Strauss Genealogie


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3251 Markgraf Friedrich ist der Sohn von Hermann IV. von Baden und Bertha von Tübingen, einer Tochter des Pfalzgrafen Ludwig.

Markgraf Friedrich zog mit König Andreas II. von Ungarn im Fünften Kreuzzug (1217 bis 1221) gegen Ägypten und fiel im Jahre 1218 bei Damiette. 
(BADEN UND VERONA), Friedrich I. (I40229)
 
3252 Markgraf Heinrich I. ist der Sohn Hermanns IV. von Baden und Berthas von Tübingen.

Heinrich ging zu Beginn politisch einen gemeinsamen Weg mit seinem Bruder Hermann V. von Baden, später jedoch teilte sich die Markgrafschaft Baden auf, und Heinrich nannte sich fortan „Markgraf von Baden-Hachberg“ bzw. „Markgraf von Hachberg und Sausenburg“. Es gibt wenige Quellen, die über das Wirken Heinrichs Auskunft geben, er wird zum ersten Mal im Jahre 1212[1] urkundlich als „Markgraf von Hachberg“ erwähnt. Seine Markgrafschaft war jedoch ein großer Flickenteppich, was zu vielen Streitereien führte.

1218 wird ihm von König Friedrich II. die Landgrafschaft Breisgau zu Lehen gegeben, nachdem der letzte Landgraf aus der Zähringer Stammlinie, Berthold V., verstorben war.[2] Der Streit um die Grafschaftsrechte im Breisgau führte zum Krieg mit den Grafen von Freiburg und wurde erst unter Heinrichs Sohn beigelegt.[3]

Heinrich heiratete Agnes, eine Tochter des Uracher Grafen Egino IV. und der Agnes, Tochter des Herzogs Berthold IV. von Zähringen, welche 1231 Regentin für ihre Söhne war. Folgende Kinder gingen aus der Verbindung hervor: 
VON BADEN-HACHBERG, Heinrich (I10364)
 
3253 Markgraf Hermann VI. war der Sohn von Hermann V. von Baden und der Pfalzgräfin Irmengard bei Rhein. Er war aus dem Hause der Zähringer und damit mit den Saliern und Staufern seit drei Generationen verschwägert.

Sein Vater hatte ihn wohl bereits zu Lebzeiten mit Regierungsaufgaben in der Landgrafschaft Sausenberg betraut.[2] Die Söhne Hermann VI. und Rudolf I., übernahmen 1243 zunächst gemeinsam das väterliche Erbe. Beide förderten das von ihrer Mutter gestiftete Kloster Lichtenthal.

Hermann VI. überließ 1247 nach seiner Einheirat ins österreichische Herzogsgeschlecht seinem Bruder Rudolf I. die Alleinherrschaft über die Markgrafschaft Baden und zog nach Österreich, wo er versuchte die Erblande seiner Frau zu regieren.

Papst Innozenz IV. bestätigte am 14. September 1248 dem Markgrafen Hermann VI. die Schenkung des Herzogtums Österreich durch seine Gemahlin Gertrud von Babenberg,[3] und einige Monate später, am 31. Januar 1249, forderte der Papst den Gegenkönig Wilhelm von Holland auf, Markgraf Hermann VI. mit dem Herzogtum Österreich zu belehnen.[4]

Markgraf Hermann VI. war beim Adel nicht sonderlich beliebt und ging auch im eigenen Land recht schroff zur Sache. So versuchte seine Witwe durch eine Schenkung den am Stift Altenburg bei Horn entstandenen Schaden wiedergutzumachen.

Nach seinem frühen Tod 1250 gab es Gerüchte, er sei vergiftet worden, wofür es aber keinerlei Belege gibt. Hermann wurde im Stift Klosterneuburg beigesetzt.[5] 
VON BADEN, Hermann VI. (I1627)
 
3254 Markgraf Rudolf III. von Hachberg-Sausenberg (* 1343; † 8. Februar[1] 1428) war der Sohn des Markgrafen Rudolf II. von Hachberg-Sausenberg und der Katharina von Thierstein. Bis 1384 war sein Onkel Otto I. von Hachberg-Sausenberg Regent bzw. Mitregent. Rudolf III. wird als der bedeutendste der Markgrafen von Hachberg-Sausenberg angesehen.[2] VON HACHBERG-SAUSENBERG, Rudolf III. (I37300)
 
3255 Markgraf von Baden erbte 1515 gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Ernst I. und Philipp von seinem Vater Teile der Markgrafschaft Baden. Er regierte seinen Teil von 1515 bis 1536 BADEN, von von Bernhard (I1403)
 
3256 Markgraf von Baden; regierte von 1475 bis 1515. 1503 vereinigte er die Herrschaft der ausgestorbenen badischen Nebenlinie Hachberg-Sausenberg wieder mit den badischen Stammlanden; Ritter vom Heiligen Grab am 12.07.1468 (Päpstlicher Ritterorden); 1491 Orden vom Goldenen Vlies BADEN, von von Christoph I. (I1398)
 
3257 Markgraf von Badenhatte hatte von seinem Vater Christoph I. 1515 die markgräflichen Besitzungen Baden
(Baden-Baden), Durlach, Pforzheim und Altensteig sowie Teile von Eberstein, Lahr und Mahlberg übernommen und als dessen Statthalter verwaltet und 1527 geerbt. 1524–1527 versah er das Amt eines kaiserlichen Statthalters im Reichsregiment.  
BADEN, von von Philipp (I1406)
 
3258 Markgraf WILHELM IV. VON MEIßEN war mit Sophia verlobt; als er sie heimholen wollte, starb er 1062. Sein Neffe Markgraf ULRICH I. von WEIMAR-ISTRIEN-KRAIN sprang für ihn ein und ehelichte die Königstochter.
Nach Ulrichs Tod 1070 heiratete sie den BILLUNGER Herzog MAGNUS VON SACHSEN († 1106).
Sophia ist eine der Schlüsselfiguren des europäischen Hochadels: Ihre Mutter war RYKSA VON POLEN, ihre Großmutter RICHENZA (Polen), ihre Urgroßmutter MATHILDE (Lothringen), ihre Ururgroßmutter THEOPANU (HRR).
Zu ihren Urenkeln gehören u. a.: FRIEDRICH BARBAROSSA, HEINRICH DER LÖWE, OTTO I. (Brandenburg), BERNHARD III. (Sachsen), OTTO I. (Bayern) und BERTHOLD III. (Andechs), der Großvater der Heiligen HEDWIG VON SCHLESIEN.  
VON UNGARN, Sophie (I35963)
 
3259 Markgräfl. Kammerrat in Jägerndorf, dann Fürstl. Liechtensteinischer Forstmeister, wanderte aber infolge der politischen und konfessionellen Lage aus und erwarb am 13.11.1628 das Bürgerrecht in Brieg. Dasselbst Handelsmann, auf Ober- und Nieder-Hannsdorf, Kreis Glatz. SCHMETTAU, Gottfried (I1050)
 
3260 Markgräfl. Kammerrat in Jägerndorf, dann Fürstl. Liechtensteinischer Forstmeister, wanderte aber infolge der politischen und konfessionellen Lage aus und erwarb am 13.11.1628 das Bürgerrecht in Brieg. Dasselbst Handelsmann, auf Ober- und Nieder-Hannsdorf, Kreis Glatz. SCHMETTAU, Ernst (I1051)
 
3261 Marozia – der Name war eine zu ihrer Zeit gängige Verkleinerungsform von Maria – war in erster Ehe mit Alberich I., in zweiter Ehe mit Guido von Tuszien und in dritter Ehe mit Hugo von der Provence verheiratet. Außerdem war sie in jungen Jahren angeblich die Geliebte von Papst Sergius III. und hatte mit ihm einen Sohn, der gleichfalls Papst wurde, nämlich Johannes XI., wie Liutprand von Cremona berichtet.

Von etwa 914 bis 932 beherrschte sie den Kirchenstaat, die Päpste Johannes X., Leo VI., Stephan VII. und Johannes XI. waren von den von ihr geführten Familien des Stadtadels abhängig.

Um 932 wurde Marozia (vermutlich gemeinsam mit Johannes XI.) von ihrem Sohn Alberich II. gefangen genommen, der nun in Rom die Macht übernahm. Dies geschah bei ihrer versuchten Krönung Hugos zum Kaiser, womit sie selbst zur Kaiserin erhoben worden wäre. Ihr Enkel Octavian wurde als Johannes XII. ebenfalls Papst. Nach dem Jahre 932 wird sie in der Geschichtsschreibung nicht mehr erwähnt, ihr weiteres Schicksal ist nicht bekannt. Vermutlich starb sie in der Gefangenschaft. Nach einem Nekrolog starb sie am 26. Juni, aber dieses verschweigt, wie üblich, das Todesjahr.

Das Bild von Marozia als machthungrige Pornokratin ist stark durch den Mönch Liutprand von Cremona geprägt, der ein sehr negatives, von antirömischer Propaganda geprägtes Bild von ihr zeichnet. Zugleich hat er keinerlei Verständnis für die verschiedenen, zu dieser Zeit noch üblichen Eheformen, die er aus mönchischer Perspektive verurteilt. 
..., Marozia (I39720)
 
3262 Marten Mulder: Groningen-Grafzerken in de kelder van het Academiegebouw van de Rijksuniversiteit (www.dodenakkers.nl). Bruder von Johann Daniel Gottfried Andreae. Studium in Herborn 1621 (Matrikel der Hohen Schule Herborn am 9.10.1621, "Braunfelsensis Solmensis. historiarum et linguae Graecaeprofessor in acad. groningensi"), Bremen 1623 (Matrikel des Gymnasium Illustre zu Bremen am 17.4.1623, "Brunsfelsio Solmaejus"), Marburg, Köln und Groningen 1628. Professor in NL Groningen für Griechisch und Geschichte ab 1634. Pate in Heidelberg (Heiliggeistkirche) am 3.8.1656. Leichenpredigt in Halle (Saale), Franckesche Stiftungen Bibliothek, Signatur 87 D 2. ANDREAE, Prof. Prof. Tobias (I10177)
 
3263 Martin Luther (* 10. November 1483 in Eisleben, Grafschaft Mansfeld; † 18. Februar 1546 ebenda) war ein deutscher Augustinereremit und Theologieprofessor, der zum Urheber der Reformation wurde. Er sah in Gottes Gnadenzusage und der Rechtfertigung durch Jesus Christus die alleinige Grundlage des christlichen Glaubens. Auf dieser Basis wollte er damalige Fehlentwicklungen der Römisch-katholischen Kirche beseitigen und sie in ihrer ursprünglichen Gestalt nach dem Evangelium wiederherstellen („re-formieren“). Entgegen Luthers Absicht kam es im Lauf der Reformation zu einer Kirchenspaltung, aus der evangelisch-lutherische Kirchen und weitere Konfessionen des Protestantismus entstanden.

Die Lutherbibel, Luthers Theologie und Kirchenpolitik trugen zu tiefgreifenden Veränderungen der europäischen Gesellschaft und Kultur in der Frühen Neuzeit bei. Nicht zuletzt hat Luther die Entwicklung der neuhochdeutschen Sprache entscheidend beeinflusst. 
LUTHER, Martin (I48603)
 
3264 Martin Schlumpf heiratet in Ulm 1588 die verwitwete Tochter des Politikers Hans Krafft in Ulm, Benigna Krafft, die ihm eine Tochter schenkte. Ihre erste, 1580 geschlossene Ehe mit Leonhard Zollikofer, Schöpfer des Fideikomisses Altenklingen, war kinderlos geblieben. Martin erhielt 1604 zusammen mit seinen Neffen Kaspar und Hans die Schlumpfen und Mitverwandte von der Stadt St. Gallen ein Darlehen von 8000 Gulden. 1619 versteuerte er das Maximum von 230`000 Gulden, seine Witwe 1623 das Maximum von 55`200 fl.. Die einzige überlebende Tochter Ana heiratete 1609 Georg Zollikofer aus der Ehe Zollikofer-Seuter. SCHLUMPF, Martin (I2980)
 
3265 Matfrieds Abkunft ist unbekannt. Ab 815 am Hofe Kaiser Ludwigs des Frommen bekundet, spielte er dort von 817 an eine wichtige Rolle und wurde mit verschiedenen politischen und militärischen Aufgaben betraut. Er blieb ein treuer Gefolgsmann des Kaisers, bis dieser auf Betreiben seiner zweiten Gemahlin, der Kaiserin Judith, die 817 in der „Ordinatio imperii“ beschlossene Reichseinheit in Frage zu stellen begann und Judith, durch ihre offene Parteinahme gegen Ludwigs Söhne aus erster Ehe, den Hof und den fränkischen Adel in zwei verfeindete Lager spaltete. Dennoch waren er und Graf Hugo von Tours 826 die Begleiter der Kaiserin bei der Taufe des Dänenkönigs Harald Klak in Ingelheim.  VON ORLEANS, Matfriede I. (I18426)
 
3266 Matfrieds Abkunft ist unbekannt. Ab 815 am Hofe Kaiser Ludwigs des Frommen bekundet, spielte er dort von 817 an eine wichtige Rolle und wurde mit verschiedenen politischen und militärischen Aufgaben betraut. Er blieb ein treuer Gefolgsmann des Kaisers, bis dieser auf Betreiben seiner zweiten Gemahlin, der Kaiserin Judith, die 817 in der „Ordinatio imperii“ beschlossene Reichseinheit in Frage zu stellen begann und Judith, durch ihre offene Parteinahme gegen Ludwigs Söhne aus erster Ehe, den Hof und den fränkischen Adel in zwei verfeindete Lager spaltete. Dennoch waren er und Graf Hugo von Tours 826 die Begleiter der Kaiserin bei der Taufe des Dänenkönigs Harald Klak in Ingelheim. ..., Matfriede I. (I36515)
 
3267 Mathias Peltzer oder Matthias Peltzer (* 1508 in Aachen; † um 1591 ebenda) war Bürgermeister der Reichsstadt Aachen, trat mehrfach als Gesandter in Erscheinung und galt als einer der Anführer der protestantischen Minderheit in Aachen.

