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| 601 | Als Thronfolger stand Géza 965 als Heerführer an der Spitze eines ungarischen Kriegszuges, den er gemeinsam mit dem Bulgarenzar Peter gegen Byzanz unternahm. Kurz darauf führte er einen weiteren Feldzug gegen Byzanz, diesmal gemeinsam mit dem Kiewer Fürsten Swjatoslaw I. Als dieser 970 mit einer Niederlage bei Arkadiopolis endete, gaben die Ungarn für lange Zeit Feldzüge in das Ausland auf. Gleichzeitig fühlten sich die Ungarn von Westen bedrängt, da 967 die Regentschaft in Bayern geendet und der junge Heinrich „der Zänker“ dort selbst das Fürstenamt übernommen hatte. Nachdem er 971 zum König erhoben worden war, trieb Géza die unter seinem Vater begonnenen Bemühungen um die Taufe voran. Kurz nach seinem Regierungsantritt muss er Sarolt geheiratet haben, die Tochter eines bereits orthodox getauften Adligen. Beim deutschen Kaiser Otto I. bat Géza um Missionare. Otto ernannte darauf den Sankt Galler Mönch Brun zum Bischof für Ungarn. Im Herbst 972 traf dieser in seinem neuen Zuständigkeitsbereich ein und taufte Géza, worauf auch ein Großteil des ungarischen Adels die Taufe empfing. Durch die katholische Taufe näherte sich Géza dem Westen an und versetzte den Bemühungen Byzanz’ um Einfluss bei den Ungarn einen schweren Schlag. | VON UNGARN, Géza (I36243)
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| 602 | Als UNRUOCHINGERIN brachte Judith Erbansprüche auf die LANGOBARDISCHE KÖNIGSKRONE mit in die Ehe, die Herzog ARNULF 934 für seinen Sohn EBERHARD in einem Italienfeldzug vergeblich zu verwirklichen suchte. Ihre älteste Tochter Judith heiratete HEINRICH I. VON BAYERN, Bruder des KAISERS OTTO I., was die Einbindung Bayerns in das entstehende HEILIGE RÖMISCHE REICH entscheidend förderte. | VON FRIAUL, Judith (I18325)
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| 603 | Als Wilhelm I. 942 ermordet wurde, war Richard noch ein Kind, so dass er König Ludwig IV. nicht daran hindern konnte, die Normandie zu besetzen. Vermutlich hielt dieser ihn an seinem Hof in Laon gefangen und setzte in der Normandie einen Statthalter ein. Gegen den Widerstand der Normannen, die Unterstützung vom dänischen König Harald Blauzahn erhielten, verbündete sich Ludwig zeitweise mit seinem Rivalen Hugo dem Großen, wurde aber von den Normannen 945 in Rouen gefangen genommen und an Hugo ausgeliefert. Etwa um die gleiche Zeit konnte Richard in die Normandie zurückkehren, wo er den Titel eines Herzogs annahm. Um 956 ernannte ihn Hugo der Große zum Beschützer seines Sohnes und späteren Königs Hugo Capet und verlobte seine Tochter Emma von Paris mit ihm, die Richard 960 heiratete, die aber vermutlich kinderlos starb (nach 966). Laut Robert von Torigni ging Richard kurz nach Emmas Tod auf die Jagd, wo er sich bei einem Aufenthalt in die Dänin Seinfreda verliebte. Diese war aber schon verheiratet und forderte Richard deshalb auf, sein Glück bei ihrer älteren Schwester Gunnora zu versuchen. Die Kinder aus dieser Beziehung wurden erst nachträglich durch die Eheschließung legitimiert. Richard holte Wilhelm von Volpiano, Abt von St. Bénigne, ins Land und ließ auf der Insel Mont-Saint-Michel ein Benediktinerkloster errichten und die während der Wikingereinfälle zerstörte Kirche von Fécamp wiederaufbauen. | VON DER NORMANDIE, Herzog Herzog Richard I. (I15332)
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| 604 | Als Wilhelm I. 942 ermordet wurde, war Richard noch ein Kind, so dass er König Ludwig IV. nicht daran hindern konnte, die Normandie zu besetzen. Vermutlich hielt dieser ihn an seinem Hof in Laon gefangen und setzte in der Normandie mit Raoul Tourte einen Statthalter ein. Gegen den Widerstand der Normannen, die Unterstützung vom dänischen König Harald Blauzahn erhielten, verbündete sich Ludwig zeitweise mit seinem Rivalen Hugo dem Großen, wurde aber von den Normannen 945 in Rouen gefangen genommen und an Hugo ausgeliefert. Etwa um die gleiche Zeit konnte Richard in die Normandie zurückkehren, wo er den Titel eines Herzogs annahm. Um 956 ernannte ihn Hugo der Große zum Beschützer seines Sohnes und späteren Königs Hugo Capet und verlobte seine Tochter Emma von Paris mit ihm, die Richard 960 heiratete, die aber vermutlich kinderlos starb (nach 966). Laut Robert von Torigni ging Richard kurz nach Emmas Tod auf die Jagd, wo er sich bei einem Aufenthalt in die Dänin Seinfreda verliebte. Diese war aber schon verheiratet und forderte Richard deshalb auf, sein Glück bei ihrer älteren Schwester Gunnora zu versuchen. Die Kinder aus dieser Beziehung wurden erst nachträglich durch die Eheschließung legitimiert. Richard holte Wilhelm von Volpiano, Abt von St. Bénigne, ins Land und ließ auf der Insel Mont-Saint-Michel ein Benediktinerkloster errichten und die während der Wikingereinfälle zerstörte Kirche von Fécamp wiederaufbauen. | NORMANDIE, Richard I. (I36500)
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| 605 | Als zu Beginn des 10. Jahrhunderts wiederholte Ungarneinfälle und die Schwäche des spätkarolingischen Königtums das Ostfränkische Reich erschütterten, gelang es HEINRICH durch geschickte HEIRATSVERBINDUNGEN, sich in Sachsen eine führende Stellung aufzubauen. Er nutzte hierzu den Umstand, dass Adelsfehden zwischen den mächtigen Aristokratenfamilien um die Vorherrschaft in den einzelnen Stammesgebieten des ostfränkischen Reiches zu einer Etablierung regionaler Mittelgewalten, der späteren Herzogtümer, führten. | VON SACHSEN (OSTFRANKENREICH), Heinrich I. ´der Vogler` (I1963)
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| 606 | Als Zweig der adligen Fam. Brümsi lässt sich das noch heute existierende Geschlecht der I. seit der 2. Hälfte des 13. Jh. als mächtiges Bürgergeschlecht der Stadt Schaffhausen in den Quellen nachweisen. Ihren Geschlechtsnamen führt die Fam. auf ihre Wohnsitze, die Geschlechtertürme in der Stadt Schaffhausen, zurück. Sie verfügte über umfangreichen Besitz in und um Schaffhausen. Es gehörten ihr Eigen- und Lehensgüter sowie Vogteien im Klettgau und im Hegau, im Thurgau und im nördl. Teil des heutigen Kt. Zürich. Über Jahrhunderte hinweg besass die Fam. einen Teil der Gerichtsbarkeit in Thayngen. Auch im Schwarzwald verfügte sie über beträchtl. Besitzungen. Das Geschlecht spaltete sich im MA in versch. Zweige auf, von denen einige ausstarben. Ab der 2. Hälfte des 13. Jh. hatte die Fam. Anteil am Stadtregiment Schaffhausen. Bis weit ins 19. Jh. hinein hatten einige ihrer Mitglieder wichtige städt. Ämter inne, etwa der Bürgermeister Hans (->) und der Kleinrat und Pannerherr Hans (->). Nicht selten zerstritten sich einzelne Familienvertreter mit anderen polit. Machtträgern der Stadt (z.B. Hans Friedrich ->) und gaben deswegen gar das städt. Bürgerrecht auf (z.B. Eberhard ->). Angehörige des Geschlechts traten auch in den geistl. Stand und erlangten bedeutende Stellungen, so z.B. Johannes (1324-33 Abt des Benediktinerklosters Allerheiligen), Anastasia (1330-34 Äbtissin des Klarissenklosters Paradies), Margaretha (1473 Meisterin im Benediktinerinnenkloster St. Agnes)..... | IM THURN, Hans (I30782)
