Strauss Genealogie


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3201 Liste Achim Höhler 14.02.2022: Kauert Johannes Henrich  KAUERT, Johannes Henrich (I44914)
 
3202 Liste Achim Höhler 14.02.2022: Kauert Johannes Henrich siehe Nr.2387 KAUERT, Anna (I44915)
 
3203 Lit .: In SSG keine Angaben zur Herkunft; das Fehlen eines vollständigen Heiratsdatums
weist auf eine auswärtige Heirat hin; evtl. wurde der Name deswegen auch verfälscht. Alther T 46B
nennt eine Familie „Atzenholz von Dottenwil“  
ATZENHOLZ, Dorothea (I5758)
 
3204 Literatur:
A. von den Velden, Die ersten Generationen der Familie du Fay in Frankfurt a.M. In: Frankfurter Blätter für Familiengeschichte Jg. 4, 1911, S. 65-69 und Ergänzung von W. Merian-Mesmer: ebd., S. 116; von A. von den Velden: ebd., S. 166. 
DU FAY, Jean Noë (I3398)
 
3205 Liudolf ist somit der Halbbruder der schwäbischen Herzöge Ernst II. und Hermann IV., vor allem aber des Kaisers Heinrich III.

Er heiratete Gertrud die Ältere von Braunschweig († 1077), zu deren Herkunft es in der Wissenschaft eine umfangreiche Debatte gibt.

Seine Nachkommen sind:

Brun II. (* um 1024; † 26. Juni 1057), 1052 Graf in Flutwidde
Ekbert I. († 1068) Graf von Braunschweig, Markgraf von Meißen; ∞ Irmgard, Tochter des Odalrich-Maginfred Markgraf von Turin, Witwe des Otto von Schweinfurt
Mathilde, † 1044, heiratet 1034 Heinrich I., † 1060, 1031 König von Frankreich
Ida von Elsdorf 
VON FRIESLAND, Liudolf (I36034)
 
3206 Liutgard von Dänemakr war Tochter des Dänenkönigs Sven III.

Die Grafen von Andechs zählten im 12. und bis Mitte des 13. Jahrhunderts neben den Welfen zu den bedeutendsten bayerischen Adelsgeschlechtern des Heiligen Römischen Reiches. Sie waren ein Zweig der vermutlich von den Diepoldinger-Rapotonen stammenden Grafen von Dießen am Ammersee, die mit einem Graf Berthold, ansässig an der oberen Isar bei Wolfratshausen im Jahr 990 erstmals nachweisbar sind und sich seit 1132 nach der allodialen Stammburg von Andechs (um 1060 von Andehsa) nannten. 1248 ist das Geschlecht erloschen. 
(ANDECHS), Berthold III. (I39585)
 
3207 Liutgard war Mitbegründerin des Klosters Kastl – zusammen mit ihrem Bruder Gebhard III. von Zähringen, Bischof von Konstanz, – und zusammen mit ihrem Sohn des Klosters Reichenbach am Regen.

Liutgard war ein häufiger Name im Geschlecht der Zähringer, bekannt sind vor allem Liutgard als Gemahlin des Grafen Landolt I. von Nellenburg, vermutlich einem Sohn von Guntram dem Reichen und Liutgard als Tochter des Berthold II. von Zähringen, der Gemahlin des Pfalzgrafen bei Rhein Gottfried von Calw, mit der sie oft verwechselt wird. Auch sie hatten wieder eine Tochter desselben Namens, deren Schwester war Uta von Schauenburg. Weiterhin benennt auch Graf Berthold IV. von Zähringen eine Tochter mit diesem Namen. 
VON ZÄHRINGEN, Liutgard (I40178)
 
3208 Liutward von Vercelli († 24. Juni 900 oder 901) war seit 880 Bischof von Vercelli und bis 887 der wichtigste politische Berater des Frankenkönigs und Kaisers Karl III.

Leben
Liutward stammte aus Schwaben, seine Erziehung erhielt er im Kloster Reichenau. Er machte früh (vielleicht 872)[1] Bekanntschaft mit Karl III. Nach dem Tod von Karls Vater Ludwig 876 übernahm Karl die Herrschaft in Alemannien. Liutward stieg zu Karls wichtigsten Berater auf, übernahm die Leitung der Kanzlei und wurde 878 zu Karls Erzkanzler ernannt. Anscheinend bekleidete er seit 882/83 auch die Würde eines Erzkapellans.[2] Liutward prägte maßgeblich die Politik Karls und beeinflusste vor allem dessen Papst- und Italienpolitik. Seit 880 war er Bischof von Vercelli und unterhielt gute Beziehungen zum Papsttum, was die Kaiserkrönung Karls 881 erleichterte. Er trat ebenso als Vermittler zwischen Kaiser und Papst auf und organisierte Anfang 882 deren Zusammenkunft in Ravenna.

Als Karl 882 das Erbe seines Bruders Ludwig III. antrat und somit das gesamte Ostfrankenreich beherrschte, kam es zwischen Liutward und dem einflussreichen Mainzer Erzbischof Liutbert zum Konflikt. Liutbert hatte unter Ludwig III. als Erzkanzler fungiert, unterlag nun jedoch Liutward, der weiterhin Karls Erzkanzler blieb. In der Mainzer Fortsetzung der Annales Fuldenses, die im Umfeld Liutberts entstand, wird Liutward im Eintrag zum Jahr 882 daher abschätzig als pseudoepiscopus („falscher Bischof“) bezeichnet. 882 organisierte Liutward den Friedensschluss von Elsloo mit den Normannen, der in der Mainzer Fortsetzung der Fuldaer Annalen scharf kritisiert wird, während die bayerische (oder Regensburger) Fortsetzung Liutward günstiger beurteilt.[3] Liutward bevorzugte offenbar eine diplomatische Lösung. Das Konzept, Normannen als Grenzschutz anzusiedeln, misslang in Ostfranken zwar, im Erfolgsfall hätte dies aber weitreichende Folgen haben können, wie die spätere erfolgreiche Ansiedlung von Normannen in Westfranken im Jahr 911 zeigt.[4] Karl errang 885 auch die Herrschaft über Westfranken und vereinigte zum letzten Mal das zerfallende Karolingerreich zumindest für wenige Jahre unter einem Herrscher.

Liutward war in den folgenden Jahren mit mehreren diplomatischen Missionen betraut. Er stand weiterhin in Karls Gunst und genoss dessen Vertrauen, wobei er davon materiell profitierte. Das hohe Prestige Liutwards drückte sich unter anderem dadurch aus, dass Notker Balbulus die erste Fassung seiner Sequenzensammlung (Liber Ymnorum, um 884) Liutward gewidmet hat. Es kam aber schließlich zum Konflikt mit den großen Adeligen, vor allem aus Alemannien, die Liutward stürzen wollten und gegen ihn intrigierten.[5] Im Juni 887 wurde Liutward entmachtet, nachdem ihm sogar Ehebruch mit Karls Ehefrau Richgard(is) (Richardis) vorgeworfen wurde. Nachfolger wurde ausgerechnet Liutwards Rivale Liutbert.[6] Liutward selbst wandte sich daraufhin Arnolf von Kärnten zu, spielte politisch aber keine Rolle mehr. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Liutward in Italien. Er starb während eines Ungarneinfalls. 
N., N. (I11463)
 
3209 Liutwin war ein fränkischer Adliger aus dem Geschlecht der Widonen. Sein Onkel Basin war bis 705 Bischof von Trier. Liutwin hatte zunächst nicht die Absicht, eine kirchliche Laufbahn einzuschlagen. Er heiratete standesgemäß, vermutlich eine Frau aus der Familie der Robertiner, und hatte zwei Söhne, Milo und Wido sowie vielleicht eine Tochter, Rotrude. Über seine vermutliche Tochter Rotrude ist Liutwin Schwiegervater Karl Martells und Urgroßvater Karls des Großen.

Die Legende berichtet, dass Liutwin bei einem Jagdausflug in der Nähe der Saarschleife auf einer Lichtung rastete und einschlief. Ein Adler flog herbei, blieb über dem Schlafenden in der Luft stehen und schützte ihn so vor der Sonne. Als Liutwin von seinem Diener davon erfuhr, deutete er das Ereignis als ein von Gott gesandtes Zeichen. Er ließ an der Stelle des Adlerwunders eine Kapelle zu Ehren des Heiligen Dionysius errichten. Die Dionysiuskapelle entwickelte sich bald zu einem christlichen Missionszentrum. An ihrer Stelle steht heute die Pfarrkirche St. Gangolf in Mettlach.

Um 690 gründete Liutwin das Kloster Mettlach. Nach dem Tod seines Onkels Basin folgte Liutwin diesem auf den Bischofsstuhl in Trier. Wenig später übernahm er nach der Legende auch die Bistümer Reims und Laon und war somit einer der wichtigsten kirchlichen Würdenträger im fränkischen Reich.

Liutwin starb 717 in Reims und wurde dort beigesetzt. Liutwins Nachfolger als Bischof von Trier und Reims war sein Sohn Milo. Dieser ließ die sterblichen Überreste seines Vaters nach Trier bringen, um ihn in der Heimat beisetzen zu lassen. Allerdings war es der Überlieferung nach nicht möglich, Liutwin in Trier zu bestatten. Also fiel der Beschluss, der Tote solle sich seinen Begräbnisplatz selbst suchen. Der Sarg wurde auf ein Schiff gebracht, das sich von selbst zunächst die Mosel, dann die Saar hinauf bewegte und schließlich in Mettlach anlegte, wo die Kirchenglocken zu läuten begannen. Liutwin wurde in der Marienkirche des Klosters Mettlach beigesetzt. 
(TRIER), Liutwin (I39257)
 
3210 Lohgerber, Kaufmann in Barmen-Gemarke
Fabrikant der Firma Alexander Dahl, gegründet 1836/38 (Lohgerberei in der „Höhne“),
Wanderschaft nach Italien und Frankreich (u. a. Paris)
J. Gruch, Die evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer im Rheinland IV, Bonn 2020, Nr. 14545

Barmen, heute Wuppertal
https://de.wikipedia.org/wiki/Barmen


Frank Heidermanns
http://www.heidermanns.net/gen-pers.php?ID=112029
Tafelindex: 2 „Dahl“ auf Tafel Diergardt–Lindlar (PDF/JPG)
http://www.heidermanns.net/gen-tab.php?TN=Diergardt-Lindlar&FN=Dahl
https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Heidermanns
 
DAHL, Alexander (I59)
 
3211 Lothar folgte seinem Vater nach dessen Tod im Jahr 964 in allen Rechten und Besitzungen und erscheint seit 993 als Markgraf von Nordmark. Die Nordmark war nach dem Slawenaufstand nur noch ein kleines Gebiet im Westen des ehemaligen Gebietes. Lothar trat erstmals 979 hervor, als ihm zusammen mit seinem Bruder Siegfried die Überwachung Geros von Alsleben anvertraut wurde. Nach dem Tode seiner Mutter und seines Bruders Siegfried im Jahre 991 verweigerte er seiner Schwägerin und seinen Neffen ihre Erbansprüche, musste aber nachgeben und deren Erbanteile herausgeben.

Lothar vergrößerte wesentlich die Macht des Hauses Walbeck. Als Markgraf nahm er 993 an einem erfolglosen Feldzug unter Führung des Markgrafen Ekkehard I. von Meißen gegen die Liutizen teil. Mit Ekkehard geriet er später in Konflikt wegen dessen Haltung zur Heirat seines Sohnes Werner mit Ekkehards Tochter Luitgard. Er war daher 1002 bei der Vorwahl zum König Ekkehards entschiedenster Gegner. Er unterstützte zuerst Herzog Hermann II. von Schwaben, erkannte dann aber König Heinrich II. an, der ihn in allen seinen Ämtern und Rechten bestätigte. Möglicherweise animierte Lothar die Grafen von Northeim und von Katlenburg zum Mord an Ekkehard I.

Lothar starb vermutlich nach dem Genuss eines giftigen Trankes oder an Alkoholvergiftung in Köln. 
VON WALBECK, Lothar III. (I37202)
 
3212 Lothar II. (Italien)aus der Familie der Bosoniden war bereits als kleines Kind ab 931 Mitregent seines Vaters, König Hugos I., dann, nach dessen Ablösung, von 946 bis 950 alleiniger König von Italien. Er wurde zu den „Nationalkönigen“ gezählt.

Lothar war der Sohn des zu dieser Zeit etwa 50 Jahre alten Königs Hugo von Arles, wie er auch genannt wurde, und der Fränkin Alda, der Älteren; das Paar hatte zwei Kinder. Hugo unterhielt allerdings Beziehungen zu einer ganzen Reihe von Frauen; er heiratete die Schwiegermutter seines Sohnes, Berta von Alamannien, zuletzt die in Rom überaus einflussreiche Marozia, die Schwiegermutter seiner Tochter. Diese Tochter, Lothars ältere Schwester, hieß ebenfalls Alda, die Jüngere. Sie heiratete 936 Alberich II. von Spoleto, Sohn Marozias, der in Rom eine vorherrschende Stellung innehatte. Ihr gemeinsamer Sohn wurde später als Johannes XII. Papst.

Lothar war mit der wenig jüngeren Adelheid von Burgund verheiratet, der Tochter König Rudolfs II. von Hochburgund und jener Berta. Seit 933 waren die Kinder bereits einander versprochen, dementsprechend schlossen sie die Ehe erst in der ersten Hälfte des Jahres 947. Lothars Vater heiratete im Dezember 937 Lothars Schwiegermutter.

Lothars Tochter Emma von Arles wurde 966 mit dem westfränkischen König Lothar verheiratet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Lothar_II._(Italien)
https://de.wikipedia.org/wiki/Alda_die_Ältere
https://de.wikipedia.org/wiki/Berta_von_Alamannien
https://de.wikipedia.org/wiki/Marozia
https://de.wikipedia.org/wiki/Alda_die_Jüngere
https://de.wikipedia.org/wiki/Alberich_II.
https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_XII.
https://de.wikipedia.org/wiki/Lothar_(Frankreich) 
VON ITALIEN, Lothar II. (I16149)
 
3213 Lothar war der älteste Sohn Ludwigs des Frommen und dessen Ehefrau Irmingard. Er gehörte somit zum Adelsgeschlecht der Karolinger. Seit August 814 regierte er Bayern und im Juli 817 wurde er bei der Teilung des Reichs durch Ludwig den Frommen Mitkaiser[1]. Mitte Oktober 821 vermählte er sich in Diedenhofen mit Irmingard von Tours, Tochter des Grafen Hugo von Tours. 822 erhielt er auch Italien und ein Jahr später, zu Ostern am 5. April 823, von Papst Paschalis I. die Kaiserkrone.

