Strauss Genealogie


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501 Ab 1405 zünftig bei der Gesellschaft zu Mittellöwen, war die Fam. B. vom ausgehenden 14. Jh. an eines der führenden nichtadligen Geschlechter Berns. Der wachsende Wohlstand ist ersichtlich aus den sog. Tellbüchern (Steuerbücher) von 1389, 1448 und 1458. Peter ( um 1437) verband sein Geschlecht durch die Ehe mit Margaretha von Diesbach, Schwester des Niklaus (1430-75), mit einer der älteren adligen Fam. Berns. Er wirkte als Fernkaufmann, später als Teilhaber der Diesbach-Watt-Gesellschaft u.a. in Nürnberg und Eger (Böhmen). Die Nachkommen traten immer mehr in den Dienst der Stadt. Ihr gesellschaftl. Anspruch manifestierte sich in Spenden für die B.-Kapelle (St. Jodokuskapelle) und der Schlusssteine im Gewölbe des südl. Seitenschiffs der Stiftskirche St. Vinzenz. Peter ( 1469) und Ludwig waren Venner in der Gesellschaft zu Gerbern, nannten sich "Junker", zählten aber im Twingherrenstreit nicht zum Kreis des bern. Adels. Mitglieder aller fünf ersten Generationen bekleideten Ratsherren-, Landvogtei- und Vennerstellen. Ein Zweig erlosch mit dem Tod Urbans 1513 auf dem Schlachtfeld von Novara. 1587 verlieh Ks. Rudolf II. der Fam. das Adelsdiplom. Ab der 2. Hälfte des 15. Jh. wurden Sulpitius der Jüngere ( 1500) und dessen Nachkommen, u.a. durch eine Eheschliessung mit Beatrix von Erlach, Herren zu Hindelbank und Mattstetten. Die zweite Linie übernahm durch die Ehe Ludwigs (1543-1602) mit der Schultheissentochter Salome Nägeli die Herrschaftsrechte zu Bremgarten (BE). Trotz zahlenmässig nicht unbedeutender Deszendenz starb die Fam. mit dem Grossrat und Besitzer des Jennergutes am Gurten, Christoph, 1630 aus. (Q: HLS)

weiterführende Information: Wiki 
BBRÜGGLER, Stammlinie (I10665)
 
502 Ab 1507 Vertreter der Gerberzunft im Gr. Rat, 1513-47 Zunftmeister, 1526-28 Obristmeister in Zürich. 1525 Salzhausschreiber, 1540 Stiftsschreiber. 1515-45 Vogt von Bülach. K. war ein Anhänger Huldrych Zwinglis und der Reformation. Er soll die verfeindeten Parteien gegeneinander aufgehetzt haben und war ein Gegner des 1. Landfriedens. Als Erster seiner Fam. schaffte K. den Aufstieg in Zürichs Führungsspitze.


Literatur
– W. Jacob, Polit. Führungsschicht und Reformation, 1970, 197-199

Autorin/Autor: Martin Lassner ; Zunftmeister 1513, Salzhausschreiber 1525, Obristmeister 1528, Stiftskramerer 1540 
KAMBLI, Hans Ulrich (I2030)
 
503 Ab 1536 Druckergemeinschaft mit Thomas Platter, Johann Oporinus und Ruprecht Winter. Auch Balthasar Lasius RAUCH, Balthasar (I39484)
 
504 Ab 1605 Vertreter der Meisenzunft im Gr. Rat, 1610 Obmann des Almosenamtes, 1618-21 Zunftmeister, 1622-28 Landvogt von Kyburg, 1628-47 Ratsherr, 1637 Seckelmeister. In seine Zeit als Zürcher Bauherr 1619-22 und 1632-36 fällt die Planung der Stadtbefestigung von Johann Ardüser und Hans Georg Werdmüller. MÜLLER, Hans Heinrich (I6570)
 
505 ab 1670 Mutter von zehn Kindern VOM BERGHE, Agnes (I713)
 
506 Ab 1725, nach dem Tod ihres Ehemanns, lebte die Witwe in Lingen. DANKELMANN, von von Anna (Agnes) Margarethe (I947)
 
507 Abendmahl in Boxberg am 7.4.1697 (13 Jahre alt). SCHOBINGER, Erhard Bartholomäus (I6378)
 
508 Abendmahl in Heidelberg (Heiliggeistkirche) am 7.10.1708 (13 Jahre). Tod lt. KB Heiliggeistkirche: verehelichte NN Schaaf, alt 52 Jahre. HILLER\HÜLLER, Eva Katharina (I10152)
 
509 Abendmahl in Heidelberg (Heiliggeistkirche) zu Pfingsten 1721 (15 Jahre). Nadler (1704, 1721) in Heidelberg. KELLER, Samuel (I601)
 
510 Abraham Wirths wollte seine Tochter ANNA CHRISTINE mit einem reichen Nachbarsbauern zwangsverheiraten, nachdem seine anderen Töchter CATHARINA (wurde geisteskrank) und GRETEN (suchte den Tod im Brunnen) eine Heirat verweigerten.
Er söhnte sich später mit Tochter ANNA CHRSITNE aus. 
WIRTHS, Abraham (I465)
 
511 Absicht oder Zufall? Bei der Würdigung seines Vorfahren FRIEDRICH VON HINWIL passierte HANS VON HINWIL ein bemerkenswertes Missgeschick. Ist ANNA VON BONSTETTEN tatsächlich die Frau von FRIEDRICH, so war die angeblich zweite Gattin BEATRIX VON WILBERG in Tat und Wahrheit mit dem gleichnamigen Urenkel von FRIEDRICH verheiratet.
Bild aus: Familienbuch des HANS VON HINWIL von 1541
Zitat aus: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/020421/2013-04-02/
von Wilberg
Autorin/Autor: Martin Leonhard
Ostschweizer Ritteradel des 13.-15. Jh. im Dienst des Klosters St. Gallen und später auch der habsburg.-österr. Landesherrschaft, ab 1228 im Toggenburg belegt. Der Besitz der W. konzentrierte sich um Gündisau mit der Burg, den Vogteirechten und der Kollatur von Wildberg sowie auf weitere österr. Lehen in der Umgebung.
Ab ca. 1320 sass ein Zweig auf der Burg Tössegg. Von dort übersiedelte JOHANNES um 1360 nach Rapperswil (SG). Nach 1400 zog HEINRICH (ab 1405 erw., ​vor 1439) nach Aarau und liquidierte den alten Besitz. Seine Tochter BEATRIX starb vor 1495 in Winterthur als letzte Angehörige der Familie. Ob die ab ca. 1250 im Zürcher Oberland gesicherten W. mit dieser Fam. verwandt waren, ist nicht geklärt. 
VON WILBERG, Beatrix (I3825)
 
512 Abstammung und frühes Leben
Adelheid von Löwen wurde als älteste Tochter von Gottfried I. dem Bärtigen, Herzog von Niederlothringen, Graf von Löwen sowie Landgraf von Brabant, und dessen erster Gemahlin Ida von Namur, in Löwen geboren. Sie stammte damit väterlicher- und mütterlicherseits von Karl dem Großen ab. Ihr Vater war ein Verbündeter des Kaisers Heinrich V. Adelheids Geburtsjahr ist nicht überliefert, sondern wird auf etwa 1103 geschätzt, da sie von den Quellen zum Zeitpunkt ihrer Heirat mit König Heinrich I. von England 1121 als puella (Mädchen) bezeichnet wird und nach 1135 noch sieben Kinder gebar.[3] Zu ihren Geschwistern gehörte u. a. Gottfried II., der seinem Vater 1139 als Graf von Löwen und Landgraf von Brabant folgte. Nach dem übereinstimmenden Zeugnis der Chronisten, u. a. von Heinrich von Huntingdon, war Adelheid, über deren frühe Ausbildung nichts bekannt ist, eine außerordentlich schöne Frau.[4] Die Troubadoure besangen sie als The Fair Maid of Brabant.[5]

Heirat mit Heinrich I. von England
Pläne für Adelsheid Vermählung mit dem verwitweten König Heinrich I. gab es vielleicht bereits vor dem am 25. November 1120 erfolgten Tod von Heinrichs einzigem legitimem Sohn William Ætheling beim Untergang des White Ship. Jedenfalls beschleunigte Heinrichs nunmehriger Bedarf, einen neuen männlichen Erben zu produzieren, dieses Heiratsprojekt. Laut dem englischen Historiker und Theologen Eadmer waren Heinrichs Ratgeber überzeugt, dass sich Adelheid nicht nur wegen ihrer Attraktivität, sondern auch wegen ihrer Moral und ihres Charakters der ihr zugedachten Rolle einer englischen Königin als würdig erweisen werde.[3] Möglicherweise war Heinrichs einzige noch lebende Tochter aus seiner ersten Ehe, Matilda, an der Anbahnung seiner zweiten Heirat beteiligt, da sie zu dieser Zeit mit ihrem Vater in enger Verbindung stand.[6] Die Heirat des etwa 52-jährigen Königs Heinrich I. mit der ungefähr 18-jährigen Adelheid fand am 24. Januar 1121 in Windsor Castle statt.[3]

Englische Königin
Die junge Königin begleitete ihren Gemahl in der Folge anscheinend häufig auf dessen Reisen – so etwa 1125, 1129 und wahrscheinlich auch 1131 in die Normandie –, wohl um die Chancen zur Zeugung eines Kindes zu erhöhen.[7] Trotz dieses Umstands und der zweifellos gegebenen Zeugungsfähigkeit beider Ehepartner blieb die fast 15 Jahre andauernde Ehe kinderlos. Hildebert von Lavardin, Bischof von Le Mans, tröstete Adelheid deswegen in einem brieflichen Schreiben.[8]

Im Gegensatz zu Edith von Schottland, der ersten Gattin Heinrichs I., trat Adelheid politisch sehr selten in Erscheinung. Sie beglaubigte nur wenige Urkunden ihres Gemahls, spielte keine Rolle im Beratungsgremium des Königs und fungierte nie als Regentin. Als Morgengabe erhielt sie ausgedehnte, von ihr verwaltete Güter, u. a. die Grafschaft Shropshire sowie Queenhithe in London. Auch verfügte sie über einen eigenen Haushalt, wobei einige Mitglieder ihres Personals aus Lothringen mitgekommen waren. Ihre beiden ersten Kanzler stiegen in den Rang hoher Prälaten auf: Godfrey wurde 1123 Bischof von Bath und Simon 1125 Bischof von Worcester.[3] Ihrem Bruder Joscelin von Löwen übereignete sie ein großes Landgut, Petworth, in Sussex, das von dem ihr gehörigen Arundel Castle abhängig war.[9]

Adelheid war kulturell gebildet, zeigte eine besondere Vorliebe für Literatur und tat sich am englischen Hof als Patronin französischer Lyrik hervor. So förderte sie den anglonormannischen Dichter Philippe de Thaon, der ihr sein aus dem Lateinischen übersetztes Bestiaire (Bestiarium) widmete. Geoffroy Gaimar deutet an, dass sie den Poeten David mit der Abfassung einer heute verlorenen Biographie über Heinrichs Leben in Gedichtform beauftragte.[3] 
VON LÖWEN, Adelheid (I40552)
 
513 Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 269 Amtsgericht Heidelberg (mit Vorprovenienzen) Nr. 781 1777-1820
Verlassenschaft des Hencking, Johann Heinrich, Hofapotheker und Medizinal Assessor in Heidelberg, und dessen Ehefrau Hencking, Christina Louisa geb. Walsdorf, und Vormundschaftsrechnungen der Hecking'sche Kinder:
Hencking, Carl, 23 Jahre alt; Hencking,
Ferdinand, 21 Jahre alt; Hencking, Ludwig, 16 Jahre alt;
Maria Elisabetha (Lisette) Johanna, geb. 21.12.1791 in Heidelberg; Hencking,
Heinrich, 5 Jahre alt, vertreten durch den Vormund Hencking,
Ferdinand, Hofapotheker (Bruder des Verstorbenen und Vormund der Ehefrau Hencking, Katharina geb. Schere)

https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/KFDCDCRQLDCKK37252DHP5SBDHVAUZSB


http://www.hfls.ch/humo-gen/family/1/F126851?main_person=I355430

https://www.geni.com/people/Heinrich-Henking/6000000010838173742 
HENKING, Carl Heinrich Ferdinand (I117)
 
514 Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 269 Amtsgericht Heidelberg (mit Vorprovenienzen) Nr. 781 1777-1820
Verlassenschaft des Hencking, Johann Heinrich, Hofapotheker und Medizinal Assessor in Heidelberg, und dessen Ehefrau Hencking, Christina Louisa geb. Walsdorf, und Vormundschaftsrechnungen der Hecking'sche Kinder:
Hencking, Carl, 23 Jahre alt; Hencking,
Ferdinand, 21 Jahre alt; Hencking, Ludwig, 16 Jahre alt;
Maria Elisabetha (Lisette) Johanna, geb. 21.12.1791 in Heidelberg; Hencking,
Heinrich, 5 Jahre alt, vertreten durch den Vormund Hencking,
Ferdinand, Hofapotheker (Bruder des Verstorbenen und Vormund der Ehefrau Hencking, Katharina geb. Schere)

https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/KFDCDCRQLDCKK37252DHP5SBDHVAUZSB 
HEN(K)ING, Johann Heinrich (I248)
 
515 Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 269 Amtsgericht Heidelberg (mit Vorprovenienzen) Nr. 781 1777-1820
Verlassenschaft des Hencking, Johann Heinrich, Hofapotheker und Medizinal Assessor in Heidelberg, und dessen Ehefrau Hencking, Christina Louisa geb. Walsdorf, und Vormundschaftsrechnungen der Hecking'sche Kinder:
Hencking, Carl, 23 Jahre alt; Hencking,
Ferdinand, 21 Jahre alt; Hencking, Ludwig, 16 Jahre alt;
Maria Elisabetha (Lisette) Johanna, geb. 21.12.1791 in Heidelberg; Hencking,
Heinrich, 5 Jahre alt, vertreten durch den Vormund Hencking,
Ferdinand, Hofapotheker (Bruder des Verstorbenen und Vormund der Ehefrau Hencking, Katharina geb. Schere)

https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/KFDCDCRQLDCKK37252DHP5SBDHVAUZSB 
HENKING, Ludwig Jacob (I257)
 