Leben und Wirken
Der Sohn des Greven (Vorsitzenden) der Wollenambacht (Zunft der Wollhändler), Hermann Kremer, genannt Peltzer (1466–1537), und Neffe des Rektors der Universität Köln Matthias Aquensis wurde nach seiner Ausbildung und Übernahme der väterlichen Geschäfte selbst Mitglied und Greve in der Werkmeisterzunft, in der sich als Nachfolge der Wollenambacht die Tuch- und Wollhändler organisiert hatten. In dieser Eigenschaft wurde er gemäß dem ersten Aachener Gaffelbrief bald darauf auch in den Rat der Freien Reichsstadt Aachen gewählt. Darüber hinaus beschäftigte er sich als Erster der Familie Peltzer mit der Messingfabrikation die später durch seine Nachkommen im benachbarten Stolberg eine beachtenswerte Blüte erlangte.

Nachdem Peltzer im Auftrag der Stadt bereits 1567 in einem Streit über Hoheitsrechte mit dem Herzog von Jülich verhandeln musste, war es im Jahre 1568 Dank ihm und dem diplomatischen Geschick seiner Delegation gelungen, den Fürsten Wilhelm I. von Oranien-Nassau, der zuvor Schloss Wittem eingenommen hatte, davon abzuhalten, die Stadt Aachen im Rahmen seines Kampfes gegen Herzog Alba zu überfallen, um hier deponierte spanische Bedarfsgüter zu konfiszieren. Mittels Zahlung von 20.000 Reichstalern an Wilhelm I. war es der Delegation gelungen, sowohl zu verhindern ihm die Güter auszuhändigen zu müssen und hiermit auch gleichzeitig den Herzog Alba, der zu diesem Zeitpunkt mit seinen Truppen bei Maastricht stand, nicht zu verprellen. Dieser Vertrag wurde am 30. September 1568 von Wilhelm von Oranien und dem amtierenden Aachener Bürgermeister Johann von Lontzen unterzeichnet und bewahrte Aachen davor, ein Schlachtfeld des Achtzigjährigen Kriegs zu werden.[1]

Dieser Verhandlungserfolg führte 1570 und 1573 zu Peltzers Wahl zum Bürgermeister Aachens. In einer seiner ersten Amtshandlungen bot er der benachbarten Stadt Burtscheid vor dem Reichskammergericht in einen Vergleich an, bisherige bewaffnete Zwangsmaßnahmen seiner Vorgänger zur Eintreibung der kaiserlich angesetzten Türkensteuer, gegen die sich sowohl der Meier und der Vogt als auch die Äbtissin von Burtscheid aufgelehnt hatten, zu unterlassen und stattdessen ein gestaffeltes Ratensystem zu akzeptieren.

Um das Jahr 1575 trat Peltzer dem Protestantismus bei und setzte sich alsbald mit an die Spitze der Bewegung. 1581 gehörte er zu den Protestanten, die sich im Rahmen der Aachener Religionsunruhen gewaltsam des Rathauses bemächtigten, um sich von dem diskriminierenden Verhalten des überwiegend streng katholischen Rates zu befreien. Dabei wurden diese Ratsmitglieder und andere katholische Amtsträger aus der Stadt Aachen vertrieben. Ein Jahr später gehörte Peltzer der Delegation zum Reichstag in Augsburg an, wo dieses Aachener Problem auf der Tagesordnung stand. Dies wurde jedoch zu Ungunsten für die Protestanten entschieden, die den vertriebenen katholischen Ratsherren und Bürgern wieder Einlass gewähren sollten. Unter diesen Umständen und trotz des jetzt amtierenden toleranten Bürgermeisters Bonifacius Colyn lehnte Peltzer nach seiner Rückkehr jede weitere Mitarbeit im Rat ab und wurde ein Jahr später sogar noch zu Schadensersatzzahlungen verpflichtet. Einsam und fast vergessen verstarb Peltzer um das Jahr 1591, da dessen Kinder wie viele andere reformierte Handwerker- und Händlerfamilien wie beispielsweise Pastor, Schleicher, Hoesch, Lynen oder Prym, aus wirtschaftlichen und religiösen Gründen Aachen verließen.

Familie
Matthias Peltzer war vor 1546 in erster Ehe verheiratet mit Gertrud von Valentzin, Tochter eines Goldschmiedes. Um das Jahr 1550 vermählte er sich in zweiter Ehe mit Katharina von Ginge, genannt Joist (ca. 1515–1576), Tochter des Kupfermeisters und Ratsherrn Peter von Gienge. Mit ihr hatte er drei Söhne und zwei Töchter.

Sein ältester Sohn Matthis Peltzer (1555–1602) zog als Erster der Familie aus den Querelen der Religionsunruhen seine Konsequenz und wechselte um 1575 nach Stolberg, wo er als Kupfermeister die Ravensmühle, Hammermühle und Ellermühle erwarb und der Stammvater der erfolgreichen und weitverzweigten Kupfermeister-Familie wurde, die sich ab Ende des 18. Jahrhunderts vor allem als Tuchfabrikanten international etablierten. Der jüngste Sohn, Heinrich Peltzer (1556–1591), zog in das evangelisch freie Burtscheid und wurde Stammvater der Burtscheider Linie, die mehrere Generationen später wieder zum Katholizismus konvertierte und der der Aachener Syndikus Matthias Goswin Pelzer sowie die beiden Aachener Oberbürgermeister Arnold Edmund Pelzer und Ludwig Pelzer entstammen. 
PELTZER, Matthias I. (I48427)
 
3268 Mathilde ging als einzige Tochter aus der Ehe von Kaiser Otto I. und der Kaiserin Adelheid, die die Tochter des burgundischen Königs Rudolf II. war, hervor.

Bereits mit elf Jahren übernahm sie das Amt ihrer Großmutter, der Heiligen Mathilde, und wurde 966 im Beisein ihres Vaters und aller Bischöfe und Erzbischöfe des Reiches zur Äbtissin geweiht. Durch diese Weihe hob sich Mathilde stark von dem gewöhnlichen Weihezeremoniell ab, das üblicherweise nur von einem Bischof vollzogen wurde. Papst Johannes XIII. bestätigte die Weihe im April 967. Vom Tod ihrer Großmutter am 14. März 968, die nicht nur zur Namensgebung, sondern auch zur Erziehung der jungen Mathilde beitrug, bis zur Rückkehr ihres Vaters aus Italien Ende 972 war sie für fast vier Jahre die einzige Repräsentantin des Kaiserhauses nördlich der Alpen. Nach dem Tod der Königin Mathilde kann die Äbtissin zum engsten Kreis der politischen Berater ihres Bruders Otto II. und ihres Neffen Otto III. gezählt werden. Mathilde übernahm damit schon als junges Mädchen die Führung des Damenstifts zu Quedlinburg und war für Frauen jeden Alters verantwortlich.

Zur Vorbereitung auf die damit verbundenen Aufgaben und als eine Art Handbuch zum Herrschen widmete Widukind von Corvey der dreizehnjährigen Mathilde seine Sachsengeschichte. In dieser lobt er die Weisheit der Äbtissin und nennt sie Gebieterin von ganz Europa.

Die politische Rolle der Äbtissin war vor allem zu den Zeiten ihres Bruders und ihres Neffen stark ausgeprägt. Die Begleitung ihres Bruders nach Rom im Jahre 981 zeigt, für wie bedeutend ihre Anwesenheit zur Repräsentation der Herrschaft des ottonischen Hauses gehalten wurde. Otto III. vertraute ihr während seines zweiten Italienzugs im Jahre 997 sogar die Stellvertretung im Reich an. Ebendieser hatte der Äbtissin zuvor im Jahr 994 das Markt-, Münz- und Zollprivileg für Quedlinburg zugesichert. Dadurch machte Mathilde nicht nur mehr Einnahmen, sondern es zog auch mehr Pilger zum Marktplatz unterhalb des Stiftbergs an, sodass Quedlinburg einen wirtschaftlichen Aufstieg erfuhr.

Im Jahre 998 kam die Äbtissin mit den einflussreichsten Männern des Reiches auf dem Hoftag in Derensburg zusammen, auf dem sie als Vertreterin des ottonischen Königs die Leitung der Versammlung übernahm, Ämter neu besetzte und Recht sprach. Im Hinblick auf diese Repräsentationsaufgaben, durch die Mathilde der Stadt Quedlinburg dazu verhalf, eine der bedeutendsten Städte des Reiches zu werden, wurde sie auch als domina imperialis bezeichnet. Otto III. gab seiner Tante – in Anlehnung an den Patricius-Titel – den Titel matricia, der auf ihrer Grabinschrift gefunden werden kann.

Mathilde verstarb im Februar 999 mit 44 Jahren auf dem Gipfel ihrer Macht. Nach ihrem Tod wurde sie an der Seite ihrer Großmutter in der Stiftskirche zu Quedlinburg beigesetzt.

Mathilde von Quedlinburg zeichnete sich nicht nur durch ihre Fähigkeiten als Herrscherin des Reiches aus, sondern ihr wird auch die Fürsorge für die Toten-Memoria der Ottonen nachgesagt.  
(HRR), Mathilde (I35579)
 
3269 Mathilde von Schwaben (* 988 oder 989; † 29. Juli 1032) war durch Heirat Herzogin von Kärnten und Oberlothringen und möglicherweise auch Gräfin von Ballenstedt. Sie spielte als Gegnerin Konrads II. („Konrad der Ältere“) zeitweise selbst eine aktive politische Rolle. Der Grund war, dass ihr Sohn Konrad II. von Kärnten (zur Unterscheidung vom Kaiser „Konrad der Jüngere“ genannt) bei der Königswahl von 1024 unterlegen war. Bekannt ist sie auch wegen ihres Schreibens an den polnischen König Mieszko II. („Epistola Mathildis Suevae ad Misegonem II. Poloniae Regem“) mit ihrem Bild. VON SCHWABEN (KONRADINER), Mathilde (I17252)
 
3270 Matrikel der Hohen Schule Herborn 1632, ohne genaues Datum, "Mülheimensis Montanus". Gewesener kurbrandenburgischer Amtskammersekretär in Kleve (1660). HAESBAERT, Martin Abraham (I18680)
 
3271 Matrikel der Universität Utrecht im Okt. 1653, "Genevensis". Promotion in Leiden am 27.4.1655. Professor an der theolog. Fakultät der Universität Heidelberg 1655/70 und Prorektor 1659/60. Ab 1670 Professor für Theologie und Kirchengeschichte in Leiden (Herbert Jaumann, Handbuch Gelehrtenkultur der Frühen Neuzeit, 2004, S. 623). Von Jacob Triglandius gehaltene Leichenpredigt in der Universitätsbibliothek Leipzig, Signatur Vit.N.2197. SPANHEIM, Prof. Dr. theol. Prof. Dr. theol. Friedrich (I16997)
 
3272 Maurergeselle, Maurer, Gütler in Großhaslach AMMON, Johann (I45)
 
3273 Max wanderte in jungen Jahren nach England aus, hatte die Generalvertretung der Fa. Bechstein (Flügel und Klaviere der absoluten Spitzenklasse seit 1853),
Haus in London und die über 300 Jahre alte Park-Farm in Maidenhead https://de.wikipedia.org/wiki/Maidenhead; mit den Zimmern "Queen Elizabeth" und "Graf von Leicester", einer Stadt in Berkshire 
LINDLAR, Max Heinrich Otto (I2000)
 
3274 Maximilian soll mindestens 14 uneheliche Kinder gezeugt haben.[30] (Auswahl):

Georg von Österreich (1504–1557), Bischof von Lüttich
Dorothea von Österreich ⚭ Graf Johann I. (Ostfriesland)[31] 
VON HABSBURG (HRR), Maximilian I. (I28561)
 
3275 Meinhard war der Sohn des Grafen Meinhard I. von Görz und dessen Frau Adelheid, Tochter von Graf Albert III. von Tirol. Diese Ehe war mit entscheidend für den Erwerb der Grafschaft Tirol (im damaligen Umfang) durch die Görzer, da Graf Albert III. keinen männlichen Nachfolger hatte und Adelheids Schwester Elisabeth ca. 1256 kinderlos verstarb.

Ab 1253 war Meinhard zusammen mit seinem jüngeren Bruder Albert (I.) auf der Burg Hohenwerfen in Geiselhaft des Salzburger Erzbischofs Philipp von Spanheim. In diese missliche Lage waren die Brüder im Austausch für ihren gefangenen Großvater Albert III. gekommen, nachdem dieser und ihr Vater eine Auseinandersetzung gegen den Erzbischof verloren hatten. 1259 kam Meinhard frei und konnte das Erbe des im Jahr davor gestorbenen Vaters antreten. Zwischenzeitlich hatte die Mutter Adelheid von Tirol die Geschäfte geführt, die ein eigenes Siegel hatte. Graf Albert I. kam erst im Jahr 1261 frei. Am 4. März 1271 teilten die Brüder auf Schloss Tirol die weitverstreuten Besitzungen und Rechte auf: Meinhard übernahm die Grafschaft Tirol, die sich seinerzeit noch im Vinschgau und Engadin erstreckte, sein Bruder erhielt die Besitzungen in Friaul, Istrien, Kärnten und im Pustertal.[1] 1276–1279 übernahm Meinhard die Landeshauptmannschaft in Kärnten.

Meinhard hatte am 6. Oktober 1259 Elisabeth von Bayern geehelicht, die zehn Jahre ältere Witwe des römisch-deutschen Königs Konrad IV. Diese war die Mutter des letzten legitimen Staufers, Konradin. Jener galt als aussichtsreicher Prätendent auf den Kaiserthron. Als Konradin 1267 nach Italien zog, um das staufische Erbe in Süditalien anzutreten, unterstützte Meinhard seinen Stiefsohn lediglich mit Weggeleit und Geld. Konradin wurde bei seinem Italienzug am 23. August 1268 in der Schlacht bei Tagliacozzo von Karl von Anjou entscheidend geschlagen und im Oktober 1268 in Neapel hingerichtet.

Meinhard unterstützte in der Folge Rudolf I. von Habsburg, dem er seit dem Italienzug freundschaftlich eng verbunden war, in der Auseinandersetzung mit König Ottokar II. von Böhmen und wurde dafür 1286 zum Reichsfürsten erhoben und mit dem Herzogtum Kärnten belehnt. Zuvor war zur Festigung des Bündnisses die Verehelichung ihrer beiden Kinder beschlossen worden: Meinhards Tochter Elisabeth heiratete Albrecht I., den deutschen König von 1298 bis 1308, und wurde zur Stammmutter aller späteren Habsburger. Durch diesen Ehebund fiel späterhin Tirol an Habsburg.