Lothars Gebeine wurden 1721 beim Neubau der Abteikirche in den neuen Hochaltar umgebettet und 1860 wiedergefunden. 1874 wurde mit finanzieller Unterstützung Kaiser Wilhelms I. ein neues Grabmal geschaffen. In die Grabplatte wurde die Grabinschrift von Hrabanus Maurus eingemeißelt:

“Continet hic tumulus memorandi Caesaris ossa, Hlotharii, magni principis atque pii. Qui Francis, Italis, Romanis praefuit ipsis, Omnia sed sprevit, pauper et hinc abiit. Nam bis tricenos monachus sic attigit annos, Et se mutavit, ac bene post obiit. III. Cal. Octob.”

„Es birgt dieses Grab die Gebeine des unvergesslichen Kaisers, Lothars, des großen und gottesfürchtigen Herrschers. Der über Franken, Italier, selbst Römer gebot. Verschmähte doch alles und ging dann als Armer hinweg. Als Mönch erreichte er ja gerade die Sechzig. Wandelte sich und schied danach selig dahin am 29. September [855].“

Auf Lothar geht der Spruch Tempora mutantur zurück.  
(FRANKENREICH), Lothar I. (I37404)
 
3214 Lothar war der zweite Sohn Kaiser Lothars I. und dessen Ehefrau Irmingard von Tours. Kurz vor seinem Tod 855 teilte Lothar I. sein Reich – das Lotharii Regnum oder Mittelreich – zwischen seinen drei Söhnen in der Reichsteilung von Prüm auf: Der älteste Sohn Ludwig erhielt Italien und den Kaisertitel, Lothar II. bekam Lotharingien (aus dem das spätere Lothringen hervorging), einschließlich der Residenz Aachen, und dem jüngsten Sohn Karl wurden die Provence und Burgund zugesprochen.

Lothars Leben war vor allem geprägt von der Kinderlosigkeit seiner Frau. Im Jahr 855 heiratete Lothar Theutberga, die Tochter des Grafen Boso von Arles. Da die Ehe jedoch kinderlos blieb, trennte sich Lothar 860 von seiner Frau, um 862 seine Mätresse Waldrada zu heiraten, mit der er bereits einen Sohn, Hugo, hatte. Obwohl die Aachener Synoden von 860 und 862 das Vorgehen des Königs absegneten, führte dies zu einem langwierigen Streit. Erzbischof Hinkmar von Reims, ein enger Berater Karls des Kahlen, prangerte auf dessen Betreiben in einer Denkschrift diesen Beschluss an, woraufhin Papst Nikolaus I. sich in die Sache einschaltete.

Nachdem 862 auf der Synode von Metz in Anwesenheit der päpstlichen Legaten die Scheidung (angeblich durch Bestechung) abermals anerkannt worden war, ging Ado von Vienne, zu der Zeit Lehrer an der Klosterschule Prüm, nach Rom, um Beschwerde dagegen einzulegen. Der Papst widerrief die Entscheidung und exkommunizierte die Erzbischöfe Gunthar von Köln und Theutgaud von Trier, die auf der Synode von Metz die treibende Kraft gewesen waren. 868 exkommunizierte Papst Nikolaus auch Waldrada.

Papst Hadrian II. erlaubte schließlich Lothar, seine Angelegenheit persönlich in Rom vorzutragen. Lothar reiste zuerst nach Ravenna, wo er seinen Bruder, Kaiser Ludwig II. vermutete. Dieser war aber an den Kriegsschauplätzen in Süditalien unabkömmlich und ließ ihm durch Boten ausrichten, das Land zu verlassen und wieder heimzukehren. Lothar reiste trotzdem weiter nach Benevent, wo er seinen Bruder antraf. Hier setzte er ihm so lange zu, bis sich Kaiserin Engelberga bereit erklärte, ein Zusammentreffen mit Papst Hadrian II. in die Wege zu leiten und Lothar zu begleiten. Das Treffen mit dem Papst kam dann im Juli 869 auf Monte Cassino zustande. Papst Hadrian II. lehnte es ab, Lothars zweite Ehe anzuerkennen. Er verwies darauf, dass diese Frage nur von einem abendländischen großen Konzil geklärt werden könne, zu dem auch die fränkischen Bischöfe nach Rom kommen sollten. Bei der Messe reichte Papst Hadrian II. Lothar II. auf dessen ausdrücklichen Wunsch die Kommunion, wodurch Lothar II. wieder in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen wurde und seine Exkommunikation als öffentlicher Sünder rückgängig gemacht wurde. Lothar musste allerdings zuvor dem Papst versichern, dass er nach Waldradas Exkommunikation mit dieser nicht mehr zusammengekommen war. Auf der Rückreise in den Norden machte er in Rom halt, wo ihm der Papst ein Hochamt zu seinen Ehren verweigerte. Trotzdem kam es zu einem Essen im Lateranpalast, wo Geschenke ausgetauscht werden. Frohgemut brach Lothar II. von Rom auf. In Lucca wurde er aber von einem Fieber befallen, das auch unter seinen Gefolgsleuten wütete. Auf der Weiterreise starb Lothar II. in Piacenza und wurde in der Kirche Sant’Antonino begraben.[1][2]

Nach Lothars Tod wurde das Mittelreich 870 im Vertrag von Meersen zwischen Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen aufgeteilt. Plan und Modalitäten der Teilung waren bereits 867 in der Abtei Sankt Arnulf gefasst worden; Bürgen dieses Handels waren seitens Ludwig Hinkmar von Reims, Hinkmar von Laon und Odo von Beauvais, auf Seiten Karls Erzbischof Liutbert von Mainz, Altfrid von Hildesheim und Witgar von Augsburg.[3]

Theutberga wurde in Lothars Todesjahr Äbtissin von Sainte-Glossinde in Metz, sie starb vor dem 25. November 875. Waldrada starb nach dem 9. April 868 als Nonne im Kloster Remiremont. 
(LOTHRINGEN), König von Lothringen Lothar II. (I11445)
 
3215 Lothar war der zweite Sohn Kaiser Lothars I. und dessen Ehefrau Irmingard von Tours. Kurz vor seinem Tod 855 teilte Lothar I. sein Reich – das Lotharii Regnum oder Mittelreich – zwischen seinen drei Söhnen in der Reichsteilung von Prüm auf: Der älteste Sohn Ludwig erhielt Italien und den Kaisertitel, Lothar II. bekam Lotharingien (aus dem das spätere Lothringen hervorging), einschließlich der Residenz Aachen, und dem jüngsten Sohn Karl wurden die Provence und Burgund zugesprochen.

Lothars Leben war vor allem geprägt von der Kinderlosigkeit seiner Frau. Im Jahr 855 heiratete Lothar Theutberga, die Tochter des Grafen Boso von Arles. Da die Ehe jedoch kinderlos blieb, trennte sich Lothar 860 von seiner Frau, um 862 seine Mätresse Waldrada zu heiraten, mit der er bereits einen Sohn, Hugo, hatte. Obwohl die Aachener Synoden von 860 und 862 das Vorgehen des Königs absegneten, führte dies zu einem langwierigen Streit. Erzbischof Hinkmar von Reims, ein enger Berater Karls des Kahlen, prangerte auf dessen Betreiben in einer Denkschrift diesen Beschluss an, woraufhin Papst Nikolaus I. sich in die Sache einschaltete.

Nachdem 862 auf der Synode von Metz in Anwesenheit der päpstlichen Legaten die Scheidung (angeblich durch Bestechung) abermals anerkannt worden war, ging Ado von Vienne, zu der Zeit Lehrer an der Klosterschule Prüm, nach Rom, um Beschwerde dagegen einzulegen. Der Papst widerrief die Entscheidung und exkommunizierte die Erzbischöfe Gunthar von Köln und Theutgaud von Trier, die auf der Synode von Metz die treibende Kraft gewesen waren. 868 exkommunizierte Papst Nikolaus auch Waldrada.

Papst Hadrian II. erlaubte schließlich Lothar, seine Angelegenheit persönlich in Rom vorzutragen. Lothar reiste zuerst nach Ravenna, wo er seinen Bruder, Kaiser Ludwig II. vermutete. Dieser war aber an den Kriegsschauplätzen in Süditalien unabkömmlich und ließ ihm durch Boten ausrichten, das Land zu verlassen und wieder heimzukehren. Lothar reiste trotzdem weiter nach Benevent, wo er seinen Bruder antraf. Hier setzte er ihm so lange zu, bis sich Kaiserin Engelberga bereit erklärte, ein Zusammentreffen mit Papst Hadrian II. in die Wege zu leiten und Lothar zu begleiten. Das Treffen mit dem Papst kam dann im Juli 869 auf Monte Cassino zustande. Papst Hadrian II. lehnte es ab, Lothars zweite Ehe anzuerkennen. Er verwies darauf, dass diese Frage nur von einem abendländischen großen Konzil geklärt werden könne, zu dem auch die fränkischen Bischöfe nach Rom kommen sollten. Bei der Messe reichte Papst Hadrian II. Lothar II. auf dessen ausdrücklichen Wunsch die Kommunion, wodurch Lothar II. wieder in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen wurde und seine Exkommunikation als öffentlicher Sünder rückgängig gemacht wurde. Lothar musste allerdings zuvor dem Papst versichern, dass er nach Waldradas Exkommunikation mit dieser nicht mehr zusammengekommen war. Auf der Rückreise in den Norden machte er in Rom halt, wo ihm der Papst ein Hochamt zu seinen Ehren verweigerte. Trotzdem kam es zu einem Essen im Lateranpalast, wo Geschenke ausgetauscht werden. Frohgemut brach Lothar II. von Rom auf. In Lucca wurde er aber von einem Fieber befallen, das auch unter seinen Gefolgsleuten wütete. Auf der Weiterreise starb Lothar II. in Piacenza und wurde in der Kirche Sant’Antonino begraben.[1][2]

Nach Lothars Tod wurde das Mittelreich 870 im Vertrag von Meersen zwischen Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen aufgeteilt. Plan und Modalitäten der Teilung waren bereits 867 in der Abtei Sankt Arnulf gefasst worden; Bürgen dieses Handels waren seitens Ludwig Hinkmar von Reims, Hinkmar von Laon und Odo von Beauvais, auf Seiten Karls Erzbischof Liutbert von Mainz, Altfrid von Hildesheim und Witgar von Augsburg.[3]

Theutberga wurde in Lothars Todesjahr Äbtissin von Sainte-Glossinde in Metz, sie starb vor dem 25. November 875. Waldrada starb nach dem 9. April 868 als Nonne im Kloster Remiremont. 
VON LOTHRINGEN, Lothar II. (I22755)
 
3216 Löwenstein ist der Name eines alten hessischen Adelsgeschlechtes mit dem Stammhaus Bischhausen. Der in Hessen begüterte Teil der Familie ist bis heute bei der Althessischen Ritterschaft immatrikuliert.
Das Geschlecht tritt erstmals urkundlich im Jahre 1160 mit Wernher de Biscopeshusun auf, als es noch in „Biscopehusen“ (dem heutigen Bischhausen im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis) lebte. Dieser Wernher I. von Bischofshausen (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Adelsgeschlecht Bischoffshausen) zog von Bischhausen auf den etwa 4 km nordwestlich und strategisch besser gelegenen Ortberg bei Oberurff-Schiffelborn, einem heutigen Ortsteil von Bad Zwesten.  
VON LÖWENSTEIN, Apollonia (I17439)
 
3217 lt. Alther T S. 107 Finger Maria Barbara BURGER, Maria Barbara (I19131)
 
3218 Lt. Biundo, Pfälzisches Pfarrerbuch, 1968, Nr. 4117 (Sohn Johann Georg P.): Anna Magdalena Mudersbach. Tochter des Johann Jacob Hoffmann, Konrektor in Herborn. HOFFMANN, Johann Jacob (I12149)
 
3219 Lt. Leichenpredigt war die Hochzeit am 25.4.1665.
Biundo, Pfälzisches Pfarrerbuch, 1968, Nr. 4117. Theodor Gümbel, Die Geschichte der Prot. Kirche der Pfalz, Kaiserslautern 1885, S. 712. Neu, Badisches Pfarrerbuch: Fehlanzeige. Studium in Herborn 1656 (Matrikel der Hohen Schule Herborn Anfang 1656, "Herbornensis Nassovius. pastor Gimmeldingensis in Palt.") und Marburg. Pfarrer in Heiligkreuzsteinach (lt. Leichenpredigt), Gimmeldingen 1665/77 und Speyer 1677/79. Von Ernst Friedrich Jacoby gehaltene Leichenpredigt: Christliche Leich-Predigt von dem Ampt und Trost gewissenhafter Prediger: bei dem Leich-Begäng. Jo. Ge. Posthii Pfarrer der reformierten Gemeinde zu Speyer, Heidelberg 1679 (VD17 12:127387T). 
POSTHIUS, Johann Georg (I12146)
 
3220 Lucas Cranach der Ältere (* vermutlich um den 4. Oktober 1472 in Kronach, Oberfranken; † 16. Oktober 1553 in Weimar) war ein deutscher Maler, Grafiker und Buchdrucker der Renaissance. Er war ab 1505 Hofmaler am kursächsischen Hof unter Friedrich dem Weisen, Johann dem Beständigen und Johann Friedrich dem Großmütigen. Neben zahlreichen Altarwerken und allegorischen Gemälden fertigten er und seine Werkstatt vor allem auch eine große Zahl an Porträts seiner Dienstherren sowie der Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon. Die Cranach-Werkstatt, die zu den bedeutendsten Werkstätten ihrer Zeit gehörte, und mutmaßlich rund 5000 Gemälde hinterlassen hat, wurde von seinem gleichnamigen, am 4. Oktober 1515 geborenen Sohn Lucas Cranach dem Jüngeren fortgeführt.