516 Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 269 Amtsgericht Heidelberg (mit Vorprovenienzen) Nr. 781 1777-1820
Verlassenschaft des Hencking, Johann Heinrich, Hofapotheker und Medizinal Assessor in Heidelberg, und dessen Ehefrau Hencking, Christina Louisa geb. Walsdorf, und Vormundschaftsrechnungen der Hecking'sche Kinder:
Hencking, Carl, 23 Jahre alt; Hencking,
Ferdinand, 21 Jahre alt; Hencking, Ludwig, 16 Jahre alt;
Maria Elisabetha (Lisette) Johanna, geb. 21.12.1791 in Heidelberg; Hencking,
Heinrich, 5 Jahre alt, vertreten durch den Vormund Hencking,
Ferdinand, Hofapotheker (Bruder des Verstorbenen und Vormund der Ehefrau Hencking, Katharina geb. Schere)

https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/KFDCDCRQLDCKK37252DHP5SBDHVAUZSB 
HENKING, Maria Elisabeth Johanna ´Lisette` (I260)
 
517 Abte von Einsiedeln von bis
Heiliger Eberhard 934 958
Seliger Thietland 958 964
Seliger Gregor 964 996
Wirunt 996 1026
Embrich 1026 1051
Hermann I. 1051 1065
Heinrich I. 1065 1070
Seliger von Wolhusen 1070 1090
Rudolf I. 1090 1101
Gero 1101 1122
Wernher I. 1122 1142
Rudolf II. 1142 1171
Wernher II. von Toggenburg 1173 1192
Ulrich I. von Rapperswil 1192 1206
Bertold von Waldsee 1206 1213
Konrad I. von Thun 1213 1233
Anselm von Schwanden 1233 1266  
N., N. (I23778)
 
518 Achermann in Weinheim; Bürgerannahme: 16.02.1775 (HBB 1/24

siehe
Stammfolge Metz 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Metz 2. Generation Blatt 2/2, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Metz 3. Generation
Blatt 3/1 (Hans Michael Metz) und, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Metz 4. Generation
2. Anna Elisabeth Metz heiratet Johann Stephan Metz siehe
Blatt 3/6
6. Johann Georg Metz Blatt 4/1 , Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

5 Generation:
1. Johann Georg Metz siehe Blatt 5/1

 
METZ, Johann Georg ´der Junge` (I43263)
 
519 Achter

siehe
Stammfolge Arzt 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Arzt 2. Generation Blatt 2/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

siehe Blatt
3/2 
EHRET, Philipp (I43879)
 
520 Achtzehner 1510, Richter am Stadtgericht 1511, Fähnrich bei Novarra 1513
Die Witwe von JOHANNES MEYER VON KNONAU, ANNA REINHARD heiratet in zweiter Ehe den Raformator ZWINGLI und wird die erste Pfarrfrau der Schweiz!

Papst LEO X. (geboren als GIOVANNI DE ´MEDICI; Sohn des Bankiers und Politikers, Lorezno il Magnifico ´Medici (1389–1464);
* 11. Dezember 1475 in Florenz; † 1. Dezember 1521 in Rom) war vom 11. März 1513 bis zu seinem Tod römisch-katholischer Papst. In sein Pontifikat fällt der Beginn der Reformation.

HADRIAN VI., mit bürgerlichem Namen ADRIAAN FLORISZOON (Florenszoon) Boeyens beziehungsweise Adriaan Florisz d’Edel, in damaliger Schreibweise Adriaen Floriszoon Boeiens, im Deutschen auch unter dem Namen ADRIAN VON UTRECHT bekannt (* 2. März 1459 in Utrecht; † 14. September 1523 in Rom),
war vom 9. Januar 1522 bis zu seinem Tod Papst.

CLEMENS VII. (bürgerlich GIULIO DE´MEDICI), * 26. Mai 1478 in Florenz; † 25. September 1534 in Rom; war vom 18. November 1523 bis zu seinem Tode 1534 Papst.
Giulio de’ Medici war ein vermutlich unehelich geborener Sohn von Giuliano di Piero de’ Medici aus Florenz und der Lucrezia Tornabuoni, der zum Zeitpunkt der Geburt seines Sohnes bereits der Pazzi-Verschwörung zum Opfer gefallen war, und Fioretta Gorini. Neuere Studien berichten aber von einer legitimen Eheschließung.


 
MEYER VON KNONAU, Johannes (I1276)
 
521 Ackermann im Großviertel
Er und seine 1. Ehefrau Anna Elisabeth Metz ersteigern am 13.05.1738 von Philipp Schmiege und seinem Schwager Jacob Vehmann eine Behausung, Hof und Nebenbau im Großviertel in der Kühgaß (Lindenstr.),
zinst jährl. 1/2 Cappen und 4 xr. in den Rabenhaupt`schen Hof, sonst frei, ledig und eigen, für 350 Gulden Bargeld (GB Band 4, Blatt 156)

Ackermann und Witwer bei 2. Ehe
vgl. Metz-Familienblatt 3/6


Stammfolge Arzt 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Arzt 2. Generation Blatt 2/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

siehe Blatt
3/2


Stammfolge Metz 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Metz 2. Generation Blatt 2/4, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Metz 3. Generation Blatt 3/6, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html
3. Hans Adam siehe Blatt 3/4
4. Hans Georg siehe Blatt 3/5
6. Johann Stephan siehe Blatt 3/6


siehe Blatt
4/9 
METZ, Johann Stephan (I43220)
 
522 Ackermann im Großviertel, Bürgerssohn, Bürgerannahme 04.05.1688 (RP 13/278), Weinschröter in der Hintergasse 1690

Er machte am 02.10.1736 ein Testament (TE 4, Blatt 47)
NZ 1721, Nr. 260: Besitzer von 14 Äckern, 7 Weingärten, 3 Wiesen, 1 Grasgarten an der Grundelbach, 1 Erbbestandshube des Deutschen Ordens (Pacht 2 Malter, 2 Viernzel, 2 Simmer Korn, 15 Bosen Stroh und alle 7 Jahre eine Fuhre auf vier Stunden wegs weit.)
Ein Haus und Scheuer im Großviertel, unterseits Erasmus Metz, unterends die Grundelbach. Steuerkapital 180 fl. zahlt 1 fl. 37 1/2 xr. Bede.


Stammfolge Arzt 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Arzt 2. Generation Blatt 2/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

siehe Blatt
3/2

Stammfolge Metz 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Metz 2. Generation Blatt 2/4, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Metz 3. Generation Blatt 3/6, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html
3. Hans Adam siehe Blatt 3/4
4. Hans Georg siehe Blatt 3/5
6. Johann Stephan siehe Blatt 3/6
 
METZ, Hans Georg (I43512)
 
523 Ackermann im Großviertel, Kirchenältester 1767.
Er kauft 1779 vom Schneidermeister Michael Demuth dessen 2stöckiges Haus mit Scheuer, Pflanz- und Graßgarten im Großviertel für 625 Gulden (GB 7/955).

Sonstiges:
NZ 1766, Nr. 260: Besitzer von 6 Äcker, 3 Weingärten, 1 Wiese, 1 Garten beim Haus im Großviertel
Erbbestand: e Huben des Deutschen Ordens, besitzt ein weiteres Haus (eines der beiden in der Huptstr.;
Steuerkapital 165 fl, zahlt 1 fl. 10 xr. Bede.

siehe
Stammfolge Metz 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Metz 2. Generation Blatt 2/2, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Metz 3. Generation
Blatt 3/1 (Hans Michael Metz) und, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Metz 4. Generation
2. Anna Elisabeth Metz heiratet Johann Stephan Metz siehe
Blatt 3/6
6. Johann Georg Metz Blatt 4/1 , Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

5 Generation:
1. Johann Georg Metz siehe Blatt 5/1
4. Georg Peter siehe Blatt 5/2
 
METZ, Johann Georg ´der Mittlere` (I43225)
 
524 Ackermann im Großviertel;
NZ 1766, Nr. 567: Besitzer von 2 Weingärten, 2 Wiesen, Gras- und Baumgarten an der Grundelbach und in der Erbsengasse, Haus mit Hof und Scheuer.
Steuerkapital 55 fl. zahlt 17 1/4 xr. Bede.

Sonstiges: Bürgerannahme 01.08.1769 (BB 1/17)

Stammfolge Heintzelbäcker 7. Generation Blatt 7/3, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Metz 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Metz 2. Generation Blatt 2/4, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Metz 3. Generation Blatt 3/6, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Metz 4. Generation Blatt 4/9, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html
siehe
5. Johann Jacob siehe Blatt 5/13
8. Philipp Peter siehe Blatt 5/14
9. Philipp siehe Blatt 5/15
11.....siehe Blatt 6/6

 
METZ, Johann Peter ´der Alte` (I43256)
 
525 Ackermann im Großviertel; Bürgerannahme 01.07.1711 (RP 17/290)
NZ 1721, Nr. 272:
Besitzer von 9 Äcker, 3 Weingärten, 3 Wiesen, 6 Erbbestadshubäcker,
Pacht in das Deutschordenshaus:
3 Malter Hafer, alle 7 Jahre eine Wagenfuhre.
Hat ein Haus mit 2 Stockwerken, kl. Keller, Kelterhaus, eine baufällige Scheuer und ein kleines Gärtlein im Großviertel. Steuer Kapital 100 fl., zahlt 1 fl., 10 xr. Bede.

siehe
Stammfolge Metz 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Metz 2. Generation Blatt 2/2, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Metz 3. Generation
Blatt 3/1 (Hans Michael Metz) und
Blatt 3/2 (Johann Friedrich Metz), Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Metz 4. Generation
2. Anna Elisabeth Metz heiratet Johann Stephan Metz siehe
Blatt 3/6
6. Johann Georg Metz Blatt 4/1 , Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html 
METZ, Hans Michael (I43215)
 
526 Ackermann im Großviertel; Bürgerannahme 23.11.1678 (RP 12/41); Wächter in der Vorstadt 1681, Kirchenältester im Großviertel 1681/1682.

Sonstiges:
Michael Metz und seine Ehefrau Apollonia kaufen am 21.12.1681 von Hans Georg Kreckel ´dem Alten`und seiner Ehefrau Catharina eine Behausung im Großviertel (GB 4, Blatt 460 - stark beschädigt)



siehe
Stammfolge Metz 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Metz 2. Generation Blatt 2/2, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Metz 3. Generation Blatt 3/1 (Hans Michael Metz) und 3/2 (Johann Friedrich Metz), Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

 
METZ, Michael (I43216)
 
527 Ackermann im Großviertel; Bürgerannahme 25.11.1717(RP 19/5). Am 05.11.1719 kauft er von Hans Georg Müller für 255fl. eine Behausung im Großviertel (GB 4/20).
NZ 1721, Nr. 293: Besitzer von 12 Äcker, 5 Weingärten, 1 Rodacker, 1 Wiese.
Erbbestand: 12 Hubäcker, 1 Wiese, zinst ans Kloster Lorsch 1 Malter Korn, 3 Viernzel Gerste, 3 1/2 Viernzel Spelz, 1/2 Malter Hafer, und an das Deutsche Haus 1/2 Viernzel Korn und 2 1/2 Kreuzer.
Er hat eine schlechte Behausung mit 1 Stockwerk, baufälligen Stall, Keller im Großviertel und ungefähr 1 Viertel Garten am Haus. Steuerkapital 125 fl. zahlt 1 fl. 12 29/32xr. Bede.

siehe
Stammfolge Metz 2. Generation Blatt 2/2, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Metz 3. Generation Blatt 3/2a und 3/2b, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

siehe
Stammfolge Metz 4. Generation - Johann Stephan Metz: Blatt 4/2
Stammfolge Metz 4. Generation - Johann Michael Metz: Blatt 4/3
 
METZ, Johann Friedrich (I43226)
 
528 Ackermann im Großviertel; Bürgerssohn, Bürgerannahme 02.11.1682 (RP 13/1)
Kirchenaufseher 1688,
Weinschröter im Großviertel, Untergebiet 1689,1690
Weinschröter 1700
Nachtwächter 1700
Weineinnehmer 1706

NZ 1721, Nr. 261: Besitzer von 9 Äcker, 4 Weingärten, 1 Garten, 1 Hecke in der Pöppelbach, hat 1 Weingarten in Erbbestand beim Rosenbrunnen, ein 2stöckiges Haus im Großviertel neben Hans Georg Metz, unten die Grundelbach, mit Scheuer, Hof und Pflanzgarten;
keine ledigen Kinder;
Steuerkapital 125 fl, zahlt 1 fl. 30 xr Bede.

siehe
Stammfolge Metz 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html
Stammfolge Metz 2. Generation Blatt 2/3, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

3. Generation: Johann Stephan Metz siehe Blatt 3/3

siehe
Stammfolge Demuth 6. Generation Blatt 6/2, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

siehe
Stammfolge Artz 1. Generation 1/2, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html


 
METZ, Erasmus (I43305)
 
529 Ackermann in Weinheim


Stammfolge Metz 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Metz 2. Generation Blatt 2/4, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html

Stammfolge Metz 3. Generation Blatt 3/6, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html
3. Hans Adam siehe Blatt 3/4
4. Hans Georg siehe Blatt 3/5
6. Johann Stephan siehe Blatt 3/6

 
METZ, Johann Georg (I43515)
 
530 Ackermann, Postknecht

Stammfolge RANDOLL 5. Generation Blatt 5/4, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html 
MENGES, Philipp (I2381)
 
531 Ackermann, Witwer der Katharina Margaretha Meiser, S.d. Gg. Friedrich V. VOGLER, Georg Peter (I43593)
 
532 Adalbero war ein Bruder des Grafen Giselbert von Luxemburg und bestieg den Metzer Bischofsstuhl nach seinem Onkel Dietrich († 30. April 1046), ausgezeichnet durch Frömmigkeit und Bildung, durch Klugheit in der Leitung seines Stiftes und durch politischen Einfluss. Er war der Lehrer des Bischofs Bruno von Toul, der als Leo IX. den päpstlichen Stuhl bestieg. Der von Heinrich III. gehaltenen Wormser Versammlung, auf der Leos Wahl stattfand, wohnte er bei; ebenso dem römischen Konzil von 1050, auf welchem Bischof Gerhard von Toul kanonisiert wurde. König Heinrich IV. verlieh ihm die Grafschaft Saarbrücken.

Bischof Adalbero III. konstatiert in einer Urkunde von 1070, dass er im rheinhessischen Hochborn eine Kirche Ehren des hl. Erlösers erbaut habe. 1230 fielen die Metzer Besitzrechte in Hochborn an das Wormser Domstift. 
VON LUXEMBURG, Adalbero (I39297)
 
533 Adalbert erhielt den nach dem Tod seines Bruders Berthold IV. den zähringerischen Besitz im Albvorland um die namengebende Burg Teck und das mit dem Schenkenamt des Klosters St. Gallen verbundene Gebiet am oberen Neckar. Adalbert I. wird erstmals 1146 als Sohn Herzog Konrads I. erwähnt. 1152 wird er als Bruder Herzog Berthold IV. genannt. Ca. 1185 tritt "dux Adilbertus di Deche" als Zeuge für Herzog Friedrich VI. von Schwaben auf[2]. Im Mai 1189 wird Adalbert als Herzog von Teck "dux de Tecke" in einer Urkunde Heinrich VI. erwähnt.