Meinhard erwarb, teils durch politische, teils durch kriegerische Aktion, etliche weitere Territorien. So kaufte er am 17. Mai 1284 (Murnau) dem Grafen Gebhard VII. von Hirschberg[2], Sohn von Gebhard VI. aus dessen zweiter Ehe mit Sophia von Bayern, alle Besitzungen im Inntal ab.[3] Diese waren aus der ersten kinderlosen Ehe von Gebhard VI. mit der Tochter Elisabeth von Graf Albert III. von Tirol an die Hirschberger gekommen. Später besiegte er die Herren von Enn und kaufte auch den Grafen von Eschenlohe-Hertenberg und den Herren von Salurn ihre Güter ab. Meinhard war ein Machtmensch, der seine Interessen häufig rücksichtslos durchsetzte. Die Fürstbistümer Trient und Brixen unterstellte er seiner Gerichtsbarkeit, daher gilt er als der eigentliche Begründer des Landes Tirol (formal kamen diese Territorien erst 1803 an Tirol). Er führte eine moderne, auf bezahltem Beamtentum (den Familiaren, oft nichtadligen Leuten) – anstatt Lehensherrschaft – gegründete Verwaltung ein. Er schuf Gerichtsbezirke und ein straffes Steuerwesen. Ab 1286 ist auch die Abfassung eines eigenen deutschsprachigen, wenngleich nur fragmentarisch überlieferten Tiroler Landrechts bezeugt, was als Hinweis auf die abgeschlossene Territorialisierung des meinhardinischen Herrschaftsbereichs zu werten ist.[4]


Adlergroschen Meinhards II.
Weite Verbreitung fand der von Meinhard in Meran geprägte Adlergroschen (Grosso aquilino auch Aquilini grossi) im oberitalienischen Wirtschaftsraum mit einer Reihe von Nachahmungen. Noch bedeutender wurde der ab ca. 1271 in Meran gefertigte Kreuzer oder Zwainziger (entsprach wertmäßig zwanzig Bernern), der später nach Einführung durch Kaiser Friedrich III. in Österreich die dortige Entwicklung des Münzwesens mit prägte. Die seit 1280 geführten Tiroler Raitbücher (Rechnungsbücher) gehören zu den bedeutendsten Dokumenten der Landesgeschichte.

Gemeinsam mit seiner Gemahlin hatte Meinhard 1272 das Zisterzienserkloster Stams in Tirol gestiftet, wo er 1295 beigesetzt wurde. Seine bereits am 9./10. Oktober 1273 verstorbene Frau Elisabeth wurde nach Einweihung der Stiftskirche im November 1284 in diese überführt. Eine weitere Ehe Meinhards ist nicht bekannt. 
VON GÖRTZ UND TIROL, Meinhard II. (I42979)
 
3276 MEINRADSZELL
Nachdem sich um die Meinradszelle nach dessen Tod (861) andere Eremiten niedergelassen hatten, zog sich zu Beginn des 10. Jahrhunderts der heilige Benno, zuvor Domherr zu Straßburg hier ebenfalls in die Einsiedelei zurück. Ihm soll um 915 eine Äbtissin von Säckingen bereits die Insel zur Nutznießung übergeben haben, damit die Eremiten sich hier ihre Nahrung holen konnten, jedoch blieb das Eigentumsrecht des Klosters Säckingen über die Insel vorbehalten.
Bald darauf ließ sich der heilige Aldarich als Einsiedler auf der Ufernau selbst nieder.
Sein älterer Bruder begegnete uns bereits bei der Schenkung der Ufernau an Einsiedeln.

ADALRICH
Der Heilige Adalrich, eigentlich Adalrich von Schwaben, manchmal auch Adalrich von Einsiedeln, († 29. September 973 oder nach 973) war ein Mönch des Klosters Einsiedeln und lebte als solcher als Eremit auf der Insel Ufenau
Gemäß frühmittelalterlicher Überlieferung ist Adalrich der Sohn der Herzogin Reginlinde[1] von Nellenburg und des Herzogs Burchard II. von Schwaben.[3] Eventuell handelt es sich bei Adalrich um den Mönch Alaricus, einem Zeitgenossen der Heiligen Wiborada.[1]

Der Legende nach war Adalrich Priester in der Pfarrkirche St. Peter und Paul, die von seiner Mutter Reginlinde gestiftet worden war. Diese zog, nachdem sie an Lepra erkrankt war, ebenfalls auf die Insel, auf welcher ihr Sohn nicht nur als Seelsorger wirkte, sondern angeblich auch Wunder vollbrachte.[2]

Seine Grabstätte befindet sich in der Kirche St. Peter und Paul,[1] während der heute leere barocke Sarkophag in die Kirche St. Martin (beide auf der Ufnau im Zürichsee) verlegt worden ist.
Adalrich, dessen Namenstag am 28. September gefeiert wird, wird seit dem 14. Jahrhundert verehrt. Bereits 1372 wurde zu seinen Ehren ein Altar errichtet, das Grab wurde 1659 geöffnet und die Gebeine wurden in einem Sarkophag bestattet und 1959 nach Einsiedeln überstellt. Seit dem 17. Jahrhundert wird er in Einsiedeln und Freienbach verehrt,[1] wo die Pfarrkirche ihm geweiht ist.

Helvetia Sacra, Band III/1, 336 ff.
D. Geuenich: «Die Frauengemeinschaft des coenobium Sichingis im 10. Jh.», in: Frühe Kultur in Säckingen, hg. von W. Berschin, 1991.
Ekkart Sauser: Adelrich (Adalrich). In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 17, Bautz, Herzberg 2000, ISBN 3-88309-080-8, Sp. 18–19.
Reinhold Kaiser: "Adalrich", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 26.03.2001. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/012453/2001-03-26/, konsultiert am 16.11.2024.
https://de.wikipedia.org/wiki/Adalrich_(Einsiedler)
 
(EINSIEDLER), Adalrich;´Heiliger` (I11027)
 
3277 Meiss (auch Meiß) ist der Name eines alten Adelsgeschlechts.
Die Herren von Meiss gehörten zu den ältesten Patrizierfamilien in der ehemaligen freien Reichsstadt Zürich. 
MEISS VON TEUFEN, Hans (I32352)
 
3278 Meiss (auch Meiß) ist der Name eines alten schweizerischen Adelsgeschlechts. Die Herren von Meiss gehörten zu den ältesten Patrizierfamilien in der ehemaligen freien Reichsstadt Zürich.
Erstmals urkundlich erwähnt wird das Geschlecht im Jahre 1225 mit Waltherus Meisa in Zürich.[1] Seine Nachkommen gehörten schon bald zum Stadtrat und den exklusiven Gesellschaften der „Schildner zum Schneggen“ und der „Adeligen Stube zum Rüden“ in der alten Reichsstadt.

Ab Mitte des 14. Jahrhunderts führten Angehörige den Junkertitel, zum Beispiel 1366 der „[...] fromb Man Jungher Heinrich Meiss“. Der Titel wurde über viele Generationen hindurch verwendet und erst im 19. Jahrhundert durch das Prädikat von ersetzt. Im Jahre 1675 wird ihnen ausdrücklich bestätigt, dass ihr Geschlecht zum ältesten Patriziat der Stadt und seit mehreren Jahrhunderten im Heiligen Römischen Reich wie in Zürich als von wahrem Adel angesehen wird. Zahlreiche Mitglieder der Familie haben sich im Dienste der Stadt Zürich ausgezeichnet, so dass ihr Geschlecht zu dem am häufigsten vertretenen im Stadtregiment gehörte. Das bedeutendste Ratsmitglied war der spätere Bürgermeister Heinrich Meiss (Amtszeit von 1393 bis 1427).

Einige seiner Nachkommen wurden Zürcher Landvögte, die am Ende des 16. Jahrhunderts auch ausgedehnten Landbesitz in der Umgebung von Zürich erwarben. 1600 gelangte die Herrschaft Teufen (bis 1836), 1606 Wetzikon (bis 1755) und 1634 Wülflingen (bis 1734) in Familienbesitz. Sie verwalteten ihre Güter ähnlich dem Landadel, verloren aber nie den Kontakt zu ihrer Heimatstadt.

Das bis zum 17. Jahrhundert sehr verbreitete Geschlecht besteht in Zweiglinien bis heute. 
MEISS, N. (I9299)
 
3279 Merode
ist der Name eines katholischen rheinischen, zum Hochadel zählenden Uradelsgeschlechts mit dem Stammhaus Kerpen an der Erft, das mit dem Reichsministerialen Warnerus de Kerpene aus dem Geschlecht der Herren von Kerpen zwischen 1065 und 1071 zum ersten Mal Erwähnung findet.[1] Der Name entstammte dem ersten Besitz in Rode bei Langerwehe im Kreis Düren. Die Adelsbezeichnung des Reichsministerialen Wernherus de Rode tritt erstmals am 11. April 1174 urkundlich in Maastricht auf. Ab 1262 liegen im Stadtarchiv Köln urkundliche Siegel des Warnerus de Rode vor. Seit dem 14. Jahrhundert wird die Schreibweise „Merode“ gebraucht.

Geschichte des Hauses Merode
Im Jahr 1473 kamen Kaiser Friedrich III. und Herzog Karl der Kühne von Burgund in Trier zusammen und am 1. Oktober 1473 erhielten folgende Familienmitglieder die Erhebung in den Stand der Freiherren bzw. Freifrau: Johann auf Merode, Rikalt auf Frenz und Hohenfels (Houffalize), Wilhelm auf Veulen, Arnold, Domherr zu Lüttich, und Margarete von Merode.

In Wien wurde am 19. Juni 1622 Freiherr Rikalt von Merode auf Waroux, kurfürstlicher-kölnischer Geheimrat und Oberverweser des Fürstbistum Lüttich sowie dessen Sohn Johann Freiherr von Merode auf Osogne, zum Reichsgrafen nobilitiert.

Das Stammwappen zeigt in Gold vier rote Pfähle. Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken der Schild zwischen einem rechts roten, links goldenen offenen Flug.

Das ursprüngliche Stammhaus aus dem 12. Jahrhundert, das jetzige Schloss Merode in Merode (Langerwehe), befindet sich im Privatbesitz von Charles-Louis Prinz von Merode und dessen Familie. Prince Charles-Louis ist Präsident der Europäischen Gemeinschaft historischer Schützenbruderschaften und Prior des Ritterordens vom Heiligen Sebastian in Europa.



Die Herrschaft Merode: über 840 Jahre Geschichte
Kaiser Friedrich Barbarossa (1152 – 1190) betraute um 1170 den aus Kerpen stammenden königlichen Ministerialen Werner mit der Belehnung des königlichen Hofgutes zu Echtz (bei Düren). Über die Lage dieses Hofgutes in Echtz – der Ortsname war ursprünglich Aix – gibt es keine Angaben. Vermutlich lag dieser Hof aber im Bereich der alten Michaelskirche.

Von Echtz aus ließ er in der Nachbarschaft, am Fuße der Eifel, zwischen der von der Rur durchflossenen fruchtbaren Lößplatte und den bewaldeten Eifelausläufern, an der Stelle des heutigen Wasserschlosses, auf einer Rodung einen Sitz anlegen. Dies gab ihm und seinen Nachfolgern den Namen: Aus dem lateinischen «de Rode» und dem mittelhochdeutschen «van dem Rode» bzw. «van me Rode» leitet sich der heutige Name «Merode» ab.

Die «Herrschaft Merode» entwickelte sich bis zum 13. Jh. und umfasste damals die Dörfer Echtz, Geich, Obergeich, Konzendorf, Schlich, D´horn und Merode.

Werner I. (um 1170) und seine Nachfolger Werner II. (um 1220) und Werner III. (gest. 1278) stellten im engeren Kreis mit weiteren Aachener Reichsdienstmannen eine starke Präsenz der Reichsgewalt um die «königliche Villa» in Düren und «der Pfalz» in Aachen. Doch mit der immer schwächer werdenden Stellung des Kaisers verselbständigten sich die Merode noch im selben Jahrhundert.

Werner III. trat oft in der Umgebung des Grafen von Jülich auf. Er fühlte sich zeitlebens eng mit ihm verbunden, offen bleibt, ob er dabei mehr seine eigene politische Rolle spielte oder nur Parteigänger Wilhelms IV. (1219-1278) war. 1348 entließ Kaiser Karl IV. (1316-1387) die Meroder Herrschaft aus der Lehnshoheit des Reiches und unterstellte sie den Herzögen von Jülich. Den Verlust der Reichsunmittelbarkeit haben die Meroder den Herzögen von Jülich gegenüber immer nur partiell anerkannt, und sie verstanden es, mehr als 400 Jahre lang (bis zum Untergang des alten Reiches) innerhalb des Jülicher Staatenverbandes eine Sonderstellung zu bewahren.

Um 1455 stellten sie klar: «dat slot von Merode met den lande en de hoeger heerlichheit is een keyser leen» und unterstehen nur zur Hälfte der Lehnshoheit von Jülich.

Bis Anfang des 18. Jahrhunderts gab es mit den Herzögen Streit um die Steuerhoheit, Titel und Gerichtsbarkeit. Die Familie widersetzte sich unter Berufung auf ihre Unabhängigkeit den Zentralisierungsbestrebungen. 1712 bemühte sich der berühmte Johann Philip Eugen Reichsgraf von Merode und Marquis von Westerloo (heutiges Belgien) (1674 – 1732) um die Erhebung der Herrschaft in ein Reichsfürstentum.

Er machte als kaiserlicher Feldmarschall seinen Einfluss geltend, und obwohl Kaiser Karl VI. (1685-1740) dem Gesuch nicht ablehnend gegenüberstand, scheiterte es an der Haltung des Herzogs von Jülich und den Kurfürsten von der Pfalz. Auch wenn die Merode nur einen Teil ihres Hoheitsrechts von ihrem Ursprungsgebiet zurückbekommen haben, erweiterte sich ihre Lehnsmacht noch im Mittelalter im ganzen Rheinland und entlang der Maas. Zusätzlich vergrößerte sich dabei ihr internationaler Einfluss.

Ab dem 15. Jahrhundert erlangte die Familie u.a. die Herrschaften von Petersheim, Leefdaal, Westerloo, Oolen, Trélon, Deynze und Houffalise. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts dehnten sich ihre Besitztümer auf 400 Gebiete aus, welche sich in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Luxemburg befanden. Darunter gab es drei Marquisate (Westerloo, Trélon, Deynze), vier Grafschaften (Middlebourg, Thiant, Ongnies und Oolen), 69 Herrschaften und mehr als 50 Schlösser. Noch im 18. Jahrhundert erbten die Merode etliche Grafschaften, u.a. die Fürstentümer Rubempré und Everberg und im frühen 19. Jahrhundert das Fürstentum Grimbergen.