Der Chronist Matthias Gunderam berichtete 1556, dass Cranach am 4. Oktober 1472 in Kronach geboren sei und bei seinem Vater, dem wohlhabenden Kronacher Bürger Hans Maler, die erste künstlerische Ausbildung erhalten habe, dessen Ehefrau Barbara war eine geborene Hübner. Urkundliche Belege zur Herkunft Cranachs und zu seinem Geburtsdatum gibt es nicht. Ausgehend von Gerichtsakten aus dem Jahr 1495, in denen es um das schlechte Betragen der Malerkinder geht, wird das Geburtsjahr 1472 von der jüngeren Forschung bezweifelt und nur noch vage auf „um 1475“ datiert.[1]

Cranach hatte mindestens sechs Schwestern und zwei Brüder.[2] Ihre Mutter Barbara verstarb um das Jahr 1491.[3] Nach der ersten künstlerischen Ausbildung dürfte Lucas als Geselle auf Wanderschaft gegangen sein. Im Jahre 1502[2][4] kam er nach Wien und blieb dort bis 1504. Wien galt wegen des Kaiserhofs Maximilians I. als kulturelles Zentrum jener Zeit, an dem sich zudem Kontakte zu zahlreichen Fürsten als potentielle Auftrag- und Arbeitgeber boten. Seine aus dieser Zeit erhaltenen Gemälde zeigen deutliche Einflüsse der Donauschule. In Wien knüpfte er erste Kontakte zu führenden Humanisten. Während seines Wiener Aufenthalts begann Cranach, seine Bilder mit Lucas Cranach („Lucas [aus] Kronach“) zu signieren.

Um 1512/13 heiratete Cranach Barbara Brengbier († 1541),[4] eine Tochter von Jobst Brengbier, dem Bürgermeister von Gotha.[5] Sein ältester Sohn Hans wird geboren und 1515 Lucas, bis 1520 folgen drei Töchter.[4]

Er starb am 16. Oktober 1553 in Weimar und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Weimarer Jakobsfriedhof.[6] Er liegt in der sogenannten Cranachgruft. Auf seinem Grabstein wird er als „der schnellste Maler“ bezeichnet. Den Grabstein schuf Cranachs Freund, der herzogliche Baumeister und gelernte Steinmetz Nikolaus Gromann. Die Grabplatte, die der heutige Besucher sieht, ist eine getreue Kopie der ursprünglichen. Die Originalgrabplatte wurde durch eine Kopie ersetzt und 1859 aus konservatorischen Gründen in die Stadtkirche Peter und Paul („Herderkirche“) links neben den Altar verbracht.




Anmerkungen und Literatur
Bedeutender Maler und Grafiker der Renaissance (einer der „Prominenten“)
H.C. Scheibler / K. Wülfrath, Westdeutsche Ahnentafeln, Weimar 1939, S. 435
C. Steinbicker / H. Strehlau, Westfälisches Geschlechterbuch 3 (DGB 156), Limburg/Lahn 1971, S. 246
https://de.wikipedia.org/wiki/Lucas_Cranach_der_Ältere
https://de.wikisource.org/wiki/ADB:Cranach,_Lucas_der_Ältere
https://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00016319/image_411 
CRANACH, Lucas der Ältere (I34764)
 
3221 Lucas Cranach der Jüngere (* 4. Oktober 1515 in Wittenberg; † 25. Januar 1586 ebenda) war ein bedeutender Maler und Porträtist der Renaissance und des Manierismus. Er war ein Sohn Lucas Cranachs des Älteren.[1]

Elternhaus, Lehrzeit und Übernahme der väterlichen Werkstatt

Skulptur der Cranach-Schlange vor dem Neuen Rathaus in Kronach

Epitaph für Lucas Cranach d. J. und seine beiden Frauen in der Stadtkirche Wittenberg, 1608.

Grabstein in der Stadtkirche der Lutherstadt Wittenberg
Cranach wurde am 4. Oktober 1515 als jüngster Sohn von Lucas Cranach dem Älteren und Barbara Brengebier in Wittenberg geboren. Zusammen mit seinem Bruder Hans (* um 1513; † 9. Oktober 1537) erlernte er von seinem Vater die Kunst der Malerei und arbeitete zusammen mit seinem Bruder in der väterlichen Werkstatt.

Nach dem Tod von Hans übernahm er 1537 die geschäftlichen Aktivitäten in der Werkstatt seines Vaters. Seit dieser Zeit hat Lucas Cranach d. J. seine Werke mit einem abgeänderten Wappen signiert, erstmals 1537 auf einem Holzschnitt, ausgeführt von Johann Scheyring. Während das seinem Vater vom Kurfürsten 1508 verliehene Wappen eine Schlange mit Fledermausflügeln, einer roten Krone auf dem Haupt und einen mit einem Rubin besetzten goldenen Ring im Mund gezeigt hatte, hat auf dem Signum des jüngeren Cranach die Schlange nun Vogelflügel.

Lokalpolitische Funktionen
1544 trat ihm der Vater das Wittenberger Haus ab. Wie sein Vater nahm Lucas Cranach d. J. eine bedeutende Stellung im öffentlichen Leben Wittenbergs ein. So war er 1549 und 1552 Ratsmitglied, 1555, 1558, 1561, 1564 als Ratskämmerer, 1565 als Bürgermeister sowie 1566 als Altbürgermeister, Beisitzer des Bürgermeisters im Rat Wittenbergs, aktiv. Aufgrund der Verwicklung seines Schwagers Christian Brück in die Grumbachschen Händel zog er sich von allen politischen Aktivitäten zurück.

Familie
Erste Ehe mit Barbara Brück
Er heiratete am 20. Februar 1541 in erster Ehe Barbara Brück (* um 1518 in Wittenberg; † 10. Februar 1550 ebenda), eine Tochter des sächsischen Kanzlers Gregor Brück. Aus dieser Verbindung gingen vier Kinder hervor:

Lucas (* 1541; † 16. Februar 1612 in Meißen), er immatrikulierte sich 1554 an der Universität Wittenberg, war Ratsherr in Torgau und vom 30. Januar 1591 bis zum 9. Januar 1609 Verwalter der Fürstenschule St. Afra in Meißen. Er heiratete am 17. Oktober 1570 in Wittenberg Anna, die Tochter des Sekretärs Hieronymus Gareis.
Tochter Euphrosyna (* 1585 in Torgau; † 6. August 1627 in Wittenberg), verh. 1604 mit dem kurfürstlichen Amtsschreiber Abel Volk (* 26. Juli 1575; † 19. Januar 1622 in Wittenberg, Sohn des Michael Volk aus Dresden und dessen Frau Esther geb. Sierbürger aus Leipzig)
Barbara († 1601), heiratete am 28. November 1564 den Mediziner Johann Hermann
Johannes († 1. Mai 1548 im Kindesalter)
Christian († 7. April 1556), immatrikuliert 1554 an der Universität Wittenberg
Zweite Ehe mit Magdalena Schurff
Nach Barbaras Tod heiratet er am 24. Mai 1551 Magdalena Schurff (* 19. August 1531 in Wittenberg; † 3. Januar 1606 ebenda), eine Tochter des sächsischen Leibarztes Augustin Schurff und Nichte von Philipp Melanchthon. Sie hatten zusammen fünf Kinder:

Magdalena († 1554 im Kindesalter)
Augustin (* 1554; † 26. Juli 1595), folgte dem Vater als Maler, war außerdem Ratsmitglied, Stadtrichter und Kämmerer in Wittenberg. Er heiratete am 26. Oktober 1577 Maria Selfisch, die Tochter des Samuel Selfisch.
Agneta († 1560 im Kindesalter)
Christoph (* um 1557; † 23. Februar 1596), war ein Ratsherr und heiratete am 5. Februar 1583 Subphrona (Veronika?) Vogel (* 14. September 1563; † 29. April 1629)
Lucas (* 30. November 1583; † unbekannt)
Christoph (* 14. Januar 1585; † unbekannt)
Barbara (* 16. Juni 1586; † unbekannt)
Ernst August (* 22. Januar 1588; † unbekannt)
Magdalene (* 22. Januar 1588; † unbekannt)
Christian (* 10. Oktober 1590; † unbekannt)
Elisabeth (* 3. Dezember 1561 in Wittenberg; † 16. September 1645 in Wittenberg); verheiratet mit Polykarp Leyser dem Älteren
Tod
Lucas Cranach d. J. starb am 25. Januar 1586 im Alter von 70 Jahren in Wittenberg. Sein Leichnam wurde in die Wittenberger Stadtkirche überführt und dort am 27. Januar bestattet. Seine Grabstelle ist vor der Empore in der Gegend des letzten südlichen Pfeilers, wo heute ein Gedenkstein an ihn erinnert. Im Altarraum der Stadtkirche Wittenberg befindet sich sein Epitaph, das ihm und seinen beiden Ehefrauen von den Erben gestiftet wurde. Es zeigt die Grablegung Christi. Die beiden Schrifttafeln halten links das Andenken an Lucas Cranach d. J. und rechts das seiner Ehefrauen fest.

Bildsprache
Als Vertreter einer neuen Generation wählte Lucas Cranach d. J. mit Vorliebe figurenreiche, aufwendige Darstellungen. Dabei sind die ordnungslos anmutenden Kompositionen von überraschender Schönheit und die farbige Behandlung reichhaltiger als die Arbeiten des Vaters. Er gilt als Schöpfer des neuen Bildprogramms der Protestanten. Beispielsweise blickt bei ihm die Gottesmutter Maria nicht keusch zu Boden, sondern direkt in die Augen des Betrachters.

Bedeutung seines Schaffens
Frühere Behauptungen, dass der jüngere Lucas Cranach eine untergeordnete Rolle in der Kunst der Renaissance habe, sind definitiv falsch. Sie kamen auf, da damals nicht alle Werke des jüngeren Cranach bekannt waren und ihm erst im Rahmen intensiver modernerer Forschungen zugeordnet werden konnten. Nach diesen Erkenntnissen nimmt er unter den deutschen Porträtisten der Spätrenaissance und des Manierismus eine hervorragende Rolle ein. Umfangreiche Holzschnittarbeiten erweiterten das Schaffen des Künstlers als Maler der Reformation und der mit ihr in Zusammenhang stehenden Auswirkungen.

Anlässlich seines 500. Geburtstages widmete das Land Sachsen-Anhalt dem Maler vom 16. Juni bis 1. November 2015 die Landesausstellung „Lucas Cranach der Jüngere 2015“. Es war die erste Sonderausstellung, die sein Leben und Wirken in den Blick nahm und noch nie gezeigte Kunstwerke präsentierte. Ausstellungsorte waren u. a. das Augusteum sowie die Stadtkirche St. Marien in der Lutherstadt Wittenberg.[2][3]

Werke
1535–1549

Flügelaltar in Herzform (1584), Germanisches Nationalmuseum[4]

Jobst von Hayn (1543)

Agnes von Hayn (1543)

Porträt eines Mannes (1548)
„Herkules und Omphale“ in Kopenhagen, 1535
„Porträt einer Frau“ in Madrid, 1539
„Hexenverbrennung in Wittenberg“, Hinrichtung von Prista Frühbottin am 29. Juni 1540 wegen angeblichen Wetterzaubers und Weidevergiftens
„Hofjagd auf Fische und Bären“ in Cleveland, 1540
„Charitas“ in Weimar, 1540
„Martin Luther und die Wittenberger Reformatoren“ im Toledo Museum of Art, Ohio, USA
„Jobst von Hayn“ in Stuttgart, 1543 (hier abgebildet)
„Agnes von Hayn“ in Stuttgart, 1543 (hier abgebildet)
„Hofjagd auf Hirsche, Schweine und Füchse“ in Madrid, 1544
„Das Opfer Elias“ in Leipzig, 1545
„Porträt eines Mannes“ in San Francisco, 1545 (hier abgebildet)
„Porträt eines 28 jährigen Mannes“ (vermutliches Selbstbildnis) in Warschau, 1546
Rückseite des Altars in der Stadtkirche Wittenberg, 1547
„Porträt eines Mannes“ (Rijksmuseum Amsterdam), 1548
„Der Tugendberg“ in Wien, 1548
„Die Bekehrung Pauli“ im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, 1549
„Die Johannispredigt“ im Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig, 1549
1550–1559

Martin Luther (1559)

Philipp Melanchthon (1559)
„Lucas Cranach d. Ä.“ in den Uffizien von Florenz, 1550 (evtl. auch Selbstbildnis des Vaters)
„Herkules vertreibt die Pygmäen“ in der Gemäldegalerie von Dresden, 1551
„Der schlafende Herkules und die Pygmäen“ in der Gemäldegalerie von Dresden, 1551
„Christus am Kreuz“, Altarbild, Stadtkirche Weimar, 1555
„Allegorie der Erlösung“, Epitaph für Johann Friedrich von Sachsen und seine Familie, in der Weimarer Herderkirche, 1555
„Die Auferstehung Christi“ in Leipzig, 1557
„Der Auferstandene“, Epitaph für Gregor von Lamberg, in der Stadtkirche Wittenberg, 1558
„Die Aufweckung des Lazarus“, Epitaph für den Bürgermeister Michael Meyenburg, Nordhausen, Blasiikirche, 1558
„Philipp Melanchthon“ im Städelschen Kunstinstitut Frankfurt am Main, 1559 (hier abgebildet)
„Martin Luther“ im Städelschen Kunstinstitut Frankfurt am Main, 1559 (hier abgebildet)