Nennungen eines Herzogs Adalbert von Teck am 20. Juni 1192 in Schwäbisch Gmünd, am 4./10. Dezember 1193 in Gelnhausen und am 12. Dezember 1193 in Frankfurt am Hofe Heinrich VI.und weitere urkundliche Erwähnungen durch Graf Egino IV. von Urach († 1230) um 1190 für das Kloster Bebenhausen und durch den Konstanzer Bischof Diethelm von Krenkingen 1192 können sich auf Adelbert I., aber auch auf seinen Sohn Adalbert II. beziehen.  
VON TECK, Adalbert (I10374)
 
534 Adalbert III. war mit einer Tochter von Otto I., des ersten Herzogs aus dem Haus Wittelsbach, verheiratet, die vermutlich Heilica hieß. 1189/90 nahm Adalbert in Begleitung seines Bruders Ulrich von Kyburg mit Kaiser Friedrich Barbarossa am Dritten Kreuzzug teil. Nach dem Tod des Kaisers Heinrich VI. war er auf der Seite des Herzogs Philipp von Schwaben, der 1208 von Pfalzgraf Otto VIII. von Wittelsbach, einem Cousin seiner Gemahlin, ermordet wurde. 1211 gründete Adalbert das Kloster Oberschönenfeld bei Augsburg und unterstellte es dem Zisterzienserkloster Kaisheim. Er starb 1214. Aus seiner Ehe mit Heilica sind ein Sohn und vier Töchter bezeugt. Seine Tochter Sophia wurde Priorin des Dominikanerinnenklosters Maria Medingen, das von Hartmann IV., ihrem Bruder, gegründet worden war. VON DILLINGEN, Adalbert III. (I47137)
 
535 Adalbert war 1010 Graf im Schweinachgau (Niederbayern), 1011 Graf im Künziggau (Niederbayern), und 1018 Nachfolger seines Bruders Heinrich I. des Starken als Markgraf der Mark Österreich.

Er dehnte die Ostgrenze der bayerischen Marcha Orientalis bis an die March und an die Leitha aus und unterstützte König Heinrich III. im Kampf gegen Ungarn und Böhmen. Er residierte in der niederösterreichischen Babenbergerburg Melk, wo später das Stift Melk entstand.

Er war verheiratet mit Glismod, der Schwester des Bischofs Meinwerk von Paderborn, und danach mit Frowiza, der Tochter des Dogen Ottone Orseolo, und so der Schwager des ungarischen Königs Peter Orseolo.

Sein Sohn Leopold (Luitpold, Lippold) starb 1043 als eben ernannter Markgraf der Ungarnmark.[1]
Sein Sohn Ernst wurde sein Nachfolger in der Markgrafschaft Österreich. 
DER SIEGREICHE, Adalbert (I39613)
 
536 Adalbert war zweimal verheiratet: in erster Ehe mit Anonsuara und in zweiter Ehe (vor dem 25. April 875) mit Rothilde, der Schwester von Herzog Lambert von Spoleto. Dieser Verbindung entstammten sein Nachfolger Adalbert II. sowie ein weiterer Sohn Bonifaz.

Adalbert kämpfte gegen die Sarazenen. Er trat als Gesandter Kaiser Ludwigs II. beim Streit um die Nachfolge Papst Leos IV. auf und versuchte 878 zusammen mit Lambert von Spoleto die Anerkennung Karlmanns als Kaiser durch den in der Leostadt gefangengehaltenen Papst Johannes VIII. zu erzwingen. 
(TUSZIEN) ; VON TUSZIEN, Adalbert I. (I39740)
 
537 Adalbert wurde wohl um 1070 als Sohn von Eberhard VII. von Nellenburg geboren. Einer seiner Onkel war Erzbischof von Trier, ein anderer Abt im Kloster Reichenau.

Nach dem frühen Tod seines Vaters 1075 im Sachsenkrieg Heinrichs IV. übernahm er zwischen 1096 und 1098, schon zu Lebzeiten seines Onkels Burchard III., des regierenden Grafen von Nellenburg, von diesem das Amt des Klostervogts für die Eigenklöster der Nellenburger, in welchem er sich wegen unrechtmäßiger Beanspruchung von Klostergut und Brutalität den Mönchen gegenüber einen üblen Ruf erwarb. Urkunden belegen Bemühungen seiner Verwandten, die entstandenen Schäden wieder gut zu machen.

Durch die Heirat mit Mechthild von Bar-Mömpelgard, Tochter von Dietrich I., Graf von Mousson, Bar, Altkirch und Pfirt aus dem Haus Scarponnois und Ermentrude von Burgund, Erbin der Grafschaft Mömpelgard, gelangte er nach dem Tode seines Schwiegervaters 1105 in den Besitz der Burg Mörsberg bei Pfirt im Elsass und führte den vor und nach ihm nicht belegten Titel eines Grafen von Morisberk.

Als sein Onkel 1105/1106 ohne männliche Nachkommen starb, erhielt sein älterer Bruder Dietrich Stammburg und Titel des Grafen von Nellenburg, ihm selbst fiel ein beträchtlicher Anteil des Eigenbesitzes (so Burg Dill im Hunsrück mit Kloster Schwabenheim bei Kreuznach, Besitz in Sponheim, Hamm (Eifel), Kastellaun,) und der Lehen (Reichsgut Kreuznach mit Burg Böckelheim) der Nellenburger zu. 1107 ist er als Graf von Dill belegt. Die Mörsburg bei Winterthur erhielt durch ihn ihren Namen. Burg Dill und Mörsburg scheinen zu seiner Zeit erheblich ausgebaut oder gar erst erbaut worden zu sein.

Sein Cousin Bruno von Bretten war 1102–1124 Erzbischof von Trier.

Seine Tochter Mechthild von Mörsberg († 12. März 1152/80) verheiratete er mit Meginhard von Sponheim (* um 1085; † um 1135). Dieser Akt war insofern von großer Bedeutung, als dadurch Grafentitel und erheblicher Grundbesitz an Meginhard übergingen und es so zur Begründung der Grafschaft Sponheim kam. 
VON MÖRSBERG UND DILL, Adalbert II. (I37663)
 
538 Adalhard war ein Onkel der Irmentrud (825–869), der Tochter des 834 gegen Lothar I. gefallenen Grafen Odo von Orléans, die Karl der Kahle am 13. Dezember 842 heiratete und zur Mutter von seinen sieben Kindern machte. Dabei ist aber unklar, in welcher verwandtschaftlichen Beziehung Adalhard zu Odo steht.

Adalhard war einer der drei hochgestellten Gesandten, die 842 von Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen mit außerordentlichen Vollmachten ausgestattet zu deren Bruder Lothar I. geschickt wurden, um über die Teilung des fränkischen Reiches zu verhandeln und Lothar den von ihnen bestimmten dritten Teil des Reiches anzubieten. Die beiden anderen Gesandten waren Graf Konrad, Bruder der Kaiserin Judith, und Graf Cobbo der Ältere. Nach der Teilung des Reiches wurde er einer der einflussreichsten Adeligen im Mittelreich.

Als die Brüder Udo (Graf im Lahngau), Waldo (Abt von Münsterschwarzach am Oberrhein und St. Maximin in Trier) und Berengar (Graf in Hessen) im Zusammenhang mit der von König Ludwig dem Deutschen betriebenen Entmachtung ihres Onkels, des mächtigen Markgrafen Ernst, auf dem Reichstag im April 861 in Regensburg wegen Untreue verurteilt und ihre Ämter und Lehen verlustig gegangen waren, suchten sie zunächst Zuflucht bei ihrem Verwandten (propinquus) Adalhard im Mittelreich Lothars II. Als sich Ludwig der Deutsche und Lothar II. bald danach miteinander aussöhnten, flohen sie mit Adalhard ins Westreich zu Karl dem Kahlen, dessen Frau Irmentrud eine Nichte Adalhards und möglicherweise eine Schwester ihres Vaters Gebhard war. Karl entschädigte sie für ihre Verluste, und Adalhard wurde mit der Erziehung von Karls Sohn Ludwig betraut. Außerdem wurde er Laienabt in mehreren Klöstern, darunter Saint-Martin de Tours und Echternach.

865 fiel Adalhard bei Karl dem Kahlen in Ungnade, da er bei der von ihm geführten Verteidigung des Seinegebiets gegen die Normannen die 20 Tage dauernde Plünderung von St. Denis nicht verhindert hatte. Wegen dieses angeblichen Versagens entzog Karl ihm und den ebenfalls beschuldigten Grafen Udo und Berengar alle Ämter und Würden, die er ihnen zuvor übertragen hatte. Auch wurde daraufhin das Verlöbnis von Adalhards Tochter mit Ludwig dem Jüngeren, dem zweiten Sohn Ludwigs des Deutschen, auf dessen Druck wieder aufgelöst. 
VON FÉZENSAC, Seneschall Seneschall Adelhard I. (I36505)
 
539 Adela gründete kurz nach 700 das Kloster Pfalzel in dem als Palatiolum bezeichneten spätrömischen Landsitz, den sie von ihrem Schwager Pippin dem Mittleren erworben hatte, und wurde dessen erste Äbtissin. 721 besuchte Bonifatius Adela und ihr Kloster. Der Fuldaer Ragyndrudiskodex stammt vermutlich von Adelas Schwester Regentrud und kam somit über Adela an Bonifatius und schließlich nach Fulda.

In ihrem Testament (732 oder 733) stattet sie das Kloster Pfalzel mit Gütern an der Maas und der Mosel, im Gillgau und im Bidgau aus. 
VON PFALZEL, Adela (I23962)
 
540 Adela von Hamaland war die jüngere Tochter des Grafen Wichmann von Hamaland und der Luitgard. Ihr Vater gründete das Stift Elten, deren erste Äbtissin ihre ältere Schwester Luitgard wurde. Nach dem Tod ihres Vaters um 973 forderte sie einen Teil der gestifteten Besitztümer zurück, da die Schenkung ohne ihre Zustimmung als Erbin erfolgt sei. Sie berief sich dabei auf die Lex Saxonum. Zwischen beiden Schwestern entwickelte sich daraus ein heftiger Streit. Otto II. versuchte zu vermitteln, konnte aber nicht verhindern, dass der Streit eskalierte. Luitgard ließ die Burg ihrer Schwester während deren Abwesenheit niederbrennen. Sie selbst starb wenig später an einer Vergiftung. Adela wurde als Anstifterin vermutet. Otto III. beendete 996 schließlich den Streit. Das Stift blieb bestehen, Adela erhielt aber einen Teil ihres Erbes zurück.

In erster Ehe war Adela mit dem Immedinger Grafen Immed IV. verheiratet. Aus dieser Verbindung entstammten fünf Kinder, darunter Emma von Lesum und Meinwerk, der spätere Bischof von Paderborn. In zweiter Ehe lebte Adela mit Balderich von Drenthe, mit dem sie das Stift Zyfflich gründete. Die Macht und Besitzgier des Paares führte auch nach dem Ende des Erbstreites zu langwierigen territorialen Konflikten in Hamaland. An der Ermordung ihres Sohnes Dietrich im Jahr 1014 soll sie beteiligt gewesen sein. 1016 ließ das Paar den Grafen Wichmann von Vreden aus der Familie der Billunger ermorden, um sich seines Besitzes zu bemächtigen. Dessen Verwandte belagerten und zerstörten daraufhin die Burg Upladen. Balderich konnte zuerst noch fliehen, wurde 1017 aber doch für kurze Zeit gefangen genommen. Im darauffolgenden Jahr wurde er als Wichmanns Mörder verurteilt und verlor alle Titel und Ländereien. Adela floh nach der Zerstörung von Burg Upladen nach Köln, wo sie einige Jahre später starb. 
VON HAMALAND, Adele (I18822)
 
541 Adela war die älteste Tochter von Graf Robert I. der Friese von Flandern (1035–1093) und der sächsischen Adligen Gertrud († 1113), Tochter des Herzog Bernhard II. von Sachsen aus dem Hause Billunger.

In erster Ehe heiratete Adela 1080 in Odense den dänischen König Knut IV. der Heilige (1040–1086), zweiter Sohn von König Sven Estridsson. Aus der gemeinsamen Ehe gingen drei Kinder hervor: 
VON FLANDERN, Adela (I40640)
 
542 Adelheid (auch Adelais) war die einzige Tochter des Herzogs Wilhelm III. von Aquitanien und dessen Ehefrau Adela von Normandie[2], einer Tochter des normannischen Jarl Rollo, Graf von Rouen, und dessen zweiter Frau Poppa von Bayeux. Adelheids Bruder war der Herzog Wilhelm IV. Eisenarm († 995/96)[3].

Adelheid heiratete[4] Hugo Capet, den ältesten Sohn des Dux Francorum Hugos „des Großen“ – gemeint ist hier „der Ältere“ – und dessen dritter Ehefrau Hadwig, Tochter des deutschen Königs Heinrich I. Die Ehe diente der Etablierung friedlicher Beziehungen zwischen den Robertinern, die ihre Machtbasis im Norden (Franzien) hatten, und den aquitanischen Herzögen, deren Herrschaftsbereich sich zwischen Loire, Rhone und Garonne erstreckte. 
VON AQUITANIEN, Adelheid (I37618)
 
543 Adelheid von Burgund
war als Gemahlin Lothars II., aus der Familie der Bosoniden, von Italien von 947 bis 950 Königin von Italien und als Gemahlin Ottos des Großen (HRR), aus dem Geschlecht der Liudolfinger, von 951 bis 973 ostfränkische Königin und wieder Königin von Italien sowie von 962 bis 973 Kaiserin des ostfränkisch-deutschen Reiches. Adelheid wurde 1097 heiliggesprochen.