Im Oktober 1794, nach dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen, hob man die Verfassung von Merode auf und ersetzte sie durch ein Behördensystem nach französischem Vorbild. Die unterste Verwaltungseinheit war die Mairie. Sie wurde in Echtz eingerichtet und umfasste genau den alten Herrschaftsbereich. Nach 1815 fiel das Rheinland an Preußen.

Man übernahm die von den Franzosen geschaffene Verwaltung mit dem kleinen sprachlichen Unterschied, dass die Mairie die Bürgermeisterei wurde.

Als dann 1972 die Neugliederung der Verwaltung in Kraft trat, ließen die Entscheidungsträger leider die historischen Gesetzmäßigkeiten unberücksichtigt.

Durch die erfolgreiche Heiratspolitik der Familie stammen die meisten berühmten deutschen, belgischen oder französischen Familien dem Geschlecht derer von Merode ab.

Gleichzeitig zählen berühmte historische Persönlichkeiten zu den Vorfahren der Familie; in ihren Stammtafeln befinden sich u.a. Karl der Große, Wilhelm der Eroberer, Heiliger Ludwig IX von Frankreich, Ludwig IV von Bayern, Montezuma, Cortès, mehrere Kaiser von Konstantinopel, Könige von Polen und Herzöge von Burgund.

Aus der Familie sind auch ein Erzbischof und Minister am Heiligen Stuhl, viele Domherren, mehrere Generäle, zwei Feldmarschälle, mehrere Minister, Senatoren, Gouverneure und Bürgermeister hervorgegangen.

Viele der Vorfahren mussten jedoch ihr Leben auf den Kriegsfeldern lassen. Der berühmteste unter ihnen ist Frédéric von Merode, (Bruder von Félix) der Held der belgischen Unabhängigkeit.

Dem direkten Vorfahren der jetzigen Schlossbesitzer, Felix von Merode, wurde 1830 der belgische Thron angeboten: diesen wies er jedoch ab, da er jemanden aus dem Hause Sachsen-Coburg-Gotha bevorzugte, um so Anerkennung von England zu bekommen. Demnach wurde Leopold von Sachsen-Coburg-Gotha der erste belgische König.

Baugeschichte
Wie die erste Niederlassung Werners im 12. Jahrhundert aussah, ist leider nicht bekannt. Sicher war es ein kleines befestigtes Gutshaus. Die Bezeichnung «Castrum de Rode» (Burg Merode) wird 1263 erstmals erwähnt. In der Zeit des 13. und 14. Jahrhunderts bekam die heutige Anlage ihren Charakter als imposante Festung.

Dem 15. Jahrhundert gehören noch die Außenmauern der Ostpartie und vielleicht auch noch der schwere Unterbau des Bastionsturmes (Kapellenturm) an. Aus dem 17. Jahrhundert entstammen die Türme mit der für die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts charakteristischen Gliederung durch Horizontalbänder aus Haustein, die den Geschossabsätzen, Fensterbänken, Quersprossen und Stürzen der Fenster folgen.

Das heutige Aussehen des Stammschlosses geht weitgehend auf die Bautätigkeit des Feldmarschalls Johann Philipp Eugen (1674-1732) zurück. Typisch sind der Einbau von 1.700 größeren Stichbogenfenstern mit kräftiger Überdachung aus Keilsteinen. Aber auch zu Beginn des 20. Jh. verändern noch größere Umgestaltungen den ehrwürdigen Bau.

Im letzten Krieg wird Merode durch einen Bombenangriff von alliierten Flugzeugen am 17.11.1944 stark beschädigt.

Doch trotz dieser Zerstörungen konnte das Schloss weiter als Schutz für die Bevölkerung während der Angriffe dienen. Der Fürst von Merode, damals belgischer Staatsbürger, ließ in dieser Zeit Medikamente und Nahrung von Belgien nach Deutschland überbringen.

Nach Kriegsende hat er trotz erheblicher Behinderungen von Seiten der englischen Besatzung umgehend mit den Wiederaufbauarbeiten begonnen. So konnte die Bausubstanz vor der Verwitterung bewahrt werden.

Die Arbeiten am Schloss sicherten der Dorfbevölkerung Arbeitsplätze und verstärkte die über Jahrhunderte alte Verbundenheit der Bevölkerung mit dem Schloss und seiner Familie. Der Nordwestturm und Teile des Renaissanceflügels wurden nicht wieder aufgebaut.

Bis weit in die 90er Jahre hinein dauerten die Wiederaufbauarbeiten, bis Merodes Wahrzeichen sich wieder stolz und prächtig dem Betrachter präsentieren konnte.

Ein großer Brand am 19. Juni 2000 beschädigte 80% der restaurierten Teile des Schlosses. Großteile des Dachstuhls und ein Eckturm aus dem 17. Jahrhundert mit seiner unter flämischen Einfluss entstandenen Barockhaube sind völlig ausgebrannt.

Die Wohnräume wurden bis in den Keller durch die Löschwassermengen (15.000 Liter pro Minute) zerstört oder beschädigt. Fast alle Möbel, Bilder und Bücher wurden vernichtet oder schwer beschädigt. Die überaus hilfsbereite Bevölkerung und Freunde haben geholfen, die zu rettende Inneneinrichtung aus dem feuchten Schloss in Sicherheit zu bringen. Der abgebrannte Dachstuhl wurde mit Hilfe von Kränen und Containern abgenommen und schließlich das Gebäude mit Planen vor Regen geschützt.

Mit Unterstützung der Bevölkerung und dem Enthusiasmus einzelner Menschen haben sich die Prinzen von Merode sofort entschlossen, alles Mögliche zu unternehmen, um dieses bedeutende Denkmal zu restaurieren.

Noch im selben Jahr wurde auf Initiative der Bevölkerung der «Förderverein Schloss Merode» gegründet.

Trotz der Zerstörung wurde alles unternommen, um die geplanten Veranstaltungen, wie beispielsweise die Konzerte für die Kreiskulturtage im September 2000, zu ermöglichen.

Die Fertigstellung der Zimmererarbeiten wurde am 11 September 2004 mit einem Richtfest im Schloss gefeiert. So konnte man mit den Innenarbeiten und den Fassadensanierungen beginnen.

Das Verhältnis der «Herrschaft» zur Bevölkerung
Pastor Josef Ossemann 1924-1941 – Pfarrer in D’horn – hat als erster die Geschichte der Pfarre und damit auch die Beziehung der Herrschaft Merode zur Bevölkerung beschrieben («die Herrschaft unserer Heimat 1931»).

Die Bewohner der «Herrschaft» waren «Hörige» oder Heuerleute, die zwar im Dienst der «Herrschaft» standen, aber berechtigt waren, Eigentum zu erwerben.

Wenn die Herren in den Krieg zogen, oder Stammesfehden hatten, mussten die Männer mitziehen. Zur Zeit des Friedens bebauten sie ihr eigenes Stück Land, mussten aber an bestimmten Tagen – besonders z. Zt. der Ernte – auf dem Schloss mitarbeiten.

Kühe und Schweine durften sie allerdings nach einer festgesetzten Ordnung auf die Gemeindewiese und in den Wald treiben. Holz holen für den Hausbedarf war erlaubt.

Infolge der Französischen Revolution wird die Abhängigkeit der Bevölkerung von der Schlossherrschaft aufgelöst. Das Schloss gibt die Eigenwirtschaft auf, verpachtet die Ländereien und bietet so den bäuerlichen Bewohnern die Gelegenheit, den eigenen Betrieb zu vergrößern.

Schloss und Dörfer waren oft Herberge fremder Truppen; im spanischen Erbfolgekrieg – darüber gibt es einen Kartographischen Bericht – zur Zeit Napoleons und auch nach dem 1. Weltkrieg.
Pastor Herman Kaiser (November 2006)

Die Armenpflege in der Herrschaft Merode
Durch das Gebiet der Herrschaft führte mutmaßlich schon in der Römerzeit – auf jeden Fall im Mittelalter – die Heerstraße Frankfurt – Köln – Aachen. Daran gelegen war eine Kapelle, deren Bauteile aus dem 11./12. Jahrhundert stammen. Seit dem 15. Jahrhundert ist an dieser Kapelle ein «Hospital» nachgewiesen, eine Merodische Stiftung. Von diesem Hospital, worüber es umfangreiche Urkunden gibt, ging die Versorgung der Armen in der «Herrschaft» aus.

Den in den Listen oft namentlich aufgeführten «Hausarmen» – darunter waren viele Witwen – wurde Brot, Bier, Kleidung, Schuhe, Kohle, Geld und auch Totenladen geschenkt.

Sogar der «Wundarzt» wurde vom Hospital zu den kranken Hausarmen geschickt. Das Hospital wurde um 1870 abgebrochen. Was aus der Armenstiftung der Merode wurde, ist nicht genau nachzuweisen. Sicher ist aber, dass im Bereich der Pfarrdörfer das sogenannte «Grafenbrot» bis in die Zeit nach dem Krieg beim Bäcker in Schlich ausgegeben wurde.

Dach dem Krieg 1944/45 herrschte in den stark zerstörten Dörfern große Not. Besonders an Medikamenten und Kindernahrung fehlte es.

Bei den ständigen Fahrten der Fürstin von Westerloo nach Merode war das Auto oft vollgeladen mit Spenden an Kinderkleidung, Nahrung und Medikamenten, so dass in mancher Not geholfen werden konnte.

Pastor Herman Kaiser (November 2006)

Bildnachweis: Archivphotos

Text, Gestaltung und ©: Carl-Ludwig Prinz von Merode

Literaturverzeichnis:
DOMSTA, H.J.: Geschichte der Fürsten von Merode im Mittelalter, 1974
MARTIN, G.: Histoire et Généalogie de la Maison de Merode, 1999

Schloss Merode
D-52379 Langerwehe-Merode info@schlossmerode.de
 
VON MERODE, N. (I37436)
 
3280 Merode ist der Name eines katholischen, zum europäischen Hochadel zählenden rheinischen Uradelsgeschlechts mit dem Stammhaus Kerpen an der Erft, das mit dem Reichsministerialen Warnerus de Kerpene aus dem Geschlecht der Herren von Kerpen zwischen 1065 und 1071 zum ersten Mal Erwähnung findet.[1] Aus dem erstmals 1174 genannten, lateinischen „de Rode“ und dem mittelhochdeutschen „van dem Rode“ bzw. „van me Rode“ leitet sich der Name Merode ab, der auf den Stammsitz der Familie, das Schloss Merode, zurückgeht. Es wurde auf einer Rodung im heutigen Merode bei Langerwehe im Kreis Düren errichtet und befindet sich im Besitz des Fürstenhauses Merode.



Haus Schwansbell in Horstmar (Stadt Lünen) gelangte nach dem Aussterben der gleichnamigen Familie 1727 durch Heirat und Kauf an die von Merode zu Merfeld

Vikarienstiftung
1515 Stiftung und Ausstattung der Vikarie St. Johannes Baptistae et Evangelistae in der Kirche St. Mariae zu Lünen durch die Eheleute Heinrich von Schwansbell und Ida von Beesten zu Haus Sythen (E: Johann von Beesten oo 1481 Cunigunde von Westerholt)
Familie
1699 Heinrich Wennemar von Merode zu Schwansbell
1715 Heinrich Wennemar von Merode zu Schwansbell und Merfeld
Ritterzettel, Präsentlisten zum Landtag 1666-97
von Schwansbell zu Schwansbell und zum Oberfelde.
Schwansbell, 25.06.1700: Die Eheleute Heinrich Adolf von Schwansbell zu Schwansbell und Maria Ursula Frau von Schwansbell schreiben dem Kurfürsten von Brandenburg, dass sie den Rittersitz Schwansbell dem Freiherrn von Merode aus Altersgründen überlassen haben, aber auch, weil die Schwansbellschen Güter durch die Voreltern, durch Auszahlungen an die Schwestern und Brüder und anderes hoch verschuldet sind. Sie können weder die Zinsen aufbringen, noch die Baulichkeiten wie Mühlenkästen, Schleusen, Einzäunungen der Lippeweiden, des Hauses Schwansbell und die dazugehörigen Gebäude, die alle baufällig sind, instand halten. Auch haben sie sehr unter dem Herrn von Syberg zu leiden gehabt, der alle 8 oder 14 Tage mit 20 oder 30 Schützen vor das Haus Schwansbell kam und alles, was abzutransportieren war, wie Pferde, Milchkühe, Schweine, Schafe, Gänse, Hühner, Fische, Räder der Mühlenkarren, Winden und Hebeeisen mitnahm sowie die Kornmühle und Lebensmittel gewaltsam wegnahm. Dies geschah, da der Herr von Syberg die älteste Tochter ohne väterliche Zustimmung heiratete. Die Eheleute überließen das Haus Schwansbell dem Freiherrn von Merode, um in ihrem Alter die notdürftigen Lebensmittel zu sichern. Sie bitten den Kurfürsten, seinen Beamten zu befehlen, den Freiherrn von Merode in seinem Besitz zu schützen und anzuerkennen.
Familie v. Merode zu Schwansbell
Dezember 1699: Wilhelm Wever, Richter zu Lünen, beurkundet, dass Heinrich Adolf von Schwansbell und seine Ehefrau Maria Ursula Frau von Merfeld zu Westerwinkel, Frau von Schwansbell, dem Freiherrn Heinrich Wennemar von Merode und dessen Erben ihr adeliges Haus Schwansbell überlassen mit allem Zubehör dies- und jenseits der Lippe. Auf Bitten der Eheleute setzt der Richter in Anwesenheit des Fronen Heinrich Trimbusch Merode in den Besitz ein.

14.12.1726 Henrich Wennemar Freiherr v. Merode zu Schwansbell und Merfeld
Warhaffte Facti Species In Sachen Herrn von Merode zu Schwansbell contra Herrn Graffen von Plettenberg zu Nordtkirchen Münster in Westphalen: Nagel, 1730. Digitalisat der ULB Münster
1756 Aufstellung eines Güterverzeichnisses des Schwachsinnigen von Merode zu Schwansbell durch den Curator von Merode zu Merfeld. [1]
Besitzwechsel
Maximilian Friederich von Westerholt-Gysenberg zu Haus Berge und Haus Oberhausen wurde Erbe seines Vetters Maximilian und erhielt außer Haus Löringhof auch noch Haus Schwansbell, welches dessen Vater Gisbert 1780 durch Heirat erhalten hatte. Er ist Begründer der Linie von Westerholt-Arenfels.

