita einen Adligen aus der Tarentaise (wohl nicht den Gf. Aymo II. von Genf). Diese Allianzen zeigen, dass die G. zu den mächtigsten Fam. im westl. Mittelland zählten. Das Geschlecht besass gute Grundlagen für die Entfaltung einer dynast. Adelsherrschaft. Sein rasches Ende ist eng verknüpft mit dem Niedergang des Grafenhauses BURGUND und dem Vordringen ZÄHRINGENS in den burgund. Raum. | VON WALPERSWIL, Rilenta (I8011)
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| 2516 | Goethes „Demoiselle Delph“ siehe Goethe: Dichtung und Wahrheit Sie kümmert sich nach dem Tod der Eltern (die Mutter Christine, Edle von Walzdorf stirbt am 28.01.1798 an einer Mastitis und der Vater am 12.03.1798) um Ihren Neffen Carl Heinrich Ferdinand Henking , geboren in Heidelberg am 08.11.1797, der im Alter von 4 Monaten zum Vollwaisen geworden war. Sie kannte Lili Schönemann schon als Kind, mochte G. und war diejenige, die Ostern 1775 die - Zustimmung beiderseitiger eltern- zu G.s - Verlöbnis- mit Lili eroberte. Und damit G zu der Erkentinis verhalf: Nun der Zweck näher heranrückte, wollte es hüben und drüben nicht vollkommen passen (DuW, 17.Buch) das verlöbnis ging in die Brüche, die Freundschaft mit Lili und G. blieb bis an ihr lebensende erhalten. metzler goethe Lexikon S. 88 17. Mai 1775: 1. Besuch Johann Wolfgang von Goethes in Heidelberg (mit den Brüdern Grafen Stolberg) 17?.-20. Juli 1775: 2. Besuch Johann Wolfgang von Goethes in Heidelberg (mit den Brüdern Grafen Stolberg) 30. Oktober-4. November 1775: 3. Besuch Johann Wolfgang von Goethes in Heidelberg (bei Delph, Aufbruch nach Weimar) 23. September 1779: 4. Besuch Johann Wolfgang von Goethes in Heidelberg (mit Prinz Carl August von Weimar, auf der Reise nach der Schweiz) 19. Februar 1782: die Schwestern Delph erwerben das Haus Hauptstraße 196 um 1800 fl. 4.-7. August 1793: 5. Besuch Johann Wolfgang von Goethes in Heidelberg (bei seinem Schwager Johann Georg Schlosser) 25.-27. August 1797: 6. Besuch Johann Wolfgang von Goethes in Heidelberg (3. Reise von Frankfurt/Main nach der Schweiz) > Gedenktafel am Haus Hauptstraße 196 („Von hier/ aus dem Haus seiner mütterlichen Freundin Dorothea Delph/ reiste Goethe/ der Einladung KARL AUGUST'S folgend/ am 4. November 1775 nach Weimar“) (irrtümlich zugeordnet) Dorothea Delph (* um 1730 in Heidelberg; † 20. Oktober 1808 ebenda) war eine selbständige Kauffrau (in der zeitgenössischen Literatur als „Handelsjungfer“ bezeichnet) in Heidelberg, die als „mütterliche Freundin“ Goethes bekannt wurde. Goethe besuchte sie mehrmals in Heidelberg. Im Herbst 1775 versuchte Dorothea Delph, Goethe durch eine Heirat an den Mannheimer Hof zu binden. In ihrem Haus in Heidelberg erreichte Goethe aber der Bote Herzog Carl Augusts von Sachsen-Weimar-Eisenach. Goethe folgte der Einladung nach Weimar, wodurch sich die Heiratspläne zerschlugen. Dorothea Delph, von Goethes Mutter in einem Brief an die Herzogin Anna Amalia als „die politica Delphin“ bezeichnet, war in geheime diplomatische Aktivitäten verwickelt. Sie stand mit der preußenfreundlichen Partei am Mannheimer Hof, die den Plan Kurfürst Carl Theodors, Bayern an Österreich abzutreten, verhindern wollte, in Verbindung. So fungierte sie als Mittelsfrau zwischen dem preußischen Hof und der preußenfreundlichen Partei in Mannheim. Zugleich gehörte sie zu den Vertrauten Herzog Carl Augusts. Goethe erwähnt sie mehrfach in Dichtung und Wahrheit. An Goethes Aufbruch nach Weimar aus ihrem Haus erinnert eine Gedenktafel am Haus Hauptstraße 196 in Heidelberg (am Marktplatz). Allerdings ist diese Zuordnung fehlerhaft, da Dorothea Delph im Jahr 1775 dieses Haus noch nicht bewohnte. https://de.wikipedia.org/wiki/Dorothea_Delph | DELPH, Helena Dorothea (I580)
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| 2517 | Goldschmied B. Koerner, Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien (= DGB) 14, Görlitz 1908, S. 352 | MÖLLER, Abraham Gustav (I5684)
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| 2518 | Gorm und seine Frau Thyra waren das Vorbild für die literarischen Gestalten des „grimmigen Königs“ Gorm und seiner Frau Thyra Danebod in Theodor Fontanes Ballade Gorm Grymme von 1864. | ..., Gorm ´der Alte` (I37247)
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| 2519 | Gosenbach ist ein Stadtteil im Westen der Stadt Siegen. Gosenbach wurde am 25. November 1347 als „Gosinbach“ erstmals urkundlich erwähnt. In der Urkunde ist von einem Hof zu Gosenbach die Rede. Der Selbacher Hof im Ortsgebiet wurde 1347 erstmals erwähnt. Er war im Besitz des alten Adelsgeschlechts der SELBACHER. Der zweite große Gosenbacher Hof war der Wildenburger Hof. | LATSCH, Gela (I1192)
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| 2520 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I45203)
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| 2521 | Gottfried († Juni 885 bei Herwen, heute Provinz Gelderland, Niederlande) war ein dänischer Wikingerführer und Herrscher in Friesland. Im Jahr 879, als die Bedrohung der Herrschaft Karls III. durch die Wikinger massiv wurde, war Gottfried einer der Anführer bei den Einfällen in Flandern und Nordfrankreich. 880 schlug er die Sachsen entscheidend. Gottfried war einer der Anführer der Raubzüge der Wikinger in den Rheinlanden. Kaiser Karl III. zog gegen ihn ins Feld, belagerte ihn, hob die Belagerung aber wieder auf und erkannte seine Herrschaft in Friesland an. Als Gottfried sich taufen ließ, bestätigte Kaiser Karl ihn auch als Herrscher an der Rhein- und Maasmündung und gab ihm Gisela (Gisla) (860/865–907), die Tochter des 869 gestorbenen Königs Lothar II. von Lotharingien (Lotharii Regnum), zur Frau. Gottfried wurde jedoch in den folgenden Jahren dem mit seinem Herrschaftsgebiet verbundenen Auftrag, der Abwehr der Wikinger, nicht gerecht und verschwor sich darüber hinaus 885 mit seinem Schwager Hugo, Lothars kirchlich nicht anerkanntem Sohn aus zweiter Ehe, der das Reich seines Vaters wiedergewinnen wollte und dem Wikingerführer für den Fall des Sieges die Hälfte des Landes versprach. Daher wurde Gottfried im Juni 885 vom Popponen Heinrich, der selbst ein Jahr später im Kampf gegen die Normannen fiel, bei vorgetäuschten Verhandlungen bei Herwen in der Betuwe erschlagen. Sein Mitverschwörer Hugo wurde wenig später aufgegriffen, geblendet und in die Abtei Prüm gebracht, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Gottfrieds Ehefrau Gisela war vor dem gewaltsamen Tod ihres Mannes in Sicherheit gebracht worden. Sie ging ins Kloster und wurde Äbtissin in Nivelles und Fosses und starb im Jahr 907. Gottfrieds Tod bedeutete gleichzeitig das Ende der Herrschaft der Wikinger in Friesland und für mehrere Jahre auch das Ende der Einfälle der Wikinger ins Rheinland. Anmerkung Gottfried wird häufig mit Gottfried Haraldsson, dem Sohn des Königs Harald Klak von Dänemark, verwechselt. Dieser wurde jedoch bereits im Kindesalter im Jahr 826 getauft und wird für das Jahr 855 letztmals urkundlich erwähnt. Damit ist zwar eine Identität der beiden nicht zwingend ausgeschlossen, aber doch sehr unwahrscheinlich. | VON FRIESLAND, König von Friesland König von Friesland Gottfried II. (I22753)
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| 2522 | Gottfried Ferréol war ein Sohn des Hugo von Le Perche und der Beatrix von Mâcon, ein jüngerer Bruder hieß Liétald. Dieser genealogische Hintergrund ist einer Urkunde des Bischofs Franco von Paris aus dem Jahr 1028 zu entnehmen.[2] Diese Quelle gibt über seine weiteren familiären Verhältnisse Auskunft. So war seine Mutter in erster Ehe mit dem Grafen Gottfried I. von Gâtinais verheiratet gewesen, deren gemeinsamer Sohn der Graf Aubry von Gâtinais war, dem Gottfried Ferréol als dessen Halbbruder nachfolgte. Sein Vater, Hugo von Le Perche (Hugonis Pertice), war vermutlich mit dem namensgleichen Sohn des Grafen Fulcois von Mortagne aus dem Hause Châteaudun identisch, der in einer Urkunde der Abtei Saint-Vincent von Le Mans aus dem Jahr 1061 genannt wird.[3] Graf Aubry von Câtinais starb zwischen den Jahren 1028 und 1030, worauf ihm Gottfried Ferréol nachfolgen konnte. Etwaige Amtshandlungen von ihm sind nicht bekannt. Gottfried Ferréol war verheiratet mit Ermengarde von Anjou, einer Tochter des Grafen Fulko III. Nerra von Anjou. Über sie leiteten seine Söhne ihren Anspruch auf die bedeutende Grafschaft Anjou ab. | VON GATINAIS, Gottfried II. (I39281)