Sie sorgte dafür, das die Insel UFERNAU, die Orte Pfäffikon und Uerikon, sowie die Kirche zu Meilen mit allen dazugehörigen Rechten und Besitzungen dem KLOSTER EINSIEDELN geschenkt wurden.
Das STIFT SÄCKINGEN erhielt dafür
-den Hof zu Schaan (bei Vaduz im heutigen Lichtenstein) mit der
Kirche daselbst
- den Hafen am Walenstädter See und die Schiffart und Zollhoheit
auf demselben
In der SCHENKUNGSURKUNDE erwähnt der KAISER ausdrücklich, daß diese Vergabung auf Bitten seiner Gemahlin ADELHEID erfolgte, welche noch unterstütz wurde durch HERZOG BUCHARD VON SCHWABEN und dem BISCHOF HARTPERT VON CHUR.
Eine BESTÄTIGUNG des Tauschs erfolgt nochmals im Jahre 975 durch OTTO II.(HRR), den Sohn und Nachfolger OTTOS DES GROßEN 
VON BURGUND, Adelheid ´Heilige` (I11016)
 
544 Adelheid von Schwaben wurde als Tochter des deutschen Gegenkönigs und Herzogs von Schwaben, Rudolf von Rheinfelden, und seiner zweiten Frau Adelheid von Turin geboren. Im Jahre 1077 heiratete sie den ungarischen König Ladislaus I., den Heiligen, aus dem Haus der Arpaden, der im selben Jahr zum König gekrönt wurde. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor, sie blieb jedoch ohne männlichen Erben. Die ältere Tochter war Piroska von Ungarn, die jüngere wurde mit Wladimir Monomach verheiratet, um die Beziehungen zu Kiew zu verbessern. Ihr Mann überlebte sie um 5 Jahre, ohne ein weiteres Mal zu heiraten. Sein Nachfolger wurde Koloman, der Sohn seines älteren Bruders und Vorgängers Géza I. Von ihrem Schwager Ceysa soll Adelheid gemäß der Überlieferung (Libri Constructionum des Klosters St. Blasien) eine Kreuzpartikel erhalten haben, die sie an das Kloster St. Blasien übergab (Adelheid-Kreuz). Demnach war es auch ihr Wunsch in diesem von ihr und ihrer Familie geförderten Kloster bestattet zu werden, was nach Forschungen zur Quellenlage nach Martin Gerbert auch der Fall ist. Sie war die Schwester des Herzogs Berthold von Rheinfelden. Ihre Mutter und ein weiterer Bruder, Otto von Rheinfelden, sollen ebenfalls dort bestattet worden sein.  VON RHEINFELDEN, Königin von Ungarn Königin von Ungarn Adelheid (I17780)
 
545 Adelheid war die Tochter des ingenuus (d. h. freigeboren) Gebino I., der eine Tochter des Bernhard von Weilheim geheiratet hatte. Gebino war Vogt über Kloster Habach, das von seinem Onkel väterlicherseits Norbert von Hohenwart, dem Bischof von Chur von 1079 bis 1087/88, gestiftet worden ist. Bernhard von Weilheim war Vogt des Klosters Polling und 1135 auch von Habach.

Adelheid war also die Nichte des Bernhard von Weilheim (ca. 1102–1157) und auch des Bernhards von Sachsenkam (ca. 1060–1102). Nach dessen Tod kamen seine Besitzungen, u. a. auch Burg Grub, zum Teil an die Herren von Weilheim bzw. über Adelheid an ihren Gatten Otto. I. von Valley. Diese Güter waren wesentlicher Bestandteil für die Entstehung der Grafschaft Valley. 
VON WEILHEIM, Adelheid (I35962)
 
546 Adelheid war mit Heinrich von Speyer, auch „Heinrich von Worms“ genannt, verheiratet und heiratete nach dessen Tod im Jahre 989/1000 in zweiter Ehe einen fränkischen Grafen, möglicherweise Poppo im Lobdengau.[1] 1037 gründete sie das Chorherrenstift Öhringen, aus dem die heutige Stiftskirche Öhringen hervorging, in deren Krypta Adelheids Gebeine in einem Steinsarkophag aus dem 13. Jahrhundert ruhen.

Heinrich und Adelheid hatten zwei Kinder, eine jüngere Tochter, Judith († wohl 998, sicher aber vor dem 30. April 1034), die ebenfalls im Dom zu Worms beerdigt wurde, sowie einen älteren Sohn, Konrad (* wohl 990; † 4. Juni 1039 in Utrecht), der 1024 als Konrad II. zum deutschen König gewählt und 1027 zum Kaiser gekrönt wurde.

In zweiter Ehe war sie die Mutter des Regensburger Bischofs Gebhard III. und einer Beliza (∞ Graf Hartwig), aus letzterer Ehe ging Papst Viktor II. hervor.[2][3] 
VON METZ, Adelheid (I40126)
 
547 Adelheid wurde, wie Karl Ferdinand Werner nachgewiesen hat,[1] wohl als Tochter von Graf Adelhard, Markgraf von Friaul, geboren. Sie war demnach eine Urenkelin von Graf Beggo von Paris und dessen Gemahlin Alpaïs, einer illegitimen Tochter des Königs Ludwig I. des Frommen. Andere Quellen hingegen halten Alpaïs für eine uneheliche Tochter Karls des Großen. Adelheid war somit Cousine oder Tante Ludwigs II.

Karl der Kahle wählte Adelheid als Gemahlin für seinen Sohn Ludwig II., doch dieser hatte 862 in geheimer Zeremonie und gegen den Willen seines Vaters bereits Ansgard von Burgund geheiratet und mit ihr fünf Kinder gezeugt. Karl sorgte aber dafür, dass sein Sohn Ansgard irgendwann zwischen 866 und 877 verstieß. Daraufhin konnte die Hochzeit Ludwigs II. mit Adelheid gefeiert werden; diese Ehe ist aber erst für 878 bezeugt. Wie der Darstellung Hinkmars von Reims in dessen Annales Bertiniani zu entnehmen ist, weigerte sich Papst Johannes VIII., Adelheid im September 878 beim Konzil zu Troyes zu krönen.

Bereits am 10. April 879 starb Ludwig II. in Compiègne im Alter von 32 Jahren. Die schwangere Adelheid gebar nach seinem Tod am 17. September 879 ihren einzigen Sohn Karl III. den Einfältigen. Laut Karl Ferdinand Werner lebte sie mit ihrem kleinen Sohn in den ersten Jahren ihrer Witwenschaft in der Obhut von Verwandten, nämlich am Hof Graf Ramnulfs II. von Poitou. Die verstoßene erste Gemahlin Ludwigs II., Ansgard, und ihre beiden Söhne Ludwig III. und Karlmann II. beschuldigten Adelheid des Ehebruchs, deren Sohn Karl somit illegitim sei.

Ludwig III. und Karlmann II. folgten ihrem Vater als Könige, starben jedoch beide nach kurzen Regierungszeiten, ohne einen Erben zu hinterlassen. Als Karl III. 893 zum westfränkischen Gegenkönig ernannt wurde und schließlich 898 zum alleinigen König avancierte, trat seine Mutter Adelheid wieder mehr in Erscheinung. Sie ist nun wiederholt in Urkunden ihres Sohnes nachweisbar, zuletzt an 9. November 901. Sehr kurz danach, am 18. November 901, dürfte sie in Laon verstorben und wahrscheinlich in der Abtei Saint-Corneille in Compiègne begraben worden sein.[2]  
VON PARIS \ VON FRIAUL, Adelheid (I10436)
 
548 Adelheids dritter Gemahl Heinrich II. von Laach stiftete 1093 unter Zustimmung und Mitwirkung Adelheids in Laach (das er von seinem Vater ererbet hatte) die Abbatia ad Lacum (deutsch: Abtei zu Laach, das Wort Laach – verwandt mit unserem heutigen Wort Lache – entstammt dem althochdeutschen lacha (aus latein. lacus, -ūs m. – See) und bedeutet See) zu Ehren der heiligen Gottesmutter Maria und dem heiligen Nikolaus. Die Bauarbeiten wurden nach Adelheids Tod 1100 unterbrochen. Erst 1112 erneuerte Adelheids Sohn und Heinrichs Stiefsohn und Erbe, Pfalzgraf Siegfried, die Stiftung und ließ die Bauarbeiten wieder aufnehmen. Seit 1863 heißt sie Abtei Maria Laach und ist seit 1892 von Benediktiner­mönchen besiedelt.  VON GLEIBERG-LUXEMBURG, Heinrich II. (I35923)
 
549 Adelsfam. der Nordwestschweiz, im Dienste versch. Dynastengeschlechter, so der Gf. von Frohburg, von Habsburg und von Neuenburg-Nidau. Die Fam. I. stammte vermutlich aus der bäuerl. Oberschicht in I. und stieg im 12. Jh. im Dienste der Frohburger in den niederen Adel auf. Stammsitz war die um 1200 auf Eigengut errichtete und vor 1379 verkaufte Alt-Wartburg (Wartburg), die Grablege befand sich in St. Urban. Der Schwerpunkt des Familienbesitzes lag ursprünglich im Raume Wartburg-Safenwil, im 14. Jh. am Oberen Hauenstein. Erstmals erwähnt wird um 1200 Werner, Lehensmann von Frohburg. Heinrich, Dienstmann von Neuenburg-Nidau und Schultheiss von Büren (SO), erwarb nach 1325 Alt-Bechburg. Die letzte der Fam. I., Margaretha, verkaufte die Burg 1416 an Solothurn.

Peter Schenker: "Ifenthal, von", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 12.02.2008. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/019997/2008-02-12/, konsultiert am 11.11.2024. 
VON IFENTAL, Margaretha (I35785)
 
550 Adelsfehden zwischen den mächtigen Aristokratenfamilien um die Vorherrschaft in den einzelnen Stammesgebieten des ostfränkischen Reiches, die wiederholten Ungarneinfälle und die Schwäche des karolingischen Königtums führten zur Etablierung regionaler Mittelgewalten, der späteren Herzogtümer. In diese Zeit fiel der Aufstieg Konrads, der selbst ein Repräsentant dieser aufsteigenden Regionen und zugleich am Regiment des ostfränkischen Karolingers Ludwig des Kindes beteiligt war. Als König versuchte Konrad, sich der drohenden Auflösung des Reichsverbandes entgegenzustellen und die Herrschaft wieder im ganzen Reich auszuüben. Seine siebenjährige Regierungszeit ist daher hauptsächlich durch die Konflikte mit den ostfränkischen Herzögen (duces) der einzelnen Teilreiche und durch die Ungarneinfälle geprägt. Konrads Herrschaft bildete den Übergang von den Karolingern zu den Ottonen, da es ihm nicht gelang, eine neue Königsdynastie zu begründen. Er führte die Herrschaftspraxis der Karolinger fort.

Seine Zeit gehört zu den quellenärmsten des gesamten Mittelalters. Während die Jahrzehnte später verfassten ottonischen Geschichtswerke Konrad noch positive Eigenschaften zuweisen, gilt er in der Forschung oftmals mit seiner ganzen Regierungszeit als gescheitert. Lange Zeit wurde die Königswahl Konrads als Beginn der deutschen Geschichte angesehen. Erst jüngst setzte sich die Auffassung durch, dass das Deutsche Reich nicht in einem Akt, sondern in einem lang dauernden Prozess entstanden sei. Gleichwohl wird Konrad als wichtiger Akteur in dieser Entwicklung angesehen.

Leben bis zum Herrschaftsantritt
Herkunft und Familie
Konrad entstammte dem seit Mitte des 9. Jahrhunderts nachweisbaren fränkischen Geschlecht der Konradiner. Es war durch treuen Königsdienst unter Kaiser Arnulf aufgestiegen und verfügte über umfangreiche grundherrliche Besitzungen am Mittelrhein und in Mainfranken. Die konradinische Kernlandschaft des Rhein-Lahn-Main-Gebiets ergänzten Grafschaften in der Wetterau, im Lahn- und Niddagau sowie Hausstifte in Limburg, Weilburg und Wetzlar, den Randzonen des späteren Oberhessens.

Konrads Vater, der um 855 geborene Konrad der Ältere, war Graf im Hessengau, im Wormsfeld und im mainfränkischen Gozfeld. Er heiratete Glismut, eine uneheliche Tochter des Kaisers Arnulf von Kärnten. Konrad der Ältere hatte drei Brüder: Gebhard, der Graf im Rheingau und in der Wetterau war, Eberhard, Graf des Oberlahngaus, und Rudolf. Rudolf war seit 892 Bischof von Würzburg, Gebhard seit 903 zudem Herzog in Lothringen.

Die Schwäche der Königsherrschaft unter dem letzten karolingischen Herrscher im Ostfrankenreich, Ludwig dem Kind, und die Unklarheit der Machtverhältnisse führten zu weit ausgreifenden Fehden, die zudem von verheerenden Einfällen der Ungarn unterbrochen wurden. Während dieser Einfälle verloren die Onkel des späteren Königs Konrad, Rudolf und Gebhard (908 und 910), ihr Leben.

Der Aufstieg der Konradiner im Ostfrankenreich und ihr territoriales Ausgreifen blieben nicht ohne Widerstand der anderen Großen. Bereits 897 war in Franken zwischen den beiden führenden Adelsfamilien, den Konradinern und den Babenbergern, eine lange Fehde ausgebrochen, bei der es um die Abgrenzung der Machtsphären in diesem Reichsteil ging.[1] Eberhard, der Onkel Konrads, kam 902 in den Kämpfen ums Leben. Die durch einen Lothringerfeldzug geschwächte Konradinermacht nutzte 906 der Babenberger Adalbert zu einem Kriegszug, in dessen Verlauf Konrads Vater in der Schlacht bei Fritzlar im Kampf gegen Adalbert fiel. Die Reichsregierung unterstützte in der Fehde jedoch die Konradiner und wendete so das Blatt. Auf Betreiben des ostfränkischen Königs wurde Adalbert gefangen genommen und enthauptet. Die noch im selben Jahr zu Gunsten der Konradiner beendete Fehde führte zu erheblichen Verschiebungen der Kräfteverhältnisse: Die Konradiner errangen die unangefochtene Vormachtstellung in ganz Franken.

Die konradinische Dominanz am Hof und der Ausgang der Babenberger Fehde kosteten auch die Liudolfinger, die Verwandtschaftsbeziehungen zu den unterlegenen Babenbergern gepflegt hatten, die Nähe zum König, die sie noch zur Zeit Arnulfs besessen hatten. Dies bedeutete aber auch, dass der Einfluss des Königs in Sachsen und Thüringen schwand, und damit auch der der Konradiner. Nicht ein einziges Mal ist ein Aufenthalt des sehr jungen Königs Ludwig in Sachsen nachweisbar.

Bei ihrem Versuch, auch in Lothringen die Führungspositionen an sich zu reißen, stießen die Konradiner zudem auf den Widerstand der Matfriede, einer der mächtigsten Adelsfamilien dieses Raums. Als die Matfriede dabei in Lothringen die Abteien der Konradiner besetzten, zog Konrad 906 erfolgreich gegen sie zu Felde.

Konrad hatte drei Brüder, den etwa vier Jahre jüngeren Eberhard von Franken, Burchard und Otto. Noch 904 und 910 ist Konrad als (Laien)-Abt in Kaiserswerth bezeugt. In einer Urkunde wird er jedoch 910 als dux tituliert.[2] Der Titel könnte auf eine Herzogswürde deuten oder der ehrenden Hervorhebung des zu dieser Zeit im Reich konkurrenzlos mächtigen Konradiners dienen,[3] der durch den Tod seiner Onkel und seines Vaters zum Familienoberhaupt der Konradiner aufgestiegen war. Seit 909 waren es unter den weltlichen Herren nur noch die Konradiner, die in den Urkunden Ludwig des Kindes intervenierten.[4]

Der Königsnachfolger
Lothringen, das einstige Kernland der Karolinger, stand mit Ludwigs Halbbruder Zwentibold unter eigener Herrschaft. Dadurch konnte Franken unter den Herrschern Arnulf und Ludwig dem Kind zum Kernraum eines zunehmend eigenständigen Ostreichs werden. Hier bildeten die Konradiner, insbesondere nach dem Ausschluss der Babenberger, die bei weitem stärkste Macht. Beim Tod des erbenlosen ostfränkischen Karolingers Ludwig im September 911 waren sie für die zu erwartenden Nachfolgekämpfe gut gerüstet.

