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| 4351 | Unterstützt von seinem Bruder Balduin, Ebf. von Trier, wurde H. gegen franz. und habsburg. Aspirationen am 27.11.1308 zum dt. König gewählt. 1309 anerkannte er die Reichsfreiheit von Uri, Schwyz und neu auch Unterwaldens, entgegen habsburg. Ansprüchen. Bei zwei Aufenthalten in Bern (1309, 1310) bestätigte er dessen Privilegien, verpfändete aber auch Reichsgut in Berns Interessensphäre an seine burgund. Gefolgsleute. Durch die Verheiratung seines Sohnes Johann mit der böhm. Erbtochter Elisabeth stärkte er die luxemburg. Hausmacht im Osten. Sein 1310 begonnener Romzug sollte der Kaiserkrönung (29.6.1312) und der Durchsetzung der Herrschaft in Reichsitalien dienen. Nach anfängl. Erfolgen scheiterte H.s Friedenspolitik am Widerstand der Guelfen und Kg. Roberts von Neapel. Literatur – M.E. Franke, Ks. H. im Spiegel der Historiographie, 1992, (mit Bibl.) Autorin/Autor: Franziska Hälg-Steffen | VON LUXEMBURG\AVESNES, Heinrich VII. (I3269)
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| 4352 | Unzufriedenheit in den Offiziersrängen der römischen Armee mit Kaiser Constans kulminierte in der Erhebung von Magnentius zum Kaiser am 18. Januar 350 auf einem Bankett in Augustodunum (Autun), die von Marcellinus, Constans’ Schatzmeister, maßgeblich vorangetrieben wurde. Constans befand sich gerade auf der Jagd, als er davon erfuhr. Doch er wurde daraufhin von fast allen fallengelassen und kurze Zeit später durch einen Trupp leichter Kavallerie in der Nähe der Pyrenäen erschlagen. Magnentius erlangte schnell die Unterstützung der Provinzen Britannien, Gallien, Italien und Afrika. Zonaras weiß von Geldgeschenken zur Sicherung seiner Herrschaft in den Provinzen zu berichten.[3] Er ließ in seiner Herrschaftspolitik Toleranz gegenüber den verschiedenen Spielarten des Christentums erkennen und unternahm Anstrengungen, mit Athanasius und seinen Anhängern Kontakt aufzunehmen, wohl um seine Herrschaft zu sichern und Widerstand gegen den verbliebenen konstantinischen Kaiser Constantius II. (Constans’ Bruder) zu schüren.[4] Magnentius selbst war wohl kein Christ und förderte vielleicht das Fortleben der heidnischen Kulte. Darauf deuten die Ausführungen des Philostorgius über Magnentius in seinen Abhandlungen zur Kirchengeschichte hin. Der Codex Theodosianus bezeugt, dass Magnentius in seinem Herrschaftsbereich unter seinem Vorgänger Constans verbotene, dem polytheistischen Pantheon geweihte, nächtliche Opfer wieder erlaubte.[5] Auf seinen Münzen präsentierte er jedoch christliche Symbole wie das Christogramm oder die Buchstaben Alpha und Omega. Widerstand gegen Magnentius formierte sich im Illyricum, wo sich Vetranio zum Augustus ausrief, sowie in Italien, wo Magnentius die vom Senat gestützte Usurpation des Nepotianus unterdrücken musste. Seinen Bruder Decentius erhob er zum Caesar.[6] Constantius II. brach seinen Feldzug gegen Persien ab und marschierte nach Westen, wo sich Vetranio kampflos ergab. In der Schlacht bei Mursa (heute Osijek) im Jahr 351 traf er dann auf den Feind. Magnentius führte seine Truppen in die Schlacht, während Constantius II. den Tag beim Gebet in einer nahegelegenen Kirche verbrachte und das Kommando seinen Generälen überließ. Das erbitterte Gefecht war eines der blutigsten der gesamten Antike und forderte auf beiden Seiten Zehntausende Todesopfer. Schließlich wurden die zahlenmäßig unterlegenen Truppen des Usurpators geschlagen und gezwungen, sich nach Gallien zurückzuziehen. Als Ergebnis von Magnentius’ Niederlage schwenkten die italischen Garnisonen auf einen loyalistischen Kurs ein und unterstellten sich Constantius. Magnentius unternahm dennoch einen weiteren Versuch, organisierten Widerstand zu leisten, wurde aber 353 in der Schlacht am Mons Seleucus erneut geschlagen, woraufhin er Suizid beging. Seine Witwe Justina heiratete um 370 Valentinian I. | FLAVIUS, Magnus Magnentius (I47230)
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| 4353 | Ur-Ur-Ur-Ur-Enkelin des Joachim von Watt, Vadianus und der Martha Grebel Mitglied der Schneiderzunft (St. Gallen), collega bibliothecari Fels bekleidete verschiedene öffentl. Ämter seiner Vaterstadt, war u.a. Zunftmeister (1720), Ratsherr und Seckelmeister, auch eidg. Kriegsrat (1743) und wiederholt Gesandter der Stadt St. Gallen an die eidg. Tagsatzung und an die Konferenz der evang. Städte und Orte. 1742 wurde Fels erstmals zum Amtsbürgermeister gewählt; er behielt dieses Amt im Dreijahresturnus bis zu seinem Tode. Histor. Lexikon der Schweiz | FELS, David (I970)
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| 4354 | Uri - Kanton in der Deutschschweiz und zählt zur Zentralschwweiz/Innerschweiz | DER\ZUR FRAUEN, Margaretha (I2897)
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| 4355 | urk. 1135-1150 | VON KÜSSENBERG, Heinrich (I1748)
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| 4356 | urk. 1231 als Zeuge des Grafen Otto v. Ravensberg bei Friedensgesprächen mit Graf Otto v. Tecklenburg, 1231 Zeuge bei der Gründung des Zisterzienserklosters zu Bersenbrück | VON DINCKLAGE, Ritter Ritter Johann I. (I18923)
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| 4357 | urk. 1277-1302, 1290 Burgmann zu Vechta, 1298 Drost zu Vechta, 1277 als ehemaliger münsterischer Lehnsnehmer in Westrup, Bersenbrück, erwähnt, jetzt gegen Lahnauftrag in Bergstrup, Langförden vom Bf. v. Münster und das Kloster Bersenbrück übertragen; Ansicht 1278 mit Sohn JOHANN auf aine Interesse an Rüsfort, Gehrde, Ksp. Bersenbrück an GF. OTTO VON TECKLENBURG für das Kloster Bersenbrück; erhält 1279 mit Sohn HERMANN den Zehnten zu Düngstrup, Wildeshausen u. Holtrup, Langförden, ein ehemaliger Münsterischer Lehen der Brüder VON KANNE u. OTTO FRISOS in der Überlassung in Dinklage, Wenstrup, Neuenkirchen, Schwege u. "Nyvelde". Kloster Burg Dinklage (Abtei St. Scholastika) ist der Name einer Abtei der Benediktinerinnen. Diese ist in den Räumen der Burg Dinklage in Dinklage, Landkreis Vechta, im Oldenburger Münsterland (Niedersachsen) untergebracht. Die Abtei ist benannt nach der Heiligen Scholastika, der Schwester des heiligen Benedikt von Nursia. Das Kloster befindet sich in der Burg Dinklage, einer Wasserburg aus dem Besitz der westfälischen Adelsfamilie von Galen. In der Burg wurde der spätere Bischof und Kardinal von Münster Clemens August Graf von Galen (1878–1946) geboren, der am 9. Oktober 2005 von Papst Benedikt XVI. seliggesprochen wurde. Die Burg liegt seit 1983 auf dem Gebiet des Landschaftsschutzgebiets „Burg Dinklage“. Aus diesem wurde 2017 das Naturschutzgebiet Burgwald Dinklage herausgenommen, in das die Burg eingebettet ist. | VON DINCKLAGE, Ritter Ritter Johann II. (I18920)
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| 4358 | urk. 1305-1348, macht 1348 mit ihren Söhnen eine Memorienstiftung (für ihre verstorbenen Ehemänner sowie u.a. für ihren Vater Puls von Hamme) an die Kirche in Schepsdorf in Form einer Vikarie zur Ehren der Hl. Jungfrau Maria und Johannes des Täufers und eines Altares. | VOLENSPIT, Gertrud (I22432)
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| 4359 | Urk. 1396-1412, zum Schwert, Mitglied des Rats in Zürich 1396-1412, Eingewinner 1397, in Stadtgericht, Hofrichter | KELLER, Johannes (I1716)
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| 4360 | Urk. 1401-1436, Bürger Zürichs 1401, Bäcker, Brotschauer 1404 | SPENLI ´SPAN`, Hans (I1718)
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| 4361 | urk. 1425-1452, aus Freienstein, Bürger zu Zürich 1429, Wirt zum Affenwagen, wohnt im Haus zum Krapfen 1443, Langspießer der Meisenzunft, | RAHN, Hans (I1702)
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| 4362 | Urk. 1468-1508, + vor 1517, Stadtschreiber im Schaffhausen 1471-1508 1467 -1517 bezeugt, von Schaffhausen. Sohn des Stadtschreibers Johannes. Verheiratet. Als Angehöriger einer eigentl. Stadtschreiberdynastie amtete B. 1467-1517 als Schaffhauser Stadtschreiber. Neben seiner umfangreichen Tätigkeit in der städt. Verwaltung vertrat er in der für Schaffhausen unruhevollen 2. Hälfte des 15. Jh. die Stadt öfters mit Erfolg gegen aussen, sowohl bei Friedenskonferenzen (1468 nach dem Waldshuterkrieg, 1499 nach dem Schwabenkrieg) als auch mehrmals als Tagsatzungsabgeordneter (u.a. 1501 beim Beitritt Schaffhausens zur Eidgenossenschaft). Daneben war er wiederholt Schiedsrichter bei Rechtsstreitigkeiten sowie kaiserl. Notar. | BAUMANN, Heinrich (I1710)
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| 4363 | Urk. 1477-1524 Zürcher Bürgergeschlecht. Ein älterer, heute erloschener Stamm erwarb das Bürgerrecht bereits vor 1300. Stammvater des jüngeren Stammes ist Rudi vom Zürichberg, dessen Sohn Hans 1401 Zürcher Bürger wurde. Die ältere, sogenannte Hottinger Linie bestand bis ins 19. Jahrhundert vor allem aus Handwerkern und Landwirten. Die von Uly (um 1503) begründete zweite Linie blüht noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts im Zofinger und Andelfinger Zweig. Letzterer wurde durch Hans (vor 1591), Schreiber von Andelfingen, begründet. David (->) zog von dort nach Zürich und wurde Zuckerbäcker. Er gründete zusammen mit seinem Sohn Rudolf (->) eine Confiserie und begann mit der Schokoladeproduktion. 1859 richtete Rudolf am heutigen Paradeplatz neben Backstube und Laden einen Erfrischungsraum ein. Die Familie war nur im 16. Jahrhundert, unter anderem durch Bernhard (->), an der Politik beteiligt. | SPRÜNGLI, Elisabeth (I1438)