Porträt einer vornehmen Dame, 1564
1560–1569
„Die Taufe Jesu“, Epitaph für Johannes Bugenhagen, in der Stadtkirche Wittenberg, 1560
„Grablegung Christi“ im Pfarrhaus Nischwitz/Sa, 1561
„Jesus im Garten Gethsemane“ in der Johanniskirche Dessau, 1561
„Joachim Ernst von Anhalt“ in Halle, 1563
„Agnes von Anhalt“ in Halle, 1563
„Porträt einer vornehmen Dame“ in Wien, 1564 (hier abgebildet)
„Anbetung der Hirten“, Epitaph für Casper Niemegk, in der Wittenberger Stadtkirche, 1564
„Prinz Alexander von Sachsen“ in der Gemäldegalerie von Dresden, 1564
„Prinzessin Elisabeth von Sachsen“ in der Gemäldegalerie von Dresden, 1564
„Kurfürstin Anna von Sachsen“ in der Gemäldegalerie von Dresden, 1564
„Georg Friedrich von Brandenburg-Ansbach-Bayreuth“ in Potsdam, 1564
„Kurfürst August von Sachsen“ in der Gemäldegalerie von Dresden, 1565
„Kreuzigung Christi“, Epitaph für Sara Cracov, in der Stadtkirche der Lutherstadt Wittenberg, 1565
„Das Abendmahl“, Epitaph für Joachim von Anhalt, in der Johanniskirche Dessau, 1565
„Porträt eines 44-jährigen Mannes“ in Prag, 1566
„Porträt einer 32-jährigen Frau“ in Prag, 1566
„Christus am Kreuz“ in Mühlhausen, 1567 Epitaph für Hieronymus Tilesius
„Die Arbeiter im Weinberg des Herrn“, Epitaph für Paul Eber, in der Stadtkirche der Lutherstadt Wittenberg, 1569
Epitaph für Bartholomäus Vogel in der Stadtkirche der Lutherstadt Wittenberg, 1569
1570–1579
Kurfürst Joachim II. von Brandenburg im Jagdschloss Grunewald, Berlin, um 1570
Epitaph für Agnes von Anhalt in der Klosterkirche Nienburg, 1570
„Markgraf Georg der Fromme von Brandenburg-Ansbach“ (mit gezogenem Hut) in Berlin, 1571
„Markgraf Georg der Fromme von Brandenburg-Ansbach“ (mit aufgesetzten Hut) in Berlin, 1571
„Der gute Hirte“, Epitaph für das Ehepaar Drachstedt in der Stadtkirche Wittenberg, 1573
„Die Kreuzigung Christi“ in Dresden, 1573
„Christus am Ölberg“, Epitaph für Anna Hetzner in der Stadtkirche Wittenberg (Leihgabe der Kirche Dietrichsdorf), 1575
„Kurfürst Johann Friedrich“ (in der Rüstung von der Schlacht bei Mühlberg) in Berlin, 1578
„Kurfürst Johann Friedrich“ (in Alltagskleidung) in Berlin, 1578
„Margarethe Elisabeth von Ansbach-Bayreuth“ in München, 1579
Ab 1580

Hans von Lindau, 1581
„Die Auferstehung Christi“, Epitaph für Michael Teubner (?) in Kreuzlingen, 1580
„Erich Volkmar von Berlepsch“ in Kleinurleben, 1580
„Lucretia von Berlepsch“ in Kleinurleben, 1580
„Hans von Lindau“ in Ottendorf, 1581 (hier abgebildet)
Weinberg-Altar in Salzwedel, 1582
„Die Kreuzigung Christi“ vom Colditzer Altar in Nürnberg, 1584
„Blendung des Paulus“, Epitaph für Veit Oertel in der Stadtkirche Wittenberg, 1586
"Bildnis Philipp Melanchthons" im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald, um 1550/1600 (hier abgebildet)
„Venus und Amor“ in der Pinakothek München
„Elias und die Baalpriester“ in Dresden
„Schneeberger Altar“ in der St.-Wolfgangs-Kirche in Schneeberg
Altarretabel in der Kapelle des Jagdschlosses Augustusburg 
CRANACH, Lucas ´der Jüngere` (I47697)
 
3222 Ludmilla war eine Tochter des Herzogs Friedrich von Böhmen und seiner Gemahlin Elisabeth von Ungarn. Sie heiratete 1184 Graf Adalbert (Albert) III. von Bogen (1165–1197). Mit diesem hatte sie drei Söhne, mit denen die Grafen von Bogen ausstarben:

Berthold IV. († 1218, gefallen), Graf von Bogen, heiratete Kunigunde von Hirschberg
Adalbert IV. († 1242), Graf von Bogen, heiratete Richza von Dillingen
Diepold († 1219) war Geistlicher in Regensburg
Im Jahr 1204 heiratete Ludmilla Herzog Ludwig I. von Bayern, einen ehemaligen Feind ihres ersten Gatten. Der Legende nach hatte dieser Ludmilla verführen wollen, diese jedoch von ihm ein Eheversprechen erbeten. Auf einem Vorhang ihres Schlafgemachs ließ sie drei Gestalten malen, hinter denen sich drei Ritter verbargen. Als Ludwig das Eheversprechen gab, traten diese drei Ritter als Zeugen hervor.

Mit seiner Ehe gewann Ludwig König Ottokar I. von Böhmen, den Cousin seiner Gemahlin, zum Verbündeten und konnte damit den sich ausbreitenden Babenbergern die Stirn bieten. Mit ihrem zweiten Mann hatte Ludmilla einen weiteren Sohn, Otto II. (1206–1253), den späteren Herzog von Bayern und Pfalzgraf bei Rhein.

Den damals minderjährigen Söhnen aus Ludmillas erster Ehe war Ludwig ein guter Vater. Nachdem Albert IV. von Bogen 1242 ohne Erben gestorben war, ging die Grafschaft Bogen (mit deren weiß-blauem Rautenwappen) an seinen Halbbruder Otto II. von Bayern über und verblieb von da an in der Hand der Wittelsbacher. Das zu ihrer Mitgift gehörige Künische Gebirge fiel 1273 wieder an die böhmische Krone zurück.

Nach dem Tod ihres Mannes gründete Ludmilla 1232 das Kloster Seligenthal als Grablege der Wittelsbacher, wo sie von da an lebte und auch bestattet ist. 
VON BÖHMEN, Ludmilla (I37222)
 
3223 Ludwig II. war ältester Sohn des Kaisers Lothar I. aus dessen Ehe mit Irmingard von Tours. Sein Vater setzte ihn 839/840 zum König von Italien ein. Papst Sergius II. krönte ihn daraufhin am 15. Juni 844 zum König der Langobarden und Papst Leo IV. krönte ihn am 6. April 850 zum römischen (Mit-)Kaiser.

Bei seines Vaters Abdankung 855 erhielt er in der Reichsteilung von Prüm Italien. Das römische Kaisertum sank unter ihm zu einem bloßen Titel herab und musste auf jede Oberhoheit über die übrigen fränkischen Königreiche verzichten. Selbst in Italien hatten muslimische Araber (Sarazenen) seinem Reich den Süden entrissen, so z. B. Benevent, das im Jahre 841 erstürmt wurde. Nachdem die Sarazenen ihre verheerenden Raubzüge bis zu den Klöstern Monte Cassino und San Vincenzo am Volturno ausgedehnt hatten, riefen die Äbte beider Klöster Ludwig II. zu Hilfe. Dieser unternahm 851/852 einen Feldzug. Bari konnte aber nicht zurückerobert werden. Die Herzöge von Benevent und die Klöster mussten sich durch Tributzahlungen von den Plünderungen freikaufen. In den Jahren 866 bis 871 hielt sich der Kaiser ohne Unterbrechung in Süditalien auf. Bei der Wiedereroberung von Bari im Jahre 871, wo sich ein sarazenischer Emir festgesetzt hatte, erhielt Ludwig byzantinische Flottenhilfe.

Der Bund mit dem byzantinischen Kaiserreich zur Vertreibung der Sarazenen führte zwar zur Eroberung Baris 871 und einem Sieg über den Islam in Italien, indes entzweiten sich die beiden Kaiser über die Rangfrage. Ein Antwortbrief Ludwigs an den byzantinischen Kaiser Basileios I. erläutert die näheren Umstände, Basileios wollte Ludwig den Titel eines Imperator Augustus nicht zugestehen. Der byzantinische Kaiser ging so weit auszusagen, Karl der Große habe rechtmäßig die Kaiserwürde nicht beanspruchen dürfen [1]. 
(KAROLINGER), LUDWIG II. (I18422)
 
3224 Ludwig Karl von Grolman studierte Rechtswissenschaft an der Universität Gießen. Zunächst war er Hofgerichtsakzessist, ab 1858 Assessor des Kreises Offenbach. 1872 wurde er dort zum Kreisrat ernannt. Er hatte dieses Amt noch inne, als er 1877 starb.[3] KUNZE, Emilie (I44776)
 
3225 Ludwig Landgraf von Hessen (* 1282 oder 1283; † 18. August 1357 in Münster) war als Ludwig II. seit 1310 Bischof von Münster und damit auch Landesherr des Hochstifts Münster. Seine 47 Jahre währende Amtszeit war die längste aller münsterschen Bischöfe. VON DINCKLAGE, Johann IV. (I18917)
 
3226 Ludwig war der älteste Sohn des französischen Königs Philipp III. dem Tapferen und dessen erster Ehefrau Isabella von Aragón und damit seit dem August 1270 der designierte Erbe auf den französischen Thron. Er starb allerdings 1276 im Alter von zwölf Jahren auf dem Schloss von Vincennes, bestattet wurde er in der Abtei von Saint-Denis. Neuer Thronfolger wurde sein jüngerer Bruder Philipp der Schöne.

Zwei Jahre nach seinem Tod stürzte darüber der einflussreiche königliche Kämmerer Pierre de la Brosse, welcher die Königin Maria von Brabant des Giftmords an ihrem Stiefsohn Ludwig beschuldigt hatte. Dieser Verdacht fiel allerdings auf de la Brosse zurück, wofür er gehängt wurde. Die tatsächlichen Umstände zum Tod des Prinzen Ludwig bleiben letztlich ungeklärt. 
(FRANKREICH), Ludwig (I39078)
 
3227 Luitpold stammte aus dem österreichischen Markgrafen- und Herzogsgeschlecht der Babenberger (→Stammliste der Babenberger). Im Kloster Fulda wurde er auf eine geistliche Laufbahn vorbereitet. In späteren Jahren war er Propst in Bamberg.

Er ließ eine hagiographische Lebensbeschreibung Erzbischof Bardos in Auftrag gegeben, die von einem Kaplan namens Vulkuld verfasst wurde.

Im Jahr 1052 nahm er mit Papst Leo IX. am Fest des heiligen Lukas an einer Feier im Bamberger Dom teil und war Zeuge der Bestätigung der Privilegien der Bamberger Kirche.[1] In seiner Amtszeit gründete er an der Weser im nördlichen Hessen das Kloster Lippoldsberg. In Nörten gründete er eine Kollegiatkirche. Im Jahr 1054 hat er in Mainz eine Synode abhalten lassen.

Nachdem Heinrich III. seinen Sohn Heinrich IV. in Aachen vom Kölner Erzbischof Hermann II. krönen ließ, führte dies zu Verstimmungen mit Luitpold. Dieser beanspruchte das Krönungsrecht ausschließlich für die Mainzer Erzbischöfe.[2]

Luitpold regierte vom Jahr 1051 bis zum 7. Dezember 1059, und wurde in dem von ihm 1055 gegründeten Kloster St. Jakobsberg auf dem »Schönen Berg« (Mons Speciosus)[3] beerdigt.[4][5] 
(ÖSTERREICH), Luitpold I. (I39614)
 
3228 Luitpold, der Namensgeber des Geschlechts der Luitpoldinger, wurde 893 von Kaiser Arnulf von Kärnten als Markgraf in Karantanien und Oberpannonien (Gebiete im heutigen Österreich und Ungarn) eingesetzt und trat damit die Nachfolge der Wilhelminer an. Um 895 erwarb Luitpold die Grafschaften Donaugau und Nordgau um Regensburg und baute damit seine führende Stellung im Südosten des Reiches aus. Von den karolingischen Kaisern, bei denen er eine besondere Vertrauensstellung genoss, wurde er mit Aufgaben in Mähren und der Abwehr der ständig präsenten Ungarneinfälle betraut.

898 zog er im Auftrag des Kaisers erfolgreich gegen das großmährische Reich und erscheint 903 in Quellen als dux Boemanorum. Nach dem Tod Arnulfs hat er eine solch starke Stellung erreicht, dass er als nepos des unmündigen Königs Ludwig bezeichnet wird. Am 4. Juli 907 fiel Luitpold an der Spitze des bayerischen Heerbanns in der Schlacht von Pressburg, als seine Truppen eine der schwersten Niederlagen während der Ungarneinfälle einstecken mussten.

Luitpold war durch seine Heirat mit Kunigunde von Schwaben, der Schwester des schwäbischen Pfalzgrafen Erchanger und seines Bruders Graf Berthold (Ahalolfinger) eine Verbindung mit einem wichtigen schwäbischen Geschlecht eingegangen. Im Jahre 913 heiratete König Konrad I. Luitpolds Witwe, um dadurch die Herzogtümer Bayern und Schwaben enger ans Königtum zu binden.

Aus Luitpolds Ehe mit Kunigunde gingen die späteren Herzöge Arnulf der Böse und Berthold hervor. 
(KARANTANIEN UND OBERPANNONIEN), Luitpold (I18335)
 
3229 Luitpolds Abstammung ist nicht geklärt. Seine Zugehörigkeit zum altbayerischen Geschlecht der HUOSI ist in der Forschung umstritten, eine Verwandtschaft mit den Karolingern hingegen gilt als nicht unwahrscheinlich. Es ist u. a. vermutet worden, dass Ernst II., Graf in Bauarn (lateinisch früher: Bura, Buron oder Burin), sein Vater gewesen sein könnte.

LUITPOLD, der Namensgeber des Geschlechts der LUITPOLDINGER, wurde 893 von KAISER ARNULF VON KÄRNTEN als Markgraf in Karantanien und Oberpannonien (Gebiete im heutigen Österreich und Ungarn) eingesetzt und trat damit die Nachfolge der WILHELMINER an.
Um 895 erwarb Luitpold die Grafschaften Donaugau und Nordgau um Regensburg und baute damit seine führende Stellung im Südosten des Reiches aus. Von den karolingischen Kaisern, bei denen er eine besondere Vertrauensstellung genoss, wurde er mit Aufgaben in Mähren und der Abwehr der ständig präsenten Ungarneinfälle betraut.

898 zog er im Auftrag des KAISERS erfolgreich gegen das großmährische Reich und erscheint 903 in Quellen als dux Boemanorum. Nach dem Tod ARNULFS hat er eine solch starke Stellung erreicht, dass er als nepos des unmündigen KÖNIGS LUDWIG bezeichnet wird. Am 4. Juli 907 fiel Luitpold an der Spitze des bayerischen Heerbanns in der Schlacht von Pressburg, als seine Truppen eine der schwersten Niederlagen während der Ungarneinfälle einstecken mussten.

LUITPOLD war durch seine Heirat mit KUNIGUNDE VON SCHWABEN, der Schwester des schwäbischen Pfalzgrafen Erchanger und seines Bruders Graf Berthold (Ahalolfinger) eine Verbindung mit einem wichtigen schwäbischen Geschlecht eingegangen. Im Jahre 913 heiratete KÖNIG KONRAD I. LUITPOLDS Witwe, um dadurch die Herzogtümer Bayern und Schwaben enger ans Königtum zu binden.