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| 2523 | Gottfried I. war der zweitälteste von den fünf Söhnen des Graf Rudolf III. des Schweigsamen, er zog 1242 gegen seinen Vetter Rudolf IV., den späteren König (I.) in eine blutige Fehde, und zerstörte dessen Besitzungen in Brugg und Habsburg, nachdem zuvor Laufenburg und Umgebung von diesem heimgesucht worden war. Nachdem 1249 sein Vater verstorben war, bildete sich wieder ein besseres Familienverhältnis heraus, die fünf Brüder einigten sich und überliessen dem energischen Gottfried I. die Führung. Der älteste, Werner, verstarb früh (vor Sommer 1253),[1] der jüngere Rudolf wurde Kirchenmann und Bischof von Konstanz (als II.), der folgende Otto war ein Deutschordensritter. Gottfried I. führte nun das Haus Laufenburg allein, er wurde nach einer Aussöhnung zu einem treuen Waffengefährten seines Vetters König Rudolf. 1261 zog er mit ihm in der Fehde gegen Walter von Geroldseck, Bischof von Straßburg (1260–1262) in das Elsass.[2] 1265 kämpfte er mit ihm in Freiburg im Üechtland gegen Graf Peter II. von Savoyen (1263–1267)[2] und die Stadt Bern um das kyburgische Erbe für Habsburg zu behaupten. Der jüngste Bruder Eberhard vermählte sich dann 1273 mit der Erbtochter Anna von Kyburg, deren Vormund Rudolf, Gottfried und Hugo von Werdenberg gewesen waren, und begründete damit die Linie Neu-Kyburg.[3] 1271 befand er sich im Heer Ottokars von Böhmen gegen den Ungarnkönig Stephan V., hier wurde er schwer verwundet, kam noch in seine Heimat zurück, wo er im September 1271 verstarb. Vorteile hatte er keine errungen, und nach seinem Tod brach die Rivalität zwischen den beiden Häusern wieder aus. Von Vorteil war dies für König Rudolf, der den Machtbereich beidseitig des Rheins ausbauen konnte. | VON HABSBURG-LAUFENBURG, Gottfried (I10349)
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| 2524 | Gottfried stammt aus der Familie der Wigeriche. Sein Vater Gotzelo I. war Herzog von Ober- und Niederlothringen. Als Gotzelo I. 1044 starb, belehnte König Heinrich III. Gottfried mit Oberlothringen und Gotzelos gleichnamigen zweiten Sohn Gotzelo II. mit Niederlothringen. Nach dem Tod seines Bruders beanspruchte Gottfried auch Niederlothringen, Heinrich III. setzte dagegen Friedrich II. von Luxemburg dort ein. Gottfried rebellierte teilweise mit Unterstützung des französischen Königs Heinrich I. gegen den Kaiser (1047 Zerstörung der Kaiserpfalz Nijmegen), konnte sich jedoch nicht durchsetzen[3] und wurde vom elsässischen Grafen Adalbert, nach dessen Tod 1048 von dessen Bruder Gerhard als Herzog ersetzt. Nach dem Tod seiner Frau Oda zog sich Gottfried nach Italien zurück, wo er 1054 Beatrix von Lothringen, die Witwe Markgraf Bonifatius’ von Tuscien und Tochter Friedrichs II. von Luxemburg heiratete. Heinrich III. setzte 1055 Gottfried ab und Beatrix gefangen. Erst ein Jahr später erreichte Papst Victor II. die Versöhnung Gottfrieds mit Heinrich und dessen Wiedereinsetzung. Gottfried verfügte nun nicht nur über die Markgrafschaft Tuscien, sondern auch über die umfangreichen Güter Beatrix’, die bis in die Emilia-Romagna und die Poebene reichten, und konnte sich so eine führende Position in Italien aufbauen. Als der Kaiserhof unter der Regentschaft Agnes’ von Poitou zunehmend den Kontakt zur cluniazensisch orientierten Reformgruppe in Rom verlor, bot Gottfried den Reformklerikern, die zu einem nicht unerheblichen Teil mit Leo IX. aus Lothringen nach Rom gekommen waren, einen wichtigen Rückhalt und festigte mit der Wahl seines Bruders Friedrich zum Papst (Stephan IX.) im Jahre 1057 weiter seine Stellung. Auch durch die Heirat seines Sohns Gottfried IV. von Niederlothringen mit seiner Stieftochter Mathilde von Tuszien konnte er seine Macht und seinen Einfluss erheblich ausbauen. Nach dem Tod Friedrichs II. von Luxemburg 1065 erhielt er das Herzogtum Niederlothringen von König Heinrich IV. und konzentrierte sich in seinen letzten Jahren auf diese Herrschaft, wohingegen seine Frau Beatrix in Tuszien die Regentschaft führte. Gottfried starb 1069 als Herzog von Niederlothringen und Markgraf von Tuscien. Sein Sohn Gottfried folgte ihm in Niederlothringen; seine Tochter Ida wurde die Mutter Gottfrieds von Bouillon. | (NIEDERLOTHRINGEN), Gottfried III. ´der Bärtige` (I51535)
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| 2525 | Gottfried und seine Brüder Arnulf und Pippin wurden von ihrem Stiefonkel Karl Martell inhaftiert. Vermutlich starb er dann während der Gefangenschaft. Die Möglichkeit besteht aber, dass er Mönch in einem Kloster war. Seine Begräbnisstätte ist unbekannt. | VON FRANKEN, Godefrid (I24339)
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| 2526 | Gottfrieds Familie väterlicherseits stammte aus Zentralfrankreich wo sie als Grafen des Gâtinais und Vizegrafen von Orléans Gefolgsmänner der französischen Könige waren. Gottfried folgte nach dem Tod seines Vaters in diesem Erbe nach. Bald aber trat er in die Dienste seines Onkels mütterlicherseits Graf Gottfried II. Martel von Anjou, einem der mächtigsten Männer Frankreichs seiner Zeit, und wurde von diesem mit der Herrschaft über die aquitanische Saintonge betraut. Nach dem Tod seines Onkels 1060 folgte Gottfried ihm in dessen ausgedehnten Besitzungen nach. Zu Beginn seiner Herrschaft gelang es Gottfried gemeinsam mit seinem Bruder Fulko 1062 einen Angriff des Herzogs Wilhelm VIII. von Aquitanien auf die Saintonge abzuwehren. Im Gegensatz zu seinem Onkel, der sich in kirchenpolitische Fragen nicht einmischte, geriet Gottfried mit dem Klerus seiner Domänen in Konflikt betreffs der Investition des Bischofsstuhls in Le Mans. Für Gottfried war dies deshalb von Bedeutung da er mit einem ihm gewogenen Bischof seinen Einfluss in der Grafschaft Maine aufrechterhalten konnte, wo 1063 sein Rivale Herzog Wilhelm II. von der Normandie seinen ältesten Sohn Robert Kurzhose als Grafen einsetzen konnte. Nachdem Gottfried die Abtei Marmoutier überfiel wurde er 1067 von einem päpstlichen Legaten exkommuniziert. Dies nutzte sein jüngerer Bruder Fulko aus, um die Herrschaft im Anjou an sich zu reißen und Gottfried gefangen zu setzen. Aus dieser schnell entkommen unterlag Gottfried gegen seinen Bruder in einem Kampf bei Brissac-Quincé (April 1068) und wurde erneut in der Burg Chinon eingekerkert. Erst 1096 auf Intervention von Papst Urban II. freigelassen, starb er kurze Zeit später. Gottfried war mit Julienne, der Tochter seines Vasallen Hamelin von Langeais, verheiratet, mit der er keine Kinder hatte. | (ANJOU), Gottfried III. (I39282)
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| 2527 | Gotthold Ephraim Lessing (* 22. Januar 1729 in Kamenz, Markgraftum Oberlausitz; † 15. Februar 1781 in Braunschweig) war ein bedeutender Dichter der Aufklärung. Mit seinen Dramen und seinen theoretischen Schriften, die vor allem dem Toleranzgedanken verpflichtet sind, hat dieser Aufklärer der weiteren Entwicklung des Theaters einen wesentlichen Weg gewiesen und die öffentliche Wirkung von Literatur nachhaltig beeinflusst. Lessing ist der erste deutsche Dramatiker, dessen Werk bis heute ununterbrochen in den Theatern aufgeführt wird. Gotthold Ephraim Lessing war das dritte Kind[1] und der zweitälteste Sohn des Kamenzer Archidiakons Johann Gottfried Lessing und seiner Frau Justina Salome (geb. Feller) (1703–1777).[2] Neun Geschwister folgten im Laufe der Jahre, jedoch überlebten nur sieben seiner Geschwister ihren ersten Lebenstag, sodass Gotthold letztendlich der älteste Sohn war. Am 24. Januar 1729 wurde er in der St. Marienkirche in Kamenz durch seinen Großvater Gottfried Feller getauft.[3] Der Vater Johann Gottfried Lessing war ein Vertreter der lutherischen Orthodoxie. So bestimmten bei den Lessings, die bereits in der zweiten Generation zur Elite der Stadt gehörten, vor allem die Bibel, der Glaube und die Sorge um das materielle „tägliche Brot“ das Gespräch beim Essen.[4] Schule Lessings Vater unterrichtete seinen Sohn zunächst selbst, um ihn auf Schule und Universität vorzubereiten. Bereits im Alter von fünf Jahren war Lessing in der Lage, die Bibel und den von seinem Vater formulierten Katechismus zu lesen. Anschließend bekam er den Privatlehrer Christlob Mylius an die Seite gestellt, mit dem er auch bis über das Studium hinaus freundschaftlich verbunden blieb. Als sich ihre Wege durch den Fortzug des Lehrers trennten, schickte sein Vater ihn in die öffentliche Lateinschule. Dort zeigte sich recht schnell, dass Lessing für sein Alter eine rasche Auffassungsgabe besaß und ein kluges Kind war.