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| 4364 | Urk. 1488 zu Schaffhausen, Hauptmann kauft mit seiner Frau den Korn- und Weinzehnten zu Hallau 1488 | LÜTHI, Heinrich ´der Jüngere` (I1357)
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| 4365 | Urk. 1489-1510, Zwölfer zur Als Stammvater gilt Johannes. Zunftmeister zu Schiffleuten 1489, Zunftmeister 1490 und 1506-1510, Vogt zu Kiburg, war bei Murten 1476, im Schwaderloch 149 Die Waser gehörten zu den wichtigsten Müllerfamilien der Nordostschweiz. | WASER, Johannes ´Stammvater` (I1439)
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| 4366 | urk. ab 1384, + 1412/13, übergibt 1410 die Vogtei Meilen an Zürich Die Schlacht bei Näfels im Kanton Glarus in der Schweiz fand am Donnerstag, 9. April 1388 statt. Sie war die letzte Schlacht des Konfliktes zwischen den Habsburgern und den Eidgenossen. Nach dem Bündnis des Landes Glarus mit der Eidgenossenschaft 1352 gewann die alte Stadt Weesen für die Habsburger strategische Bedeutung, da es nun den Ausgang aus dem Glarnerland sperrte und gleichzeitig den Ost-West-Verkehr von Walenstadt nach Rapperswil und Zürich über den Wasserweg Walensee-Maag-Linth kontrollierte. Nach der Schlacht bei Sempach am 9. Juli 1386 zogen die Eidgenossen vor das habsburgische Städtchen Weesen am Walensee und besetzten es und zwangen die Einwohner zur Huldigung. Auch die Glarner erhoben sich gegen die Habsburger, denn diese besassen im Glarnerland noch Rechte. Die Glarner zerstörten die Burg Windegg und beschlossen in einer Landsgemeinde am 11. März 1387 ihr erstes eigenes Landgesetz. Dieser Beschluss bedeutete die Loslösung von der habsburgischen Herrschaft. Die Habsburger liessen sich dies nicht gefallen. 1388 öffneten die Einwohner der Überlieferung zufolge den Truppen des österreichischen Herzogs Albrecht III. von Habsburg heimlich die Stadttore, so dass es in der Nacht vom 21. zum 22. Februar zur «Mordnacht von Weesen» kam,[2] in der ein grosser Teil der eidgenössischen Besatzung, die meisten davon Glarner, im Schlaf überrascht und getötet wurde. NÄFELSER FAHRT Seither ist im Kanton Glarus jeder erste Donnerstag im April ein kantonaler Feiertag. Dann findet die Näfelser Fahrt statt, bei der zahlreiche Einwohner zu Fuss nach Näfels ziehen und dort mit einer Feier der Schlacht gedenken. In der Tradition der eidgenössischen Schlachtjahrzeiten spielte die Fahrt eine wichtige Rolle bei der Ausbildung des Glarner Gemeinwesens und Nationalbewusstseins.[1] Beginnend gegen 7.00 morgens am Zeughaus in Glarus wandern die Bürger, Musikkapellen und eine Abordnung der Armee entlang der traditionellen Strecke zum Schlachtdenkmal an der Letzi in Näfels. Unterwegs erinnert man an die Opfer der Schlacht, die namentlich mit Herkunftsort verlesen werden und passiert kleinere Einzeldenkmäler. Unterwegs spricht ein Mitglied der Regierung im Schneisigen und jährlich predigt abwechselnd ein reformierter oder katholischer Priester am Fahrtsplatz in Näfels. Grafen von Ebersberg Das mächtige und reiche bayerische Geschlecht der Grafen von Sempt-Ebersberg, auch Grafen von Sempt oder Grafen von Ebersberg, hatte seinen Ursprung in der Zeit von Kaiser Arnulf von Kärnten († 899) mit Graf Sighart († 906) aus dem Geschlecht der Sieghardinger und endete mit Graf Adalbero II. 1045. Die Grafen von Sempt-Ebersberg waren auch die ersten Markgrafen der Mark Krain; sie regierten als solche von 1004 bis zum Erlöschen des Geschlechts. Zeitweise reichte ihr Herrschaftsbereich durch geschickte Heiratspolitik und Erbe von den oberbayrischen Städten Ebersberg und Erding bis in das heutige Kärnten. 934 gründeten die Grafen das Kloster Ebersberg. Im Jahre 1036 wurde das Gebiet auch über die Mark an der Sann ausgedehnt. | VON EBERSBERG, Verena (I3191)
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| 4367 | Urk. ab 1410, + (gef.) St. Jakob a.d. Sihl 22.7.1443, wohnhaft in Zürich, kauft 1432 Ötwil, 1435 Fahr und Weiningen, Mitglied des Rats 1426, Vogt zu Horgen 1427, Reichsvogt 1429 & 1434, Seevogt 1431, Vogt zu Andelfingen 1436, zu Bülach 1439, Pannerherr 1440, Gesandter nach Konstanz 1414, reiste mit Bürgermeister Stüssi 1433 zur Krönung Kaiser Sigmunds nach Rom, erhielt anläßlich der Kaiserkrönung zu Rom von Sigismund einen Wappenbrief, Wappenbeschreibung / Blasonierung In Rot silberner Meierhut mit verschlungenen, silbernen Schnüren. | MEYER VON KNONAU, Konrad (I3826)
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| 4368 | Urk. ab 1426, + vor 1448, zu Greifenberg, Herr zu Humbrechtsried in Schwaben, gab um 1440 zusammen mit seinem Bruder Herdegen [665172], von Petermann von Raron gezwungen, das Züricher Bürgerrecht auf und wurde Landman zu Schwyz und Glarus | VON HINWIL, Friedrich (I3824)
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| 4369 | Urk. ab 1446, + 1473/75, wohnhaft in Konstanz, Mitglied des Rates 1456-1473, erwirbt ein Viertel der Burg Steinegg | VON PEYERN, Heinrich (I3833)
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| 4370 | Urk. ab 1446, + 1473/75, wohnhaft in Konstanz, Mitglied des Rates 1456-1473, erwirbt ein Viertel der Burg Steinegg | VON PEYERN, Heinrich (I34381)
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| 4371 | Urk. Ab 1470, begr. Zu Rüti Elgg, löste 1494 die verpfändete Herrschaft Elgg ein, bischöflich-konstanzischer Vogt zu Meersburg und Castell | VON HINWIL, Herdegen (I2122)
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| 4372 | Urk. Ab 1470, begr. Zu Rüti Elgg, löste 1494 die verpfändete Herrschaft Elgg ein, bischöflich-konstanzischer Vogt zu Meersburg und Castell | VON HINWIL, Herdegen (I19623)
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| 4373 | urk. erwähnt als Witwe 1480-1517 Es gibt in Schaffhasen eine Peyerburg (Herrenacker 10), ein Peyerhof (Vordergasse 53), einen Hinteren Peyerhof (Schönmaiengässchen 4) und Peyerwggen (Unterstadt 39) | KELLER, Elisabeth (I2287)
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| 4374 | urkundlich genannt | VETHACKE, Heinrich (I1189)
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| 4375 | Urkundlich nicht bezeugt. Bekannt ist W. als Äbtissin des Fraumünsters Zürich aus der EINSIEDER CHRONIK von 1494 von ALBRECHT VON BONSTETTTEN. Sie soll gleichzeitig mit ihrem Ehemann SELIGER VON W. (->), dem späteren ABT VON EINSIEDELN, um 1070 ins Kloster eingetreten sein und danach den Frauenkonvent geleitet haben. Der aus dem letzten Viertel des 11. Jh. stammende älteste Professritus der Fraumünsterabtei zeugt von strenger Beachtung der Ordensregeln. 1099 Einsiedeln. HEDWIG VON W. (->). Nach einer späten, unbeweisbaren Tradition Frh. von W. und als Ritter mit Söhnen ins Kloster Einsiedeln eingetreten. Mit W.s Namen ist eine grosse Schenkung an das Kloster Einsiedeln verbunden, allerdings nicht im Gebiet des altwolhus. Stammbesitzes. 1070-1090 ABT VON EINSIEDELN. 1090 Resignation und Designation des Nachfolgers RUDOLF I. Repräsentant einer auf KONTEMPLATION und ZURÜCKGEZOGENHEIT bedachten Haltung, welche sich von den Reformideen des 11. Jh. unterschied und Einsiedeln von den führenden Reformkreisen trennte. Autorin/Autor: Gregor Jäggi | VON WOLHUSEN, Hedwig (I23811)
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| 4376 | Urkundlich tritt Friedrich II. erstmals 1135 auf, damals hat er an einem von Kaiser Lothar einberufenen Reichstag in Worms teilgenommen. Er folgte darauf in das Hoflager des Kaisers und war im Mai 1136 bei ihm zu Merseburg. 1142 hielt er sich am Hof König Konrads III. in Würzburg auf. Damals wurde die Hochzeit von Gertrud, Mutter von Heinrich dem Löwen, mit Markgraf Heinrich II. Jasomirgott und die Übertragung des Herzogtums Bayern auf diesen Babenberger vorbereitet. Vermutlich hat Friedrich 1147–1149 an dem Zweiten Kreuzzug teilgenommen. Nach dem Tode seines Vaters 1156 fand sich Friedrich mit seinem Bruder Otto und dem Graf Otto von Scheyern-Valley am Hofe von Kaiser Barbarossa in Nürnberg ein. Bei den Kämpfen zwischen Barbarossa und dem lombardischen Städtebund soll Friedrich mit seinen Brüdern große Tapferkeit bewiesen haben. Er war Mitschutzvogt des Klosters Weihenstephan, des Stiftes Ebersberg und des Klosters Ensdorf. Vor allem an das Kloster Ensdorf verschenkte er beträchtliche Güter. Mit Herzog Welf VI. und Heinrich II., Burggraf von Regensburg, reiste er 1172 nochmals nach Palästina. Vor der Reise machte es sein Testament, aus dem seine reichen Besitzungen hervorgehen. Vorsorglich verschrieb er dem Kloster Ensdorf zwei Drittel der Lebensmittelversorgung von Lengfeld. Friedrich fühlte sich stark dem geistlichen Stand zugeneigt. 1179 hat er sein Schwert auf dem Altar niedergelegt, vermutlich in Ensdorf, denn dort erscheint er 1184–1192 in den Dokumenten als derjenige „der einst Pfalzgraf war“. Spätere Überlieferungen bezeichnen ihn ausdrücklich als Laienbruder bzw. „Bärtling“. Dennoch hielt er sich häufig außerhalb von Ensdorf auf, so z. B. in Regensburg, wo er im Regensburger Dom eine eigene Kapelle hatte. Nach seinem Tod ging sein reiches Besitztum an die Brüder des Klosters Ensdorf über. In der dortigen Kirche St. Jakobus ist er auch beigesetzt. | VON WITTELSBACH, Friedrich II. (I35883)