Archiv
1952 wurde das Archiv vom Stadtarchiv Dortmund gekauft und 1998 dem Stadtarchiv Lünen als Depositum übergeben.
Bestand: 240 Urkunden, 400 Akten (1463-1923), darin Familien von Schwansbell, Merode, Hövel, Adelsheim, Wrede, Diepenbrock; Landessachen; Gutsverwaltung; Stadt Lünen.
Findbuch im Westfälischen Archivamt
 
VON MERODE ZU SCHWANSBELL, Gottfriede Benedikta (I45745)
 
3281 Merveldt (auch Meerveldt oder Merfeld) ist der Name eines westfälischen Adelsgeschlechts, welches dem Uradel angehört. Die Herren von Merveldt gehören zu den ältesten Geschlechtern im Münsterland. Merfeld, der namensgebende Stammsitz der Familie, ist heute ein Ortsteil der Stadt Dülmen im Kreis Coesfeld.

Geschichte
Herkunft
Als erster nachweisbarer Angehöriger der Familie erscheint im Jahre 1169 der Ministeriale Henricus de Merevelde urkundlich.[1] Die gesicherte Stammreihe beginnt mit dem in Urkunden „ministerialis beati Pauli“ genannten Hermannus de Mervelde ab 1227, Ministerialer der Bischöfe von Münster.[2] Bernd und Hermann von Merveldt, ab 1251 urkundlich erwähnt, waren bischöflich-münsterische Burgmannen zu Dülmen.

Ausbreitung und Linien
Die Enkel des Stammvaters Hermann begründeten drei Linien. Die erste von Johannes, Ritter und Schenk des Bischofs von Münster, abstammende Linie nannte sich später nur Schenk und war noch bis 1400 um Dülmen ansässig. Hermann, Burgmann auf der Burg Stromberg, begründete die zweite Linie, die 1691 erlosch (ansässig auf dem namensgebenden Stammsitz Merfeld). Die dritte, noch heute blühende Linie, begründet Heinrich, Ritter und, wie sein Bruder, Burgmann zu Stromberg (später ansässig auf Schloss Westerwinkel). Ein aus dieser Linie abstammender Zweig wurde später auch in Kurland ansässig.

Zahlreiche Mitglieder der Familie blieben in bischöflich-münsterischen Diensten und wurden Domherren im Hochstift Münster. Später gelangten sie aber auch in die Domkapitel von Hildesheim, Osnabrück und Paderborn. In St. Mauritz und Xanten waren sie Stiftsherren. Weibliche Mitglieder der Familie traten als Stiftsdamen im Kanonissenstift Überwasser in Münster, Borghorst und im St.-Bonifatius-Stift in Freckenhorst auf.

Linie zu Merfeld

Haus Merfeld bei Dülmen
Während die Linie zu Westerwinkel stets in engem Kontakt zum bischöflichen Landesherrn stand, suchte die Linie zu Merfeld im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert ihre Herrschaft gegen alle landesherrlichen Einflüsse abzugrenzen. Die Behauptung einer eigenen Gerichtsbarkeit inklusive Richtstätte und der Aufbau eines reformierten Kirchenwesens in Merfeld waren für Adolf III. von Merveldt (1546–1604) und Johann Adolf von Merveldt (~1580–1619) die geeigneten Instrumente zur Verteidigung ihres lokalen Herrschaftsanspruchs. Die konfessionelle Opposition zum Fürstbischof war typisch für viele Familien des westfälischen Adels zu dieser Zeit. 1691 ist die Linie zu Merfeld erloschen, und das Haus Merfeld fiel im Erbwege an die Familie von Merode.

Linie zu Westerwinkel

Schloss Westerwinkel, seit ca. 1430 bis heute im Besitz der Familie

Der Drostenhof (Wolbeck) in Münster, 1557 errichtet, ist bis heute im Besitz der Familie.

Schloss Lembeck, seit 1708 im Besitz der Familie

Schloss Freckenhorst (ehemalige Neue Abtei, unterhalb der Stiftskirche), seit 1841 im Besitz der Familie
Bischof Heidenreich von Münster belehnte den Marschall Heinrich von Merveldt 1389 mit Wolbeck. Dort besaßen die Herren von Merveldt bis zur Säkularisation das Amt des Drosten. Ab 1545 errichteten sie sich als Wohnsitz den Drostenhof Wolbeck, der bis heute im Besitz der Familie blieb.

Um 1430 wurde Hermann von Merveldt (1399–1450), Marschall des Fürstbischofs von Münster und Droste des Amtes Stromberg, von den Grafen von Limburg mit dem Besitz Schloss Westerwinkel belehnt. Durch sein mäßigendes Auftreten war Hermann von Merveldt am Abschluss des Kranenburger Vertrages (23. Oktober 1457) zur Beendigung der münsterischen Stiftsfehde (von 1450 bis 1457) beteiligt. Im 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts musste die Familie das Gut zweimal verkaufen, gelangte jedoch einmal durch Rückkauf und einmal durch Heirat wieder in den Besitz von Westerwinkel, der ihnen bis heute geblieben ist.

Während der Täuferunruhen in Münster traten die Herren von Merveldt auf die Seite des Bischofs von Münster. Dietrich von Merveldt († 1564), Drost zu Wolbeck, unternahm 1532 einen vergeblichen Versuch, mit einem Bauernaufgebot die Ordnung in der Stadt wiederherzustellen. Als Dirk von Merveldt eine wichtige Rolle bei der Eroberung Münsters aus den Händen der Münsteraner Täufer spielte und selbst den Täuferkönig Jan van Leyden gefangen nahm, überwanden die Merveldts durch Kriegsbeute ihre finanziellen Engpässe. So konnte Dirk von Merveldt den Drostenhof in Wolbeck errichten, ein Meisterwerk der Renaissance. Durch seine Ehe mit Ursula von Diepenbrock gelangte er 1567 auch wieder in den Besitz von Westerwinkel. Im Jahre 1589 kaufte Theodor Hermann von Merveldt zu Westerwinkel außerdem die Burg Geinegge in Bockum-Hövel.

Aus der Linie zu Westerwinkel war Dietrich Hermann I. von Merveldt zu Westerwinkel (1598–1658) kurkölnischer Oberhofmarschall und Gesandter auf den Reichstagen in Regensburg. Beginnend mit seinem Sohn Dietrich Hermann II. (1624–1688) waren alle Stammherren der Familie münsterische (Obrist-)Hofmarschälle, (Geheime) Räte und Drosten zu Wolbeck. 1667 gelang es durch Zahlung einer Geldsumme, Westerwinkel aus dem Hohenlimburger Lehens­verhältnis herauszulösen und so ins persönliche Eigentum der Familie zu bringen. Nur ein Jahr später, am 17. Februar 1668, wurde Theodor Hermann von Merveldt (1624–1696) von Kaiser Leopold I. in den erblichen Freiherren­stand erhoben. Diese Standeserhöhung zog ein gehobenes Repräsentationsbedürfnis nach sich. Deshalb ist das zu dieser Zeit errichtete Schloss Westerwinkel eines der frühesten Barockschlösser Westfalens. Am 20. Dezember 1726 wurden die Reichsfreiherren von Kaiser Karl VI. in den erblichen Reichsgrafen­stand erhoben. Eine angestrebte Reichsstandschaft wurde wegen Streitigkeiten in der Familie und durch Eingriffe des bischöflichen Landesherren jedoch verhindert.

Der Wolbecker Drost Ferdinand Dietrich Freiherr von Merveldt zu Westerwinkel heiratete 1708 Maria Josepha Anna Gräfin von Westerholt, die Erbtochter des 1702 verstorbenen Grafen Dietrich Conrad Adolf von Westerholt. Dieser hatte von 1670 bis 1692 Schloss Lembeck zu einem der größten Wasserschlösser des Münsterlandes aus- und umbauen lassen. Lembeck sowie das zugehörige Haus Empte bei Dülmen befinden sich bis heute im Besitz der Grafen von Merveldt. August Ferdinand Graf von Merveldt erwarb 1825 Haus Ostendorf hinzu. Graf Karl von Merveldt auf Lembeck erwarb 1841 die ehemalige Neue Abtei des aufgelassenen St.-Bonifatius-Stifts Freckenhorst, die sich ebenfalls bis heute im Familienbesitz befindet. Ferdinand Graf von Merveldt heiratete Maria-Anna Freiin Droste zu Hülshoff (1866–1947), als deren Erbe die Güter Welpe und Füchtel in Vechta bis heute in Familienbesitz kamen.

Besitzungen
Während des 19. Jahrhunderts gehörten zum Besitz der Familie die Rittergüter Lembeck, Ostendorf und Hagenbeck im Kreis Recklinghausen, Steinhaus in Werne, Burg Geinegge (in Bockum-Hövel) und Schloss Westerwinkel (bei Herbern) im Kreis Coesfeld, Drostenhof Wolbeck bei Münster (Wolbeck ist heute Ortsteil von Münster), Huxdiek und Seppenhagen im Altkreis Beckum, Freckenhorst im Kreis Warendorf, Haus Empte bei Dülmen im Kreis Coesfeld und – aufgrund Einheirat in die Familie Droste zu Hülshoff – das Gut Füchtel in Vechta (Niedersachsen). Von 1717 bis 1923 bestand ein Familienfideikommiss.

Standeserhebungen
Dietrich Hermann von Merveldt (1624–1688), fürstbischöflich münsterischer Geheimrat, Hofmarschall und Drost zu Wolbeck, wurde am 17. Februar 1668 von Kaiser Leopold I. in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Goswin Hermann Otto von Merveldt (1661–1727) war von 1721 bis 1727 Großprior des Johanniterordens in deutschen Landen und als solcher Reichsfürst von Heitersheim. Am 20. Dezember 1726 wurden Dietrich Burchard Reichsfreiherr von Merveldt, kurfürstlich kölnischer und fürstbischöflich münsterischer Geheimrat und Oberhofmarschall, und alle seine Nachkommen, von Kaiser Karl VI. in den Reichsgrafenstand mit der Anrede Hoch- und Wohlgeboren und einer Wappenbesserung erhoben. Des Weiteren wurde den Herren von Merveldt das Erbmarschallsamt im Fürstentum Münster, durch preußische Verleihung am 15. Oktober 1840 zu Berlin, Diplom ausgestellt am 28. Dezember 1846 in primogenitur (für den Erstgeborenen des Gesamtgeschlechts) verliehen. Das Böhmische Inkolat im Herrenstand erhielt Maximilian Graf von Merveldt, k.u.k. Kämmerer und Geheimrat sowie Generalmajor und Oberhofmeister des Erzherzogs Franz Karl am 26. Februar 1848 zu Wien.

Wappen
Das Stammwappen zeigt in Blau ein goldenes Gitter, bestehend aus zwei aufgerichteten und einem gestürzten Sparren. Auf dem Helm ein wie der Schild bezeichnetes Schildchen vor zwei mit drei schrägrechten bzw. schräglinken goldenen Balken belegten blauen Straußenfedern. Die Helmdecken sind blau-golden. (Die Linie von und zu Merfeld führte ein rotes Gitter auf goldenem Grund.)

Namensträger

Grab der Grafen von Merveldt auf dem Friedhof Bad Ischl

Merveldtstraßen, wie hier in Marl, erinnern an das Geschlecht
Hermann von Merveldt, 1397 Domherr zu Münster
Johann von Merveldt, 1413 Domherr zu Münster
Bernhard von Merveldt, † 1510, Domherr zu Münster
Johann von Merveldt, 1525 Domherr zu Münster
Dietrich Hermann I. von Merveldt zu Westerwinkel (1598–1658), Hofmarschall und Kanzler im Hochstift Münster
Adolf Dietrich Hermann von Merveldt (1623–1639), Domherr in Münster und Paderborn
Dietrich Hermann II. von Merveldt zu Westerwinkel (1624–1688), Amtsdroste in Wolbeck
Dietrich Burchard von Merveldt (1652–1729, Sohn von Dietrich Hermann II.), Amtsdroste in Wolbeck
Ferdinand Dietrich von Merveldt (1681–1765), Amtsdroste in Wolbeck und kurkölnischer Kämmerer
Franz Arnold von Merveldt (1713–1765), Domherr in Münster und Amtsdroste in Wolbeck
Burchard Alexander von Merveldt (1714–1775), kurkölnischer Kämmerer
Clemens August von Merveldt (1722–1781), Obristmarschall und Amtsdroste in Wolbeck
August von Merveldt (1759–1834), deutscher Politiker und Amtsdroste in Wolbeck
Maximilian Ferdinand von Merveldt (1727–1790), Domherr in Hildesheim und Münster
Maximilian Heinrich Burchard von Merveldt (1684–1732), Domherr in Osnabrück und Münster
Adolf Bernhard von Merveldt (1657–1737), Präsident der Landschaftspfennigkammer
Goswin Hermann Otto von Merveldt (1661–1727), Großprior des deutschen Malteserordens
Felix Friedrich Graf von Merveldt (1862–1926), deutscher Beamter und Politiker (DNVP)
Ferdinand von Merveldt (Politiker, 1840) (1840–1905), Gutsbesitzer und Mitglied im preußischen Herrenhaus
Hanns Hubertus Graf von Merveldt (1901–1969), Maler
Karl von Merveldt (1790–1859), Landrat und Mitglied im preußischen Herrenhaus
Maximilian Friedrich von Merveldt (1764–1815), deutscher Militär und Diplomat in habsburgischen Diensten
Paul von Merveldt (1871–1929), deutscher Landschafts- und Porträtmaler der Düsseldorfer Schule
Literatur
Rudolfine von Oer: Merveldt, von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 17, Duncker & Humblot, Berlin 1994, ISBN 3-428-00198-2, S. 191–193 (Digitalisat).
Otto Hupp: Münchener Kalender 1910. Buch u. Kunstdruckerei AG, München/Regensburg 1910.
Bastian Gillner: Freie Herren – Freie Religion. Der Adel des Oberstifts Münster zwischen konfessionellem Konflikt und staatlicher Verdichtung 1500–1700 (= Westfalen in der Vormoderne, 8). Münster 2011, ISBN 978-3-402-15050-4.
Bastian Gillner: Schloß und Kirche. Zur adeligen Nutzung des dörflichen Kirchenraumes im frühneuzeitlichen Stift Münster. In: Heike Düselder et al. (Hrsg.): Adel und Umwelt: Horizonte adeliger Existenz in der frühen Neuzeit. Köln 2008, ISBN 978-3-412-20131-9, S. 181 ff.
Heinrich Glasmeier: Das Geschlecht von Merveldt zu Merfeld. Ein Beitrag zur Familien- und Standesgeschichte der Münsterschen Ritterschaft. In: Heinrich Glasmeier (Hrsg.): Stand und Land in Westfalen, Heft 6. Verlag F&A Temming, Bocholt 1931.
Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band VIII, Band 113 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1997, ISSN 0435-2408
Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XVIII, Band 139 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2006, ISSN 0435-2408
Arnold Robens: Der ritterbürtige landständische Adel des Großherzogthums Niederrhein : dargestellt in Wapen und Abstammungen. Weiß, Aachen 1818, Band 2, S. 322–326 (online bei der Heinrich Heine Universität Düsseldorf); Neudr. im LTR-Verl., Wiesbaden, ISBN 3-88706-054-7. 
VON MERFELDT, Elseke (I45668)
 