[5] Als der Unterricht der Lateinschule nicht mehr den intellektuellen Fähigkeiten des Schülers genügte, reichte Lessings Vater 1737 beim Kurfürsten ein Gesuch ein, den Sohn Gotthold Ephraim als „Alumnus mit einer freyen Kost-Stelle“[6] in der Fürstenschule St. Afra in Meißen aufzunehmen. 1741 bestand er die Aufnahmeprüfung in St. Afra hervorragend und erfüllte damit die vom Vater in ihn gesetzten Erwartungen. Mit einem Stipendium der Familie von Carlowitz ausgestattet, wechselte er am 22. Juni 1741 an die Fürstenschule in Meißen, wo er sich nach anfänglichen Konflikten mit der Schulordnung in das Anstaltsleben einfügte und neben dem umfangreichen Lehrplan der Schule in den alten Sprachen Latein, Griechisch und Hebräisch nur wenig Zeit fand, sich mit der zeitgenössischen „schönen Literatur“, gar der deutschen, oder den modernen Zeitschriften zu beschäftigen. Erste schriftstellerische Versuche Lessings reichen in diese Zeit zurück. 1746 wurde Lessing vom Rektor Theophilus Grabener wegen seiner ausgezeichneten Leistungen vorzeitig entlassen. Studium Lessing ging zum Studium an die Universität Leipzig und immatrikulierte sich am 20. September 1746. Er studierte zunächst nach dem Wunsch des Vaters Theologie, verlor jedoch bald das Interesse daran und begann sich unter dem Einfluss seines Freundes Mylius, zum Kummer seiner Eltern, mit Poesie und Theater zu beschäftigen. 1748 wechselte er zum Medizinstudium und begab sich am 20. August desselben Jahres zu weiteren Studien an die Universität Wittenberg.[7] Im November 1748 zog er nach einer überstandenen Krankheit in die brandenburgische Residenzstadt Berlin. Dort rezensierte er die Berlinerische Privilegierte Zeitung (die spätere Vossische Zeitung), wurde 1750 Mitarbeiter bei den Critischen Nachrichten aus dem Reiche der Gelehrsamkeit und begegnete unter anderem 1750 Voltaire. Ab 1751 konzentrierte sich Lessing weiter auf sein Studium in Wittenberg. Als Medizinstudent verfolgte er ein Studium an der philosophischen Fakultät. Dort standen ihm die Vorlesungen von Johann Heinrich Martius in Poetik, Martin Hassen in Ethik, von Johann Daniel Ritter in Geschichte, von Georg Wilhelm Kirchmaier in Griechischer Sprache und Literatur, von Karl Gottlob Sperbach in Philosophie, von Georg Friedrich Baermann sowie Johann Friedrich Weidler in Mathematik, von Georg Matthias Bose in Physik und von Johann Wilhelm von Berger in Rhetorik zur Verfügung.[8] Als Medizinstudent waren zu seiner Studienzeit Georg August Langguth, Abraham Vater, Daniel Wilhelm Triller und Georg Rudolf Böhmer seine Lehrer.[9] So gebildet absolvierte Lessing am 29. April 1752 die Promotion zum Magister der Sieben Freien Künste wahrscheinlich mit einer Arbeit zu dem spanischen Arzt und Philosophen Juan Huarte.[7] Oft verweilte G. E. Lessing im Gleimhaus zu Halberstadt Berlin Lessing und Johann Caspar Lavater zu Gast bei Moses Mendelssohn, Gemälde von Moritz Daniel Oppenheim (1856) Als Lessing im November 1752 nach Berlin zurückkehrte, bezog er gemeinsam mit Christian Nicolaus Naumann eine Wohnung. Er machte Bekanntschaft mit Karl Wilhelm Ramler, Friedrich Nicolai, Ewald Christian von Kleist, Johann Georg Sulzer, Carl Philipp Emanuel Bach[10] und schloss Freundschaft mit Moses Mendelssohn. Im Oktober 1755 kehrte er nach Leipzig zurück.[11] Im folgenden Jahr plante er eine auf mehrere Jahre angelegte Bildungsreise durch die Niederlande, England und Frankreich als Begleiter des Leipziger Kaufmannssohns Christian Gottfried Winckler (1734–1784)[12], die er und insbesondere Winckler jedoch wegen des Siebenjährigen Krieges bereits in Amsterdam abbrechen mussten. Im selben Jahr begegnete er Johann Wilhelm Gleim, Friedrich Gottlieb Klopstock und Conrad Ekhof, den Mitbegründer der ersten deutschen Schauspielakademie. 1758 zog Lessing erneut nach Berlin, wo er mit Friedrich Nicolai und Moses Mendelssohn zusammen die Briefe, die neueste Literatur betreffend veröffentlichte. 1760 wurde Lessing zum Auswärtigen Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften gewählt.[13] Breslau und Hamburg Handschriftlicher Eintrag Lessings in ein Stammbuch (in Leipzig am 11. Mai 1765) Von 1760 bis 1765 war er in Breslau als Sekretär beim General Tauentzien beschäftigt. 1765 kehrte er zurück nach Berlin. Altes Theater am Gänsemarkt in Hamburg bis 1827 1767 ging Lessing für drei Jahre als Dramaturg und Berater an das Hamburger Nationaltheater, dessen Hauptunterstützer Abel Seyler war. Das Theater wurde bereits 1769 aus finanziellen Gründen wieder geschlossen, als Seyler sein ganzes Vermögen ausgegeben hatte. In dem Theater wurde Lessings Stück Minna von Barnhelm aufgeführt. Während seiner Tätigkeit am Hamburger Theater machte er unter anderem Bekanntschaft mit Friedrich Ludwig Schröder, Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Melchior Goeze, Johann Friedrich Löwen und den Familien Reimarus und König. Dabei lernte er seine spätere Frau Eva König kennen, deren Mann Engelbert König zu diesem Zeitpunkt noch lebte. Bibliothekar in Wolfenbüttel, Hochzeit Lessinghaus in Wolfenbüttel. Hier lebte und arbeitete Lessing nach seiner Hochzeit mit Eva König. 1769 bot Erbprinz Carl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel Lessing die Bibliothekarsstelle der Bibliotheca Augusta an. Nach seinem Umzug nach Wolfenbüttel begann Lessing am 7. Mai 1770 seinen Dienst an der Herzog August Bibliothek, gegen 600 Reichstaler Jahresgehalt und freie Unterkunft.[14] Lessing bewohnte zunächst einige Räume im seit 1753/54 leerstehenden Wolfenbütteler Schloss. Nach der Hochzeit mit Eva König, 1776, bezog er mit seiner Frau zuerst das Meißnerhaus und, im Jahr darauf, schließlich das Schäffersche Haus, unmittelbar zwischen Schloss und Bibliothek gelegen und später Lessinghaus genannt. Zum weiteren Bibliothekspersonal zählten ein Sekretär und ein Diener. Nahezu allein auf sich allein gestellt, öffnete Lessing die Bibliothek während einiger Tage in der Woche dem Publikumsverkehr; dies war nur während des Sommerhalbjahres praktizierbar, winters blieb die Bibliotheca Augusta geschlossen. Für Neuanschaffungen waren Lessing nur 50 Taler jährlich bewilligt worden, so dass er versuchte, über Doublettentausch an neue Werke zu gelangen. Lessings primäre Aufgabe bestand jedoch in der Umgliederung des neueren Bibliotheksbestandes, der bisher nur nach den Namen der Hinterlasser, nicht aber nach Sachgebieten sortiert war. Etwa 100.000 Bände waren neu zu ordnen; eine Aufgabe, die aufgrund ihres gewaltigen Umfangs erst lange nach Lessings Tod zu einem Ende kommen sollte. Im Bestand entdeckte Lessing das hochmittelalterliche Werk Schedula diversarum artium des Theophilus Presbyter, das er 1774 unter dem Titel Vom Alter der Ölmalerey aus dem Theophilus Presbyter herausgab. Neben seiner Arbeit als Bibliothekar fand Lessing weiterhin Zeit für seine literarische Betätigung. So entstanden in Wolfenbüttel u. a. Emilia Galotti (1772) und Nathan der Weise (1779).[15] Am 14. Oktober 1771 wurde Lessing in die Freimaurerloge Zu den drei Rosen in Hamburg aufgenommen, in einer abgewandelten Zeremonie in der Wohnung des Logenmeisters von Rosenberg, und in alle drei Grade eingeführt. Er war zwar bis 1780 Mitglied, besuchte die Loge aber nie wieder. Er schätzte die Idee der Freimaurerei hoch, wie an seinem 1778 und 1780 erschienenen Werk Ernst und Falk zu sehen, nicht aber die reale Freimaurerei, wie sie sich damals zeigte.[16] 1771 verlobte er sich mit der 1769 verwitweten Eva König. 1775 unterbrach er mehrmals seine Arbeit in der Bibliothek, da seine Verlobte zur Ordnung ihrer Vermögensverhältnisse nach Wien reisen musste. Lessing besuchte sie während ihrer Reiseetappen, in Leipzig, Berlin, Dresden, Prag und schließlich zu einer Audienz bei Kaiser Joseph II., in Wien. Dort bat ihn der zufällig ebenfalls dort weilende braunschweigische Prinz Leopold, ihn auf einer Italienreise zu begleiten. Diese führte Lessing von Wien nach Mailand, Venedig, Florenz, Genua, Turin, Rom, Neapel und nach Korsika. Nachdem er Anfang 1776 mit Leopold zurückgekehrt war, heiratete Lessing am 8. Oktober 1776 Eva König in Jork (bei Hamburg), im Hause von Johannes Schuback.