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| 651 | Adolf (auch Adolph) Friedrich Heinrich Casimir Theodor Nuglisch kam als Sohn des Geheimen expedierenden Sekretärs[2] Gustav Casimir Nuglisch (* 27. September 1757;[3] † 11. April 1804)[4] und der seit 12. April 1794[5] mit ihm vermählten Amalie Sophie Friederica Nuglisch, geb. Appelius (* um 1775; † 11. August 1822)[6] in Berlin zur Welt. Als sein Vater starb, war Adolf dreieinhalb Jahre alt. Sein älterer Bruder, der spätere Superintendent Eduard Gustav Casimir Wilhelm Ferdinand Nuglisch (* 19. Juli 1798; † 11. April 1854),[7][8] wurde im Waisenhaus Oranienburg erzogen und besuchte später das Joachimsthalsche Gymnasium.[9] Eine Schwester, Amalie Auguste Charlotte Louise Nuglisch (* 6. März 1796; † 24. August 1849),[10] heiratete am 21. Oktober 1818 den damaligen Hauptmann im Ingenieur-Korps und späteren Geheimen Kriegs- und Domänenrat Friedrich Wilhelm von Lamprecht (1788–1865),[11] einen Sohn des Georg Friedrich von Lamprecht. Über die Jugend und die Ausbildung von Adolf Nuglisch ist wenig bekannt. Karl August Varnhagen von Ense, der wohl um 1803 mit seinen Eltern bekannt war, nannte ihn einen „aus tiefster Dürftigkeit hervorgegangenen Fabrikanten“.[12] Offenbar begann er als Apotheker[13] und eröffnete am 1. April 1823 in Berlin gemeinsam mit Karl Treu die erste in Preußen gegründete Parfümerie- und Kosmetikseifen-Fabrikation. Der erfolgreiche Firmenname Treu & Nuglisch wurde bei wechselnden Besitzern bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts beibehalten.[14] Das Geschäft, das anfangs auch die Fabrikation beherbergte, befand sich zunächst an der Ecke der Markgrafen- und Leipzigerstraße Nr. 69. Seit 1829 war Nuglisch Eigentümer des Hauses in der Jägerstraße Nr. 33, Ecke Oberwallstraße.[15] Das Verkaufsmagazin war nach französischem Vorbild eingerichtet[16] und mit einem Gemälde dekoriert, das die römische Göttin Flora darstellte; der Publikumsverkehr, den es hervorrief, wurde Zielscheibe zeitgenössischer Satire.[17] 1823 betrieben die Inhaber auch schon Verkaufsstände in Leipzig und Frankfurt (Oder).[18] Mit der Zeit gab es weitere Vertretungen in Paris, Mailand und Frankfurt am Main.[19] Karl Treu schied Ende der 1830er-Jahre aus;[20] er wurde 1838 in den Vorstand der Berlin-Frankfurter Eisenbahngesellschaft berufen,[21] deren Direktor er von 1842 bis 1843 war.[22] 1831 gründete Nuglisch mit Karl Treu und August Gerhard Thies unter dem Namen Treu, Nuglisch und Kompagnie eine Niederlassung ihrer Seifenfabrikation in Wien,[23] wo sie sich zunächst in der Gärtnergasse 40,[24] in späteren Jahren in einem Ladenlokal Am Kohlmarkt einrichteten.[25] Sie wurden hier, wie bereits in Berlin, Hoflieferanten.[26] Im Jahr 1839 wurden in Wien mit 200 Mitarbeitern 200 000 Stück Seife produziert.[27] Neben Parfüm und Seife wurden auch Pflanzenöle, Pomaden, Puder, Räucherpulver, Rasierzeug, Enthaarungscremes und andere Kosmetik und Haushalts-Reinigungsmittel verkauft; für manche Produkte wurden Patente oder Privilegien erteilt. Die Firma exportierte ihre Waren insbesondere nach Russland und Rumänien.[28] 1866 wurde Adolf Nuglisch der Titel Geheimer Kommerzienrat verliehen.[29] Im damaligen Berlin galt er als „eine der bekanntesten Figuren der Gesellschaft seiner Zeit“.[30] Bei den regelmäßigen Diners, die er in der Jägerstraße 33 gab, verkehrten unter anderen Adolph von Menzel und der langjährige Direktor der benachbarten Preußischen Bank Gustav Ferdinand von Lamprecht, der über seinen Bruder Friedrich Wilhelm von Lamprecht mit Nuglisch verschwägert war. Adolf Nuglisch verstarb im Frühjahr 1878. Er wurde wie sein Bruder auf dem Friedrichswerderschen Friedhof in Berlin-Kreuzberg beigesetzt. Seine Grabstätte ist noch erhalten. Das von ihm hinterlassene Vermögen wurde auf 5 Millionen Reichsmark geschätzt.[31] Nach seiner letztwilligen Bestimmung erhielt die Belegschaft seiner Firma gestaffelte Beträge aus diesem Vermögen, der erste Buchhalter 30 000, der nachfolgende 20 000 und die jüngeren Kommis je 5000; der älteste Arbeiter 5000, die jüngeren je 1000, die jüngsten Arbeiterinnen je 100 Reichsmark.[32] Die Seifenfabrikation wurde 1880 nach Moabit in die Dreysestraße 5 verlegt.[33] 1902 verkaufte die Familie die Firma Treu & Nuglisch an den Wettbewerber J. F. Schwarzlose Söhne. Ab diesem Zeitpunkt verlagerte auch Schwarzlose seine Produktion von der Markgrafenstraße 29 in die Dreysestraße 5. Erst 1976 wurde die Fabrik geschlossen. Familie Adolf Nuglisch war seit dem 23. August 1826[34] mit einer Cousine, Emilie Pauline Antonie Nuglisch, geb. Appelius (um 1805–1880) verehelicht.[35] Das Paar wurde jedoch 1847 geschieden. Aus dieser Ehe gingen mehrere Kinder hervor. Eine Tochter, Marie Therese Anna Nuglisch (* 16. Juli 1827; † 1909),[36] heiratete am 25. September 1864 den Professor für Nationalökonomie Carl Jacob Friedländer (1817–1876). Einer ihrer Söhne war der spätere Geologe und Vulkanologe Gottfried Immanuel Friedlaender (1871–1948). Ihre jüngere Schwester Sidonie Agnes Clara Nuglisch (* 21. Januar 1829; † 1907)[37] heiratete den Diplomaten und Geheimen Legationsrat Hermann Karl von Wilke (1827–1896). Ein Sohn des Ehepaars Nuglisch, Emil Gustav Eduard Nuglisch (* 12. September 1844; † 11. Juli 1845),[38] überlebte das erste Lebensjahr nicht. Otto von Wilke, Nuglischs Enkel, übernahm 1878 gemeinsam mit Anselm Gerold die Firma; er verstarb im Juni 1902 mit 47 Jahren in Baden-Baden und wurde in Frankfurt am Main beigesetzt.[39] Seine Schwester Auguste Alexandrine Sidonie von Wilke (* 7. April 1856; † 1939)[40] heiratete am 28. Mai 1877 den Oberpräsidenten der Provinz Sachsen, Kurt Adolf Wilhelm von Wilmowsky (1850–1941). Eine weitere Enkelin, Sidonie Marie von Wilke (* 6. Mai 1861; † 6. März 1935), ehelichte 1885[41] den königlich-sächsischen Premierleutnant und späteren kommandierenden General Maximilian von Laffert (1855–1917).[42] Sonstiges 1867 schrieb Rudolf Hahn ein Singspiel in einem Akt unter dem Titel Von Treu & Nuglisch. Das Geschäftshaus an der Ecke zur Oberwallstraße, das vom benachbarten Konfektionshaus Manheimer 1906 übernommen und zugunsten eines Anbaus abgerissen wurde,[43] bildete für den Berliner Volksmund ein Element der sogenannten Gleichgültigen Ecke. Dort lagen vier benachbarte Ladenlokale, die vier auf die sprichwörtliche Berliner Gleichgültigkeit bezogene Redensarten repräsentierten: die 1839 eröffnete Frühstücksstube des ehemaligen Hausdieners bei Treu & Nuglisch, Ludwig Friedrich Niquet, wo es Würste und bayrisches Bier gab[44] („alles Wurscht“), der Kerzenzieher (eigentlich Fabrikant von Schwarzfetten und Kernseifen) Ferdinand Ludolf Gladebeck („alles Schnuppe“), das Konfektionswarengeschäft von Louis Landsberger („Jacke wie Hose“) und Nuglischs Seifen- und Parfümeriegeschäft („alles Pomade“).[45] Die Wiener Niederlassung wurde seit 1890 unter dem Namen Treu & Nuglisch Nachfolger Carl Thies geführt.[46] Literatur Moritz Saphir: Central-Industrial-Ausstellung in Wien. In: Allgemeine Theater-Zeitung und Originalblatt für Kunst, Literatur, Mode und geselliges Leben Nr. 212, 24. Oktober 1835, S. 345 (Digitalisat). Neuer Preis-Courant der Parfumerie-Fabrik Treu & Nuglisch, Berlin, Wien, Paris, Frankfurt am Main, Mailand 1843 (Digitalisat). Musterbuch der Firma Treu, Nuglisch & Co. k. k. Hof-Parfümerie-Fabrik so wie auch Hoflieferanten Sr. Majestät des Königs von Preußen. Wien, Berlin o. J. [um 1860] (Digitalisat). Adolf Glaßbrenner: Bilder-Schilder oder Schilder-Bilder. Ignaz Jackowitz, Leipzig 1847 (Berlin wie es ist – und trinkt, Heft 2). (Digitalisat). Theodor Fontane: Von Zwanzig bis Dreißig. F. Fontane, Berlin 1908 (Mein Leipzig lob’ ich mir, 5. Kapitel: Mein Onkel August). (Digitalisat). | NUGLISCH, Adolf Theodor Casimir Friedrich Heinrich (I55469)
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| 652 | Adolf war ein Sohn von Engelbert I. von Berg und Margarethe, Tochter des Heinrich I. von Geldern. Sein jüngerer Bruder war Erzbischof Engelbert I. von Köln. Spätestens 1204 war Adolf mit einer Bertha verheiratet, die möglicherweise aus dem Hause Sayn stammte. Mit Bertha hatte er eine Tochter: Irmgard (* spätestens 1204; † 11./12./13. August 1248 oder 1249), heiratete spätestens 1216 Heinrich IV. von Limburg. Nachdem Adolfs Vater 1189 auf dem Dritten Kreuzzug gestorben war, wurde Adolf Graf von Berg. Seine Regierungsjahre fielen in die Zeit kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen der staufischen und welfischen Partei. Er wechselte mehrfach die Seiten, stritt einmal für den Welfen Otto IV., den Sohn Heinrichs des Löwen, den Adolfs Vetter, der Kölner Erzbischof Adolf von Altena, zum deutschen König erhoben hatte, ein andermal für den Staufer Philipp von Schwaben, den Sohn Barbarossas, schloss sich endlich dem jungen Staufer Friedrich II. an, der 1212 in Konstanz auf deutschem Boden erschien. Auch diesmal stand er wieder auf der richtigen Seite. Der Staufer zeigte sich mit der Wahl seines Bruders Engelbert I. von Köln zum Kölner Erzbischof erkenntlich. Adolf nahm 1212 am Albigenserkreuzzug teil. Drei Jahre später belagerte und eroberte Adolf die Kaiserpfalz Kaiserswerth, in der Otto IV. die staufisch gesinnten, rheinisch-westfälischen Bischöfe, u. a. den Münsteraner Bischof Otto I. von Oldenburg, gefangen hielt. Adolfs Parteinahme entschied den Thronstreit zugunsten Kaiser Friedrichs II. 1218 brach Adolf zum Fünften Kreuzzug ins Heilige Land auf, wo er wohl aufgrund der drei Jahre zuvor durchgeführten, erfolgreichen Belagerung der Kaiserpfalz Kaiserswerth zum Kommandanten der rheinischen und friesischen Belagerungstruppen vor Damiette im Nildelta wurde. Adolf starb dort in einem Feldlager am 7. August 1218 an einer Seuche. Da er nur seine Tochter Irmgard hinterließ, übernahm sein Bruder, der Kölner Erzbischof Engelbert I., die Grafschaft Berg kraft des Kölner Dukates über Niederlothringen. Nicht aufgrund seiner direkten Verwandtschaft zog er die Grafschaft Berg ein, sondern weil ein sogenannter Heimfall nach Lehnrecht vorlag.[1] Nach Engelberts Ermordung im Jahr 1225, mit der das erste Bergische Grafenhaus im Mannesstamm ausstarb, wurde Heinrich IV. von Limburg, der Ehemann von Adolfs Tochter Irmgard, Graf von Berg. | (BERG), Adolf III. (I52319)