3282 METTLEN ist eine ehemalige Ortsgemeinde und eine Ortschaft in der Gemeinde Bussnang im Bezirk Weinfelden des Kantons Thurgau.
METTLEN wurde 845 (?) erstmals als Mittalono urkundlich erwähnt. Im Frühmittelalter war das Kloster St. Gallen in METTLEN begütert. 1155 überliess EBERHARD VON METTLEN dem Domstift Konstanz seine Güter. Die Vogtei über METTELN kam 1221 von den Toggenburgern an die FREIHERREN VON BÜRGLEN. Bis 1798 teilte METTELN nun das Schicksal der Herrschaft Bürglen.  
N., N. (I23902)
 
3283 Meyer BS, zum Pfeil
Fam. aus Basel. Einige Mitglieder waren Meier von Büren (SO) und gehörten zum Adelsstand. Im MA waren die M. primär in herrenzünft. Berufen (Münzwesen, Handel) tätig, vom 17. bis 19. Jh. vermehrt als Handwerker. In dieser Zeit absolvierten einige von ihnen akadem. Karrieren. Mit dem Ratsschreiber Niclaus etablierte sich das Geschlecht in der polit. Führung Basels. Niclaus Söhne, die Bürgermeister Adelberg (->) und Bernhard (->), festigten die Stellung der M. in der Ober- und Führungsschicht Basels. Adelbergs Sohn Hans Ludwig war Dreizehner. Die elfjährige Fehde zwischen Adelbergs gleichnamigem Enkel und der Fam. Eckenstein zu Beginn des 17. Jh. verursachte den soziopolit. Abstieg des Geschlechts. Hans Conrad war im 17. Jh. der letzte Regimentsvertreter der Fam., die zu Beginn des 20. Jh. in Basel nicht mehr ansässig war. Adelberg und Bernhard verfassten den Beginn einer Familienchronik, welche die Blüte der M. dokumentiert. 
MEYER, Henmann (I41725)
 
3284 Michael begann seine Karriere als einfacher Soldat und stieg aufgrund seiner Fähigkeiten bis zum Strategos der byzantinischen Militärprovinz (Thema) Armeniakon und zum Comes Excubitorum (Kommandant der Palasttruppen) auf. 803 war er an der Usurpation des Bardanes Turkos (war ein byzantinischer General armenischer Herkunft, der 803 zum Gegenkaiser proklamiert wurde., dessen Tochter Thekla er heiratete, gegen Kaiser Nikephoros I. beteiligt.
Er unterstützte 813 auch die Inthronisierung des mit ihm bekannten Leo V., wurde dann aber, als eine Verschwörung gegen Kaiser Leo V. entdeckt wurde, im Dezember 820 zum Tode verurteilt. Seinen Anhängern gelang es jedoch Kaiser Leo V. zu ermorden, Michael aus dem Gefängnis zu holen und als erstes Mitglied der Amorischen Dynastie oder auch Phrygischen Dynastie (nach der Herkunftsregion Michaels II.) auf den Thron zu setzen. Der rechtmäßige Thronfolger Konstantin wurde nach Proti verbannt, entmannt und ins Kloster gesteckt.
Die Ermordung Kaisers Leo V. und die Usurpation Michaels II. löste einen weiteren Usurpationsversuch aus: Michaels ehemaliger Waffengefährte, der General Thomas auch bekannt unter dem Namen Thomas der Slawe, beanspruchte den Thron für sich und löste damit einen schweren Bürgerkrieg aus der von 820 bis 823 dauerte. Nachdem Thomas, dessen Machtbasis im Osten des Reichs lag, einige kaisertreue Generäle besiegt und sich mit den Arabern unter Kalif al-Ma'mūn verständigt hatte, gewann er rasch Anhänger, zumal er als Beschützer der Armen auftrat und sich wie Leo V. im Osten des Reichs auf Rückhalt im erstarkenden Paulikianertum stützen konnte. Konstantinopel selbst wurde von dem Usurpator über ein Jahr belagert und schien zeitweilig kurz vor dem Fall zu stehen. Erst das Bündnis mit Khan Omurtag brachte eine Wende. Thomas musste die Belagerung aufgeben und wurde schließlich gefangen genommen und hingerichtet. Der Bürgerkrieg schwächte das Reich und begünstigte die weitere Islamische Expansion:


Die Sarazenenflotte segelt nach Kreta. Miniatur aus dem Madrid Skylitzes-Manuskript.
823/4 eroberten spanische Araber, die in Opposition zu den umayyadischen Emirat al-Andalus standen, Kreta und begründeten das 135 Jahre dauernde Emirat von Kreta. Unter Michael II. begannen auch die Angriffe auf Sizilien 827 im Zusammenhang mit der Usurpation des Euphemios.

Trotz seiner ikonoklastischen Sympathien bemühte er sich, die Bilderverehrer zu beschwichtigen, zog sich jedoch den Zorn der Mönche zu, als er eine zweite Heirat mit Euphrosyne einging, der Tochter Konstantins VI. 
VON BYZANZ, Michael II. (I36560)
 
3285 Michael war der vermutlich jüngere der beiden Söhne des Christophoros Lakapenos und dessen Frau Sophia.[1] Seine Geschwister waren der schon vor April 927 als Kind verstorbene Romanos, Maria-Irene (die spätere Ehefrau des bulgarischen Zaren Peter I.) und eine weitere, früh verstorbene Schwester. Er hatte zwei Töchter Helene und Sophia. Anders als sein Vater und sein Bruder wurde Michael von seinem Großvater Romanos I. offenbar nicht zum Mitkaiser (Symbasileus) gekrönt.[2] Dennoch bekleidete er kaiserähnliche Würden, da er der Vita Basilii zufolge Purpurgewänder und -schuhe trug.[3] Christian Settipani geht davon aus, dass Michael 924, zum Zeitpunkt der Kaiserkrönung seines älteren Bruders, zum Kaisar erhoben wurde.[4]

Als Konstantin VII. seine Schwäger Stephanos und Konstantin am 27. Januar 945 als Mitkaiser absetzte, verlor auch Michael Lakapenos seinen quasi-kaiserlichen Status, blieb aber anders als jene vom Schicksal der Verbannung verschont. Konstantin VII. steckte ihn zwar ins Klerikergewand, zeichnete ihn andererseits aber mit den Würden eines Magistros und Raiktor aus, so dass der Romanos-Enkel auch nach 945 im öffentlichen Leben präsent blieb. Unter Kaiser Romanos II. beriet Michael Lakapenos den bei Hofe einflussreichen Eunuchen Joseph Bringas und bekleidete vielleicht das Amt eines Logothetes des Dromos. Zeitpunkt und Umstände seines Todes sind unbekannt. 
LAKAPENOS, Michael (I37385)
 
3286 Mieszko wird erstmals für das Jahr 962 oder 963 als rex Misaca (König Misaca) in der um 967 entstandenen Sachsengeschichte des Widukind von Corvey im Zusammenhang mit zwei schweren militärischen Niederlagen gegen ein slawisches Heer unter der Führung des sächsischen Grafen Wichmann II., des Neffen des Sachsenherzogs Hermann Billung, erwähnt.Mieszkos Herrschaftsgebiet lag in dieser Zeit im späteren Großpolen, im Gebiet um Gnesen, Posen, Kruszwica, Giecz und den Goplosee VON POLEN, Fürst Fürst Miezko I. (I15281)
 
3287 Minderzwölfer 1592, Zunftmeiwter 1602, Schaffner zu Küssnacht 1606 BALBER, Hans (I3620)
 
3288 Ministerialengeschlecht der Grafen von Neuenburg, 1196.
Rats- und Gerichtsherrengeschlecht des Freistaates Bern.
Eintritt in das bernische Burgerrecht um 1270.
in den Rat vor 1300.

Geschichtliches.
I. Zeit vor der Burgerrechtserwerbung.
Ministerialen der Grafen von Welschneuenburg und Kastellane
zu Erlach am Bielersee. Laut Turnierbüchern sollen schon
1104 zu Schaffhausen und Esslingen ein Walther v. Erlach und
1165 zu Zürich ein Christoffel v. Erlach an Turnieren
teilgenommen haben, urkundliche Belege für die Richtigkeit dieser
Angaben sind jedoch noch nicht erbracht. Urkundlich wird
der Name zuerst 119(1 in einer Schenkungsurkunde der Grafen
von Neuenburg an das Kloster Altenryf erwähnt, wo ein Rudolf
de Cellye, miles, als Zeuge genannt wird. Dieser wird,
da «Cellye» der französischen Namensform Cerlier für Erlach
entspricht, als erster bekannter Träger des Namens angesehen.
Am Anfang des XIII. Jahrhunderts, zuerst 1225, erscheint in
Urkunden häufig ein Ulrich de Erilaco, dominus, miles oder
domicellus, meistens als castellanus de Erlach. Die Kastlanei
daselbst trug das Geschlecht von den Grafen von Neuenburg
zu Lehen und hat sie niemals, trotzdem es den Namen davon
trägt, zu eigen besessen; noch bis Ende des XVI. Jahrhunderts
besass es ein Mannlehen und ein Sässhaus im Städtchen Erlach,
welch' ersteres noch im XV. Jahrhundert von seinen Lehensherren
erneuert wurde. Im XVII. Jahrhundert war die Familie
May v. Rued durch Erbschaft Eigentümerin desselben geworden.
Die ununterbrochene Stammreihe beginnt mit Ulrich, Kastellan
v. Erlach gest. 1303, der höchst wahrscheinlich der Sohn des
vorher erwähnten Ulrichs ist.

II. Zeit nach Eintritt ins bernische Burgerrecht.
Erster erwiesener Inhaber desselben ist der letztgenannte
Ulrich, der von 1267 an in Urkunden genannt wird. Er scheint
schon bald nach 1270 Burger und Mitglied des Rates geworden
zu sein und soll auch am 2. März 1298 die Berner in der
Schlacht am Donnerbühl befehligt haben. Ausser der Kastlanei
zu Erlach besass er noch Lehen zu Reichenbach, Scheunen,
Münchringen, Uetligen und Höchstetten; seine Frau Mechtild
war laut einer Urkunde vom Juli 1299 die Tochter Wernhers
von Rheinfelden, des Rates zu Bern. Sein ältester Sohn war
der bekannte Sieger von Laupen, Rudolf, Kastlan seit 1316,
Hofmeister der Söhne des Grafen Rudolf III. von Nidau 1336,
Anführer der Berner bei Laupen am 21. Juni 1889. Herr zu
Reichenbach, wo er 1360 von seinem Schwiegersohn Jost von
Rudenz aus Unterwaiden mit seinem eigenen Schwert ermordet
worden sein soll. Von diesem Zeitpunkt an löste sich das Band
zwischen den Erlach und den Grafen von Neuenburg sozusagen
vollständig, ihre Dienste widmen sie von nun an ganz der Stadt
Bern. Mehr als ein halbes Jahrtausend sassen sie ohne
Unterbruch in beiden Raten der Stadt, mit deren Geschichte sie
so eng wie kaum ein anderes noch lebendes Geschlecht verknüpft
sind, 7 Schultheissen hat die. Familie dem alten Freistaat Bern
geliefert, eine Zahl, die nur von den Bubenberg übertroffen
wurde. Aber auch weit über die Grenzen seines Vaterlandes
hinaus hat sich das Geschlecht Glanz und Ruhm erworben; über
90 bekleideten Offiziersstellen in kaiserlichen, preussischen,
brandenburgischen, österreichischen, französischen, dänischen,
holländischen, schwedischen, badischen, sächsischen,
venezianischen und piemontesischen Diensten, sogar jenseits des
Ozeans begegnen wir einem Mitglied des Hauses, nämlich Diebold,
der 1562 in Florida als Hauptmann in französischen Diensten
umkam. Karl von Erlach von der älteren Linie, (Zweig von
Gerzensee), fand als Hauptmann der Schweizergarde am 10. August
1792 bei den Tuilerien ein grausiges Ende.

Obgleich das Geschlecht im Allgemeinen seiner Heimat Bern
treu blieb und seine Mitglieder meistens nach verbrachter
Dienstzeit im Ausland nach Hause zurückkehrten und die Magistratur
ergriffen, so müssen doch 2 Linien erwähnt werden, welche sich
ziemlich von den andern abtrennten und im Auslande ebenfalls
zu grossem Ansehen gelangten. Die eine, die sogenannte
anhaltische oder altenburgische, wurde gestiftet von Burkhard,
Wolfgangs und der Katharina von Diesbach ältester Sohn, der
in der 2. Hälfte des XVI. Jahrhunderts Bern verliess,
kurbrandenburgischer Oberst wurde und von Adelheid Siegelmann
von Dalsberg Deszendenz hinterliess, die sich im Anhalt-
Cöthen'schen und Altenburgischen festsetzte und erst anfangs
des XIX. Jahrhunderts mit Carl Robert, Freiherrn von Erlach
auf Trebithen ausstarb. In ihrer neuen Heimat bekleidete
diese Linie viele Offiziers- und Hofstellen, erwarb mehrere
Rittergüter und schloss Allianzen mit den Neuneck, Hatzfeld,
Boerstel, Zerbst, Genders zu Rabenstein, Schenk, Alvensleben,
Bakhof, Walwitz, Pückler, Venediger und Sommerau-Beck. Die
andere sogenannte französische oder freiburgische Linie wurde
gegründet von Johann Jakob (1628 - 1694) des Schultheissen
Franz Ludwig zu Spiez und der Johanna von Graffenried Sohn,
Generalleutnant in Frankreich, wo er sich zum Katholizismus
bekannte und deshalb des bernischen Burgerrechtes verlustig
ging. Er erwarb in der Folge dasjenige zu Freiburg, welches
seine ebenfalls katholische Deszendenz, die 1785 mit dem Grafen
und Marechal de camp Pierre Louis ausstarb, beibehielt.
Auch im 19. und 20. Jh. schlugen mehrere Mitglieder der Familie eine militärischer Karriere ein,
die im Fall Rudolfs bis zum Divisionär führte. Ausserdem stellten die E. mit Franz Rudolf einen
Berner Regierungsrat. Seit der 2. Hälfte des 20. Jh. sind die Mitglieder der Familie u.a. im
Banken- und Versicherungswesen sowie in der Industrie tätig.