[17][18] Am Weihnachtsabend 1777 gebar ihm seine Frau den Sohn Traugott, der aber am folgenden Tag starb. Am 10. Januar 1778 starb auch Eva Lessing an Kindbettfieber. Tod Sterbehaus in Braunschweig, 1905 Lessings Grab auf dem Magnifriedhof in Braunschweig Im Jahre 1779 verschlechterte sich Lessings Gesundheitszustand. Ende Januar 1781 zog sich der von Asthma-Anfällen geplagte Dichter bei einer Fahrt von Wolfenbüttel nach Braunschweig bei eisigen Temperaturen eine Erkältung zu. Am 3. Februar erlitt er in der Wohnung seines Gastgebers, Gehilfen und Vertrauten Simson Alexander David einen Zusammenbruch.[19] Lessing hatte sich bei den Behörden für die Freilassung dieses jungen jüdischen Kaufmanns aus dem Gefängnis eingesetzt, wo der Sohn des prominenten und reichen Hofkammeragenten Alexander David nach einer Lottobetrugs-Affäre eingesessen hatte. Am 15. Februar 1781 abends zwischen acht und neun Uhr starb Lessing in den Armen von Simson Alexander David unmittelbar nach einem Aderlass an Brustwassersucht im Hause des Braunschweiger Weinhändlers Angott, wo der Dichter eine Wohnung unterhielt. Bis zum letzten Atemzug soll sich Lessing angeregt über die aktuelle Kirchenpolitik ereifert haben. Anlass war der Vorschlag der Jülicher Geistlichkeit, nachlässige Gottesdienstbesucher körperlich zu züchtigen, was den Dichter empörte. Augenzeuge David schrieb über Lessings Todesstunde: „Er ist gestorben, wie er gelebt hat: Als ein Weiser, entschlossen, ruhig, voll Besinnung bis zum letzten Augenblick.“ Kirchenblätter erregten sich über die Tatsache, dass ein Jude an Lessings Totenbett anwesend war. In Braunschweig wurden von Lessings zahlreichen Gegnern gehässige Gerüchte gestreut, Lessings Tod habe den Herzog 361 Taler abzuschreibenden Vorschuss gekostet. Die Hamburger Behörden untersagten jede Art von Nachrufen und Lobgedichten. Lessing wurde auf dem Braunschweiger Magnifriedhof beigesetzt. 1793 setzte ihm der Braunschweiger Verleger Johann Heinrich Campe einen einfachen Stein mit Lessings Namen und Geburts- und Todestag. Sein Grab galt als verschollen und wurde 1833 von dem Braunschweiger Privatgelehrten und Kunsthistoriker Carl Schiller wieder aufgefunden. Das heutige Grabmal mit einem Reliefporträt Lessings wurde erst 1874 aufgestellt. Es wurde nach einem Entwurf von Friedrich Lilly im Atelier des Hofbildhauers Theodor Strümpell ausgeführt. Gestiftet wurde es von der Intendanz des Herzoglichen Hoftheaters mit Genehmigung des Herzogs Wilhelm.[20]... | LESSING, Gotthold Ephraim (I48390)
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| 2528 | Gottschalk I. von Lohn war der Sohn des Gerhard I. von Lohn und dessen Gemahlin Irmgard. Von 1096 bis 1099 nahm er am Ersten Kreuzzug teil. Gottschalk war mit einer Frau verheiratet, deren Herkunft nicht überliefert ist. Die Ehe brachte vier Söhne: Gerhard trat seine Nachfolge in Lohn an. Gottschalk von Versnevelde (1092–1152) lebte auf Gut Versnefelde (heute Varsseveld). Alard von Wesenthorst (* um 1095) war auf Gut Wesenthorst ansässig und Winnemar van Didam (* 1100) hatte in Didam sein Zuhause. Die Namensverschiedenheit unter den Geschwistern liegt darin begründet, dass sie den Namen führten, auf dessen Eigentum sie lebten. | VON LOEN, Gottschalk I. (I18802)
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| 2529 | Gottschalk war bestrebt, die Unabhängigkeit seiner Grafschaft von den mächtigen Feudalherren im Westen und Osten, den Bischöfen von Münster und Utrecht, zu bewahren und weiter auszubauen. Seine ungeniert betriebene Territorialpolitik brachte ihn in Konflikt mit dem Bischof von Münster, der die Grafen von Lohn mit der unter Bischof Werner von Steußlingen (1132–1151) errichteten Burg Lohn belehnt hatte. Werners Nachfolger Friedrich II. von Are zwang Gottschalk im Jahr 1152 zu einem Vergleich. Gottschalk hatte sich angemaßt, aus vermeintlich eigenen Grafschaftsrechten heraus in den Pfarreien Lon (mit Filialkirche Südlohn), Winterswijk, Aalten, Varsseveld (mit Silvolde), Zelhem und Hengelo das Amt des Gografen zu bekleiden. Diese Pfarreien waren zwar Teil der Grafschaft Lohn, waren aber gerichtsmäßig dem Großen Gogericht zum Homborn unterstellt, das am Fuß des Höhenzugs Die Berge zwischen Gemen und Ramsdorf tagte. Auch hatte Gottschalk Anspruch auf Burg Lohn erhoben, ohne sein Lehensversprechen gegenüber dem gerade ins Amt eingeführten Bischof zu erneuern. Friedrich ernannte Gottschalk zwar zum Castellanus auf Lebenszeit, der weiterhin auf Burg Lohn residieren durfte. Die Burg selber war jedoch seitdem ein Offenhaus der Münsteraner Bischöfe. Die Gogerichtsbarkeit durfte Gottschalk nur noch im Auftrag und in Stellvertretung des Bischofs ausüben. Damit nahm der Ausbau des Fürstbistums auf Grundlage der Gografschaften seinen Anfang.Außerdem behielt Gottschalk die Forstgerichtsbarkeit über den ihm ebenfalls als Lehen aufgetragenen Liesnerwald nordöstlich von Stadtlohn. Die Herren von Lohn durften dort in jedem Jahr auf der Jagd zwei Hirsche, zwei Hirschkühe, einen Eber und eine Wildsau zur Strecke bringen. | VON LOEN, Gottschalk II. (I18795)
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| 2530 | Götzen (auch Goetzen oder Götz) ist der Name eines nach Preußen gekommenen Zweiges der von Jeetze, die zum altmärkischen Uradel gehören. Das Geschlecht der Jeetze erscheint urkundlich erstmals 1279 mit dem Ritter Friedrich von Jeditz.[1] Die ununterbrochene Stammreihe der von Götzen beginnt mit Niclas Götcze, 1455 auf Bothkeim mit Ditthausen und Götzlack, Söldner des Deutschen Ordens. Nachdem einzelne Familienmitglieder als Feldherren im Dreißigjährigen Krieg in kaiserliche Dienste traten, stiegen sie gesellschaftlich auf und wurden 1633 in den Reichsfreiherren- und 1635 in den Reichsgrafenstand erhoben. Durch die mit dem kaiserlichen Adelsdiplom verbundene Konversion zum Katholizismus teilte sich das Geschlecht ab 1635 in eine katholische und eine evangelische Linie. Das Stammwappen zeigt in Rot eine aufgerichtete silber-befiederte goldene Vogelklaue. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken eine gestürzte Vogelklaue wie im Schild. Das seit 1670 gespaltene Wappen zeigt rechts das Stammwappen und links in Gold einen querliegenden, gestümmelten schwarzen Baumast, aus dem zwei auswärts gebogene grüne Lindenblätter wachsen. (Wappen der kurmärkischen von Götzen). Zwei Helme, rechts der Stammhelm und links Helm mit schwarz-goldenen Decken, darauf eine schwarze Bärentatze, die eine goldene Honigscheibe empor hält, zwischen zwei von Gold und Schwarz übereck geteilten Büffelhörnern (Helm der kurmärkischen von Götzen) | VON GÖTZ, N. (I45722)
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| 2531 | Grabinschrift von 1560 in der St. Peter Kirche zu Basel nach Johannes Tonjola | LACHNER, Gertrud (I5985)
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| 2532 | Grabinschrift zu Basel St. Peter nach Johannes Tonjola "Basilea Sepulta retecta continuata" (1661), "An 1517, 27.Jan starb der Ehrsame Wolffgang Lachner von Nüburg an der Donaw" | LACHNER, Wolfgang (I5986)
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| 2533 | Grabstein des Mitbegründers der Großen Ravensburger Handelsgesellschaft, Henggi Humpis (gest. 1429) in der "Gesellschaftskapelle" der ehemaligen Karmeliterkirche (heute evangelische Stadtkirche). Es handelt sich hierbei um das älteste Epitaph eines Kaufmanns in Deutschland. Wappenbeschreibung / Blasonierung In Gold auf schwebendem, rotem Dreiberg schwarzer Rabe. | MÖTTELI VOM RAPPENSTEIN, Dr. Dr. Rudolf ´d. Ältere` (I6045)