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| 607 | Als Zweig der adligen Familie Brümsi lässt sich das noch heute existierende Geschlecht der Im Thurn seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als mächtiges Bürgergeschlecht der Stadt Schaffhausen in den Quellen nachweisen. Ihren Geschlechtsnamen führt die Familie auf ihre Wohnsitze, die Geschlechtertürme in der Stadt Schaffhausen, zurück. Sie verfügte über umfangreichen Besitz in und um Schaffhausen. Es gehörten ihr Eigen- und Lehensgüter sowie Vogteien im Klettgau und im Hegau, im Thurgau und im nördlichen Teil des heutigen Kantons Zürich. Über Jahrhunderte hinweg besass die Familie einen Teil der Gerichtsbarkeit in Thayngen. Auch im Schwarzwald verfügte sie über beträchtliche Besitzungen. Das Geschlecht spaltete sich im Mittelalter in verschiedene Zweige auf, von denen einige ausstarben. Ab der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts hatte die Familie Anteil am Stadtregiment Schaffhausen. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein hatten einige ihrer Mitglieder wichtige städtische Ämter inne, etwa der Bürgermeister Hans (->) und der Kleinrat und Pannerherr Hans (->). Nicht selten zerstritten sich einzelne Familienvertreter mit anderen politischen Machtträgern der Stadt (z.B. Hans Friedrich ->) und gaben deswegen gar das städtische Bürgerrecht auf (z.B. Eberhard ->). Angehörige des Geschlechts traten auch in den geistlichen Stand und erlangten bedeutende Stellungen, so zum Beispiel Johannes (1324-1333 Abt des Benediktinerklosters Allerheiligen), Anastasia (1330-1334 Äbtissin des Klarissenklosters Paradies), Margaretha (1473 Meisterin im Benediktinerinnenkloster St. Agnes). Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert standen einige Männer der Familie Im Thurn in militärischen Diensten, unter anderem in Frankreich, Holland, Württemberg, Kursachsen und Grossbritannien und besetzten zum Teil hohe Funktionen. In Frankreich, Italien, Grossbritannien und Deutschland entstanden weitere, teilweise bis heute bestehende Familienzweige. Im 19. Jahrhundert waren Vertreter der Im Thurn in bedeutenden Stellungen in der Wirtschaft anzutreffen – Johann Conrad (->) beispielsweise gründete 1840 in London das Handelshaus Naegeli – und taten sich in der Wissenschaft (Veterinärmedizin, Geschichtswissenschaft, Ethnologie) hervor. Als hoher Kolonialbeamter und Wissenschaftler im Dienste Grossbritanniens erlangte Sir Everard Ferdinand Im Thurn (1852-1932) im angelsächsischen Raum Bekanntheit. | IM THURN, N. (I46169)
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| 608 | Als zweitem Sohn Ludwigs des Deutschen und dessen Frau Hemma wurde ihm bei der Reichsteilung durch seinen Vaters 865 das größte ostfränkische Teilreich zugewiesen, bestehend aus Franken, Sachsen und Thüringen. 870 kam mit dem Vertrag von Meerssen auch das östliche Lotharingien hinzu. In all diesen Gebieten übernahm er nach seines Vaters Tod 876 die Herrschaft. Gedenktafel am Ort der Ecclesia varia in Lorsch In der Schlacht bei Andernach am 8. Oktober 876 schlug er den westfränkischen König Karl den Kahlen und beendete dessen Expansionsversuche nach Lotharingien. Mit den Enkeln Karls des Kahlen, Ludwig III. und Karlmann, kam es 880 zum Vertrag von Ribemont, durch den Ludwig auch die Herrschaft über das westliche Lotharingien erhielt. Nach dem Tode seines Bruders Karlmann 880 bekam Ludwig außerdem die Herrschaft über das frühmittelalterliche Königreich Bayern. Ludwig der Jüngere hatte keinen ihn überlebenden männlichen Nachkommen, daher fiel sein Herrschaftsgebiet an seinen Bruder Karl III. den Dicken (ostfränkischer Teilkönig in Alemannien, italienischer König und Kaiser). Er wurde im Kloster Lorsch begraben. Da er die ab 879 wieder beginnenden Normanneneinfälle nicht wirksam unterbinden konnte, bezeichnete Hinkmar von Reims ihn in seinen Annalen als unfähigen König. | (OSTFRANKENREICH), König König Ludwig III. der Jüngere (I24108)
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| 609 | Altenbockum (auch Alten-Bockum, Aldenbockum, Grimberg genannt Altenbockum, Oldenbockum und Alten-Bockum) ist der Name eines uradligen Geschlechts aus Westfalen. 1307 wurde Wennemar von Grimberg, auch Wennemar von Aldenbockum genannt, urkundlich als Ritter und Burgmann des Grafen Eberhard I. von der Mark[1][2] benannt.[3] Aus dem Stammhaus Schloss Grimberg gründete sich die Stammlinie Grimberg, später auch als Grimberg genannt Altenbockum, bekannt, aus der im 16. Jahrhundert einige Mitglieder in das Herzogtum Kurland und Semgallen und nach Livland auswanderten. Deren Linien begannen mit Karl von Altenbockum, Herr auf Weweßen, Klanen (bei Talsi) und Uggenzehm,[4] von dem wiederum die weiteren Linien in Hessen und Sachsen abstammen. Herkunft des uradligen Geschlechts Schloss Grimberg auf einer Postkarte aus dem Jahr 1913 Das besagte Geschlecht stammt aus der Grafschaft Mark und nannte sich vormalig Grimberg, da sie aus dem Ort mit dem Schloss Grimberg stammten. Später übernahmen sie mehrheitlich den Namen der Ortschaft „Altenbockum“, welche im Amt Blankenstein lag und ihnen durch Heirat, Eroberung oder Erbe zugefallen war. Johann von der Berswordt schrieb im Westphälisch adlich Stammbuch, S. 417: „Grimberg zum Grimberg im Ambt Bochumb“. Und vorher setzt er †: „Nobilis familia Marcana Alenbaeckum haud pridem emorta“.[5] Nachfolgend werden Personen mit dem Namen Grimberg, genannt Altenbockem und Altenbockem, in der weiteren Historie erwähnt: 1307 Wenmar von und zu Grimberg, (Winemarus miles de Grintberg) ist vermutlich derjenige, dem 1328 ein versiegelter Brief zugeordnet werden kann. Auf diesem Siegel ist ein Ring mit der Umschrift: „Wenmar de Grymberghe, Miles“. 1411 Johann von Aldenbockum, Wilm von Büren und Bernd von Strünckede führten Krieg mit dem Erzbischof Friedrich zu Köln 1512 Johan von Aldenbockum erbte Bergkamen 1544 Casper von Aldenbockum ging nach Livland 1569 Neveling von Aldenbockum, Herr zu Werne. Administrator der Hochstifte Osnabrück und Paderborn. Weitere Stammlinien Gemeindewappen von Rünthe (Ring stammt aus dem Familienwappen der Herren von Altenbockum) Es existieren weitere Geschlechtertafeln, zu ihnen gehörten: Aldenbockum zur Wisch,[6] Aldenbeckum zur Heyde, Aldenbockum zu Altenmengede,[7] Aldenbockum zu Tyll und Altenbockum zur Rünte. Stammtafel Grimberg in Westfalen Wennemar (I.) von Grimberg (um 1220–1271), urkundlicher Ritter 1263–1271 Wennemar (II.) von Grimberg (um 1255–1282), urkundlicher Ritter 1278–1282 in Grimberg Wennemar (III.) von Grimberg (um 1265–1336), Ritter und Herr zu Altenbockum Wennemar (IV.) „der Jüngere“ von Grimberg genannt von Altenbockum (1306–1371), urkundlicher Ritter 1289–1337, Herr zu Altenbockum Johann von Grimberg genannt von Altenbockum (* um 1305; † um 1350 in Altenbockum) Dietrich von Griemberg „der Alte“ genannt von Altenbockum zur Heyde (* um 1350; † um 1380 in Altenbockum) Johann von Grimberg genannt Altenbockum „der Alte“ (um 1395–1454), Herr zu Altenbockum Johann von Grimberg genannt von Altenbockum zu Wisch (* um 1440–1487), Ritter, Drost zu Bochum Johann von Grimberg genannt von Altenbeckum, Herr zu Wisch (1497–1514), Drost zu Bochum und Goch Johann von Grimberg genannt Altenbockum, Herr zu Wisch[8][9] Diedrich von Grimberg genannt von Altenbockum (* um 1520), Herr zu Altenmengede[10] Stammtafel Livland und Kurland Dietrich von Altenbockum war von 1476 bis 1483 Vogt von Kandau in Livland und von 1484 bis 1490 Komtur von Goldingen.