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| 653 | Adolf wurde um 1157 als zweiter Sohn des Grafen Eberhard von Berg-Altena aus dem ersten bergischen Grafengeschlecht Berg und dessen Frau Adelheid von Arnsberg geboren. Um 1177 wurde er Domherr in Köln. Im Jahr 1183 wurde er Domdechant, 1191 Dompropst und 1193 nach Abdankung seines Onkels Bruno III. von Berg Erzbischof von Köln. Die Bischofsweihe spendete ihm im März 1194 Hermann II. von Katzenelnbogen, Fürstbischof von Münster. 1194 sorgte er für die Freilassung von König Richard I. von England, den er kurz darauf (Anfang Februar 1194) feierlich in Köln empfing. Er war ein erklärter Gegner der Erbreichspläne von Kaiser Heinrich VI. und lehnte Weihnachten 1195 den Wunsch Heinrichs VI. nach der Wahl seines einjährigen Sohnes Friedrich zum König ab. Seinen Widerstand gab er im August 1197 durch die Nachkur des zwischenzeitlich von den anderen Kurfürsten Gewählten in Boppard auf. Nach dem Tod Heinrichs VI. erklärte Adolf die Königswahl jedoch für nichtig, da Friedrich angeblich nicht getauft sei und der Kaiser die Fürsten unter Druck gesetzt habe. Im darauf folgenden Thronstreit zwischen Staufern und Welfen krönte er am 12. Juli 1198 den Welfen Otto von Braunschweig in Aachen zum deutschen König. Wenig später bestätigte Papst Innozenz III., der ein Interesse daran hatte, die Staufer zu schwächen und damit deren Macht (insbesondere in Italien) zu brechen, die Wahl Ottos. Das Auftreten Ottos führte schon bald zu einer Distanzierung, so dass Adolf im Laufe des Jahres 1204 Verbindungen zu Philipp von Schwaben aufnahm. Verschiedene politische Zusicherungen und eine wohl nicht unerhebliche Geldsumme taten dann das Übrige. Der Erzbischof wechselte die Seiten und krönte am 6. Januar 1205 auch den um die Königswürde konkurrierenden Staufer Philipp von Schwaben zum deutschen König, der im Jahre 1198 lediglich im Mainzer Dom, dafür aber mit den echten Reichsinsignien (vor allem der echten Reichskrone), gekrönt worden war.[1] Der Papst, der sich die Königsfrage selbst vorbehalten hatte, war von dem Gerücht des Seitenwechsels irritiert und bat Adolf selbst um einen Bericht. Da Adolf sein gerade mühsam erkämpftes Recht der ausschlaggebenden Stimme bei der Königswahl nicht einer päpstlichen Präsentation opfern wollte, reagierte er nicht auf die päpstliche Anfrage. Damit überschätzte er jedoch seine Bedeutung bei weitem. Am 19. Juni 1205 wurde er hierfür von Papst Innozenz III. mit dem Bann belegt und für abgesetzt erklärt. Bereits im Juli schritt man in Köln zur Neuwahl eines Erzbischofs. Da man im Rheinland aber durchaus noch in staufischer Linie stand, konnte sich sein Nachfolger kaum gegen ihn durchsetzen, so dass es im Erzbistum Köln zu einem Schisma kam. Im Jahre 1207 befand sich Adolf von Altena in Rom, wo er gegen seinen Nachfolger prozessierte und um seine Wiedereinsetzung als Erzbischof kämpfte – ohne Erfolg. Erst die Ermordung Philipps von Schwaben (21. Juni 1208) und die damit veränderte politische Lage führten zu einer Unterwerfung unter den Papst und eine Anerkennung seines Nachfolgers für sich und seine Anhänger, wofür er jedoch eine Jahresrente von 250 Mark erhielt. Der Zufall spülte Adolf noch einmal an die Spitze der Erzdiözese, als Dietrich I. von Hengebach durch den päpstlichen Legaten abgesetzt und er im März 1212 mit der Leitung der Diözese beauftragt wurde. Hielt er dies anfänglich auch für eine Wiedereinsetzung, so wurde ihm jedoch schon bald klar, dass es sich lediglich um eine provisorische Leitung handelte. Faktisch befand sich das Erzbistum jedoch erneut im Schisma, zumal sich Adolf nun mit Dietrich von Hengebach vor dem Papst um die Wiedereinsetzung stritt. Das Urteil fiel 1216 und in Köln kam es wiederum zur Bischofswahl. Der neue Erzbischof wurde sein Nachfolger als Dompropst, Engelbert von Berg. Er war einer seiner Verwandten und hatte ihn in der Zeit des Schismas stets unterstützt, auch indem er Güter des Domkapitels in seine Hand gebracht hatte. Bis zu seinem Tod, im Jahre 1220, war Adolf immer wieder als Weihbischof im Erzbistum Köln tätig. | VON ALTENA, Adolf (I52324)
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| 654 | Adolph von Danckelmann stammte aus der in den Freiherrenstand erhobenen Adelsfamilie von Danckelmann. Sein Vater war der preußische Staatsminister Carl Ludolph Freiherr von Danckelmann, seine Mutter Lucia Sophia, geborene von Freyberg (1704–1764). Von 1753 an studierte er Jura an der Universität Halle und trat danach dank der Vermittlung seines Vaters in den preußischen Staatsdienst ein, zunächst beim Berliner Kammergericht, dann von 1758 bis 1763 als Regierungsrat in Magdeburg. 1763 wurde er zum Regierungspräsidenten im brandenburgisch-preußischen Herzogtum Kleve-Mark ernannt. Von 1780 bis 1795 wirkte er in Breslau als Geheimer Staats- und Justizminister im preußischen Schlesien, Chefpräsident der drei schlesischen Oberamtsregierungen und königlicher Kommissar bei der Schlesischen Landschaft. Zugunsten seiner politischen Ämter verzichtete er auf eine von langer Hand vorbereitete juristische Karriere als preußischer Vertreter beim Reichskammergericht in Wetzlar.[1] 1795 erhielt er seinen gewünschten Abschied und lebte seitdem auf seinem schlesischen Gut Groß Peterwitz, wo er auch starb. Sein Vater hatte drei Rittergüter in Lodersleben und ein Gut in Obhausen hinterlassen. Adolph verkaufte seinen Anteil daran 1769 an seinen Bruder Ludwig Philipp Gottlob Freiherr von Danckelmann. Er wiederum erwarb Schloss Groß Peterwitz im schlesischen Kreis Trebnitz. Schloss Groß Peterwitz um 1873/1874. Für seine Verdienste um die Entwicklung Preußens wurde Adolph Albrecht Heinrich Leopold Freiherr von Danckelmann nebst seinen Nachkommen am 6. Juli 1798 von König Friedrich Wilhelm III. in Berlin in den preußischen Grafenstand erhoben. Familie Adolph von Danckelmann heiratete 1763 Dorothee Friederike Louise von Bredow (1733–1798), Tochter von Caspar Friedrich von Bredow auf Senzke. Mit ihr hatte er mehrere Kinder, darunter Adolph Alexander (1765–1824), Carl Ludolf Friedrich (1766–1819), Heinrich Wilhelm August Alexander (1768–1830) und Eberhardt Adolph Alexander (1776–1829). Literatur | VON DANCKELMAN, Adolph Albrecht Heinrich Leopold (I58058)
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| 655 | Adolph von Malapert-Neufville war der Sohn des königlich preußischen Kammerherren Friedrich Wilhelm Freiherr von Malapert-Neufville (26. April 1775 in Frankfurt am Main; † 2. Januar 1818 ebenda) und dessen Frau Susanne Elisabeth geborene Edele von Schneider (5. Mai 1756 in Frankfurt am Main; † 26. April 1831 ebenda). Der Frankfurter Ältere Bürgermeister Friedrich Philipp Wilhelm von Malapert-Neufville war sein Bruder. Adolph von Malapert-Neufville, der evangelischer Konfession war, heiratete am 23. Dezember 1832 in Wiesbaden die Katholikin Antoniette geborene Schlinck (14. Oktober 1808 in Koblenz; † 23. Februar 1892 in Wiesbaden). Aus der Ehe gingen folgende Kinder hervor: Anna Catharina Hill (* 1833), heiratete 1851 Carl Johann Adam Hill Philipp Anton Felix von Malapert-Neufville (* 1834), Arzt Susanna Maria Kleinschmit (1836–1905), heiratete 1854 den Königlich Preußischen Generalmajor Julius von Kleinschmit Antonia Juliana Musset (* 1837), heiratete 1855 den Major Heinrich Joseph Musset Friedrich Carl Reinhold Freiherr von Malapert gen. von Neufville (* 1839), Lieutenant Johann Friedrich Wilhelm Freiherr von Malapert gen. von Neufville (* 1842), Lieutenant Ludwig Gustav Robert Freiherr von Malapert gen. von Neufville (1846–1892), Dr. phil., Königlich Preußischer Leutnant. Leben Er war ab 1806 nassauischer Hofjunker und ab 1807 Oberdirektor des Theaters in Wiesbaden. 1809 bis 1810 diente er als Akzessist am Hofgericht Wiesbaden. Er wurde zum Kammerjunker und zum Mitglied des Hofmarschallamtes ernannt. In den Befreiungskriegen war er 1813–1814 Oberleutnant und Adjutant des freiwilligen Jägercorps. 1814 bis 1820 war er Amtmann und Justizrat im Amt Braubach und wurde zum Kammerherren ernannt. 1820 bis 1826 war er Regierungsrat in Wiesbaden, bevor er 1827 zum Geheimen Rat und Hofrat ernannt wurde. Ab 1832 war er erster Direktor der Landesregierung und wurde 1847 in den Ruhestand versetzt. Abgeordneter 1831 bis 1845 gehörte er als Vertreter des Fürsten von der Leyen der ersten Kammer der Landstände des Herzogtums Nassau an. 1846 bis 1848 war er gewähltes Mitglied der ersten Kammer. Malapert genannt von (de) Neufville Dieser Familienzweig entstand 1753 nach Heirat des fürstlich naussauischen Hofrat und Kammerherrn Peter Friedrich von Neufville (1726–1762) mit Maria Magdelena von Malapert (1736–1758), deren Sohn sich dann Friedrich Wilhelm Freiherr Malapert genannt von Neufville nannte. Genealogisch gehören die Nachfahren zu den de Neufville. | VON MALAPERT, GEN. VON NEUFVILLE, Wilhelm Gustav Adolph (I57598)
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| 658 | Adosindas Ehe mit Silo blieb kinderlos. Nach König Silos Tod versuchte Adosinda vergeblich, ihren Neffen, den späteren König Alfons II., auf den Thron zu setzen. Im November 785 trat sie in Pravia – der Hauptstadt Asturiens unter König Silo – in ein von Silo gegründetes Kloster ein.[1] | (ASTURIEN), Adosinda (I37776)
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| 662 | Adrian Grebel war sesshaft zu Maur, erhielt 1523 das vo Rate beschlagnahmte Vermögen seines Schwiegervaters als Ersatz für seiner Gattin Margengabe und mütterliches Erbe heraus. | GREBEL, Adrian (I20487)
