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| 3151 | Leben Vorgeschichte und Aufstieg Flavius Constantius stammte ursprünglich aus dem Osten des Imperium Romanum, war aber 395 zusammen mit dem magister militum (Heermeister) Stilicho nach dem Tod von Kaiser Theodosius I., der letztmals über das Gesamtreich geherrscht hatte, im Westen geblieben. Das Weströmische Reich wurde in dieser Zeit durch innere Unruhen und germanische Vorstöße stark geschwächt: Zwischen 401 und 403 kam es zu einer ersten Konfrontation mit dem gotischen Heermeister Alarich, der Norditalien verwüstete, um so ein foedus mit Westrom zu erzwingen. Nach mehreren Niederlagen gegen Stilicho musste er sich jedoch vorläufig wieder zurückziehen. 405 fiel der Gote Radagaisus mit einem großen Heer in Italien ein. Erst im August des folgenden Jahres konnte er mit Mühe in der Schlacht bei Faesulae gestoppt werden. 406 wurden in Britannien mit Marcus und Gratian gleich zwei Kaiser durch die dortigen Soldaten ausgerufen. Zum Jahreswechsel 406/07 überschritten mehrere germanische Kriegergruppen (Vandalen, Sueben, Sachsen) sowie Alanen den Rhein (Rheinübergang von 406), nachdem die meisten Truppen, die zuvor die Grenze gesichert hatten, zur Verteidigung Italiens abgezogen worden waren. Nahezu ungehindert konnten die Invasoren Gallien und Hispanien verwüsten. Die verbliebenen regulären Einheiten waren überdies durch die Usurpation Konstantins (III.) gebunden. Dieser hatte sich 407 in Britannien nach der Ermordung der Usurpatoren Marcus und Gratian selbst zum Kaiser erhoben, war mit seinen Truppen nach Gallien übergesetzt und konnte seinen Machtbereich rasch bis nach Hispanien ausdehnen. Der übermächtige Stilicho wurde unterdessen im August 408 gestürzt und getötet, was als Befreiungsschlag des Hofes gedacht war, das Reich aber militärisch schwächte. Der weströmische Kaiser Honorius war der Situation nicht gewachsen und musste sich 409 vorläufig mit Konstantin arrangieren. Vom 24. bis 26. August 410 plünderten die meuternden westgotischen foederati unter Alarich die Stadt Rom. Vielleicht schon seit 409, relativ sicher aber seit 410, war Flavius Constantius als Nachfolger des Varanes, der wiederum direkter Nachfolger Stilichos in diesem Amt war, mit dem Oberkommando der kaiserlichen Infanterie betraut.[1] Über seine vorherige Karriere ist wenig bekannt, aber er hatte wohl bereits unter Theodosius I. gedient.[2] Er war dann ein Gefolgsmann Stilichos gewesen und hatte offenbar die nach dessen Tod einsetzenden Säuberungen überlebt. Er rächte Stilicho, indem er dem magister officiorum Olympius, der als Verantwortlicher für den Sturz Stilichos galt, die Ohren abschnitt und ihn anschließend totprügeln ließ. Zunächst stand er am Hof noch im Schatten des Allobichus, der 409 durch eine Soldatenrevolte zum magister militum geworden war. Weil er sich aber mit dem Usurpator Konstantin III. einließ, wurde Allobichus wohl im Herbst 410 wegen Hochverrats hingerichtet,[3] womit für Constantius ein wichtiger Konkurrent beseitigt war. Heermeister, Regent und Kaiser Konsulardiptychon des Flavius Constantius von 420 (?). Die beiden sitzenden Figuren im oberen Abschnitt stellen den Westkaiser Honorius (links) und den Ostkaiser Theodosius II. dar. Da Honorius der senior Augustus war, ist er größer dargestellt. Neben den beiden Augusti sitzen Personifikationen von Rom und Konstantinopel. Anfang 411 zog Constantius dann mit einem Heer nach Gallien, wo es ihm gelang, die Usurpation Konstantins (III.) niederzuschlagen. Konstantin musste sich in Arles ergeben und wurde kurze Zeit später hingerichtet, nachdem Constantius’ Kollege Ulfilas das Entsatzheer unter Konstantins General Edobich, der germanische Krieger angeworben hatte, geschlagen hatte. Damit wurde Constantius zum starken Mann im Reich und erbte gewissermaßen die Stellung, die Stilicho bis 408 innegehabt hatte. Im Jahr darauf konnte er die Westgoten unter ihrem neuen Anführer Athaulf aus Italien vertreiben und machte aufgrund seiner Erfolge rasch Karriere. 413 konnte er seinen letzten römischen Rivalen, den comes Africae Heraclianus, ausschalten. Dieser hatte noch versucht, Constantius in Italien anzugreifen, unterlag aber und fand den Tod. Auch hinter der Ermordung Athaulfs, der Galla Placidia, die Halbschwester des Honorius, geheiratet und für den gemeinsamen Sohn Ansprüche auf das Kaisertum angemeldet hatte, kann man Constantius als Drahtzieher vermuten. Seit dieser Zeit lenkten faktisch nicht Honorius und der Kaiserhof, sondern das Militär, angeführt von Constantius, das Westreich. 414 bekleidete er erstmals das Consulat, wurde dann mit dem Ehrentitel patricius ausgezeichnet und schließlich im Jahr 417 gegen ihren Willen mit der verwitweten Galla Placidia verheiratet, mit der er zwei Kinder zeugte. Er war nun nach Beseitigung aller Rivalen für alle erkennbar der eigentliche Machthaber im Westen des Imperium Romanum. 417 wurde er zugleich ein zweites Mal Consul. 418 konnte er die Westgoten, die nun wieder in römischen Diensten standen und in Constantius’ Auftrag gegen Vandalen, Alanen und Sueben gekämpft hatten, als foederati in Südgallien ansiedeln. Als es 418 nach dem Tod des römischen Bischofs Zosimus zu einer Doppelwahl und anschließenden Straßenkämpfen kam, entschied nicht Honorius, sondern Constantius im Frühjahr 419 den Streit und erklärte Bonifatius I. zum rechtmäßigen Nachfolger. 420 bekleidete er zum dritten Mal das Consulat, und am 8. Februar 421 erhob Honorius den Constantius (wohl nicht ganz freiwillig) schließlich zum Augustus und Mitkaiser. Damit fand seine überragende faktische Machtstellung nach Jahren auch einen offiziellen Ausdruck und wurde so legitimiert. Constantius starb jedoch überraschend nur wenige Monate später am 2. September 421 an Wassersucht (Herzinsuffizienz) oder einer Rippenfellentzündung, laut Olympiodoros von Theben während der Vorbereitungen zu einem Feldzug gegen den östlichen Kaiser Theodosius II., den Neffen des Honorius, der Constantius die Anerkennung verweigert hatte und ihn als Usurpator betrachtete. Dennoch unterstützte Theodosius vier Jahre später Constantius’ Sohn Valentinian im Kampf gegen den dynastiefremden Usurpator Johannes durch Entsendung eines Heeres gegen Ravenna, die westliche Kaiserresidenz, wo sich der Hofbeamte Johannes nach dem Tod des Honorius 423 selbst zum Kaiser proklamiert hatte. Am Ende wurde daher der Sohn aus der Ehe Constantius’ III. mit Galla Placidia als Valentinian III. 425 mit Hilfe seines Vetters Theodosius II. neuer Augustus des Westens. Bedeutung Mit Constantius etablierte sich endgültig die Rolle des patricius et magister militum als eigentlicher Regierungschef Italiens: Seit Constantius war der Titel patricius in Verbindung mit der Stellung als erster Heermeister im weströmischen Bereich (anders als im Osten) ausschließlich dem jeweils nächst dem Kaiser mächtigsten Mann vorbehalten; auch nach dem Ende des westlichen Kaisertums 476/80 sollten daher Männer wie Odoaker oder Theoderich der Große diesen Titel anstreben, um so ihre Stellung zu legitimieren. Selbst Karl der Große nannte sich noch patricius Romanorum. Constantius’ Aufstieg vom Oberbefehlshaber der weströmischen Armee zum faktischen Machthaber, zum Schwager des Kaisers und zuletzt gar zum Augustus beeinflusste nachhaltig die späteren patricii et magistri militum, besonders Aëtius und Ricimer; doch hatte zuvor schon Constantius’ Patron und Vorbild Stilicho als Reichsfeldherr und Schwiegervater des Honorius eine sehr starke Stellung errungen. Constantius unterschied sich von Stilicho und Ricimer allerdings in seiner genuin römischen Herkunft, was ihm die Möglichkeit eröffnete, dem Vorbild Theodosius’ I. folgend selbst Kaiser zu werden, während sich Ricimer mit der Rolle des Kaisermachers und Kaisermörders begnügte. Bemerkenswerterweise soll Constantius seine Kaisererhebung aber laut Olympiodor bald bedauert haben, da er erkannt habe, mit welchen Beschränkungen die Rolle als Augustus verbunden war. Vielleicht ist dies der Grund, wieso nach 421 auch römische Heermeister wie Aëtius oder Flavius Orestes nicht mehr nach dem Purpur griffen. Viele Forscher sind der Ansicht, nur der frühe Tod des Constantius habe eine dauerhafte Stabilisierung Westroms verhindert, die auch sein mittelbarer Nachfolger als comes et magister militum et patricius, Aëtius, nicht mehr erreichen konnte. Andere bewerten Constantius hingegen negativer und halten ihn für einen machthungrigen Mann, der vor allem eigene Interessen verfolgte, den Kaiserhof und den römischen Westen rücksichtslos unter seine Kontrolle brachte und auch vor einem Bürgerkrieg gegen den Osten nicht zurückgeschreckt wäre. | FLAVIUS, Constantinus III. (I47231)
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| 3152 | Leben Wilhelm Durham war ein Sohn des in Schottland geborenen William Durham (* 1624)[2], der 1649/50 auswanderte und sich als Kaufmann in Elbing in Ostpreußen niederließ. Wilhelm Durham ging nach Berlin, wo er sehr bald Karriere machte. Er war 1684/85 Hoffiskal, 1694 bis 1704 Bürgermeister von Friedrichswerder, 1704 bis 1731 Generalfiskal in allen königlichen Provinzen, 1705 erfolgte die Bestallung zum Kammergerichtsrat und Sitz und Stimme bei fiskalischen Angelegenheiten im Geheimen Justizrat, 1709 wurde er Vorsitzender des Mons pietatis, Kirchenältester und Vorsteher der Parochialkirche, 1712 königlich preußischer Geheimer Justizrat und Oberappellationsgerichtsrat und 1713 Rat des evangelisch-reformierten Kirchendirektoriums. Er übte die Jurisdiktion über die unter königlichem Schutz stehenden Juden aus und ließ sich auf dem Großen Jüdenhof (Nr. 9) ein Haus errichten,[3] das 1735 an seine Erben ging. Wilhelm Durham war dreimal verheiratet: 1683 mit Katharina Regina Placentinus (Catharina Regina Platenkin)[4] (1658–1695), 1696 mit Henriette Scharden (1672–1699) und 1700 mit Maria Glöckner (1681–1725). Aus der dritten Ehe stammte die Tochter Justina Susanna (1716–1762), die 1739 den Fabrikanten Johann Heinrich Colomb heiratete. Aus dieser Ehe stammte Marie-Elisabeth Colomb, die Mutter von Wilhelm und Alexander von Humboldt. | DURHAM, Wilhelm (I48779)
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| 3153 | Leben Wilhelm von Aquitanien hatte Berà ab 790 die Verwaltung der Grafschaften Rasès und Conflent anvertraut. Die Verwaltung der Grafschaft Roussillon und Ampurias übertrug Wilhelm seinem anderen Sohn Gauzhelm. Die Eroberung von Barcelona Seit 796 herrschte der maurische Wali Sadun al-Ruayni in Barcelona. Von Beginn an war er Gegner des Emirs von Córdoba. Im April 797 sprach er in Aachen vor und bot Karl dem Großen an, seine Stadt zu übergeben. Voraussetzung sei, dass dieser ihm die Macht belasse und ihn im Kampf gegen Córdoba unterstütze. Eine Versammlung in Toulouse im Frühjahr 800 beschloss daraufhin einen Feldzug nach Barcelona, den Karls Sohn Ludwig der Fromme (damals Vizekönig von Aquitanien) gemeinsam mit weiteren Adligen führen sollte. Unter ihnen waren Graf Rostany von Girona, Graf Ademar von Narbonne und Herzog Wilhelm von Aquitanien aus der Grafschaft Toulouse. Sie zogen aus und erwarteten die Übergabe der Stadt sowie die Herrschaft über die gesamte Region. Arc de Berà an der Via Augusta (an der heutigen Nationalstraße N340) Sadun weigerte sich aber, die Stadt zu übergeben, und sie wurde daraufhin von den Franken belagert. Bei einem Fluchtversuch nach Córdoba wurde Sadun gefangen genommen. An seine Stelle in Barcelona trat Harun. Die Bevölkerung der Stadt litt Hunger und schließlich lieferten die gotischen Christen im April 801 Harun aus. Am folgenden Tag marschierte Ludwig der Fromme in Barcelona ein. Kurz darauf wurde Berà, der mit seinem Vater an dem Feldzug teilgenommen hatte zum Grafen von Barcelona ernannt (und zum Markgrafen, da er über eine Grenzregion herrschte). Die Grafschaft Barcelona reichte zunächst bis zum so genannten Arc de Berà, einem römischen Triumphbogen an der heutigen Nationalstraße N340, zwischen den Orten Roda de Berà und Creixell. Dieser Bogen aus dem Jahre 13 v. Chr. erhielt seinen heute gebräuchlichen Namen nach Berà. Aber schon bald mussten die Franken die Grenzen der Grafschaft bis zum Llobregat am südlichen Stadtrand des heutigen Barcelona zurückziehen. Diese änderten sich während des gesamten 9. und 10. Jahrhunderts nicht. Die Feldzüge nach Tortosa Berà war stark von seiner gotischen Mutter beeinflusst. Daher wird angenommen, dass er für einen Frieden mit den Mauren stand und damit die Mehrheit der gotischen Mächtigen in Barcelona hinter sich hatte. Dennoch musste er an Feldzügen der Franken in Richtung des Ebro teilnehmen, der eine natürliche Verteidigungslinie gebildet hätte. Den ersten Feldzug 804 führte Ludwig der Fromme. Nachdem Tarragona erreicht war, teilten sie sich in zwei Züge. Ludwig zog weiter in Richtung Tortosa. Der zweite Zug, geführt durch Berà, Ademar von Narbonne und Borrell, Graf von Osona, sollte die Westflanke schützten und Tortosa von Süden angreifen. Berà überquerte den Ebro nahe der Einmündung des Cinca, die Angriffe der Mauren zwangen ihn aber zum Rückzug. Es gelang ihm, zu Ludwig zu stoßen, der seit acht Tagen Tortosa erfolglos belagerte. Gemeinsam zogen sie sich nach Norden zurück. 