[11] Damit stellten die Altenbockums zum ersten Mal einen Ritterbruder[12] für den Deutschen Orden in Livland. Durch Dietrichs Vermittlung dürfte auch Johann von Altenbockum nach Kurland gekommen sein, für den die vorliegende Urkunde den frühesten Nachweis darstellt.[13] Noch aus demselben Jahr 1492 datiert eine weitere Verkaufsurkunde über Ösulschem Besitz an Johann von Altenbockum.[14] In Livland und Kurland lebten nachfolgende Familienmitglieder: Johan (II.) von Aldenbockum (* zwischen 1450 und 1510), Herr von Altenbockum, seit 1493 Ritter, urkundliche erwähnt 1500, zog nach Ostpreußen, 1517 tot auf Karkeln,[15] ihm folgten im männlichen Stamm: Philipp von Altenbockum (* zwischen 1490 und 1544), Herr auf Kallitzen Johann (III.) von Altenbockum (1510–1570), Herr auf Dursuppen und Zehren ⚭ Elisabeth von Hahn (zwischen 1462 und 1533) Heinrich (I.) von Altenbockum († 1618), Herr auf Zehren und Rinkuln, Heinrich (II.) von Altenbockum (* um 1610; † vor 1653), Erbherr auf Zehren und Dursuppen Jan Henryk (Johann Heinrich) von Altenbockum (* um 1640; † um 1685), polnische Linie, königlich polnischer Oberst ⚭ Konstancja Tekla von Branicka (* um 1658) Jan Kazimierz de Alten-Bokum (1666–1721) , Bischof von Kulm[16] in Polen Konstancja von Altenbockum (1680–1743), Mätresse Augusts des Starken Weitere Namensnennungen in Kurland Wappen des Herzogtums Kurland und Semgallen Das Geschlecht „von dem Grimberg genannt Altenbockum“ wird im Verzeichnis sämtlicher zum Kurländischen Indigenatsadel gehörigen Geschlechter geführt.[17] Im Baltischen Wappenbuch werden sie als „von dem Grimberg gen. Altenbockum“, ein im Kurland ausgestorbener Uradel, aufgeführt. Es wird darauf hingewiesen, dass sie in Preußen als „Altenbockum“ weiterblühten.[18] Nachweislich waren zwischen 1700 und 1800 aus dem Geschlecht folgende Offiziere im preußischen Diensten: Johan Ernst von Alten-Bockum, Johann Ernst aus Kurland, Johann Friedrich von Alten-Bockum aus Kurland und Samuel von Alten-Bockum aus Litauen.[19] In einer Vielzahl von Lehns-, Kauf- und Pfandurkunden, Dokumente über Eheberedungen, Grenzbegehungen, gerichtliche Auseinandersetzungen, Rentengeschäfte und andere mehr wird über das Leben derer von Altenbockum Auskunft erteilt, wobei auch hier die Schreibweisen von Oldenbokem über Oldenbukem bis Altenbockem reichen. Alle Urkunden stammen aus dem Bereich Goldingen.[20] Im Allgemeinen Schriftsteller- und Gelehrten-Lexicon der Provinzen Livland, Esthland und Kurland, Band 1 werden Georg Friedrich von Alten-Bockum, Erbherr auf Popraggen in Kurland (* 14. Juni 1734; † 1788) mit dem Titel „Vorläufige Gedanken, wozu die Verbesserung der Gesetze des königlich piltenschen Kreises Anlass gegeben, entworfen von einem Einsassen des Kreises. Mitau, 1777. Eine Fortsetzung hinterließ er in der Handschrift“ und Gerhard Georg von Alten-Bockum (* in Kurland 1732), Major in kaiserlich-russischen Diensten mit einem Schriftstück, welches er seinem Vater G.G.v. alten Bockum (Mitau ohne Jahresangabe) widmete.[21] Neu-Kurland Kurländische Kolonisierung Tobagos (lettische Briefmarke, 2001) Die Insel Tobago, deren Name sich von Tabak ableitet, wurde bereits von Kolumbus entdeckt. Im 17. Jahrhundert stritten Franzosen, Briten, Niederländer und Kurländer um die Herrschaft über die Insel. Das Herzogtum Kurland und Semgallen schickte sich an, sich im Jahre 1682 an der Verteilung der Kolonialländer zu beteiligen.[22] Der kurländische Herzog Friedrich Casimir setzte die Kolonialpolitik seines Vaters fort. Nach mehreren misslungenen Verhandlungen und gewaltsamen Inbesitznahmen der Insel Tobago entsandte er 1687, trotzt laufender Verhandlungen in London, den Landmarschall Dietrich von Altenbockum mit 400 Soldaten und 1000 Siedlern nach Tobago.[23] Zunächst gelang es ihm sich auf der Insel festzusetzen, infolge einer Verletzung starb Altenbockum jedoch im Jahre 1688. Die Ansiedlung der Kurländer geriet um 1689 ins Stocken und wurde zwischen 1690 und 1691 vom Herzog aufgegeben.[24] → Hauptartikel: Kurländische Kolonialgeschichte Hessisch-sächsische Linien Alten-Bockum Karl von Altenbockum emigrierte um 1600 von Westfalen in das Herzogtum Kurland und Semgallen, er wurde Herr auf Weweßen, Klanen und Uggenzehm[25] Christoph Heinrich von Altenbockum (* 1652), Herr auf Klanen ⚭ Anna Maria von Mirbach (1677–1755) Christoph Heinrich von Altenbockum (1705–1758), Herr auf Alt-Drogen ⚭ Otilie von Hahn (1713–1776) Ernst Eberhard von Altenbrockum (* 1737 in Altroggen; † 1795 in Duisburg), landgräflicher hessisch-kasselscher Oberstleutnant ⚭ Charlotte von und zu Gilsa (1774–1815) Karl Ferdinand von Alten-Bockum (1786–1841), kurfürstlich hessischer Generalmajor ⚭ Ottilie Klementine von Carlowitz (1804–1886) Carl von Altenbockum (1842–1910), königlich preußischer Konsistorialpräsident Hans von Altenbockum (* 1875 in Kassel; † 1953 in Hausen, Kr. Ziegenhain), Herr auf Muttrin (Kreis Belgard), preußischer Hauptmann ⚭ Karola von Grünberg (* 1878; † 1979): u. a. Ursula von Altenbockum (* 1907 in Berlin), unvermählt Wennemar von Altenbockum (* 1908 in Dortmund) ⚭ Ulrike von Rohr (* 1926 in Plessow), fünf Kinder; lebten zeitweise in Angola Elisabeth von Altenbockum (* 1911 in Muttrin; † vermisst 1945), unvermählt Ernst-Eberhard von Altenbockum (* 1917 in Muttrin; † 15. September 1939 Warschau-Praga), Leutnant Hans-Kaspar von Altenbockum (* 1923 in Muttrin) ⚭ Ingeborg von Bassewitz (* 1935 in Parchim) Jasper von Altenbockum (* 1962 in Schwäbisch Hall), Journalist Karola von Altenbockum (* 1925 in Muttrin; † 1950 in Marburg/Lahn), Wirtschaftsgehilfin Georg von Altenbockum (* 1876 in Osnabrück; † 1954 in Enger, Westf.), preußischer Leutnant ⚭ Maximiliane von Friesen auf Teschendorf (* 1880; † 1939) Friedrich Gerhard von Alten-Bockum (* 1747; † 1826 in Dresden), königlich sächsischer Oberst ⚭ Johanna Dorothea Jünger (* 1774) Eduard Friedrich Ferdinand von Alten-Bockum (* 1801 in Chemnitz) ⚭ Emma Seidel (1813–1886) Wappen im Baltischen Wappenbuch von 1882 Wappen Im schwarzen Wappenschild mittig ein silberner Ring. Auf dem Helm, mit schwarz-silbernen Decken ein wachsender (silbern-geflügelter) schwarzer Hund mit silbernem Halsband (gelegentlich auch Greif, dessen Brust mit einem silbernen Ringe belegt ist).[26][27] Das Wappen der kurländischen Linie zeigt in Schwarz einen goldenen Ring. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken ein wachsender, goldbehalsbandeter, rot-bezungter schwarzer Rüde, dessen Brust mit einem goldenen Ring belegt ist, zwischen einem rechts von Schwarz, Gold und Schwarz und links von Gold, Schwarz und Gold geteilten offenen Flug. | VON ALTENBOCKUHM, Kathrin (I45839)
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| 610 | Alter bei 1. Ehe [0 Jahre] erreicht nicht Mindestalter [12 Jahre]. David ALTHER / Katharina STÄHLIN | ALTHER, David (I15817)
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| 611 | Alter bei 1. Ehe [0 Jahre] erreicht nicht Mindestalter [12 Jahre]. David ALTHER / Katharina STÄHLIN | Familie: ALTHER, David / STÄHLIN, Katharina (F6812)
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| 612 | Alter: 3 Tage | RANDOLL, Johann Jacob (I2347)