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| 4377 | Ursache für den Bürgerkrieg war das Bestreben König Sigurds gewesen, das Mehrkönigtum abzuschaffen und dafür zu sorgen, dass immer nur ein König in Norwegen herrschte. So akzeptierte Sigurd seinen neuen Bruder Harald nur unter der Bedingung, dass er nicht nach der Königsmacht greife, solange er und Magnus lebten. Das Volk aber akzeptierte diese neue Thronfolgeregelung nicht. Harald hatte aufgrund seines umgänglichen Wesens viele Anhänger im Volk und bei den königlichen Lehnsleuten. Das beruhte auch auf seiner größeren Freigiebigkeit, die ihm die Empfänger von Geschenken verpflichteten. Demgegenüber war Magnus ausgesprochen unpopulär. | (NORWEGEN), Magnus IV. der Blinde (I40873)
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| 4378 | Ursprünglich aus dem Zürcher Tösstal stammendes, ritteradliges Geschlecht, dessen umfangreicher Besitz sich ab dem ausgehenden 13. Jahrhundert über die ganze Ostschweiz verteilte. Die Herkunft der in Süddeutschland bis in die Gegenwart bestehenden Familie ist unklar. Während die frühere Historiografie den ersten Träger des Namens, den 1209 genannten Beringer, auf die 1177-1193 belegten Meier von Turbenthal zurückführte (Hans Kläui), vermutet die jüngere Forschung auch einen Zusammenhang mit den von Bichelsee oder den um 1250 verschwindenden Reichsministerialen von Liebenberg (Roger Sablonier). Wahrscheinlich bildeten die in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts auftretenden von Landenberg weniger einen über die agnatische Verwandtschaft definierten, als einen über den gemeinsamen Besitz bzw. die Funktion innerhalb des sankt-gallischen Hofverbands von Turbenthal gebildeten Adelsverband. Die Erstellung einer Genealogie bereitet für die Zeit vor 1300 grosse Schwierigkeiten, weil kaum Stammbäume überliefert sind. | LANDENBERGER, Ulrich (I1299)
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| 4379 | ursprünglich Bürger zu Sengen im Aargau, dann Ritter der Habsburger und mit Schultheißenamt und Schloss Lenzburg in der Diözese Konstanz belehnt. vermutlich Bruder des Ulrich von Lenzburg, des Bischofs von Chur 1331 | RIBI VON LENZBURG, Konrad (I18549)
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| 4380 | Ursprünglich eine Christin namens Aurora aus Navarra[3] war Subh eine Sklavin (Jāriya[4]) und Konkubine im Harem des Kalifen von Córdoba. Alternativ wird eine Herkunft als Baskin aus der Gascogne angegeben.[5] Subh wurde die Favoritin und Ehefrau von Kalif Kalif al-Hakam II. Sie wurde nicht nur als schön, sondern auch als intelligent und analytisch charakterisiert.[2] In den späteren Jahren seiner Regierungszeit verlor der Kalif das Interesse an der routinemäßigen Verwaltung politischer Angelegenheiten und überließ sie Berichten zufolge seiner Lieblingsfrau.[2] Um diese Aufgabe zu erfüllen, äußerte sie den Bedarf an einem Sekretär, und 966 wurde Abi Amir al-Mansur (besser bekannt als Almansor) dazu berufen. Es gab Gerüchte, dass Almanzor ihr Liebhaber wurde und er aus diesem Grund sich einen solchen Einfluss auf die Staatsgeschäfte verschaffen konnte; ihre angebliche Beziehung wurde zum Gegenstand satirischer Gedichte und verleumderischer Reime.[2] Der Kalif soll einmal auf die Angelegenheit angespielt haben, indem er anmerkte, dass Almansor offenbar einen bemerkenswerten Einfluss auf die Gemüter des Harems ausübe, aber der Kalif sah anscheinend nie einen Grund, etwas zu unternehmen.[2] Ob sie tatsächlich ein Liebespaar waren oder nicht, wurde nie bestätigt, aber es ist eine Tatsache, dass sie Almansor vollkommen vertraute und er entsprechenden Einfluss auf die politischen Geschäfte erhielt.[2] | VON CORDOBA, Subh (I40375)
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| 4381 | Ursprünglich hafteten die gerichtsherrlichen Rechte am Schloss Schollenberg. Ulrich von Fulach erwarb sie zwischen 1515 und 1542 von seinem Schwiegervater von Waldkirch. Den Gerichtsplatz bildete der mitten im Dorf liegende Schulhausplatz (Wesenplatz). | VON FULACH, Ulrich (I28696)
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| 4382 | Ursprünglich war er nur ein Teilerbe seines Vaters. Er entmachtete aber seinen jüngeren Bruder, den Großfürsten Jaunutis in Wilna. Dabei arbeitete er mit einem anderen Bruder, Kęstutis, zusammen, der die Grenze zum Deutschen Orden verteidigte und ebenfalls mit Jaunutis Herrschaft unzufrieden war. Für den Rest seines Lebens blieb die Zusammenarbeit erhalten. Algirdas dehnte die Grenze seines Staates auf Kosten der ruthenischen Fürstentümer und ihrer Oberherren, der zerfallenden Goldenen Horde aus. 1362 schlug er drei Tartarenfürsten in der Schlacht an den Blauen Wassern am Bug und fügte Kiew endgültig seinen Besitzungen hinzu. Damit erstreckte sich sein Staatsgebiet in Westen über Wolhynien, im Süden über Kiew und im Osten bis zur Grenze des Großfürstentums Moskau. Algirdas führte auch drei Kriege gegen den emporstrebenden Moskauer Großfürsten Dmitri Donskoi, die zweimal erst vor der Kremlfestung endeten. | VON LITAUEN, Großfürst Großfürst Olgierd Alexander \ Algirdas (I1503)
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| 4383 | Ursprünglich war wohl eine Ehe mit dem byzantinischen Kaiser Romanos II. vorgesehen, die jedoch an Hadwigs standhafter Weigerung scheiterte. Hadwig und ihr Gemahl Burchard III. sind untrennbar mit der Geschichte des HOHENTWIEL BEI SINGEN verbunden, da sie dem „Twiel“ eine erste Blüte bescherten, indem sie ihn zur Herzogsresidenz ausbauen ließen. Nach dem Tod Burchards wurde der Twiel zum Witwensitz der Herzogin. Fraglich bleibt der genaue Ort, an dem sich dieses erste Bauwerk befunden haben soll. Um 970 wurde in der Herzogsresidenz das KLOSTER ST. GEORGEN gegründet. Im Kloster Reichenau wurde eine Konventsliste der Brüder auf dem Twiel geführt, die noch bis heute erhalten ist. Tod des Herzogs 973 Die Ehe war KINDERLOS geblieben und der Kaiser Otto II. nutzte die Situation, um einen neuen Herzog nach seinen Vorstellungen zu ernennen. Nach alter Tradition wäre es Brauch gewesen, dass die Witwe des verstorbenen Burchard III. einen neuen Schwabenherzog aus einheimischem Adel heiraten würde. Sie war nach Burchards Tod im Jahre 973 auch erst 34 Jahre alt. Der Kaiser vergab das Herzogtum jedoch an den Sohn seines Halbbruders Luidolf, Otto I. von Schwaben, der aus dem Adelsgeschlecht der Ottonen stammte. Hadwig ging jedoch ihre eigenen Wege: In kaiserlichen Urkunden wird sie weiterhin als dux (Herzog) bezeichnet, obwohl sie noch zwei legitime schwäbische Herzöge erlebte. Sie mischte sich aktiv in das politische Geschehen ein und versuchte auch, ihren Lehrer und Vertrauten, den Mönch Ekkehard von St. Gallen, als Erzieher für den künftigen König Otto III. zu empfehlen. Hadwig verfügte über Amtsgut und Territorien aus ihrer Erbschaft aus dem Testament Burchards und beschenkte Klöster in der Umgebung mit Besitz, der seit der Praxis Kaisers Ottos I. umstritten war. Nach einer älteren, regionalen Überlieferung (war) „außer verschiedenen kleineren Schenkungen [..] der Herzogin nur der erbliche Besitz ihres Gemahls frei und ungeschmälert zur Verwaltung überlassen. Dem Kloster Reichenau waren die Ort- und Talschaften Schleitheim, Beggingen, Brunthofen, Thalen, Schlatt und Grimmelshofen, einst Gut der fränkischen Krone, als Eigentum bestimmt, jedoch mit dem Beding, daß die Nutznießung desselben der Herzogin Hadewig Zeit ihres Lebens zustehe.“ Orte und Talschaften waren jedoch nach der Überlieferung, die mit einem Besuch Ottos I. „im August des Jahres 972 aus Italien“ einsetzt, und die Situation nach dem Tod Burchards III. 973 beschreibt, in desolatem Zustand – „während des Hunnenzuges und der darauffolgenden Zeit der Not war alles liegen geblieben.“ Dabei muss es sich um den Ungarneinfall 954 gehandelt haben. Dem Reichenauer Abt Witigowo (985–996) sei es gelungen, Hadwig zur Einsicht zu bringen, dass die Reichenau den Aufbau der Talschaft eher zu bewerkstelligen in der Lage sei und sie habe daraufhin „ihre Ansprüche an das Kloster“ abgetreten. Respekt vor der Alt-Herzogin Der Beitrag reflektiert auch den beginnenden Umbruch unter den Ottonen im Prinzip der Vergabe von territorialem Eigentum, von Ämtern – am Beispiel des Widerstands von Hadwig, die sich noch traditionell als Erbin Alamanniens sieht: Von „der uralten Freiheit der Stämme“ hin zur „Allgewalt, mit der die Ideen des Lehenswesens vordringen“.[1] Da diese Entwicklung am Ende des 10. Jahrhunderts noch in den Anfängen stand, ist die Rücksichtnahme der Herrscher auf die angesehene Herzogin nachvollziehbar: Sowohl der Kaiser Otto II. als auch der neue bestimmte Schwabenherzog Otto I. ließen sie gewähren. Sie verbündete sich in der Folgezeit – wie auch ihre Schwester Gerberga II., Äbtissin des Stifts Gandersheim – mit ihrem jüngeren Bruder, Herzog Heinrich II. von Bayern, der wegen Hadwig immer wieder den Anspruch auf den Schwäbischen Herzogstitel anmeldete. Herzog Heinrich, auch der Zänker genannt, wurde 984 zum zweiten Mal besiegt, als der neue Schwabenherzog Konrad I. eine Allianz mit dem französischen König rechtzeitig vereiteln konnte. Mit der endgültigen Niederlage ihres Bruders verlor auch Hadwig ihren politischen Einfluss. Festung Hohentwiel im Jahr 2000 Als Hadwig im Jahre 994 starb, kümmerte sich König Otto III. persönlich um den Nachlass der einflussreichen Herzogswitwe und reiste an den Twiel, den er aller Wahrscheinlichkeit nach zum Reichsgut machte, da er sich bereits im Jahre 1000 noch einmal dort aufhielt, um seinen Anspruch zu unterstreichen. Rezeption Vor allem die Beziehung zwischen der Herzogin Hadwig und dem Mönch Ekkehard, den sie zu sich auf den Twiel holte, hat in der Romantik seinen Niederschlag in der Literatur gefunden. Joseph Victor von Scheffel schuf mit seinem Roman Ekkehard eines der meistgelesenen Bücher im 19. Jahrhundert. Johann Joseph Abert schuf aus dieser Vorlage eine Oper in 5 Akten Ekkehard (11. Okt. 1878 Berlin, Hofoper). 1999 kam es in Singen zur Uraufführung von Gerhard Zahners Theaterstück Hadwig, Herzog von Schwaben (Regie: Peter Simon). In den Jahren 1989–1990 wurde die Geschichte der beiden historischen Personen in einer sechsteiligen Fernsehserie Ekkehard verfilmt und in der ARD ausgestrahlt (im Original von Joseph Victor von Scheffel; Coautor: Diethard Klante; Regie: Diethard Klante; Produktion: 1989 André Libik, RB)[2] | VON BAYERN, Hadwig (I36234)