808 nahm Berà an einem weiteren Feldzug teil. Dieser wurde von Ingobert geführt, einem Feldherrn Karls des Großen, den Ludwig zu Eroberungen südlich von Barcelona sandte. Ludwig selbst blieb in Aquitanien. Ingobert verfolgte dieselbe Taktik wie 804 und teilte seine Truppen. Seinen Truppenteil führte er in Richtung Tortosa, der andere Teil, geführt von Berà und Ademar, hatte Tortosa westlich zu umgehen und die Stadt von Süden anzugreifen. Beràs Truppen überquerten den Ebro heimlich mit Booten und die Pferde durchschwammen den Fluss. Deren Exkremente wurden von der Strömung jedoch nach Tortosa getrieben und dort entdeckt. Der Wali der Stadt griff daraufhin Berà und Ademar an, denen es aber gelang, sich mit wenigen Verlusten den Truppen von Ingobert anzuschließen. Gemeinsam traten sie den Rückzug an. Der dritte Feldzug fand bereits im folgenden Jahr (809) statt und wurde wieder durch Ludwig den Frommen geführt. Er wurde von fränkischen Adligen wie Isembard, Heribert, Liutard und anderen begleitet sowie von örtlichen Truppen unter Markgraf Berà. Sie schafften Belagerungsgeräte bis Tortosa und belagerten die Stadt 40 Tage lang. Die Belagerung musste aber aufgehoben werden, als maurische Truppen unter dem Emir von Córdoba, Abd ar-Rahman II., eingriffen. Die Franken wurden vernichtend geschlagen. Waffenstillstand Nach dieser erneuten Niederlage wurden die Vorschläge von Berà bei Hofe gehört und Karl der Große 812 akzeptierte einen Waffenstillstand für die Dauer von drei Jahren. Am 18. Mai 812 starb Wilhelm von Aquitanien und Berà erbte die Grafschaften Rasès und Conflent, zu deren Gouverneur ihn sein Vater bereits 790 ernannt hatte. Die Verwaltung dieser Grafschaften vertraute Berà kurz darauf seinem ältesten Sohn Guillemó an. Als 815 der Waffenstillstand abgelaufen war, begannen erneut die Kämpfe gegen die Mauren, die unter Ubayd Allah, dem Onkel des Emirs Al-Hakam I., Barcelona angriffen. Als aber ein Heer, das sich möglicherweise aus Goten der Umgebung zusammensetzte vor der Stadt erschien, mussten sie den Überfall abbrechen und den Rückzug antreten. Dieser Sieg erhöhte das Ansehen von Berà, dessen Beziehungen zum gotischen Adel ausgezeichnet sein mussten. Als 817 (oder schon 812?) Graf Odilo von Girona und Besalú starb, gingen diese Grafschaften an Berà. Im November 816 reiste der Wali von Saragossa nach Aachen, um einen neuen Waffenstillstand mit dem Frankenreich auszuhandeln. 817 wurde dieser vereinbart, erneut für die Dauer von drei Jahren. Während dieser drei Jahre erlitt die Politik der Franken schwerwiegende Niederlagen. In Pamplona verbündeten sich 817 die Basken mit den Mauren unter Banu Qasi aus dem Ebro-Tal und übernahmen die Macht. Und in Aragonien zwang Galindo Garcés (genannt „der Böse“) gegen 820 den fränkischen Vasallen Graf Aznar I. Galíndez zur Flucht. Anschließend verbündete er sich mit Pamplona. Diese Niederlagen nutzten die politischen und persönlichen Feinde und machten Berà, der ein Befürworter des Waffenstillstands war, dafür verantwortlich. Sie betrachteten den Waffenstillstand als schädlich für die Interessen des Landes. Die Kriegsbefürworter wurden angeführt von seinen Stiefbrüdern Gauzhelm und Bernhard, dem späteren Herzog von Septimanien. Absetzung und Tod von Berà 820 wurde Berá zur Reichsversammlung in Aachen vorgeladen. Gauzhelm hatte seinen Statthalter, den Goten Sanila gesandt, der eine förmliche Anklage gegen den Grafen von Barcelona vortrug. Er beschuldigte ihn der Untreue und des Verrats. Die Schuldfrage wurde – wie damals üblich – umgehend durch einen Zweikampf zu Pferde (Gerichtskampf) geklärt, dem Ursprung der späteren Turniere. Bera, nicht mehr der Jüngste, wurde von Sanila geschlagen. Diese Niederlage bestätigte die Anschuldigungen. Doch obwohl dies einem Todesurteil gleichkam, hob Kaiser Ludwig der Fromme, der Berà nicht für einen Verräter hielt, das Urteil auf und verbannte ihn nach Rouen, wo er 844 starb. Seine Besitzungen wurden aufgeteilt. Die Grafschaften Barcelona, Girona und Besalú wurden dem Franken Rampó übertragen, der keiner der streitenden Parteien in Gothien angehörte. Die Grafschaften Rasès und Conflent erhielt Beràs Sohn Guillemó, der diese Gebiete bereits seit 812 oder 813 verwaltete. | VON RASÈS, Berà (I35683)
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| 3154 | Leben und Reichtum Konrad Groß wurde um 1280 in Nürnberg als Sohn von Heinrich Groß (genannt Heinz der Reiche, ca. 1250–1314/17) aus der Nürnberger Ratsfamilie Groß und der Sophie von Vestenberg geboren. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts gehörte Konrad Groß zu den sehr reichen Unternehmern der Reichsstadt Nürnberg. Er war verheiratet mit Agnes Zollner († 1342) aus Bamberg und hatte vier Söhne und drei Töchter. Sein jüngerer Halbbruder war Philipp Groß (um 1290–nach 1355), der Stadtbaumeister von Nürnberg und Architekt des gotischen Saalbaues des Alten Rathauses. In und um Nürnberg hatte Groß weitläufige Besitzungen, so den Plobenhof südlich der später errichteten Frauenkirche und die Herrensitze Simonshofen und Dehnberg. Er diente unter anderem als Finanzier des Bischofs von Bamberg und Kaiser Ludwigs des Bayern, zu dem er enge Beziehungen unterhielt. Von ihm erwarb er auch 1339 das Reichsschultheißenamt in Nürnberg mit Zoll und Münzrecht[1], das ihn „über Rat und Bürgerschaft erhob[en]“[2] hat. Seelgerätstiftungen Einen Großteil seines Vermögens wendete Konrad Groß für Seelgerätstiftungen auf, was ihn in Konflikt mit seinen Söhnen brachte, die sich als seine Geschäftspartner um ihr Erbe gebracht sahen. Motiv für die reichen Stiftungen mag unter anderem die kirchliche Missbilligung der von ihm auch getätigten Geldgeschäfte gewesen sein. Neben dem Heilig-Geist-Spital war Konrad Groß unter anderem beteiligt an der Gründung des Zisterzienserinnenklosters Himmelthron durch Kunigunde von Orlamünde (1343), einer Spitalstiftung der Kitzinger Benediktinerinnen (1344) und der Einsiedelei Pillenreuth mit Ludwig dem Bayern (1345). Stiftung des Heilig-Geist-Spitals Heilig-Geist-Spital Die Stiftung des Heilig-Geist-Spitals durch Konrad Groß 1331/1339 gilt als eine der größten und wertvollsten Seelgerätstiftungen überhaupt. Das Heilig-Geist-Spital bot zunächst Platz für 128 Sieche und 72 Pfründner (Rentner) und wurde nach Konrad Groß’ Tod bereits im Mittelalter mehrfach durch Zustiftungen erweitert. Die überformatige Stiftungsurkunde vom 13. Januar 1339 gibt Auskunft über die Motive der Stiftung: „Wie heilsam ist doch die Unterstützung der Armen, die, während sie bemüht ist, dem Nächsten in seinem augenblicklichen Unglück zu helfen, sich die Errettung vom ewigen Unglück verdient“[3]. So steht keinesfalls selbstlose Nächstenliebe im Fokus des Stifterwillens, sondern vielmehr die Sorge um das Heil „seiner eigenen Seele, und der seiner Eltern, Freunde und Wohltäter“. Durch die Einrichtung zahlreicher Ewigmessen in der Spitalkirche sollte dieses Seelenheil gewährleistet werden. Tischgrab des Konrad Groß Tischgrab des Konrad Groß im Heilig-Geist-Spital, Nürnberg Konrad Groß starb 1356 in Bamberg und wurde in der ebenfalls in der Stiftung enthaltenen, im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstörten, Kirche des Heilig-Geist-Spitals beigesetzt. Sein kunsthistorisch bedeutendes Grabmal befand sich ursprünglich im Chor der Kirche, ist heute aber neben dem Grabmal des Herdegen Valzner im Kreuzigungshof des Spitals aufgestellt. Das Tischgrab wird der Werkstatt der Lorenzer Westfassade zugeschrieben und zeugt von dem Repräsentationswillen eines Nürnberger Bürgers. Acht Trauerfiguren (sogenannte Pleurants) in zeitgenössisch hochmoderner Gewandung scharen sich hockend um die Liegefigur des Verstorbenen mit dem Modell der gestifteten Kirche und tragen zugleich die (erneuerte) Deckplatte aus kostbarem Rotmarmor. | GROSS, Konrad (I51407)
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| 3155 | Leben und Werk Bild der Familie des Ulrich Sitzinger (1. von links) Ulrich Sitzinger war der Sohn des Wormser Priesters Ulrich Sitzinger d. Ä., der sich 1523 als einer der ersten Wormser Geistlichen verheiratete und damit einen Skandal und einen langwierigen Rechtsstreit auslöste. Während die Bürgerschaft und verschiedene Geistliche Sitzinger und damit der Reformation den Rücken stärkten (u. a. durch die Herausgabe einer Druckschrift mit dem Titel Eine getrewe vermanung eins liebhabers der Evangelischen warheyt an gemeyne pfaffheit, nit zu widderfechten den Ehelichen standt, so ein Erßamer Priester zu Wormbs (im von got im neüwen unnd Alten Testament zugelassen) an sich genommen hat. Worms 1523), versuchte Bischof Reinhard von Rüppurr ihn aus dem Amt zu drängen. Dies gelang ihm nicht, worauf er als Oberhirte zurücktrat.[1] Ulrich d. J. besuchte in Worms die Lateinschule und zeigte dabei so große Begabungen, dass ihn seine Eltern (zusammen mit seinem jüngeren Bruder Samuel) zum weiteren Unterricht nach Nürnberg zu Johannes Ketzmann und Veit Dietrich schickten. Von dort wechselte er 1544 zum Studium an die Universität Wittenberg, wo er u. a. auch bei Martin Luther und Philipp Melanchthon studierte, vor allem Philosophie, Geschichte, Astronomie und Theologie. 1548 erwarb er den Magistergrad und heiratete Melanchthons Nichte Anna (gest. 1567), die Tochter von Sebaldus Münsterer. Danach spezialisierte er sich auf ein Jura-Studium, hielt auch juristische Vorlesungen an der Universität und erwarb 1551 den Titel eines Dr. iur. utr. (Doktor beider Rechte, also weltliches (römisches) Recht und Kirchenrecht). Noch im selben Jahr kehrte er in seine Heimatstadt Worms zurück und ließ sich dort als Rechtsgelehrter nieder. Schon 1551 berief ihn Herzog Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken als Rat, 1555 machte er ihn zu seinem Kanzler. In dieser Funktion war er maßgeblich an der Einführung der Reformation in Pfalz-Zweibrücken beteiligt: 1556 verfasste er die Kirchenordnung für das Herzogtum, die bis ins 18. Jahrhundert mehrmals nachgedruckt und auch in anderen Fürstentümern eingeführt wurde. 1558 veranlasste er eine umfassende Visitation des Fürstentums und führte die Umwandlung der ehemaligen Klöster in höhere Schulen (etwa heutigen Gymnasien vergleichbar) durch. 1559 wurde er auch Kanzler für Pfalz-Neuburg. Nach 1560 schien sein Stern in Zweibrücken allerdings zu sinken, was letztlich an der steigenden konfessionellen Spannung zwischen Lutheranern und Calvinisten in der benachbarten Kurpfalz lag: Während die Kurpfalz offen zum calvinistischen Lager überwechselte, steuerte Herzog Wolfgang einen strikt lutherischen Kurs. Dem konnte Sitzinger als Melanchthon-Schüler wahrscheinlich nicht zustimmen; zudem entpuppte sich der einst auf Sitzingers Empfehlung eingestellte Hauslehrer der Söhne Wolfgangs als heimlicher Calvinist. Sitzinger musste seinen Abschied als Kanzler nehmen und zog sich 1561 auf den Posten eines Landrichters in Sulzbach (Oberpfalz) zurück. Trotzdem war sein juristischer und politischer Sachverstand oft gefragt, und Herzog Wolfgang setzte ihn auch nach 1561 oft in diplomatischer Mission und als Gesandten ein. In dieser Zeit war Sitzinger auch im Auftrag anderer Fürsten und Herren oft unterwegs, u. a. war er als Rat für Kaiser Maximilian II., für die Herzöge von Württemberg, die Grafen von Öttingen und die Reichsstädte Augsburg und Nürnberg unterwegs. Sitzinger starb 1574 auf seinem Schloss Holnstein und wurde in der Kirche zu Sulzbach beigesetzt. Dort ließ ihm seine zweite Frau Helena ein prächtiges Grabmal errichten, auf dem eine biblische Szene zu sehen ist. Im Vordergrund sieht man Sitzinger, seinen einzigen Sohn Ulrich (1551–1587), seine beiden Frauen sowie die drei überlebenden Töchter. Literatur David Chytraeus: Oratio de Ulrico Sitzingero i.u.d., cancellario inclyti principis Wolfgangi, Palatini Rheni, ducis Bavariae etc. (1577). In: Ders.: De illustrissimo prioncipe Wolfgango, Palatino Rheni duce Bavariae etc. oratio. Wittenberg 1580. Sitzinger, Ulrich. In: Heinz Scheible (Hrsg.): Melanchthons Briefwechsel. Band 15, Personen S. Stuttgart–Bad Cannstatt 2021, S. 320–321. Emil Sehling: Die evangelischen Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts. Band 18: Rheinland-Pfalz I. Bearbeitet von Thomas Bergholz. Tübingen 2006. Karl-Heinz Drescher: Der Zweibrücker Kanzler Ulrich Sitzinger. Ein Leben für die Einigung der Protestanten. In: Blätter für pfälzische Kirchengeschichte und Volkskunde 45, 1978, S. 186–207. Johann Schneider: Sitzinger, Ulrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 34, Duncker & Humblot, Leipzig 1892, S. 424–429. Thomas Bergholz: Sitzinger, Ulrich d.Ä. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 28, Bautz, Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-413-7, Sp. 1446–1450. | SITZINGER VON HOLNSTEIN, Ulrich (I51281)