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| 613 | Alter: 42 Jahre Laut Nahrungszettel vom 21.02.1721 betreibt er kein Gewerbe, sondern muß sich in die Kost seines Schwagers (Adam Rauh!) begeben, weil er wohl nicht im Verstand fundiert ist. | RANDOLL, Johann Adam (I632)
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| 614 | Alter: 59/6/15 Ackermann in Weinheim, Bürgerannahme 21.08.1786 (der ackernde Bauer, im Dienste des Grundherrn) | RANDOLL, Johann Philipp (I314)
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| 615 | Alter: 71/9/29 | RANDOLL, Philipp (I2349)
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| 616 | Alter: 75/5/26 | RANDOLL, Anna Rosina (I2348)
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| 617 | Alter: 83/7/12 | RANDOLL, Anna Barbara (I2352)
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| 618 | Alter: 84/4/28 | RANDOLL, Susanna (I2353)
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| 619 | Alter: 91/1/9 Ackermann in Weinheim, Bürgerannahme lt. Ratsprotokoll 11.02.1775 Lt. Allmendbuch 16.02.1775 | RANDOLL, Johann Georg (I310)
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| 620 | Alter: vermutlich früh | RANDOLL, Johann Georg (I2350)
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| 621 | Alter: vermutlich früh | RANDOLL, Anna Barbara (I2351)
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| 622 | Ältere Schwester von Maria Salome | ROTHENGATTER, Maria Christiane (I389)
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| 623 | Altes Zürcher Bürgergeschlecht. Als Stammvater gilt der Metzger Ludwig von Heitersheim (Breisgau), der als Dank für seinen Einsatz im St. Galler Krieg 1490 das Bürgerrecht erhielt. Bis ins 17. Jh. waren die meisten B. Metzger und gehörten der Zunft zum Widder an. Ende des 16. Jh. teilte sich das Geschlecht in drei Linien: Die Ludwig'sche Linie, der praktisch nur Metzger angehörten, erlosch bereits 1619. Vertreter der Hans'schen Linie (vermutlich Bruder der beiden anderen Linienbegründer) gaben im Verlauf des 16. Jh. das Metzgergewerbe auf und übten dann versch. Gewerbe aus. Die meisten gehörten der Zunft zum Kämbel an. Mit Hans Kaspar (1677-1729) wurden diese B. im Druckereigewerbe tätig (David ->, Johann Heinrich ->). Der Linie von Hans Jakob (1573) gehörten bis zur Mitte des 17. Jh. Metzger, dann v.a. im Staats- und Militärdienst Tätige (Hans Heinrich ->), Tuchscherer, Kaufleute und ab Ende des 18. Jh. Ingenieure an. Diesem Zweig entstammten Arnold (->), Georg Konrad (->), Johann Georg (->), Karl (->) und Konrad (->). Die B. sassen ab 1492 im Gr. Rat und ab 1516 im Kl. Rat (sieben Kleinräte, vier als Zunftmeister zum Widder, einer als Zunftmeister zur Schiffleuten, so z.B. Johannes ->). Sie stellten sieben Ober- und vier Landvögte. 1662-1745 pachteten sie die Gerichtsherrschaft Trüllikon vom Kloster Rheinau und besassen einen Landsitz in Trüllikon. In und um Zürich besassen sie u.a. die Häuser zum grünen Schild (Glockengasse 18, Stammhaus), zum Tiefenhof, zum Graben und zum Seidenhof, die Landgüter zum Eggbühl, zum Bombach und zur Weid in Engstringen sowie das Schloss Schwandegg (Gem. Waltalingen). | BÜRKLI, Ludwig (I41827)
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| 624 | Alther Tafel 49 00 1548 St. Gallen, Promulgation 28.02.1548, Schaffhausen 17.05.1548 1523 Schaffhausen, 11.3.1582 Baden, ref., von Schaffhausen. Sohn des Heinrich, Reichsvogts, und der Agnes Rüeger. Enkel des Hans (->), Neffe des Alexander (->) und des Martinus (->). 1) Barbara Schobinger, 2) Anna Schirmer. 1546 Richter, 1573 Grossrat, 1574 Vogtrichter. P. erbte von seinem Bruder Hans 1572 die Gerichtsbarkeit Flaach und Volken. Er trieb die von seinem Vater geerbten Handelsgeschäfte von Lyon bis Nürnberg weiter und gründete die Firma gemeine Peyer'sche Handlung zur Fels. 1580 war er mit einem Vermögen von 60'012 Gulden reichster Schaffhauser. P. beteiligte sich mit anderen Kaufleuten an Grossanleihen, die der franz. König in Lyon aufnahm. Mit seiner ersten Frau liess er sich von Tobias Stimmer malen. 1574 wurde P. von Ks. Maximilian II. geadelt. | PEYER MIT DEM WECKEN, Heinrich (I3945)
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| 625 | Alther Tafel 49 | SATTLER, Elisabeth (I4648)
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| 626 | Alther Tafel c, Text S. 108 | WASER, Barbara (I10191)
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| 627 | Alther, Tafel 240 | KRAFFT VON DELLMENSINGEN, Magdalena (I9591)
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| 628 | Alusian entstammte dem Hause Komitopuli und war vermutlich zweitältester Sohn des Zaren Iwan Wladislaw. Er hatte fünf Brüder (Presian, Aaron, Traianos, Radomir, Klimen) sowie sechs Schwestern. Nach dem Tod Iwan Wladislaws und der Eroberung des bulgarischen Reiches im Februar 1018 durch Kaiser Basileios II. flohen Alusian und seine Brüder auf den Berg Tomorr, mussten ihren Widerstand aber schließlich aufgeben. Die Brüder wurden als Würdenträger am Hof in Konstantinopel aufgenommen, wobei Alusian den Titel eines Patrikios erhielt. Zur Zeit Kaiser Michaels IV. war Alusian Strategos von Theodosiopolis. Er fiel jedoch im September 1040 beim Regenten Johannes Orphanotrophos in Ungnade, worauf er heimlich aus dem Reich floh, um sich der in Bulgarien ausgebrochenen Rebellion seines Vetters Peter Deljan gegen die byzantinische Herrschaft anzuschließen. Alusian wurde als Mitregent akzeptiert und erhielt das Kommando über ein bulgarisches Heer, das bei der Belagerung von Thessaloniki schwere Verluste erlitt. Nach weiteren militärischen Misserfolgen wurde Deljan im September 1041 von Alusian gestürzt und geblendet. Er wurde daraufhin als Herrscher der Bulgaren anerkannt, unterwarf sich aber Kaiser Michael IV., wahrscheinlich um seine armenische Frau und seine vier Kinder zu schützen, die in Konstantinopel geblieben waren. Zum Dank für seine Kooperation ernannte ihn Michael IV. zum Magistros. Die letzte Nachricht über Alusian datiert aus dem Jahr 1068, als er sich in Armenien aufhielt. Seine Nachkommen, die Alusianoi, blieben in den folgenden Jahrhunderten in der byzantinischen Aristokratie präsent. Seine Tochter Anna war die Ehefrau des späteren Kaisers Romanos Diogenes. | VON KOMITPULI, Alusian (I39110)
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| 629 | Am 10. April 1141 wird Heinrich I. als HEINRICUS DE CUSSACHBERC am königlichen Hoflager KONRADES III. (HRR)in Straßburg als Zeuge anlässlich einer Schlichtung zwischen dem Bistum BASEL und dem KLOSTER ST. BLASIEN in einer Urkunde genannt. | VON KÜSSENBERG, Heinrich (I1747)