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| 663 | advocatus um 1026, 1042 bezeugt, durch Heirat comes, 1048 als Graf bezeugt Enguerrand erbte von seinem Vater die Burg von Abbeville, die Klosterzelle Forestmontier und das erbliche Amt eines advocatus der Abtei Saint-Riquier. Sein Land umfasste etwa das Gebiet des alten karolingischen pagus pontivus. Wie die Chronik der Abtei Saint-Riquier berichtet, tötete Enguerrand im Jahr 1033 den Grafen von Boulogne (wohl Balduin II.), heiratete dessen Witwe und nahm als erster seiner Familie den Titel eines Grafen an.[1] Allerdings signierte er bereits im Jahr 1026 eine Urkunde als Graf.[2] Zum normannischen Herzog Robert I. den Prächtigen unterhielt Enguerrand freundschaftliche Beziehungen, was in der Heirat seines Sohnes mit der Erbin der starken normannischen Grenzburg Aumale mündete. In den Jahren 1031/1032 wehrte er erfolgreich eine Invasion des normannischen Grafen Gilbert von Brionne ab, der mit 3.000 Mann in der Landschaft Vimeu eingefallen war.[3] Enguerrand war vermutlich zweimal verheiratet, wobei seine namentlich unbekannte erste Ehefrau die Mutter seiner drei Söhne war: Hugo II. († 1052), Graf von Ponthieu Guido († 1074), Bischof von Amiens, Autor des Carmen de Hastingae Proelio Fulko († nach 1059), Abt von Saint-Riquier und Forestmontier Seine zweite Frau, die Witwe des Grafen von Boulogne, dürfte Adelvie von Westfriesland aus der Sippe der Gerulfinger gewesen sein. | (PONTHIEU), Enguerrand I. (I61328)
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| 664 | Aelis heiratete nach dem Tod Konrads in zweiter Ehe 864 den Robertiner Robert den Starken (le Fort), Graf von Tours und Paris († 15. September 866), womit sie Konrads Sohn Hugo Abbas, weniger Konrad II., der bei Karl dem Kahlen in Ungnade gefallen war und das Reich verlassen hatte, durch die Anbindung an die Robertiner erneut ins Machtzentrum des Westfrankenreichs rückte. | DER TAPFERE, Robert der Starke (I36503)
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| 665 | Aemilia Materna Thermantia[1] († 415 in Rom) war die zweite Ehefrau des römischen Kaisers Honorius. Thermantia war eine Tochter des magister militum Stilicho und der Serena. Sie hatte einen Bruder namens Eucherius und eine Schwester namens Maria, die mit Kaiser Honorius, einem Cousin ihrer Mutter, verheiratet war. Nach Marias Tod wurde Thermantia 408 wohl noch im Kindesalter die zweite Ehefrau des Honorius.[2] Nach dem Sturz ihres Vaters im August 408 wurde sie aus dem Kaiserpalast verbannt, ohne dass die Ehe vollzogen worden war, und zu ihrer Mutter nach Rom gebracht.[3] Serena wurde allerdings bereits Ende 408, während der ersten Belagerung Roms durch Alarich, hingerichtet, weil sie der Senat verdächtigte, Alarich herbeigerufen zu haben.[4] Thermantia überlebte die Ermordung ihrer Eltern um einige Jahre; sie starb 415. | FLAVIA, Aemilia Materna Thermantia (I47211)
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| 666 | Agilulf wird von Paulus Diaconus und Papst Gregor dem Großen auch Ago genannt, offenbar eine Kurzform seines Namens. Agilulf war dux Taurinensium civitatis (Herzog der Stadt Turin). Seine Bezeichnung als "Turingus" weist nicht auf seine Herzogsstadt hin, sondern auf seine Herkunft vom westgermanischen Stamm der Thüringer. Paulus Diaconus nennt ihn deshalb dux Turingorum de Taurinis, was auf eine größere Gruppe von Thüringern verweist, die sich wahrscheinlich den Langobarden nach der Zerschlagung des Reiches der Thüringer 531 durch die Franken angeschlossen hatten.[3] Als Herzog von Turin nahm Agilulf am 15. Mai 589 an der Hochzeit des Königs Authari mit Theodelinde, der Tochter des baierischen dux Garibald I., teil.[4] Nachdem Authari am 5. September 590 gestorben war, wurde sein Verwandter Agilulf Anfang November durch Heirat mit Theodelinde, der verwitweten Königin der Langobarden, in Laumellum (Lumello) Nachfolger des Authari. Im Mai 591 bestätigten und krönten ihn die langobardischen duces in Mailand als König.[5] Schon Felix Dahn wies darauf hin, dass die Überlieferung seiner Heirat legendenhafte Züge trägt, lehnte aber die Meinung ab, dass Agilulf den Thron usurpiert und Theodelinde zur Heirat gezwungen habe.[6][7] | (LANGOBARDE), Agilulf (I37335)
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| 667 | Agnes entstammte dem Liegnitzer Zweig der Schlesischen Piasten. Sie war die älteste Tochter von Herzog Boleslaw II. und Hedwig († 1259), Tochter des Grafen Heinrich von Anhalt. Nach 1259 heiratete Agnes den württembergischen Grafen Ulrich I. (Ulrich der Stifter), dessen erste Frau Mechthild von Baden zuvor (wahrscheinlich 1258) verstorben war. Vermutlich starb Agnes bei der Geburt ihres einzigen Sohnes, des späteren Grafen Eberhard I. (Eberhard der Erlauchte). Begraben wurde sie in der Stiftskirche Beutelsbach; ihre Gebeine wurden vermutlich im Jahr 1321 in die Stiftskirche Stuttgart überführt. Agnes war die Enkelin Herzogs Heinrich II. von Schlesien, genannt der Fromme, sowie Urenkelin der Heiligen Hedwig von Andechs. | VON SCHLESIEN-LIEGNITZ, Agnes (I40237)
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| 668 | Agnes kam als zweites Kind und einzige Tochter[1] Hervés IV. de Donzy aus dem Haus Semur und seiner Frau Mathilde von Courtenay zur Welt. Da ihr älterer Bruder schon jung verstarb, wurde sie Erbtochter der Familie, der beim Tod ihres Vaters im Jahr 1222 Saint-Aignan, Donzy, Montmirail, Perche-Gouët, Cosne und die Grafschaften Tonnerre, Auxerre und Nevers zufielen. Da Agnes’ Vater in der Schlacht bei Bouvines am 27. Juli 1214 auf Seiten der Engländer und damit der Verlierer gekämpft hatte, musst er sich im September 1217 gegenüber dem französischen König Philippe-Auguste dazu bereiterklären, seine Erbtochter mit dessen Enkel Philipp, dem Sohn des späteren Königs Ludwig VIII., zu verloben.[2] Durch den frühen Tod des jungen Bräutigams im Jahr 1218 kam es aber nie zur Hochzeit. Anstatt dessen heiratete Agnes 1221 Guido IV. von Châtillon, der seit 1219 als Guido I. Graf von Saint-Pol war und der französischen Krone für die Erlaubnis zu seiner Heirat die Stadt Pont-Sainte-Maxence abtrat. Ein von Verwandten, die an der Auflösung der Ehe interessiert waren, beim Papst gestellter Antrag zu deren Annullierung wegen zu naher Verwandtschaft der Eheleute ging nicht durch.[3] Die gemeinsamen Kinder von Agnes und Guido IV. waren:[4] Agnes starb sehr jung bereits im Jahr 1225 und ihr Gatte Guido IV. von Châtillon fiel im August 1226. Die beiden kleinen Kinder des Paares wurden daraufhin von ihrer Großmutter mütterlicherseits, Mathilde von Courtenay, erzogen. Da Agnes’ Sohn Gaucher kinderlos starb, gingen die drei Grafschaften an dessen Schwester Jolanthe und damit dem Haus Châtillon wieder verloren. | (NEVERS), Agnès (I52492)
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| 669 | Agnes war in erster Ehe seit dem 7. Mai 1275 mit dem Grafen Konrad IV. von Oettingen († vor dem 15. Februar 1279[1]) vermählt. In zweiter Ehe heiratete sie vor dem 11. Januar 1282 den Grafen Friedrich II. von Truhendingen (*1253† 1290)[2]. Mit dem Grafen Kraft I. von Hohenlohe-Weikersheim († 1313) wurde Agnes vor dem 3. Juli 1295 in dritter Ehe vermählt. Agnes von Württemberg wurde in Mergentheim im Dominikanerkloster beigesetzt. | VON WÜRTTEMBERG, Agnes (I40236)
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| 670 | Agnes wurde als jüngere Tochter von Rudolf IV. von Habsburg und seiner ersten Frau Gertrude von Hohenberg geboren. Die Habsburger waren ein relativ unbedeutendes Geschlecht, bis Agnes’ Vater Rudolf 1273 zum römisch-deutschen König gewählt wurde. Danach begann der Aufstieg der Habsburger zur Herrscherdynastie des Heiligen Römischen Reiches. Agnes war das vierte von zehn Kindern. Ihr Bruder Albrecht I. folgte seinem Vater als römisch-deutscher König nach. Ihr Bruder Hartmann ertrank 1281. Rudolf II. wurde Herzog von Schwaben, starb aber 1290. Agnes und ihre Schwestern wurden mit mächtigen Fürsten verheiratet: Mathilde heiratete Ludwig, Herzog von Oberbayern, Katharina Otto III. von Niederbayern, Hedwig Otto VI., Markgraf von Brandenburg-Salzwedel, Klementia Karl Martell, Titularkönig von Ungarn und Guta König Wenzel II. von Böhmen.[1] Dadurch sicherte er sich die Unterstützung der mächtigen Fürsten im Reich. Nach dem Tod von Agnes’ Mutter 1281, heiratete Rudolf Isabella von Burgund. Diese war, abgesehen von Guta, jünger als ihre Stiefkinder. Agnes wurde im Franziskanerkloster in Wittenberg beigesetzt. 1883 wurden die Gebeine in die Schlosskirche Wittenberg überführt. | VON HABSBURG, Agnes Gertrud (I54335)
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| 671 | Agnes’ Ehe mit Heinrich III. Agnes von Poitou, Tochter Herzog Wilhelms von Aquitanien und Poitou und seiner Frau Agnes von Burgund, wurde am 21. November 1043 in Ingelheim mit Heinrich III. vermählt und noch im selben Jahre in Mainz zur deutschen Königin gekrönt. Die Kaiserkrönung beider fand am 25. Dezember 1046 in Rom statt. Heinrich hatte Agnes zu seiner Gemahlin erwählt, nachdem seine erste Frau Gunhild der Malaria zum Opfer gefallen war. Die Vermählung mit Agnes hatte für ihn hauptsächlich machtpolitische Vorteile. So verstärkte die Verbindung mit einem der mächtigsten französischen Fürstenhäuser den Druck auf das französische Königshaus und war geeignet, Heinrichs Position in Burgund zu verbessern, da Agnes’ Familie dort reich begütert war. Agnes war eine gebildete und von tiefer Frömmigkeit erfüllte junge Frau. Die Abtei Cluny war eine Gründung ihrer Familie und deren Abt Hugo wurde später Taufpate Heinrichs IV. und enger Vertrauter der kaiserlichen Familie. Höfische Lebensfreude und Überfluss widerstrebten dem jungen Königspaar aufgrund seines religiösen Pflichtbewusstseins. So durften Spielleute und Gaukler ihre Künste bei der Hochzeitsfeier des Königspaares nicht wie sonst üblich zeigen. Heinrich, der sich für den in Frankreich entstandenen Friedensgedanken der treuga dei (Waffenruhe Gottes) begeisterte, versuchte Faustrecht und Privatrache zu unterbinden. Agnes bestärkte ihn in der sakralen Herrschaftsauffassung seines Königsamtes und unterstützte und inspirierte ihn in Bezug auf seine kirchenreformatorischen Ideen. Dennoch hatte Agnes zu Lebzeiten Heinrichs keine Gelegenheit, selbst politisch aktiv zu werden. Ihre Aufgaben waren eher repräsentativer Natur, sie war vorrangig Gattin und Mutter. Unter ihren sechs Kindern war neben dem späteren Kaiser Heinrich IV. auch die Königin Judith von Ungarn. | VON POITOU, Agnes (I1647)