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| 3156 | Leben und Wirken Dietrich Wilhelm Heinrich Busch wurde in einer Marburger Arztfamilie geboren. Sein Großvater Johann Jakob Busch und sein Vater Johann David Busch waren Professoren an der Universität Marburg. Dietrich Wilhelm Busch studierte ab 1804 an der Marburger Universität ebenfalls Medizin. 1808 wurde er dort bei seinem Vater promoviert. Zwischen 1806 und 1814 war er mehrfach als Chirurg in Lazaretten tätig. 1814 wurde Busch zum Generalstabsarzt des hessischen Armeecorps und zum außerordentlichen Professor für Chirurgie, sowie 1817 zum ordentlichen Professor an der Universität Marburg ernannt. Nach Ende der Napoleonischen Kriege widmete er sich mehr und mehr der Geburtshilfe, so dass er 1820 zum Professor für Geburtshilfe berufen wurde. In dieser Eigenschaft war er auch Direktor der geburtshilflichen Klinik. 1827 war er Prorektor und damit Leiter der Universität. Nach dem Tod von Adam Elias von Siebold (1775–1828) wurde Dietrich Wilhelm Busch als dessen Nachfolger 1829 an die Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin berufen. Franz Naegele (1778–1851) aus Heidelberg hatte den Ruf zuvor abgelehnt. Zu Buschs Schülern gehörten in Berlin Carl Siegmund Franz Credé, Karl von Hecker und Bernhard Sigmund Schultze. Er war fünfmal Dekan, sowie von 1835 bis 1836 und 1849 bis 1850 Rektor der Berliner Universität. Unter Buschs Direktorat zog die Geburtsklinik von der Oranienburger Straße in die Dorotheenstraße um. Er leitete die Klinik für Geburtshilfe bis zu seinem Tode kurz vor Vollendung des 70. Lebensjahres. Zu seinem Nachfolger wurde Eduard Arnold Martin (1809–1875) aus Jena berufen. Der Chirurg Karl David Wilhelm Busch war der Sohn von Dietrich Wilhelm Heinrich Busch. Freimaurerei Busch ist 1812 in die Marburger Freimaurerloge Marc Aurel zum flammenden Stern aufgenommen worden, in der auch sein Vater Mitglied war; er fungierte zeitweise als deren Meister vom Stuhl. Später ist er der Loge Zum Pilgrim in Berlin beigetreten. Ab 1834 war er für 15 Jahre Landes-Großmeister der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland. Schriften (Auswahl) Einrichtung der geburtshülflichen Klinik in der Akademischen Entbindungs-Anstalt zu Marburg. Dissertation, Universität Marburg 1808 Observata quaedam de febre puerperali. Marburg 1927 Lehrbuch der Geburtskunde. Marburg 1829 Die theoretische und praktische Geburtskunde durch Abbildungen erläutert. Hierzu ein Atlas von 50 Steindrucktafeln in Folio. 1838 Das Geschlechtsleben des Weibes in physiologischer, pathologischer und therapeutischer Hinsicht. 5 Bände, 1839–1844 Atlas geburtshülflicher Abbildungen mit Bezugnahme auf das Lehrbuch der Geburtskunde. 1841 mit A. Moser: Handbuch der Geburtskunde in alphabetischer Ordnung. 4 Bände, 1840–1843 | BUSCH, Diedrich Wilhelm Heinrich (I48329)
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| 3157 | Leben und Wirken Herkunft Gesalech war ein unehelich geborener Sohn von Alarich II. Er konnte sich als Nachfolger seines Vaters durchsetzen, weil sein jüngerer Halbbruder Amalarich (502–531), der einzige Sohn Alarichs II. aus dessen Ehe mit einer Tochter Theoderichs des Großen, des Königs der Ostgoten, noch minderjährig war. Beginn der Herrschaft Gesalech trat die Herrschaft an, nachdem sein Vater 507 in der verlorenen Schlacht von Vouillé gegen die Franken gefallen war. Er erlangte zwar die Herrschaft als Erbe seines Vaters, doch scheint bei seiner Erhebung auch ein Wahlakt stattgefunden zu haben, der mehr als nur formelle Bedeutung hatte. Dies ist als Wiederaufleben des westgotischen Wahlrechts zu deuten; bei der Erhebung von Gesalechs Vater Alarich im Jahre 484 hatte es keine echte Königswahl, sondern nur eine „Bestätigung“ der Erbfolge durch die Wahlberechtigten gegeben.[2] Gesalech war ein schwacher König. Nach der vernichtenden Niederlage seines Vaters floh er nach Barcelona in den hispanischen Teil seines Reichs, der nicht von den Franken bedroht war. Er konnte die siegreichen Franken nicht daran hindern, das gallische Herrschaftsgebiet der Westgoten größtenteils zu erobern. Damit war der Zusammenbruch des nach der Hauptstadt Tolosa (Toulouse) benannten Tolosanischen Reichs der Westgoten besiegelt. Verhältnis zu Theoderich dem Großen Theoderich der Große erkannte Gesalech anfänglich als rechtmäßigen Westgotenkönig an. Ein ostgotisches Heer besetzte Septimanien, einen Küstenstreifen nordöstlich der Pyrenäen, der dadurch als einziger Rest des früheren westgotischen Herrschaftsbereichs in Gallien dem Westgotenreich erhalten blieb. Dann drangen die Ostgoten bis nach Barcelona vor, wo sich bei den Westgoten bereits Opposition gegen Gesalech regte. Gesalech wurde von den Ostgoten gestürzt und vertrieben; er floh nach Nordafrika ins Reich Thrasamunds, des Königs der Vandalen. Theoderich der Große übernahm die Herrschaft im Westgotenreich auf der Iberischen Halbinsel und in Septimanien; er regierte dort als König in eigenem Namen, nicht als Vormund von Alarichs unmündigem Sohn Amalarich. Die Verwaltung des Westgotenreichs führten Beauftragte Theoderichs. Aufenthalt in Nordafrika und Tod Thrasamund war ein Gegner Theoderichs; daher gewährte er Gesalech nicht nur Asyl, sondern stattete ihn mit Geld aus und ermöglichte ihm so den Versuch, die verlorene Herrschaft wiederzuerlangen. Gesalech begab sich nach Südgallien, wo er Anhänger sammelte und dann einen Angriff auf die Ostgoten in Hispanien wagte. Das Unternehmen schlug fehl; Gesalechs Truppen wurden vor Barcelona von Theoderichs Feldherrn Ibba besiegt, worauf er nach Gallien floh. Er wollte ins Reich der Burgunden gelangen, um dort Asyl zu finden, doch wurde er auf der Flucht an der Durance getötet. | (BALTHEN), Gesalech (I47190)
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| 3158 | Leben und Wirken Jacob Luther wurde als ein weiterer Sohn des Hüttenmeisters Hans Luder (1459–1530) und seiner Frau Margarethe Lindemann (1459–1531) geboren. Die Eltern hatten um 1479 geheiratet und waren nach Eisleben gezogen, wo der Vater eine Hütte pachtete. Seine Familie führte ihren Nachnamen in verschiedenen Varianten.[2] Martin Luther wählte seine Nachnamensform um 1512 oder 1517. Er leitete sie vom Herzog Leuthari II. oder vom griechischen Adjektiv eleutheros („frei“) ab und benutzte vorübergehend die Form Eleutherios („der Freie“).[3] Darstellung des Bergbaus von Georgius Agricola aus De re metallica (1556) Bergmann der auf dem Leder einfährt, aus dem Kapitel „Die verschiedenen Arten der Fahrung“ De re metallica (1556) Wie viele Kinder das Ehepaar Hans und Margarethe Luder hatte, ist nicht sicher bekannt, insgesamt waren es wohl neun Kinder, von denen die Söhne Martin und Jacob sowie drei Töchter das Erwachsenenalter erreichten.[4][5] Die Schwestern hatten Mansfelder Hüttenmeister zu ihren Gatten genommen, so war Dorothea (* 1487) mit Paul Balthasar Mackenrodt († 1517), Margarethe mit Heinz Kaufmann und die dritte Schwester Maria Luder mit dem Hüttenmeister Klaus Polner verheiratet.[6] Insgesamt ist die Biografie Jacob Luthers lückenhaft. Er war zweimal verheiratet, aus der ersten Ehe gingen fünf Kinder hervor, Veit, Martin, Andreas, Johannes und Fabian. Er ehelichte seine erste Frau Barbara, geborene Meme (1496–1538) im Jahre 1515 in Hettstedt.[7][8] Genau wie Jacob Luther so war auch Wilhelm Reiffenstein mit einer Tochter des Hüttenmeisters Hans Meme aus Hettstedt verheiratet.[9] Jener Reiffenstein führte in seinen Briefen an Martin Luther, dessen Bruder Jacob als seinen Schwager an.[10] Seine zweite Ehefrau war (wahrscheinlich) Margarete, geborene Lutteroth oder Lutterod, sie heirateten 1538 nach dem Tod ihres ersten Ehemannes Hans Reinecke.[11] Ein Jugendfreund von Jacob Luther war der 1538 verstorbene Hans Reinicke. Wie sein Vater erlernte Jacob Luder den Beruf des Bergmannes und trat 1522 dessen Nachfolge als Hüttenmeister an. Als der Vater starb, erbte Jakob 1530 gemäß der Erbfolge das väterliche Haus in Mansfeld und zahlte seine Geschwister aus, wie es im Erbvertrag 1534 festgelegt wurde. Am 9. Januar 1533 wurde er zum Schultheissen im Thal Mansfeld gewählt. Die Grafen von Mansfeld erneuerten die 1535 abgelaufenen Pachtverträge über die Herrenfeuer nicht mehr, sie nahmen die Feuer in eigene Regie. Das Bergbau-Regal (lateinisch jura regalia ‚königliche Rechte‘) erlaubte es den Adeligen, die an Privatbetreiber vergebenen Konzessionen wieder an sich zu ziehen und in der Folge für sich zu nutzen. An die Stelle der Hüttenmeister traten mindestens seit 1536, oder schon früher, vom Grafen eingesetzte Faktoren (beamtete Betriebsleiter). Als die Mansfelder Grafen ab den 1530er Jahren die privaten Hüttenmeister von ihren Feuern vertrieben, ging Jacob Luder mit seinem Sohn Fabian im Jahre 1555 zum Rammelsberg nach Goslar, wo sie dann Gruben und eine Schmelzhütte betrieben.[12] Jacob Luther war durch vielfältige familiäre (Heirat, Verwandtschaft) und berufliche Beziehungen eingebettet in ein ausgedehntes (Montan[13]-)Netzwerk, so etwa zu Jacob Welser (1468–1541) in Nürnberg und Heinrich Scherl (1475–1548) in Leipzig, den Grafen zu Stolberg und Wernigerode. Über das Verhältnis der beiden Brüder Jacob und Martin berichtete u. a. Johann Schneidewein, der Ziehsohn und Schüler[14] Martin Luthers, der über zehn Jahre in dessen Umfeld und Haus lebte. So sollen sich die beiden Brüder gegenseitig sehr unterstützt und wohlgesonnen gewesen sein.[15] Als Martin Luther seinen Rückweg von Worms aus, am Freitag, den 26. April 1521 nach Wittenberg antrat, wurde er u. a. von seinem Bruder Jacob begleitet.[16] Über Frankfurt am Main, Friedberg, Grünberg und Hersfeld wurde Eisenach am 2. Mai erreicht. Luther ließ Hieronymus Schurff, Jonas und Petrus Suawe allein weiterreisen, da er seine Verwandten in Möhra besuchen wolle. Luther hatte jetzt nur noch Petzensteiner und den in die Planungen eingeweihten von Amsdorff bei sich. In einem Hohlweg, eine halbe Stunde hinter der Burg Altenstein,[17] auf der einst die Raubritter des Sternerbundes hausten und mit der Hans Heinrich Hund von Wenkheim 1492 nach seiner Reise mit den Kurfürsten von Sachsen in das Heilige Land von Kurfürst Friedrich dem Weisen[18] belehnt worden war,[19] fand am 4. Mai der geplante, fingierte Überfall mehrerer mit Armbrust bewaffneter Reiter auf Luthers Reisewagen statt. Unter den Angreifern befanden sich neben Hans Heinrich, eben auch sein Bruder Jacob[20] und Burkhard Georg Hund von Wenkheim.[17][21] Petzensteiner flüchtete, Amsdorff protestierte laut, und Luther wurde von den Bewaffneten auf Umwegen zur Wartburg gebracht, wo er spät abends eintraf.[22] | LUDER, Jakob (I48611)
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| 3159 | Leben und Wirken Der Sohn des Eisen- und Papierfabrikanten Eberhard Hoesch (1756–1811) und der Sara Schleicher (1760–1814) erbte gemeinsam mit seinen Brüdern Eberhard Hoesch (1790–1852) und Wilhelm Hoesch (1791–1831) nach dem Tod des Vaters dessen sämtliche Unternehmen, bestehend aus den Papiermühlen in Krauthausen und Schneidhausen sowie den Eisenwerken in Zweifallshammer und Simonskall und welche nun unter Gebrüder Hoesch firmierten. Nach einer Reihe von schlechten Jahren mit sinkenden Eisenpreisen kam es 1819 zur Aufteilung des Unternehmens 1819 und Ludolf wurde im Rahmen einer Verlosung das am höchsten eingeschätzte und 1786 gegründete Werk Krauthausen zugeteilt, während Eberhard und Wilhelm Hoesch gemeinsam die übrigen Werke erhielten. Damit war Ludolf Hoesch der Erste in der Familie, der sich ausschließlich der Papierherstellung widmete. Darüber hinaus erhielt er 1829 noch die Konzession zum Bau der Papiermühle Friedenau in Niederau, einem Nachbarort von Kreuzau. Diese beiden Betriebe stellten die Ausgangsbasis für den Aufschwung der Papierfabriken der Familie Hoesch für die nächsten Jahrzehnte dar. Im Jahre 1841 erwarb Hoesch zusätzliche Anteile an der Papierfabrik Oberste Mühle von Ludolf Schüll (1801–1863) in Kreuzau, welche vor allem durch vorzügliche Post- und Zeichenpapiere Anerkennung gefunden hatte, und nun unter dem Namen Schüll & Hoesch firmierten. Diese Fusion hatte zum Ziel, dem enormen Konkurrenzdruck der ebenfalls in Krauthausen etablierten Papierfabrik Schoellershammer Paroli zu bieten. Ludolf Hoesch stattete das Werk als eines der ersten seiner Art mit einer Dampfmaschine aus und konnte dadurch eine erhebliche Produktionssteigerung bewirken. Doch bereits im Jahre 1846 wurde der Vertrag aufgelöst, da Ludolf Schüll diesen Aufschwung ausnutzen und sein ursprüngliches Werk wieder allein leiten wollte. Hoesch nahm nun die Gelegenheit wahr, sein Krauthausener Werk, welches jetzt auch Hoeschmühle genannt wurde, durch die Aufstellung englischer Papiermaschinen zu modernisieren. Zugleich beteiligte er ab 1846 seine Söhne Matthias Eberhard Ludolf (1818–1868), Wilhelm Edmund (1820–1891) und Eduard Hoesch (1821–1894) an seinen Unternehmen und firmierten jetzt gemeinsam als Hoesch & Söhne. Ein Jahr vor Ludolf Hoeschs Tod im Jahre 1857 ging sein früherer Kompagnon Ludolf Schüll in Konkurs und Eduard Hoesch hatte nun die Gelegenheit ergriffen, das Werk Oberste Mühle erneut für den Familienbesitz zu erwerben. Nach Ludolf Hoeschs Tod wurde das Gesamtunternehmen Hoesch & Söhne aufgelöst und anteilsmäßig an seine drei Söhne übertragen. Daraus entstanden neben dem bereits oben genannten Werk Oberste Mühle in den Folgejahren auch das Unternehmen Gebr. Hoesch GmbH mit dem Werk Friedenau und der zwischenzeitlich übernommenen Werk Mittleren Mühle in Kreuzau-Niederau sowie das Unternehmen Ludolf & Emil Hoesch auf der Hoeschmühle in Krauthausen. Aus dem Werk Ludolf & Emil Hoesch gingen später die Firmen Eugen Hoesch & Orthaus (1885) und Paul Emil Hoesch KG hervor, die mittlerweile alle nicht mehr existieren. Das Werk Friedenau ging auf Ludolfs Enkel Heinrich Arthur Hoesch über, wurde 1939 von den Melitta-Werken AG erworben und 1981 stillgelegt. Auf dem Gelände dieser ehemaligen Papierfabrik wurden 1987 neue Montagekapazitäten für Whirlwannen und -pools für die Badewannenfabrik Hoesch Metall- und Kunststoffwerk geschaffen, die aus dem familieneigenen Hüttenbetrieb in Haus Schneidhausen hervorgegangen ist und heute zu den größten Badewannenherstellern Europas zählt. Die Fabrik in Kreuzau-Niederau übernahm Ludolfs zweiter Enkel Walter Hoesch (1851–1916), aus der sich ein führender Anbieter weiß gedeckter Wellpappenrohpapiere für die Verpackungsindustrie entwickelt hat. 1993 wurde Gebr. Hoesch von der Schweizer Firma Sihl übernommen, die im darauf folgenden Jahr die Produktion in Kreuzau-Niederau einstellte. Teile der Werksanlagen wurde anschließend von der Papierfabrik Niederauer Mühle übernommen. Der Sohn von Walter, Professor der Chemie Kurt Hoesch (1882–1932), war Kreuzau weiterhin verbunden geblieben und machte sich unter anderem als Sponsor für den örtlichen Sport verdient. Nach ihm wurde die Sportanlage in Kreuzau Kurt-Hoesch-Kampfbahn benannt. Ludolf Matthias Hoesch war verheiratet (1813) mit Juliane Schleicher (1793–1868), mit der er neben den bereits erwähnten Söhnen noch die Tochter Maria Emma (1814–1845) hatte, die 1833 den späteren Kölner Zuckerfabrikanten (Pfeifer & Langen) Emil Pfeifer (1806–1889) ehelichte. (In der „Chronik der Familie Pfeifer“ eine etwas abweichende Schreibweise: Ludolph Mathias Hoesch und Frau Maria Agnes Julie, geb. Schleicher. Diese Chronik wurde um 1975 veröffentlicht, aber nur innerhalb der Familie Pfeifer verteilt.) Frank Heidermanns https://www.heidermanns.net/gen-tab.php?TN=Hoesch-Kirdorf https://www.heidermanns.net/gen-tab.php?TN=Krupp-Kirdorf&VW=Hoesch-Kirdorf | HOESCH, Ludolf Matthias (I47540)