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| 2534 | Graes (auch Grass, Gras, Graz o. ä.) ist der Name eines westfälischen Adelsgeschlechts. Das Geschlecht, das im Laufe der Zeit zur westfälischen, trierischen und hessischen Ritterschaft zählte, hatte seinen namensgebenden Stammsitz in Graes, heute ein Stadtteil von Ahaus im westlichen Münsterland.[1] Im Münsterland hatte die Familie neben ihrem Stammsitz einen Burgmannsitz auf Ahaus. Bereits 1268 erscheint dort ein Ortwinus de Gras miles et castrensis in Ahus. Ferner besaßen sie Almsick (urkundl. 1366), Haus Holtwick (urkundl. 1421–1538), Diepenbrock (urkundl. 1817), Hackelenburg (urkundl. 1817), Hameren (urkundl. 1817), Lohburg (urkundl. 1500–1817), Burg Patzlar (urkundl. 1600). Im Rheinland hatte die Familie ferner Fliesteden (urkundl. 1618–1720), Gaesdonck (urkundl. 1720–1782), Geyen (urkundl. 1753–1761), Glessen (urkundl. 1691–1720) und Titz (urkundl. 1782). In der niederländischen Provinz Overijssel Mertlage und Pleckenpohl (urkundl. 1600).[2] Eine Linie in Hessen erscheint ab 1677 freiherrlich und spaltete sich in drei Linien, von denen die jüngere sich nach Preußen wandte, die ältere 1775 erlosch und die mittlere Linie zu Stauffenberg aber sei 1810 in Nassau bedienstet war. Die Freiherrenwürde war ab 1843 im Herzogtum Nassau anerkannt.[3] Am 19. März 1873 erhielt Clemens Goswig Felix Hubertus Maria von Beesten, Universalerbe seiner kinderlos verstorbenen Mutterschwester Carolina Anna Freifrau von Graes, geb. Freiin von Kolff-Vettelhoven, die königlich-preußische Erlaubnis zur Namensänderung und Führung des Freiherrentitels. Aus dem Geschlecht der Freiherren von Graes lebte 1878 noch Bernhard Anton Freiherr von Graes auf Haus Emsbüren.[4] Das Geschlecht ist im 19. Jahrhundert erloschen. Persönlichkeiten Goswin von Graes († 1442), Domherr in Münster Hermann von Graes (* 1385), Domherr in Münster und Osnabrück Wilhelm von Graes, Domherr in Münster Ortuin Gratius (Ortwin von Graes) (1481–1542), deutscher Humanist, Lehrer an der Artistenfakultät in Köln und Empfänger der meisten Dunkelmännerbriefe Wappen Blasonierung des Stammwappens: Von Schwarz und Silber geviert. Auf dem schwarz-silbern bewulsteten Helm mit schwarz-silbernen Helmdecken ein quergeteilter Flug von gewechselten Farben.[1] Blasonierung des Freiherrenwappens: Von Silber und Silber geviert mit Herzschild (Stammwappen). Feld 1 ein natürlicher Reiher, Felder 2 und 3 drei rote linksschräge Balken und Feld 4 eine rote Rose. Zwei gekrönte Helme: I. ein offener Flug, Schwarz und Silber, übereck geteilt; II. zwischen einem offenen silbern und schwarz übereck geteilten Flug der Reiher, wachsend. Die Helmdecken sind rechts schwarz-silbern, links rot-silbern.[3] Das Stammwappen derer von Graes belegt eine Verwandtschaft mit den wappenähnlichen Ahaus. Schloss Diepenbrock, auch Haus Diepenbrock genannt, ist ein kleines Wasserschloss bei Barlo, einem zu Bocholt gehörenden Dorf nahe der niederländischen Grenze im Kreis Borken, Nordrhein-Westfalen. Seinen Namen erhielt das Anwesen von dem westfälischen Ausdruck für die unwegsame Sumpflandschaft, von der es einst umgeben war: „diepen brock“ bedeutet so viel wie „tiefer Bruch“. Nachdem die direkte Linie derer von Welfelde 1717 ausgestorben war, verkaufte Johann Zeger von Welfelde den Besitz mitsamt den darauf lastenden Schulden 1732[6] an den westfälischen Freiherrn Johann Anton Franz von Graes zu Loburg. Er ließ die damalige Anlage ab 1736 im Stil des Barocks umbauen und gab ihr damit im Wesentlichen ihre heutige äußere Gestalt. Dabei wurden die vier Bauteile aus dem 15. bis 17. Jahrhundert zu einem einzigen Baukörper zusammengefasst und unter einem gemeinsamen Dach vereint. Der Umbau sollte eine bis dato nicht vorhandene Gleich- und Regelmäßigkeit der Anlage herstellen. So wurde das dritte Geschoss des Südwest-Turms abgetragen, damit beide Ecktürme die gleiche Höhe besaßen, und die Erker an den Außenseiten entfernt. Das Gebäude wurde mit einer 24 cm[7] starken Mauer ummantelt und die Fensterachsen symmetrisch angeordnet. Zudem ließ der neue Besitzer im Inneren die zerstörte Schlosskapelle wiederherstellen. Auch der Garten wurde in das barocke Konzept integriert. Von 1749 bis 1765 war der Landmesser Johann Heinrich Berteling am Schloss Diepenbrock tätig. Von Norden kommend wurde eine Allee entlang der zentralen Achse angelegt, die sich südlich des Herrenhauses im damaligen, geometrisch angelegten Garten fortsetzte. Zur gleichen Zeit wurde die Fachwerkscheune nordwestlich des Herrenhauses errichtet.[1] Kupferstich des Schlosses, vor 1837 Johann Antons Enkel Ferdinand von Graes erbte den Besitz kurz nach 1800. Aus der 1811 geschlossenen Ehe mit Anna Karoline von Kolff auf Haus Hameren in Billerbeck gingen keine Kinder hervor, sodass Ferdinands Neffe, Clemens Goswin von Beesten, das Schloss 1871/73[8] erbte. Er nahm nachfolgend den Namen Graes an. Die damaligen Schlossherren ließen die Anlage ab den 1970er Jahren von Grund auf restaurieren und modernisieren. Dabei wurde darauf Wert gelegt, dass die bereits jahrhundertealte Innenausstattung erhalten blieb, sodass auch heutzutage in den Räumen noch Möblierung und architektonische Elemente aus der Zeit des Rokoko vorhanden sind. Hinzu kam ein Neubau aus Backstein, der gemeinsam mit einigen umliegenden Gebäuden bis 2012 ein Hotel-Restaurant beherbergte. Das einstige Torhaus dient heute zu Wohnzwecken. Im Zuge der Arbeiten wurde auch der Schlosspark wiederhergestellt. Es galt, 20.000 Kubikmeter Teiche zu säubern, 2500 Meter Uferböschung zu erneuern sowie 5200 Quadratmeter Platz- und Wegeflächen zu überarbeiten. Hinzu kam die Neuanlage von 23.000 Quadratmetern Rasenfläche und die Neubepflanzung von 14.000 Quadratmeter sonstiger Parkflächen. Anfang 2022 kaufte Gisbert Tenhofen, Großonkel der bisherigen Besitzerin Baronesse Clara-Maria Freiin von Graes[9], das Anwesen[10]. Die Familien Tenhofen und Knuf bauten das einstige Schlossrestaurant zu einem Cafe um und renovierten die 15 Hotelzimmer. Das Schloss wird im Moment privat genutzt. Haus Loburg (früher die Loburg) ist ein Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert in der Bauerschaft Sirksfeld bei Coesfeld in Nordrhein-Westfalen. Es ist ein alter, von einer Gräfte umgebener Adelssitz, dessen Wurzeln in die Zeiten Karls des Großen zurückreichen sollen. 1550 bis 1560 wurde das Anwesen von der westfälischen Adelsfamilie von Graes erbaut und blieb mehr als drei Jahrhunderte im Familienbesitz.[1] Nordwest-Ansicht des Hauses Erst 1912 kaufte Fürst Alfred vom Adelsgeschlecht Salm-Salm von Schloss Anholt Haus Loburg für seinen Sohn Franz Emanuel Konstantin Prinz zu Salm und Salm-Salm(1876–1965) und dessen Frau Maria Anna von und zu Dalberg (1891–1979), deren Nachkommen bis heute auf der Loburg wohnen. Am 10. März 1945 wurde die Anlage Ziel eines Bombenangriffs, bei dem das seit Januar 1945 als Ausweichkrankenhaus des St-Vincenz-Hospitals genutzte Haus schwer getroffen wurde. Insgesamt starben bei dem Angriff 7 Menschen, darunter die Kinder Walter Ricker und Thekla Kösters, sowie 5 Patienten.[2] Vom Herrenhaus der Loburg blieb nur der Keller des völlig zerstörten Westflügels erhalten. Das Dach des Kellergewölbes wird heute als Terrasse genutzt. Neben dem Keller war die Kapelle der Loburg der einzige vollkommen unversehrte Teil des Herrenhauses nach der Bombardierung. In den Jahren 1946 bis 1949 wurde der Torflügel als zweigeschossiger Backsteinbau mit Werksteingliederung und Staffelgiebel im Stil der Renaissance wieder aufgebaut. Das scheinbar immer noch wehrhafte Anwesen ist von landwirtschaftlich genutzten Gebäuden umgeben. Heute umfasst die Loburg etwa 80 Hektar Felder und Wiesen die zum Gemüse- und Getreideanbau wie auch zur Viehhaltung genutzt werden. Loburger Vielerlei Haus Loburg beim jährlich stattfindenden „Vielerlei“ Jährlich, am dritten Adventssonntag, findet an der Loburg das sogenannte „Vielerlei“ statt. Dann können dort, neben Glühwein und Waffeln, z. B. Kunstobjekte aus Kupfer, Filz und Holz, sowie Schmuck, hofeigenes Gemüse, Weine und Wilderzeugnisse erworben werden. Es ist das einzige Event zu welchem die Loburg jährlich der Öffentlichkeit geöffnet wird. | VON GRAES, Konrad Anton (I45770)
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| 2535 | Graf der Capitanata Die Capitanata ist eine historische Landschaft in Italien, im nördlichen Teil Apuliens zwischen den Flüssen Ofanto und Fortore. Das Gebiet der heutigen Provinz Foggia und das der historischen Provinz Capitanata ist ungefähr deckungsgleich. Von den Römern wurde sie Apulia Daunia (Daunien) genannt; seit Beginn der normannischen Eroberung heißt sie Capitanata. | VON HAUTEVILLE, Gaufred (I40619)
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| 2536 | Graf Gero kämpfte zunächst gemeinsam mit seinen Söhnen in der sächsischen Adelsrevolte gegen Kaiser Heinrich IV. Im Jahr 1088 aber übertrug er dem Kaiser 158 Hufen Land. Diese lagen in der Umgebung von Helfta und Schafstädt, im südlichen Teil des Hassegaus, dem Friesenfeld. In einer Urkunde Heinrichs IV. für die bischöfliche Kirche zu Naumburg aus dem gleichen Jahr heißt es, Gero habe mit dieser Tat die Gunst des Kaisers gewinnen wollen. Gero und seine Brüder Friedrich, Dedo, Thimo und Konrad verfügten nach 1064 gemeinsam über das Kloster Gerbstedt, welches eine wettinische Eigengründung ist. | VON BREHNA, Gero (I39664)