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| 4384 | Urspünglich eine keltische Gründung wurde Ladenburg 74 n. Chr. zum römischen Kastellstandort. Die sich daraus entwickelnde Siedlung wurde bereits 98 n. Chr. zur Stadt erhoben und in der Folge zum Hauptort der Civitas Ulpia Sueborum Nicrensium (neckarsueben). Davon zeugen noch heute zahlreiche im Stadtgebiet sichtbaren Reste der ehemals größten römischen Stadt im heutigen Baden-Württemberg. Nach dem Rückzug erbauten die Merowinger einen Königshof. Im Mittelalter und der darauffolgenden Zeit entstanden die noch heute prägenden Kirchenbauten. Aufgrund der geringen Kriegszerstörungen ist die Altstadt noch im Wesentlichen erhalten. Carl Benz lebte von 1904 bis zu seinem Tod in Ladenburg. Da die Altstadt auf dem römischen Stadtzentrum steht, sieht man an vielen Stellen noch Reste der antiken Bebauung. Unter dem heutigen 1 Rathaus in der Hauptstraße 7 finden sich Mauern des spätrömischen Burgus. Um das Lobdengau-Museum im ehemaligen Bischofshof finden sich konservierte Freiflächen mit Mauerresten bis in die römische Zeit, gleiches findet sich neben der katholischen Kirche. In der Kirchenstraße zeigen unterschiedlich gefärbte Pflastersteine den Fundamentverlauf der ehemaligen römischen Marktbasilika. Auch in der Metzgergasse finden sich noch antike Baureste. Die Altstadt von Ladenburg wurde als Kulturdenkmal in Sachgesamtheit eingestuft und besitzt mit dem Marktplatz und zahlreichen Fachwerkhäusern aus dem 15. bis 18. Jahrhundert überregionale Bedeutung. Besonders hervorzuheben ist die Gruppe um den Marktplatz mit dem teilweise im 14. Jahrhundert erbauten 2 Neunhellerhaus, der 3 Fuchs'sche Apothekeund dem 4 Chirurgenhaus aus dem 16. Jahrhundert. Weitere bedeutende Gebäude sind der Handschuhsheimer Hof, das ehemalige Antoniusspital und der Jesuitenhof. Begrenzt wird die Altstadt von der zum Teil auf römischen Resten erbauten Stadtmauer, deren westlicher Teil entlang der Grünanlage entlang der Wallstadter Straße noch weitgehend vorhanden ist. Nördlich bilden der 5 Hexenturm und das Martinstor den Abschluss. | SÖHN, Wilhelm (I16230)
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| 4385 | Ute ist eine Figur aus dem mittelhochdeutschen Nibelungenlied. Sie ist die Mutter von Kriemhild, Gunther, Gernot und Giselher, den Königen der Burgunden. Ihr Gatte heißt Dankrat. Ute (germanisch auch Oda) hat die Gaben einer Seherin. Diese Fähigkeit stellt sie gleich zu Eingang des Nibelungenlieds unter Beweis, als sie ihrer Tochter Kriemhild einen Traum deutet. Die Stelle lautet in neuhochdeutscher Übersetzung: Den Traum erzählte sie ihrer Mutter, der Königin Ute. Sie hätte ihn der Schönen nicht besser deuten können: „Der Falke, den du dir ziehst, das ist ein edler Mann: Wenn Gott ihn nicht behüten wird, wirst du ihn schnell wieder verlieren.“ Nach Siegfrieds Tod überredet Ute Krimhild zum Verbleib bei den Burgundern. Ute stiftet – so das Nibelungenlied – nach dem Tod ihres Gatten Dankrat das Kloster Lorsch. | N., Uta (I22691)
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| 4386 | Uttenheim wird 993 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1100 sind die Edlen von Uttenheim bezeugt, die vermutlich bald auf dem wilden Felsen über dem heutigen Ort ihre Burg errichteten. Ursprünglich selbständig, scheinen sie ab 1140 als Ministerialen der mächtigen Tauferer Herren auf. 1387 starb das Geschlecht derer von Uttenheim aus. Die Herren von Taufers hatten vom Hochstift Bamberg Besitz in der Gegend von Gais verliehen bekommen. Bei der Teilung im Haus der Edlen von Taufers im Jahr 1306 wurde die Burg Uttenheim noch als gemeinsamer Besitz der Edlen von Taufers erklärt, dürfte aber dann in den alleinigen Besitz des Ulrich von Taufers übergegangen sein und damit auch die Gerichtsbarkeit über das Dorf Uttenheim. KURZE GESCHICHTE UTTENHEIMS UND SEINER BURG Die Burg wurde angeblich durch Kaiser Heinrich II. (1002 – 1024) dem Bistum Bamberg geschenkt, das er im Jahre 1007 gegründet hatte. Vom Bischof von Bamberg hatten es jedenfalls seit ältester Zeit jene Herren zu Lehen, die sich von Uttenheim nannten. Die Erstnennung der Burg erfolgte im Jahre 1225. Um diese Zeit gehörte die Burg bereits zum Eigenbesitz der edelfreien Herrn von Taufers. Sie wurde in ihrem Auftrage von Burggrafen verwaltet, welche die Herren von Uttenheim stellten. Im Jahre 1225 übergab Hugo IV. von Taufers die Burgen Uttenheim und Taufers mit allen Zugehörigkeiten dem Bischof Heinrich von Brixen zu Eigen und nahm sie von ihm wieder als Lehen in Empfang. Bei der Erbteilung von 1306 haben die Tauferer Hugo VI. und sein Neffe Ulrich IV. die Burg von Uttenheim als gemeinsamen Besitz behalten. Erst als Hugos VI. 1309 starb, ging die Burg in den alleinigen Besitz Ulrich IV. über. Nach dem kinderlosen Tod Ulrich IV. von Taufers im Jahre 1336 gingen die Burgen Uttenheim und Neuhaus bei Gais mit Zugehörigkeiten über die Witwe Ulrichs IV., Katharina von Görz, an die Grafschaft Görz, zu der damals auch das Pustertal gehörte. Die Herrn von Uttenheim hatten die Burg vermutlich bis 1336 als Ritter im Dienste der Herrn von Taufers und anschließend bis zu ihrem Aussterben im Jahre 1388 im Dienste der Grafen von Görz inne. Nach dem Aussterben der Grafen von Görz im Jahre 1500 fiel die Burg Uttenheim mit dem gesamten übrigen görzischen Erbe an Kaiser Maximilian I., also an die Habsburger. Seither wechselten Burg und Gericht Uttenheim öfters Pfand- bzw. Lehensherrn. Während im 16. und 17. Jahrhundert immer wieder Reparaturen am zerfallenden Mauerwerk und an den vom Sturm weggerissenen Dächern in Rechnung gestellt wurden, dürfte die Burg seit Ende des 17. Jh. immer mehr zur Ruine geworden sein. | VON UTENHEIM, Anna Beatrix (I46663)
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| 4387 | v. Tascharner. Häuptergeschlecht von Graubünden. Ratsgeschlecht des Freistaates Bern. Geschichtliches. Die Heimat der Familie ist das Domleschg im heutigen Kanton Graubünden, wo sie schon im XV. Jahrhundert in verschiedenen Linien blühte und noch heutzutage in Scharans, Feldis, Papels und Rothenbrunnen zahlreich vertreten ist. Guler und Ardüser zählen in ihren Chroniken die Tscharner zu den alteingesessenen rhätischen Edelleuten; von den früheren Genealogen werden die Gebrüder Johannes und Anton Xavner, welche laut einer lateinischen Urkunde im Archiv zu Bormio (abgedruckt in Codex diplom. von Graubünden von Conradin v. Moor, Bd. III, p. 188) 1365 als Gesandte der Gemeinde Davos erscheinen, als zu dieser Familie gehörig bezeichnet - eine Hypothese, welche freilich nicht näher zu belegen ist. In einem Schreiben der Landrichter Hans Kun und Heinrich Nitt zu Belfort vom 28. Juli 1472 wird dem Bürgermeister und Rat zu Chur mitgeteilt «von des robs wegen, so Tscharner denen von Tomils habent genomen, ist getrieben gen Oberhalbstains»; im bischöflichen Archiv zu Chur (Abschrift Cartular E, p. 76) ist ein Revers eines Jacob Mathew Tscharner von Feldis an Junker Gilyan v. Mont vom 26. November 1494 vorhanden, besiegelt vom Ammann zu Tomils Cunrat Jäcklin. Gleichzeitig kommt der Name aber auch schon in Chur vor (s. u.), wo sich noch während des ganzen XVI. Jahrhunderts Mitglieder des Geschlechts in das Bürgerrecht aufnehmen liessen, so 1628 Jakob Tsch., 1537 Andreas Tsch., 1638 Lutzin Tsch., 1539 Matheus Tsch. und seine Kinder, 1541 Christa Tsch. von Feldis und endlich noch 1614 Christa Ragutt Tsch. von Scheidt. Ihre Deszendenz lässt sich teilweise bis ins XVII. Jahrhundert verfolgen, scheint aber in der Folge in der Stadt Chur wieder ausgestorben zu sein, indem die heute in Chur und Bern blühenden Linien erwiesenermassen von keinem der vorgenannten abstammen. Von den im Domleschg gebliebenen Linien bekleideten vom XVII. Jahrhundert an viele Mitglieder dortige Landesämter; so waren z. B. Hans Tsch. zu Tomils 1689 -91 Ammann des Hochgerichts Ortenstein, Johann 1761 - 64 Statthalter und 1770 Landammann dieses Gerichts, ferner Luzi 1769, Paul 1778 und Johann 1781 ebenfalls Landammänner. Sayn Ragett Tsch., 1765 Ammann des Hochgerichts Ortenstein, ist der Urheber des bekannten Streites des Generalleutnants v. Travers zu Ortenstein mit dem dortigen Hochgericht, welcher erst durch Vermittlung der gesamten 3 Bünde nach mehreren Jahren durch einen Vergleich beigelegt werden konnte. Die Stammreihe und der heutige Personalbestand dieser Linien konnten bis jetzt noch nicht ermittelt