Aus Luitpolds Ehe mit Kunigunde gingen die späteren Herzöge ARNULF DER BÖSE und BERTHOLD hervor.  
(KARANTANIEN UND OBERPANNONIEN), Luitpold (I18335)
 
3230 Lukas Fugger kam als zweitgeborener Sohn von Andreas Fugger dem Reichen (1406–1457) und Barbara Stammler vom Ast (1415/20 – 1476) im Jahre 1439 zur Welt. Er heiratete vor 1466 zunächst Anna Dauninger und bekam mit ihr die Söhne Lukas, Matheus, Marcus und Hans sowie die Töchter Apollonia, Barbara, Magdalena, Felicitas und Anna. Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau heiratete Lukas im Jahre 1488 Clara Conzelmann[2] und wurde auf diese Weise Mitglied in der Augsburger Herrenstube. Aus dieser zweiten Ehe stammen die Söhne Stephan, Aegid und Andreas sowie die Tochter Margarete.

Nach dem Tod von Andreas Fugger im Jahre 1457 übernahmen zunächst die Söhne und die Granderneffen (ein Thomas Grander († 1467/68) war laut Augsburger Stadtlexikon ein Schwiegersohn von Andreas Fugger) zeitweilig die Kaufmannsgeschäfte. Zwei Jahre später trat Lukas an die Spitze des Unternehmens und baute dessen Ansehen und Reichtum stetig aus. Die Handelsbeziehungen und Geldgeschäfte reichten sogar bis nach Rom und London. Auch Maximilian I. verschuldete sich bei Lukas mit einer Summe von mehr als 10.000 Gulden. Für diesen hohen Betrag (nahezu das gesamte Geschäftskapital von Lukas) erhielt er die belgische Stadt Löwen als Bürgschaft.

Die Bürgschaft stellte sich jedoch als wertlos heraus, da sich die Stadt bzw. deren Bürgerschaft weigerte, den geschuldeten Betrag zu bezahlen. Auf Drängen von Lukas forderte schließlich Philipp I. von Habsburg, der Sohn von Maximilian, die Stadt Löwen zur Schuldbegleichung auf. Nachdem sich die Stadt weiterhin unbeeindruckt gezeigt hatte, verhängte Maximilian 1499 sogar die Reichsacht. Dies zeigte jedoch ebenfalls keine Wirkung. Weitere Schritte zur Begleichung der Schuld wurden von Maximilian nicht mehr unternommen. Vielmehr überließ er Lukas seinem Schicksal.

Lukas geriet durch die fehlende Rückzahlung in große Geldnot. Dramatisch wurde die Situation jedoch erst, als kurz darauf sämtliche Gläubiger ihr Geld, das sie in Lukas’ Unternehmen investiert hatten, zurückverlangten. Besonders einige Mitglieder der eigenen Familie forderten die rasche und vollständige Rückzahlung der geliehenen Gelder. Sein eigener Sohn Lukas drohte dem ehemals hochangesehenen Vater sogar mit dem Messer. Die Familie verlor aufgrund der desolaten Finanzlage ihre Stubenfähigkeit in Augsburg und Lukas zog sich daraufhin nach Graben, seine südlich von Augsburg gelegene Heimat, zurück. Jakob Fugger kaufte ihm dort schließlich seine letzten verbliebenen Ländereien ab und verhalf ihm so wenigstens zu etwas Geld. Kurz vor seinem Tod begab sich der nahezu mittellose Lukas wieder nach Augsburg und kam bei seinem Schwiegersohn Hanns Raiser unter. 
FUGGER VOM REH, Lukas (I51461)
 
3231 Lütfried II., der „Große Muntprat“ (* um 1383; † 1447) beteiligte sich ab 1410 an der Großen Ravensburger Handelsgesellschaft, saß von 1431 bis 1447 im Kleinen Rat und war 1443 Bürgermeister in Konstanz.[7] Um 1430 galt Lütfried II. als der reichste Kaufmann in Süddeutschland und der Eidgenossenschaft. 1419 kaufte er die Herrschaft Altenklingen und 1423 bis 1433 die Burgen Rosenberg und Bernang.[8]1440[7] kauften Lütfrieds Brüder Ludwig und Hans die Herrschaft Salenstein.[8]

Hans Muntprat († 1447), ein Bruder Lütfrieds II.,[9] verkaufte 1439 die Herrschaft Altenklingen und begann, umfangreiche Geldgeschäfte zu tätigen. 1457 kaufte er die Burg und die Vogtei Lommis sowie 1464 die Herrschaft Spiegelberg. Ulrich Muntprat, Hans Muntprats Sohn, erwarb im Jahr 1474 die Herrschaft Weinfelden und 1478 Dorf und Schloss Zuckenriet.

Die Wege der verschiedenen Zweige der Familie Muntprat trennten sich. In der Schlacht bei Schwaderloh kämpften 1499 Verwandte der Familie gegeneinander. Das Thurgauer Landadelsgeschlecht nannte sich bereits um 1490 Muntprat von Spiegelberg.[8] Die 1505 erworbenen Rechte an der halben Vogtei Eggen tauschten die Muntprat 1542 gegen die übrigen von Weinfelden ein. Als Besitzer verschiedener Gerichte integrierten sie sich im Thurgau, traten als Vertreter der Gerichtsherren auf und beteiligten sich an eidgenössischen Kriegszügen.[7]

In der Reformation blieben die Muntprat mehrheitlich altgläubig. 1549 bis 1573 war Hans, der 1550 von Kaiser Karl V. in den Reichsadelstand erhoben wurde, Verwalter der Konstanzer Hauptmannschaft.

1551 erwarb Hans Dietrich von Gemmingen, der ab 1539 oder 1540 mit Magdalena Mundprat von Spiegelberg († 1566) verheiratet war, die Herrschaft Weinfelden von den Muntprat. 1582 verkauften die Erben von Ludwig mit Spiegelberg ihre letzte Herrschaft im Thurgau

Das schwarz–silber geteilte Wappen zeigt drei (2:1) Lilien verwechselter Tinktur. Auf dem Stechhelm mit schwarz-silbernen Helmdecken ein wie Schild bezeichneter geschlossener Flug
„Anno 1517 haben die Muntpratter noch kein offen Helm geführt und sich nirgends von geschrieben.“ (Voland) 
MUNTPRAT VON SPIEGELBERG, Lütfried I. (I11293)
 
3232 Lüthold entstammte dem in der Umgebung Basels ansässigen Adelsgeschlecht der Herren von Rötteln. Sein Vater war Dietrich III. von Rötteln, sein Bruder, Walther von Rötteln, war von 1213 bis 1215 Bischof von Basel, sein Onkel, Konrad II. von Tegerfelden, von 1209 bis 1233 Bischof von Konstanz. Lüthold ist erstmals 1215 als Domherr in Konstanz und Teilnehmer am IV. Laterankonzil bezeugt. Ab 1233 war er Archidiakon des Bistums Konstanz für das Breisgau, ab 1236 auch Archidiakon für Burgund. Er wurde 1238 zum Bischof von Basel gewählt und empfing die Bischofsweihe im März 1239. Lüthold erwarb 1239 Arlesheim von der Äbtissin von Odilienberg, 1241 trat Burkhard IV. von Hasenburg seinen Besitz an den Bischof von Basel ab und nahm ihn zum Lehen[1]. Seine Teilnahme am, von Papst Innozenz IV. 1245 einberufenen, Konzil von Lyon führte zum Konflikt mit der auf der Seite des staufischen Kaisers stehenden Stadt Basel. Die Basler Bürger stürmten 1247 die bischöfliche Pfalz und zerstörten sie, woraufhin Papst Innozenz das Interdikt über die Stadt verhängte. Am 11. März bestellte der Papst Berthold von Pfirt als Koadjutor, im Juni trat Lüthold zurück. Er starb kurze Zeit später am 16. Januar 1249 und wurde im Basler Münster bestattet.  BARON VON RÖTTELN, Lüthold (I3209)
 
3233 Lützow (früher auch Lützau) ist der Name eines alten mecklenburgischen Adelsgeschlechts mit gleichnamigem Stammhaus (heute Dreilützow, Ortsteil der Gemeinde Wittendörp im Amt Wittenburg des Landkreises Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern), nordöstlich der Ortslage der Stadt Wittenburg), das in zwei Linien – Mecklenburg/Preußen und Österreich/Böhmen – geteilt ist.

Mecklenburgisch-Preußische Linie
Die mecklenburgisch-preußischen Lützow haben ihr Stammhaus in Dreilützow (heute Ortsteil von Wittendörp bei Wittenburg) und werden urkundlich am 5. November 1287 mit Dominus Johannes de Lutzowe (1287/1316) erstmals erwähnt, mit dem auch die direkte Stammreihe beginnt.[1] In der Erbteilung seiner Söhne fiel das Gut Dreilützow an den jüngsten Sohn Burkhard Lützow (1312/1348), der wie sein Vater zuvor bei den Grafen von Schwerin als landesherrlicher Rat fungierte. Nachdem die Grafschaft Schwerin 1358 an Mecklenburg gelangte, gingen aus diesem Familienzweig mit Burkhard Lützow (1348/1391) und dem Schweriner Amtmann Gumbrecht Lützow (1389/1419) noch zwei herzogliche Räte hervor, verlor danach aber wegen zu geringer Begüterung an landespolitischer Bedeutung.

Zu den alten Besitzungen der Familie zählte ferner das in der Grafschaft Schwerin gelegene Gut Pritzier, welches der mittlere Sohn Johann Lützow (1312/1348) in der Erbteilung erhielt. Außerdem besaß dieser Familienzweig das benachbarte Gut Schwechow. Die landespolitische Bedeutung dieses Familienzweigs war im Spätmittelalter gering, landesherrliche Räte gingen aus ihm überhaupt nicht hervor.

Im Gegensatz zu seinen in der Grafschaft Schwerin verbliebenen Brüdern erhielt des Stammvaters ältester Sohn Wichbert Lützow (1305/1336) die bei Gadebusch in der benachbarten Herrschaft Mecklenburg gelegenen Besitzungen, darunter das Gut Groß Salitz, welches vom Beginn des 14. Jahrhunderts bis 1945 im Besitz der Familie war. Das dortige Gutshaus stammt aus dem 18. Jahrhundert, mit Anbau von 1936. Als Hofmarschall Heinrichs II. von Mecklenburg gehörte Wichbert Lützow zum engsten Kreis dieses aufstrebenden Landesherrn. Außerdem fungierte er als einer von dessen Kriegsunternehmern und erwarb als Lohn für seine Dienste die Vogtei Grabow. Mit diesem Pfandbesitz übernahm die Familie bis zum Ende des 15. Jahrhunderts die Sicherung eines Abschnitts der Landesgrenze gegen Brandenburg. Ihm folgte sein Sohn Johann Lützow (1334/1367) nicht allein als landesherrlicher Rat, sondern ebenso als Marschall Albrechts II. von Mecklenburg nach, womit sich das ursprünglich von den Lützows innegehabte Hofmarschallamt über das Landmarschallamt allmählich zum Erblandmarschallamt fortentwickelte. Johanns Neffe Ludolf Lützow (1362/1387) war wiederum Marschall, herzoglicher Rat und außerdem erfolgreicher mecklenburgischer Kriegsunternehmer, wodurch die Familie zusätzlich in den zeitweiligen Pfandbesitz der Vogtei Wittenburg gelangte. Weitere herzogliche Räte dieses Familienzweigs waren: Friedrich Lützow in Dutzow (1334/1362), Wichbert Lützow in Wittenburg (1369/1414), Johann Lützow in Grabow (1382/1414), Wichbert Lützow in Grabow (1389/1436), Ludolf Lützow in Grabow (1427/1483), Klaus Lützow in Eickhof (1471/1500). Gutsbesitz dieses Familienzweigs befand sich ferner in Dutzow, Bakendorf und Perlin.[2]

Mit dem Tausch der Vogtei Grabow gegen Schloss und Vogtei Eickhof mit Eickelberg im Jahr 1494 haftete die von den Lützows schon lange zuvor innegehabte Erblandmarschallswürde des ritterschaftlichen Mecklenburgischen Kreises fortan an diesem Gut. Damit stellten sie bis 1918 einen von zeitgleich stets drei Erblandmarschällen, die es im alten Mecklenburg gab. Als solcher unterzeichnete Claus Lützow als der Erste der Ritterschaft die Union der Landstände 1523.

Fünf Mitglieder der Familie gehören 1755 zu den Unterzeichnern des Landesgrundgesetzlichen Erbvergleichs: August Barthold de Lützow, Erblandmarschall Mecklenburgischen Kreises, auf Eickhof, Gottfried August Freyherr von Lützow, auf Holdorf und Carow, Georg Wilhelm Frey- und Edler Herr von Lützow, auf Goldebow und Marsow, Anton Friedrich von Lützow, auf Großen Salitz und Egidius Barthold von Lützow, auf Wolzow.

Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich 48 Eintragungen von Töchtern der Familien von Lützow von 1707 bis 1906 aus Eickelberg, Eickhof, Pritzier, Schwechow, Perlin, Pentzlin, Groß Salitz, Groß Rentzow und Tessin bei Wittenburg zur Aufnahme in das dortige Damenstift. 
VON LÜTZOW, Wilhelm (I45791)
 
3234 Luzerner Patrizierfam., die zu Beginn des 15. Jh. von Pforzheim (Baden, D) nach Zürich übersiedelte. 1507 wurde Ritter Renward in Luzern eingebürgert, wo er 1533-55 im Gr. Rat sass. Diese erste Luzerner Linie erlosch jedoch 1600, jene in Zürich 1677. Zwei kath. Zweige der Fam., die sich G. von Tiefenau nannten, kamen von Sursee und Rapperswil (SG) erneut nach Luzern. Die Witwe des Thüring aus der Rapperswiler Linie heiratete 1601 den Luzerner Schultheissen Jost Pfyffer. Ihr Sohn Hans Renward bekam 1604 auf Bitten seines Stiefvaters das Luzerner Bürgerrecht geschenkt. Dessen Sohn Hans Thüring wurde 1644 Grossrat und 1655 Kleinrat. Im 18. Jh. waren die G. meist mehrfach im Kl. Rat vertreten und 1752-62 stellten sie mit Johann Thüring (->) auch einen Schultheissen. 1814-31 stellten sie zwei weitere Regierungsräte. Zahlreiche Familienmitglieder dienten als Offiziere in fremden Diensten, darunter Joseph Ulrich (->), Johann Baptist Ludwig (->), Jost (->) und Robert Ulrich Johann Baptist (->). Unter den Klerikern trat besonders Nikolaus (->), Abt des Klosters Wettingen, sowie Franz Bernhard (->), Propst zu Beromünster und Generalvikar des Bistums Konstanz, hervor. Das 1711 von Heinrich Ludwig errichtete, heute noch bestehende Fideikommiss umfasst ein Haus mit Bibliothek am Hirschenplatz in Luzern. SCHULTHEISS, Kunz (I46100)
 
3235 m Jahre 904 soll Bischof Salomo III. die Gebeine des 283 in Istrien gestorbenen Märtyrers Pelagius nach Konstanz gebracht haben. Der Heilige wurde dort Mitpatron des Münsters und des Bistums. Auch das von Konstanz abhängige Chorherrenstift in Bischofszell trug seinen Namen. Dieses St. Pelagistift spielte im geistigen Leben des Städtchens eine grosse Rolle. Bei hervorragenden Schulmeistern, so bei Johannes Negelin, gestorben 1501, dem wir Abschriften und Auszüge unterdessen verloren gegangener Stifts-Urkunden verdan­ken, empfingen mehrere nachmals bedeutende Männer ihre erste Ausbildung, so Theodor Buchmann (Bibliander), Ludwig Hätzer, Ulrich Hugwald und eben auch Pelagius Amstein. Seine Eltern ken­nen wir nicht, aus der Jugendzeit ist sonst nichts überliefert, aber im Jahre 1506 treffen wir ihn als Mönch im Kloster Fischingen. Er war ein Mitbruder von Johann Meili, der etwas später zum Abt gewählt wurde und der ein Onkel Ulrich Zwinglis war. Eine Zeit lang studierte Amstein an der Unversität Basel und eignete sich eine humanistische Bildung an. Ob das vor oder nach der Fischinger Zeit geschah, ist unsicher.
Im Jahre 1517 war er einer der neun Chorherren im Pelagistift sei­ner Heimatstadt. Drei Jahre später berief ihn der Abt des Klosters St.Gallen an die Mauritiuspfarrei Goldach. Mit Inbrunst widmete sich Amstein den Pfarrkindern seiner Gemeinde, und bald schon begann er, in reformatorischem Geist zu predigen. Die Messe las er nicht mehr. Mit Vadian, dem Stadtarzt und Reformator St. Gallens, stand er in engem Kontakt und berichtete ihm in Briefen von seiner Arbeit. Sie beschränkte sich nicht auf Goldach. In Grub und in Trogen hielt er Bibelstunden in kleineren Kreisen. Auch viele seiner Amtsbrüder wusste er der neuen Lehre zuzuführen. Der Abt schaute dem auf­fallend lange zu, stellte dann aber den Neuerer vor die Alternative: Messe oder Wegzug.
Im Frühling 1526 verliess Pelagius Amstein Goldach und ging nach Trogen. Vermutlich hatte man ihn gerufen, denn dort kannte man ihn und hatte vernommen, dass er eifrig die Heilige Schrift studiere und die hebräische und griechische Sprache gelernt habe, um die Bibel im Urtext lesen zu können. Im Appenzellischen hatte eine Landsgemeinde das «Kirchhöreprinzip» beschlossen, wonach jede Gemeinde über die Zugehörigkeit zum alten oder neuen Glau­ben «mehren» konnte. Die unterliegende Minderheit blieb unbehelligt, musste aber «ihre» Kirche an einem andern Ort besuchen. Ausser Appenzell nahmen alle Kirchhören Zwinglis Lehre an, zuletzt Herisau 1529.
Der Abt von St. Gallen war auch Kirchherr der Trogener und pro­testierte gegen die Anstellung Amsteins, erreichte aber nichts. Im Gegenteil, der Bischofszeller wirkte weit herum als Reformator, denn zu Trogen gehörten ausser Lutzenberg auch die später selbständig gewordenen Kirchgemeinden Rehetobel und Wald. Darum kann man wohl sagen, Pelagius Amstein habe, zusammen mit Walter Klarer, am frühesten und nachhaltigsten für die Reformation im Lande Appen­zell gewirkt. (Walter Klarer, 1499-1567, war Pfarrer in Hundwil, Herisau, Gossau, Urnäsch und von 1543 bis zu seinem Tod wieder in Hundwil.)
Amstein predigte aber auch den Rheintalern. Das Rheintal war, wie der Thurgau, ein Untertanenland der Eidgenossen. Die sieben Alten Orte (ohne Bern) schickten für je zwei Jahre Vögte ins Land. Nun traf es sich, dass in den wichtigen Jahren von 1524 bis 1534 nur katholische Vögte im Rheintal regierten, in Rheineck, gesandt von den Kantonen Uri, Schwyz, Unterwalden, Luzern und Zug. Sie waren angewiesen, «diese lutherische, zwinglische, irrige und verkehrte Lehre auszureuten, zu wehren, zu strafen und nieder­zudrücken». Es war darum gefährlich, sich dort öffentlich zum neuen Glauben zu bekennen. Amstein predigte deshalb nur an der Grenze des Rheintals, und zwar im Freien, wohl am Ruppen und bei St. Anton und Oberegg. Ganze Scharen zogen zu ihm hinauf, besonders aus Altstätten, und lauschten seinen «Bergpredigten». Darüber beklagte sich der schwyzerische Landvogt zuerst beim Rat von Appenzell und verlangte, «das sy den bredikanten wellind abstellen». Dieses Ansinnen wurde vorerst zurückgestellt. Darauf beklagte sich der Vogt bei den regierenden Orten. An der Tagsatzung vom 3. September 1528 zu Baden kam die Sache aufs Tapet. Die Appenzeller Regierung wurde angehalten, das reformatori­sche Einwirken auf das Rheintal von ihrem Gebiet aus strikte zu verbieten.
Im Vorsommer 1526 fand in Baden eine von katholischer Seite angeregte und von Neu- und Altgläubigen besuchte Disputation statt. Zwingli nahm nicht daran teil, der Ort schien ihm zu gefährlich, wohl aber Pelagius Amstein. Als Hauptgegner standen sich der Katholik Eck aus Ingolstadt und Oekolampad, der Reformator Basels, gegen­über. Keine Partei vermochte die andere zu überzeugen, und weil die Katholiken deutlich in der Überzahl waren (87 gegen 31), überrascht es nicht, dass die Schlussabstimmungen zugunsten der alten Lehre ausfielen. Dies beeindruckte die Reformierten nicht stark. Zwei Jahre später, am Glaubensgespräch in Bern, sassen sie am längeren Hebel. Pelagius Amstein war auch wieder dabei. Dass neben Zürich nun auch die mächtige Stadt Bern Zwinglis Lehre annahm, stärkte die Neugläubigen in der übrigen Eidgenossenschaft, vor allem in Basel, Schaffhausen und St. Gallen.
Amstein blieb bis 1529 in Trogen, dann wirkte er während zweier Jahre in Arbon als Helfer des dortigen Pfarrers Gregor Heer. Die grosse Gemeinde hatte sich kurz vorher für die Reformation ent­schieden.
Über das spätere Wirken des Pelagius Amstein weiss man nichts Sicheres. Josef Reck schreibt, dass er 1540 wieder nach Trogen und 1550 nach Altstätten gezogen und dort gestorben sei. Die von Hans-Martin Stückelberger herausgegebenen Verzeichnisse reformierter Pfarrer in den Kantonen St. Gallen und Appenzell erwähnen diese
Tätigkeiten nicht; vermutlich lassen sie sich nicht nachweisen.
Die konfessionellen Streitereien im Appenzellischen dauerten noch jahrzehntelang, bis es 1597 zur Teilung des Landes in ein reformiertes Ausser- und ein katholisches Innerrhoden kam. Seither ist man ver­träglicher geworden. Katholische Kirchen fmdet man heute auch in Ausserrhoden, und 1909 konnte eine reformierte Kirche in Appenzell eingeweiht werden. 
AMSTEIN, Pelagius (I25635)
 
3236 M ü n k e r a u s S i e g e n i n W e s t f a l e n MÜNKER\MUNKER, Christ Henrich (I993)
 
3237 Mackeler - Geschäftemacher/Händler JONGHAUS\JUNGHAUS, Johann Wilhelm (I121)
 
3238 Malcolm gilt als ein vielseitig veranlagter und kluger Herrscher. Der englische König Edmund I. bemühte sich um eine Allianz, indem er im Jahr 945 das von ihm verheerte Königreich Strathclyde – das damals aus Cumberland und einem Teil von Westmorland bestand – an Malcolm abtrat. Im Gegenzug verpflichtete sich Malcolm, dieses Gebiet zu verteidigen und im Falle eines Angriffs der Dänen in Northumbria oder der Norweger in Irland Truppen zur Unterstützung zu entsenden.

Edmunds Bruder und Nachfolger Eadred ersuchte und erhielt die vereinbarte Unterstützung, um gegen Olaf Cuaran, den Wikingerkönig von Northumberland, vorzugehen. 954 fiel Cumbria wieder an England zurück, nachdem schottische Truppen während einer Invasion der Wikinger auf englischem Gebiet geplündert hatten.

Im selben Jahr schlug Malcolm einen Aufstand in Moray nieder und tötete den Anführer Cellach. Als Racheakt wurde Malcolm kurz darauf von Anhängern Cellachs ermordet. Malcolm wurde auf der heiligen Insel Iona beigesetzt.

Sein Cousin Indulf trat nach Malcolms Tod an dessen Stelle.

Zu einem unbekannten Zeitpunkt während seines Lebens hatte Malcolm geheiratet. Die näheren Umstände der Heirat sind jedoch nicht mehr bekannt. Ein Sohn, der dieser Verbindung entstammte, bestieg im Jahr 971 als Kenneth II. den Thron. 
VON SCHOTTLAND, Malcolm I. (I40545)
 
3239 Malcolm, der von 990 bis 995 bereits König von Strathclyde gewesen war, kämpfte in einem Zeitraum von zehn Jahren um den schottischen Thron. 1005 tötete er dann in der Schlacht von Monzievaird (Tayside) seinen Cousin Kenneth III. und wurde nun selbst König von Schottland. Es gilt als wahrscheinlich, dass er nur über einen Teil von Schottland herrschte. Immer wieder wurde er von Adeligen aus Moray bedrängt, darunter Findláech mac Ruadrí († 1020, wahrscheinlich der Vater von Macbeth) und Máel Coluim mac Máel Brigte († 1029). Beide wurden in irischen Annalen als Könige von „Alba“ (womit Schottland gemeint war) bezeichnet, doch in modernen Texten gelten beide nicht als schottische Könige.

1006 wurde Malcolm bei Durham von Truppen aus Northumbria unter der Führung von Uhtred geschlagen. Doch die Engländer mussten sich daraufhin gegen Angriffe aus Dänemark wehren. Malcolm konnte diese Situation geschickt ausnutzen, schlug 1018 die Angelsachsen unter Uhtreds Bruder Eadwulf Cudel in der Schlacht bei Carham und eroberte Lothian zurück, wobei er sein Reich im Süden bis zum Fluss Tweed ausdehnte und sein Einfluss im Westen bis nach Strathclyde hineinreichte. Die Angelsachsen wurden jedoch von den Dänen unter König Knut unterworfen, und nach einem anglo-dänischen Einfall 1031 musste sich auch Malcolm Knut unterwerfen.

Als der König von Strathclyde ohne Erben starb, beanspruchte Malcolm das Königreich für seinen Enkel Duncan. Dies führte zu Unruhen im Königreich Strathclyde und schließlich zu Malcolms Ermordung in Glamis im Jahr 1034. Kurz darauf wurde er auf der Insel Iona beigesetzt.

Malcolm hatte keine Söhne, die ihm auf den Thron folgen konnten. Deshalb arrangierte er in geschickter Weise Ehen für seine Töchter. Seine Tochter Plantula heiratete Jarl Sigurd von Orkney. Durch deren Sohn Thorfinn, kamen die Orkneys, Caithness und Sutherland im Norden des Landes zum schottischen Königreich. Malcolms älteste Tochter Bethoc heiratete Crínán, den Laienabt von Dunkeld. Aus dieser Verbindung entstammte Duncan I., der Malcolm beerbte. Außerdem hatte Malcolm das Tanistry-System abgeschafft, dadurch wurde sein Enkel Duncan zum ersten Monarchen Schottlands, der die Königswürde an seine Nachfolger vererben konnte. 
VON SCHOTTLAND, Malcolm II. (I40543)
 
3240 Mallinckrodt ist der Name eines alten westfälischen Adelsgeschlechts aus der Grafschaft Mark.

Das Geschlecht erscheint erstmals urkundlich im Jahr 1241 mit dem Ritter Ludwig de Mesekenwerke.[1] Die Familie benannte sich später nach ihrem Sitz Burg Mallinckrodt, die sie schon ab etwa 1250 als Lehen der Herren von Volmarstein besaß. Zum Familienbesitz gehörten auch eine Reihe der umliegenden Höfe, darunter das Gut Obergedern und das Gut Hoven in Oberwengern (später Haus Howe). Seit 1980 befindet sich die Burg Gamburg im Besitz der Familie.Dortmunder Familienzweig
Ein jüngerer Familienzweig geht auf Evert Mallinchroide (Eberhard Mallinckrodt) zurück, urkundlich 1488–1516 erwähnt und 1526 verstorben, Grundbesitzer in Recklinghausen und Dortmund. Dessen Nachkommenschaft gehörte ursprünglich nicht zum Patriziat der Stadt, stieg aber im 16. Jahrhundert in das Honoratiorenbürgertum der Stadt auf. Die Mallinckrodts gehörten der Gilde der Wandschneider an und verdienten ihr Vermögen mit dem Tuchhandel. Die Mitgliedschaft in der Wandschneidergesellschaft, seit 1589 waren über 30 Mitglieder der Familie in dieser Gilde nachweislich tätig, eröffnete der Familie das politische Anrecht auf eine Mitgliedschaft im Rat der Stadt.

Von 1605 bis 1805 gab es im Dortmunder Rat 16 Vertreter der Familie. Zwei davon waren Bürgermeister und vier Mallinckrodts bekleideten das Amt des Stadtrichters.

Anfang des 20. Jahrhunderts gab es unter Adelsforschern einen Streit um die Adelsanerkennung dieser Dortmunder Linie, da die direkte Abstammung zum alten Adelsgeschlecht derer von Mallinckrodt nicht nachgewiesen werden konnte.[2] Doch wurde 1902 bzw. 1903 die Zugehörigkeit zum alten Adelsgeschlecht derer von Mallinckrodt vom Preußischen Heroldsamt in Berlin anerkannt (siehe unten).