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| 630 | Am 10. April 1141 wird Heinricus de Cussachberc genannt am königlichen Hoflager in Straßburg. 1170 bis 1174, Werner II. von Küssenberg ist Abt in St. Blasien. 1228 werden als Zeugen in Basel anlässlich eines Verkaufes eines Hofes in Baar an das Kloster Kappel durch Graf Rudolf von Habsburg, die Grafen Heinricus et Ulricus comites de Chussachberch genannt.[7] 26. Dezember 1240, Graf Heinrich von Küssenberg ist Zeuge bei einem Tausch zwischen St. Blasien und Ulrich von Klingen[8] 1240 verkaufte Graf Heinrich III. von Küssenberg die Burg und Herrschaft Küssaburg und Stühlingen an den Bischof von Konstanz, Heinrich von Tanne 1317, Heinrich von Küssenberg ist ein getreuer Diener des Freiherr Diethelm von Krenkingen. 1345, Gerung von Küssenberg, verließ etliche Libeigne lüt hinder ihm die kamend uf Jacob Hühnen von Hüfingen, Bürger zu Schaffhausen. 1349, Ritter Heinrich von Küssenberg vergab um 20 Mark Silber seinen Weingarten und die Weintrotte unter dem Vogelstaig in Tiengen an das Gotteshaus und den Tisch der Klosterfrauen zu Grafenhausen. 1386, Herr Gömer (Gomar) von Küssenberg und Hartmann von Küssenberg widersagten den Eidgenossen vor der Schlacht bei Sempach. 1386, Herr Jos von Küssenberg wurde erschlagen in der Schlacht bei Sempach. 1408, Herr Ulrich von Küssenberg war Konventherr und Propst im Kloster Sankt Agnes in Schaffhausen. 1442, Hans Küssenberger war Propst in Herzogenbuchsee und 1453 bis 1469 Abt zu Kloster St. Peter auf dem Schwarzwald († 28. Februar 1484; er führte in seinem Wappen einen Salm) 13. September 1447, Abt Franz von Hohenrechberg von Kloster Einsiedeln verpfändet an Anna von Küssenberg, Gattin des Schultheiss von Luzern, Anton Rüssen, Güter bei Sursee. 1482 bis 1505, Henni oder Hans Küssenberg sind Bürger in Klingnau 1521, Heinrich Küssenberg ist Kaplan zu Klingnau, später Pfarrer von Dogern. Er schrieb die für die Geschichte der Reformationszeit bedeutende Küssenberger Chronik. Im Jahrzeitbuch des Klosters St. Agnesen in Schaffhausen sind weitere Familienangehörige der Küssenberger verzeichnet. | N., N. (I23891)
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| 631 | Am 12. Dezember 1385, kurz nach der Union von Krewo kam Herzog Ziemowit IV. von Masowien (~1350–1426) mit Hedwig von Anjou (offiziell als „König“ von Polen bezeichnet) und ihrem zukünftigen Gemahl Władysław II. Jagiełło überein, keinen Anspruch mehr auf das Königreich Polen zu erheben. Dafür erhielt er als Ausgleichszahlung 10.000 Prager Groschen und das Herzogtum Belz als Lehen. Dieser Pakt wurde durch die Eheschließung Ziemowits mit Alexandra im Jahr 1387 besiegelt. https://de.wikipedia.org/wiki/Alexandra_von_Litauen | VON LITAUEN, Alexandra (I1502)
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| 632 | Am 12. Juli 1520 brach der bedeutendste Renaissancekünstler Deutschlands Albrecht Dürer zusammen mit seiner Frau Agnes zu einer Reise in die Niederlande auf. Auch diesmal gab es mindestens zwei Beweggründe für die Abreise: Zum einen wütete erneut die Pest in Nürnberg und zum anderen wollte er, während seiner Reise, den neu gewählten Kaiser Karl V. treffen um sich seine zuvor gewährten Privilegien bestätigen zu lassen. Anders als in Venedig, wo Dürer von anderen Künstler oft als Konkurrent angesehen wurde, bekam er in Antwerpen volle Akzeptanz und wurde von seinen Künstlerkollegen sogar gehuldigt. Mit Hilfe seiner Kunstwerke, seinem Auftreten und zahlreichen Empfehlungsschreiben erlangte Albrecht Dürer bald auch in anderen niederländischen Städten, die er nach und nach besuchte, ein hohes Ansehen und zahlreiche Gönner. In Antwerpen selbst wurde ihm vom Magistrat ein hohes Jahresgehalt und zahlreiche Privilegien versprochen, sollte er sich dauerhaft in der Stadt niederlassen. Im Herbst 1520 machte sich Dürer auf den Weg nach Aachen um der Krönung des neuen Kaisers Karl V. beizuwohnen. Er erreichte die Stadt am 20. Oktober, genau drei Tage vor der Krönung. Der neue Kaiser bestätigte ihm dort seine bereits vom Vorgänger gewährten Privilegien, womit sich Dürers eigentlicher Reisezweck schließlich erfüllt hatte. Anschließend kehrte Dürer wieder in die nahe Niederlande zurück wo er noch bis zum 2. Juli 1521 blieb, eher er sich auf den langen Rückweg in seine Heimatstadt Nürnberg machte. Seine zahlreichen Erlebnisse, während der niederländischen Reise, schrieb er in einem Tagebuch nieder, welches heute in dem Buch Albrecht Dürers schriftlicher Nachlass enthalten ist. | HUTIN, Johanna (I1351)
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| 633 | Am 14. Oktober 962 gab ihr König Lothar von Frankreich das Recht, über ihren Besitz im Poitou selbst zu verfügen, womit er einen langen Streit zwischen ihrem Ehemann und den Robertinern beendete. Mit diesem Besitz gründete sie das Kloster Sainte-Trinité in Poitiers. Über das Leben von Gerloc berichten u. a. der Chronist Dudo von Saint-Quentin im 47. Kapitel seiner Geschichte der Normannen sowie Wilhelm von Jumièges im 39. Kapitel seiner Gesta Normannorum Ducum. Die Tochter Rollos wurde vor dem 911 abgeschlossenen Vertrag von Saint-Clair-sur-Epte geboren. Ihr skandinavischer Geburtsname Gerloc wurde bei ihrer Taufe, durch die sie das Christentum annahm, im Jahr 912 in Adele geändert; in der Literatur wird sie daher oft mit dem Doppelnamen Gerloc-Adele angesprochen. Nachdem Wilhelm Werghaupt († 3. April 963) aus der Familie der Ramnulfiden seinem Vater Ebalus Manzer († um 934/935) als Graf von Poitou gefolgt war, suchte er eine vorteilhafte Heiratsverbindung einzugehen. Er bat Wilhelm Langschwert während einer von diesem veranstalteten Hirschjagd im Wald von Lions um die Hand von dessen Schwester Adele. Aufgrund der Fürsprache Hugos des Großen und des Grafen Heribert II. von Vermandois sowie der Zustimmung der Gefolgsleute von Wilhelm Langschwert bewilligte dieser den Heiratswunsch des Grafen von Poitou. So konnte Wilhelm Werghaupt noch vor Ende 935 Adele ehelichen. | (NORMANDIE), Gerloc \ Adela ; Gerloc \ Adele (I24320)
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| 634 | Am 23. April 1188 vereinbarte ihr Vater mit Kaiser Friedrich I. Barbarossa im Seligenstädter Vertrag[1] ihre Vermählung mit Barbarossas Sohn Herzog Konrad II. von Schwaben.[2] Im Juli 1188 fand die Hochzeit in Carrión nahe Burgos statt. Die Ehe wurde jedoch nie vollzogen. Es gelang Papst Coelestin III., eine Ausdehnung der Staufer nach Spanien im Keime zu ersticken. Die Verbindung wurde zwischen Herbst 1191 und Anfang 1192 durch den Erzbischof Gonzalo von Toledo und den päpstlichen Legaten Gregor, Kardinaldiakon von San Angelo mit der Begründung aufgehoben, dass sich die Braut gegen die Fortsetzung ausgesprochen habe.[3] Berenguela heiratete 1198 Alfons IX. von León – eine Verbindung aus der fünf Kinder hervorgingen, ein früh verstorbenes eingeschlossen. Papst Innozenz III. annullierte die Ehe 1203 wegen zu nahen Verwandtschaftsgrades, denn Berenguelas Urgroßvater Alfons VII. war der Großvater ihres Mannes. Daraufhin kehrte sie mitsamt ihren Kindern an den kastilischen Hof ihres Vaters zurück. Nach einem tödlichen Unfall ihres Bruders Heinrich I. erbte Berenguela 1217 die kastilische Krone, verzichtete jedoch noch im selben Jahr zu Gunsten ihres Sohnes, der als Ferdinand II. König Kastiliens wurde. Nun in der Rolle der Königinmutter investierte sie laut der Chronica Latina all ihre Energie darin, ihrem Sohn Ehre und Anerkennung zu sichern. Sie half Ferdinand eine Rebellion des Adels niederzuschlagen und arrangierte 1220 seine Heirat mit Beatrix von Schwaben, einer Tochter von König Philipp von Schwaben und Cousine von König Friedrich II., der im selben Jahr zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt wurde. Im Königreich León wollte ihr geschiedener Ehemann Alfons IX. seine zwei Töchter Sancha und Dulce aus seiner ebenfalls geschiedenen ersten Ehe mit Theresia von Portugal