werden. I. Churerlinie. Bürgerrecht zu Chur vor 1471 Bürgermeister von Chur und Haupt des Gotteshausbundes 1556. Geschichtliches. Der Name wird in Chur erstmals genannt in einem Brief von Gerwig von Rotenstein und Oswald von Wolkenstein vom 28. Januar 1471 aus Feldkirch an Burgermeister und Rat zu Chur «der spenn halb, so sich zwischen unserm burger dem Scharner an ainem, und Ulrich Wittenbach am andern tayl halten»; darin wird ein Jos Rinndrer als «des benanten Scharners schwager» bezeichnet. ln den wenigen noch erhaltenen Steuerbüchern des XV. Jahrhunderts aus den Jahren 1481 - 83, 1485 und 1487 - 91 werden angeführt Symon Tscharner oder Tzarner, welcher «in der andern quartt» 1481 4 Pf 5 ß und in den folgenden Jahren bis 1488 die im Vergleich zu andern Steuerzahlern recht hohe Summe von 5 Pf versteuert, welche 1489 - 91 von seinen Erben erhoben wird; ferner Caspar Tscharner 1481 und 1482 und Peter Zscharner 1483 - 1485. Die urkundliche Stammreihe beginnt mit Lucius, geb. um 1481 und vermutlich ein Sohn des obgenannten Simon. Im Jahre 1529 erscheint er als Ratsherr, und 1530 als Seckelmeister und Rechenherr zu Chur - Ämter, welche er kaum erlangt hätte, wenn er nicht ein geborner Burger gewesen wäre. Wie aus dem Briefwechsel Bullingers mit der Churer Geistlichkeit hervorgeht (abgedr. Quellen zur Schweizer Geschichte XXIV, p.13 und 155), war er ein eifriger Anhänger und Förderer der neuen Lehre; durch Zwinglis Vermittlung lernte er auch seine zweite Gemahlin Margaretha von Wattenwyl kennen. Diese zweite Ehe war es, welche ihn mit Bern in nähere Verbindung brachte und wo er sich schliesslich um das Jahr 1535 dauernd niederliess, nachdem er schon 1530 das dortige Bürgerrecht erworben hatte. Lucius Tscharner starb um 1562 in Bern. Gelichzeitig mit ihm lebte in Chur ein anderer Lutzi Tscharner, der in mehreren Urkunden von 1538 -1550 vorkommt. Es ist dies der schon früher angeführte, welcher 1538 das Burgerrecht erwarb; am 7. Februar 1538 wird er ausdrücklich als von Feldis »sesshaft zu Trimons (Trimmis)» bezeichnet. Seine Frau hiess laut Urkunde vom l. März 1550 Salome Schüchi; über ihre Deszendenz ist nichts bekannt. Von seiner ersten Frau - laut Tradition Emeritha von Salis - hinterliess der Seckelmeister Lucius nebst zwei Söhnen Hans und «Werli» mehrere Töchter, von welchen Emeritha den Burgermeister Luzi Heim und Anna den Zunftmeister Willi heirateten. Ueber Werli, welcher merkwürdigerweise in Chur urkundlich nie vorkommt, in einem bernischen Ratsspruch vom 28. Februar 1547 aber ausdrücklich als Oberstzunftmeister und Sohn von Lucius bezeichnet wird, ist nichts näheres bekannt; er dürfte der Vater sein von Daniel Tsch., vermählt mit Anna v. Saluz gest. 1611, Salzmeister 1574, Schätzer 1576, Assessor am Präfektengericht 1577 und gestorben zu Bern 1580. ... II. Bernerlinie. Burgerrecht zu Bern 1530. Grosser Rat 1664. Kleiner Rat 1583. Geschichtliches. Stammvater ist ebenfalls Lucius Tscharner, Ratsherr und Seckelmeister zu Chur 1530. Nach dem Tode seiner ersten Gemahlin hatte er sich in Bern im Sommer 1535 mit Margaretha von Wattenwyl, einer Tochter des bernischen Schultheissen Jakob von Wattenwyl und Klosterfrau in Königsfelden, vermählt. Er scheint sich aber nach dieser Heirat wieder nach Chur begeben und zunächst nur vorübergehend in Bern aufgehalten zu haben, wo er von 1525 an in Urkunden erwähnt wird. Am 7. September 1530 kauft er in Bern um 10‘130 Pf von Anton v. Erlach die Herrschaft Reichenbach mit allen Zubehörden; am Donnerstag nach St. Luzientag (15. Dezember) dieses Jahres legt er aber zu Chur vor dem Burgermeister und Rat seine Rechnung für seine abgelaufene Amtsdauer als Seckelmeister ab. Als Burger von Chur wird er noch bis ums Jahr 1537 bezeichnet; in einer Urkunde vom 17. Dezember 1535 wird er mit seiner Ehefrau Margareth von Wattenwyl »burger daselbs zu Chur und aber der zitt sesshaft in bernerpyett» genannt, so dass seine definitive Übersiedelung in die Aarestadt in den Jahren 1530 - 35, vermutlich bald nach dem Kauf von Reichenbach zu verlegen ist. Allein bis zu seinem um 1562 erfolgten Tode blieb er in Verbindung mit seiner ersten Heimat; auf der Rückreise von Chur nach Bern überbringt er im Sommer 1557 dem Antistes Bullinger in Zürich einen Brief des Churer Pfarrers Joh. Fabricius (Quellen zur schweizer. Gesch. XXIV, p. 13), und am 4. September 1559 berichtet der letztere nach Zürich »Tscharners (d. h. des Bürgermeisters Hans Tsch.) greiser Vater lässt grüssen, qui nunc apud nos est, quem tu dicere possis vere pium, qui animum suum pro evangelio exposuit» (ibid. pag. 155). Von seiner zweiten Gemahlin, welche 1564 testierte und 1568 starb, hinterliess Lucius einen Sohn David und 5 Tochter, nämlich Sara, get. in Bern am 26. Mai 1530, vermählt 1552 mit Hans Bickart, Magdalena, get. 16. November 1535, vermählt 1564 mit Christian Drühorn, Bauherr und Landvogt nach Frienisberg 1571, Agatha, get. 29. Mai 1540, vermählt mit Hans Rudolf Kallenberg und in zweiter Ehe mit Niklaus v. Mülinen, Landvogt nach Nyon 1579 (aus dieser Ehe entstammte der am 11. September 1620 bei Tirano gefallene Venner Niklaus v. M.), Helena, vermählt 1554 mit Hans Rossi, dem Schreiber, und in zweiter Ehe am 16. April 1580 mit Hans zum Kreuz von Murten, und endlich Barbara, welche sich mit Hauptmann Johann Hafner, bischöflicher Meyer zu Biel 1554 verheiratete. David, get. 29. Oktober 1536, gest. 20. Juni 1611, ist der eigentliche Stifter der bernischen Linie. Er gelangte 1564 in den Grossen Rat, wurde 1570 bernischer Landvogt nach Tscherlitz (Echallens), 1583 Landvogt nach Baden, Mitglied des Kleinen Rates und Zeugherr vom Rat - dieses letztere Amt resignierte er jedoch - und 1685 Landvogt nach Yferten. Als tüchtiger Staatsmann wurde er von Bern in der zweiten Hälfte des XVI. und in den ersten Jahren des XVII. Jahrhunderts zu sehr vielen Gesandtschaften und Missionen gebraucht, so 1577 nach Solothurn, 1582 zum Herzog Karl Emanuel von Savoyen, 1592 an den Bischof von Basel, 1603 ins Wallis etc., von 1592 - 1609 war er Vertreter Berns an der Tagsatzung. Seit 1608 erscheint er als Twingherr zu Schönegg bei Burgistein; von seiner Schwester Magdalena Drühorn erbte er um 1600 ansehnlichen Rebbesitz zu Tüscherz, Wingreis, Alfermee und Sutz im bernischen Seeland, welcher sich zum Teil bis ins XVIII. Jahrhundert in seiner Deszendenz fortvererbte. Von seinen drei Frauen Katharina Studer, vermählt 6. Januar 1561, gest. 1566, Barbara Wurstemberger, vermählt 18. März 1588, gest. 1587, und Magdalena von Diesbach, vermählt 16. Dezember 1587, gest. 1596, hinterliess er bei seinem Tode 4 Söhne und 2 Töchter; von diesen letzteren heiratete Margaretha, geb. 1577, Johann Steiger, Freiherrn zu Rolle und nachmals des Kleinen Rates, und Dorothea, geb. 1592, 1611 Hans Rudolf v. Luternau, welchem sie den Hof und Twing zu Schönegg brachte. David, der älteste Sohn, 1563 - 1612, des Grossen Rates 1591, Grossweibel 1603 und Landvogt nach Morsee 1606, hinterliess von Salome Brüggler, vermählt 2. Mai l586, Deszendenz, welche aber mit seinen Enkeln schon in der erstes Hälfte des XVII. Jahrhunderts ausstarb. Der zweite Sohn, Hans Rudolf, 1572 - 1642, des Grossen Rates 1601 und im gleichen Jahr Deutschordensvogt zu Köniz bis zu seinem Ableben, vermählt 14. April 1600 mit Magdalena Brüggler, ist der gemeinsame Stammvater der jetzt lebenden Tscharner in Bern. Johann Jakob, der dritte Sohn 1575 - 1637, des Grossen Rates 1619, Mitherr zu Schönegg, erstmals vermählt am 12. November 1608 mit Afra v. Bonstetten und zum zweiten Mal am 5. November 1610 mit Veronika v. Büren ist durch seine zweite Frau einer Linie, welche erst 1882 mit Rudolf August v. Tscharner, geb. 1804, Präsident des bernischen Burgerrates 1853, Geschschafts- Präsident zu Pfistern 1851 etc. und Gutsbesitzer zu Ittigen ausstarb. Samuel endlich, der jüngste Sohn des Ratsherrn David, 1591 - 1630, des Grossen Rates 1621 und Landvogt nach Chilion 1626, vermählt am 6. Mai 1613 mit Magdalena v. Luternau, ist Stifter der jüngsten Linie der Familie, welche mit seinem Urenkel Beat Jakob, geb. 1679, CC 1718, Gubernator nach Peterlingen 1726, des Kleinen Rates 1741 und Venner zu Pfistern 1746 und 1758, im Jahr 1770 erlosch. Die meisten Mitglieder des namentlich gegen Ende des XVIII. Jahrhunderts ziemlich zahlreichen Geschlechts ergriffen in Bern den Staatsdienst. Im Grossen Rate war die Familie von 1564 - 1798 ununterbrochen, und zwar zeitweise in grösserer Anzahl, vertreten; im Kleinen Rate sass sie seit der zweiten Hälfte des XVII. Jahrhunderts ebenfalls sozusagen ohne Unterbrechung. Sehr viele traten in fremde Kriegsdienste und zwar namentlich in Holland, Sardinien, Frankreich und später in Preussen und Österreich; einer trat in den geistlichen Stand, nämlich Franz Ludwig (von der ausgestorbenen jüngsten Linie) 1681 - 1737, Pfarrer zu Sutz 1711 und von 1734 bis zu seinem Tode Dekan des Nidaukapitels. Besonderer Erwähnung verdienen: Niklaus, 1650 - 1737, diente in seiner Jugend in Frankreich, quittierte daselbst 1690 als Oberstleutnant, des Grossen Rates 1690, Kommandant des Bernerregiments v. Mülinen in Holland 1698, Brigadier in Holland und Landvogt zu Lausanne 1698, Generalmajor und Kommandant in Berg-op-zoom 1704, quittierte 1706, bernischer Kriegsrat und Oberkommandant im Aargau 1707, des Kleinen Rates 1708, Feldoberster der bernischen Truppen bei Bremgarten 1712, Zeugherr 