Sowohl in Bern als auch in der Waadt und im Aargau besassen
die Erlach während ihres über 500jährigen Bestandes
eine sehr grosse Anzahl Schlösser und Herrschaften, als die
wichtigsten mögen folgende angeführt werden: Reichenbach
1302 - 1580, Jegistorf 1321 - 1593 und wieder 1720 - 1778,
die Freiherrschaft Riggisberg 1357 - 1799, Hindelbank 1387 bis
1512 und wieder 1720 - 1806, Wyl 1387 - 1524, Bümpliz
1401 - 1675, die Freiherrschaft Spiez 1516 - 1875, Oberhofen
1590- 1652, Kiesen 1597 -1687, Rümligen 1634 - 16S0, Kastelen
und Auenstein 1612 - 1650, Mattstetten 1695 - 1798, Thunstetten
1713 - 1740, ferner Urtenen, Illiswyl, Moosseedorf, Bäriswyl und
Scheunen, in der Waadt Coppet, Wufflens, Bioley, Champvent,
La Motte und Vallamand. Ausserdem gehörten ihnen ein Landgut
in Wichtrach, Rörswyl und die Schadau bei Thun; in
neuerer Zeit besitzt das Geschlecht das Schlossgut Gerzensee
seit 1813, das Gut Schwand bei Münsingen seit 1856 und
mehrere städtische Grundstücke. Der anhaltischen Linie gehörten
in Deutschland u. a. das Gut Geyersdorf, die Freiherrschaft
Altenburg im Anhaltischen, Gross-Sirding und Bogenau
in Schlesien, Trebiskau und Trebithen.

Im alten Bern erhielt die Familie 1651 mit den 4 andern
sogenannten Rittergeschlechtern der Bonstetten, Mülinen und
Wattenwyl, denen 1609 noch die Luternau zugeteilt wurden, den
Vorsitz im Kleinen Rat, gleich nach den 4 Vennern und zugleich
auch die Titulatur «Wohledelfest», nachdem sie vorher nur
«Edelfest» war. Die Freiburger Linie führte im XVII. und
XVIII. Jahrhundert in Frankreich stets den Grafentitel, die
anhaltische, wie auch diejenige von Spiez und Riggisberg, den
Freiherrentitel. Der Schultheiss und Feldmarschall Hieronymus
{s. unten) von der Linie von Hindelbank erhielt von Franz I.
am 6. Oktober 1745 für sich und seine Deszendenz den erblichen
Reichsgrafenstand und auch der Zweig von Gerzensee von
der älteren noch lebenden Linie hat von Preussen die Befugnis
zur Führung des Grafentitels bekommen.

Als Wappen führen die Erlach seit den ältesten Zeiten als
Dienstmannen der Grafen von Welschneuenburg einen Bestand-
teil desjenigen ihrer Lehensherren, nämlich in rot einen silbernen
Pfahl, belegt mit einem schwarzen Sparren. Im XIV. und
XV. Jahrhundert treten verschiedene Helmzierden auf, z. B. ein
Mannesrumpf mit Wiederholung der Schildfigur, ein Frauenrumpf
Desgleichen, ein wachsender goldener Löwe, ein wachsender
silberner goldbewehrter Greif (Oltigen), eine goldene, mit
schwarzen Hahnenfedern besteckte Mitra, am häufigsten jedoch
ein hoher mit schwarzen Hahnenfedern besteckter Spitzhut mit
Wiederholung des Wappens; diese letztere wurde denn auch
endgültig beibehalten und wird noch heute geführt. Im
kaiserlichen Diplom, das 1745 die Hindelbanker Linie in den
Reichsgrafenstand erhob, ist das alte Wappen beibehalten, jedoch
mit der Befugnis dasselbe mit 5 Helmen schmücken zu dürfen,
wovon die 3 mittleren golden, die 2 äussern silbern sind; die
Helmzierden sind in der Mitte der federbesteckte Spitzhut mit
dem Wappen, rechts der silberne Greif, links der goldene Löwe,
aussen rechts der gekrönte Frauenrumpf und aussen links der
Mannesrumpf, beide mit Wiederholung des Wappens. Devise:
Sola virtus nobilitat.

Von den zahlreichen bemerkenswerten Männern, die aus
dem Geschlechte Erlach hervorgegangen sind, verdienen, soweit
sie nicht schon genannt sind, noch besonders hervorgehoben
zu werden:

Ulrich, gest. 1465, Ritter, Herr zu Wyl, Bümpliz, Jegistorf
und Riggisberg, Hauptmann im Zug ins Eschenthal 1425, Gesandter
zu Philipp dem Guten von Burgund 1445, Hauptmann
bei der Belagerung von Greifensee und Schultheiss der Stadt
Bern 1444 - 1465; Rudolf, 1449 - 1507, Herr zu Wyl, Bümpliz
und Jegistorf, Mitherr zu Riggisberg, Hindelbank und Ried,
Vogt zu Erlach im Namen Wilhelms von Chalons 1468, Bernischer
Landvogt daselbst 1470 - 1474, Schultheiss der Stadt 1479,
Oberst über 5000 Berner im Hegau 1499 und im nämlichen
Jahre über 8000 Berner bei Dornach, war auch an verschiedenen
Gesandtschaften; Ludwig 1470 - 1522, ein unverbesserlicher
Reisläufer, der mit seiner Vaterstadt wegen Übertretung der
diesbezüglichen Verbote beständig in Konflikt war, sein Vermögen
wurde von der Obrigkeit mehrmals konfisziert und einmal sogar
öffentlich versteigert, 1494 trat er in französische
Dienste und wurde 1507 bei Genua von König Ludwig XII.
von Frankreich zum Ritter geschlagen, 1521 war er Hauptmann
in päpstlichen Diensten und wurde im gleichen Jahr von Papst
Leo X. zum Ritter des Heiligen Stuhles geschlagen, seit 1516 war
er Herr zu Spiez; Hans 1474 - 1530 Freiherr zu Spiez, Herr
zu Bäriswyl, Jegistorf, Hindelbank und Riggisberg, Gesandter
nach Rom 1512, Kriegsrat im Zug nach Dijon 1511, Schultheiss
der Stadt Bern 1519 und 1581, Oberst im Zug ins Oberland
und nach Genf 1530; Ludwig 1543 - 1596, Freiherr zu
Riggisberg, eroberte 15S7 die Stadt Mülhausen, Oberst eines
Schweizerregimentes unter Heinrich IV. in Frankreich 1589,
Kriegsrat im Zug nach Faucigny, Gesandter nach Strassburg
und Savoyen; Franz Ludwig 1575 - 1651, Freiherr zu Spiez
und Herr zu Oberhofen, Venner und Schultheiss der Stadt Bern
1629 -1651; Johann Ludwig 1595 - 1650, Herr zu Kastelen
und Auenstein, schwedischer General, Kommandant von Breisach,
erster schweizerischer Generalleutnant in Frankreich 1647
und 3 Tage vor seinem Tode zum Marschall von Frankreich
ernannt; Sigmund 1614 - 1699, Freiherr zu Spiez, diente in
seiner Jugend in Frankreich und Sachsen-Weimar, Generalmajor
in Frankreich 1048, Kommandant der Berner im Bauernkrieg
und bei Villmergen, Schultheiss der Stadt und Republik Bern
1675 - 1690; Johann Ludwig 1648-1680, dänischer Vize-Admiral;
Johann Jakob 1628 - 1694, erster von Frankreich zum
Brigadier ernannter Schweizer 1672, Generalleutnant 1688, focht
bei Senef, in Katalonien, Luxemburg etc.; Hieronymus 1667 bis
1748, Herr zu Hindelbank, Thunstetten, Moosseedorf, Wylhof,
Urtenen, Mattstetten und Bäriswyl, wurde 1705 Feldmarschall-
leutnant in kaiserlichen Diensten und wirklicher Kämmerer Kaiser
Leopolds I., Ritter des Hubertusordens und des roten Adlerordens,
Schultheiss der Stadt und Republik Bern 1721 - 1747;
Sigmund 1671 - 1722, Kommandant der Schweizergarde und
Hofmarschall und Kammerherr Friedrichs I. von Preussen, zuletzt
Generalleutnant; Johann Jakob 1674 - 1782, marechal de camp
in Frankreich 1786, Oberst der Schweizergarde im gleichen
Jahr, Generalleutnant 1788, Grosskreuz von St. Louis 1740;
AI brecht Friedrich 1696 -1793, Herr zu Jegistorf, Hindelbank,
Urteilen, Bäriswyl und Mattstetten, Ritter des Baden-
Durlach'schen Ordens de la fidelite, des Hessen-Kasserschen
Löwenordens und des preussischen Schwarzen Adlerordens, Schultheiss
der Stadt und Republik Bern 1759 - 1787; Peter Jakob
Anton 1698-1741, Brigadier in Frankreich 1740, Ritter von
St. Louis 1788; Sigmund 1602 - 1758, Herr zu Schadau, Brigadier
in Frankreich 1745: sein Bruder Gabriel l694 - 1741,
Brigadier in Frankreich 1741; Abraham 1716 - 1782, Freiherr
zu Riggisberg, Hauptmann der Schweizer Garde in Paris,
Brigadier 1748, marechal de camp 1701, Generalleutnant 1780,
Kommandeur des Ordens pour le merite militaire 1750 und
Grosskreuz desselben 1770; Peter Ludwig 1736 - 1788, Brigadier
in Frankreich und Ritter von St. Louis 1707, marechal de
camp 1780; sein Bruder Philipp Ludwig August 1741 - 1770,
Brigadier in Frankreich und Ritter von St. Louis; Karl Ludwig
1746 - 1798, Herr zu Hindelbank, Bäriswyl, Urtenen, Mattstetten
und Scheunen, Ritter des Ordens pour le merite militaire
1782, marechal de camp in Frankreich 1790, Oberkommandant
der Bernertruppen im Waadtland 1791, Oberkommandant
der gesamten Bernertruppen 1798, am 4. März des gleichen
Jahres von rasenden Bauern bei Wichtrach ermordet, Rudolf
Ludwig 1749 - 1808, letzter bernischer Schultheiss zu Burgdorf,
Verfasser des «Code du bonheur» den er Catharina II. von
Russland widmete, General der Insurrektionsarmee im Aargau
1802; Abraham Friedrich 1762 1815, marechal de camp in
Frankreich unter Ludwig XVIII.

Gegenwärtig blüht das Geschlecht in Bern, Zürich, Deutschland
und Amerika.

Literatur: R. de Steiger, les generaux bernois, Berne 1804;
Sammlung bernischer Biographien, herausgegeben vom historischen
Verein des Kantons Bern; v. Gonzenbach, General Hans Ludwig
von Erlach, Bern 1884 - 1888.
(Info: SGB)

weiterführende Information: HLS Wiki 
VON ERLACH, Stammlinie (I18609)
 
3289 Ministerialengeschlecht des alten Aargaus.
Rats- und Gerichtsherrengeschlecht des Freistaates Bern.
Eintritt in das bernische Burgerrecht 1429 und 1485
in den Grossen Rat 1485.
in den Kleinen Rat 1609.
Herkunft: Luthern. 
VON LUTERNAU, Stammlinie (I26047)
 
3290 Ministerialengeschlecht, das sich nach dem freiburgischen Weiler Beniwil oder Bennewil (Gemeinde Alterswil) nannte. Sie besassen zahlreiche Güter im Sensegebiet und waren vielleicht verwandt mit den Herren von Autigny. Peter, 1227 als Zeuge nachgewiesen, ist wahrscheinlich der Stammvater der Fam. Seine Nachkommenschaft im Freiburgerland starb im 14. Jh. aus. Nebenlinien sind in Moudon, Avenches und Bern nachweisbar. Burkhard (1318-vor 1348), Sohn des Hans, war von 1331 an Bürger von Bern. Er war in Kirchdorf (BE) und Gurzelen reich begütert. 1340 erwarb er die Vogtei über Rüeggisberg. Dieser Berner Zweig, der mit den Münzer verschwägert war, verschwindet gegen Ende des 16. Jh. (Q: HLS)

weiterführende Information: Wiki 
VON BENNENWIL, Stammlinie (I18665)
 
3291 Mit Adalbero II. starben die Grafen von Ebersberg aus.
Die Reisegesellschaft von Heinrich III. hatte Halt gemacht bei der Gräfin Richlinde von Ebersberg auf Schloss Persenbeug, die vor der Aufgabe stand, das Erbe ihres gerade verstorbenen Mannes zu verteilen. Bei einem umfangreichen Festmahl der Gastgeberin brach eine tragende Säule unterhalb des Festsaales und löste den Einsturz des kompletten Bodens aus. Dabei wurde der König leicht verletzt, die Gastgeberin, der Würzburger Bischof Bruno und der Abt Altmann des Klosters Ebersberg aber so schwer, dass sie die nächsten Tage nicht überlebten. 
VON ALTDORF, Richlind (I36846)
 
3292 Mit dem Tod Kaiser Friedrichs II. im Dezember 1250 begann das sogenannte Interregnum („Zwischenkönigszeit“), in dem die Königsherrschaft im Reich nur schwach ausgeprägt war. In diese Zeit fiel Rudolfs Aufstieg zu einem der mächtigsten Territorialherren im Südwesten des Reiches. Mit seiner Wahl zum römisch-deutschen König (1273) endete das Interregnum. Als König versuchte Rudolf die Rückgewinnung (Revindikation) des vornehmlich seit etwa 1240 fast vollständig verlorengegangenen Reichsgutes. Erfolgreich war er dabei vor allem in Schwaben, im Elsass und im Rheinland. Der Norden des Reiches blieb seinem Zugriff dagegen weitgehend entzogen. Gegenüber dem mächtigen böhmischen König Ottokar musste Rudolf die Anerkennung seiner Königsherrschaft und die Revindikationen militärisch durchsetzen. Sein Sieg in der Schlacht bei Dürnkrut (1278) begründete die habsburgische Herrschaft in Österreich und der Steiermark. Das Haus Habsburg stieg zu einer reichsfürstlichen Dynastie auf. Rudolf erkannte die Bedeutung der Städte für die eigene Königsherrschaft. Seine Steuerpolitik erzeugte jedoch erheblichen städtischen Widerstand. Vergeblich bemühte sich Rudolf, die Kaiserwürde zu erlangen und einen seiner Söhne zu Lebzeiten als Nachfolger im römisch-deutschen Reich einzusetzen.