Franz Mallinckrodt war zwischen 1812 und 1832 Maire und Bürgermeister der Stadt Dortmund. Sein Neffe war der Publizist Arnold Mallinckrodt (1768–1825). Der Oberregierungsrat Detmar von Mallinckrodt (1769–1842) wirkte in Aachen und setzte sich in Paderborn zur Ruhe. Seine Kinder waren die Zentrumspolitiker Hermann von Mallinckrodt und Georg von Mallinckrodt sowie die 1985 seliggesprochene Ordensgründerin Pauline von Mallinckrodt, die auch das Mallinckrodt-Gymnasium Dortmund gründete[3].

Der weitere Aufstieg dieses Familienzweigs vollzog sich dann außerhalb von Dortmund. Im Rheinland und in Belgien betätigten sie sich als Tuchhändler. Edward Mallinckrodt Sr. (1845–1928), ein Enkel von Arnold Mallinckrodt, gründete gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Otto († 1878) und Gustav († 1877) in St. Louis, Missouri, 1867 die Firma Mallinckrodt Chemical Works. Im 20. Jahrhundert zog Georg Wilhelm von Mallinckrodt (* 1930) nach London, wo er Charmaine Schröder heiratete und Teilhaber von Schroders wurde.

Hessische Linie
Durch den Pfarrer Johann Christoph Mallinckrodt (1709–1768) aus Dortmund, einem Sohn des Dortmunder Ratsverwandten, Kaufmanns und Wandschneider-Genossen Henrich Mallinckrodt (1675–1725), gelangte ein Nachkomme nach Hessen.[4] Der Theologe Mallinckrodt ist mit der Tochter des Metropolitan Johann Samuel Pfnor verheiratet gewesen. Sein Schwiegervater war Informator des Landgrafen Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt gewesen und gehörte einer Theologenfamilie an, die hohe Offiziere und Staatsbeamte hervorbrachte sowie mit Ludwig von Pfnorr den erblichen Adel verliehen bekam.[5]

Mit Wilhelmine Florentine Charlotte Mallinckrodt (1753–1817) heiratete die jüngste Tochter des Rodheimer Pfarrers Johann Christoph Mallinckrodt den Geistlichen und Pädagogen Karl Christian Heyler, Sohn eines Strumpffärbers aus Buchsweiler.[6] Der Leutnant, Zentgraf und Marschkommissar Heinrich Konrad Mallinckrodt (1748–1817) pflanzte die hessische Linie in Arheilgen durch Töchter in andere hessische Beamtenfamilien fort.[7] Ein Urenkel des Offiziers Heinrich Konrad Mallinckrodt ist der Mathematiker Alexander von Brill gewesen, dem aufgrund seiner herausragenden Leistungen 1897 der persönliche Adelsstand verliehen wurde. Brill hatte mit Anna Johannette Christiane Schleiermacher (1848–1952), einer Tochter des Wirklichen Geheimen Rats Heinrich August Schleiermacher aus hervorragendem, dem Handwerksstand entsprungenen Beamtengeschlecht[8] die Söhne August Christian sowie Eduard Ludwig Brill,[9] die beide durch den Pfarrer Johann Christoph Mallinckrodt zu den Nachfahren des Dortmunder Familienzweigs zählen.

Adelserhebungen und Adelsanerkennungen

Gut Böddeken (bei Alexander Duncker, 19. Jh.)
Detmar Mallinckrodt, Gutsherr auf Gut Böddeken (heute in Wewelsburg) im früheren Landkreis Büren und königlich preußischer Regierungsvizepräsident in Aachen, wurde am 18. Juli 1834 in Berlin in den preußischen Adelsstand erhoben. Dessen Nachkommen erhielten am 4. Juli 1903 die preußische Anerkennung des alten Adels und der Zugehörigkeit zum alten Adelsgeschlecht derer von Mallinckrodt. Am 18. September 1912 erklärte das Königliche Heroldsamt in Berlin, dass der 1834 verliehene Adelsstand als solcher nicht mehr fortbesteht, sondern durch die Anerkennung von 1903 in Wegfall gekommen ist.

Dieselbe Adels- und Zugehörigkeitsanerkennung hatte zuvor am 19. Juli 1902 mit Diplom vom 8. September 1902 schon Gustav von Mallinckrodt erhalten, Großkaufmann, Fabrik- und Gutsbesitzer, königlich preußischer Geheimer Kommerzienrat, sowie die Witwe Anna und die Söhne Paul und Max seines bereits 1880 verstorbenen Bruders Felix Mallinckrodt, königlich preußischer Bergreferendar und Gutsbesitzer.

Wappen
In Gold eine mit drei schmalen spitzen schwarzen Blättern im Schächerkreuz besteckte rote Kugel; auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken zwei wachsende Arme in schwarzen Ärmeln mit silbernen Aufschlägen und naturfarbenen Händen, deren aufgerichtete Zeigefinger durch einen glatten goldenen Ring gesteckt sind.

Namensträger

Bernhard von Mallinckrodt (1591–1664), Domdechant
Arnold Andreas Friedrich Mallinckrodt (1768–1825), Schriftsteller, Verleger und Publizist
Bernhard von Mallinckrodt (1591–1664), Domdechant in Münster
sein Neffe Bernhard von Mallinckrodt († 1676), Domherr in Münster
Eberhard von Mallinckrodt (vor 1600–1658), Domkantor und Domkellner in Münster
George von Mallinckrodt (1930–2021), deutsch-britischer Bankier
Gustav von Mallinckrodt (1859–1939), deutscher Industrieller und Politiker
Heinrich von Mallinckrodt (1590–1649), Domvikar in Münster und Domkantor in Osnabrück
Hermann von Mallinckrodt (1821–1874), deutscher Politiker und Mitgründer der katholischen Zentrumspartei
Marika Geldmacher-von Mallinckrodt (1923–2016), Chemikerin, Medizinerin und Professorin der Universität Erlangen
Max von Mallinckrodt (1873–1944), Pseudonym: Max Wetter, Gutsbesitzer und Schriftsteller
Meinulf von Mallinckrodt (1861–1947), von 1897 bis 1926 Landrat des Kreises Meschede
Pauline von Mallinckrodt (1817–1881), Ordensgründerin der Kongregation der Schwestern der Christlichen Liebe, 1985 seliggesprochen
Rebekka von Mallinckrodt (* 1971), Historikerin 
VON MALLINCKRODT, Herbord (I45848)
 
3241 Mallinckrodt ist der Name eines alten westfälischen Adelsgeschlechts aus der Grafschaft Mark.
Das Geschlecht erscheint erstmals urkundlich im Jahr 1241 mit dem Ritter Ludwig de Mesekenwerke.[1] Die Familie benannte sich später nach ihrem Sitz Burg Mallinckrodt, die sie schon ab etwa 1250 als Lehen der Herren von Volmarstein besaß. Zum Familienbesitz gehörten auch eine Reihe der umliegenden Höfe, darunter das Gut Obergedern und das Gut Hoven in Oberwengern (später Haus Howe). Seit 1980 befindet sich die Burg Gamburg im Besitz der Familie. 
MALLINCKRODT, Johann Hermann (I44333)
 
3242 Manche Kinder sind aus der Datenbach SEHUM Norbert Emmerich und manche aus der Datenbank Frank Heidermanns

Der Lehrbrief wurde in Heidelberg von seinem Sohn Johann Bernhard Hofstatt (1646 - 1708) ausgestellt für Christian Burkhard Heyles (1652-1721) und unterzeichnet von Jacob Israel (1621-1674) ein deutscher Arzt, Stadtphysikus und Professor in Heidelberg sowie Rektor der Universität Heidelberg.
Die Heidelberger Hof-Apotheke war im 17. Jahrhundert ein kurpfälzisches Lehen und wurde seit 1662 von Conrad Daniel Nebel (1632-1672) geführt. Als dieser starb war sein Sohn und Lehensnachfolger Daniel Nebel (1664-1733) - später Mediziner und kurfürstlicher Leibarzt - noch unmündig. Der Düsseldorfer Apotheker Johann Bernhard Hoffstatt pachtete die Hof-Apotheke und leitete sie als "Chur Pfaltz Hoff Apotecker in Churfürstlicher Haupt und Residentz Statt Heydelberg" bis zur Zerstörung der Stadt im Jahre 1693. Dieser Lehrbrief aus dem Jahr 1673 bescheinigt dem Empfänger Christan Burkhard Heyles aus Bacharach, eine vierjährige Lehrzeit in der Hof-Apotheke absolviert zu haben. Begonnen hatte er die Lehre bei Hofapotheker Nebel. Das Zeugnis wurde beglaubigt durch die Unterschriften von Jacob Israel, Rektor der Universität Heidelberg, Friedrich Christian Winkler und Hoffstatt selbst. Der Heidelberger Lehrbrief besticht durch seinen künstlerischen Gesamteindruck, der neben der Auszeichnungsschrift der Urkunde eine besondere Gewichtigkeit verleiht.

http://www.heidermanns.net/gen-pers.php?ID=154152
https://bawue.museum-digital.de/object/749 
HOFSTATT, Johann (I952)
 
3243 Manuel I. entstammte der byzantinischen Kaiserdynastie der Komnenen. Er war der vierte Sohn des Kaisers Johannes II. Komnenos (1118–1143) und damit ein Enkel des Kaisers Alexios I. Komnenos (1081–1118). Seine Mutter war Piroska von Ungarn (* 1088; † 13. August 1134), die bei der Krönung den Namen Irene annahm und als Heilige der Orthodoxen Kirche verehrt wird. Sie war eine Tochter des ungarischen Königs Ladislaus I. aus dem Haus der Arpaden und dessen Gemahlin Adelheid von Schwaben.

Manuel war zwei Mal verheiratet. Er vermählte sich in erster Ehe 1146 mit Bertha von Sulzbach, einer Tochter von Graf Berengar I. von Sulzbach aus dessen zweiter Ehe mit Adelheid von Wolfratshausen, die in Konstantinopel den Krönungsnamen Irene annahm. Ihr politischer Stellenwert lag darin, dass der römisch-deutsche König Konrad III. mit ihrer Schwester verheiratet war und Bertha – um ihren Rang zu erhöhen – auch noch adoptiert hatte. Damit waren die Herrscher des westlichen und des östlichen Imperiums miteinander verschwägert und Manuel gleichsam „Schwiegersohn“ Konrads. Bertha war damit auch ein Pfand für das Bündnis aus dem Jahr 1142 zwischen König Konrad III. und Kaiser Johannes II. gegen Roger II. von Sizilien. Bertha kam daher schon 1142, d. h., vier Jahre vor ihrer Hochzeit, mit der byzantinischen Gesandtschaft nach Konstantinopel, um sie hier auf ihre Aufgabe als künftige Kaiserin vorzubereiten. Aus Anlass dieser Vermählung unternahm Manuel I. 1146 einen Feldzug gegen Masúd I. (Rukn ad-Dīn Mas’ūd), Sultan der Seldschuken von Rum (1116–1156), um seiner deutschen Gemahlin das byzantinische Rittertum in all seinem Glanz vor Augen zu führen.[3] Der Feldzug endete jedoch erfolglos, mit dem Rückzug der Truppen Manuels und einem Waffenstillstand (1147). Kaiserin Irene starb nach einem vorbildlichen, der Familie gewidmeten Leben Ende des Jahres 1159.

Manuel verlobte sich 1159/60 auf Empfehlung von König Balduin III. von Jerusalem mit Melisende von Tripolis (* ca. 1143; † nach 1162), einer Tochter von Raimund II. Graf von Tripolis aus dem Haus der Grafen von Toulouse und der Hodierna von Rethel, Prinzessin von Jerusalem. Trotz umfangreicher Vorbereitungen der Brauteltern löste Kaiser Manuel die Verlobung, nachdem er erfahren hatte, dass wegen des bekannten Streites zwischen ihren Eltern Zweifel an der Legitimität ihrer Geburt bestanden. Diese Demütigung war zu viel für ihren Vater Graf Raimund II. von Tripolis: Er ließ die für die Hochzeit vorgesehenen zwölf Galeeren in Kriegsschiffe umrüsten und unternahm mit diesen einen Überfall auf die Küsten von Zypern. Es war auch zu viel für Melisende: Sie welkte und schwand früh dahin, lebte jedoch als die „Princesse lointaine“ in den französischen Ritterromanzen fort.[4][5]

Manuel vermählte sich in zweiter Ehe am 25. Dezember 1161 zum Ärger der Bevölkerung mit einer weiteren „Lateinerin“, Maria von Antiochia, die den Krönungsnamen Xene annahm. Sie war eine Tochter von Raimund Fürst von Antiochia aus dem Haus Poitou-Aquitanien (Sohn des ersten Troubadours Wilhelm IX., Herzog von Aquitanien) und der Konstanze, Fürstin von Antiochia (Tochter von Fürst Bohemund II. aus dem Haus der Fürsten von Tarent (Hauteville)).  
(BYZANZ), Manuel I. (I35976)
 
3244 Manuel war das älteste gemeinsame Kind von Kaiser Isaak II. Angelos und dessen zweiter Frau Maria-Margarete, einer Tochter König Bélas III. von Ungarn. Er hatte einen Bruder Johannes (* nach 1195; † 1242); seine Schwester Theodora war die spätere Ehefrau Herzog Leopolds VI. von Österreich. Seine älteren Halbgeschwister waren Irene von Schwaben und Kaiser Alexios IV., sein jüngerer Halbbruder Demetrios von Montferrat.

Zusammen mit seiner seit Februar 1204 verwitweten Mutter floh Manuel Angelos nach der Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer am 13. April 1204 unter dem Schutz des Bonifatius von Montferrat aus dem Bukoleon-Palast. Nachdem Balduin von Flandern am 9. Mai 1204 zum ersten Lateinischen Kaiser von Konstantinopel gewählt worden war, nahm der unterlegene Bonifatius die Witwe Isaaks II. zur Frau, weil er sich von dieser Ehe bessere Aussichten im weiteren Streben nach dem Thron von Konstantinopel versprach.