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| 2537 | Graf in der Grafschaft Hohenzollern und gehörte der schwäbischen Linie der Hohenzollern an. Er war unter der Bezeichnung Kammerrichter der erste Präsident des Reichskammergerichts. Als enger Freund des Königs und späteren Kaisers Maximilian I. von Habsburg gewann er großen Einfluss in der Reichspolitik. Außerdem gelang es ihm, seinen eigenen Besitz zu festigen und auszubauen. | HOHENZOLLERN-HECHINGEN, Graf von Graf von Eitel Friedrich (I1396)
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| 2538 | Graf von Poitou 890-892 und 902-934 , Herzog von Aquitanien 927-929, Graf des Berry, Graf von Auvergne, Graf des Velay ca 870-935 | VON AQUITANIEN (POITOU), Ebles Manzer (I1656)
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| 2539 | Graf Werner verzichtete 1082 auf die Herrschaft über das Kloster Muri und ließ durch Mönche aus St. Blasien die alten Einsiedler-Bräuche abschaffen. Muri wurde in eine Schutzvogtei umgewandelt. Der in die Eheangelegenheiten des Herzogs Rudolf von Rheinfelden (Herzog von Schwaben 1057–1077 und deutscher Gegenkönig 1077–1080) verwickelte Graf war „Rudolfs Cognatus [ein über die mütterliche Seite Verwandter] Werner“, der wohl Graf Werner von Habsburg ist – dieser Umstand bietet einen Hinweis auf die ansonsten nur aus den Muri-Quellen bekannte Verwandtschaft von Rheinfeldern und Habsburgern. Über die Heirat mit Regulinda von Baden traten die Habsburger in ein verwandtschaftliches Verhältnis mit dem vor allem im Aargau reich begüterten, räthischen Adelsgeschlecht von Lenzburg, welche als Schirmvögte des KLOSTERS SÄCKINGEN auch auf rechtsrheinischen Gebiet im Albgau von großem Einfluss waren. | VON HABSBURG, Werner I. (I35475)
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| 2540 | Graf, Mündel von König Lothar II., 869 Vormund von dessen Sohn Hugo, Herzog im Elsass, von dem er nach dem 18. September 892 ermordet wurde. | VON DER BRETAGNE, Witbert (Wicbert) (I40139)
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| 2541 | Grafen von Abensberg (auch Abensberger) waren ein bayerisches Adelsgeschlecht vom 12. bis zum 15. Jahrhundert. Sie sind nicht zu verwechseln mit den fränkischen Grafen von Abenberg und den österreichischen Grafen von Abensperg und Traun. Bei ihnen handelt es sich väterlicherseits vermutlich um Nachfahren der Grafen von Ebersberg und mütterlicherseits um Nachfahren der Babonen.[1] Sie herrschten über Abensberg und das umliegende Gebiet sowie über Altmannstein. Außerdem hatten die Grafen von Abensberg Beziehungen zu den Bistümern Bamberg und Passau. Die Abensberger wurden in ihrer Macht von den bayerischen Herzögen immer mehr eingeengt, und 1485 wurde der letzte Abensberger, Niclas von Abensberg, bei Freising von Seitz dem Frauenberger ermordet. Somit fielen die Besitztümer der Grafen von Abensberg an das Herzogtum Bayern-München. Im Jahre 1653 wurden die oberösterreichischen Herren von Traun durch Kaiser Ferdinand III. unter dem Namen Abensperg und Traun in den Reichsgrafenstand erhoben, als von der kaiserlichen Kanzlei eine genealogische Anknüpfung an die um 1480 ausgestorbenen bayerischen Grafen von Abensberg aufgrund der Ähnlichkeit der Wappen ausdrücklich bestätigt wurde. Generalkriegskommissär Graf Ernst von Abensperg und Traun (1608–1668) wurde daher in der Zeit der österreichischen Besatzung während des Spanischen Erbfolgekrieges von Kaiser Leopold I. (kurzzeitig) mit der Herrschaft Abensberg belehnt. | VON ABENSBERG, Ursula (I11133)
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| 2542 | GRAFEN VON LUPFEN Die GRAFEN VON LUPFEN (auch Grafen zu Lupfen und Herren von Lupfen) waren ein dem SCHWÄBISCHEN URADEL zugehöriges einst mächtiges Adelsgeschlecht mit Besitzungen in der Baar, im Schwarzwald, im Klettgau und im Elsass, dort bestanden Beziehungen zu den GRAFEN VON RAPPOLTSTEIN (1397–1419). Ihre Stammburg auf dem Lupfen, die BURG HOHENLUPFEN, ist erstmals 1065 nachweisbar. 1251 erbten sie die Landgrafschaft Stühlingen, die bis dahin Bestandteil der Landgrafschaft Klettgau war, erbauten das SCHLOSS HOHENLUPFEN und gründeten die STADT STÜHLINGEN im Klettgau, im weiteren besaßen sie die Herrschaft Hohenhewen sowie elsässische Gebiete. 1374 wird als Landgraf zu Stühlingen der JUNKER EBERHARD VON LUPFEN genannt, der von HEINRICH SYTINGER an einer Gerichtsverhandlung in Breisach vertreten wurde. Wegen anhaltender Fehden mit dem benachbarten Haus FÜRSTENBERG stellten sich die GRAFEN VON LUPFEN im Städtekrieg um den Schwäbischen Städtebund auf die Seite der Württemberger gegen die mit den Fürstenbergern verbündete Reichsstadt Rottweil, was 1377 zur Schleifung der Burg auf dem Lupfen durch die Rottweiler führte. Nach deren Wiederaufbau wurde sie 1416 erneut von den Rottweilern, diesmal im Auftrag KÖNIG SIGISMUNDS wegen des Bündnisses der HERREN VON LUPFEN mit den HERZÖGEN VON ÖSTERREICH, endgültig zerstört. Wenige Jahre später erlosch 1439 diese Linie des Geschlechts, und die Württemberger kauften die Herrschaft um den Lupfen... | N., N. (I23887)
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| 2543 | Gräfin Elisabeth von Rapperswil (* um 1251 oder 1261; † 1309 vermutlich in Rapperswil) – bekannt auch als Elisabeth von Homberg oder Elisabeth von Habsburg-Laufenburg – setzte mit ihrer zweiten Heirat die Linie der Grafen von Rapperswil fort und sicherte der Nebenlinie Habsburg-Laufenburg die umfangreichen Besitzungen der Rapperswiler im Zürichgau. Von ihrer Nachkommenschaft erlosch die hombergische im Jahr 1323[1] oder 1325, die habsburg-laufenburgische Linie im Jahr 1408. Von ihrer Nachkommenschaft erlosch die hombergische im Jahr 1323 oder 1325, die habsburg-laufenburgische Linie im Jahr 1408. Die Genealogie der Rapperswiler ist nicht zweifelsfrei geklärt und soll in der mütterlichen Linie auf die Herren von Uster, in der männlichen auf die Welfen zurückgehen. Rudolf III. von Vaz bezeichnete sich nach dem Tod von Rudolf III. von Rapperswil ab 1255 als Graf Rudolf IV. von Rapperswil. Aus seiner Ehe mit Mechthild von Neifen gingen drei Kinder hervor: Vinzenz, der nur kurz lebte und vor 1261 verstarb, Rudolf V. (* um 1265; † 15. Januar 1283) und Elisabeth.[2] Elisabeth war mit Graf Ludwig von Homberg († 27. April 1289) verheiratet.[2] Ihr Sohn, Wernher von Homberg (* 1284; † 21. März 1320 bei Genua) war ab 1309 Reichsgraf, Reichsvogt der Waldstätte, Reichs-Feldhauptmann (Generalleutnant) in der Lombardei zur Zeit Kaiser Heinrichs VII. und ein im Codex Manesse (Seite 43v) erwähnter Minnesänger.[3] Nachdem ihr Ehemann Ludwig I. von Homberg 1289 in der Schlacht bei der Schosshalde gefallen war, verkaufte sie 1290 all ihre Rechte und Besitzungen welche sie in Uri besass dem Kloster Wettingen.[4] Gräfin Elisabeth zählte wie schon ihre Mutter und ihr Vater zu den Gönnerinnen des Stadtzürcher Klosters Oetenbach: Cäcilia von Homberg (* vermutlich vor 1300; † nach 1320), Tochter von Elisabeth, und Priorin der Abtei, förderte ab 1317 deren weiteren Ausbau und ihr Bruder Wernher stiftete um 1320 den Dominikanerinnen die Liebfrauenkapelle.[5] Aus Elisabeths zweiter Ehe mit Graf Rudolf von Habsburg-Laufenburg († 1315) stammt Johann I. von Habsburg-Laufenburg. Nach dem Tod von Graf Rudolf von Habsburg-Laufenburg ging das Erbe der Rapperswiler Besitzungen und Rechte an ihren Sohn Johann I. (* vor 1295/1296; † 21. September 1337 in der Schlacht bei Grynau), danach an dessen Sohn, Johann II. (* um 1330; † 1380) von Habsburg-Laufenburg, der nach der Mordnacht von Zürich rund zwei Jahre im Stadtzürcher Wellenberg inhaftiert wurde.[6] Nach dem Aussterben der Homberger fiel ihr Erbteil im Jahr 1330 als Lehen des Stammhauses Habsburg ebenfalls an Habsburg-Laufenburg. Elisabeth von Rapperswil verstarb vermutlich im Jahr 1309 in Rapperswil. | VON RAPPERSWIL, Elisabeth (I35734)
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| 2544 | Gregor Gwinner aus Gebersheim, s. OFB Gerlingen | QUINNER, Gregor (I11559)