1714 und Venner zu Pfistern 1715, resignierte 1735. Samuel, 1716 - 1800, diente in seiner Jugend in Holland bis 1738, trat in diesem Jahre in sardinische Dienste und wurde daselbst 1760 Oberst, 1771 Brigadier und 1774 Generalleutnant und quittierte 1786 mit dem Grade eines Generals der Infanterie; in Bern war er 1755 in den Grossen Rat gelangt und wurde 1786 Landvogt nach Romainmotier. Niklaus Emanuel, 1727 - 1794, CC 1764, Vogt nach Schenkenberg 1767, Heimlicher und des Kleinen Rates 1789, Teutsch-Seckelmeister 1792, Präsident der ökonomischen und der helvetischen Gesellschaft 1774; er erwarb sich Verdienste für die Hebung der Landwirtschaft und des Schulwesens und ist das Vorbild des «Aruer» in Pestalozzi's Lienhard und Gertrud. Vinzenz Bernhard 1728 - 1778, des vorigen Bruder, CC 1764, Landvogt nach Aubonne 1769, Syndikcator im Tessin 1778, war einer der gebildetsten und geistreichsten Berner seiner Zeit, stand in Verkehr mit Haller, Bodmer, Breitinger, Gessner, Wieland, Rousseau und Klopstock, übersetzte Hallers «Alpen» und einen Teil von Klopstocks «Messias» ins Französische, schrieb eine 3 bändige «Historie der Eidgenossen», die Zeit von 1308 - 1586 umfassend, welche 1756 - 1768 in Zürich in Druck erschien, Verfasser einer auf obrigkeitlichen Auftrag gedruckten Lobrede auf Albrecht v. Haller, Mitbegründer der ökonomischen Gesellschaft etc. Beat Rudolf, 1733 - 1799, ebenfalls ein Bruder der beiden vorigen, Schultheiss im Äussern Stand 1761, CC 1775, Landvogt nach Nidau 1776, Salzdirektor von Burgern 1790, gab 1765 - 1766 ebenfalls eine {zum grössten Teil allerdings aus der Chronik von Michael Stettler geschöpfte) «Historie der Stadt Bern» im Druck heraus, welche den Zeitraum von 1191 - 1630 umfasst. Karl Ludwig Salomon, 1754 - 1841, Professor der Rechtswissenschaften an der bernischen Akademie 1774, CC 1785, Gesandter an den Bischof von Basel 1791 und 1797 an den Kongress zu Rastatt, 1799 auf Befehl des helvetischen Direktoriums als Geisel nach Bitsch deportiert und daselbst 3½ Monate gefangen gehalten, des Grossen Rates 1803, Appellationsrichter 1807 und Oberamtmann nach Frutigen 1816; durch seine Schriften trug er viel zur Abschaffung der Tortur bei. Karl Ludwig, 1787 - 1856, des vorigen Sohn, studierte den Bergbau in Freyberg, Bergrat und Adjunkt des Berghauptmanns 1809, leitete 1810 - 1817 mit Oberst Karl v. Bonstetten den Bau der Sustenstrasse, des Grossen Rates und Oberamtmann nach Burgdorf 1818, Mitglied der Gesetzgebungskommission für das neue Zivilgesetzbuch 1826, Mitglied des Kriegsrats 1829 und Oberst des Artillerieregiments des Kanton Bern 1830, wurde als Mitglied der Siebnerkommission mit seinem Schwager dem Schultheissen Fischer 1840 - 41 auf Thorberg gefangen gehalten. Karl Friedrich 1772 - 1844, diente in seiner Jugend in Frankreich, des Grossen Rates 1803, Appellationsrichter 1807, des Kleinen Rates 1817 und Kanzler der Akademie bis 1819, Präsident der Kommission für den Entwurf des neuen Zivilgesetzbuchs, Präsident des Justiz- und Polizeirates 1820 - 31, Präsident des Verfassungsrates von 1831, Schultheiss der Stadt Bern 1882, 34, 86, 38, 40, 42 und 44 und Präsident der eidgenössischen Tagsatzung; 1836 und 1842. Karl Emanuel 1791 - 1873, in seiner Jugend Hauptmann in der königlich französischen Schweizergarde, des Grossen Rates 1822 - 31, machte sich einen Namen als Künstler und Bildhauer, Schöpfer der Statue des Herzogs Berchtold V. von Zähringen auf der Plattform in Bern und einer von ihm geschenkten Pieta aus Marmor im Berner Münster. Seit dem XIX. Jahrhundert wandten sie sich als Juristen, Ingenieure und Mediziner bürgerlichen Berufen zu und engagierten sich allmählich auch in Handel und Industrie; vereinzelt widmeten sie sich der Kunst, so etwa der Bildhauer Karl Emanuel. Gleichzeitig erweiterte sich ihr Heiratskreis - im Ausland (Norwegen, USA) auf Adels- und reiche Kaufmannsfamilien und in der Schweiz zuerst auf bürgerliche Aufsteiger, dann auf breitere soziale Schichten. Von Grundbesitz der Familie ist anzuführen: Schloss und Herrschaft Reichenbach und die halben Kirchensätze zu Kirchdorf und Kirchlindach 1530 - 1503, Schönegg ca. 1600 - 1637, Bremgarten 1797 - 1811, Kehrsatz 1797-1862; ferner ein Landgut und der halbe Zehnten zu Mattstetten 1600 - 1774, die Höfe Jennershaus am Anfang des XVII. Jahrhunderts, Hofstetten bei Thun 16. - 1687, der Lohn bei Kehrsatz ca. 1700 - 1873, die Wegmühle ca. 1751 - 1789 und wieder 1804 - ca. 1819, Märchligen 1765 - 66, der «Stock» zu Bümpliz ca. 1770 - ca. 1810 und wieder 1817-1855, Hunziken 1799 - 1830, das Bad und die Gipsbrennerei Leissigen um 1800, die Landsitze Bellevue (heutiges Zieglerspital) und Brunnadern (Elfenau) in der zweiten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts, Ittigen 1846 - 1882, Bellerive (Gwatt) bei Thun ca. 1850 - 1880, und endlich vom XVII. Jahrhundert an Rebgüter zu Sutz, Tüscherz, Alfermee, Epsach am Bielersee und solche zu Montagny und Valeyres in der Waadt. Heutiger Grundbesitz: die Schlossgüter Amsoldingen seit 1842 und Rümligen, das Rothausgut seit 1780, die Landgüter Morillon und Waldried bei Bern, ein Gut zu Toffen, mehrere städtische Grundstücke, die Alpen, Mänigen und Schwarzenberg im Diemtigtal und Rämisgummen im Emmental, und die ehemalige Schlossdomäne Talcy (Loir et Cher) in Frankreich. Allianzen schloss die Familie in Bern noch mit den Berseth, v. Bonstetten, Brüggler, v. Büren, Dachselhofer, v. Diesbach, Effinger, v. Erlach, Fellenberg, Fischer, Freudenreich, Frisching, v. Graffenried, Gruner, Güder, Hackbrett, Haller, Hartmann, Herport. Herrenschwand, Huber, Jenner, Imhof, Kirchberger, Lerber, Lombach, v. Luternau, Lüthardt, V Manuel, May, Morlot, v. Mülinen, v. Muralt, Mutach, Risold, Sinner, Steck, Steiger (weisse und schwarze), Stettler, Stürler, v. Tavel, Thormann, Tillier, Tribolet, v. Wattenwyl, Weiss, v. Werdt, Willading, Wurstemberger, Wyss (Lilie) und Zehender , ferner mit den Warnery und Mestral-Vuillerens aus der Waadt, den Thellung, Chemilleret und Scholl von Biel, Dupasquier von Neuenburg, Paravicini von Glarus, Jütz von Schwytz und den Familien Tulleken, de Lange, Challmot du Portail, V. Marselys und v. Verschuer aus Holland, Das Wappen, welches die Tscharner in Bern bis um 1680 führten, war das nämliche, welches sich schon auf den Siegeln ihres Stammvaters Luzius findet, nämlich in blau ein goldenes Hauszeichen; vom Ende des XVI. Jahrhunderts an wurde es meist von einem silbernen Kreuzchen überhöht. Die Helmzier war ein wachsender schwarzer Steinbock, - wohl eine Erinnerung an ihre ursprüngliche Heimat Chur. Gegen Ende des XVII. Jahrhunderts nahm die Bernerlinie das 1558 von Kaiser Ferdinand dem Churer Bürgermeister Hans Tscharner verliehene Wappen mit dem blauen goldgeflügelten Greifen im roten Felde an, welches sie jetzt noch führt. Helmzier der wachsende Greif; Helmdecken links blaugolden und rechts rot- golden. Devise: «Tenebo». Den Junkerntitel führte das Geschlecht in Bern nachweislich schon vor dem Adelsbrief an die Graubündnerlinie, indem Luzius schon 1546 und 1547 in den Ratsmanualen Junker genannt wird; 1651 erhielt es als adelmässiges Geschlecht das Prädikat «edelvest» zuerkannt. Das Adelsprädikat «von» trägt es erst seit Mitte des XIX. Jahrhunderts, nachdem der Junkerntitel ausser Gebrauch kam. Zunftangehörigkeit: Pfistern. Endlich mag noch angeführt werden, dass in Frankreich im XIX. Jahrhundert eine Familie «Adorno de Tscharner» oder «de Tscharner-Adorno» blühte, welche aber mit der hier behandelten in keiner Blutsverwandtschaft steht. Ihr Stifter war Augustin Marquis(?) Adorno, geboren am 11. Juni 1784 zu Strassburg als der Sohn des Marquis(?) Xavier Minetto Adorno und seiner Gemahlin Marie Anne Mangin, welche sich als Witwe mit Karl Tscharner 1750 - 1812 (aus einem ausgestorbenen Ast der zweiten Hauptlinie), Offizier in der niederländischen Schweizergarde bis 1780, vermählte. Dieser letztere, dessen Ehe kinderlos war, adoptierte seinen Stiefsohn - wann ist nicht mehr festzustellen, - welcher sich hernach als Militärarzt unter Napoleon einen Namen machte und 1862 als Ritter der Ehrenlegion in Paris starb. Seine Deszendenz erlosch in dessen im Mannesstamme mit seinem Sohn Antoine Charles Marquis Adorno de Tscharner, welcher als französischer Brigadegeneral und Generalstabschef des 10. Armeekorps in Rennes am 2. September 1908 ohne Kinder verstarb. (vgl. Grande Encyclopedie I, pag. 617 und de Maillol, Dictionnaire historique et heraldique de la noblesse francaise, Tome II, pag. 13, Paris 1897.) Literatur: Leu, Schweizer. Lexikon XVIII, pag. 315, Suppl. VI, pag 108; R. de Steiger, Les generaux bernois, Berne 1864 ; Berner Taschenbücher von 1852 (Tscharner von Schenkenberg), pag. 175 und von 1853; Sammlung bernischer Biographien Bd. I, pag. 189, Bd. II, pag. 401, 407, 528, 530 und Bd. V, pag. 26; v. Mülinen, Prodromus einer schweizer. Historiographie, pag. 167; Neujahrsblatt der literarischen Gesellschaft Bern von 1896: «Vincenz Bernhard Tscharner», von Dr. Gustav Tobler; Neujahrsblatt des historischen Vereins Bern von 1900: «Niklaus Emanuel Tscharner», von Prof. Dr. G. Tobler; «Carl Ludwig Tscharner», Bern bei C. Rätzer 1857 (von Oberst Ludwig Wurstemberger vom Wittigkofen); Schweizer. Künstlerlexikon, Bd. III, pag. 338. (Info: SGB) | TSCHARNER, Stammlinie (I32737)