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| 672 | Agnes’ Vater Konrad, Pfalzgraf bei Rhein und Halbbruder des Kaisers Friedrich Barbarossa, war ein um Frieden und Ausgleich im Reich bemühter Politiker. Schon vor 1180 hatte er die Verlobung seiner Tochter mit Heinrich, dem ältesten Sohn Heinrichs des Löwen, arrangiert, um durch diese Verbindung den erneut aufkommenden Konflikt zwischen Staufern und Welfen zu entschärfen. Im Jahr 1193 bemühte sich Barbarossas Sohn Kaiser Heinrich VI. um ein politisches Bündnis mit dem französischen König Philipp II. August und wollte diesem daher Agnes, die seine Cousine war, zur Frau geben. Als der junge Welfe Heinrich von diesem Vorhaben hörte, sprach er bei Agnes’ Eltern vor. Konrad vermied es, eine verbindliche Aussage zum Verlöbnis seiner Tochter zu treffen, da er einerseits die geplante Verbindung zum französischen König befürwortete, andererseits den von seiner Tochter schwärmerisch verehrten Heinrich nicht brüskieren wollte. Agnes’ Mutter Irmengard von Henneberg († 1197) befürwortete weiterhin eine Heirat ihrer Tochter mit dem Welfen. Wenig später nutzte sie die Abwesenheit ihres bei Heinrich VI. weilenden Mannes zum Widerstand gegen den Plan des Kaisers. Sie ließ den jungen Heinrich auf Burg Stahleck kommen, wo um den Jahreswechsel 1193/1194 die kirchliche Vermählung des jungen Brautpaars ausgerichtet wurde. Das Ereignis ging als Hochzeit von Stahleck in die Geschichtsbücher ein.[1] Heinrich VI. fühlte sich hintergangen und verlangte von Konrad die sofortige Annullierung der Ehe. Doch der Pfalzgraf bekannte sich nach anfänglichem Widerstand zur Ehe seiner Tochter, da diese bereits von der Kirche gesegnet worden war. Es gelang ihm, Heinrich VI. von den innenpolitischen Vorteilen dieser Verbindung zu überzeugen. Wenn der Kaiser Konrads Schwiegersohn Heinrich mit der Pfalzgrafschaft bei Rhein belehnen würde, sei zudem die Nachfolge gesichert, die nach dem frühen Tod der Söhne Konrads in Gefahr geraten war. Außerdem schlugen Konrad und Agnes dem Kaiser vor, den von dessen Vater geächteten Heinrich den Löwen zu begnadigen. Die Versöhnung zwischen dem Staufer Heinrich VI. und dem Welfen Heinrich dem Löwen fand im März 1194 in der Pfalz Tilleda statt. Agnes und ihr Mann Heinrich hatten mit ihrem Coup von Stahleck gute Vorarbeit für dieses wichtige innenpolitische Ereignis geleistet. Dazu kam, dass Heinrich VI. auf einen Ausgleich mit den Welfen und vor allem Frieden im Reich angewiesen war, da er nach dem Tod Tankreds von Lecce († 20. Februar 1194) beabsichtigte, seine Thronansprüche im Königreich Sizilien durchzusetzen. Agnes starb im Mai 1204 in Stade und wurde im Marienkloster vor der Stadt beigesetzt. | VON STAUFEN (PFALZGRÄFIN), Agnes (I54356)
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| 673 | Ahlefeld oder Ahlefeldt ist der Name eines schleswigschen Uradelsgeschlechts mit holsteinischen Wurzeln, das zu den Equites Originarii gehört. Es erscheint erstmals in der Gegend um den Westensee bei Kiel und breitete sich früh im Herzogtum Schleswig sowie später auch nach Holstein, Mecklenburg und Dänemark aus. Die Ahlefeld sind eines Stammes und waren eines Wappens mit den von Rumohr und sind eines Wappens mit den ausgestorbenen von Bosendahl – auch Botzendal – († ca. 1535) und von Rastorp († 1749). Auch dieses alte Adelsgeschlecht hat in der dänischen und schleswig-holsteinischen Geschichte eine bedeutende Rolle gespielt. Einer älteren Legende nach soll die Abstammungsgemeinschaft Rumohr-Ahlefeld-Bosendahl-Rastorp auf einen „Hunold“ (Hunoldus comes de Schwabeck) aus dem schwäbischen Geschlecht von Schwabeck (ähnlichen Wappens) und von Baltshusen zurückgehen, dessen Urenkel Konrad (Conradus baro ab Alhefeld) 1152 an der Ermordung des Grafen Hermann II. von Winzenburg beteiligt gewesen und daraufhin 1153 zum König Sven III. von Dänemark geflüchtet sei; Belege hierfür existieren nicht. Als erste reale Vertreter der Geschlechter von Ahlefeldt und von Rumohr gelten die Brüder Benedictus et Scacco de Prodole – also Benedikt und Schack von Perdöl (Gemeinde Belau, Kreis Plön, Holstein), die in den Jahren 1220 und 1221 urkundlich erstmals auftauchen.[1] Derselbe „Scacco de Rumore“ wird nochmals 1245 und 1253 urkundlich erwähnt. Er nannte sich nun nach seinem Gut Rumohr südwestlich von Kiel. Die gesicherte Stammreihe der Ahlefeld beginnt mit Benedictus de Alevelde senior, miles (Benedikt – in Dänemark Bendix genannt – der Ältere, 1320–1380), der am 16. Juni 1321 urkundlich belegt ist[2] und sich nach dem Dorf Ahlefeld im Südosten des Herzogtums Schleswig benannte. Das Gut Friedrichshof in Ahlefeld, namensgebender Stammsitz der Familie, wurde 1953 nach einem Brand abgerissen. Damit teilte sich die Familie in einen holsteinischen und einen schleswigschen Zweig: Während die Ahlefeld(t)s sich seither seit Jahrhunderten nach ihrem Stammvater Benedict benennen, haben die Rumohrs aus dem gleichen Grund an dem Namen Schack festgehalten, jedoch wechselnd vom Großvater zum Enkel mit Schack (1245/53) – Benedict (1283/89) – Schack (1308) – Benedict – Schack (1351) – Benedict (1408) usw. 1359 besaß die Familie auf der süddänischen Insel Lolland die Burg Grimstrup.[3] Sie gehörte damals zu den Parteigängern der Holsteiner Grafen gegen den dänischen König Waldemar Atterdag. Die auf einer Landzunge zwischen See und Sumpf gelegene, aus drei Burghügeln bestehende Anlage wurde 1372–76 zum Zentrum eines Adelsaufstands gegen den König, der die Burg schließlich eroberte. Erst 1398 zahlte seine Tochter, Königin Margarethe I., im Rahmen eines Ausgleichsvertrages den Ahlefeldt 6.900 Lübische Mark Entschädigung für den Verlust von Grimstrup und einer weiteren Burg.[4] Schloss Seegaard (Rekonstruktion von 1935) Ab 1398 war Seegaard im heute dänischen Nordschleswig im Besitz der Familie, das damals mit Abstand größte Adelsgut im Herzogtum Schleswig. 1643 wurde das Herrenhaus zerstört und erst im 19. und 20. Jahrhundert wieder aufgebaut; die Ruine lieferte aber das Baumaterial für die Errichtung von Schloss Gravenstein auf einem ehemaligen Meierhof. Graf Carl von Ahlefeldt, Herr der dänischen Insel Langeland mit Schloss Tranekær, war auch der letzte Besitzer von Seegaard; er ließ ferner das Schloss Gravenstein 1700–1708 erbauen, nachdem er bereits 1705/06 das Schloss Sorgenfri errichtet hatte. Nach seinem Tod 1722 mussten seine hinterlassenen Schulden durch umfangreiche Verkäufe beglichen werden, Gravenstein wurde an den Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg verkauft. In seiner heutige Form wurde das Schloss Gravenstein 1758 nach einem Brand wieder aufgebaut. Es ist, wie auch Sorgenfri, bis heute im Besitz der dänischen Krone und dient der königlichen Familie als Landsitz. Das Geschlecht Ahlefeldt spaltete sich im Laufe der Zeit in rund 15 Linien, von denen die Haseldorfer Linie die verbreitetste von allen war. Diese Linien waren in Schleswig und Holstein ansässig, weshalb die Ahlefeldts, ähnlich wie viele andere Aristokraten, ein großes Interesse daran hatten, dass die beiden Territorien durch Personalunion verbunden blieben. 1494 erhielt der Ritter Hans von Ahlefeldt von König Johann I. die Vogtei Haseldorf im Tausch gegen andere Gebiete, dazu gehörte die Haseldorfer Marsch, Burg Haseldorf, die fünf zugehörigen Kirchspiele sowie das Gut Gelting samt den dazugehörigen Dörfern und einigem Streubesitz. Das Gut Gelting, wo die noch erhaltenen Seitenflügel des Herrenhauses von den Ahlefeldts errichtet wurden, musste 1712 versteigert werden, Haseldorf blieb bis 1731 im Besitz der Familie. In der Schlacht bei Hemmingstedt am 17. Februar 1500 gegen die Dithmarscher Bauern fielen zwölf Ahlefeldts, die auf Seiten des Herzogs gekämpft hatten,[5] auch wenn es laut Theodor Fontanes Ballade[6] nur sieben gewesen sein sollen. Folgende Opfer werden angeführt: Hans von Ahlefeld zu Törning, Gelting und Neuendorf mit sechs Gudemanns (Knappen) und dem Dannebrog, der die dänischen Fahne führte; Hennecke von Ahlefeld zu Bossee; Heinrich von Ahlefeld zu Lindau; Marquard von Ahlefeld zu Saxtorf; Jürgen von Ahlefeld zu Seegard mit zwei Gudemanns; Heinrich von Ahlefeld, Amtmann zu Steinburg mit zwei Gudemanns; Lorenz von Ahlefeld, Sohn des Claus; Benedict von Ahlefeld zu Borghorst, Sohn des Benedict; Benedict von Ahlefeld, Sohn des Otto; Benedict von Ahlefeld zu Noer und Benedikt von Ahlefeldt (1440–1500) zu Güter Lehmkuhlen, Hasselburg und Wittmold. Auch Benedikts Bruder Ditlev war unter den Toten.[7] Grabstätten gibt es nicht. Es heißt, die Dithmarscher hätten nur die einfachen Soldaten zusammen mit toten Pferden in Massengräbern beerdigt. Die Mitglieder des Adels ließ man als Anstifter zur Strafe kleiderlos auf dem Schlachtfeld liegen, bis sie zur Unkenntlichkeit verwest waren.[8] Benedikt Wilhelm von Ahlefeldt schaffte bereits 1709 auf Gut Kaden die Leibeigenschaft ab und war damit der erste Adlige in Holstein, der so verfuhr. Benedikt von Ahlefeldt ließ – wie zuvor sein Vater auf Gut Seestermühe – in den Jahren nach 1726 auf Gut Jersbek einen grandiosen französischen Barockpark anlegen. Mit Christian Gerhard von Ahlefeldt (1754), Cay Wilhelm von Ahlefeldt (1782), Max Detlef Herman Heinrich von Ahlefeldt (1896) heirateten drei männliche Nachkommen von Detlev von Ahlefeldt weibliche Nachkommen von Magnus von Wedderkop. Die Grafen Ahlefeld Burchard von Ahlefeldt (1634–1695), dänischer Kammerherr, Landrat und Oberlanddrost, der einen großen Güterkomplex von zwölf Besitzungen in Schleswig-Holstein geerbt hatte, wurde 1672 von König Christian V. als erster holsteinischer Adliger in den dänischen Grafenstand erhoben und begründete die bis heute bestehende gräfliche Linie Ahlefeldt-Eschelsmark. | VON AHLEFELDT, Wilhelm (I57816)