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| 3160 | Leben und Wirken Der Sohn des Webers Martin Kirdorf (1811–1847) und der Amalie Dickens (* 1811) und älterer Bruder des Industriellen Emil Kirdorf besuchte nach dem 1862 am Realgymnasium in Düsseldorf abgelegten Abitur[1] die Webschule in Mülheim am Rhein, um nach dem frühen Tod des Vaters die Handweberei Burberg & Kirdorf in Mettmann zu übernehmen, die zwischenzeitlich von einem Onkel geführt wurde. Dazu kam es jedoch nicht mehr, da das Unternehmen 1870 in Konkurs ging, weil die Leitung den für einen wirtschaftlichen Aufschwung erforderlichen Anschluss an die in den 1860er Jahren einsetzende Mechanisierung verpasst hatte. Auf Grund dieser negativen Entwicklung hatte Adolphs Onkel den Freitod gewählt. Stattdessen übernahm Kirdorf eine Stelle als technischer Direktor bei der mechanischen Weberei Simons & Frowein in Leichlingen und anschließend bei der Dortmunder Union, wo er auch Prokura erhielt. Im Jahr 1875 berief man ihn schließlich zum kaufmännischen Leiter des Aachener Hütten-Aktien-Vereins Rothe Erde, um diesen nach der Gründerkrise und mehrfachem Besitzerwechsel neu aufzustellen und zu sanieren. Nachdem bereits zwei Jahre vor seinem Dienstantritt in Aachen das Bessemer-Verfahren eingeführt worden war, setzte Kirdorf die weitere Modernisierung des Mischbetriebs konsequent fort. Neben dem weiterhin bestehenden Siemens-Martin-Ofen wurde im Jahr 1880 auf seine Initiative hin vom Aachener Hütten-Aktien-Verein als eine der ersten Hütten in Deutschland die Stahlproduktion nach dem Thomas-Verfahren aufgenommen. Da es in Rothe Erde keine Hochöfen gab, in denen das Eisenerz zu Roheisen verhüttet werden konnte, erwarb Kirdorf ab 1892 zu diesem Zweck mehrere Hochofenwerke und Zechenbetriebe sowohl in Esch-sur-Alzette in Luxemburg, das zum Gebiet des Deutschen Zollvereins gehörte, als auch in der Gemeinde Audun-le-Tiche / Deutschoth in Lothringen, das seit 1871 Teil des Deutschen Reichs war. Die benötigte Kohle- und Koksmengen erhielt er von der Gelsenkirchener Bergwerks-AG, wo sein Bruder Emil zu jener Zeit ebenfalls als kaufmännischer Direktor tätig war. Kirdorfs Strategie zahlte sich aus und bis 1887 nahm der Aachener Hütten-Aktien-Verein mit einer Rohstahlerzeugung von rund 500.000 Tonnen den ersten Platz unter den deutschen Stahlwerken ein und steigerte dieses Ergebnis bis 1890 auf über eine Million Tonnen Rohstahl. Im Jahr 1904 gehörte Adolph Kirdorf zu den Mitbegründern des Stahlwerksverbands in Düsseldorf, der zum Ziel hatte, die heterogene Produktion der eisenverarbeitenden Industrie in einem Wirtschaftskartell beziehungsweise Syndikat zusammenzuschließen und der infolgedessen zusammen mit dem oberschlesischen Stahlwerksverband die gesamte deutsche und luxemburgische Stahlindustrie beherrschte. Dieser vertrat somit unter anderem auch die Interessen des Aachener Hütten-Aktien-Vereins. Weiterhin ging Kirdorf zusammen mit dem Schalker Gruben- und Hüttenverein zum 1. Januar 1905 eine Interessengemeinschaft ein, die schließlich im Jahr 1907 in einer formalen Fusion unter dem Dach der Gelsenkirchener Bergwerks-AG mündete, wo sein Bruder Emil mittlerweile zum Generaldirektor aufgestiegen war. Im Jahr 1906 veranlasste Adolph Kirdorf die Angliederung der Eschweiler Drahtfabrik an den Aachener Hütten-Aktien-Verein, da diese in jenem Jahr durch ein Hochwasser der Inde schwer beschädigt worden war. Schließlich begann er im Jahr 1910, wiederum zusammen mit seinem Bruder, noch die nach ihnen benannte Adolf-Emil-Hütte im luxemburgischen Esch-sur-Alzette zu errichten, um mit den lothringisch-luxemburgischen Erzvorräten weiter in der Stahlindustrie zu expandieren. Diese 1912 fertiggestellte Hütte galt als eine der modernsten Anlagen ihrer Zeit. Damit gehörte der Aachener Hütten-Aktien-Verein mit mittlerweile elf Hochöfen neben der einheimischen Arbed mit 15 Hochöfen und der Deutsch-Luxemburgischen Bergwerks- und Hütten-AG mit neun Hochöfen nunmehr auch zu den bedeutendsten Unternehmen der Schwerindustrie in Luxemburg. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem damit verbundenen Zusammenbruch der Rohstoffversorgung sowohl auf Grund des Wegbrechens der Hütten und Zechen in Lothringen und des Austritts Luxemburgs aus dem Deutschen Zollverein als auch durch den Verlust der Absatzmärkte im Osten Deutschlands durch die Alliierte Rheinlandbesetzung war Kirdorf gezwungen, sein Unternehmen an das französisch-belgisch-luxemburgische Konsortium Société Métallurgique des Terres Rouges unter Führung des Luxemburger Stahlkonzerns Arbed zu verkaufen. Adolph Kirdorf, dessen Verantwortungsbewusstsein geprägt war durch den frühen Tod seines Vaters und den Bankrott des väterlichen Unternehmens, befürwortete stets eine Politik des sozialen Ausgleichs. Der soziale Friede und ein offenes Verhältnis zu seiner Arbeiterschaft war für ihn, der sich politisch der Nationalliberalen Partei zugeneigt fühlte, die Basis für eine erfolgreiche Entwicklung seines Unternehmens. Für seine Verdienste wurde Kirdorf zum Geheimen Kommerzienrat ernannt und im Jahr 1912 mit der Ehrendoktorwürde (als Dr.-Ing. E. h.) der RWTH Aachen geehrt. Adolph Kirdorf fand seine letzte Ruhestätte auf dem Heißbergfriedhof Burtscheid/Aachen. Frank Heidermanns: https://www.heidermanns.net/gen-tab.php?TN=Hoesch-Kirdorf https://www.heidermanns.net/gen-tab.php?TN=Krupp-Kirdorf https://www.heidermanns.net/gen-tab.php?TN=Beckerath-Kirdorf E. Strutz, Geschichte der Familie Peill, Görlitz 1927, Tafel 30 E. Strutz / K. Fix, Eifeler Geschlechterbuch 2 (DGB 123), Glücksburg 1958, S. 162 f. https://de.wikipedia.org/wiki/Adolph_Kirdorf | KIRDORF, Heinrich Adolph Elogius (I47538)
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| 3161 | lebt mit ihrer Tochter in Pest, jetzt Budapest, Hauptstadt von Ungarn hinteließ ihr kleines immerhin beachtenswertes Vermögen; Carl Heinrich Ferdinand Henking informierte sich "vor dem entscheidenden Schritt" über "seine Angebetete und Ihre Mutter" mit Hilfe von Graf Stephan Szécheny bei Gräfin Teliki. Blanka Teleki Gräfin Blanka Teleki de Szék (széki gróf Teleki Blanka, * 5. Juli 1806 in Langendorf bei Frauenbach, Siebenbürgen; † 23. Oktober 1862 in Paris) war eine ungarische Gräfin, die als Frauenrechtsaktivistin, Förderin der Frauenbildung und Künstlerin wirkte. Blanka Teleki wurde am 5. Juli 1806 in Langendorf geboren, dem heutigen Satulung in Rumänien (ungarisch Kővárhosszúfalu). Ihre Eltern waren Graf Imre Teleki (* 1782, † 1848) und dessen Ehefrau Karoline Brunsvik (* 1782, † 1843). Blanka hatte zwei jüngere Geschwister: Emma (* 1809, † 1893) und Maximilian (ungarisch Miksa; * 1813, † 1872). Sie war die Nichte der Bildungsreformerin Therese Brunsvik, die 1828 den ersten Kindergarten im damaligen Ungarn gegründet hatte. Teleki entschied sich erst für eine künstlerische Laufbahn. Sie studierte in München und Paris im Studio von Léon Cogniet Malerei und in Budapest Skulptur bei István Ferenczy. Nachdem sie ihre Ideen für die Bildung von Frauen publiziert hatte, eröffnete sie 1846 in Budapest ihre eigene Schule für Mädchen. 1848 forderten Teleki und einige ihrer Schülerinnen in einer Petition die gleichen Rechte für Männer und Frauen in Ungarn, das Frauenwahlrecht und den Zugang zu den Universitäten für Frauen. Sie beteiligte sich, ebenso wie die Erzieherin Klára Leövey, an der Ungarischen Revolution im selben Jahr. In der Folge wurden sie inhaftiert.[1] Insbesondere die Festungshaft in Kufstein (Tirol) trug zur Bekanntheit Telekis bei.[2] Während der Haft schuf sie kleine Skulpturen, darunter Selbstporträts, von denen sie eines nach Frankreich zu Jules Michelet geschickt haben soll. Nachdem sie 1857 freigelassen worden war, verließ Teleki Ungarn und ließ sich in Paris nieder. Dort verstarb sie am 23. Oktober 1862.[3] Teleki (Adelsgeschlecht) Teleki von Szék ist der Name eines aus Siebenbürgen stammenden Adelsgeschlechts, dass zu den bedeutendsten ungarischen Adelsgeschlechtern im ehemaligen Königreich Ungarn zählte. Seit 1696 waren die Telekis gleichzeitig Reichsgrafen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. | N., Theres (I10078)
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| 3162 | Lebte 1290 auf dem Burgstall Knonau, Mitkäufer des Zehntens zu Knonau 1322 und 1324, besass das Gericht Mettmenstetten Wappenbeschreibung / Blasonierung In Rot silberner Meierhut mit verschlungenen, in Quasten endigenden, silbernen Schnüren. | MEYER VON KNONAU, Rudolf (I5774)
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| 3163 | lebte 1650 auf Limmlinghofen/Lymmelkoven. Die Familie stammt wahrscheinlich aus dem Ort Dahl. | DAHL\VOM DAILL\ZOM DAILL, Gört\Gotfried (I983)
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| 3164 | lebte 1758 noch auf dem RIEFENACKER, wurde am 28.06.1756 in die Bürgerschaft von Solingen ger. 1765 Bürgermeister | DAHL, Johann Clemens (I2859)
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| 3165 | lebte auf dem Katternberg | GRAH, Johann Peter (I2864)
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| 3166 | lebte bis 1712 auf Limminghofen (umfasste die heutigen Solinger Stadtteile Wald, Merscheid und Ohligs) und zog dann zum Katternberg (südlich von Dahl). Hat vermutlich das Haus seines Schwiegervaters JOHANN FRANTZ,übernommen. | DAHL, Johannes (I610)
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| 3167 | Lebte und starb in Waldrennach, wurde aber nicht dort geboren. "Lauttmann" laut familysearch (alt) ist falsch! Kauffmann im OFB Waldrennach. In der Familiensuche (neu) als Martin Kauffman aus Oberkollwangen, wohnhaft zu Deckenpfronn. -Wohnort: Deckenpfronn, später Waldrennach | KAUFMANN, Martin (I11742)
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| 3168 | lebte zu Pilghausen | DAHL (GET. ZUR WALD), Adolf (I2842)
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| 3169 | lebte zur Zeit des 30jährigen Krieges (1618-1648) | BERGFELD, N. (I8624)
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| 3170 | lebten in "Wähnersch" | HIRSCH, Jakob (I995)
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| 3171 | lebten in „Christes“ zu Dillnhenrichshütte: Sieghütte war ein mittelalterlicher Vorort der Stadt Siegen im Kreis Siegen. Er entstand um die gleichnamige Hütte und trug früher auch die Bezeichnungen ´Dillnhenrichshütten` bzw. ´Tillnhenrichshütten` oder ´Auf der Sieg`. 1798 gab es in Sieghütte 58 Häuser. zu Weidenau: Weidenau liegt nördlich von Siegen im Tal der Sieg und von deren Nebenfluss Ferndorf(-bach). Zusammen mit den Ortsteilen Buschgotthardshütten, Fickenhütten, Haardt, Meinhardt, Münkershütten, Müsenershütten und Schneppenkauten bildete die Gemeinde jahrhundertelang einen Schwerpunkt von Bergbau und Eisenindustrie. | FLENDER, Johann Jakob (I997)
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| 3172 | ledig siehe Stammfolge Metz 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html | METZ, Maria Margaretha (I43312)
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| 3173 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I2629)
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| 3174 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I6822)