Im Sommer 1204 kam es zwischen Balduin I. und Bonifatius zum offenen Bruch. Während der neue Kaiser auf seinem Zug nach Westen das von Bonifatius beanspruchte Thessaloniki in Besitz nahm, eroberte dieser im Gegenzug im Rücken seines nominellen Lehnsherrn die thrakische Stadt Didymoteichon. Dort wurde der noch minderjährige Manuel Angelos von seinem Stiefvater vor dem 12. August 1204 zum byzantinischen Kaiser ausgerufen.[1] Auf Anordnung Balduins musste Bonifatius die anschließende Belagerung Adrianopels abbrechen, wurde aber nach einer von Enrico Dandolo und Ludwig von Blois arrangierten Übereinkunft als König von Thessaloniki anerkannt, gleichwohl als Vasall des Lateinischen Kaiserreichs.

Manuel Angelos begleitete seinen Stiefvater im Frühjahr 1205 auf dessen Feldzug nach Thessalien und Hellas, um weitere Territorien des zerfallenen Byzantinischen Reiches der Herrschaft der Lateiner zu unterwerfen. Der junge Prätendent, in dessen Namen Bonifatius zu handeln vorgab, wurde dabei den Bewohnern der eroberten Städte in kaiserlichem Ornat präsentiert. Als Bonifatius am 4. September 1207 von den Bulgaren getötet wurde, spielte Manuel in der Nachfolge als König von Thessaloniki keine Rolle mehr; diese trat vielmehr sein jüngerer Halbbruder Demetrios, der leibliche Sohn des Bonifatius, unter der Regentschaft ihrer Mutter Margarete an.

Im Frühjahr 1211 wurde Manuel Angelos beim Angriff der von Kaiser Heinrich geführten Lateiner auf den nikäischen Kaiser Theodor I. Laskaris gefangen genommen. Sein weiteres Schicksal ist unklar; eine in Nikaia gefundene Inschrift, die für 1212 den Tod eines 35-jährigen πρίγκιψ Μανουήλ überliefert, wird trotz der offensichtlichen Unstimmigkeit der Altersangabe mit Manuel Angelos in Verbindung gebracht. 
ANGELOS, Manuel (I40248)
 
3245 Margarete Blarer wurde 1494 in Konstanz geboren. Zusammen mit ihrem Vater Augustin Blarer stand sie an der Spitze der Konstanzer Gesellschaft. Ihr Vater war Kaufmann und Ratsherr, der 1504 starb. Er hinterließ seine Frau und sechs Kinder, welche sich allesamt in der Obhut der Ratsherren von Konstanz befanden. Margarete genoss, ebenso wie ihre Geschwister, eine hervorragende humanistische Ausbildung.[1] Latein lernte sie mit ihren Brüdern. Der ältere Bruder, Ambrosius Blarer, ging trotz Ratsherren-Widerstands für einige Zeit in das Benediktinerkloster Alpirsbach, flüchtete dann aber zu seiner Mutter Katharina Blarer zurück, nachdem seine Reformationspläne auf Gegenwind stießen. Thomas Blarer, Margaretes jüngerer Bruder, wurde in den Jahren nach 1509 ein Anhänger Martin Luthers zu Wittenberg. Gemeinsam mit Konrad und Johannes Zwick, dem Stadtarzt Hans Menlishofer und dem Prediger Bernd Wanner unterstützte Margarete ihre Brüder bei der Durchführung der Reformation in der Konzilstadt Konstanz.[2] In diesem humanistisch gesinnten Kreis lernte sie 1522 Erasmus von Rotterdam kennen.[3] Sie las und kommentierte theologische Schriften und pflegte enge Kontakte mit dem Straßburger Reformator Martin Bucer und Katharina Zell, der Frau des dortigen Pfarrers Matthäus Zell.[4] Nach dem Tod der Mutter (1530) übernahm Margarete die Verantwortung für das elterliche Haus und Geschäft.[1]

Margarete Blarer blieb ehelos. Sie lehnte die Ehe ebenso ab wie den Eintritt in ein Kloster. Ihr Leben widmete sie der Versorgung alter und kranker Menschen. Diese finanzierte sie durch den von ihr betriebenen Leinenhandel.[5] Blarers Einkünfte ermöglichten auch ihren Brüdern eine ungestörte, unbezahlte Tätigkeit in der Kirche. Sie gründete einen Armenverein christlicher Frauen und war in aufopfernder Liebe als diaconissa ecclesiae Constantiensis tätig. Sie versorgte Vertriebene, besuchte Witwen und Waisen, unterrichtete arme Kinder und pflegte die Kranken in den Häusern und während der Pest 1541 in dem als Spital eingerichteten Inselkloster. Schließlich erkrankte sie selbst an der Pest und starb am 15. November 1541 im Alter von 47 Jahren.[2]

Von Margarete Blarer sind keine schriftlichen Zeugnisse überliefert, erhalten sind nur die Briefe Martin Bucers an sie. Bucers Korrespondenz wird gegenwärtig neu ediert, Briefe an Margarete Blarer in:

Martin Bucer: Briefwechsel/Correspondance. Bd. 6 (Hrsg. Reinhold Friedrich u. a.), Brill, Leiden/Boston 2006, ISBN 978-9-00415-494-0.
Traugott Schieß (Hrsg.): Briefwechsel der Brüder Ambrosius und Thomas Blaurer. Bd. 2 Anhang. Freiburg 1910. Bei Bucers Briefen an Blarer ist nicht immer das Original wiedergegeben, sondern auch Übersetzungen, Paraphrasen und Zusammenfassungen. 
BLARER VON GIERSBERG, Margarete (I46130)
 
3246 Margarete war die jüngere Tochter von Kaiser Balduin I. von Konstantinopel und seiner Frau Marie de Champagne. Vor Margaretes Geburt war Kaiser Balduin I., der gleichzeitig als Balduin IX. Graf von Flandern und als Balduin VI. Graf von Hennegau war, zum Vierten Kreuzzug aufgebrochen und hatte 1204 das Lateinische Kaiserreich begründet. Margarete und ihre ältere Schwester Johanna wurden mit dem Tode ihrer Eltern 1204/05 Vollwaisen und wuchsen unter der Vormundschaft ihres Onkels Philipp von Namur auf.

Margarete heiratete 1212 Burkhard von Avesnes, einen Adligen aus dem Hennegau. Diese Ehe wurde nach der (insoweit einvernehmlichen) Hochzeit durch die ältere Schwester Johanna in Frage gestellt und bekämpft. Papst Innozenz III. kritisierte die Ehe, annullierte sie aber nicht, wie von Johanna gewünscht. Burchard, mit dem Margarete zwei Söhne, Johann von Avesnes und Balduin, hatte, wurde in diesem Zusammenhang von 1219 bis 1221 in Haft genommen und nur unter der Bedingung der Trennung von Margarete wieder freigelassen. Unter dem Einfluss ihrer älteren Schwester heiratete sie Wilhelm II. von Dampierre. Aus dieser Ehe hatte sie zwei Söhne, die Grafen Wilhelm II. von Flandern und Guido I. von Flandern. 
(FLANDERN), Margarete II. von Konstantinopel (I40597)
 
3247 Margarethe, in der Familie auch Hanna genannt, entstammte dem in Eisenach ansässigen Bürgergeschlecht der Lindemann. Die Lindemanns stammten aus dem gehobenen Handwerker- oder Kaufmannsstand; Margarethes Brüder hatten ein Jurastudium abgeschlossen, eine Voraussetzung für weiteren sozialen Aufstieg. Ein anderer Zweig der Familie Lindemann war im Bergwerks- und Hüttenwesen engagiert: Der Onkel von Margarethe, Antonius Lindemann, war zu jener Zeit der oberste Bergverwalter (Berggraf) in der Grafschaft Mansfeld. Beide Komponenten erklären die Eheschließung des aus der dörflichen Oberschicht stammenden Hans Luder mit einer Frau aus städtischem Bürgertum LINDEMANN, Margaretha (I48606)
 
3248 Maria Elisabeth, geb. zum Lamm ZUM CLAMRA, Elisabeth (I2280)
 
3249 Maria von Montpellier war die Tochter des Wilhelm VIII., Herr von Montpellier, und der Eudokia Komnena, einer Nichte des byzantinischen Kaisers Manuel I. Nach dem Ehevertrag von Marias Eltern sollte das erstgeborene Kind, unabhängig vom Geschlecht, nach dem Tod Wilhelms VIII. in der Herrschaft über die Stadt Montpellier folgen. Doch Marias Vater verstieß bereits 1187 seine Gattin und heiratete Agnes von Kastilien, die ihm einen Sohn, Wilhelm IX. von Montpellier, und sieben weitere Kinder gebar. Damit war Marias Erbrecht schon, als sie noch ein kleines Kind war, in Frage gestellt.

Zuerst wurde als Ehemann für Maria König Alfons II. von Aragón ins Auge gefasst; dieser hatte aber bereits geheiratet. Daraufhin wurde sie 1192 mit Vizegraf Raimund Gottfried (Barral) von Marseille verheiratet. Doch diese erste Ehe Marias dauerte nur kurz, da ihr Gatte alt war und noch im gleichen Jahr starb. Auch ihre 1197 geschlossene zweite Ehe mit Graf Bernhard IV. von Comminges stand unter keinem guten Stern, da er noch mit einer (oder nach anderen Quellen zwei) weiteren lebenden Frauen verheiratet war. Auch musste Maria auf ihr Erbrecht auf Montpellier verzichten. Zwar gebar sie ihrem zweiten Gemahl zwei Töchter, Mathilde und Petronilla, doch verstieß er sie 1201 
VON MONTPELLIER, Maria (I39156)
 
3250 Marie Sophie von Hopffgarten war die jüngste Tochter von Georg Anton von Dachröden (1656–1728), dem Stiftshofmeister der Äbtissin von Quedlinburg, Marie Elisabeth von Schleswig-Holstein-Gottorf und dessen Frau Johanna Elisabeth, geb. von Wallwitz (* um 1685; † 1774). Carl Friedrich von Dachröden war ihr Bruder und Karl Friedrich von Dacheröden ihr Neffe. Nach dem Tod ihres Vaters war ihr 1728 gemeinsam mit ihrer Schwester die Hälfte des Rittergutes Grumbach zugefallen, das sie nach erfolgter Auszahlung des Bruders Carl Friedrich von Dachröden gemeinsam besaßen. Sie verkaufte ihre Hälfte erst 1770 an ihre beiden verschuldeten Söhne.

1730 heiratete sie Georg Melchior (II.) von Hopffgarten. Als seine dritte Ehefrau hatte sie mit ihm drei Söhne: Johann Carl von Hopffgarten (* 1731), Georg August von Hopffgarten (* 1734) und Adolph Ferdinand von Hopffgarten (* 1735).[1]

Ihr Ehemann verstarb 1741 als Oberstleutnant nach einer vierwöchigen Krankheit. Nach seinem Tod zog sie mit ihren Söhnen von Craula nach Eisenach. Dort gab sie ihre Söhne dem fürstlichen Lehnsekretär in Pension, damit sie mehr Zeit zum Lesen hatte. Sie freundete sich mit dem Herzog Ernst August I. von Sachsen-Weimar an. Er bot ihr eine Stelle an seinem Hof an, die sie jedoch ablehnte, da sie sich dazu entschlossen hatte, nach dem Tod ihres Mannes nie wieder einen Hof zu betreten. Im März 1744 verließ sie Eisenach und ging nach Magdeburg. Sie unterteilte ihre dort verbrachte Zeit in drei Phasen: erst erzog sie ihre Söhne, dann beschäftigte sie sich wieder vermehrt mit ihren Büchern und der Wissenschaft und lernte gelehrte Männer kennen, und zuletzt wurden ihre Söhne in die königlich-preußischen Kriegsdienste eingezogen. Elf Jahre später zog sie nach Mülhausen, wo sie sich schriftstellerischen Tätigkeiten widmete und nach eigenen Angaben das „gedruckte Tableau“ erfand. Am 15. August 1758 erlitt sie einen Schlaganfall, der ihre Gesundheit einschränkte.[2] Sie starb im März 1789.[3]

Schriften
Nach eigenen Angaben erfand Marie Sophie von Hopffgarten das gedruckte Tableau, das vermutlich dem Tableau vivant nachempfunden ist. Sie verfasste drei solcher Tableaus, von denen nur eines überliefert ist.[4] Ihr Lieblingstableau ist aufgrund des chemischen Inhalts: Der Herzogliche Lüneburgische General Superintendent, Johann Arndt in Zelle, in sieben Stück Tableaus vorgestellet. Mülhausen 1760 (online). Sie stellt Johann Arndt in sieben Feldern vor, jedes zeigt ihn in einer anderen Umgebung. So wird er erst als begabter Prediger in der Kirche geschildert, später wird sein Labor vorgestellt, in dem er Blei in Gold verwandelt. Das gedruckte Tableau zeichnet sich analog zum Tableau vivant durch seine Statik aus. In den einzelnen Feldern werden die Tätigkeiten und Haltungen von Personen, sowie deren Umgebung ausführlich beschrieben, ohne dass sich diese Figuren groß bewegen. Nicht überliefert wurden das komische Tableau Der Günstling des Glücks in Thüringen und ein tragisches über den in der Schlacht bei Leuthen gefallenen Leutnant von Mandelsloh.

Zudem verfasste sie auf den Tod ihres Ehemannes eine Trauerode mit dem Titel Der Riame über den Tod des Sejanus. Ein Mitglied der Deutschen Gesellschaft zu Leipzig verfasste eine Variation der Ode, um sein Beileid auszudrücken. Viele Formulierungen wurden aus dem Original übernommen und nur leicht angepasst, um den Inhalt von der Klage einer Frau über den Tod ihres Ehemannes in eine Klage eines Freundes dieser Frau zu verschieben. Die Ode und ihre Variation sind in der Familienchronik abgedruckt.[5]

Sie ist auch die Verfasserin der Familienchronik der von Hopffgartens: Die Vortrefflichkeit der Familie von Hopffgarten aus den vergangenen und gegenwärtigen Zeiten. Mülhausen 1761 (online; transkribiert von Tessa Neumann). Dafür hat sie in fürstlichen Archiven und Privatbibliotheken Dokumente über die Familie gesucht und zusammengebracht. Obwohl sie nach ihrem Schlaganfall 1758 nicht mehr lesen oder schreiben konnte, wurde die Chronik erst 1761 veröffentlicht. Dank ihrem Engagement wurde direkt nach ihrer Hochzeit der Stammbaum der Familie erstellt und durch ihre eigenen Bemühungen später erweitert. 
VON DACHERÖDEN, Marie Sophie (I48842)
 

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