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| 4388 | V. trat mit zwölf Jahren ins Kloster ein, verzichtete 1459 auf persönl. Besitz und leitete 1476-1509 als Priorin des Dominikanerinnenklosters St. Katharina in St. Gallen. Sie haben die Reform im Sinne der Observanz, unterstützt durch den Lesemeister Johannes Scherl aus dem Reformkloster Eichstätt und gespornt durch Unterweisungen der Priorin des bisherigen Reformklosters St. Katharina in Nürnberg. 1482 beschloss der Konvent die Einführung der Klausur. V. baute die Bibliothek aus und verfasste eine Klosterchronik, die im Kloster St. Katharina in Wil (SG) aufbewahrt wird. V. nahm viele Schwestern auf und entfaltete eine rege Bautätigkeit. Während ihres Priorats erlebte das Kloster seine größte Blütezeit. | VARNBÜHLER, Angela (I9650)
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| 4389 | Vadian sucht Rat in der Auseinandersetzung mit den St. Galler Pfarrern über die Zulässigkeit der Heirat der siebzehnjährigen Rosina Zollikofer, der schwester seines Schwiegersohns Laurenz Zollikofer, mit Ludwig Hagen (Vogtkind), die er angesichts der Verwandschaft dritten Grades ablehnte, während die St. Galler Pfarrer, die sich auf die biblischen vorschriften stützten, darin kein Ehehindernis erblickten. Vadian begründetet den Vorrang mit der weltlichen Gesetzte vor den biblischen vorschriften mit der Verpflichtung der christlichen Obrigkeit, bei Minderjährigen ohne elterlichen Schutz fürsorglich zu handeln, die Vermögensverhältnisse nicht ausser Acht zu lassen und eine nur " umb des schnöden guts willen" eingeleitete ehe zu verhindern. Buch Vadian S. 310 von Rudolf Gamper | ZOLLIKOFER (VON ALTENKLINGEN), Rosa (I2498)
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| 4390 | Valentinianische Dynastie Die Valentinianische Dynastie war eine römische Herrscherdynastie, die von Valentinian I. im Jahr 364 begründet wurde. Im Westen ging sie mit Valentinian II. unter, im Osten bereits mit Valens. Die Dynastie wurde von der theodosianischen Dynastie beerbt (im Osten nach dem Tod des Valens, im Westen nach dem Tod Valentinians II.). Der Begründer der theodosianischen Dynastie, Theodosius I., war in zweiter Ehe mit Galla, einer Tochter Valentinians I., verheiratet. Aus dieser Ehe ging eine Tochter namens Galla Placidia hervor. Insbesondere in der angelsächsischen Forschung werden daher teils auch beide Familien zur valentinianisch-theodosianischen Dynastie zusammengefasst. So war Kaiser Valentinian III., der Sohn der Galla Placidia, nicht nur der Enkel von Theodosius I., sondern auch der Urenkel von Valentinian I. Über Constantia, die Tochter Constantius’ II. und Frau Gratians, war die Familie außerdem mit der konstantinischen Dynastie verbunden, die ihr voranging. Kaiser der valentinianischen Dynastie Valentinian I., im Westen (364–375) Valens, im Osten (364–378) Gratian, im Westen (375–383; Mitkaiser seit 367) Valentinian II., im Westen (375–392) Aufstieg Valentinians Vater Gratian hatte eine erfolgreiche Karriere in der Armee gemacht und war bis zum comes aufgestiegen. Valentinian selbst trat früh in die römische Armee ein, wurde um 360 Tribun der scutarii und begleitete Kaiser Julian nach Antiochia in Syrien. Er behielt seinen Posten, obwohl er sich unter dem heidnischen Herrscher weiterhin offen zum Christentum bekannte.[1] Julian fiel 363 während eines Feldzugs gegen das Sassanidenreich, und nach dem überraschenden Tod seines Nachfolgers Jovian wurde Valentinian von den Truppen zum Kaiser ausgerufen (26. Februar 364). Er verstieß seine erste Frau Marina Severa, die Mutter seines ältesten Sohnes Gratian, und heiratete Justina, welche ihm einen zweiten Sohn schenkte, Valentinian II. Herrschaft Solidus Valentinians I. Büste eines römischen Kaisers, vermutlich Valentinians I. oder seines Bruders Valens, in der Ny Carlsberg Glyptotek Valentinian residierte zunächst in Mailand, dann in Paris und später vor allem in Trier. Vier Wochen nach seinem Regierungsantritt ernannte er in Naissus auf Drängen des Heeres einen Mitkaiser (Augustus), nämlich seinen Bruder Valens, dem er den Ostteil des Imperiums übergab, allerdings ohne das Illyricum und Griechenland. Das letzte Wort behielt sich Valentinian als senior Augustus ohnehin vor; dennoch gilt dieses Arrangement rückblickend als eine wichtige Vorstufe für die sogenannte Reichsteilung von 395. Valens, der seinen Bruder danach nie wieder traf, wurde vor allem mit der Abwehr der persischen Sassaniden beauftragt, mit denen Jovian zwar 363 einen Frieden geschlossen hatte, mit denen aber vor allem in Armenien nach wie vor große Spannungen bestanden. Die Usurpation des Procopius, eines entfernten Verwandten Julians, konnte wenig später niedergeschlagen werden. Obwohl Valentinian Christ war, kehrte er nicht zur aggressiven Christianisierungspolitik zurück, die vor allem Julians Vorgänger Constantius II. betrieben hatte, sondern gestattete faktisch eine weitgehende Religionsfreiheit. Eine Ausnahme bestand insoweit, als er das Edikt gegen die Manichäer aus den Zeiten Diokletians[2] in abgeschwächter Form wieder aufleben ließ, indem er 372 dekretierte, dass die Manichäer als Unehrenhafte zu vertreiben waren. Überliefert ist das Reskript im Codex Theodosianus.[3] Kampf gegen die Germanen Die inneren Wirren und Bürgerkriege, die das Römische Reich seit etwa 350 durchlebt hatte, hatten zu einer massiven Vernachlässigung der Grenzverteidigung geführt. Dies war von plündernden Kriegergruppen ausgenutzt worden. 365 eilte Valentinian daher nach Gallien, um die dort eingedrungenen Alamannen und Burgunden zu vertreiben. Valentinians gesamte Regierungszeit sollte von Abwehrkämpfen gegen die germanischen Krieger an Rhein und Donau geprägt sein. Alamannen wurden bei Charpeigne und Châlons-sur-Marne besiegt, eroberten jedoch 367 Mogontiacum. Kurz darauf siegte Valentinian in der Schlacht bei Solicinium (möglicherweise bei Sulz am Neckar), allerdings nur unter schweren Verlusten. Auch über die Franken errang Valentinian 366 einen Sieg. Der Kaiser kombinierte eine traditionelle offensive Strategie, bei der römische Truppen aggressiv in feindliches Gebiet vordrangen und es verwüsteten, mit defensiven Maßnahmen. Er verstärkte die Grenzfestungen an Rhein und Donau (siehe Donau-Iller-Rhein-Limes) und im Balkanraum, was nachhaltige Wirkung haben sollte, wenngleich an eine wirkliche Verteidigung der langen Grenzen aus logistischen Gründen nicht zu denken war. Die Grenzverteidigungsstrategie Valentinians war ansonsten aber, wie gesagt, auf eine „Vorwärtsstrategie“ und auf Abschreckung ausgerichtet: Möglichst sollten die Feinde im eigenen Gebiet geschlagen werden, bevor sie das Imperium erreichen konnten, und die römischen Truppen sollten soviel Furcht verbreiten, dass Plünderer abgeschreckt wurden. Hinsichtlich der Zurückdrängung der alamannischen Krieger, die nur unter Aufbietung aller Kräfte möglich war, kam dem Kaiser zugute, dass diese über keine zentrale Führung verfügten und oft sogar dem Kaiser ihre Dienste als foederati anboten. Insgesamt gelang Valentinian eine Stabilisierung der Rheingrenze, die bis zum Rheinübergang von 406 anhielt, als sich die Lage im Nordwesten zu Ungunsten Roms wendete. Kämpfe in Britannien und Africa 367 ernannte der zeitweilig schwer erkrankte Valentinian seinen ältesten Sohn Gratian zum Mitkaiser im Westen. Der Kaiser stützte sich jedoch nicht nur auf Familienmitglieder wie Valens und Gratian: Valentinians bester General war ein Hispanier mit Namen Flavius Theodosius, der Vater des späteren Kaisers Theodosius I. Ihm gelang es, die Überfälle der Pikten und Skoten in Britannien zu unterbinden und wieder Ruhe auf der Insel herzustellen; zudem reorganisierte er die örtliche Zivil- und Militärverwaltung. Bald darauf ging Flavius Theodosius auch erfolgreich gegen die Alamannen vor. Von Bedeutung war daneben der germanische Heermeister Flavius Merobaudes, der später maßgeblich an der Ausrufung von Valentinians Sohn Valentinian II. zum Kaiser beteiligt war. Als schließlich 372 in Africa eine Rebellion unter Führung des Firmus ausbrach, schlug Flavius Theodosius auch diese nieder. Der Aufstand war jedoch sicherlich ein Warnsignal für Valentinian, denn auch römische Truppen hatten sich den Aufständischen angeschlossen. Die Provinz hatte seit längerer Zeit mit Überfällen von Stämmen wie den Austorianern zu kämpfen; Valentinian hatte nicht die Mittel oder die Zeit gehabt, sich vorher um diese ökonomisch sehr wichtige Provinz zu kümmern, da seine ganze Aufmerksamkeit der Rheingrenze galt. Tod und Nachfolge Valentinian besetzte Gebiete der verbündeten Quaden und Sarmaten und trieb dort den Ausbau von Militärbasen – insbesondere der Großfestung Göd-Bócsaújtelep – voran,[4] was durch die Mitschuld seines Oberbefehlshabers in der Provinz Valeria, dem Dux Marcellianus,[5] letztendlich zum Krieg von 374 führte. Ab Juni 374 griff Valentinian persönlich in die Kämpfe der über die Donau nach Pannonien vorstoßenden Quaden und Sarmaten ein. Zwar konnten die Römer einen großen Sieg erringen, doch der Limes Sarmatiae, dessen Erbauung schon die Vorgänger Valentinians vorangetrieben hatten, wurde aufgegeben. Damit kam es auch zum vorzeitigen Ende des Bauvorhabens in Göd-Bócsaújtelep.