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| 3175 | Lehre als Kaufmann in der Firma des späteren Schwiegervaters in Zürich. Z. wurde 1741 Teilhaber und 1744 Nachfolger im väterl. Speditionsgeschäft, das er erfolgreich ausbaute. Mit dem Teilhaberschaftsvertrag von 1741 entstand die Firma Caspar Zyli „Leinentuchhandel mit Spedition", Firma handelte mit Textilien und unter anderem mit Baumwolle der Zellweger von Lyon bis Portugal. Die später auch Geldgeschäfte tätigte. Diese wurde dann in der 1. Hälfte des 19. Jh. zur reinen Bank umgewandelt und ab 1893 unter dem Namen Wegelin & Co. fortgeführt. Als älteste Schweizer Privatbank musste sie 2013 ihren Bankbetrieb endgültig einstellen. Wolf Seelentag, St. Gallen | ZILI, Caspar (I3325)
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| 3176 | Lehrer in Campinas, Brasilien; | HENKING, Emil Anton (I2025)
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| 3177 | Leimat Das Gebiet liegt nördlich des heutigen Stadtparks. Erste urkundliche Nennung 1405 (Cuontzun ab der Kachtelstatt fuort zwen toten ab dem Laimatt in die Bruggen zuo der Letzi) - später u.a. 1575 (am Laimet am Rodtmundten glegen). Der Name leitet sich von ahd. *leimôti ‘Lehmgebiet’ ab. Quelle: ortsnamen.ch. 1424 ist in der Stadtrechnung vermerkt, das Hochgericht auf der Leimat sei (neüw gebauwen) worden. Quelle: St.Galler Stadtgeschichte/n. Heute liegen in diesem Gebiet die Villa zum Bürgli (auf der Liste der Kulturgüter in St. Gallen) sowie das Bürgli-Schulhaus. Die heutige Villa zum Bürgli wurde 1890 als Privathaus einer Fabrikantendynastie erbaut, es kann aber wohl davon ausgegangen werden, dass hier oder in der Nähe ein früherer Bau mit den Namen Bürgle/Bürgli gestanden hat. | GSELL, Laurenz \ Lorenz (I2466)
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| 3178 | Leinewebermstr. Stammfolge Arzt 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html Stammfolge Arzt 2. Generation Blatt 2/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html siehe Blatt 3/1 3/2 3/3 | MÜNCH, Johann Jacob (I43883)
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| 3179 | Leipzig, auch Leipziger, ist der Name eines alten sächsischen Adelsgeschlechts. Die Familie, die später auch in Brandenburg und Schlesien zu Besitz und Ansehen gelangte, gehört zum meißnischen Uradel. Nach einer preußischen und sächsischen Genehmigung Anfang des 20. Jahrhunderts, nannte sich die Familie von Leipziger wieder nach ihrem alten Geschlechternamen von Leipzig.[1] Herkunft Erstmals urkundlich erwähnt wird die Familie im Jahre 1185 mit Burtzlaus und Albertus de Lybz, nobiles (lat. Edle).[2] Leipzig, das namensgebende Stammhaus des Geschlechts[1], ist heute die größte Stadt im Freistaat Sachsen. Die Leipziger dürften als Ministerialen auf der dortigen markgräflich meißnischen Stadtburg gedient haben; Markgraf Otto der Reiche hatte dem Ort an der Kreuzung der Via Regia mit der Via Imperii 1165 das Stadtrecht und das Marktrecht erteilt (siehe: Geschichte der Stadt Leipzig). Die Schreibweise des Familiennamens wechselt von Lipzke, Lipzik, Leiptzk, Leibzcigk, Leiptzigk, Leiptziger und Leipziger. Am 5. Juli 1905 zu Gjenner Föhrde erhielten die von Leipziger eine preußische Genehmigung, den alten Geschlechtsnamen von Leipzig wieder anzunehmen. Eine sächsische Genehmigung erfolgte am 23. Dezember 1905 zu Dresden und für die Wildenauer Linie am 26. Februar 1906.[1] Ein Teil des schriftlichen Nachlasses der Familie von Leipzig, mit einer Laufzeit von 1880 bis 1930, befindet sich im Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden. Er besteht aus 29 Mappen mit Ahnentafeln, Stammbäumen, Wappensagen, Wiederherstellung des Namens von Leipzig, Privatkorrespondenz, Abschriften historischer Arbeiten zur Militärgeschichte sowie Fotografien und Faszikel.[3] Linien und Persönlichkeiten Conrad von Leipziger erscheint im Jahre 1348 als Zeuge in einer Urkunde der Stadt Wurzen. Johann von Leipziger begleitete 1413 den Kurfürsten Rudolf von Sachsen auf das Konzil von Konstanz. Christoph von Leipziger war kursächsischer Rat und Landvogt. Er erhielt 1486 von Kurfürst Friedrich dem Weisen, wegen seiner treuen Dienste, das Ländchen Bärwalde bei Jüterbog geschenkt.[4] Das Geschlecht teilte sich in zwei Linien, die Zwethau-Friedersdorfer und die Wildenauer Linie, deren vermutlicher gemeinsamer Stammvater Kaspar von Lipczik war. Kaspar erscheint 1421 in einem Lehnbrief und starb 1424.[1] Zwethau-Friedersdorfer Linie Aus der Zwethau-Friedersdorfer Linie kam Georgen von Leipziger auf Zwethau, kursächsischer Landrat und Vizehofrichter zu Wittenberg. Er ehelichte Maria von Scheiding. Heinrich von Leipzig, kursächsischer Amtshauptmann zu Torgau und Liebenwerda war mit der gleichnamigen Maria von Scheiding aus dem Haus Schenkenberg vermählt. Hans Heinrich von Leipziger auf Zwethau und Friedersdorf (heute Ortsteil von Herzberg), der Sohn von Peter von Leipziger († 1597) und dessen Frau Anna von Rungen aus dem Haus Triestewitz, wurde kurfürstlich sächsischer Beisitzer des Hofgerichts zu Wittenberg. Seine beiden Söhne, Wolf Christoph und George Friedrich aus der Ehe mit Anna von der Droessel, teilten die Zwethau-Friedersdorfer Linie in die Äste zu Zwethau und Friedersdorf.[5] Ast zu Zwethau Wolf Christoph von Leipziger (1607–1664) war der Stifter des Astes zu Zwethau. Sein Enkel Christoph Heinrich von Leipziger auf Zwethau und der Mahla (* 1678), der Sohn von Balthasar Hieronymus von Leipziger (1644–1731) und seiner Frau Katharina Margarethe, eine geborene von Berbisdorf aus dem Haus Mittelseyda, wurde kurfürstlich sächsischer Kammerherr und Stallmeister. Er starb 1749 als Amtshauptmann zu Torgau. Christoph Heinrich war zweimal verheiratet, in erster Ehe mit Johanne Elenore von Loß († 1718), Hofdame der Königin Christiane Eberhardine von Polen, und in zweiter Ehe mit Henriette Friederike von Erdmannsdorff († 1751), Hoffräulein der Königin. Sein Erbe und Nachfolger wurde Karl Heinrich von Leipziger auf Zwethau (1718–1761), ein Sohn aus erster Ehe. Er war zunächst Rittmeister in der kurfürstlich sächsischen Garde du Corps und später wie schon sein Vater kursächsischer Stallmeister. Karl Heinrich heiratete 1749 in Tobertitz Christiane Charlotte von Tettau. Ihr gemeinsamer Sohn August Wilhelm Gotthelf von Leipziger (1753–1816) war königlich sächsischer geheimer Finanzrat und Kammerjunker.[5] Der Sohn Christian Heinrich August von August Wilhelm Gotthelf aus seiner ersten 1783 geschlossenen Ehe mit Josepha Karoline Elisabeth Freiin von Wiese (1762–1796) wurde 1784 in Dresden geboren. Er trat in königlich preußische Staatsdienste und wurde geheimer Justiz- und Oberappellationsgerichtsrat. Er arbeitete als Richter im Konvent für die preußische Provinz Sachsen und wurde Rechtsritter des Johanniterordens. Christian Heinrich August von Leipziger starb am 14. Mai 1860 in Naumburg. Aus seiner 1809 zu Parchen geschlossenen Ehe mit Auguste Wilhelmine Antoinette von Byern (1786–1863) gingen die vier Söhne Heinrich Adolf, Heinrich August Eduard, Heinrich Alfred Hugo und Rudolf Heinrich Arthur hervor.[5] Der älteste Sohn Heinrich Adolf von Leipziger (* 1811) wurde königlich preußischer Appellationsgerichtsrat und starb 1887 als Hauptmann a. D. in Kösen. Von seinen vier Söhnen aus der Ehe mit Laura von Stangen (1829–1888) starben die beiden erstgeborenen noch vor ihren Eltern, von den beiden nachgeborenen wurde Heinrich Erdmann Arndt (1858–1921) preußischer Generalleutnant. Heinrich August Eduard von Leipziger (1818–1851), der zweitälteste Sohn von Christian Heinrich August, wurde preußischer Sekondeleutnant und Bataillonsadjutant im 31. Infanterie-Regiment. Er heiratete 1845 Emma von Suckow († 1848) und hatte zwei Söhne. Der jüngere Sohn Wolf wurde nur fünf Jahre alt, der ältere Kurt (* 1846) starb 1866 als Seekadett in New York. Heinrich Alfred Hugo von Leipziger (* 1822), der dritte Sohn von Christian Heinrich August, trat in herzoglich sachsen-altenburger Dienste und wurde Wirklicher Geheimer Rat und Staatsminister sowie Rechtsritter des Johanniterordens. Aus seiner 1854 geschlossenen Ehe Marie Wilhelmine Gasparine von und zu Mannsbach ging Sohn Heinrich August Erich von Leipziger hervor, welcher als Oberst Militärattaché des Osmanischen Reiches wurde, und 1905 die Erlaubnis erhielt den Namen von Leipzig zu tragen. Der jüngste der vier Brüder Rudolf Heinrich Arthur von Leipziger (1829–1892) wurde preußischer Generalmajor. Er war zuletzt Kommandeur der 31. Infanterie-Brigade. Seine 1869 zu Potsdam geschlossene Ehe mit Auguste Hedwig Freiin Hiller von Gärtringen (* 1845) blieb kinderlos.[5] Ast zu Friedersdorf George Friedrich von Leipziger auf Friedersdorf und Klitzschen († 1667), der Bruder von Wolf Christoph, war der Stifter des Astes zu Friedersdorf. Er heiratete Elisabeth von Bünau aus dem Haus Prößdorf. Ihr Enkel Heinrich Siegfried von Leipziger (1680–1747), der Sohn von Georg Heinrich von Leipziger (1648–1704) und dessen Frau aus erster Ehe Martha Elisabeth von Karas aus dem Haus Grossen, stand als Kammerjunker in fürstlich schwarzburg-sondershausener Diensten. Friedrich Wilhelm Kurt von Leipziger auf Kropstädt, Jahmo, Weddin, Assau und Boßdorf (heute Ortsteile von Lutherstadt Wittenberg) sowie Ließnitz und Wüstemark (heute Ortsteile von Kropstädt) (* 1761), ein Enkel von Heinrich Siegfried und Sohn des königlich sächsischen Oberforst- und Wildmeisters Friedriech Adolf von Leipziger (1724–1760), starb 1824 als königlich preußischer Landrat des Landkreises Wittenberg. Er heiratete 1788 Sophie Friederike Charlotte von Krosigk (1762–1801). Das Paar hinterließ zwei Söhne und eine Tochter.[5] Schloss Kropstädt Schloss Kropstädt um 1860/61, Sammlung Alexander Duncker Der älteste Sohn Karl Heinrich Adolf von Leipziger auf Kropstädt, Jahmo, Weddin, Assau, Boßdorf, Ließnitz und Wüstemark (1789–1851) war königlich sächsischer Kreisoberforstmeister zu Schneeberg. Seine einzige Tochter Clara von Leipziger (1823–1885) heiratete 1842 den königlich sächsischen Geheimrat und Präsidenten des evangelischen Landeskonsistoriums Eduard Freiherr von Könneritz. Ihr jüngerer Bruder Kurt von Leipziger (1835–1893) wurde königlich sächsischer Kammerherr. Er hinterließ aus seiner 1865 geschlossenen Ehe zwei Töchter und einen Sohn, Heinrich. Seine Frau Anna Amalie Karoline Brandt von Lindau erhielt als Witwe am 5. Januar 1906 eine Eintragung in das königlich sächsische Adelsbuch unter der Nummer 238.[1] Karl Heinrich Adolfs Nachfolger und Erbe wurde Friedrich Adolf Karl von Leipziger (1821–1872), sein ältester Sohn aus erster Ehe mit Isidore von Burgsdorff († 1832). Friedrich Adolf Karl wurde Kreisdeputierter und diente als Leutnant in der königlich hannoverischen Garde du Corps. 1855 und 1856 ließ er nach Plänen des Berliner Architekten Friedrich Hitzig das Schloss Kropstädt im neogotischen Stil errichten. An seiner Stelle stand 1150 die Wasserburg Liesnitz. Heute beherbergt es ein Hotel. Friedrich Adolf Karl hinterließ nach zwei Ehen drei Kinder, einen Sohn und zwei Töchter. Der einzige Sohn aus seiner ersten Ehe mit Marie Therese von Könneritz, Karl von Leipziger (1848–1924), war von 1893 bis 1898 Mitglied des Reichstages für die Deutschkonservative Partei. 1900 wurde er in das Preußische Abgeordnetenhaus gewählt, dem er bis 1918 angehörte. Von seinen beiden Schwestern heiratete Isidore Clara Auguste von Leipziger 1881 den königlich preußischen Kammerjunker und Schriftsteller Victor Amadeus Adolf Graf von Westarp und Wanda Clara Felicie von Leipziger in erster Ehe Ludwig Max Joseph von Ziegler und Klipphausen, preußischer Oberst und Kommandeur des 2. Schlesischen Husaren-Regiments und in zweiter Ehe den königlich sächsischen Leutnant Albert Gustav Emil von Prollius.[5] Georg Adolf Moritz von Leipziger auf Niemegk (1795–1865), der zweitälteste Sohn von Friedrich Wilhelm Kurt und Bruder von Karl Heinrich Adolf, wurde 1822 kommissarischer Landrat des Landkreises Bitterfeld. Ein Amt, das er 1823 endgültig übernahm und bis zu seinem Tod ausübte. 1847 wurde er Mitglied des Vereinigten Landtages und war von 1850 bis 1861 auch Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses sowie Ehrenritter des Johanniterordens. Georg Adolf Moritz heiratete 1824 in Merseburg Thekla Adolfine von Selmnitz (1801–1857). Sie waren die Eltern von Adolf Hilmar von Leipziger auf Niemegk (* 1825), der 1854 Landrat des Landkreises Oschersleben, 1864 Polizeipräsident von Königsberg, 1869 Landdrost in Hannover und 1872 Regierungspräsident des Regierungsbezirks Aachen wurde. Im Oktober 1882 wurde er zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Titel Exzellenz ernannt. Von 1878 bis 1888 war er Oberpräsident der preußischen Provinz Hannover und 1888 Oberpräsident der Provinz Westpreußen. Er heiratete 1853 in Halle Amalie Louise Franziska (Fanny) von Funcke und hinterließ zwei Töchter und einen Sohn. Sein jüngerer Bruder Wilhelm Ernst von Leipziger (* 1837) starb 1903 als preußischer General der Kavallerie und Gouverneur von Köln. Aus seiner 1869 geschlossenen Ehe mit Charlotte Friederike Louise von Wyschetzki ging ein Sohn und eine Tochter hervor. Beide Brüder hatten noch vier Schwestern, von denen Karoline Thekla von Leipziger mit dem preußischen General der Kavallerie Hermann von Guretzky-Cornitz (1828–1892) verheiratet war.