begünstigen. Zu diesem Zweck lud er Johann von Brienne ein, seine älteste Tochter zu heiraten und somit nach seinem Tod das Königreich zu übernehmen. Diesen Plan hintertrieb Berenguela, indem sie Johann 1224 überzeugte, stattdessen ihre eigene Tochter, Berenguela, zu heiraten. Als Alfons im Jahre 1230 starb, löste Ferdinand II. mit Berenguelas Unterstützung die Thronansprüche seiner Halbschwestern mit 30.000 Goldstücken (aurei) ab. Ferdinand trat die Nachfolge seines Vaters in León an. Dadurch vereinigte er die Königreiche Kastilien und León, die seit 1157 getrennt waren, als sein Großvater Alfons VII. diese an seine Söhne vererbt hatte. Zeit ihres Lebens unterhielt Berenguela starke Beziehungen zu ihrer Schwester Blanka, die an der Seite Ludwig VIII. Königin in Frankreich war. Auf deren Vorschlag hin wählte die Königinmutter Jeanne von Ponthieu als neue Gattin für ihren Sohn, nachdem Elisabeth (Beatrix) v. Schwaben verstorben war. Von der Nachwelt erhielt die Königin den Beinamen „die Große“, weil sie ihrem Sohn Ferdinand in kluger Weise im Jahre 1217 die Thronfolge in Kastilien und 1230 die Thronfolge in León gesichert hat. Somit zeichnete sie sich mitverantwortlich für die dauerhafte Vereinigung der vormals getrennten Reiche Kastilien und León. | VON KASTILIEN, Berenguela (I40263)
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| 635 | Am 24.09.1635 wohnt die Familie Cunz-Schlumpf in Bischofszell, wo Hans Jakob als Zuckerbäcker tätig war. | CUNZ, Hans Jakob (I9925)
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| 636 | Am 27. Mai 884, dem Tag des letzten bezeugten Auftretens seines Vaters (in der Gründungsurkunde für das Kloster Aulla), führte er den Titel eines Grafen; zwischen 884 und dem 27. Mai 889, an dem er in einer Urkunde vom italienischen König Guido von Spoleto zum ersten Mal als Markgraf erschien, trat er das Erbe seines Vaters als Graf und Herzog von Lucca und Markgraf von Tuszien an. Er heiratete zwischen etwa 895 und 898 Bertha von Lotharingien (* wohl 863; † 8. März 925), die Tochter des Königs Lothar II. und Witwe des Grafen Theobald von Arles († zwischen Juni 887 und um 895). | VON ARLES, Theotbald (I39744)
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| 637 | Am 7. Juni 1002 wurde er zum ostfränkischen König gekrönt. Am 14. Februar 1014 krönte ihn Papst Benedikt VIII. zum Kaiser. Heinrich II. war mit Kunigunde von Luxemburg verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos, Heinrich II. war damit der letzte Kaiser aus dem Geschlecht der Ottonen. Papst Eugen III. sprach ihn 1146 heilig, einige spätere Geschichtsschreiber bedachten ihn daher mit dem Beinamen „der Heilige“. Sein Gedenktag (evangelisch und römisch-katholisch) ist der Todestag, der 13. Juli. | (HRR), Heiliger Heinrich II. (I36239)
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| 638 | Am Ende seiner Laufbahn Rentmeister auf dem Gut Langenbrück gewesen. Dort hatte er das Gut rechtlich zu verwalten. | SLUYTER, Ernst Thomas (I18998)
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| 639 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I7107)
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| 640 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I7106)
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| 641 | Amalaberga wurde auf Geheiß ihres Onkels Theoderich noch im Kindesalter zwischen 506 und 510 mit dem Thüringerkönig Herminafried verheiratet, um eine ostgotische Allianz gegen die expandierenden Franken zu schaffen. Der Pakt zwischen den Thüringern und Ostgoten hatte bis nach Theoderichs Tod Bestand. Wahrscheinlich war Amalaberga arianische Christin. Ihrem Mann Herminafried gebar sie einen Sohn, Amalafrid, und eine Tochter unbekannten Namens. Laut der unglaubwürdigen Darstellung des Gregor von Tours habe Amalaberga ihren Gatten zum Mord an einem seiner beiden Brüder aufgestachelt, indem sie den Tisch nur halb gedeckt und dazu bemerkt haben soll, wer nur die Hälfte seines Reichs beherrsche, verdiene auch, dass die eine Hälfte seines Tisches leer bleibe. Nachdem das Reich der Thüringer im Kampf gegen Theuderich I. und Chlothar I. zwischen 531 und 534 untergegangen war und Herminafried 534 ermordet worden war, flüchtete Amalaberga zusammen mit ihren Kindern zuerst nach Ravenna zu ihrem Bruder, dem Ostgotenkönig Theodahad.[6] Dieser wurde 536 abgesetzt und auf Befehl seines Nachfolgers Witiges umgebracht. Nach Witiges’ Niederlage gegen Belisar (540) musste Amalaberga mit ihren Kindern ihre Exilierung nach Konstantinopel erleben. Das Todesjahr Amalabergas ist nicht überliefert. Ihre Tochter machte Kaiser Justinian zur Gattin des Langobardenkönigs Audoin. | ..., Amalaberga (I36743)
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| 642 | Amalgars Familie gehörte dem Volk der Burgunden an, wie die Bildung seines Personennamens aus dem ostgermanischen Amal-Stamm nahelegt, und gelangte im Rahmen der burgundischen Herrschaftsausweitung unter König Gundobad in die Region der Saône-Ebene. Die Schlacht von Autun im Jahr 532 beendete zwar die burgundische Selbständigkeit, aber die Familie blieb auch unter fränkischer Herrschaft im Gebiet zwischen Dijon und Besançon begütert und einflussreich. Aufgrund des unter den burgundischen Herzögen selten auftretenden Amal-Stammes vermuten Mediävisten, dass Amalgar Enkel jenes Dux Amalo (530–589) war, der in Band 9 der Zehn Bücher Geschichten (Decem libri historiarum) des Gregor von Tours ausdrücklich benannt wird.[1] Die erstmalige Erwähnung Amalgars als Dux findet sich in der Chronik des Fredegar für das Jahr 629, die Forschung geht aber gemeinhin davon aus, dass er bereits unter der Herrschaft von Chlotar II. die Herzogswürde verliehen bekam. König Dagobert I. hatte nach Chlotars Tod die Herrschaft im Frankenreich übernommen und seinen Halbbruder Charibert II., der als einfältig (simplex) beschrieben wurde, bei der üblichen Erbteilung übergangen. Wie Fredegar berichtet, war der König auf Druck neustrischer Adliger um Chariberts Onkel Brodulf gezwungen, seinem Halbbruder das Unterkönigreich in Aquitanien abzutreten. Um die Durchsetzung neustrischer Partikularinteressen im Frankenreich für die Zukunft zu verhindern, beschloss Dagobert, den einflussreichen Onkel Chariberts beseitigen zu lassen. 630 wurde Brodulf, der sich auf dem Weg nach Aquitanien befand, auf Betreiben des Frankenkönigs während eines Aufenthaltes im burgundischen Saint-Jean-de-Losne gemeinschaftlich von Amalgar, dem Dux Arnebert und dem Patricius Willibad ermordet. Nach dieser Tat zählte Amalgar zu den engsten burgundischen Vertrauten von Dagobert I. und wurde vom König mit wichtigen Aufgaben betraut. Im Jahr 631 führte er ein fränkischen Heer in das Westgotenreich auf die iberische Halbinsel, um den Aufstand des Sisenand gegen König Suinthila zu unterstützen. 637 gehörte Amalgar schließlich zu jenen Duces an der Spitze des burgundischen Heeres, das von Dagobert I. zur Niederschlagung eines Aufstandes der Basken aufgeboten wurde. Nach dem Tod Dagoberts I. spielte Amalgar in dem innerburgundischen Machtkampf um den unmündigen König Chlodwig II. eine zentrale Rolle. Gemeinsam mit seinem Schwager Chramnelenus, dem Dux von Transjuranien und Herzog Wandalbert von Chambly unterstützte er den burgundischen Hausmeier Flaochad gegen jenen Willibad, der mit ihm für die Ermordung Brodulfs verantwortlich zeichnete. Vor den Toren Autuns kam es im September 642 zur Entscheidungsschlacht in der Auseinandersetzung um die Macht im fränkischen Teilreich Burgund, die mit dem Tod Willibads ein Ende fand. | ..., Aquilina (I36622)