[6] Valentinian hatte sein Hauptquartier im Legionslager Brigetio (heute Komárom-Szőny) aufgeschlagen, wo er während der Friedensverhandlungen mit den Quaden starb. Todesursache war vermutlich ein Schlaganfall, der von einem heftigen Wutausbruch des Kaisers ausgelöst wurde. Man sagte, dass das unverschämte Verhalten germanischer Unterhändler den Schlaganfall ausgelöst habe; diese hätten behauptet, der Bau des kaiserlichen Außenpostens auf ihrer Uferseite sei Grund genug für sie gewesen, die Römer anzugreifen. Über diese Aussage soll der Kaiser derart in Zorn geraten sein, dass er kollabierte. Beweisbar ist diese Vermutung jedoch nicht und als Todesursache kommt auch eine Infektionskrankheit in Frage.[7] Valentinian starb am 17. November 375 nach mehrstündigem Todeskampf. Sein Leichnam wurde nach Konstantinopel gebracht und dort beigesetzt.[8] Die von Valentinian begründete Dynastie sollte im Westen bis zum Tod seines Sohnes Valentinian II. im Jahre 392, im Osten bis zum Tode seines Bruders Valens in der Schlacht von Adrianopel 378 andauern. Im weiteren Sinne bestand die Herrschaft seiner Nachkommen sogar bis 455 fort: Kaiser Theodosius I., der Sohn des Flavius Theodosius, heiratete in zweiter Ehe Valentinians Tochter Galla und begründete damit die letzte Dynastie im Westen des Imperiums, die mitunter auch als valentinianisch-theodosianische Dynastie bezeichnet wird. Denn aus der Ehe zwischen Theodosius und Galla ging die Tochter Galla Placidia hervor, welche die Halbschwester der Kaiser Arcadius und Honorius (395 bis 423), Gattin des Kaisers Constantius III. und Mutter des Kaisers Valentinian III. (425 bis 455), eines Urenkels Valentinians I., war. Der kurzzeitige Kaiser Olybrius (472) war mit einer Tochter Valentinians III. verheiratet, und der Vandalenkönig Hilderich (523 bis 530) war ein Ur-Ur-Urenkel Valentinians I. Bewertung Gedenkstein an der Basilica di Santo Stefano Maggiore in Mailand in Erinnerung an vier Höflinge, die auf Befehl Valentinians I. im Jahr 367 hingerichtet wurden; sie werden in Mailand als Märtyrer verehrt. In den Quellen (vor allem Ammianus Marcellinus und Zosimos) wurde Valentinians Kompetenz als hoch eingeschätzt; dem folgt die moderne Forschung in weiten Teilen. Besonders im militärischen Bereich erreichte Valentinian Beachtliches, vor allem angesichts der Lage des Imperiums nach der Regierungszeit Julians und Jovians, die von der Katastrophe des gescheiterten Perserkriegs überschattet gewesen war. Valentinian stabilisierte die Rheingrenze und errang mehrere Siege über die Germanen. Valentinians Charakter soll oft harte Züge offenbart haben, zumal er eine eher geringe Bildung genossen hatte; dennoch soll er sich durchaus für Kultur interessiert haben (siehe auch Ausonius). Innenpolitisch hatte er zum Senat von Rom, in dem die Anhänger der traditionellen Kulte noch die Mehrheit stellten und die von den 369 bis 371 durchgeführten „Magieprozessen“ stark betroffen waren,[9] ein eher schlechtes Verhältnis. Er mischte sich aber grundsätzlich kaum in religiöse Fragen ein und scheint, wie erwähnt, tolerant gegenüber dem Heidentum gewesen zu sein. | (VALENTINIANISCHE DYNASTIE), Valentinian I. (I47201)
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| 4391 | Vasall des Erzbistums Reims; 971-986 urkundlich bezeugt: Stammvaterder Lothringer. comes Metensis = was nach Ahnentafel Rübel-Blass, Tafel 269, nicht Grafvon Metz sein soll. | VON MATFRIEDE \METZ, Graf Graf Richard (I11235)
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| 4392 | Vater des Johann Happel: a.) Johann heinrich happel, Gstwirt in Heidelberg, seit 02.11.1695 Bürger in Weinheim und gstwirt ´zun Vierhof`(heute Commerzbnk, Hauptstraße 63 und Mutter Anna Maria N.N. b.) hans Velten happel, Küfer in Weinheim und Mutter Anna Maria N.N,. | HAPPEL, Johannes (I21083)
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| 4393 | Vater des Stifters Balthasar Käufflin | KÄUFFLIN, Hans (I2076)
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| 4394 | Vater ist evtl. Kaspar Rietmann, dessen einer Sohn Konrad 1537 Bürger der Stadt St.Gallen wurde und der 1542 Wibrath Brotbeck in St.Gallen heiratete. ein Johann Georg Rietmann aus Bischofszell, hatte im Jahre 1575 das Schaffhauser Bürgerrecht und die Mitgliedschaft in der Gesellschaft zun Kaufleuten erworben und war damit zum Begründer und Ahnherrn dieser angesehenen Linie geworden, welche allerdings nur gerade knapp zweihundert Jahre Bestand haben sollte. | RIETMANN, Georg (I28920)
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| 4395 | Väterlicherseits entstammte er der weit verzweigten Familie Montmorency, weshalb er auch Bouchard de Montmorency-Marly genannt wird. Sein Vater fiel 1204 bei der Eroberung von Konstantinopel während des vierten Kreuzzuges, worauf Bouchard die Burg und Herrschaft von Marly erbte. Bouchard nahm am Albigenserkreuzzug in die südfranzösische Region Languedoc teil. Nach der Einnahme von Carcassonne, 1209, belagerte er die drei Burgen von Lastours, geriet dabei aber in die Gefangenschaft ihres Verteidigers, Pierre Roger de Cabaret. Erst nach zwei Jahren wurde Bouchard freigelassen und bekam die Burgen ausgehändigt, nachdem er in den Kapitulationsverhandlungen zu Zugeständnissen an den Gegner bereit war. 1211 kämpfte er vor Toulouse und Castelnaudary und wurde vom Anführer des Kreuzzugs, Simon IV. de Montfort, mit der Burg Saissac belehnt. Am 12. September 1213 war er ein Truppenführer in der siegreichen Schlacht bei Muret. Bouchard schien eine dauerhafte Niederlassung im Languedoc ins Auge gefasst zu haben, denn er verheiratete seine Schwester mit dem Vizegrafen Aimery III. von Narbonne. Der Tod Simon de Montforts 1218 vor Toulouse ließ die Herrschaft der Kreuzfahrer aber binnen weniger Jahre zusammenbrechen. Danach setzte sich Bouchard bei König Ludwig VIII. von Frankreich für die Durchführung eines neuen Kreuzzuges ein, der 1225 auch beschlossen wurde. Bouchard zog 1226 mit dem Heer unter Führung des Königs erneut in den Süden. Bei der Belagerung von Avignon erkrankte er an einer um sich greifenden Ruhr und starb daran. Er wurde in Port Royal des Champs bestattet. | DE MARLY, Bouchard I. (I41529)
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| 4396 | Väterlicherseits entstammte Viridis dem ghibellinisch, also kaiserlich gesinntem Adelsgeschlecht der Visconti. Sie waren ein lombardisches Adelsgeschlecht, das um 1277 die Herrschaft über Mailand gewann. Gian Galeazzo Visconti (1351–1402) wurde von König Wenzel zum Herzog von Mailand gemacht. Mütterlicherseits entstammte Viridis der ebenfalls kaiserlich gesinnten adligen Familie der Scaliger (Scaligeri, della Scala, deutsch oft auch Skaliger); sie waren Herren von Verona von 1260 bis 1387. Die Brüder Alberto II. und Mastino II., letzterer Großvater der Viridis, galten als die reichsten und mächtigsten Fürsten ihrer Generation in Italien. Mitregentschaft aber auch Verwandten- und Brudermord waren innerhalb des Geschlechts im Kampf um die Macht üblich. | VISCONTI, Viridis (I1509)
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| 4397 | Velga Adelsfam. von Freiburg. Über die ältere Fam. V., die mit Jean um 1306 ausstarb, ist wenig bekannt. Jeans Erbtochter Aline heiratete Peter von Düdingen aus dem jüngeren Zweig der Herren von Düdingen und brachte den umfangreichen Familienbesitz zwischen Saane und Sense in die Ehe ein. Ihre Nachkommen übernahmen dann Namen und Wappen der V. Angefangen mit Wilhelm dem Älteren, 1353-63 und 1378-79 Schultheiss, bekleideten zahlreiche Mitglieder der Fam. bis zu ihrem Aussterben führende Ämter in Freiburg. Häufig traten sie bei diplomat. Missionen und als Truppenführer auf, so Hensli (->), Wilhelm (->), Jakob (->) und Wilhelm. Ferner hatten sie die Klostervogtei über das Augustinerkloster in Freiburg inne, wo sich auch ihre Grabkapelle befand. Sie verfügten über umfangreichen Besitz im Sensebezirk und ehem. Lehen der ausgestorbenen Fam. von Maggenberg. Heiratsverbindungen bestanden zu den wichtigsten Freiburger Fam., v.a. den Praroman, ebenso zu Solothurner Fam. und zum Waadtländer Kleinadel. Ins Berner Oberland bestanden Verbindungen mit der dortigen Linie der Raron, aber erst gegen Ende des 15. Jh. mit Stadtberner Familien Das Geschlecht starb 1511 mit Wilhelm, 1509-11 Freiburger Bürgermeister, dem Neffen Wilhelms (->), in männl. Linie aus. Seine Tochter Dorothee brachte ihren grossen Besitz in die Ehe mit Hans Rudolf von Erlach ein, so dass das Ehepaar zu den reichsten Bürgern Berns seiner Zeit zählte. Zahlreiche V.-Urkunden befinden sich deshalb im Staatsarchiv Bern. | VON DÜDINGEN, Konrad (I42064)
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| 4398 | Venner 1334, Ratsherr 1352 Bannerträger bei Laupen 1339 --> Venner 1334 in Bern, Bern, BE, CHE --> Bannerträger bei Laupen 1339 --> Grossrat 1352 in Bern, Bern, BE, CHE Eingebürgert | VON MUHLERN, Rudolf (I30403)
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| 4399 | Verdankt es nach dem Morde 1308 an König Albrecht I. von Habsburg nur der Fürsprache Ulrichs von Thorberg, dass seine Herrschaft – als Onkel Rudolfs von Balm – unbehelligt blieb (Jufer 1994: 146-147). Geht 1337 ein Schutzbündnis mit Bern ein (Schwennicke 1992: 120). Todesdatum eventuell auch 10. Februar 1369 (Schwennicke 1992: 120). | VON BRANDIS, Thüring II. (I10675)
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| 4400 | Verena und Johann II. hatten einen Sohn und eine Tochter. | VON HABSBURG (VON LAUFENBURG), Graf Graf Johann II. (I11174)
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