[5] Karoline von Leipziger (1796–1840), die einzige Tochter von Friedrich Wilhelm Kurt und Schwester von Karl Heinrich Adolf und Georg Adolf Moritz, heiratete 1818 in Kropstädt Friedrich von Krosigk auf Großböhla (1784–1871). Friedrich von Krosigk war königlich preußischer Wirklicher Geheimer Rat und Regierungspräsident des Regierungsbezirks Merseburg sowie Propst des Domstifts Merseburg. Das Paar hatte einen Sohn, Kurt von Krosigk (1819–1898), der preußischer Geheimrat und Landrat wurde. Wildenauer Linie Aus der Wildenauer Linie kam Albrecht von Leipziger auf Wildenau und Haus Ostrau, der Sohn des gleichnamigen Albrecht von Leipziger († 1518). Er heiratete Margarethe von Schönfeld aus dem Haus Loebnitz. Ihr gemeinsamer Sohn Ernst von Leipziger auf Wildenau, er erscheint ab 1600, wurde Beisitzer des kurfürstlich sächsischen Hofgerichts zu Wittenberg. Ernst ehelichte Anna von Angern aus dem Haus Barleben. Ihr Nachkomme in der vierten Generation Hans Dietrich von Leipziger († 1741) war der Stammvater der beiden Äste der Wildenauer Linie. Seine beiden Söhne Heinrich Ernst und Johann Dietrich aus der Ehe mit Gertrude Elisabeth von Schlieben begründeten den ersten und zweiten Ast.[5] Erster Ast Heinrich Ernst von Leipziger (1718–1790) war der Begründer des ersten Astes. 1756 wurde er preußischer Hauptmann der Grenadiere und kämpfte im Siebenjährigen Krieg in den Schlachten bei Leuthen und bei Hochkirch. Während des Bayerischen Erbfolgekriegs kämpfte er bei Schatzlar und erhielt dafür den Orden Pour le Mérite. 1784 wurde er Regimentschef und zum Generalmajor befördert. Er erhielt im Mai 1788 seinen Abschied und eine Pension von 1200 Talern. Heinrich Ernst zog sich nach Glogau zurück wo er 1790 verstarb. Sein Sohn August Wilhelm von Leipziger (1764–1829) wurde preußischer Hauptmann und Regierungspräsident in Posen. Er schrieb mehrere Werke so unter anderem Vom Geist der National-Oekonomie und Staatswirthschaft, für National-Repräsentanten, Geschäftsmänner, und die, die es werden wollen (1813), Ideal einer stehenden Armee im Geiste der Zeit (1808), Dumourier im Jahre 1792: Ueberblick der politischen und militairischen Ereignisse dieser Zeit (1796) und einige Theaterstücke. August Wilhelm war in erster Ehe mit Marie Auguste von Wolfframsdorff verheiratet, der Tochter des Generalleutnants Adam Heinrich von Wolfframsdorff, und in zweiter Ehe mit Wilhelmine Friederike Sophie von Steinwehr.[5] Rittergut Pietronke um 1860, Sammlung Alexander Duncker Er war der Vater von Hermann von Leipziger (1814–1886), der 1848 Mitglied der Preußischen Nationalversammlung und mehrmals Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses war. 1867 war er außerdem Mitglied des Reichstags des Norddeutschen Bundes für die Nationalliberale Partei. 1839 heiratete er Eveline Clementine Molly von Rittberg (1817–1895). Im Jahre 1840 übernahm er das Rittergut Pietronke (heute Ortsteil von Chodzież) im Landkreis Kolmar von seiner Mutter, wo er auch am 19. Oktober 1886 verstarb. Von seinen neun Kindern, vier Söhnen und fünf Töchtern, konnten Hermann Wilhelm Ernst und Konrad Wilhelm Hermann die Linie mit Nachkommen fortsetzen. Der älteste Sohn Wilhelm August Hermann von Leipziger (* 1841) wurde königlich preußischer Stadtrichter. Er starb 1878 zu Görbersdorf unverheiratet. Sein jüngerer Bruder Hermann Wilhelm Ernst von Leipziger (* 1846) war preußischer Oberstleutnant. Er diente zuletzt als Ingenieuroffizier in Posen und heiratete 1891 Elisabeth Karoline Marie Ida von Unger. Der jüngste Bruder Konrad Wilhelm Hermann von Leipziger auf Briefen (* 1852) wurde Pächter von Morsk (heute Ortsteil von Świecie) im Landkreis Schwetz. Aus seiner 1881 geschlossenen Ehe mit Agnes Minna Karoline Stumm gingen drei Töchter und zwei Söhne hervor. Eveline Adelheid von Leipziger (* 1856), die jüngste Tochter von Hermann und Eveline Clementine Molly, ehelichte 1880 in Pietronke den preußischen Generalmajor Ewald Otto Küster.[5] Zweiter Ast Der Begründer des zweiten Astes war Johann Dietrich von Leipziger auf Wildenau (1728–1796), der Sohn von Hans Dietrich und Bruder von Heinrich Ernst. Er heiratete eine Tochter aus dem Adelsgeschlecht von Bestenbostel. Sein Enkel Heinrich Adolf Karl von Leipziger (* 1803), der Sohn des Kapitäns der königlich sächsischen Armee Hans Heinrich Seyfried von Leipziger (1762–1829), wurde Bankrat und Buchhalter an der königlichen Seehandlung. Er starb als preußischer Hauptmann a. D. am 17. Oktober 1862 in Berlin. Heinrich Adolf Karl heiratete 1845 in Glatz Ida Jeanette von Maltitz. Sie hatten zwei Töchter, von denen die jüngere Ulrike Auguste Martha von Leipziger 1869 Alfons Julius Hugo Materne heiratete, preußischer Major und Oberamtmann sowie Pächter von Chwalkowo mit Zartki im Landkreis Schroda.[5] Friedrich Otto Ludwig von Leipziger (* 1811), der Bruder Heinrich Adolf Karl, starb 1878 in Berlin-Steglitz als preußischer Oberstleutnant a. D. Er diente zuletzt im 8. Pommerschen Infanterie-Regiment Nr. 61. Friedrich Otto Ludwig war zweimal verheiratete, in erster Ehe seit 1844 mit Amalie Charlotte von Lettow-Vorbeck (1805–1852), und in zweiter Ehe ab 1860 mit Mathilde von Braunschweig (1822–1890). Otto Hans Heinrich von Leipziger (* 1846), sein Sohn aus erster Ehe, war zunächst preußischer Sekondeleutnant. Er wanderte nach Südamerika aus und wurde Grundbesitzer in Kolumbien. 1878 wurde Otto Hans Heinrich Chef des Generalstabes der Kolumbianischen Revolutionsarmee. Er starb am 16. November 1885 zu Colon in Panama.[5] Besitzungen In Sachsen war die Familie von Leipzig seit dem 15. Jahrhundert bis 1799 zu Wildenau, während des 17. Jahrhunderts zu Wunschwitz, 1605 zu Nudersdorf (bis 1622), 1610 zu Deutschenbora bei Nossen, Freywalde (heute Ortsteil von Schönewalde) und Friedersdorf (heute Ortsteil von Herzberg) (bis 1747), 1626 zu Möst (heute Ortsteil von Raguhn-Jeßnitz), 1650 zu Bergendorf, Heyda und Gaditz bei Wittenberg (bis 1750), 1686 zu Wiederau (bis 1732) und Weßnig, 1690 zu Bennewitz, 1700 zu Jagsal, 1710 zu Klitzschen bei Torgau (bis 1790), 1750 zu Leetza bei Wittenberg und Moderwitz in Sachsen-Weimar-Eisenach (bis 1830), 1789 zu Jahmo bei Wittenberg (bis 1803), Kropstädt (bis 1855), Obereula (heute Ortsteil von Nossen), Ostrau und Weddin bei Wittenberg (bis 1803), 1800 zu Berg vor Eilenburg (heute Ortsteil von Eilenburg), Niemegk (bis 1855) und Wedelwitz sowie 1871 Rittergut Wolframsdorf mit Schloss in Katzendorf[6] (bis 1945), heute Ortsteil von Langenbernsdorf, OT Trünzig bzw. Mohlsdorf-Teichwolframsdorf, OT Großkundorf, begütert.[7] In Brandenburg waren von 1440 bis 1734 das Ländchen Bärwalde bei Jüterbog, von 1473 bis 1482 Dahme, während des 15. Jahrhunderts Welsickendorf[8] und während des 16. Jahrhunderts mit Johann Gottfried von Leipzig[9] konkret bis 1728 Wiepersdorf, 1512 Koppatz (heute Ortsteil von Neuhausen/Spree), Riesdorf und Rinow[8] sowie Rogosna bei Cottbus, 1518 Mehlsdorf (heute Ortsteil von Ihlow), von 1686 bis 1696 Weißen[8] und bis 1699 Kossin[8], von 1690 bis 1715 Meinsdorf[8], von 1720 bis 1764 Herbersdorf[8], 1728 Casel (heute Ortsteil von Drebkau), von 1789 bis 1855 Boßdorf und von 1803 bis 1855 Assau (heute Ortsteil von Wittenberg) im Besitz bzw. Teilbesitz derer von Leipzig. In Schlesien waren Angehörige der Familie 1830 zu Peltschütz (heute Ortsteil von Domaniów) bei Breslau, Mittel-Sohra (heute Ortsteil von Pieńsk), Schmograu und Würchland (heute Ortsteil von Pęcław) bei Glogau besitzlich. In Posen war 1855 Pietronke (heute Ortsteil von Chodzież) in deren Besitz. Wappen Familienwappen Das Wappen zeigt in Gold einen springenden, an der Stelle der Lunte mit vier bis sechs abwechselnd silbernen und schwarzen Hahnenfedern besteckten roten Fuchs. Auf dem Helm mit rot-goldenen Helmdecken der Fuchs wachsend.[1] Wappensage In einer Fehde im Jahre 1294 zwischen Markgraf Albrecht dem Unartigen und seinen Söhnen soll ein gewisser Heinrich von Leipzig, der auch der Schwarzburger oder der Sterner hieß, Hauptmann von Markgraf Friedrich über ein Fähnlein Fußvolk gewesen sein. Er soll sich ins Lager des Fürsten Eberhard von Anhalt bei Dommitzsch, eines Feindes seines Herrn, geschlichen haben und den Leuten des Markgrafen das Tor geöffnet haben. Zahlreiche Aufständische wurden dabei erschlagen, die anderen in die Flucht getrieben. Der Fürst von Anhalt selbst wurde gefangen genommen. Dafür hat der Markgraf Friedrich diesen Heinrich von Leipzig unter dem Namen von Leipziger geadelt und zum Ritter geschlagen. Er erhielt ein Landgut bei Leipzig geschenkt und als Wappen einen springenden Fuchs, der an Stelle des Schwanzes mit etlichen Hahnenfedern besteckt ist, da er sich wie ein listiger Fuchs in die feindlichen Verschanzungen geschlichen und als ein freudiger Hahn Leib und Leben gewagt hat.[10] August Wilhelm von Leipziger Er stammte aus dem sächsischen Adelsgeschlecht Leipzig. Leipziger stiftete zusammen mit Ignaz Aurel Feßler ( gnaz Aurelius Feßler, ungarisch Fessler Ignácz Aurél (* 18. Mai 1756 in Zurndorf (ungarisch Zurány), Komitat Wieselburg; † 15. Dezember 1839 in Sankt Petersburg) war katholischer Geistlicher, Orientalist, Kapuziner und Freimaurer sowie lutherischer Generalsuperintendent.) 1792 den freimaurerischen Geheimbund „Evergeten“ (griech. Wohltäter), in dem er den Ordensnamen „Charondas“ führte. Der Bund der Evergeten war eine aufklärerische Geheimloge und ein Freidenkerbund gegen den Staat gerichtet, wie er sich unter dem Preußen Friedrich Wilhelms des II. darstellte. In einer von Leipziger gegründeten Lesegesellschaft lernten sich Feßler und Leipziger kennen und berieten schon 1791, ob man nicht eine Gesellschaft gründen konnte, die zum Wohle der Menschheit arbeite und die wirksamer sei, als die Freimaurerei.[2] Der Evergetenbund mit rund 10 Mitgliedern löste sich 1795 wieder auf und Leipziger wurde wegen "Verleitung der Untertanen zu Aufruhr und Empörung" von einem Militärgericht zu lebenslanger Haft verurteilt. Erst nach einem Thronwechsel wurde er begnadigt.[3] August Wilhelm von Leipziger war in erster Ehe mit Marie Auguste von Wolfframsdorff verheiratet, der Tochter des Generalleutnants Adam Heinrich von Wolfframsdorff. Mit ihr hatte er zwei Töchter, Henriette Leopoldine Idalie und Auguste Mathilde Franziska, die Wilhelm Johann Egmont von Grandville heiratete. In zweiter Ehe war er mit Wilhelmine Friederike Sophie von Steinwehr verheiratet, mit der er den Sohn Hermann Heinrich Friedrich von Leipziger auf Gut Pietronke hatte. | VON LEIPZIGER, August Wilhelm (I45880)
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| 3180 | Leo Jud, auch Leo Judä oder Leo Keller (* 1482 in Gemar im Oberelsass; † 19. Juni 1542 in Zürich), war ein Schweizer Reformator elsässischer Herkunft. Nach seinem Vornamen war Jud in Zürich fast nur als Meister Leu bekannt, weswegen seine Nachfahren sich teilweise auch so nannten. Leben und Schaffen Jud wurde als Sohn des Priesters Johann Jud und Elsa Hochsang geboren.[1] Er besuchte zunächst die Lateinschule Schlettstadt und studierte ab 1499 in Basel und Freiburg im Breisgau Medizin. 1505 wandte er sich in Basel der Theologie zu und befreundete sich mit Ulrich Zwingli. Von 1507 bis 1510 war er Diakon in Basel, studierte dann weiter und wurde 1512 zum Magister artium promoviert. Anschliessend war er Leutpriester in St. Hippolyte und 1519 als Nachfolger von Zwingli in Einsiedeln und begann die Bibel zu übersetzen. 1523 übernahm er die Pfarrei St. Peter in Zürich, heiratete und wurde Zwinglis engster Mitarbeiter. Ihm stand er bei der Zürcher Disputation bei und war ein tatkräftiges Mitglied der Zürcher Prophezey. Er wirkte als Prediger, Liederdichter, Eherichter, Dozent und als Bibelübersetzer (zusammen mit Zwingli an der Zürcher Bibel). Mit Heinrich Bullinger erarbeitete er die Zürcher Kirchenordnung. Seine Psalmdichtungen wurden unter anderem in der Psaltervertonung von Sigmund Hemmel verwendet. Die Freunde Zwinglis wie Jud und andere waren sehr aktiv in der Übersetzung und Produktion von reformatorischen Schriften, die in Zürich gedruckt wurden und eine breite Leserschaft erreichten.[2] Ehe und Familie Jud heiratete 1523 die ehemalige Nonne Katharina Gmünder (* um 1493; † 1583). Von ihren acht Kinder erreichten drei das Erwachsenenalter, darunter der Pfarrer Johannes (1528–1597), der sich später Johannes Leonis bzw. Joh | JUD, Leo (I46114)
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| 3181 | Leo, der um 680 in Germanikeia in der südostkleinasiatischen Landschaft Kommagene, einer antiken landschaft im Südosten Kleinasiens, geboren worden war und angeblich ursprünglich Konon hieß, wurde noch als Kind mit seiner Familie umgesiedelt. Der Beiname „der Isaurier“ beruht wohl auf einem Fehler eines byzantinischen Chronisten. Leo war verheiratet mit einer gewissen Maria, mit der er vier Kinder hatte: den Sohn Konstantin und die Töchter Anna, Kosmo und Irene. Leo erhielt eine militärische Ausbildung, diente unter Kaiser Justinian II. und wurde unter Anastasios II. möglicherweise Kommandant der Truppen im Thema Anatolikon.[2] Nach einer anderen Quelle diente er als hoher Offizier (Spatharios) im Thema Anatolikon. 717 wurde Leo gegen Theodosios III. und dessen Sohn zum Kaiser erhoben, doch variieren in den Quellen die entsprechenden Einzelheiten: Mal ist von einer Wahl durch die Soldaten die Rede, in anderen Quellen heißt es, Theodosios sei in der Hauptstadt als unfähig angesehen worden und mehrere Personen aus der Führungsschicht Konstantinopels hätten dann Leo zum neuen Kaiser gewählt. Jedenfalls wurde Theodosios abgesetzt und Leo bestieg den Thron, sah sich aber schon zu Beginn seiner Regierungszeit mit mehreren Problemen konfrontiert. Leo wurde bei seiner Kaisererhebung von Artabasdos, erwar als Usurpator gegen Konstantin V. byzantinischer Kaiser von 741/42 bis 743, unterstützt, dem Strategos des Themas Armeniakon. Zum Dank erhielt Artabasdos den Titel Kuropalates und heiratete Leos Tochter Anna. | (BYZANZ), Leo III. (I37354)