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| 643 | Amalia (auch Amalie) wurde 1447 als ältestes von sieben Kindern ihrer niederadeligen Eltern Elsbeth von Schienen († 28. April 1477)[1] und Bilgrin I. von Reischach († ~1500) geboren. Ihre ersten Jahre verbrachte Amalia vermutlich auf dem Hauptsitz ihres Vaters, der vorderen Burg Hohenstoffeln im Hegau. Ihre Schweste Magdalena († 1520) war Klosterfrau zu Wald, ihr Bruder Bilgrin II. (~1456–1533) heiratete Afra von Helmsdorf († 1529) und führte mit elf Kindern die Erblinie weiter.[2][3] Am 20. März 1476 wurde Amalia von Reischach erstmals urkundlich erwähnt: Bei der Wahl der Ursula Vogt von Summerau zur neuen Äbtissin des Stifts in Lindau wurde Amalia als fünfte von acht Chorfrauen genannt. Zwei Wochen nach dem Tod der Ursula am 4. Januar 1491 wurde Amalia von Reischach am 18. Januar 1491 zur neuen Äbtissin des reichsunmittelbaren Damenstifts in Lindau gewählt. In dieser Position hatte sie alle Rechte und Pflichten eines fürstlichen Landesherrn: Amalia wurde zu Reichstagen eingeladen, empfing mehrmals Kaiser Maximilian I., verhandelte mit anderen Herren über die Rechtsprechung zu ihren Leibeigenen und beaufsichtigte Ausgaben und Einkünfte des Stifts. Amalia von Reischach starb im 84. Lebensjahr und nach über 40 Jahren im Äbtissinnenamt am 25. Februar 1531. | VON REISCHACH, Amalia (I46695)
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| 644 | Ambrosius Blarer von Giersberg, auch Blaurer (* 4. April 1492 in Konstanz; † 6. Dezember 1564 in Winterthur) war ein Theologe, Kirchenliederdichter und Reformator in Konstanz, in Württemberg und in der schweizerischen Eidgenossenschaft. Leben und Wirken Ambrosius Blarer war der Sohn des Konstanzer Kaufmanns und Ratsherrn Augustin Blarer († 1502) und dessen Frau Katharina Mässlin von Graneck. Er war der Bruder von Thomas Blarer und Margarete Blarer. Sein (Stief-)Onkel war Gerwig Blarer.[1] Studium und Kloster Blarer besuchte die Lateinschule in Konstanz, und ab 1505 studierte er Alte Sprachen in Tübingen, schloss jedoch sein Grundstudium nicht ab, um ins Kloster eintreten zu können. Er wurde Benediktinermönch im Kloster Alpirsbach im Schwarzwald und legte 1510 die Profess ab. Der Abt schickte ihn wieder an die Universität, wo er 1511 zum Baccalaureus Artium und 1512 zum Magister promoviert wurde. Er kam auch in Kontakt mit seinem Studienkollegen Philipp Melanchthon, woraus eine lebenslange Freundschaft wurde. Nach dem Studium wurde Blarer Lektor, dann Verweser in der Pfarrei Alpirsbach und um 1521 Prior des Klosters. Ab 1518 wurde er mit der Lehre Martin Luthers bekannt, und ab 1520 sandte ihm sein Bruder Thomas Blarer, der in Wittenberg studierte, seine Schriften zu.[2] So wurde er aufmerksam auf die Missstände in der Kirche und auf die Autorität der Bibel, des sogenannten sola scriptura. Er begann in diesem Sinn evangelisch zu predigen, was von den anderen Mönchen und Dorfbewohnern jedoch nicht verstanden und akzeptiert wurde. Vermutlich entstanden erste Lieder, um sich Kummer und Sorge von Herz und Seele zu schreiben. 1522 verließ er das Kloster und kehrte heimlich zu seiner Mutter nach Konstanz zurück. Ab 1523 pflegte er Kontakte mit Huldrych Zwingli in Zürich, Johannes Oekolampad in Basel und Martin Bucer in Strassburg, was seine neuen evangelischen Überzeugungen bestärkte.[3] Reformator in Konstanz, in der Ostschweiz und Württemberg 1525 wurde Blarer als Prediger der Pfarrkirche St. Stephan in seiner Heimatstadt Konstanz berufen, wo er zusammen mit seinem Bruder Thomas, seinen Vettern Johannes Zwick und Konrad Zwick die Reformation nach dem Zürcher Vorbild einführte, Schulbildung und Armenfürsorge verbesserte. Dank dem guten persönlichen Zusammenspiel zwischen Kirche und Rat konnte sich die Reformation in den folgenden Jahren weitgehend ruhig und gleichmäßig durchsetzen. 1528 beteiligte Blarer sich an der Berner Disputation, und er begann, sich von Zwinglis symbolischer Abendmahlslehre zu distanzieren und einen neuen Kirchenbegriff zu entwickeln, ohne ein strenger Lutheraner zu werden. Er vertrat eine Mittelposition ähnlich wie Martin Bucer, dem er auch sonst nahe stand. Eine Freundschaft mit regem Briefwechsel mit dem Zürcher Heinrich Bullinger entstand in Bern. Er förderte das politische Bündnis zwischen Konstanz und Zürich, das christliche Burgrecht von 1527, das freilich nach der Niederlage von Zürich 1531 wieder aufgegeben werden musste. 1529 bis 1530 wirkte Blarer als Reformator in den ostschweizerischen Städten Bischofszell, Herisau und Wil. 1529 bis 1540 trat er auch in den schwäbischen Reichsstädten Ulm, Esslingen am Neckar, Augsburg, Lindau, Memmingen und Isny für die Reformation ein. Als reformatorischer Prediger war er auch in kleineren Orten tätig, beispielsweise in Albstadt-Tailfingen. Blarer heiratete am 19. August 1533 die Schweizerin Katharina Ryf, genannt von Blidegg, eine frühere Nonne aus dem benachbarten Dominikanerinnenkloster Münsterlingen. Sie hatten zusammen vier Kinder, von denen jedoch nur der Sohn Gerwick die Kindheit überlebte. Ab 1534 war Blarer im Auftrag von Herzog Ulrich mit dem Lutheraner Erhard Schnepf Reformator im Herzogtum Württemberg tätig. In der Abendmahlsfrage nahm er deshalb die vermittelnde Stuttgarter Konkordienformel widerwillig an. 1537 konnte er in Württemberg das reformierte Bilderverbot in den Kirchen durchsetzen. Er leitete die Kirche im oberen Teil des Herzogtums („ob der Staig“ mit Tübingen als Zentrum), geriet aber mit Erhard Schnepf und anderen Lutheranern in Streit wegen des Bilderverbots und weil er zwischen Luther und Zwingli vermitteln wollte. 1538 wurde er vom Herzog entlassen, 1539 wirkte er in Augsburg und kehrte 1540 nach Konstanz zurück. In der Stadt waren Pestepidemien ausgebrochen, 1541 verlor er dadurch seine Schwester Margarethe Blarer und 1542 seinen Cousin und Mitstreiter Johannes Zwick. Nun arbeitete er am Konstanzer Gesangbuch und am Aufbau des Schulwesens mit. Flucht aus Konstanz und Pfarrer in der Schweiz 1548 musste Blarer wegen der Eroberung durch die Spanier und der folgenden Rekatholisierung aus Konstanz fliehen. Er ging zu seiner verwitweten Schwester Barbara ins thurgauische Dorf Leutmerken und versah danach Pfarrdienste in mehreren Gemeinden der Schweiz. So war er 1551–1559 Pfarrer in der Stadt Biel und half, die Reformation dort zu etablieren. Mehrere Anfragen lehnte er ab, 1563 wirkte er nochmals als Verweser in Leutmerken von Winterthur aus. Aufgrund von Neid von Pfarrkollegen und Betreiben der katholischen Orte musste er auch diese Stelle aufgeben. Er stand in lebhaftem Briefwechsel mit den Schweizer Reformatoren Heinrich Bullinger, Johannes Calvin und Guillaume Farel, übte aber keinen religionspolitischen Einfluss mehr aus wie in Konstanz und in Württemberg. Er starb 1564 vereinsamt in Winterthur.