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| 2545 | Gregor von Brück (eigentlich Gregorius Henisch, Heinse, Heintz, Heinis und anders geschrieben, latinisiert: Pontanus; * Ende 1485 in Brück[1]; † 15. Februar 1557 in Jena) war ein Politiker und sächsischer Kanzler der Reformationszeit. Leben Gregor von Brück wurde als Sohn des Schultheißen, nachmaligen Bürgermeisters und Ackerbürgers Georgius Heinse († 1527),[2] in dem Landstädtchen Brück bei Belzig geboren. Seine Mutter ist unbekannt, Stiefmutter (Heirat 1525) war die Ursula Hemsendorf († 1529).[3] Der katholische Theologe Simon Heins war sein älterer Bruder. Er wurde im Wintersemester 1502/1503 in der neu errichteten Universität in Wittenberg als „Gregorius Henisch de Bruck“ immatrikuliert, wo er am 22. Dezember 1505 Baccalaureus der freien Künste wurde.[4] Er studierte 1506 dann in Frankfurt/Oder und kehrte 1508 nach Wittenberg zurück, wo er sein Baccalaureat in den beiden Rechten am 14. März 1509 anmeldete. Nach sehr gut bestandenen Examen wurde er am 29. März 1509 durch Hieronymus Schurff promoviert. Unter dem berühmten Juristen Henning Göde wurde Gregor Brück in die juristische Praxis eingeführt, so dass er selbst zum gefragten Advokaten wurde. 1519 wurde er in den Wittenberger Rat gewählt. Der Kurfürst Friedrich der Weise verpflichtete ihn an seinem Hof als Hofrat. Er erschien 1520 erstmals als Kanzler des mitregierenden Bruders Johann des Beständigen und blieb dies bis Januar 1529. Mit diesem zog er beispielsweise zum Reichstag zu Worms, wo er verschiedene Verhandlungen führte. 1521 erhielt er in Wittenberg den Grad eines Doktors beider Rechte. Als die Augustiner mit dem Beginn der Wittenberger Bewegung im Oktober 1521 die Abschaffung der Messe anstrebten, verhandelte er mit der Universität und dem Kapitel der Stadtkirche. So war er an vielen Angelegenheiten der Reformation beteiligt. Er begleitete und beriet seinen Kurfürsten auf den Reichstagen zu Speyer 1526 und 1529. Allerdings letzteres nicht mehr als Kanzler, denn dieses Amt gab er im Januar 1529 an seinen damaligen Mitstreiter Christian Beyer ab. Dann war er auf dem Reichstag zu Augsburg am 25. Juni 1530, als das erste amtliche und bis heute verbindlich gebliebene Bekenntnis der lutherischen Kirchen, die Confessio Augustana, vor Kaiser Karl V. vorgetragen und überreicht wurde. Von Gregor Brück stammte auch die Idee, dass die Glaubensartikel schriftlich aufzusetzen und vorzutragen seien. Die von Christian Beyer vorgetragene deutsche Fassung der Augsburger Konfession rührt von ihm und er übergab an demselben Tage Kaiser Karl V. das lateinische Exemplar. Am 22. September 1530 antwortete er im Namen der evangelischen Stände auf die Verlesung des Reichstagsabschiedsentwurfs zum Glauben. Er war zugegen bei der Gründung des protestantischen Bündnisses von Schmalkalden 1530. Weiterhin war 1531 an Unterhandlungen zwischen Katholiken und Protestanten im Frühjahr 1532 beim Konvent in Schweinfurt und Nürnberg beteiligt und er trug zum Zustandekommen des Religionsfriedens am 2. August 1532 bei. Als der Kurfürst Friedrich der Weise verstarb, blieb er auch unter den neuen Landesherren Kurfürst Johann dem Beständigen und seit 1532 Kurfürst Johann Friedrich dem Großmütigen weiterhin am Hofe. So war er ab 1529 Assessor des Hofgerichts in Wittenberg und später Oberhofgerichtsassessor in Leipzig und Altenburg, bis er diesen Posten auf eigenen Wunsch am 26. Januar 1533 wieder aufgab. Durch diese Arbeiten wurde er zu einem unentbehrlichen Berater Martin Luthers und Philipp Melanchthons. Nach dem Verlust der Kurwürde für die Wittenberger Linie 1547 (Johann Friedrich der Großmütige war ab 1547 nur noch Herzog des ernestinischen Landesteils) übte Gregor Brück sein Amt als sächsischer Hofrat nicht mehr aus. Er ging zunächst nach Weimar und wandte sich dann Jena zu, wo er sich als Professor der Rechte für die Gründung des Gymnasiums einsetzte, das nach seinem Tode am 15. Februar 1557 im gleichen Jahr zur Universität erhoben wurde. Genealogie Über seine familiären Verhältnisse liegen nur stark abweichende Angaben vor, die von 11 bis 12 Kindern sprechen. Demnach war er in erster Ehe ab 1515 verheiratet mit Anna Bule († 17. November 1527), Tochter eines Wittenberger Ratsherren Kilian Bule[1] und dessen Frau Ursula Zülsdorf. Die zweite Ehe schloss er Anfang 1535 mit Barbara († 4. April 1567 in Jena), Tochter des Jenaer Amtsschössers Sebastian Wöllner d. Ä. und seiner Frau Catharina (Leubel?). Bekannt sind die Kinder:[1] aus erster Ehe: Johannes Brück († 11. August 1534 in Wittenberg) ältester Sohn Christian Brück, sächsischer Kanzler, verheiratet mit Barbara, einer Tochter Lucas Cranachs d. Ä., Ahne Johann Wolfgang von Goethes. Die Nachkommen des Christian Brück, die Ehringsdorfer Linie, endete Anfang des 18. Jahrhunderts im Mannesstamm. Kinder: N.N. (Tochter) Brück, verheiratet 1565 mit Michael Cappel(† 1567), Bürger in Saalfeld Christian Brück († 1580), wurde 1574 mit Ehringsdorf, Großkröbitz und Hammerstedt mitbelehnt, verheiratet 1569 mit Ursula Cotta, Tochter des Bonaventura Cotta/Kotte, Bürgermeister in Eisenach Barbara Brück († 24. Februar 1607), verheiratet 1. Mai 1568 mit Jacob Schröter dem Älteren, Bürgermeister in Weimar Sibilla Brück († 1584), verheiratet mit Caspar Schön († 1579), Bürgermeister in Weimar, und in 2. Ehe am 30. Januar 1581 in Weimar mit Abraham Gärtner, Ratskämmerer und Goldschmied in Weimar Euphrosyna Brück († 1588), verheiratet mit Johann Martini, fürstlich sächsischer Lehnssekretär in Weimar Margaretha Brück († 1588), verheiratet mit Johann Magdeburg, († 1620), fürstlich sächsischer Registrator und Ratsherr in Weimar Veit Christian Brück († 1610), erbgesessen zu Ehringsdorf, Gerichtsherr zu Großkröbitz, verheiratet am 25. November 1583 in Weimar mit Magdalena, Witwe des Christoph Friedeaun († 1582), 1574–1582 fürstlich sächsischer Rentmeister in Coburg, und in 2. Ehe am 5. Februar 1593 in Weimar mit Dorothea Susanna Förster († 31. Mai 1599), Witwe des Balthasar Gromann, Ratsherr in Erfurt, und Tochter des Johann Förster, Hofrat und Lehnssekretär in Weimar, Herr zu Wickerstedt. Elisabeth Brück († 1612), verheiratet am 24. Februar 1584 in Weimar mit Caspar Koch, († 1615), Kastenherr und Tuchmacher in Weimar Hans Wilhelm Brück († 1687), verheiratet am 15. August 1586 in Ehringsdorf mit Euphrosyna Friederaun († 1633), Tochter des Christoph Friedeaun († 1582), 1574–1582 fürstlich sächsischer Rentmeister in Coburg Gregor Brück II. († 12./19. Dezember 1557), Ratsmitglied in Wittenberg, erbgesessen zu Seegrehna, verheiratet mit Dorothea (Nachname unbekannt, begraben 20. Januar 1548) und in 2. Ehe Catharina Heintz, die Tochter des Weimarer Bürgers Hans Heintz. Kinder: Anna Brück († 1597), verheiratet mit Hans Formann, († 1580), Gegenkämmerer in Erfurt, und in 2. Ehe 1581 in Erfurt mit Hiob Stotternheim, († 1617), Bürgermeister in Erfurt Gregor Brück IV. († 1586 in Porstendorf), erbgesessen zu Seegrehna, vom Diener erstochen, verheiratet 1573 mit Ottilie von Schlieben († 23. August 1599 in Seegrehna), die Tochter des brandenburgischen Hofmeisters Albrecht von Schlieben. Die Nachkommen dieser Linie tragen bis heute den Namen von Brück. Heinrich Brück (vor † 1573) Barbara Brück, verheiratet mit Martin Gabler aus Eger, Bürger in Karlsbad Euphrosina Brück († vor 1551), verheiratet 1538 mit Wolfgang Lauenstein († 1574), sächsischer Rat in Weimar, N.N. (Tochter) Brück († vor 1550), verheiratet 1540 mit Johanns Mayer, Kanzleischreiber, Barbara Brück († 11. Februar 1550), verheiratet mit Lucas Cranach d. J., Maler und Bürgermeister in Wittenberg aus zweiter Ehe: Euphrosina Brück II. (1536–1563), verheiratet 1559 mit Veit Winsheim der Jüngere, Professor in Wittenberg, später königl. dänischer fürstlich holsteinischer Rat und Dechant der Kathedralkirche in Hamburg Gregor Brück III. († 2. Juli 1589 in Porstendorf), erbgesessen zu Porstendorf[5], verheiratet mit Helena Stümpfel, Tochter des Georg Stümpfel, Amtsvorsteher in Marienberg, Kinder: Johann Georg Brück († 15. August 1568 in Wittenberg im Alter von 3 Tagen) Catharina Brück, verheiratet vor 1589 mit Hans von Germar, erbgesessen zu Gebesee, später zu Graitschen b. Bürgel, Anna Maria Brück, verheiratet 1593 mit Moritz Christoph Marschall von Wülfershausen, erbgesessen zu Wülfershausen b. Arnstadt Phillipp Brück II. (getauft 7. Juni 1574 in Wittenberg, † kurz vor dem 18. Februar 1593 in Porstendorf), erbgesessen zu Porstendorf, verheiratet mit Sibilla von Poseck († 1599 in Porstendorf) Helene Brück Barbara Brück (getauft 27. Mai 1578) Caspar († 5. Januar 1541) Philipp († August 1616 in Obhausen), genannt 1584 als Amtmann zu Saaleck und erbgesessen zu Niemegk[5], ab 1598 zu Porstendorf (übernahm nach dem Tod seines Neffen Philipp Brück II. das Gut Porstendorf) und ab 1605 zu Obhausen, verheiratet mit Anna von Körbitz (noch 1616 als Witwe genannt[6]) Kind: Barbara Maria Brück († 22. Februar 1632 in Farnstedt), verheiratet mit Christoph von Geusau († 1645), erbgesessen zu Farnstedt Die Familie Brück wurde mit den Nachkommen der Brüder Christian Brück (Linie Ehringsdorf) und Gregor Brück II. (Linie Seegrehna) fortgeführt. Beide Linien waren seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts landsässig und verwendeten ab dem 17. Jahrhundert das Adelsprädikat von. Die Hauptgüter der Ehringsdorfer Linie waren bis nach 1672 Ehringsdorf, 1561 bis 1616 Großkörbitz und Ende des 17. Jahrhunderts Ottstedt (noch 1690 erschien Hans Caspar von Bredow als Pächter einer Hälfte des „Adelich Brückischen Guttes“ zu Ottstedt)[7]. Der letzte Erbsasse auf Ehringsdorf war Johann Christian von Brück (oo I. 1651 mit Regina Sabina von Neumark auf Teichwolframsdorf; verheiratet in zweiter Ehe mit Anna Rosina von Buchholz). Mit dessen Sohn Georg Christoph von Brück starb diese Linie 1731[8] aus. Nachkommen der Linie Seegrehna gibt es noch heute. Die Hauptgüter dieser Linie sind Seegrehna (seit 1528) und Niemegk (seit 1526), und ab etwa 1663 Haubitz (b. Grimma), welches durch Sigmund Adolf von Brück (oo mit Sophie Elisabeth von Haubitz auf Haubitz) erworben wurde. | BRÜCK (PONTANUS), Gregorius (I34766)