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| 674 | Ahnen des Hermann Karl Hesse: 13688. Johann Sattler * 1491, Urach, Beruf: Beamter, & vor 1520, Anna Riele, * ca. 1500, † 9 Sep 1558, Waiblingen. Johann gestorben: 25 Dez 1562, Waiblingen. 1517/18 Stadtschreiber, Keller ca. 1526-39, Schultheiß ca. 1528-34 in Sindelfingen, 1535-49 Untervogt in Backnang. - (Quelle: ASG 1987, S. 7; Maier, S. 772/73; nach AT Mader 6712 auch Kammerrat). Porträt: Sattler-Epitaph in Stuttgart. {1517/18 Stadtschreiber, Keller in Sindelfingen ca. 1526-39, Schultheiß in Sindelfingen ca. 1528-34 , Untervogt in Backnang 1535-1549, Bürgermeister in Waiblingen °(vh. I: Anna Riele, + 10. 9. 1558; vh. II: Anna Rudolf aus Cannstatt,+ Waiblingen 9. 9. 1588) °Faber 85 C § 4} [9573] oo 1519 / bis 1520 mit 4935 = 11305 14 >> [21968] Anna RIELE * um 1500. + am 09.09.1551 in Waiblingen. Alter ca. 51 Jahre Klöpfer, Martin: Ahnen aus der württembergischen Ehrbarkeit 1996: Er verfasste für Sindelfingen ein Satutenbuch mit Abschriften aller Privilegien und Briefe. Johann war reich begütert. | SATTLER, Keller Keller Johannes (I3983)
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| 675 | Ahnen des Hermann Karl Hesse: 6844. Johann Michael Sattler * 29 Sep 1520, Waiblingen, Beruf: Stadtschreiber, & vor 1542, Anna Metzger gen. Calwer, * ca. 1520, Tübingen, † 27 Mai 1571, Schorndorf. Johann gestorben: 25 Jul 1573, Schorndorf. Imm. 1533, Mag. Tübingen 18.11.1541, 1552/73 Stadtschreiber u. öffentl. Notar in Schorndorf. 1545 und 1549-1551 Kaiserl. Notar (Universitätsnotar) in Tübingen. Klöpfer, Martin: Ahnen aus der württembergischen Ehrbarkeit 1996: verh. II. mit Anna Unz. | VON SATTLER, Johann Michael (I3982)
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| 676 | Ahnentafel Dr. Carl Knetsch, Leipzig 1932 nennt nur den Vornamen Barbara und kein Nachname! | DUERR, Barbara (I11652)
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| 677 | Alain heiratete im Jahr 1018 Bertha von Blois († 11./13. April 1085), Tochter des Grafen Odo II. von Blois. Beider Kinder war Alains Nachfolger Conan II. und die Tochter Hawise (Havoise), welche die Mutter des späteren Herzogs Alain IV. Fergent war. Alain führte Krieg gegen Graf Fulko III. Nerra von Anjou, später gegen Herzog Robert I. von Normandie. Die Beziehung zu Herzog Robert besserte sich dann aber so sehr, dass dieser ihm bei seinem Aufbruch zu einer Pilgerreise nach Jerusalem 1035 die Regentschaft in der Normandie für seinen damals achtjährigen Sohn Wilhelm II. übertrug. Um das Jahr 1030 gründete er die Abtei Saint-Georges bei Rennes, deren erste Äbtissin seine Schwester Adele wurde. Im Jahr 1034 richtete er für seinen Bruder Odo die Grafschaft Penthièvre ein. Alain III. griff in der Normandie zugunsten des jungen Herzogs Wilhelm ein, als dieser vom normannischen Adel bedroht wurde. Er wurde jedoch auf diesem Feldzug vergiftet und neben den ersten Herzögen der Normandie in der Kirche des Dreifaltigkeitsklosters in Fécamp bestattet. | (BRETAGNE), Alain III. (I37704)
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| 678 | Albano war der Sohn des späteren preußischen Generals der Infanterie Georg Albano von Jacobi (1805–1874) und dessen Ehefrau Ernestine Karoline Elisabeth, geborene von Bohlen (1820–1899). Jacobi besuchte Gymnasien in Berlin, Breslau und Posen und studierte zunächst einige Semester an der Kaiser-Wilhelms-Universität, wo er im Corps Palatia Straßburg aktiv wurde.[3] Das Korps ernannte ihn später zum Ehrenmitglied.[3] Am 2. April 1874 trat er als Fahnenjunker in das 1. Garde-Regiment zu Fuß in Potsdam ein, wo er am 11. März 1875 zum Sekondeleutnant befördert wurde. 1877 wurde Jacobi zum persönlichen Adjutanten des Prinzen Wilhelm von Preußen, dem späteren Kaiser Wilhelm II. kommandiert. Als der Prinz zum Studieren nach Bonn ging, bezog er zusammen mit Jacobi einen Haushalt in der Villa Frank. In den folgenden Jahren hielt sich Jacobi ständig in der Nähe des Prinzen auf, als dessen untrennbarer Begleiter er galt und mit dem er in gleicher Weise an studentischen Kneipen und Kommersen wie an Staatsempfängen am Berliner Hof und am Hof der Königin Viktoria, der Großmutter des Prinzen, in London teilnahm. Zeugnisse für diese Zeit beschreiben Jacobi als humorvoll und stets gut gelaunt, wenn auch als geistig „etwas schlicht“. 1879 gehörte Jacobi zudem neben dem Kronprinzen zu den vier Offizieren, die Ehrenwache am Sarg des Prinzen Waldemar, des jüngeren Bruders des Kaisers standen. Aufgrund seines unvorteilhaften Aussehens und seiner ausgeprägten Schlaksigkeit wurde Jacobi von der englischstämmigen Mutter des Prinzen, Prinzessin Viktoria, der Gemahlin des Kronprinzen Friedrich, als „Jakobi longshanks“ bezeichnet.[4] Am 17. Februar 1885 wurde Jacobi zum Premierleutnant befördert. Nach der Thronbesteigung Wilhelms im Sommer 1888 entsandte der neue Kaiser Jacobi zusammen mit Hugo von Winterfeld als Emissär nach London, um der Königin Viktoria die offizielle Mitteilung von seinem Regierungsantritt zu überbringen. 1888/89 war er zum Großen Generalstab kommandiert. 1889 wurde er als Adjutant zur 21. Infanterie-Brigade kommandiert und am 2. September 1889 zum Hauptmann befördert. 1892 wurde er diensttuender Flügeladjutant des Kaisers und am 14. September 1893 zum Major befördert. Am 24. Oktober 1895 wurde er als Militärattaché an die deutsche Botschaft in Rom entsandt, wo Jacobi in den folgenden Jahren die Pflege der militärischen Beziehungen des Deutschen Reiches zum Königreich Italien übernahm. Dort wurde er am 27. Januar 1899 zum Oberstleutnant befördert. Im November 1899 kehrte er dann wieder seine Funktion als Flügeladjutant des Kaisers nach Deutschland zurück. Mit Wirkung zum 25. Juni 1900 versetzte man ihn als Abteilungschef in den Großen Generalstab. Am 18. Mai 1901 wurde er Oberst und Kommandeur des Füsilier-Regiments „von Gersdorff“ (Kurhessisches) Nr. 80 in Wiesbaden. Dieses Kommando führte Jacobi bis zu seiner Versetzung nach Frankfurt (Oder) als Kommandeur der 9. Infanterie-Brigade am 22. April 1905. Zeitgleich mit der Beförderung zum Generalmajor am 19. Dezember 1905 wurde er als General à la suite des Kaisers gestellt und zum Militärbevollmächtigten des Reiches am Hof des russischen Zaren in Sankt Petersburg ernannt. Dort wurde er am 2. Mai 1908 Generalleutnant. Nach seiner Abberufung ernannte man ihn am 10. September 1908 zum Präses der General-Ordens-Kommission. In dieser Funktion erhielt Jacobi am 13. September 1912 seine Beförderung zum General der Infanterie. Erster Weltkrieg Mit der Mobilmachung bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs erhielt Jacobi zunächst kein aktives Kommando, da er seit langen Jahren kein Truppenkommando mehr geführt hatte. Erst am 14. Oktober 1914 ernannt ihn Wilhelm II. zum Kommandeur der 33. Landwehr-Infanterie-Brigade an der Ostfront. Mit dieser nahm er bei der 8. Armee an den Kämpfen bei Grajewo-Wizajny teil. Am 17. Dezember 1914 übertrug man ihm dann das Kommando über die 1. Landwehr-Division. Während der Winterschlacht in Masuren konnte er sich besonders auszeichnen und ging dann in den Stellungskrieg über. Während Narew-Bobr-Schlacht erzwang die Division nach achttägigen Kämpfen den Übergang über den Narew und eroberte dann Lomza. Nach den Kämpfen bei Bialystok Ende August, konnte das Fort IV und Grodno eingenommen und die russischen Streitkräfte bis an die Beresina zurückgedrängt werden. Bei der 12. Armee nahm die Division dann an den Stellungskämpfen in den Pripet-Sümpfen teil. Während Jacobi im Feld stand, wurde er am 27. Januar 1916 zum Generaladjutanten des Kaisers ernannt. Die Division wechselte im Februar 1916 zur Heeresgruppe Linsingen über, wo sie im Sommer des Jahres schwere russische Angriffe am Stochod abwehrte. Am 3. April 1917 gelang Jacobi mit seiner Division und der Unterstützung weiterer Verbände die Eroberung des Brückenkopfes von Toboly. Dabei wurden 10.000 Kriegsgefangene eingebracht und die Russen verloren die letzte Stellung auf dem linken Stochodufer. Für diese Leistung wurde Jacobi am 12. April 1917 die höchste preußische Tapferkeitsauszeichnung, der Orden Pour le Mérite verliehen. Nach dem Waffenstillstand im Osten wurde die Division Mitte Februar 1918 an die Westfront verlegt und beteiligte sich hier bei der 4. Armee an den Stellungskämpfen in Flandern. Zuletzt war die Division unter Führung von Jacobi bei der 5. Armee an den Abwehrkämpfen zwischen Maas und Beaumont beteiligt. Nach Kriegsende führte er seine Division in die Heimat zurück und reichte nach deren Demobilisierung seinen Abschied ein, der ihm am 2. Januar 1919 gewährt wurde. | VON JACOBI, Albano (I52875)
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| 679 | Alberich II. wurde als Sohn Markgraf Alberichs I. von Spoleto und der Marozia, Tochter des Theophylakt I. von Tusculum, geboren. Er war seit 936 mit Alda d. J., der Tochter seines Stiefvaters König Hugos I. von Italien verheiratet. 932 ergriff er in Rom die Herrschaft, nachdem er seinen Stiefvater Hugo I., den dritten Gemahl seiner Mutter, aus Rom vertrieben hatte. Er ließ seine Mutter und seinen Halbbruder, Papst Johannes XI., einkerkern und beendete so das Zeitalter der Pornokratie (Mätressenherrschaft). Über 22 Jahre war er als „princeps ac senator omnium Romanorum“ Herrscher über Rom und das Papsttum. Unter seiner Herrschaft kehrten Ordnung und Anstand nach Rom zurück. 951 widersetzte er sich dem Versuch, den deutschen König Otto I. zur Kaiserkrönung nach Rom einzuladen. Alle während seiner Regierung inthronisierten Päpste (Leo VII., Stephan VIII., Marinus II., Agapitus II.) waren von ihm abhängig. 954 ließ er zur Sicherung der weltlichen und geistlichen Herrschaft seines Hauses den römischen Adel schwören, bei der nächsten Besetzung des päpstlichen Stuhles seinen Sohn und Erben Oktavian zum Papst zu wählen. Oktavian wurde 955 als Johannes XII. der Nachfolger Agapitus II. und wurde zu einer der unwürdigsten Personen auf dem Papstthron. | VON SPOLETO, Alberich II. (I39718)