Doch nicht nur militärisch und im Rahmen der Prestigekämpfe unter den Großen des Reiches hatten die Konradiner ihre Stellung ausgebaut, sondern auch auf der Ebene der Legitimation. Dabei spielte die Verwandtschaft mit den Karolingern eine nicht unerhebliche Rolle. Konrad war dies wohl bewusst. Seit 908 tritt er in fast jeder zweiten überlieferten Urkunde als Intervenient auf. Dabei wird er meist als Blutsverwandter, consanguineus, des Königs hervorgehoben,[5] Ludwig wiederum nennt Konrad darin seinen nepos.[6] Konrad besetzte damit frühzeitig die Position eines secundus a rege, eines Zweiten nach dem König. Der Übergang der Herrschaft auf Konrad erfolgte damit keineswegs überraschend, wie die spätere Darstellung Widukinds suggeriert, der Konrad als Verlegenheitskandidaten darstellt.

Auch weitere Faktoren begünstigten die Wahl Konrads. Der einzige noch lebende Karolinger, der westfränkische König Karl III. („der Einfältige“), war für die Adelsfamilien des Ostreiches kein diskutabler Kandidat. Gegen ihn sprachen seine politische Schwäche und seine militärische Erfolglosigkeit. Die Karolinger waren nicht mehr in der Lage, die auseinanderstrebenden Reichsteile zusammenzuhalten, einzig die Großen Lothringens neigten Karl zu.

Auch die Spitzen der Adelsgeschlechter des Ostreichs schieden für die Königsnachfolge aus. Otto der Erlauchte, das Haupt der sächsischen Liudolfinger, trat in nur zwei Königsurkunden als Intervenient auf und stand zudem dem Königshof eher fern. Luitpold aus dem Adelsgeschlecht der bairischen Luitpoldinger wurde zwar von Ludwig in seinen Urkunden ebenfalls als nepos oder noch häufiger als propinquus noster (unser Verwandter) bezeichnet. Allerdings beschränkte sich seine Nähe zum Königshof auf dessen Aufenthalte in Bayern. Entscheidend aber war, dass Luitpold 907 bei einem Ungarnfeldzug fiel und sein Sohn Arnulf für die Königsnachfolge noch zu jung war.[7]

Konrads Aufstieg zum ostfränkischen Königtum beruhte ganz wesentlich auf der Machtposition, die sich seine Vorfahren im Reich erstritten hatten. Nach dem Tod seines Vaters war er, nach dem Zeugnis der Interventionen in Königsurkunden, zum beherrschenden weltlichen Berater am Königshof Ludwigs des Kindes aufgestiegen. Zur überragenden Stellung der Konradiner trugen auch die ausgezeichneten Kontakte zu den anderen Mitgliedern des Regentenkreises bei, wie zu Erzbischof Hatto von Mainz oder zu den Bischöfen Adalbero von Augsburg und Salomo von Konstanz.

Nachdem Ludwig das Kind am 24. September 911 verstorben war, wählten gut sechs Wochen später, am 10. November, im fränkischen Forchheim Sachsen, Alemannen und Bayern den Franken Konrad zum König.[8] Mit der Entscheidung für Forchheim stellten sich die Großen und der neue König in die ostfränkische Reichstradition. Der wohl wichtigste Fürsprecher dieser Wahl war Erzbischof Hatto von Mainz, der bedeutendste geistliche Amtsträger im ostfränkischen Reich. Auch Salomo von Konstanz, der die Schwäche des Kindkönigs Ludwig beklagt hatte, dürfte zu Konrads Förderern gehört haben. Nicht beteiligt waren jedoch die Lothringer, die den westfränkischen König Karl den Einfältigen als ihren Herrn anerkannten.

Der ostfränkische König
Die Ausgangssituation
Konrad trat seine Herrschaft unter äußerst schwierigen Voraussetzungen an. Bereits seit Jahrzehnten litt das Reich unter den Plünderzügen von äußeren Feinden. Zwar war die Normannengefahr gegen Ende des 9. Jahrhunderts abgeflaut, und auch die Sarazenen stellten keine Gefahr mehr dar, doch bedrohten von nun an die Ungarn das Reich. Anders als die Normannen zogen die Ungarn nicht über die See oder Flüsse, was Präventionsmaßnahmen ermöglicht hätte, sondern über das offene Land. Zudem waren sie in ihren Bewegungen wesentlich schneller und nicht an vorgegebene Routen gebunden. Nach der katastrophalen Niederlage der Bayern unter Führung Luitpolds in der Schlacht von Pressburg am 4. Juli 907 zogen die Ungarn im Jahr 909 nach Alemannien, was König Ludwig dazu veranlasst haben könnte, nach Sachsen und Thüringen auch diese Region zu meiden und sich fortan ausschließlich in Franken aufzuhalten.[9] 910 wurde auch ein Reichsheer unter der persönlichen Führung von Ludwig dem Kind auf dem Lechfeld bei Augsburg besiegt. Als Ludwigs Herrschaft mit seinem Tod 911 endete, war das Reich den ungarischen Beutezügen nahezu schutzlos ausgeliefert.

Im Inneren des Reiches hatte die königliche Zentralmacht durch Thronstreitigkeiten innerhalb der Herrscherdynastie der Karolinger sowie durch minderjährige und schwache Könige an Ansehen verloren. Fünf Könige zwischen 876 und 911 konnten keine wirksame Königsmacht aufrechterhalten. Ihre Befehle drangen nicht mehr bis in alle Reichsteile durch. Die Ungarneinfälle verstärkten die Desintegration. Unter Luitpolds Nachfolger Arnulf, der vorrangig bedacht war, seine Stellung in Bayern zu festigen, waren die Beziehungen zum Reich nahezu zum Stillstand gekommen. Verstärkt wurde dieser Entfremdungsprozess am Königshof noch durch die Förderung der konradinischen Dominanz und die mangelnde Kooperation und Integration der regionalen Machthaber. In den einzelnen Stammesgebieten kämpften mächtige Adelsfamilien um die Vorherrschaft oder die Regenten versuchten, ihre Stellung zu befestigen und abzusichern. Den Konradinern gelang es zudem, die räumliche Einengung des Hofes auf Franken durchzusetzen. Dies führte schließlich auch in Alemannien zu Aufständen. Die Bayern verfolgten einen Separationskurs, die Liudolfinger in Sachsen hatten sich weit vom Hof entfernt, Lothringen schloss sich Westfranken an.[10]

Karolingische Kontinuität
Konrad versuchte, die karolingische Herrschaftspraxis fortzuführen und seine Herrschaft in die Tradition des karolingischen Königtums zu stellen. Besonders deutlich zeigte sich dies in den königlichen Urkunden und bei der Organisation der Hofkapelle einschließlich der zu dieser Institution gehörenden Kanzlei. Aus der Kanzlei Ludwigs des Kindes wurden die Notare übernommen. An der Spitze von Kanzlei und Kapelle blieb der Konstanzer Bischof Salomon, der diese Aufgaben schon zu Zeiten Ludwigs versehen hatte.[11] In seinen Urkunden erhielt Konrad das Andenken (memoria) an die Karolinger aufrecht. Gleich in seiner ersten Urkunde nahm er seine Vorgänger in das Gedächtnis auf.[12] Vielfach bestätigte Konrad ihre Schenkungen und Verleihungen. In seiner Beurkundungspraxis wurden oft die Klöster und Bistümer, die auch schon sein Vorgänger bedacht hatte, privilegiert. Als Stifter wandte er sich nahezu ausschließlich an Personengruppen, die bereits seine Vorgänger im ostfränkischen Königsamt zu Treuhändern und Destinatären bestimmt hatten. In Eichstätt und St. Gallen knüpfte Konrad an Stiftungen Ludwigs des Kindes bzw. Karls III. an. Für Fulda, Lorsch und Regensburg sind ebenfalls zahlreiche Stiftungsurkunden karolingischer Herrscher überliefert.[13] Die Stiftungen dienten vor allem dem Seelenheil und der Memoria. Die Kontinuität wird ebenfalls in den legitimierenden Hoheitszeichen betont. Das Siegel seines Vorgängers, das den Herrscher bildnishaft mit Schild, Fahnenlanze und Diadem als kampfbereiten oder von Gott mit dem Sieg bedachten Heerführer zeigt, übernahm auch Konrad. Zudem verbündete er sich in karolingischer Tradition mit der Kirche, um die aufstrebenden fürstlichen Mittelgewalten zu bekämpfen.

Herrschaftsantritt
Am Beginn seiner Herrschaft empfing Konrad wahrscheinlich durch Erzbischof Hatto von Mainz die Salbung, die schon bei den Karolingern ein wichtiges Element der Legitimation gewesen war. Nach den Urkunden und Aktivitäten des ersten Regierungsjahres trat Konrad die Herrschaft aus einer relativ gefestigten Position an. Die hohe Akzeptanz der Intervenienten in den ersten beiden Regierungsjahren belegt sowohl eine breite Akzeptanz seiner Herrschaft als auch eine Beteiligung der Großen an der Regierung.

Als eine seiner ersten Handlungen führte Konrad gleich nach seiner Wahl einen Umritt über Schwaben und Franken an die Grenzen Bayerns und nach Lothringen durch. Als erster König seit Ludwig dem Deutschen und Arnulf von Kärnten betrat er wieder Sachsen. Mit dem Umritt beabsichtigte Konrad, die königliche Herrschaft wieder in allen Gebieten des Reiches auszuüben. Eine seiner ersten Reisen führte ihn dabei ins südliche Schwaben zu Bischof Salomo von Konstanz. In Konstanz feierte Konrad das erste Weihnachtsfest. Am zweiten Tag brach er mit Salomo zu einem Besuch des Klosters St. Gallen auf. Dort verbrachte er drei unbeschwerte Tage, und er wurde in die Gebetsverbrüderung des Klosters aufgenommen. Der Eintrag im St. Galler Verbrüderungsbuch diente der Sicherung der Memoria, da Konrad über die Fürbitte der Mönche auch Eingang in das himmlische Buch finden würde, in dem Gott die Namen der Gerechten aufschreibe. Im Gegenzug machte Konrad dem Kloster reiche Stiftungen: Silber für jeden Bruder, drei schulfreie Tage für die Kinder zum Spielen, die Ausstattung der Gallusbasilika mit wertvollen Decken und eine Bestätigung der Klosterimmunität. Der Ablauf des Besuchs, die Darstellung Konrads in den Quellen als primus inter pares, das Versprechen der Gebetshilfe und die Darstellung Bischof Salomos als Königsgleicher legen den Abschluss einer amicitia nahe. Dabei handelte es sich um ein System von beeideten Freundschaftsbündnissen als Herrschaftsmittel.[14]

Der Verlust Lothringens
Bereits der Tod des konradinischen Herzogs Gebhard im Jahr 910 hatte die Stellung der Konradiner in dieser Region entscheidend geschwächt. Wohl im Juli oder August 911 hatten sich große Teile des lothringischen Adels von Ludwig dem Kind und den Konradinern abgewandt. Im Januar 912 erschien König Karl III. in Lothringen und drang sogar bis ins Elsass vor, um den westfränkischen Besitzanspruch geltend zu machen. Er ließ Urkunden ausstellen, die auch konradinisches Gut betrafen. Anfang November erkannten die Lothringer Karl den Einfältigen als König an.

Zur Verteidigung des Herrschaftsanspruchs über Lothringen und die dortigen Besitzungen und Rechte seiner Familie führte Konrad I. in den Jahren 912 und 913 drei Feldzüge. Zunächst gelang es ihm, den Westfranken zurückzudrängen, aber noch im selben Jahr fielen lothringische Große erneut ins Elsass ein und brannten Straßburg nieder. Zwei weitere Feldzüge brachten keinen Erfolg. Obgleich die regionalen Machtverhältnisse kaum von Karl bestimmt wurden, blieb Lothringen seit 913 Konrads Einfluss entzogen. Dies bedeutete einen Verlust an Prestige: Lothringen galt als das traditionsreiche kulturelle und ökonomische Zentrum des einstigen großfränkischen Reiches, da hier die Kaiserstadt Aachen lag. Verloren gingen damit aber auch Machtmittel des Königtums und wichtige Familienpositionen im Westen. Der Verlust der konradinischen Abtei St. Maximin in Trier dürfte als besonders schmerzlich empfunden worden sein.

Ressourcen- und Personalpolitik

Königsurkunde Konrads I. Schenkung an das Kloster Fulda am 12. April 912.
Durch den Dynastiewechsel mussten die regionalen und lokalen Führungsschichten, zu denen Grafen, Bischöfe, Äbte, die Burgherren und die königlichen Vasallen zählten, ihre Beziehungen zum König neu ausrichten. Von den fünf Kirchenprovinzen des ostfränkischen Reiches wurden nur die Sitze von Mainz, Trier und Bremen frei und konnten neu besetzt werden. Die Kirchenprovinzen Trier und Köln schlossen sich 911 Lothringen an. Im Mai 913 wurde in Mainz Heriger Nachfolger des verstorbenen Erzbischofs Hatto. In Bremen setzte Konrad nach dem Tod der Erzbischöfe Hoger 916 und Reginward 918 nicht den vom Domkapitel gewählten Dompropst Leidgard ein, sondern dessen Kapellan Unni. Den Salzburger Erzbischof Pilgrim I. ernannte er 912 zum Erzkapellan.

Erzbischof Radbod von Trier wurde im Sommer 913 westfränkischer Erzkanzler. Bei seinem Tod am 30. März 915 hatte Konrad keine Möglichkeit, die Wahl des Nachfolgers zu beeinflussen. Der neue Erzbischof Ruotger von Trier verblieb im westfränkischen Reichsverband. Konrads Einflussnahme auf die Besetzung von Bistümern ist völlig unbekannt. In der Auseinandersetzung um Hoheitsrechte zwischen Bischöfen und Grafen wurde Bischof Einhard von Speyer am 12. März 913 in Straßburg erschlagen. Mit der Untersuchung des Mordfalls beauftragte die Synode von Hohenaltheim 916 Bischof Richgowo von Worms. Der Ausgang des Verfahrens ist unbekannt.