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| 3182 | Leon Phokas (mittelgriechisch Λέων ὁ Φωκᾶς; * um 875/880; † nach August 919), zur Unterscheidung von seinem gleichnamigen Neffen der Ältere genannt, war ein byzantinischer Feldherr und Rebell gegen Kaiser Konstantin VII. und dessen Mitregenten Romanos Lakapenos. Leon Phokas war ein Sohn des Feldherrn Nikephoros Phokas, der unter Kaiser Leo VI. bis 896 als Domestikos der Scholen (Oberkommandierender der Reichstruppen) an der Spitze der byzantinischen Militärhierarchie gestanden hatte. Diesen Posten bekleidete später auch Leon Phokas, der vom Kaiser zudem mit der Magistros-Würde ausgezeichnet wurde. Im August 917 kommandierte Leon Phokas jene Armee, die in der Schlacht von Anchialos gegen die Bulgaren eine verheerende Niederlage erlitt. Im Gegensatz zu vielen anderen Anführern überlebte Leon und konnte nach Mesembria fliehen. Ein neuerliches Zusammentreffen mit den Bulgaren bei Katasyrta westlich von Konstantinopel im Winterhalbjahr 917/918 endete für die wiederum von Leon Phokas befehligten Truppen in einer weiteren Katastrophe. Aufgrund von Gerüchten, Leon Phokas strebe nach dem Kaiserthron, baten Konstantin VII. und seine Mutter Zoe Karbonopsina im Frühjahr 919 den Flottenkommandanten (Drungarios) Romanos Lakapenos um Hilfe. Dieser sorgte dafür, dass Leon als Domestikos der Scholen abberufen und sein einflussreicher Schwager, der Parakoimomenos Konstantin, entmachtet wurde. Leon Phokas zog sich daraufhin zunächst nach Kappadokien ins Privatleben zurück. Nachdem Konstantin VII. am 9. Mai 919 die Tochter des Romanos geheiratet und seinen Schwiegervater als Basileopator zum Mitregenten erhoben hatte, entschloss sich Leon Phokas zur Rebellion. Offiziell gab er vor, den jungen Kaiser zu unterstützen und nur die Machtübernahme durch Romanos verhindern zu wollen. Diesem gelang es aber, Chrysobulle im Rebellenlager zu verteilen und so mehrere Parteigänger Leons auf seine Seite zu ziehen. Dennoch marschierte Leon mit seinen Soldaten bis nach Chrysopolis und bezog auf der kleinasiatischen Seite des Marmarameers Aufstellung. Romanos entsandte auf einer Dromone einen weiteren Boten, der den gegnerischen Truppen ein von Konstantin VII. autorisiertes Schriftstrück vorzeigte, in dem Leon Phokas als Usurpator gebrandmarkt wurde. Dieser wurde daraufhin von seinen Anhängern verlassen und ergriff die Flucht, wurde jedoch in Goeleon in Lykaonien gefasst und entweder schon dort oder in Konstantinopel geblendet. Im August 919 wurde er in der Hauptstadt auf einem Maultier öffentlich vorgeführt. Leons weiteres Schicksal ist unbekannt. Sein jüngerer Bruder Bardas, ebenfalls ein prominenter General, war der Vater des späteren Kaisers Nikephoros II. | PHOKAS, Leon (I24263)
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| 3183 | Leopold II. war mit Ida verheiratet, deren Herkunft nicht gesichert ist, die aber vermutlich aus dem Haus der – papsttreuen – Grafen von Formbach (Landkreis Passau) stammt.[19] Vor ihrer Ehe mit Leopold II. war sie vermutlich mit Haderich von Schwarzenburg aus dem oberpfälzischen Geschlecht der Schwarzenburger verheiratet.[20] Im Jahre 1101 schloss sie sich den Herzögen Welf IV. von Bayern († 1101) und Wilhelm IX. (Aquitanien) Wilhelm IX. von Aquitanien († 1126) an und nahm als eine der ersten namentlich bekannten Kreuzfahrerinnen zusammen mit Erzbischof Thiemo von Salzburg – der gleichfalls aus dem Geschlecht der Grafen von Formbach stammt – am Kreuzzug von 1101 teil, auf dem sie verstarb. | VON ÖSTERREICH, Ida (I39651)
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| 3184 | Leopold wurde als Sohn von Herzog Albrecht II. dem Weisen (Lahmen) und Johanna, Tochter von Ulrich II. (Graf von Pfirt) geboren. Bezüglich seiner Nachfolge hatte Albrecht II. schon 1355 eine habsburgische Hausordnung erlassen, wonach die Söhne gemeinsam und gleichberechtigt die Regierungsgeschäfte hätten führen müssen. Als er am 20. Juli 1358 starb, übernahm aufgrund der Minderjährigkeit der drei jüngeren Söhne der älteste, Rudolf IV. der Stifter, allein die Regierung. 1364 entschloss sich dieser, die Rudolfinische Hausordnung zu erlassen, wonach die habsburgischen Länder gemeinsamer Besitz aller Brüder seien. Ein Dokument, das die Unterschriften aller drei Brüder zeigt (der zweitälteste, Friedrich III., verstarb schon 1362), ist der berühmte Gründungsbrief der Wiener Universität 1365. Schon wenige Monate später aber verstarb Rudolf IV. überraschend 26-jährig, und die zwei Brüder Albrecht III. mit dem Zopf (15 oder 16 Jahre alt) und Leopold (14 Jahre alt) teilten sich die Regierungsgeschäfte. Die formelle Belehnung erfolgte durch Kaiser Karl IV. Aufgrund des höheren Alters kam Albrecht die führende Rolle in der gemeinsamen Regierungstätigkeit zu, was bei den überlieferten Unterschieden im Naturell der beiden Brüder, Leopold wird als ehrgeizig und tatendurstig beschrieben, Albrecht hingegen als besonnen, bald zu immer größeren Spannungen führte. Durch den Frieden von Schärding 1369 war der habsburgische Besitz Tirols durch die Wittelsbacher anerkannt worden. 1373 teilten die Brüder die Verwaltung der Besitztümer fix unter sich auf: Leopold wurde Regent von Tirol und den Vorlanden. Schließlich wurde, wohl auch um einen offenen Kampf zu verhindern, sowohl die Regierung als auch der Besitz der habsburgischen Ländereien geteilt: Durch den Neuberger Teilungsvertrag vom 25. September 1379 erhielt Leopold die Herzogtümer Steiermark (mit Wiener Neustadt), Kärnten, Krain, die Windische Mark, Görz und Güter in Friaul sowie die Grafschaft Tirol und Vorderösterreich westlich des Arlbergs zugesprochen. Damit kam es auch zur folgenschweren Teilung des Hauses Habsburg in die Leopoldinische und Albertinische Linie. | VON HABSBURG, Leopold III. (I28557)
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| 3185 | Leovigild († April/Mai 586 in Toledo) war von 569 bis 586 König der Westgoten in Spanien, ab 571/572 auch im Reichsteil Septimanien (im Südwesten Frankreichs). Er gilt als bedeutender Herrscher, da er die Machtdes Königtums festigte und es nach römischem Vorbild umgestaltete, die Sueben unterwarf und sich gegen die Oströmer durchsetzte. Seine Religionspolitik blieb jedoch gesamthaft erfolglos, da es ihm nicht gelang, das Reich auf der Basis des Arianismus religiös zu einigen. Nach dem Tode des Königs Athanagild blieb das Reich monatelang ohne Herrscher, bis schließlich 568/569 in Septimanien Adlige Liuva I. zum König erhoben. Liuva machte seinen jüngeren Bruder Leovigild zum Mitherrscher, überließ ihm Spanien und behielt nur Septimanien für sich. Leovigild, dessen erste Frau, die Mutter seiner beiden Söhne, gestorben war, heiratete Athanagilds Witwe Goswintha (Goiswintha). Nach Liuvas Todkonnte Leovigild 571/572 beide Reichsteile unter seiner Herrschaft vereinen. Das erste Ziel Leovigilds war die Verkleinerung des von Kaiser Justinian I. geschaffenen oströmischen Herrschaftsbereichs im Süden der Iberischen Halbinsel. Auf einem ersten Feldzug 570 konnte er nur Verwüstungen anrichten, nicht aber befestigte Städte erobern. 571 gelang ihm jedoch durch Verrat die Einnahme von Medina-Sidonia, worauf er die oströmische Besatzung hinrichten ließ. Die Oströmer waren außerstande, Verstärkungen zu schicken, und mussten sich mit den Gebietsverlusten abfinden. 572 konnte Leovigild auch Córdoba und dessen Umgebung erobern, einGebiet, das zuvor unter der Kontrolle nicht näher bekannter lokaler Kräfte gewesen war.[1] Nach diesem Erfolg im Süden wandte sich Leovigild nach Nordspanien, umdort selbständige Stammesgebiete und einen örtlichen Machthaber zu unterwerfen. 574 besiegte er die Kantabrer und nahm deren Hauptstadt Amaya (heutige Provinz Burgos) ein. Sie hatten zuvor eine Adelsrepublik gebildet, die einer Ratsversammlung („Senat“) unterstand.[2] Auch hierordnete Leovigild nach dem Sieg zahlreiche Hinrichtungen an und annektierte das Gebiet. Mit Miro, dem König der Sueben, schloss er einen Waffenstillstand. 581 zog Leovigild gegen die Basken und eroberte einen Teil ihres Gebiets. 573 erhob Leovigild seine beiden Söhne aus erster Ehe, Hermenegild undRekkared, zu Mitherrschern, um die Herrschaft seiner Familie dauerhaft zu sichern und das Wahlrecht des Adels auszuschalten. Die SicherungSeptimaniens gegen fränkische Übergriffe und die Verhinderung eines suebisch-fränkischen Bündnisses waren vordringliche Ziele seiner Außenpolitik.[3] Daher verheiratete er seinen älteren Sohn Hermenegild im Jahre 579 mit der fränkischen Prinzessin Ingund, einer Tochter des KönigsSigibert I. von Austrasien. Daraus entstand ein religiöser Konflikt,denn Ingund war Katholikin, wogegen die westgotische Königsfamilie amArianismus festhielt, obwohl ein großer Teil der Reichsbevölkerung katholisch war. Die Königin Goswintha, die Hermenegilds Stiefmutter und zugleich Ingunds Großmutter (mütterlicherseits) war, drängte auf den Übertritt Ingunds zum Arianismus. Als Ingund dies verweigerte, entschärfte Leovigild den Konflikt, indem er seinen Sohn und seine Schwiegertochter nach Sevilla schickte und Hermenegild die Verwaltung eines südlichen Reichsteils übertrug. Dort geriet Hermenegild jedoch unter den Einfluss des katholischen Bischofs Leander von Sevilla. Zusammen mit Ingund erreichte Leander, dass Hermenegild öffentlich zum Katholizismus übertrat. Außerdem begann Hermenegild 579 einen Aufstand gegen seinen Vater. In der Forschung ist umstritten, welches dieser beiden Ereignissezuerst geschah und ob eines von ihnen die Ursache des anderen war oder kein ursächlicher Zusammenhang zwischen ihnen bestand. Hermenegild verhielt sich durchgängig defensiv; offenbar wollte er nicht seinen Vater stürzen, sondern einen eigenständigen katholischen Herrschaftsbereich mit Sevilla als Zentrum begründen. Zu diesem Zweck bemühte er sichum den Beistand der Franken und verbündete sich mit den Feinden des Reichs, den Sueben und den Byzantinern. Er trat den Byzantinern sogar die Stadt Córdoba ab, bekam jedoch von ihnen keine wirksame Hilfe. Leovigild strebte zunächst eine friedliche Lösung an, obwohl Hermenegild eigene Goldmünzen prägte, sich wie ein eigenständiger Herrscher verhielt und als Vorkämpfer des Katholizismus auftrat. Schließlich ging Leovigild mit einer überlegenen Streitmacht gegen seinen aufständischenSohn vor. Ab 582 unterwarf er in knapp zwei Jahren die abgefallenen Gebiete. 583 begann er die Belagerung Sevillas. Córdoba gewann er durcheine Geldzahlung von den Byzantinern zurück. Anfang 584 kapitulierteHermenegild. Ingund fand mit Hermenegilds Sohn Athanagild im byzantinischen Machtbereich Zuflucht. Sie starb in Afrika, Athanagild wurde nach Konstantinopel gebracht. Hermenegild blieb in Haft. 585 wurde er ermordet, angeblich weil er sich weigerte, zum Arianismus zurückzukehren. Die Hintergründe der Tat bleiben unklar, und es ist unsicher, ob Leovigild den Mordbefehl gab.[4] Unterwerfung der Sueben und Frankenkrieg Die Sueben unter König Miro, die bereits katholisch waren, wollten Hermenegild zu Hilfe eilen, vermochten aber militärisch nichts auszurichten. Auf diesem Feldzug starb Miro. Im Suebenreich kam es zu einer Auseinandersetzung um die Königswürde; Miros Sohn und Nachfolger wurde voneinem Usurpator gestürzt. Leovigild nutzte diese Wirren, um 585 die Sueben zu unterwerfen, wobei er auf wenig Widerstand stieß. Damit endete das suebische Königtum. Das Suebengebiet wurde ins Westgotenreich eingegliedert.[5] Der merowingische Frankenkönig Guntram I. versuchte vergeblich das westgotische Septimanien zu erobern. Die Franken konnten zunächst Carcassonne einnehmen, erlitten dann aber schwere Niederlagen gegen die vom Thronfolger Rekkared geführten Westgoten, welche die verlorenen Gebietezurückeroberten und ihrerseits auf fränkisches Territorium vordrangen Leovigild strebte danach, seinem Königtum kaiserlichen Glanz zu verleihen, indem er sich an der römischen Tradition orientierte.[7] Dabei nahm er nicht nur das zeitgenössische oströmische Kaisertum, sondern auch ältere (west)römische Gepflogenheiten zum Vorbild. Zu dieser „Imperialisierung“ des westgotischen Königtums gehörten folgende Maßnahmen: Leovigild war der erste Westgotenkönig, der „unter den Seinigen“ –also auch außerhalb diplomatischer Anlässe – ein besonderes Herrschergewand trug und auf einem Thron saß. Auf Münzen ist er im Königsornatabgebildet.[8] Vor Leovigild hatten die Westgoten Goldmünzen mit dem Bild und Namen des jeweiligen Kaisers geprägt, womit sie ein Vorrecht des Kaisersrespektierten. Leovigild ging dazu über, seine Münzen mit seinem eigenen Bild und Namen zu versehen. Anlässlich militärischer Erfolge (Eroberung von Sevilla, Córdoba und Braga) wurden nach römischem Brauch Münzen mit entsprechenden Aufschriften geschlagen. Vorbild hierfür war nicht die zeitgenössische oströmische Prägung, sondern die alte weströmische.