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| 680 | Alberich II. wurde als Sohn Markgraf Alberichs I. von Spoleto und der Marozia, Tochter des Theophylakt I. von Tusculum, geboren. Er war seit 936 mit Alda d. J., der Tochter seines Stiefvaters König Hugos I. von Italien verheiratet. 932 ergriff er in Rom die Herrschaft, nachdem er seinen Stiefvater Hugo I., den dritten Gemahl seiner Mutter, aus Rom vertrieben hatte. Er ließ seine Mutter und seinen Halbbruder, Papst Johannes XI., einkerkern und beendete so das Zeitalter der Pornokratie (Mätressenherrschaft). Über 22 Jahre war er als „princeps ac senator omnium Romanorum“ Herrscher über Rom und das Papsttum. 951 widersetzte er sich dem Versuch, den deutschen König Otto I. zur Kaiserkrönung nach Rom einzuladen. Alle während seiner Regierung inthronisierten Päpste (Leo VII., Stephan VIII., Marinus II., Agapitus II.) waren von ihm abhängig. 954 ließ er zur Sicherung der weltlichen und geistlichen Herrschaft seines Hauses den römischen Adel schwören, bei der nächsten Besetzung des päpstlichen Stuhles seinen Sohn und Erben Oktavian zum Papst zu wählen. Oktavian wurde 955 als Johannes XII. der Nachfolger Agapitus II. und wurde zu einer der unwürdigsten Personen auf dem Papstthron. | Alberich II. (I52356)
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| 681 | Alberich II. wurde als Sohn Markgraf Alberichs I. von Spoleto und der Marozia, Tochter des Theophylakt I. von Tusculum, geboren. Er war seit 936 mit Alda d. J., der Tochter seines Stiefvaters König Hugos I. von Italien verheiratet. 932 ergriff er in Rom die Herrschaft, nachdem er seinen Stiefvater Hugo I., den dritten Gemahl seiner Mutter, aus Rom vertrieben hatte. Er ließ seine Mutter und seinen Halbbruder, Papst Johannes XI., einkerkern und beendete so das Zeitalter der Pornokratie (Mätressenherrschaft). Über 22 Jahre war er als „princeps ac senator omnium Romanorum“ Herrscher über Rom und das Papsttum. Unter seiner Herrschaft kehrten Ordnung und Anstand nach Rom zurück. 951 widersetzte er sich dem Versuch, den deutschen König Otto I. zur Kaiserkrönung nach Rom einzuladen. Alle während seiner Regierung inthronisierten Päpste (Leo VII., Stephan VIII., Marinus II., Agapitus II.) waren von ihm abhängig. 954 ließ er zur Sicherung der weltlichen und geistlichen Herrschaft seines Hauses den römischen Adel schwören, bei der nächsten Besetzung des päpstlichen Stuhles seinen Sohn und Erben Oktavian zum Papst zu wählen. Oktavian wurde 955 als Johannes XII. der Nachfolger Agapitus II. und wurde zu einer der unwürdigsten Personen auf dem Papstthron. | Alberich II. (I52356)
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| 682 | Albert von Rothschild besuchte ein Gymnasium in Wien und studierte an der Bonner Universität, anschließend arbeitete er in einem Bankhaus in Hamburg. Im Jahr 1874 übernahm er die Führung der Rothschild-Bank in Wien von seinem Vater. Er hatte auch die Kontrolle über die k. k. privilegierte Österreichische Credit-Anstalt für Handel und Gewerbe (CA) inne und baute sie zur größten Bank Österreich-Ungarns aus. Er war der Bauherr des Palais Albert Rothschild (Prinz-Eugen-Straße 20–22) in Wien. Sein Bruder war Nathaniel Meyer von Rothschild, der sich wenig für die Bankgeschäfte interessierte und sich in erster Linie der Kunst und der damals noch neuen Fotografie widmete und auch als Gönner und Philanthrop auftrat; das Wiener Palais von Nathaniel Meyer von Rothschild befand sich in unmittelbarer Nähe zu Alberts Palais. 1887 erhielten Albert für die gesamte Familie Rothschild von Kaiser Franz Joseph die Hoffähigkeit, das Recht zur Teilnahme an Hofbällen. Diese hohe Auszeichnung bedeutete die Aufnahme in die feine „Erste Gesellschaft“ Österreichs. Die Rothschilds waren die erste und blieben die einzige jüdische Adelsfamilie, die vollständig hoffähig wurde.[1] Rothschild galt 1910 mit einem geschätzten Vermögen von einer Milliarde Kronen als der reichste Europäer. Unter anderem nannte die Familie die Palais Heugasse 24–26, Theresianumgasse 14–16, Plösslgasse 8 in Wien und die Schlösser in Langau, Enzesfeld, Schillersdorf, Beneschau, Reichenau sowie das für die Gutsverwaltung der ausgedehnten rothschild’schen Ländereien 1875 in der Region eingerichtete und 1881 im neugotischen Stil umgestaltete Schloss Rothschild in Waidhofen an der Ybbs ihr Eigen, außerdem noch den Rothwald, das größte zusammenhängende Urwaldgebiet Mitteleuropas. Im Jahr 1876 hatte er Bettina Caroline de Rothschild (1858–1892), Tochter von Alphonse de Rothschild, geheiratet. Nach ihr wurde der Asteroid (250) Bettina benannt, dessen Namensrechte er für £50 erstand.[2] Aus der Ehe gingen folgende Kinder hervor: | VON ROTHSCHILD, Albert Salomon Anselm (I55618)
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| 683 | Alberts Bruder ist nach 1018 nicht mehr bezeugt, wird aber in einem Dokument von 1031 noch einmal erwähnt, so dass das Jahr von Alberts Nachfolge unsicher ist. 1037 nahm er am Kampf gegen Odo II., Graf von Meaux und Troyes (d. h. die spätere Grafschaft Champagne), teil, als dieser versuchte, sich ein Königreich zwischen Deutschland und Frankreich zu schaffen, indem er Ansprüche auf die Nachfolge im Königreich Burgund erhob. 1046 stand er auf der Seite des Kaisers Heinrich III. gegen seinen rebellierenden Herzog von Niederlothringen, Gottfried III., seinen Schwager, und Balduin V., den Grafen von Flandern. 1047 ließ er die Kirche von Saint-Aubin in Namur wiederaufbauen und machte sie zur Stiftskirche. Die Umstände seines Todes sind nicht bekannt. Erst eine Urkunde aus dem Jahr 1070 als dem siebten Jahr der Regierung seines Sohnes Albert III. gibt Aufschluss über sein Todesjahr. | (NAMUR), Albert II. (I52205)
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| 684 | Albrecht I. war der erste ehelich geborene und somit ältester legitimer Sohn des römisch-deutschen Königs Rudolf I. von Habsburg aus dessen erster Ehe mit Gertrud Anna von Hohenberg († 1281); sein älterer Halbbruder Albrecht von Schenkenberg, der von seinem Vater die Grafschaft Löwenstein erhielt, war unehelich geboren. Seine Wahlsprüche waren “Fugam victoria nescit” (deutsch: „Der Sieg kennt keine Flucht“)[2] und “Quod optimum idem jucundissimum” (deutsch: „Das Beste ist das Angenehmste“)[3]. Er amtierte ab 1273 als Landgraf in der Landgrafschaft Oberelsass. Nach dem 1278 erfolgten Sieg in der Schlacht auf dem Marchfeld über König Ottokar Přemysl von Böhmen wurde er von seinem Vater im Mai 1281, als dieser das eroberte Wien wieder verließ, als Reichsverweser über die Reichslehen Herzogtum Österreich und Herzogtum Steiermark eingesetzt. Das Amt war in den Wirren des Österreichischen Interregnums seit Juni 1278 vakant gewesen, weil der Wittelsbacher Heinrich XIII. von Bayern zum Feind übergelaufen war. Am 17. Dezember 1282, beim Reichstag von Augsburg, wurde er zusammen mit seinem Bruder Rudolf als Herzog von Österreich und Steiermark und bereits ein Jahr später am 1. Juni 1283 in der Rheinfeldener Hausordnung alleine in diese Rechte eingesetzt. Rudolf sollte dafür mit anderen Territorien in Südwestdeutschland entschädigt werden, was aber bis zu dessen Tod 1290 nicht geschah. Mit seiner Politik des Zurückdrängens der einheimischen Geschlechter durch seine schwäbische Klientel, vor allem der Herren von Walsee, machte Albrecht sich sehr schnell unbeliebt. 1291/92 kam es deswegen bereits in der Steiermark zum Aufstand des Landsberger Bundes, gegen den sich Albrecht rasch durchsetzen konnte; 1295 erhob sich auch der österreichische Adel. Auch in Wien blieb Ottokar Přemysl lange Zeit viel populärer – nicht zuletzt der Wirtschaftsbeziehungen in den böhmischen Raum wegen. Immerhin bekam Wien 1296 ein neues Stadtrecht – das erste in deutscher Sprache abgefasste. Rudolf I. versuchte, Albrecht noch zu seinen eigenen Lebzeiten zum Mitkönig zu erheben, um die Königswürde im Haus Habsburg erblich zu machen. Das ließen die Kurfürsten, insbesondere der Pfalzgraf und die geistlichen Kurfürsten, jedoch nicht zu. 1290 wollte Rudolf seinen Sohn auf den Thron Ungarns setzen, das nach der Ermordung Ladislaus’ IV. als heimgefallenes Lehen angesehen wurde, doch sein Tod 1291 vereitelte diesen Plan. Als Rudolfs Nachfolger wurde 1292 Adolf von Nassau zum neuen römisch-deutschen König gewählt. In den folgenden Jahren griff Albrecht kaum in die Reichspolitik ein, da ihn Aufstände verschiedener Adliger in seinen österreichischen Ländern banden. Im Jahr 1295 zog er sich eine schwere Vergiftung zu, deren Grund ungeklärt blieb. Möglicherweise hatte die Küche leicht verdorbene Lebensmittel verarbeitet, oder ein Attentäter hatte Gift unter die Speisen gemischt. Jedenfalls brach Albrecht unter Krämpfen zusammen. Seine Ärzte gaben ihm abführende Mittel. Nachdem die Koliken ärger geworden waren, verlor er sein Bewusstsein und angesichts des befürchteten Todes wurde er an beiden Beinen verkehrt aufgehängt, so dass das Gift aus dem Körper fließen könne. Der Patient überlebte zwar diese Prozedur, jedoch wurde ein Auge dabei zerstört.[ | (HRR), Albrecht I. (I28553)
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| 685 | Alda heiratete vor 926 Hugo von Arles, den König von Italien. Sie wurde als ex Francorum genere Teutonicorum bezeichnet und kam aus Franken nach Italien. Dabei brachte sie den Kaplan Gerlannus mit nach Süden und sorgte dafür, dass dieser ein eigenes Bistum erhielt. | ..., Alda die Ältere (I39716)
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| 686 | Alda ist die Tochter von Hugo von Arles und Alda von Italien und Schwester König Lothars von Italien. Im Jahr 936 heiratete sie ihren Stiefbruder Alberich II. von Spoleto, einen der einflussreichsten Fürsten seiner Zeit, der in Quellen als princeps ac senator omnium Romanorum, also Herrscher über Rom, bezeichnet wird. Ihr Sohn war Oktavian, der später als Papst Johannes XII. (* 937 oder 939) bekannt wurde. | (ITALIEN), Alda ´die Jüngere` (I39717)