Die Bistümer konnten sich Konrads Zugriff also fast vollständig entziehen, und so versuchte der König, zumindest die größeren Königsabteien der Karolinger, die oft unter dem Einfluss bischöflicher Kommendataräbte oder gräflicher Laien standen, wieder als Reichsabteien stärker in seine Verfügungsgewalt zu bekommen. Der Abtei Murbach bestätigte Konrad Wahlrecht, Immunität und Besitzrechte. Von den Klöstern, die er mit 23 Urkunden weit häufiger bedachte als die Bistümer, erhoffte er sich wohl Rückhalt für seine Politik.[15] Konrads besondere Gunst genossen Lorsch, das fünf Urkunden erhielt, sowie das Bistum Würzburg und die Klöster Sankt Emmeram und Fulda, für die je vier Urkunden überliefert sind.[16] Konrad besuchte Lorsch, das sächsische Corvey, die fränkisch-thüringischen bzw. hessischen Klöster Fulda und Hersfeld und das schwäbische St. Gallen. Diesen Klöstern bestätigte er die alten Privilegien der Immunität und freien Abtwahl. Zudem förderte er sie zum Teil mit neuen Zuweisungen. Konrad hielt sich zunächst in St. Gallen (Weihnachten 911) auf, dann folgten Fulda am 12. April 912, Corvey am 3. Februar 913, Lorsch am 22. Juni 913 und Hersfeld am 24. Juni 918. Die Reichsabteien sollten wieder verstärkt zum servitium regis (Königsdienst) herangezogen werden. Die Gastung des königlichen Hofes auf der Durchreise, die personellen und sachlichen Dienstleistungen im Kriegsfall und die politischen Aufgaben des Abtes waren die wichtigsten Aufgaben des Königsdienstes. Die Höhe dieser Lasten ist allerdings mangels Quellen unklar.

Ungarneinfälle
Gegenüber den Ungarn, die zwischen 912 und 917 mindestens viermal in sein Reich einfielen, blieb Konrad untätig. Der Grund ist unbekannt, jedenfalls waren die regionalen Führer auf sich allein gestellt. Dennoch konnten sie Erfolge erzielen: Nach den Quellen führte nur ein Einfall der Ungarn zu einer Niederlage. 913 wurden sie zunächst von den Alemannen unter Pfalzgraf Erchanger und Graf Odalrich zurückgeschlagen. Herzog Arnulf vernichtete dann am Inn ein Heer fast vollständig. Die Niederlage 913 ging in das kollektive Gedächtnis der Ungarn ein und wurde in ungarischen Chroniken oft mit anderen Niederlagen und Verlusten verbunden.

Ein Sieg über einen äußeren Feind hätte Konrads Ansehen in einer Gesellschaft, die vom Kriegeradel und dessen Werten wie Ehre und Ruhm geprägt war, erheblich stärken können. Nach dem Verlust Lothringens und dem Ausweichen vor den Ungarn begann die Königsherrschaft jedoch bereits 913 rasch an Autorität zu verlieren. Dies führte auch zum offenen Konflikt mit Heinrich in Sachsen, Berthold und Burchhard in Schwaben sowie mit Arnulf in Bayern.


Initiale mit König Konrad I. Codex Eberhardi, Fulda, um 1150–1160
Verhältnis zu den Stammesgebieten
Sachsen
Der Sachsenherzog Otto der Erlauchte bildete als Schwager des 906 hingerichteten Babenbergers und Konkurrent der Konradiner in Nordhessen sowie ihrer Verbündeten in Nordthüringen eine ständige Gefahr für Konrads Königtum. Nach Ottos Tod am 30. November 912 konnte Konrad aktiver in die Verhältnisse eingreifen. Am 3. Februar 913 bestätigte er dem Kloster Corvey die Immunität und die freie Abtwahl. Bei einem Aufenthalt in Kassel bestätigte er am 18. Februar dieselben Rechte auch dem Kloster Hersfeld und privilegierte das südwestfälische Kloster Meschede. Dies sind allerdings die einzigen Zeugnisse für eine Regierungstätigkeit Konrads in Sachsen. Mit den beiden Urkunden Konrads vom 18. Februar 913 wurde der Ausstellungsort Kassel erstmals erwähnt.[17]

Nach Widukind hatte Konrad Bedenken, Heinrich „die ganze Macht seines Vaters zu übertragen“[18] Dadurch habe er sich das Missfallen beim ganzen Heer Sachsens zugezogen. Die Sachsen hätten, trotz aller Beschwichtigungen Konrads, auf eine ungeschmälerte Nachfolge bestanden und dem Sohn zum Widerstand geraten. Mit Hilfe Hattos von Mainz versuchte Konrad, die sich zuspitzende Lage zu wenden, doch der geplante Mordanschlag mit einer Halskette wurde verraten.[19] Stattdessen besetzte Heinrich sofort die Mainzer Besitzungen in Sachsen und Thüringen und dehnte darüber hinaus seinen Herrschaftsbereich nun auf ganz Thüringen aus. Auf die Kunde von Heinrichs Erfolgen sandte Konrad 915 seinen Bruder Eberhard mit einem Heer nach Sachsen. Dieses erlitt jedoch bei der Eresburg eine verheerende Niederlage, und Eberhard musste fliehen. Daraufhin zog Konrad selbst mit einem Heer nach Sachsen.

Als die Heere bei Grone aufeinandertrafen, war Heinrich dem König militärisch unterlegen. Heinrich soll schon entschlossen gewesen sein, sich dem König freiwillig zu unterwerfen (deditio), um anschließend mit ihm eine Schwurfreundschaft zu schließen. Graf Thietmar habe die Franken aber durch listige Verdrehung der Tatsachen zum Rückzug veranlassen können.[20] Die Darstellung Widukinds könnte jedoch frei erfunden sein.[21]

Die Forschung geht seit einem 1952 veröffentlichten Beitrag von Heinrich Büttner und Irmgard Dietrich auch ohne konkrete Anhaltspunkte in den Quellen von einem Ausgleich zwischen Konrad und Heinrich im Jahr 915 aus.[22] Heinrich scheint eine deditio (Unterwerfung) vollzogen zu haben, mit der er Konrad und sein Königtum anerkannte. Als Grund, der Widukind dazu bewogen haben könnte, die friedliche Einigung und den Ausgleich zu verschweigen und an deren Stelle die Anekdote des listigen Thietmar zu setzen, nimmt Gerd Althoff an, dass eine Unterwerfung Heinrichs nicht in das Bild passte, das Widukind vom ersten König der ottonischen Dynastie zeichnen wollte.[23]

Offenbar einigten sich also Konrad und Heinrich 915 auf die Anerkennung des Status quo und die gegenseitige Respektierung der Einflusszonen. Konrad verzichtete damit auf weitere militärische Interventionen im sächsisch-thüringischen Grenzraum, während der Sachsenherzog davon absah, alemannische und bayerische Große, mit denen Konrad im Konflikt stand, zu unterstützen. Wie das Verhältnis zwischen Konrad und Heinrich nach dem Jahr 915 konkret aussah, bleibt wegen der Quellenlage allerdings unklar. Zudem rückten die Auseinandersetzungen des Königs mit den süddeutschen Machthabern nun stärker in den Vordergrund.

Schwaben
Anders als in Bayern oder Sachsen, wo sich früh führende Geschlechter als duces etablieren konnten, konkurrierten in Alemannien mehrere Adelsfamilien. Die Machtverhältnisse in der Region waren während der gesamten Königsherrschaft Konrads ausgesprochen instabil. Schon 911 versuchte Markgraf Burkhard von Rätien in der karolingischen Königspfalz Bodman, sich zum dux bzw. princeps Alemannorum aufzuschwingen, wurde jedoch nach einem nicht allgemein anerkannten Urteil hingerichtet. Im Konkurrenzkampf des dortigen Adels wurde die Familie Burkhards durch Tötung oder Exilierung ihrer Mitglieder ausgeschaltet. Die Söhne Burkhard und Ulrich wurden in die Verbannung geschickt, der Bruder Adalbert wurde auf Anstiften des Konstanzer Bischofs Salomo getötet. Danach strebten die Pfalzgrafen Erchanger und Berthold nach der Herzogswürde. Dass Konrad das Weihnachtsfest in St. Gallen und Konstanz feierte und sich danach in Bodman und Ulm aufhielt, wird auch als königliche Machtdemonstration verstanden worden sein.

913 brach im Anschluss an den Lothringer Feldzug des Königs ein offener Streit zwischen Erchanger und Konrad aus. Der Grund ist unbekannt. Im Herbst wurde der Streit beigelegt und der Friedensschluss konnte durch die Heirat des Königs mit Erchangers Schwester Kunigunde besiegelt werden. Ein Jahr später nahm Erchanger Bischof Salomo gefangen, den Vertreter königlicher Interessen in Alemannien, wurde dann aber selbst von Konrad ergriffen und in die Verbannung geschickt. In dieser Situation kehrte der jüngere Burkhard zurück und begann seinerseits gegen den König zu rebellieren. Daraufhin belagerte Konrad vergeblich den von Burkhard besetzten Hohentwiel und musste sich wieder zurückziehen, da nun der Sachsenherzog Heinrich in Franken eingefallen war. Erchanger kehrte daraufhin aus seinem Exil zurück und schloss mit Burkhard ein Zweckbündnis. Konrad reagierte mit kirchlichen Sanktionen: Auf der Synode von Hohenaltheim wurden Erchanger und seine Verbündeten zu lebenslanger Klosterhaft verurteilt. Im Januar 917 setzte Konrad seine Widersacher Erchanger, Berthold sowie dessen Neffen Liutfrid gefangen und ließ sie am 21. Januar 917 bei Aldingen oder Adingen (Lage ungeklärt) enthaupten, obwohl sie zur deditio (Unterwerfung) bereit waren. Der schwäbische Adel erhob daraufhin den bisherigen Gegner Burkhard zum Herzog. Gegen Ende der Königsherrschaft Konrads erhob sich Burkhard erneut, doch konnte Konrad darauf nicht mehr reagieren.

Bayern
Durch seine im Jahre 913 geschlossene Ehe mit Kunigunde, der Witwe des 907 verstorbenen bayerischen Markgrafen Luitpold, wollte Konrad seinen Einfluss in Bayern stärken. Bayern sollte wieder zu einer Basis der Königsherrschaft gemacht werden, wie dies unter Ludwig dem Deutschen der Fall gewesen war. Im Juni 914 wird Kunigunde erstmals in einer Urkunde als Gemahlin erwähnt[24], doch finden sich in den Diplomen keine Anhaltspunkte für die Annahme, dass die Königin eine bedeutende Rolle für die Königsherrschaft spielte. Dass Kunigunde schon 915 Lorsch als künftigen Begräbnisort wählte, während sich Konrad in Fulda bestatten lassen wollte, deutet auf kein besonders enges Verhältnis der beiden hin.[25]

Anders als in Schwaben war der Kampf um die Führungsposition in Bayern weitgehend entschieden. Nachdem sein Vater Luitpold im Kampf gegen die Ungarn 907 gefallen war, konnte Arnulf eine mächtige und einflussreiche Stellung gewinnen. In Bayern stand allerdings der gesamte Episkopat geschlossen hinter Konrad, denn Arnulf hatte rücksichtslos Kirchen- wie Klostergut eingezogen und Kirchenrechte an sich gerissen. Herzog Arnulf versuchte, sich in Bayern der königlichen Herrschaft zu entziehen, und, ähnlich wie Konrad, die Kirchenhoheit zu erlangen. Die Chronologie der Auseinandersetzung ist aufgrund der Quellenlage umstritten.[26] 916 kam es zu einer Rebellion Arnulfs, die der König durch einen Feldzug nach Regensburg beendete. Arnulf flüchtete nach Ungarn. Die Herrschaft übertrug Konrad seinem Bruder Eberhard. Bereits ein Jahr später kehrte Arnulf jedoch aus Ungarn zurück und vertrieb Eberhard. Bei den Kämpfen mit Arnulf zog sich Konrad eine Verwundung zu, der er später erlag.

Verhältnis zur Kirche
Schon zu Beginn von Konrads Königtum dürfte entsprechend karolingischer Tradition eine enge Zusammenarbeit zwischen König und Kirche bestanden haben, die in der Salbung, wahrscheinlich durch Erzbischof Hatto von Mainz, ihren Ausdruck fand. Fast alle fränkischen, alemannischen und bayerischen Suffragane sowie die Erzbischöfe selbst standen mit dem Herrscher im Kontakt und werden in seinen Diplomen genannt. Jedoch sind sie in der Regel nicht außerhalb ihrer Region am Hofe nachweisbar, was den Episkopat nicht als tragende Stütze der Königsherrschaft Konrads erscheinen lässt.[27]

Um 900 wurden Bischöfe immer wieder vom weltlichen Adel bedroht oder gar getötet. So wurde Erzbischof Fulko von Reims ermordet und 913 traf dieses Schicksal auch Bischof Otbert von Straßburg. Die Kirche sah sich auf ein starkes Königtum angewiesen und suchte es mit kirchlichen Mitteln zu verteidigen. Die Bischöfe spielten mit 39 Intervenienten,[28] also als Vermittler einer Bitte um Bestätigung oder einer Schenkung durch den König, eine bedeutende Rolle. Auf Konrad übten insbesondere die führenden Mitglieder der Hofkapelle und der Kanzlei Einfluss aus. Als wichtigste Person galt dabei Bischof Salomo III. von Konstanz, der das Amt des Kanzlers in der gesamten Regierungszeit des Königs innehatte.

Die enge Kooperation zwischen Kirche und Königtum brachte die am 20. September 916 von ostfränkischen Bischöfen einberufene Synode von Hohenaltheim unter der Leitung des päpstlichen Legaten Petrus von Orte zum Ausdruck. Die Synode, die Konrad als christus Domini (Gesalbter des Herrn) bezeichnet, sollte die königliche Macht stärken und das enge Bündnis von Kirche und König festigen. Unklar ist sowohl, ob Konrad selbst an der Synode teilnahm, als auch, welche Bischöfe anwesend waren. Nicht erschienen waren die sächsischen Bischöfe, die deshalb auf der Synode scharf getadelt wurden. Selbst die Bedeutung von Hohenaltheim in der Zeit um 916 ist unbekannt. Doch kann die Wahl nur mit der Anwesenheit Konrads I. im bayrisch-fränkischen Grenzgebiet zusammenhängen, da eine Synode, die allein von Bischöfen geplant und einberufen worden wäre, sich als Tagungsort eher eine Bischofsstadt ausgewählt hätte.[29] Die 38 vollständig erhaltenen kanonischen Bestimmungen wurden vorwiegend zum Schutz des Königs und der Bischöfe vor Laien erlassen. Gewalttaten gegenüber dem König, den christus Domini, wurden mit dem Anathem bedroht. Dass Heinrich auf der Synode nicht als Gegner des Königs genannt wird, könnte ein Beleg für einen Ausgleich in Grone von 915 sein.[30] Dem bayerischen Herzog Arnulf, der nicht erschienen war, wurde eine Frist gewährt, um sich einer für den 7. Oktober anberaumten Synode in Regensburg zu stellen. Ob diese Provinzialsynode allerdings zu Stande kam, ist ungewiss. Der Versuch der Kirche, die königliche Macht zu stärken, brachte nicht den erwarteten Erfolg, denn Schwaben und Bayern fielen erneut vom König ab.