[4][5][6] Lehre Der aus einer reichen Familie stammende Blarer genoss eine für seine Zeit gute klassische Bildung und war als Mönch ein folgsamer und treuer Anhänger der katholischen Kirche. Durch die Schriften von Luther wurde er aufmerksam auf die größere Autorität und Priorität der Bibel, des sola scriptura, und auf Missstände und Oberflächlichkeit in der katholischen Kirche, wie sie sich besonders in der Werkgerechtigkeit und im Ablass zeigten. Wie Luther sah und fand er im Solus Christus die Vergebung, die Erlösung von den Sünden durch den Kreuzestod Christi. Aus Gnade und Dankbarkeit solle sich der Mensch im Glauben deshalb auf Christus ausrichten und sich ihm anvertrauen. Er kann dies ohne einen Priester, einen speziellen Vermittler, tun, wie dies der Begriff Allgemeines Priestertum aussagt, den auch er vertrat. Das christliche Gemeinwesen, vertreten durch die Regierung, solle die Pfarrer wählen und einsetzen. Hierin folgte er Zwingli, obwohl er anfänglich mehr den Einzelpersonen an der Basis zutrauen wollte. Er setzte sich für Einigkeit und Frieden in der evangelischen Kirche ein und versuchte zwischen den Anhängern Luthers und Zwinglis zu vermitteln. Er investierte nicht viel in theologische Formulierungen und Schriften, sondern hielt die Menschen zur Nachfolge Christi und einem Gott wohlgefälligen Lebenswandel an. In den neu eingeführten städtischen Zuchtordnungen, die er als einflussreicher Mann mitprägte, kam dies zum Ausdruck, was aber auch ein verbessertes Sozialwesen mit Schulbildung, Armen-, Kranken- und Witwenversorgung eingeschlossen hat. In der Abendmahlsfrage konnte er weder mit Zwingli und Luther übereinstimmen, sondern betonte die persönliche Glaubensbeziehung zu Christus. Generell war ihm die Sprache und der Umgang Luthers zu brüsk und grobschlächtig, und er näherte sich mehr den Schweizer Reformatoren Bullinger und Calvin und deren Theologie und Politik an. Die Klöster wollte er nicht schließen, sondern einer evangelischen Führung unterstellen. Die Bilder in der Kirche schaffte er ab, damit die Menschen nicht vom Wort Gottes und der Predigt abgelenkt würden. Nach 1548 war im konfessionell zerstrittenen Deutschland kein Platz mehr für den differenzierten und vermittelnden Reformator.[7] | BLARER VON GIERSBERG, Ambrosius (I46127)
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| 645 | Ammann in Ravensburg von August 1328 bis Frühjahr 1337. Wilhelm hatte nachweislich 1326 einen Sohn. Hierbei handelt es sich vermutlich um Frick Humpis | HUMPIS, Wilhelm (I35440)
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| 646 | amtete zu Beginn des 14. Jhs. als Reichsvogt in Zürich und im thurgau. dien Freiherren zu Bürglen zählten zu den angesehenen Adelsgeschlechtern im Thurgau aus Liste Äbte von St. Gallen: Heinrich von Wartenberg (1272–1274) Gegenabt Rumo von Ramstein (1274–1281) Wilhelm von Montfort (1281–1301) Konrad von Gundelfingen (1288–1291) Gegenabt Heinrich von Ramstein (1301–1318) Hiltbold von Werstein (1318–1329) | VON BÜRGLEN, Eberhard IV. (I26936)
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| 647 | Amtmann zu Stein 1534 | KAMBLI, Rudolf (I3654)
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| 648 | Amtsmann und Richter in Zug Untervogt zu Baden 1344 - 1348 Schultheiss von Mellingen Minderjährig 1329 V. 31. (cf. 4). 1341 X. 12. „bi dem Tor“ mit Agnes N. verheiratet, welcher er seine 13 Gärten zu Mellingen in der Owe, Lehen der Herrschaft Österreich, als Morgengabe schenkte. Urkundet und siegelt 1343 VI. 6. als Amtmann und Richter der Herrschaft Österreich in Zug. (Berchtold ab dem Huse, Ritter, ist 1342 VIII. 11. „wilent Amman“ daselbst) und 1343 XI. 27. als Untervogt zu Baden i./A. 1344 XI. 9.-1348 I. 24. Schultheiss zu Mellingen. 1351, wohl bei Tätwil gefallen. Stiftete in Mellingen für sich und seine 1. Frau Agnes eine gemeinsame Jahrzeit X. 6. (Jahrzeitbuch Mellingen). gefallen in der Schlacht von Dättwil am 25.12.1351 erste Ehe mit Agnesa (12.10.1341) Seine 2. Frau war Klara Schultheiss von Lenzburg (T. Conrads 1378 I. 8.), Witwe 1367 VII. 19. Sie heiratete in 2. Ehe Hartmann Andres von Rotenburg (1369). 1374 VI. 5. und 1374 VII. 23. wird sie mit ihrem Manne von Herzog Leopold III. mit deni Kelnhofe zu Malters, der Veste Neu-Rotenburg und der Vogtsteuer zu Uttingen belehnt (Gfd XX 184). Hartmann Andres v. Rotenburg muss kurz nachher gestorben sein, denn Johann V. Segesser wird Lehenträger seiner Mutter, welche zuletzt 1395 IX. 2. lebend erwähnt ist. Nachher gehen die Lehen zu Malters und Uttingen auf ihn über. Rotenburg war 1385 von den Luzernern zerstört worden. | SEGESSER BI TOR, Johann III. (I18532)
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| 649 | An der Spitze eines Heeres wurde Taksony 947 nach Pavia zur Unterstützung der italienischen Könige Hugo und Lothar gegen die Byzantiner in Apulien entsandt; zugleich sollte er den üblichen italienischen Tribut an die ungarischen Fürsten in Empfang nehmen. Nach ihrer Niederlage in der Schlacht auf dem Lechfeld (955) wählten die Ungarn Taksony zum Großfürsten. Er musste daraufhin die bayrische Awarenmark zurückgeben und die Unterstützung der bayrischen Rebellionen aufgeben. Dieser Schritt bedeutete einen Friedensschluss mit den bayerischen Nachbarn. Ähnliche Übereinkünfte schloss Taksony auch mit den böhmischen Herrschern, mit der Kiewer Rus, den Petschenegen und mit den Bulgaren. Möglicherweise war Taksony mit einer petschenegischen Fürstentochter verheiratet. Die Ungarn begannen im Verlauf dieser Entwicklung sesshafter zu werden, die Raubzüge gingen zurück, erste Missionierungsversuche fanden statt. Darüber hinaus gelang es Taksony, die traditionelle Stammesordnung der Ungarn zu schwächen und sich selbst den Stammesfürsten gegenüber in eine mächtigere Position zu versetzen. Außerdem siedelte er fremde Bevölkerungsgruppen im Grenzland an und wählte seine Quartiere an der Ostseite der Donau, in Pest. Taksony begann damit, sich um die Taufe und dadurch um eine stärkere Legitimierung seiner Herrschaft zu bemühen. Allerdings versuchte er zu vermeiden, dass sein Reich an eine fremde Landeskirche angeschlossen wurde. Seine Verhandlungen mit Papst Johannes XII. um eine eigenständige ungarische Landeskirche waren insofern erfolgreich, als Johannes 961 oder 962 erstmals einen Bischof für Ungarn weihte. Allerdings verhinderte der deutsche Kaiser Otto I., dass der Bischof seine Arbeit aufnahm, da er selbst die Kontrolle über die Christianisierung Ungarns ausüben wollte. Erst Taksonys Nachkommen Géza und Stephan I. gelang es, Ungarn in das christliche Abendland einzureihen. Als der byzantinische Kaiser Konstantin VII. den Tribut verweigerte, schickte Taksony vergeblich den ungarischen Heerführer Apor gegen Konstantinopel. 970 war Taksony an einem Angriff auf Byzanz beteiligt, der in der Schlacht von Arkadiopolis (970) scheiterte. | VON UNGARN, Taksony (I1560)
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| 650 | An Stelle der ursprünglichen Moosburg steht heute eine klassizistische Villa (dreigeschossiger Rechteckbau mit Walmdach auf einem erhöhten, vorstehenden Sockelgeschoss), die aus den Steinen der ehemaligen Wasserburg erbaut wurde. Hinweis: Die Verbindung von diesem Haus und dem Namen ist nicht bekannt. | MOOSBURG(ER) \ MASSBURGER, Anna (I9960)
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