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| 687 | Alduin war im Kampf gegen die in Aquitanien einfallenden Wikinger engagiert und ließ eigens im Jahr 886 die Stadtmauer von Angoulême ausbauen. Angeblich war er in Besitz eines Holzsplitters vom „wahren Kreuz“, den bereits sein Vater von der Abtei Charroux erhalten habe, als Sieg bringendes christliches Symbol für den Kampf gegen die Wikinger. Nun aber forderten die Mönche von Alduin die Rückgabe dieser Reliquie, was dieser verweigerte. Darauf habe ihn eine schwere Krankheit befallen und seine Gefolgsleute begannen wie Wölfe auf der Jagd nach Menschenfleisch durchs Land zu streifen. Da ließ er für die Reliquie einen goldenen Schrein bauen und ihn von seinem Sohn Wilhelm nach Charroux bringen, worauf der Fluch ein Ende fand. Nach seinem Tod wurde er in der Abtei Saint-Cybard bestattet. Alduin war mit einer heute unbekannten Frau verheiratet, mit der er einen Sohn hatte, Wilhelm II. Taillefer († 945). Weil dieser bei seinem Tod noch unmündig war, übernahm Adémar zunächst die Herrschaft in Angoulême, der wahrscheinlich Alduins Schwager war. | (ANGOULEME), Alduin I. (I61544)
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| 688 | Aletta Noot war das zweite von neun Kindern des Zollbesehers Jan Willem Noot und seiner Frau Catharina, geborene Erckenswick. Zwei Jahre nach ihrer Geburt zog die Familie nach Ruhrort. Hier wuchs Aletta auf. Sie verbrachte zwei Jahre in einem holländischen Pensionat, wo sie die französische Sprache lernte. Am 17. November 1761 heiratete Aletta Noot den Duisburger Kaufmann Jacob Wilhelm Haniel. In ihrer 21-jährigen Ehe gebar sie elf Kinder, von denen nur vier das Erwachsenenalter erreichten. Elf Jahre lang lebte die Familie Haniel in Duisburg. 1772 zog sie mit dem achtjährigen Sohn Wilhelm nach Ruhrort, wo Jacob Haniel das Packhaus des Schwiegervaters übernahm. Aletta Haniel starb am 11. Mai 1815 im Ruhrorter Packhaus an „Entkräftung“. Sie wurde 73 Jahre alt. Nach dem Tod ihres Mannes 1782 führte Aletta Haniel den Weinhandel und den allgemeinen Speditions- und Kommissionshandel unter dem Firmennamen J. W. Haniel seel. Wittib weiter. Dabei wurde sie zunächst von ihrem jüngeren Bruder Samuel (1756–1828) unterstützt. Ab 1790 arbeiteten Sohn Wilhelm und ab 1796 die Söhne Gerhard und Franz im Geschäft der Mutter. 1790 übernahm die Firma J.W. Haniel seel. Wittib, die durch Wilhelm Haniel vertreten wurde, den Kohlenabsatz für die Firma J. G. Müser & Comp. Auch Alettas Bruder Diederich Walter beziehungsweise dessen Sohn Peter Heinrich waren daran beteiligt. 1792 übernahm Aletta die Spedition von Eisenwaren der Hütte St. Antony bei Osterfeld in Kommission für ein Rotterdamer Handelshaus. Bis 1795 kamen Geschäfte mit den benachbarten Hütten Neu-Essen und Gute Hoffnung hinzu. Der Wandel ihrer Geschäftstätigkeit schlägt sich auch darin nieder, dass sie bis Mitte der 1790er Jahre als „Weinhändlerin“ galt, während man ihr Geschäft danach mit Hinweis auf die Eisenwaren meist als „Spedition“ bezeichnete. 1796 wurde Aletta Haniel Teilhaberin an der Kohlenhandelsgesellschaft J.G. Müser & Comp. Sie war auch weiterhin für den Kohlenabsatz zuständig. Mit dem Eisenwaren- und Kohlengeschäft erschloss Aletta Haniel neue Handelswege in den Westen. Eisenwaren und zunehmend auch Kohle setzte sie vor allem in den Niederlanden ab. Als Vertreter ihrer Firma in der Gesellschaft mit Müser trat seit 1796 Sohn Gerhard auf. 1800 erwarb Aletta Haniel von ihren Geschwistern das Ruhrorter Packhaus. Im selben Jahr gelang es ihr durch ein Schreiben an den preußischen König, gegen den Widerstand der alteingesessenen Ruhrorter Kohlenhändler einen Platz zum Ablegen ihrer Eisenwaren direkt an der Ruhr zu erlangen. 1802, im Alter von 60 Jahren, machte Aletta Haniel ihre Söhne Gerhard und Franz zu Teilhabern an ihrer Firma. Schließlich zog sie sich 1809, nach 27 Jahren als Geschäftsfrau, zurück. Die Firma J.W. Haniel seel. Wittib erlosch und wurde unter ihren Söhnen Gerhard und Franz aufgeteilt. Sie verhalf während des Siebenjährigen Krieges ihrem vor französischer Geiselhaft geflohenen Vater zur freien Rückkehr. Die Sechzehnjährige verhandelte mit dem Oberbefehlshaber der französischen Rheinarmee, Marschall Marquis de Contades, der als Gegenleistung einen Kuss verlangte. Aletta kam diesem Wunsch nach und erreichte so ihr Ziel. Heute ist in Duisburg eine Gesamtschule nach ihr benannt. | NOOT, Johanna Sophia Aletta (I58834)
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| 689 | Alexander Iwanowitsch Herzen (Pseudonym Iskander; russisch Александр Иванович Герцен, wiss. Transliteration Aleksandr Ivanovič Gercen; * 25. Märzjul. / 6. April 1812greg. in Moskau; † 9. Januarjul. / 21. Januar 1870greg. in Paris) war ein russischer Philosoph, Schriftsteller und Publizist. Er ist Verfasser eines berühmten Memoirenwerks. | HERZEN, N. (I60966)
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| 690 | Alexander Pflaum, ab 1881 von Pflaum (geb. 4. Juni 1839 in Pflaumloch; gest. 15. Dezember 1911 in Berlin), war ein deutscher Bankier und Mäzen. Alexander Pflaum wurde als ältester Sohn des jüdischen Getreidehändlers Elias Pflaum in Pflaumloch geboren. Dieser gründete 1855 in Stuttgart das Bankhaus Pflaum. Sein Sohn Alexander absolvierte eine Bankausbildung in Frankfurt am Main, Berlin, Brüssel und Darmstadt. 1861 wurde er in der Loge Zu den 3 Cedern in Stuttgart zum Freimaurer aufgenommen.[1] Im Jahr 1865 wurde Alexander Pflaum zusammen mit seinem Bruder Moritz Mitgesellschafter im Bankhaus seines Vaters, das 1881 unter Beteiligung der Württembergischen Vereinsbank in die Württembergische Bankanstalt in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Pflaum wechselte in den Aufsichtsrat der Württembergischen Vereinsbank. Alexander Pflaum, ein Förderer der württembergischen Industrie, wurde 1881 vom König geadelt und zum Geheimen Kommerzienrat ernannt. Pflaum war von 1880 bis 1903 Aufsichtsratsvorsitzender des Stuttgarter Immobilien- und Baugeschäfts, das zahlreiche Cementwerke im Land betrieb.[2] Im Jahr 1907 wurde Pflaum Ehrenbürger der Gemeinde Pflaumloch. Dort stiftete er eine Synagoge, die später als Gemeindehaus genutzt wurde. Der kinderlose Kommerzienrat Pflaum, der mit Marie Clementine geb. Emden verheiratet war, hinterließ bei seinem Tod im Jahr 1911 einen beträchtlichen Aktienbesitz und eine große Kunstsammlung, die teilweise der Staatsgalerie Stuttgart vermacht wurde. Einen Teil seines Vermögens stiftete er für den Bau eines Altenheimes in Stuttgart und der Zentralleitung für Wohltätigkeit in Württemberg. Seine 1877 erworbene Villa an der Stuttgarter Falkertstraße wurde 1914 abgerissen, auf dem Grundstück wurde ein Schulgebäude errichtet. Auszeichnungen 1881 Ehrenritterkreuz des Ordens der Württembergischen Krone,[3] welches mit dem persönlichen Adelstitel (Nobilitierung) verbunden war 1896 Kommenturkreuz des Ordens der Württembergischen Krone[4] 1891 Kommenturkreuz II. Klasse des Württembergischen Friedrichs-Ordens 1885 Sächsischer Albrechts-Orden II. Klasse 1888 Orden der Krone von Italien Preußischer Kronenorden II. Klasse 1907 Ehrenbürger der Gemeinde Pflaumloch; dort wurde auch eine Straße nach Pflaum benannt[5] Die Ellwanger Gymnasiallehrerin Inge Barth-Grözinger verfasste nach der Biographie von Alexander Pflaum einen Roman für Jugendliche mit dem Titel Alexander, der 2009 erschien.[6] | VON PFLAUM, Alexander (I57110)
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| 691 | Alexander Ritter wurde als Sohn eines deutschen Kaufmanns im damals russischen Narva geboren. Nach dem Tod des Vaters zog die Mutter Julie mit ihren Kindern 1841 nach Dresden, wo Alexander die Uraufführungen von Richard Wagners Rienzi, Der fliegende Holländer und Tannhäuser unter der Leitung des Komponisten erleben konnte. Seine Mutter Julie Ritter war Wagners erste Förderin im Exil, sein Bruder Karl Ritter lebte zeitweilig als Schüler bei Wagner in Zürich. Alexander Ritter selbst lernte Wagner erst 1861 persönlich kennen, stand mit ihm in Briefkontakt[1] und verehrte ihn zeitlebens. 1849 ging Ritter nach Leipzig und absolvierte ein Violinstudium bei Ferdinand David. Franz Liszt, den er bereits 1844 in Dresden kennengelernt hatte, gewährte ihm 1854 eine Stelle als Violinist in der Weimarer Hofkapelle, wo er sich dessen Kreis (u. a. Peter Cornelius und Joachim Raff) anschloss. Im gleichen Jahr heiratete er die Schauspielerin Franziska Wagner (1829–1895), eine Nichte seines Idols Richard Wagner. Die gemeinsame Tochter Hertha (1873–1913) heiratete 1902 den Dirigenten und Komponisten Siegmund von Hausegger. Es folgten Engagements als Geiger und Dirigent 1856 in Stettin, 1863 in Würzburg und 1872 in Chemnitz, jeweils mit mäßigem Erfolg. 1882 kam er unter Hans von Bülow als Konzertmeister an die Meininger Hofkapelle, wo er den jungen Richard Strauss kennenlernte, den er in den folgenden Jahren stark förderte (Strauss selbst schreibt in seinen Erinnerungen vom „entscheidenden Ausschlag für meine zukünftige Entwicklung“). 1886 ging Ritter wie dieser nach München und widmete sich dort ganz dem Komponieren und der Förderung der jungen Komponistengeneration im Sinne der „Neudeutschen Schule“. Für Strauss’ Tondichtung Tod und Verklärung verfasste Alexander Ritter nachträglich das programmatische Gedicht, das dieser in der Partitur abdrucken ließ, er brachte ihm den Guntram-Stoff für seine erste Oper nahe, und er schrieb das Libretto zu Ludwig Thuilles Oper Theuerdank. | RITTER, Alexander ´Sascha` (I52908)