[9] Mit Städtegründungen knüpfte Leovigild ebenfalls an die kaiserliche römische Tradition an. Dies kam auch in der Namensgebung der neuen Städte zum Ausdruck: eine hieß Reccopolis (zu Ehren Rekkareds), eine andere, anlässlich des Sieges über die Basken gegründete nannte der König Victoriacum („Siegesstadt“). Zu dieser Politik gehörte auch die Erhebung Toledos zur neuen Hauptstadt des Reichs. In dieser Funktion als ständige Residenz des Herrschers erscheint Toledo ab 580. Leovigild veranlasste eine Aufzeichnung des gesamten geltenden Rechts,d. h. der älteren Gesetze und seiner eigenen. Ein Ziel seiner gesetzgeberischen Tätigkeit war die rechtliche Angleichung von Romanen und Goten, womit er die Einheit der Reichsbewohner stärkte. Aus den ethnischen Einheiten (gentes) sollte ein Reichsvolk (populus) werden. Bisher hatten die Goten ihr Stammesrecht (Codex Euricianus), während für die Romanen ein eigenes, an der römischen Tradition orientiertes Gesetzbuch(Lex Romana Visigothorum) galt. Leovigild hat diese rechtliche Trennung wohl mit seinem Gesetzbuch gänzlich beendet. Er hob das Verbot derEheschließung zwischen Goten und Romanen auf, das ohnehin schon oft missachtet worden war, und führte das bei den Romanen geltende Erbrechtder Töchter auch für die Goten ein. Leovigild strebte ebenso wie im Rechtswesen auch auf religiösem Gebieteine Vereinheitlichung an. Sein Ziel war eine gemeinsame Staatsreligion für alle Reichsbewohner. Diese sollte nach seiner Überzeugung der traditionelle Arianismus der Goten sein. Daher versuchte er durch Druck, Überredung und Belohnungen auf die Katholiken einzuwirken. Der katholische Bischof Vincentius von Saragossa trat zum Arianismus über. DerKönig begnügte sich aber mit dieser Zermürbungstaktik und unternahm keinen umfassenden Angriff auf die katholische Kirche. Er erlaubte die katholische Religionsausübung und die Neubesetzung freigewordener katholischer Bistümer. Die von den Katholiken als Verfolgung beklagtenMaßnahmen des Königs setzten anscheinend erst nach dem Aufstand Hermenegilds ein. Der katholische Geschichtsschreiber Isidor von Sevilla behauptet, Leovigild habe zahlreiche katholische Bischöfe in die Verbannung geschickt; namentlich bekannt sind aber nur zwei, Masona von Méridaund Leander von Sevilla. Im Fall Leanders, der sich als Ratgeber Hermenegilds politisch kompromittiert hatte, handelte es sich möglicherweise um ein freiwilliges Exil. Verbannt wurde auch der Chronist Johannesvon Biclaro, der später – nach Leovigilds Tod – Bischof von Girona wurde. 580 trat in Toledo ein Konzil der arianischen Bischöfe zusammen, das einzige in der westgotischen Geschichte, von dem wir wissen. Es fassteauf Wunsch des Königs Beschlüsse zur Dogmatik und zum Kult, die den Katholiken entgegenkamen, um ihnen den Übertritt zu erleichtern; die katholische Taufe wurde als gültig anerkannt. Diese Schritte erfolgten unter dem Eindruck des im Vorjahr ausgebrochenen Aufstands Hermenegilds.Das Eingreifen des Königs sogar in dogmatische Angelegenheiten entsprach oströmischem Brauch, es war in den arianischen Kirchen der Germanenreiche nicht üblich. Die Erfolge von Leovigilds Religionspolitikblieben vereinzelt; gesamthaft ist sie gescheitert, da der Katholizismus schon zu stark war. | VON CARTAGENA, Theodosia (I22590)
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| 3186 | Leszno (deutsch Lissa, früher auch Lissen und Polnisch-Lissa, ist eine kreisfreie Stadt in der polnischen Woiwodschaft Großpolen, rund 70 Kilometer südwestlich von Posen und etwa 90 Kilometer nordwestlich von Breslau https://de.wikipedia.org/wiki/Leszno | VON SCHMETTAU, Susanne Marie (I564)
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| 3187 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I7158)
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| 3188 | Leuchtenberg mit dem Hauptort Pfreimd und zuvor mit Sitz in Leuchtenberg war eine kleine Landgrafschaft im nördlichen Oberpfälzer Wald, etwa 30 km östlich von Amberg und dem Fürstentum Sulzbach. Sie bestand aus den vier Ämtern Leuchtenberg, Pfreimd, Wernberg und Mißbrunn mit einer Gesamtfläche von etwa 250 km². Herrschaft des Hauses Leuchtenberg bis 1646 Die Landgrafschaft Leuchtenberg entstand im Nordgau um die Burg Leuchtenberg. Die Leuchtenberger wurden 1158 in den Grafenstand erhoben, 1196 wurden sie zu Landgrafen und im 15. Jahrhundert zu Reichsfürsten mit Sitz im Reichsfürstenrat. Sie führten bis zu ihrem Erlöschen 1646 den Landgrafentitel. | VON LEUCHTENBERG, Gebhard III. (I31989)
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| 3189 | Leuchtet: Alther T 48 | HAG\HAGEN, Rudolf \ LUDWIG (I4298)
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| 3190 | Leuchtet: SSG | ZOLLIKOFER, Margaretha (I5760)
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| 3191 | Licinia Eudoxia wurde 424 im Alter von zwei Jahren mit dem damals fünfjährigen weströmischen Kaiser Valentinian III., einem Cousin ihres Vaters, verlobt. Die Hochzeit fand am 29. Oktober 437 in Konstantinopel statt. Nach einem Winteraufenthalt in Thessalonike reiste das junge Paar 438 nach Ravenna, damals Kaiserresidenz der weströmischen Reichshälfte. Hier wurde Licinia Eudoxia der Titel einer Augusta verliehen. Goldmünzen feierten sie als salus Orientis, felicitas Occidentis.[2] Die beiden Töchter Eudocia und Placidia wurden etwa zu dieser Zeit geboren. Später hielt sich die Kaiserin vor allem in Rom auf. Dort stiftete sie die römische Basilika San Pietro in Vincoli. Nach der Ermordung Valentinians III. im März 455 – ein Racheakt, weil dieser zuvor seinen übermächtigen Heerführer Aëtius eigenhändig umgebracht hatte[3] – wurde Licinia Eudoxia zur Ehe mit dessen Nachfolger Petronius Maximus, der in die Ermordung Valentinians III. verstrickt war, gezwungen, um dessen Herrschaft Legitimität zu verleihen. Seinen Sohn und Unterkaiser Palladius vermählte Maximus mit Eudoxias Tochter Eudocia. Eudocia war jedoch bereits infolge des römisch-vandalischen Friedensvertrags (foedus) von 442 mit Hunerich, dem Sohn des Vandalenkönigs Geiserich, verlobt. Geiserich nahm die Usurpation des Maximus und den offenen Bruch des Vertrags von 442 zum Anlass, mit einer vandalischen Flotte Rom anzugreifen und die Stadt 14 Tage lang zu plündern. Von Licinia Eudoxia berichtet die Überlieferung, sie habe die Vandalen herbeigerufen, um den Mord ihres Gatten Valentinian zu rächen und sich gegen ihre Zwangsehe mit Maximus zu wehren.[4] Ob dies zutrifft, ist in der Forschung umstritten. Nach der Landung der Vandalen in Portus versuchte jedenfalls Maximus, der offensichtlich keinen Rückhalt in der Bevölkerung genoss, aus Rom zu fliehen, und wurde dabei am 31. Mai 455 getötet. Die Vandalen führten Licinia Eudoxia und ihre beiden Töchter als Gefangene mit sich in ihr Reich nach Africa, wo Eudocia Geiserichs Sohn Hunerich ehelichte, mit dem sie seit 442 verlobt gewesen war. Erst um 462 gelang es den wiederholten Gesandtschaften des oströmischen Kaisers, Licinia Eudoxia mit einer großen Lösegeldsumme freizukaufen. Sie verließ Africa und kehrte nach 25 Jahren mit ihrer Tochter Placidia nach Konstantinopel zurück, während ihre Tochter Eudocia in Karthago blieb und Hunerich einen Sohn namens Hilderich gebar. Dieser Enkel eines weströmischen Kaisers herrschte von 523 bis 530 über die Vandalen in Africa. | LICINIA, Eudoxia (I47235)
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| 3192 | Liebenstein (Adelsgeschlecht) Liebenstein ist der Name eines alten, ursprünglich aus dem Elsass stammenden Adelsgeschlechts (anfangs Herren von Liebenstein, später Freiherren von Liebenstein), das seit dem 13. Jahrhundert seinen Hauptsitz auf Schloss Liebenstein bei Neckarwestheim in Baden-Württemberg hatte. Zweige der Familie bestehen bis heute. Das Geschlecht ist nicht zu verwechseln mit der thüringisch-hessischen Familie von Stein zu Liebenstein oder der hessischen Familie von Preuschen von und zu Liebenstein. Der Stammsitz der Herren von Liebenstein lag im südlichen Elsass nahe Liebsdorf bei Ferrette (Pfirt) auf der heute noch als Ruine erhaltenen Burg Liebenstein. Die Liebensteiner zählten zum alten hohen Adel, ein Bertold von Liebenstein war 1299 Fürstabt des Klosters Murbach. Sie sind im Elsass bis kurz nach 1300 nachweisbar, als ihr Stammsitz an die Grafen von Pfirt fiel... | VON LIEBENSTEIN, Elisabeth (I1737)
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| 3193 | liegt am oberen rechten Zürichseeufer im Bezirk Meilen im Kanton Zürich Sehenswürdigkeiten in Stäfa sind das Gasthaus Alte Krone, wo Johann Wolfgang von Goethe 1797 beim Besuch seines Freundes Heinrich Meyer übernachtete – heute erinnert eine Gedenktafel daran – und das sogenannte Goethebänkli, von wo man einen grossartigen Blick auf den Zürichsee, die Insel Ufenau, den Etzel und die Alpen geniesst. Johann Heinrich Meyer (* 16. März 1760 in Stäfa bei Zürich; † 14. Oktober 1832 in Jena) war ein Schweizer Maler und Kunstschriftsteller. Der Füssli-Schüler ging 1784 nach Rom, wurde 1787 Goethes Freund, lebte ab 1791 in Weimar, wirkte dort ab 1806 als Direktor der Fürstlichen freien Zeichenschule und war Goethes rechte Hand in Kunstangelegenheiten. Heinrich Meyer ist als Kunschtmeyer oder auch als Goethemeyer bekannt. | KELLER, Johannes (I19517)
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| 3194 | liess 1589 das Stadthaus in St. Gallen (heute Sitz der Ortsbürgergemeinde St. Gallen) errichten und gehörte zu seiner Zeit zu den 20 reichsten Bürgern der Stadt; verheiratet mit Sabina Zollikofer (1545–1585) | SCHLUMPF, Hans (I2977)
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| 3195 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I2004)
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| 3196 | Linie Schönau-Laufenburg Der Hauptmann der vier Waldstädte und Vogt zu Laufenburg Johann Otmar von Schönau heiratete Margarethe Truchseß von Rheinfelden. Er stiftete Mitte des 16. Jahrhunderts die Linie zu Laufenburg. Sie erlosch im Mannesstamm 1633 mit dem Tode von Johann Baptist von Schönau, der zwei seiner Söhne überlebte. Durch die Heirat von Maria Johanna Franziska von Schönau mit Johann Nikolaus Freiherr von Grandmont wurden Grandmonts Nachfolger der Schönau | VON SCHÖNAU, Hans Othmar (I11408)
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| 3197 | Linie zu Goethe: - Wendelin Köhler und Ley Maria - Priester Wolfgang Heinrich und Köhler Anna Margaretha - Textor Johann Wolfgang und Priester Anna Margaretha - Textor Christoph Heinrich und Appel Maria Catherina - Textor Johann Wolfgang und Lindheimer Anna Margaretha - Goethe Johann Kaspar und Textor Catherina Elisabeth - JOHANN WOLFGANG VON GOETHE | WENNER, Barbara (I23408)
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| 3198 | Linien und Besitzungen Verschiedene Zweige gelangten im Laufe der Zeit an den Niederrhein, nach Hannover, Oldenburg, Mecklenburg, Pommern, die Oberlausitz und Südpreußen. Die späteren Freiherren nannten sich zumeist Mönster, seit der Erhebung in den Grafenstand führten sie den Namen Münster. Im Baltikum wurde Jaspar Landmarschall des Deutschen Ordens. Er wurde 1577 durch die Moskowiter umgebracht. Die vermutete Burg Meinhövel bei Nordkirchen wurde wahrscheinlich 1242 von fürstbischöflichen Truppen zerstört. Anfang des 14. Jahrhunderts zog eine Bertha von Münster zu Diepenbrock, Nachfahrin der Herren von Meinhövel, unter Verweis auf alte Rechte nach Nordkirchen, um einen halben Kilometer westlich des Burgstalls neben der Mühle am Teufelsbach einen Wohnturm zu errichten. Die ebenfalls in Nordkirchen ansässige adelige Familie Morrien strengte vor dem Reichskammergericht einen Prozess an, bei dem es letztlich um die Vorherrschaft in Nordkirchen ging, indem sie bestritt, dass es in Nordkirchen einen früheren Adelssitz der Familie Meinhövel gegeben habe, und den sie offenbar verloren hat, denn Berthas Sohn konnte den Wohnturm nach und nach zu einer ansehnlichen Burg erweitern.[4] Diese neue Wasserburg wurde im 19. Jahrhundert zerstört. Edgard von Münster, Edler Herr zu Meinhövel und Rünen († 1522)[5], begründete durch seinen Sohn Georg die Linie des Geschlechts, die sich in Westfalen ausbreitete. Surenburg kam 1612 in den Besitz der Familie, Gut Langelage[6] (heute Ortsteil von Bohmte) 1764 durch Heirat aus der Familie von Oer und Schloss Ledenburg 1776. Drei Brüder teilten diese Linie in die drei Häuser Langelage, Meinhövel und Ledenburg. Der ältere Sohn Ludwig Friedrich Diedrich Wilhelm, Herr zu Langelage, Warburg, Germete, Surenburg und Geisbeck, war der Begründer des Hauses Langelage im Osnabrückschen. Der mittlere Sohn Georg Werner August Diedrich begründete das Haus Meinhövel in Westfalen und der jüngere Sohn Ernst Friedrich Herbert, Halbbruder der genannten älteren Brüder, das Haus Ledenburg, ebenfalls im Osnabrückschen. | VON MÜNSTER, Ernst I. (I18787)
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| 3199 | Liste Achim Höhler 14.02.2022: Kauert Johannes Henrich | KAUERT, Johannes Peter (I44912)
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| 3200 | Liste Achim Höhler 14.02.2022: Kauert Johannes Henrich | KAUERT, Johannes Christian (I44913)
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