Beim Aufbruch seines Vaters 1239 auf den Kreuzzug übernahm R. die gräfl. Güter und Rechte im Aargau, Frickgau und nördl. Zürichgau sowie Eigengüter im Elsass. Die Herrschaft war zwar durch die kurz vorher erfolgte Erbteilung geschwächt und von Spannungen mit der Seitenlinie der Habsburg-Laufenburg belastet. Trotzdem gelang R. eine nachhaltige Stärkung der Hausmacht. Als enger Gefolgsmann der Staufer profitierte er von königl. Gunstbeweisen, als militärisch erfahrener Kriegsmann, welcher der Legende nach das Patenkind Ks. Friedrichs II. war und 1241 in Italien zum Ritter geschlagen wurde, weitete er seine Stellung auf Kosten benachbarter hochadliger und geistl. Konkurrenten v.a. im Schwarzwald und Elsass aus. Ab 1259 setzte sich R. im Streit um das bedeutende kyburg. Erbe erfolgreich gegen Peter II. von Savoyen durch. 1267 gelang ihm der Ausgleich mit Savoyen, 1273 verheiratete er seinen Neffen mit der kyburg. Erbtochter und zog dabei weitere Herrschaftsrechte an sich. Sein Einfluss reichte nun bis in die Innerschweiz (Gotthardroute) und nach Freiburg im Uechtland. R. war der wohl mächtigste Adlige im Südwesten des Reichs, als er am 1.10.1273 überraschend zum König des Hl. Röm. Reichs gewählt wurde.

http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D29461.php 
VON HABSBURG, Rudolf I. (I1928)
 
3293 Mit dem Tod Ottos begann der politische Aufstieg des Rudolf von Rheinfelden als nachfolgendem Herzog von Schwaben, dem späteren Gegenkönig zu Heinrich IV.

TOCHTER JUDITH VON SCHWEINFURT
ist eine zentrale Figur Alt-Schweinfurter Stadtgeschichte, in der sich historische Überlieferungen mit Legenden verbinden. Der Sohn Hezilos Otto von Schweinfurt wird 1048 Herzog von Schwaben. Eine der fünf Töchter Ottos, Judith, soll schließlich in zweiter Ehe Königin von Ungarn geworden sein. Sie heiratet zunächst Herzog Bretislav von Böhmen. Was vermutlich eine reine Machtverbindung war, haben die Schweinfurter zur Legende verklärt: als der verliebte Bretislav Judith vom Stammsitz der Familie, der Peterstirn raubte, soll sie in der Eile an der steilen Straße hinunter zum Main einen roten Schuh verloren haben.[1] An die Legende erinnert auf halber Höhe an der Straße hinauf zur Peterstirn in einer Nische mit einer Sitzbank ein eingemauerter steinerner Schuh. In den 1980er Jahren brach ein Unbekannter den Schuh aus dem Denkmal heraus, seitdem wird er durch eine Zementkopie ersetzt.

Bretislav heiratete Judith, die zahlreiche Kinder bekam, unter anderen Spitignew, Herzog von Böhmen, Vratislaw II., König von Böhmen, Konrad, Herzog von Znaim, Jaromir, Bischof von Prag und deutscher Reichskanzler und Otto, Herzog von Olmütz. 1055 starb Bretislaw. Ob sie danach den König Peter von Ungarn heiratete ist nicht nachweisbar. Nur in Tschechien hält man an der Überlieferung fest. Wahrscheinlich zog sich Judith schließlich in ein Schloss im Fürstentum Znaim zurück, das von ihrem Lieblingssohn Konrad regiert wurde. Hier fand sie ihre erste Ruhestätte. Danach wurde sie in die Marienkapelle im Veitsdom von Prag überführt und an der Seite ihres Mannes Bretislaw beigesetzt 
VON TURIN \ VON OBERTENGHI, Irmingard \ Irmgard (I18196)
 
3294 Mit dem Tod seiner Mutter 1104 verlegte er das Kloster Fischbachau erst nach Petersberg bei Dachau. Dort entstand eine neue Klosterkirche. Damit stiftete er das Sankt Peters Kloster Eisenhofen. Da der Standort, wie auch der in Fischbachau nicht geeignet für ein Kloster war; es herrschte dauernd Wassermangel; versammelte Otto II. 1113 sämtliche Familienangehörige, um zu entscheiden, ob die Stammburg Scheyern in ein KLOSTER umgewandelt werden könnte. Dies sollte die in der Familie vorhandenen zahlreichen BENEDIKTINERKLÖSTER zusammenzuführen. Dem wurde zugestimmt und 1119 wurden die Kloster nach SCHEYERN verlegt und die Burg den Benediktinern übergeben.

Mit dem Tod von BERNHARD I. VON SCHEYERN wurde er ab 1104 Vogt von Freising. Ab 1116 war er Vogt von Weihenstephan.  
VON SCHEYERN, Otto II. (I35950)
 
3295 Mit dem Tod seines Vaters am († 10./19. September 915) wurde er Graf und Herzog von Lucca und Markgraf von Tuscien unter der Regentschaft seiner Mutter. Er selbst geriet im Jahr darauf (916) in Gefangenschaft und verbrachte die Jahre bis vermutlich 920 in Mantua in Haft.

924/925 wurde er der zweite Ehemann der Marozia, der „senatrix et patricia Romanorum“, die 932 in dritter Ehe seinen Halbbruder Hugo I. von Vienne, König von Italien, heiratete.

Guido und Marozia hatten eine gemeinsame Tochter Theodora (oder Berta) sowie vermutlich noch ein oder zwei weitere Kinder, von denen nichts weiter bekannt ist. Da Guido bei seinem Tod keine Söhne hatte, wurde sein Bruder Lambert sein Nachfolger. 
VON TUSZIEN, Guido (I39725)
 
3296 Mit der Unterstützung seines älteren Bruders, Graf Balduin II. von Flandern, eroberte Rodulfus im Jahr 895 die Burg von Saint-Quentin und bemächtigte sich zusätzlich der Burg von Péronne, wodurch er der mächtigste Mann des Vermandois wurde. Mit König Odo geriet er umgehend in einen Streit über die Verfügungsgewalt auf die anliegende Abtei Saint-Quentin, was zu seiner Nichtanerkennung als Graf von Seiten des Königs führte. Im folgenden Jahr wurde Rodulfus von dem Grafen Heribert I. angegriffen und im Kampf getötet, worauf das Vermandois dauerhaft an dessen Familie fiel.

Der Tod des Rodulfus wurde später von dessen Bruder Balduin II. von Flandern gerächt, der den Grafen Heribert I. ermorden ließ.

Rodulfus/Raoul wird in der jüngeren Geschichtsliteratur gelegentlich als „Graf von Cambrai“ bezeichnet, was allerdings aus seiner Verwechslung mit dem Sohn des Raoul de Gouy (Erstes Haus Valois) durch den Chronisten Flodoard von Reims resultiert, welcher im 13. Jahrhundert als Held einer Chanson de geste („Raoul de Cambrai“) in die französische Lyrik eingegangen ist.

Angeblich war er der Schwiegervater des Grafen Isaak von Cambrai, was aber durch keine Quelle zu belegen ist. 
(VERMANDOIS), Rodulfus (I40501)
 
3297 Mit dieser Eheverbindung gelang es Philipp, die materielle Basis seiner
Familie noch einmal ganz beträchtlich zu erweitern

Geschichte der Familie Vaerst - von Vaerst; Tafel der adeligen Familie
Generation XI

https://de.wikipedia.org/wiki/Vaerst_(Adelsgeschlecht)
 
VON VAERST, Philipp Johann Wilhelm (I45688)
 
3298 Mit dieser Verbindung schlossen sich die beiden mächtigsten Familien Burgunds zusammen – insbesondere die Seite des Waldelenus stieg danach im Lauf der folgenden zwei Jahrhunderte als Sippe der Waltriche zu einer der einflussreichsten Familien im Frankenreich auf.

Waldelenus entstammte einer gallorömischen Familie im nördlichen Burgund, die insbesondere im Gebiet um Besançon begütert war. Waldelenus und seine Frau Aelia Flavia hatten mehrere Kinder, die später hohe administrative oder klerikale Ämter innehatten und so die weitreichenden politischen Interessen der Familie vorantrieben: ihr ältester Sohn Donatus war von 625 bis 660 Erzbischof von Besançon und wurde nach seinem Tod heiliggesprochen, ihr zweiter Sohn Chramnelenus wurde Nachfolger seines Vaters als Herzog, ihre Tochter Sirudis wirkte später als erste Äbtissin im Frauenkloster Jussamoutier zu Besançon und eine weitere Tochter, Aquilina, heiratete Amalgar, den Dux des Pagus Attoriensis.

Dux und Hausmeier
Urkundlich belegt ist, dass Waldelenus das Amt eines Dux des Dukats Transjuranien bereits vor der Regentschaft von Childebert II. bekleidete – er gehörte zu der Gruppe fränkisch-burgundischer Adliger, die in den Wirren des Merowingischen Bruderkrieges nach der Entmachtung Königin Brunichilds die Regentschaft für ihren unmündigen Sohn Childebert II. in Austrasien führte. Im Jahr 581 wurde Waldelenus nach dem Tod des Hausmeiers Gogo als dessen Nachfolger an den austrasischen Hof nach Metz berufen und bekleidete dieses Amt bis 583. Den gewaltsamen Umsturz durch das austrasische Heer und die erneute Machtübernahme Brunichilds überstand Waldelenus unbeschadet und kehrte im selben Jahr nach Besançon zurück.

Unterstützung der kolumbanischen Mission
Eine besondere historische Bedeutung kommt Waldelenus als einflussreichem Förderer der Missionstätigkeit des Kolumban zu, welche entscheidend zur Christianisierung der Gebiete nördlich der Alpen beitrug. Beide Männer verband eine tiefe Freundschaft, wie die Vita Columbani des Jonas von Bobbio zu berichten weiß – so übernahm Kolumban die Patenschaft für Donatus, den ältesten Sohn des Herzogs.

Um das Jahr 590 erhielt Kolumban von Waldelenus die Erlaubnis, in dessen Dukat ein Kloster in Luxeuil zu gründen. Ausgehend von Luxeuil mit der von Kolumban geschaffenen Ordensregel kam es im gesamten Frankenreich zu einer Klostergründungsbewegung in den ländlichen Regionen, die, im Gegensatz zu den bereits unter römischer Herrschaft christianisierten Städten, überwiegend noch heidnischen Traditionen verhaftet waren. Mit Hilfe der weitverzweigten Beziehungen des Waldelenus entstand eine vom fränkischen Adel getragene Bewegung, die im 7. Jahrhundert etwa 300 neue Klöster im Fränkischen Reich begründete. Der Einfluss der Familie auf die kolumbanische Mission nahm in den olgenden Jahren und Jahrzehnten noch erheblich zu, da mit Eustasius und Waldebert zwei direkte Verwandte von Waldelenus die Nachfolge Kolumbans als Äbte des Klosters Luxeuil antraten. 
..., Waldelenus (I36623)
 
3299 Mit Dietrich wird die später nach ihrem Stammsitz benannte Familie von Haldensleben historisch greifbar, die im Nordthüringgau, westlich des heutigen Magdeburg und im Derlingau, östlich von Braunschweig, begütert war. 953 erwies sich Dietrich als treuer Heerführer von König Otto I. im Liudolfinischen Aufstand. Später trat er als Anführer im Kampf gegen die Elbslawen und als Graf im Nordthüringgau in Erscheinung. In der Neuordnung der Herrschaftsbereiche nach dem Tode Markgraf Geros, 965, erhielt er die sächsische Nordmark. Zusammen mit Erzbischof Adalbert von Magdeburg betrieb er 979 die Enthauptung seines Konkurrenten, des Grafen Gero von Alsleben. Seiner Aufgabe, die unter Otto I. gewonnenen Gebiete der slawischen Lutizen und Heveller weiter zu befrieden, wurde Dietrich nach dem Urteil Thietmars von Merseburg und späterer sächsischer Geschichtsschreiber nicht gerecht. Er war letztlich seiner Aufgabe nicht gewachsen und provozierte durch seine Habgier den Lutizenaufstand von 983, durch den die deutsch-sächsische Herrschaft zwischen der Elbe und Oder zusammenbrach. Dass dies zu seiner Absetzung, 983, geführt habe, wie Adam von Bremen und der Annalista Saxo berichten, ist unwahrscheinlich. Er beteiligte sich als Heerführer am sächsischen Sieg an der Tanger, im deutschen Thronfolgestreit von 984 gehörte er zu den Gegnern des Herzogs Heinrich von Bayern. Laut den Quedlinburger Annalen starb Dietrich im Jahr 985. VON HALDENSLEBEN, Dietrich (I36274)
 
3300 Mit einem Dokument aus November 941[1] gab ihr Vater Lisiard Le Riche (Elisiernus) kurz vor seinem Rückzug ins Kloster[2] den Besitz Sceaux-du-Gâtinais[3] mit den dazu gehörenden Kirchen, Herrenhäusern und Leibeigenen der 40 Kilometer südwestlich gelegenen Abtei Saint-Benôit-sur-Loire. Eingeschränkt wurde diese Schenkung durch den lebenslänglichen Nießbrauch, den er seinem Sohn Joseph, einem Akolythen (die letzte Stufe vor der Priesterweihe)[4], seiner zu dieser Zeit noch ledigen Tochter Elisabeth, sowie ihrem ältesten Sohn einräumte, sofern dieser in einer legitimen Ehe geboren werde.[5]

Im Jahr 998 befand sich Sceaux in der gemeinsamen Verwaltung von Renaud II., Kanzler König Hugo Capets und Bischof von Paris († 1017), und seinem Vater Bouchard le Vénérable, Graf von Vendôme und Graf von Paris († 1007), also (noch) nicht im Besitz des Klosters. Renauds Mutter und Bouchards Ehefrau hieß Elisabeth und war die Witwe von Graf Aimon von Corbeil, die ihren zweiten Ehemann kurze Zeit überlebte. Sie ist offenbar die Tochter Lisiard Le Riches, die weiterhin den Nießbrauch an Sceaux hatte. 
LE RICHE, Elisabeth (I37715)
 

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