Tod und Nachfolge

Fuldaer Totenannalen mit Eintrag König Konrad I. in der dritten Spalte und sechsten Zeile (Hochschul- und Landesbibliothek Fulda, Handschriften B1)
Möglicherweise ist es bereits 915 in Grone zwischen Konrad und dem Sachsen Heinrich zu einer Vereinbarung über die Nachfolge im Reich gekommen. Ein solches Abkommen gewinnt auch deshalb an Wahrscheinlichkeit, weil Konrads Ehe mit Kunigunde, die bereits in vorgerücktem Alter war, nach zwei Jahren kinderlos blieb.[31] Aus der Aufnahme Konrads in zwei Zeugnissen ottonischen Totengedenkens (Merseburger Nekrolog und St. Galler Verbrüderungsbuch) leitet Gerd Althoff ab, dass Konrad am ehesten 915 zu einem Einvernehmen mit Heinrich gefunden habe.[32] Wie sich das Verhältnis zwischen Konrad und Heinrich entwickelte, ist unbekannt. Zumindest sind weitere Konflikte zwischen den beiden nicht überliefert.

Zahlreiche voneinander unabhängige Nachrichten berichten von einem langen Siechtum des Königs bis zu seinem Tod. Die Ursache dieser Krankheit war offenbar die Verwundung, die er sich 916 bei einem Heereszug gegen Arnulf von Bayern zugezogen hatte. Die Verletzung wirkte sich auch auf seine Königsherrschaft aus. Von 916 bis zu seinem Tod wurden sämtliche Urkunden des Königs an Orten ausgestellt, die an schiffbaren Flüssen liegen: Frankfurt (2×), Würzburg (2×), Tribur und Forchheim. Demnach hatte der König, so folgert Gerd Althoff, in seinen letzten beiden Jahren ein sehr eingeschränktes Aktionsfeld, denn er scheint in dieser Zeit, wenn überhaupt, nur per Schiff gereist zu sein.[33] Durch die lange Krankheit und die eingeschränkte Handlungsfähigkeit ist Konrad möglicherweise nicht am Widerstand der ‚Stammesherzöge‘, sondern nach Roman Deutinger wohl vielmehr „an der mangelnden Kunst seiner Ärzte gescheitert“.[34]

Konrads Leichnam wurde von seinem Sterbeort, dem Stammsitz Weilburg, auf eigenen Wunsch nach Fulda gebracht und im Januar 919 in der Kirche des Benediktinerklosters Fulda beigesetzt.[35] Die Wahl Konrads für Fulda als Begräbnisort könnte mit der großen Mönchsgemeinschaft und mit der Bonifatiusnähe zusammenhängen, da ein besonders wirkungsmächtiger Heiliger Gewähr dafür bot, dass das Andenken eines Königs gewahrt blieb. Der Name Konrads wurde in die von 779 bis 1065 im Kloster geführten Totenannalen aufgenommen und in das Gebetsgedenken der Mönche eingeschlossen. Jedoch finden sich in den Nekrologeinträgen auch die Namen von Konrads Vorgängern und Nachfolgern, womit der Eintrag allein ein recht dürftiger Hinweis für ein andauerndes Gebetsgedenken Konrads ist.[36]

Sein Nachfolger wurde nicht sein Bruder Eberhard, sondern der Sachse Heinrich. Der Herrschaftsübergang selbst wird von Liudprand, Adalbert und Widukind in gleicher Weise geschildert: König Konrad selbst habe vor seinem Tod den Auftrag gegeben, Heinrich die Königswürde anzutragen und ihm die Insignien zu überbringen. Sein Bruder Eberhard habe dies ausgeführt. Nach der Darstellung Widukinds soll der sterbende König selbst seinem Bruder Eberhard befohlen haben, auf die Thronfolge zu verzichten und die Insignien aus Mangel an fortuna (Glück) und mores (oftmals in der Forschung mit Königsheil übersetzt) die höchste „Staatsgewalt“ (summa rerum publicum) dem Sachsenherzog Heinrich zu übertragen.[37] Allerdings spricht der ungewöhnlich lange Zeitraum von fünf Monaten bis zur Erhebung Heinrichs zum König eher gegen eine öffentlich ausgesprochene Designation durch seinen sterbenden Vorgänger. Vielmehr dürften zähe Verhandlungen zwischen Eberhard und Heinrich über die Nachfolge stattgefunden haben, in denen Eberhard einsehen musste, dass Bayern und Schwaben eigene Wege gingen und er sich zudem mit seinen Verwandten zerstritten hatte.[38]

Wirkung
Maßnahmen nach Konrads Tod

Bild Heinrichs I. in der anonymen Kaiserchronik für Kaiser Heinrich V. (Corpus Christi, Cambridge, Ms 373, fol. 40r).
Nach dem Tode Konrads ist es wohl zwischen dem 14. und 24. Mai 919 in Fritzlar, nahe der Grenze des konradinischen und liudolfingischen Machtbereichs, zur Erhebung Heinrichs zum neuen König gekommen. Der Schilderung Widukinds zufolge hat der Konradiner Eberhard vor den versammelten Franken und Sachsen Heinrich als König benannt. Als ihm der Mainzer Erzbischof Heriger die Salbung anbot, habe Heinrich dies nicht angenommen: Er habe sich damit begnügen wollen, durch den Königsnamen aus den Großen seines Reiches herausgehoben worden zu sein – Salbung und Krönung jedoch sollten Würdigeren vorbehalten bleiben.[39] Die Darstellung hat bis heute heftige Kontroversen ausgelöst. So wird etwa um die Frage gestritten, ob im Ostfrankenreich die Salbung überhaupt üblich gewesen ist. Die Nachricht, dass nur Repräsentanten der Sachsen und Franken anwesend waren, und der Verzicht auf die Salbung könnten jedoch darauf hindeuten, dass Heinrich, im Gegensatz zu Konrad, seine Herrschaft mit einem reduzierten Anspruch antrat und dies in Fritzlar demonstrativ zum Ausdruck brachte.[40]

Um seine Herrschaft zu sichern, musste Heinrich sein Verhältnis zu den Herzögen regeln. Dabei vollzog sich die Integration der duces in die Machtstrukturen des ostfränkischen Reiches. Die Etablierung der regionalen Mittelgewalten, der späteren bzw. werdenden Herzogtümer also, denen sich Konrad noch militärisch entgegengestemmt hatte, akzeptierte Heinrich von Anfang an. Die regionalen Machthaber besaßen Herrschaftsgewalt, die sie nicht einer Verleihung des Königs verdankten, sondern aus eigener Kraft errangen, wenn man so will: durch Usurpation. Mit der dem König geleisteten Huldigung gewannen sie nun die Legitimation ihrer Führungsrolle.

Konrads Bruder Eberhard wurde als amicus regis (Freund des Königs) einer der wichtigsten Männer im Reich und blieb dies bis zu Heinrichs Tod. In Schwaben soll sich im Jahr 919 Herzog Burkhard ohne Widerstand „mit allen seinen Burgen und seinem ganzen Volk“[41] dem König unterworfen haben. Herzog Arnulf übte nach 918 bis 921 eine De-facto-Königsgewalt aus, mit der er sich die Herrschaftsmittel des Königtums in Bayern sicherte. Die vieldiskutierte Nachricht der Salzburger Annalen, die Bayern hätten ihren Herzog Arnulf in regno Teutonicorum zum König ausgerufen, wird in der neueren Forschung verstärkt angezweifelt.[42] Erst nach intensiveren militärischen Operationen unterwarf sich Herzog Arnulf dem König. Seine Machtposition wurde jedoch nicht beschnitten, als er Heinrich huldigte und von diesem als amicus in den Kreis der Berater aufgenommen wurde. Heinrich beließ dem Herzog sowohl das Recht zur Vergabe der Bistümer als auch den Fiskus mit der bedeutenden Regensburger Pfalz. In seinen Urkunden verfügte Heinrich außerdem nie über Güter in Bayern.

Im Unterschied zu Konrad versuchte Heinrich nicht, sich die Machtmittel des karolingischen Königtums anzueignen, sondern überließ auch hier den principes in den ostfränkischen Teilreichen ihre Führungsrolle. Die Herzöge wiederum verpflichteten sich zu Leistungen und dauerhafter Unterstützung. Freundschaft und weitgehende Selbstständigkeit wurde den Herzögen zugebilligt, allerdings erst nach einem demonstrativen Akt der Unterordnung.

Im Hinblick auf das umstrittene Lothringen führten Verhandlungen zum Abschluss eines Freundschaftsbündnisses zwischen Karl dem Einfältigen und Heinrich. Im November 921 trafen sich die beiden Könige bei Bonn. In der Mitte des Rheins, genau auf der Grenze zwischen Lothringen und dem Ostfrankenreich, wurde ein Schiff verankert, auf dem die beiden Könige einen Vertrag schlossen. Heinrich erkannte Karls Herrschaft über Lothringen an, während dieser ihn als gleichberechtigten fränkischen König akzeptierte, als rex Francorum orientalium bzw. rex orientalis.[43]

Den Ungarneinfällen der Jahre 919, 924 und 926 stand Heinrich, ähnlich wie Konrad, machtlos gegenüber. Doch geriet ein ungarischer Anführer in Gefangenschaft, und für dessen Freilassung erkaufte der König gegen einen jährlichen Tribut eine neunjährige Schonung. So gewann man Zeit, sich militärisch zu wappnen. Am 15. März 933 gelang tatsächlich ein militärischer Erfolg in der Schlacht bei Riade. Doch erst Heinrichs Nachfolger Otto konnte durch den Sieg in der Lechfeldschlacht 955 die Raubzüge der Ungarn dauerhaft beenden.

Mit Heinrich endete die karolingische Herrschaftspraxis, das Reich unter die legitimen Söhne des Königs aufzuteilen. Das Prinzip der Individualsukzession (Einzelthronfolge) setzte sich durch. Heinrich bestimmte seinen Sohn Otto zum alleinigen Nachfolger und gründete zugleich die Dynastie der Ottonen.

Konrad im Urteil der Ottonen

Verwandtschaftstafel der Ottonen, mit Hinweis auf Konrad I. als den Vorgänger Heinrichs I. (Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. Guelf. 74.3 Aug. 2°, pag. 226).
Die Zeit Konrads gehört zu den quellenärmsten des Mittelalters. Die Chronik Reginos von Prüm brach im Jahr 906 ab, die Altaicher Fortsetzung der Fuldaer Annalen versiegte im Jahr 901. Die Annalen des westfränkischen Geschichtsschreibers Flodoard von Reims umfassen erst wieder den Zeitraum von 919 bis 966. Zu Konrads Regierungszeit gibt es im Wesentlichen nur kurze zeitgenössische hagiographische Notizen. Dies liegt auch daran, dass der Herrscher kein Königsgeschlecht begründen konnte, in dem das Andenken an seine Leistungen gepflegt worden wäre.

Die wichtigsten Quellen für seine Zeit bilden daher seine 38 überlieferten Urkunden, mit denen er Schenkungen, Rechtsverleihungen und den Austausch von Gütern vornahm oder bestätigte.[44] Allerdings wurde die Hälfte der erhaltenen Diplome in den ersten anderthalb Jahren seines Königtums ausgestellt. Danach gibt es immer wieder längere Zeiträume, aus denen keine Diplome überliefert sind. Die Urkunden zeigen, dass sich der König vor allem in den letzten beiden Jahren in Franken aufhielt und diese Region zum Zentrum seiner Herrschaft wurde. Jenseits der Grenzen Frankens ist der König fast nur noch im Zusammenhang von Feldzügen nachweisbar. Die Annalen können zwar kein zusammenhängendes Geschichtsbild liefern, dennoch erscheint Konrad in diesen Nachrichten als glückloser Feldherr, der die Abwehr der Ungarn den Großen überlassen musste und sich selbst im Innern seines Herrschaftsverbandes kaum behaupten konnte.

Ausführlichere Nachrichten (bei Widukind von Corvey und Liudprand von Cremona) sind nicht nur aus spätem Rückblick, sondern zudem aus sächsisch-ottonischer bzw. italienisch-ottonischer Perspektive abgefasst; sie stammen erst aus dem zweiten Regierungsjahrzehnt Ottos I. Ihre spärlichen Nachrichten sind offenbar auf eine orale Traditionsbildung zurückzuführen, die das Geschehen im Nachhinein fiktional formte. Welche Einzelheiten zutreffend überliefert sind, ist daher ungewiss.

Nach Widukind, der die Herrschaft der Ottonen zu legitimieren versuchte, war schon Konrad nur König von Ottos „des Erlauchten“ (des Vaters Heinrichs I.) Gnaden geworden. Otto sei die Krone bereits 911 angetragen worden, er habe aber verzichtet. Die Liudolfinger stellten für Widukind also von Anfang an die gegebenen Herrscher dar.[45] Im Ergebnis waren damit die Ottonen und nicht die Konradiner die eigentlichen „Gewinner“ des Zerfalls des Karolingerreichs im Osten.[46]

Dennoch präsentierte Widukind Konrad als mächtigen und rechtmäßigen Herrscher.[47] Der Fortsetzer der Chronik Reginos von Prüm nannte ihn „einen stets milden und weisen Mann und einen Liebhaber der göttlichen Lehre“.[48] Liudprand von Cremona bezeichnete ihn anlässlich seiner Wahl als einen „kräftigen und kriegserfahrenen Mann aus fränkischem Geschlecht“,[49] der die aufständischen Fürsten „durch die Macht seiner Weisheit und die Stärke seiner Tapferkeit“ überwunden und unterworfen habe.[50] „Hätte nicht der frühe Tod, der nicht säumiger an die Hütten der Armen pocht als an die Burgen der Könige, den König Konrad so frühzeitig dahingerafft, so wäre er der Mann gewesen, dessen Name über viele Völker der Erde geboten hätte.“[51]

Die ottonische Familie hat lange Zeit für Konrad beten lassen. Im Merseburger Nekrolog ist der König mit seinem Todestag, dem 23. Dezember, und dem Titel rex (König) verzeichnet. Das St. Galler Verbrüderungsbuch enthält die Namen der bis 932 verstorbenen Angehörigen der liudolfingisch-ottonischen Familie sowie die Personen, zu denen die Liudolfinger eine gute Beziehung hatten. Unter den Namen der Gruppe findet sich für die letzten Dezembertage der Name Chuonradus, der mit König Konrad identifiziert wird.[52]

Nachleben im Hoch- und Spätmittelalter

König Konrad I. thronend und mit Schwert als Status- und Machtsymbol abgebildet. Darstellung aus der mittelalterlichen Enzyklopädie Spieghel Historiael von Jacob van Maerlant; vermutlich aber erst zwischen 1325 und 1335 in Westflandern entstanden (Den Haag, Koninklijke Bibliotheek, KA 20, fol. 227r).