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| 2546 | GRESSENICH ist ein Ort am Nordrande des Naturparks Hohes Venn-Eifel am Omerbach, eine der ältesten Siedlungen im Aachener Raum. Die ursprünglich römische Siedlung wird urkundlich bereits 842 erwähnt und ist somit deutlich älter als Stolberg selbst. Die Endung -iacum des Ortsnamens „Grasciniacum“ bei seiner urkundlichen Ersterwähnung 842 lässt erkennen, dass seine Ursprünge in einem galloromanischen Gut zu suchen sind und das in einer Siedlungskontinuität die Völkerwanderungszeit überdauerte. Später heißt der Ort Grecenich (1109), Greznich (1234) und Gressenich (14. Jahrhundert). Franken König LUDWIG II. der Deutsche, ein Enkel Karls des Großen, schenkte am 26. März 842 dem Kloster INDA die VILLA CRASCINIACUM: ‚villa‘ hießen damals die Königsgüter, deren Einträge zur Unterhaltung des fränkischen Königs und seines Gefolges dienten. In besonders großer Zahl lagen sie rings um die Kaiserpfalz in Aachen. Wie Eilendorf war GRESSENICH später ein Gerichtsbezirk im Münsterländchen und hatte ab 1506 sogar ein eigenes Siegel. In GRESSENICH gab es mehrere abteiliche Pannhäuser. 848 übertrug König KARLMANN das Gut Treffen an das Pfalzstift Altötting. Das in Kärnten gelegene Stift erhielt auch die Blei-Zink-Lagerstätten zwischen GRESSENICH und Scherpenseel. | N., N (I5048)
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| 2547 | Greve, Greve von Anhalt-Ballenstedt, Askanien-Ballenstedt Streik, Kloster Nienburg und Hagenrode, Tysk Rebell, Greve (Askanien-Ballenstedt). Mördades nach Egino dy av Konradsburg. | AUS RHODE VAN DER MERODE (MEROVINGEN) VAN DEN BERGH, Adalbert II. (I8858)
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| 2548 | Grimoald übernahm nach einem kurzen Machtkampf 643 das austrasische Hausmeieramt seines 640 verstorbenen Vaters. Dieses hatte nach dem Tod Dagoberts I. im Jahre 638 oder 639 Otto, der Erzieher Sigiberts III., inne. Der Tod des Königs und die Unmündigkeit seines Nachfolgers führten auch zu einem Aufstand Radulfs, des Herzogs von Thüringen, der die Gelegenheit wahrnehmen wollte, die fränkische Oberhoheit abzuschütteln. Grimoald begleitete Sigibert III. und dessen Heer 640 und 641 auf dem Feldzug gegen die Thüringer, wobei es zu einer totalen Niederlage der königlichen Truppen kam. Im Chaos der Schlacht rettete Grimoald dem jungen König das Leben und gewann so dessen Freundschaft. 642 oder 643 ließ er Otto, den Hausmeier, vom alemannischen Herzog Leuthar ermorden, und wurde 643 endlich selbst Hausmeier. Grimoald führte in den nächsten Jahren praktisch völlig selbstständig die Regierungsgeschäfte für seinen König. Sigibert III. führte eine über viele Jahre kinderlose Ehe, so dass er schließlich die Hoffnung aufgab, eigene Kinder zu bekommen. Grimoald überredete den König, seinen eigenen Sohn als Childebertus adoptivus – also unter einem Merowinger-Namen, sein wirklicher Name ist unbekannt – zu adoptieren. Dadurch erhoffte sich der Hausmeier, die merowingische Dynastie zugunsten seiner eigenen Familie stürzen zu können. Allerdings gebar die Königin doch noch einen eigenen gesunden Sohn, der Dagobert getauft und von seinem Vater zum Nachfolger proklamiert wurde, wobei seine Erziehung Grimoald obliegen sollte. Nach den Überlieferungen des Liber Historiae ließ der Hausmeier Dagobert nach dem Tod seines Vaters im Jahre 656 scheren und als Mönch nach Irland schicken. Grimoald hatte sein Ziel erreicht, und sein eigener Sohn wurde König des austrischen Reichsteils. Dieser, der als Childebert (III.) adoptivus regierte, scheint zumindest in Austrasien auch sechs Jahre lang, bis zum eigenen Tod 662 anerkannt gewesen zu sein. Grimoald hingegen wurde wegen dieser Handlungen von Sigiberts Bruder Chlodwig II., der in Neustrien regierte, aus einem Hinterhalt gefangen genommen, nach Paris gebracht und dort 656 oder 657 im Kerker hingerichtet. Die Dynastie Pippins des Älteren schien damit und nach dem frühen Tod Childeberts 662 bereits erloschen. Aus der Verbindung von Grimoalds Schwester Begga mit Ansegisel, dem Sohn Arnulfs von Metz, ging jedoch Pippin der Mittlere hervor, der die Macht im Frankenreich schließlich wieder für die Familie errang. Pippin der Mittlere wird allerdings entsprechend seiner väterlichen Herkunft den Arnulfingern zugeordnet. Grimoald war ein Gründer der Abteien in Stablo und Malmedy. | VON HERISTAL, Grimoald der Ältere (I18386)
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| 2549 | Grolman Adelsgeschlecht https://de.wikipedia.org/wiki/Grolman_(Adelsgeschlecht) | GROLLMANN, Dorothea Lucia Pauline (I416)
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| 2550 | Grolman oder früher auch Grollmann ist der Name einer westfälischen Familie, die im 15. Jahrhundert das zur Abtei Essen und deren Hof in Huckarde gehörende Gut „zum Grole“ im Kirchspiel Wattenscheid zum Lehen hatte, wonach die Inhaber damaliger Sitte entsprechend „Grolman“ genannt wurden. Jaspar vam Schehe bzw. Grolman wurde 1582 Bürger von Bochum, doch die direkte Stammreihe der Familie beginnt mit Arndt Grolman, geboren um 1570 auf dem Gut zum Grole, gestorben um 1632 in Bochum, wo er auch Bürger und Eisenhändler war. Erhebungen in den preußischen Adelsstand in Berlin am 27. Dezember 1741 für Georg Arnold Grollmann, preußischer Major im Regiment „von Möllendorf“, am 29. September 1786 für die Vettern Heinrich Dietrich Grolman, preußischer Kammergerichts- und Pupillenrat, und Ludwig Grolman, landgräflich hessen-darmstädter Regierungs- und Konsistorialrat in Gießen. am 22. Oktober 1812 für die Brüder Adolph Grolman, großherzoglich hessischer Hofgerichts- und Kriminalrichter in Gießen, Dr. jur. Carl Grolman, großherzoglich hessischer Oberappellationsgerichtsrat und Professor in Gießen, Ludwig Grolman, großherzoglich badischer Oberstleutnant und Generaladjutant, und Friedrich Grolman, großherzoglich hessischer Justizamtmann zu Gemünden. am 16. Juni 1871 für Friedrich Wilhelm Theodor Grolman, preußischer Oberst à la suite des Infanterie-Regiments Nr. 87 und Kommandeur der 3. Infanterie-Brigade. Bekannte Familienmitglieder Adolf von Grolman (1812–1887), Großherzoglich Hessischer Generalleutnant und Generaladjutant von Großherzog Ludwig IV. August von Grolman (1805–1848), Professor der Rechte in Gießen Eduard von Grolman (1812–1890), Großherzoglich Hessischer Generalleutnant und Kriegsminister Ernst von Grolman (1832–1904), preußischer General der Infanterie Ferdinand von Grolman (1820–1901), Großherzoglich Hessischer Generalmajor und Kammerherr Friedrich Georg Ludwig von Grolman (1726–1789), preußischer Oberst, Ritter des Ordens Pour le Mérite Friedrich von Grolman (1784–1859), hessischer Richter und Abgeordneter Friedrich von Grolman (General, 1817) (1817–1881), preußischer Generalleutnant Friedrich von Grolman (General, 1852) (1852–1927), preußischer Generalleutnant Heinrich Dietrich von Grolman (1740–1840), Präsident des Preußischen Obertribunals in Berlin, Hauptredaktor des preußischen Landrechtes Helmuth von Grolman (1898–1977), deutscher Generalleutnant und Politiker Karl von Grolman (General) (1777–1843), preußischer General Karl Ludwig Wilhelm von Grolman (1775–1829), Jurist, hessischer Staatsmann, Minister und Ministerpräsident Wilhelm Heinrich von Grolman (1781–1856), Kammergerichtspräsident und preußischer Wirklicher Geheimer Rat Wilhelm von Grolman (General, 1829) (1829–1893), preußischer General der Infanterie | GROLLMANN, N. (I22133)
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