Herzog Konrad zu Thüringen und Hessen als römischer König. Wigand Gerstenberg, Hessische Landesbibliothek, Universitätsbibliothek Kassel – Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel, 4⁰ MS Hass. 115, fol. 63r.

Gedenkplatte an König Konrad I. im Fuldaer Dom, Sandstein, 1878/79
Als des Stifters wurde Konrads in Lorsch, Fulda und St. Gallen noch bis ins späte Mittelalter gedacht. In den hochmittelalterlichen Chroniken wurden allerdings neben den Regierungsdaten meist nur die Ungarneinfälle und die Aufstände der Fürsten erwähnt. Die Chronisten dieser Zeit bemühten sich, die Geschichte des römischen Reiches nach Dynastien zu gliedern, die Idee von der Translatio imperii zu entwickeln und die Erfolge der Herrscher besonders hervorzuheben – diesen Bemühungen fiel Konrad zum Opfer. Sein Königtum galt als belangloses Zwischenspiel, das sich nicht in die Vorstellung von einer kontinuierlichen Herrschaftsausübung großer Geschlechter einfügen ließ. Vielmehr wurde es als merkwürdig empfunden, dass ein König zu herrschen vermochte, der keiner der großen Dynastien entstammte. Einige Chronisten machten ihn daher einfach zu einem Karolinger.[53]

Eine außerordentlich günstige Beurteilung erfährt Konrad bei Ekkehard IV. von St. Gallen. In diesem Kloster, dessen Abt Salomo III. zum engsten Beraterkreis Konrads zählte, wurde dem König noch lange ein ehrenvolles Gedenken bewahrt.[54]

In der Landes-, Regional- und Stadtchronistik des späten Mittelalters war Konrad nahezu bedeutungslos. Zwar tritt er noch in der Sächsischen Weltchronik recht ausführlich in Erscheinung, die Nachrichten in anderen Chroniken sind jedoch deutlich spärlicher. Oft wird Konrad mit Ludwig dem Kind kontaminiert und „als letzter Karolinger“ bezeichnet. Angaben über seine Herkunft und den genauen Herrschertitel fehlen häufig. In der kollektiven Erinnerung des Spätmittelalters spielte Konrad kaum eine Rolle. Eine Ausnahme bildet die Hessische Landeschronik des Wigand Gerstenberg. Er feierte Konrad als Retter des Christentums vor den Ungarn. Wigand machte Konrad zudem zum größten Förderer der Stadt Frankenberg; er erscheint geradezu als der Urheber einer großen städtischen Vergangenheit und verdrängt damit fast den ebenso gerühmten Karl den Großen.[55] Warum der Chronist Konrad derart in den Mittelpunkt rückte, ist ungewiss.

Konrads Nachwirkung in urkundlichen Quellen war regional begrenzt. Das Nachleben Konrads in dokumentarischen Quellen konzentrierte sich überwiegend auf die Gebiete, in denen seine Familie und er selbst begütert waren oder in denen Rechte und Besitzungen der Konradiner lagen. Vor allem Fulda, Mainz und Würzburg waren Zentren urkundlicher Nachwirkungen. Außerhalb des fränkischen Gebietes wurde seiner Herkunft kaum gedacht. Aus seinem Hausstift Weilburg liegen keine Urkunden vor, da diese Institution bis in die staufische Zeit hinein keinerlei Herrscherurkunden überliefert hat.[56] Auch Konrads Grab geriet in Vergessenheit; die Grabpflege hat das Mittelalter nicht überdauert. Seit dem 12. Jahrhundert ist sogar sein genauer Ort unbekannt. Möglicherweise hat das negative oder sogar fehlende Konradbild über die Jahrhunderte hinweg dazu geführt, dass sich niemand mehr die Mühe machte, sein Grab zu finden.[57] Nur eine im Jahr 1878 angebrachte Sandsteintafel erinnert an sein Grab. Öffentliche Resonanz fand ihre Aufstellung kaum.

Geschichtsbilder und Forschungsperspektiven
Anfänge des mittelalterlichen „Deutschen Reiches“
Dass die ostfränkischen Großen nicht dem einzigen noch regierenden Karolinger das Königtum antrugen, sondern einen Nichtkarolinger zu ihrem König machten, wurde oft als historische Weichenstellung für ein werdendes „Deutschbewusstsein“ gewürdigt.[58] Die Entscheidung der Großen aus Ostfranken, Sachsen, Alemannien und Bayern gegen einen Westfranken galt als Hinweis auf ein starkes Gemeinschaftsgefühl rechts des Rheins im Sinne eines „deutschen“ Nationalgefühls, weshalb nur einer der Ihren und kein „Franzose“ als König in Frage gekommen sei. Dass das Deutsche Reich um das Jahr 900 entstanden sei, war bis lange nach dem Zweiten Weltkrieg eine allgemeine Grundüberzeugung. Als die eigentlichen Gründer des „deutschen Reiches“ wurden die deutschen Stämme angesehen. Uneinig war man sich lediglich, welches konkrete Datum zwischen 843 und 936 in Betracht komme.

Der Historiker Harry Bresslau hielt 1911 vor der wissenschaftlichen Gesellschaft in Straßburg einen Vortrag mit dem Titel „Das tausendjährige Jubiläum der deutschen Selbständigkeit“, in dem er Konrads Wahl eine bedeutende Rolle bei der Abgrenzung zwischen der fränkischen und der deutschen Epoche des Reiches zuwies. Dynastiewechsel, Königswahl und Unteilbarkeit des Reiches waren für Bresslau die Hauptgründe, warum er 911 als Epochenjahr ansah.[59] Andere Historiker wie etwa Walter Schlesinger sahen in der Designation des Sachsenherzogs Heinrich durch den sterbenden König Konrad einen wesentlichen Beitrag zur Entstehung des mittelalterlichen Reiches, das sie mit dem Herrschaftsantritt von 919 beginnen ließen.[60]

Johannes Haller ließ mit Konrads Königtum die deutsche Geschichte beginnen und leitete 1923 sein Kapitel mit den Worten ein: „Seit wann gibt es eine deutsche Geschichte? Die richtige Antwort lautet: seit es Deutsche und ein deutsches Volk gibt. Aber seit wann gibt es das? ... Eine deutsche Geschichte kann es erst geben, wenn die unter sich verbundenen Stämme sich vom Gesamtverband des fränkischen Reiches lösen und eine Einheit für sich bilden. ... Konrad I. gilt darum als der erste deutsche König, und beim Jahr 911 darf man – wenn man nach festen Zahlen fragt, die freilich immer etwas Äußerliches behalten – die erste Epoche der deutschen Geschichte ansetzen: die Entstehung des deutschen Staates.“[61] Noch 1972 leitete Wolf-Heino Struck seinen Aufsatz über die konradinischen Stiftsgründungen mit folgenden Worten ein: „Als im November 911 Konrad I. in Forchheim [...] zum König gewählt und damit vor 1060 Jahren die Geschichte des Deutschen Reiches eingeleitet wurde, erreichte das Geschlecht der Konradiner den Höhepunkt seines Ansehens.“[62]

Erst durch die reichhaltigen Forschungen der letzten Jahrzehnte zur Nationsbildung mussten solche ehemals als sicher geltende Vorstellungen aufgegeben werden. Man sieht heute das Deutsche Reich in einem Prozess entstanden, der im 11. und 12. Jahrhundert noch nicht abgeschlossen war.[63] Außerdem ist heute unstrittig, dass die so genannten gentes, die politisch organisierten Großgruppen, die auch die Wahl Konrads bestimmten, keine „deutschen Stämme“, sondern deutschsprachige Gruppen waren, die ein schwer fassbares Zusammengehörigkeitsgefühl verband und die sich als Franken, Bayern, Sachsen oder Schwaben verstanden, nicht aber als „Deutsche“.[64] Der Begriff regnum Teutonicum wurde als Fremd- und Eigenbezeichnung erst allmählich seit dem 11. Jahrhundert gebraucht.[65]

Konrad im Urteil der Forschung

Denkmal König Konrads bei Villmar mit folgender Inschrift: Conrad I. 911–918. Deutscher König und Graf des Lahngaues übertrug in treuer Sorge für des Reiches Sicherheit und Macht sterbend Heinrich von Sachsen Krone und Herrschaft.
Während die ottonischen Quellen dem König ein positives Urteil ausstellen, gilt Konrad in der Forschung nach weit verbreiteter Ansicht mit seiner ganzen Regierung als gescheitert. Weder gelang es ihm trotz verschiedener Kriegszüge, den Verlust Lothringens an Karl den Einfältigen zu verhindern, noch vermochte er der einsetzenden Ungarngefahr Herr zu werden oder die aufstrebenden Fürsten in den Regionen in das Reich zu integrieren. Diese Urteile wirken bis heute nach. Die eher die Entstehung der Nationalstaaten hervorkehrende Forschung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts sah seine größte Leistung erst auf dem Sterbebett vollbracht, als er mit Heinrich für einen fähigen Herrscher sorgte, eine Entscheidung, die Ernst Dümmler als „seine ehrenvollste That“ rühmte.[66] Ein ähnliches Konrad-Bild findet sich auch in den Schulbüchern und der populärwissenschaftlichen Literatur jener Zeit. Die Werke beschäftigen sich zwar noch vergleichsweise ausführlich mit dem Konradiner, beurteilten ihn aber vor allem am Verlust Lothringens bzw. den Auseinandersetzungen mit den ‚Herzögen‘ und sahen seine größte Leistung in der Designation Heinrichs I.

Die ungünstige Beurteilung, die Konrad im nationalistischen 19. Jahrhundert erfuhr, verdeutlicht exemplarisch ein Vorgang, der sich 1891 ereignete: Als man Konrad an seinem ehemaligen Stammsitz Weilburg ein Denkmal errichten wollte, lehnte die Stadt Weilburg das Vorhaben ab. Herrscher und Epoche erschienen den „Stadtvätern“ von allzu geringer Bedeutung. Das Denkmal wurde schließlich bei Villmar auf einem Felsen hoch über der Lahn aufgestellt, wo es noch heute steht.

Robert Holtzmann schlussfolgerte 1941 in seiner Geschichte der sächsischen Kaiserzeit: „Am Erfolge gemessen, kann man freilich nur sagen: er ist gescheitert. Begünstigt von der Geistlichkeit, aber sonst fast nur auf die Kräfte des heimischen Rheinfrankens gestützt, hat er auf allen Punkten Niederlagen erlitten.“[67] Zwei Jahre später meinte Gerd Tellenbach: „Konrad I. aber vermochte den Versuch von 911 noch nicht zum Gelingen zu führen. Seine Regierung ist eine Kette politischer Mißerfolge.“[68]

Solche Urteile finden sich bis in die jüngere Zeit. 1991 urteilte Johannes Fried: „Trotz mancher Teilerfolge […] überfordert er die Ressourcen des Königtums durch die inneren Auseinandersetzungen und versagt schließlich auch bei der Abwehr äußerer Feinde, der Ungarn und Dänen“.[69] Für Fried war Konrad ein König, der „auf ganzer Linie scheiterte“.[70] Das Fehlen Konrads in den einschlägigen Herrscherbiographieserien begründet man mit seiner Erfolglosigkeit und damit, dass er weder den Karolingern noch den Ottonen zuzurechnen ist.[71]

In einem grundlegenden Aufsatz aus dem Jahr 1982, der die Beurkundungspraxis Konrads behandelt, unterschied Hans-Werner Goetz zwei Phasen in Konrads Regierung. In einer ersten Phase, die durch „eine energievolle Politik“ geprägt war, wollte er die königlichen Rechte noch ausweiten. Seine Stellung war durch eine breite Zustimmung der Großen gefestigt. Erst die Rebellionen der werdenden Herzogsgeschlechter leiteten die zweite Phase ein und ließen Konrads Pläne scheitern und schränkten seinen Wirkungskreis auf Franken ein.[72]

Seit dem Aufsatz von Goetz wurde König Konrad allerdings keine detailliertere Behandlung mehr gewidmet. Die Forschung ordnete Konrad eher in übergeordnete Zusammenhänge ein, ohne ihm dabei eine wegweisende Rolle zuzugestehen. Auch in der jüngsten Schulbuchgeneration ist Konrad nur noch sporadisch vertreten.[73] Erst eine von einer Fuldaer Bürgerinitiative angestoßene wissenschaftliche Tagung im Jahr 2005 rückte Konrad wieder in den Blickpunkt.[74] Einen „Rehabilitierungsversuch“ unternahm dabei Hans-Henning Kortüm. Nach seinem Urteil ist Konrad nicht gescheitert, sondern agierte im Gegenteil höchst erfolgreich. Das negative Konradbild beruhe zum einen auf der fehlenden Ausbildung einer Dynastie[75] und zum anderen auf einer falschen Interpretation der berühmten Formulierung fortuna atque mores, also des negativen Resümees Widukinds. Nach Widukind soll König Konrad auf dem Sterbebett zu seinem Bruder Eberhard gesagt haben, dass ihm „fortuna atque mores“ fehlten. Während fortuna tatsächlich das im mittelalterlichen Verständnis so wandelbare Glück bezeichne, sei mores nicht, wie bisher üblich, mit Königsheil zu übersetzen, sondern eher mit dem Begriff Zeitgeist. Diese Bedeutung herrsche im Werk des Sallust vor, an dessen Stil sich Widukind generell stark orientiert habe. Die veränderte Übersetzung würde schließlich bedeuten, dass mit fortuna und mores ein Herrscherwechsel vonstattenging und der Zeitgeist (mores) sich zwangsläufig vom sterbenden König abwandte.

Im Jahr 2008 begründeten Gerd Althoff und Hagen Keller die entscheidende Schwäche für das Scheitern Konrads I. damit, „daß es dem König nicht gelang, ein personales Beziehungsnetz aufzubauen, das über den Kreis hinausreichte, mit dessen Hilfe er das Königtum übernommen hatte“.[76]

Das Vonderau Museum veranstaltete vom 9. November 2011 bis zum 5. Februar 2012 anlässlich des 1100. Jahrestages der Wahl Konrads I. zum König die Ausstellung 911 – Königswahl zwischen Karolingern und Ottonen. Konrad I. – Herrschaft und Alltag. Dazu wurde ein Begleitband veröffentlicht.[77] 
(OSTFRANKENREICH), König König Konrad I. ´der Jüngere` (I18337)
 

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