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| 692 | Alexander war ein jüngerer Bruder des Kaisers Leo VI. und der dritte Sohn des Kaisers Basileios I. aus der makedonischen Dynastie. 879 machte ihn sein Vater nach dem Tod des Thronfolgers Konstantin zum Mitkaiser; er behielt diesen Rang auch, als Leo VI. 886 den Thron bestieg. Als Leo 912 starb, trat Alexander die Nachfolge an und wurde gleichzeitig Regent für Leos Sohn Konstantin Porphyrogennetos, zu dessen Vormund er seinen Günstling Basilitzes bestimmte; es kursierte zeitweise sogar das Gerücht, Basilitzes solle zum Mitkaiser erhoben und Konstantin entmannt werden. Alexander verweigerte die jährlichen Tributzahlungen an die Bulgaren und löste damit einen insgesamt fünfzehn Jahre andauernden Krieg mit König Simeon I. aus. Während seiner kurzen Regierungszeit bereiteten die Bulgaren den Angriff auf das Reich vor. Noch vor deren Angriff starb Alexander 913 und ernannte auf seinem Sterbebett seinen Neffen zum Nachfolger, der als Konstantin VII. den Thron bestieg. In der Forschung gilt Alexander als Lebemann, der nicht zur Regentschaft geeignet war. | (BYZANZ), Alexander (I37379)
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| 693 | Alexios Komnenos war das jüngste von fünf Kindern des Sebastokrators Andronikos Komnenos und der Irene Aineiadissa († 1150/51) und somit ein Neffe von Kaiser Manuel I. Er hatte einen Bruder Johannes sowie die Schwestern Maria, Theodora und Eudokia. Alexios war noch ein Kleinkind, als sein Vater im Herbst 1142 bei einem Aufenthalt in Attaleia in Pamphylien vermutlich an derselben Fieberkrankheit starb, der kurz zuvor auch sein Onkel, der Mitkaiser Alexios, erlegen war. Er wuchs zusammen mit seinen Geschwistern am kaiserlichen Hof in Konstantinopel auf. Im Mai 1157 nahm er an der von Manuel I. einberufenen Synode im Blachernen-Palast teil, die über die Verurteilung des gewählten Patriarchen von Antiochia, Soterichos Panteugenos, als Häretiker entschied. Auch in den Jahren 1166 und 1170 wird Alexios als Synodenteilnehmer genannt. Er erhielt mehrere Titel, die den Angehörigen der Kaiserfamilie vorbehalten waren, wie Sebastos, Protobestiarios und Protostrator; nach dem Tod seines Bruders Johannes in der Schlacht bei Myriokephalon 1176 wurde er von Manuel I. zum Protosebastos erhoben. Als Manuel I. am 24. September 1180 starb, übernahm Alexios Komnenos, dem ein Verhältnis mit der Kaiserwitwe Maria von Antiochia nachgesagt wurde, als Regent die Staatsgeschäfte für den minderjährigen Thronfolger Alexios II. Er verließ sich offenbar stark auf lateinische Ratgeber, was ihn bei der byzantinischen Aristokratie unbeliebt machte. Es dauerte nicht lange, bis sich in Konstantinopel eine Opposition um die Prinzessin Maria Komnena und ihren Gatten, den Kaisar Johannes (Rainer von Montferrat), scharte mit dem Ziel, den Protosebastos zu ermorden. Das Komplott schlug im März 1181 zwar fehl, jedoch war Maria von Antiochia gezwungen, die Verschwörer zu begnadigen. In ihrer Not rief sie den ungarischen König Béla III. zu Hilfe, während die Opposition den Feldherrn Andronikos Komnenos, der eigene Ambitionen auf den Thron verfolgte, zum Eingreifen aufforderte. Als bekannt wurde, dass Andronikos von Kleinasien her mit barbarischen Hilfstruppen auf Konstantinopel zumarschierte, entlud sich der Hass der Bevölkerung gegen die Vormachtstellung der Lateiner in Form von Pogromen gegen alle katholischen Einwohner und insbesondere gegen die venezianischen und genuesischen Kaufleute. In Konstantinopel ließ Andronikos I. am 16. Mai 1182 den jungen Alexios II. zum Kaiser krönen, übernahm als Regent die tatsächliche Macht und widmete sich umgehend der Beseitigung möglicher Rivalen. Zu den ersten Opfern zählte der Protosebastos Alexios Komnenos, der ins Gefängnis geworfen und im Frühjahr 1183 grausam geblendet und entmannt wurde; er starb kurz darauf an seinen schweren Verletzungen. Wenig später ließ Andronikos I. auch den jungen Alexios II. und dessen Mutter Maria umbringen; Maria Komnena war schon im Juli 1182 vergiftet worden. | KOMNENOS, Alexios (Protosebastos) (I54374)
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| 694 | Alexios Musele war zwischen 836 und 839/40 Ehemann der Maria (* um 826/27), der jüngsten und Lieblingstochter des Kaisers Theophilos. Dieser erhob seinen Schwiegersohn in den Rang eines Kaisars (Caesars) und damit zum potenziellen Nachfolger, da sein erstgeborener Sohn Konstantin zu diesem Zeitpunkt bereits tot war; er starb vermutlich schon 830. Der Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit zufolge könnte Alexios den Kaisar-Titel schon seit 831 innegehabt haben. Jedenfalls wird im Zeremonienbuch für dieses Jahr anlässlich eines Triumphes in Konstantinopel die Anwesenheit eines Kaisars erwähnt, und außer Alexios ist unter Theophilos kein weiterer Träger dieses Titels bekannt. Zuvor hatte Alexios bereits die hohen Würden eines Patrikios, Anthypatos und Magistros bekleidet. Im Sommer 836 führte Alexios Musele in Thrakien erfolgreich Krieg gegen die Bulgaren, wobei es ihm gelang, die direkte Landverbindung nach Thessaloniki wiederherzustellen. Nachdem er eine neue Stadt gegründet und nach sich selbst Kaisaropolis benannt hatte, kehrte er nach Konstantinopel zurück. Möglicherweise war Alexios auch 837 am Feldzug gegen Melitene beteiligt, da er als Teilnehmer am anschließenden Triumphzug erwähnt wird. Als Befehlshaber eines Expeditionsheeres kämpfte Alexios 838 mit wechselndem Erfolg gegen die Sarazenen auf Sizilien und die Langobarden in Süditalien. Aufgrund von Gerüchten, Alexios strebe nach dem Kaiserthron und wolle Sizilien den muslimischen Angreifern übergeben (siehe auch Islam in Italien), wurde er nach Konstantinopel zurückgeholt und vorübergehend in Haft genommen. Seinen Status als Kaisar verlor Alexios Musele spätestens, als Theodora II. Anfang 840 den Thronfolger Michael zur Welt brachte. Nach dem frühen Tod Marias etwa um dieselbe Zeit wurde Alexios Mönch; er starb zu einem unbekannten Zeitpunkt nach 842 in einem von ihm gegründeten Kloster in Konstantinopel. | MUSELE, Alexios (I36557)
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| 695 | Alfons war Sohn des Königs Fruela I. (757–768) und der Königin Munia, die aus Álava stammte. Nach dem Tode seines Vaters 768 wurde zunächst Aurelio (der Cousin seines Vaters) zum König.[3] Auf Aurelio folgte im Jahr 773 Silo, der mit Adosinda (Tochter von Alfons I. und somit Tante von Alfons II.) verheiratet war. Unter der Herrschaft von Silo war Alfons Statthalter im Palast.[4] Im Jahre 783 nach Silos Tod wollte ihn seine Tante Adosinda (Königinwitwe des Königs Silo), auf den Thron setzen, doch konnte sich statt seiner Mauregato, ein illegitimer Halbbruder Adosindas, durchsetzen.[5] Nach dem Tod von Mauregato wurde Bermudo I. König. Dieser erhob Alfons zum Mitherrscher und als Bermudo 791 abdankte[6], kam Alfons an die Macht und wurde zum König gesalbt.[7] Es handelt sich um die erste bezeugte kirchliche Königsweihe im asturischen Reich. Im Kampf gegen die Mauren siegte Alfons bei Lugo, drang bis zum Tajo vor und eroberte für kurze Zeit Lissabon. Um 802 wurde er durch eine Verschwörung entthront und dann einige Zeit in einem Kloster in Haft gehalten. Spätestens 808 konnte er jedoch von seinen Anhängern wieder an die Macht gebracht werden. In der Folgezeit kämpfte er erfolgreich weiter gegen die Mauren. Er versuchte den Staat durch Rückgriff auf die westgotische Tradition zu befestigen (Neogotismus). Er erhob Oviedo zum Königssitz und gründete den Wallfahrtsort Santiago de Compostela. Er starb 842. Alfons hatte keine Nachkommen. Seine von den Chronisten gerühmte lebenslange Keuschheit, der er seinen Beinamen verdankte, hängt wohl damit zusammen, dass er schon in seiner Jugend, unter König Mauregato, längere Zeit in einem Kloster Zuflucht gefunden hatte und dort vom Mönchtum beeinflusst worden war.[8] Mit ihm starb die von Alfons I. abstammende Linie des Königshauses aus. | (ASTURIEN), Alfons II. ´der Keusche` (I52582)
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| 696 | Alfred Adelmann von Adelmannsfelden war ein Spross der sich nach der Burg Adelmannsfelden (Ostalbkreis) nennenden schwäbischen Adelsfamilie Adelmann von Adelmannsfelden, der ältere von zwei Söhnen des Justizbeamten und Reichsgrafen Friedrich Adelmann von Adelmannsfelden (1817–1852) und dessen Frau Sophie, geb. von Vischer-Ihlingen (1828–1897), einer Verwandten von Ludwig Uhlands Ehefrau Emilie geb. Vischer. Er war katholisch, wie auch sein Vater, während seine Mutter Protestantin war. Der jüngere Bruder war Rudolf Adelmann von Adelmannsfelden. | ADELMANN VON ADELMANNSFELDEN, Alfred (I58899)
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| 697 | Alfred wurde in jungen Jahren nach Rom gesandt, wo er der Angelsächsischen Chronik zufolge von Papst Leo IV. „zum König gesalbt wurde“.[1] Dies wurde (spätestens im viktorianischen Zeitalter) als vorwegnehmende Krönung zum König von Wessex verstanden. Diese Krönung hätte Leo aber nicht vorhersehen können, hatte Alfred doch zu diesem Zeitpunkt noch drei lebende ältere Brüder. Ein entsprechender Brief von Leo zeigt, dass Alfred zum Konsul ernannt wurde, was später als königliche Investitur (absichtlich oder nicht) missverstanden wurde. Während der Regierungszeit seiner ältesten Brüder Æthelbald und Æthelberht trat Alfred nicht in Erscheinung, zumindest berichten die Quellen darüber nichts, was aber im Rahmen frühmittelalterlicher Geschichtsschreibung nicht ungewöhnlich ist. Dies änderte sich, als Æthelred I. den Thron bestieg. Alfred stieg zum secundarius auf, was ihn zu einer Art Mitregenten gemacht haben dürfte. Eine Vereinbarung, die wahrscheinlich auch vom Witan, dem Rat der Großen, gewünscht war. ... | VON WESSEX, Alfrefd ´der Große` (I2051)
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| 698 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I5129)
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| 699 | Alice entstammte der südwestfranzösischen Adelsfamilie Lusignan. Sie war eine Tochter von Hugo von Lusignan, Graf von La Marche und von dessen Frau Isabella von Angoulême. Ihre Mutter, die aus dem südwestfranzösischen Angoulême stammte, war die Witwe des englischen Königs Johann Ohneland. Sie hatte nach dem Tod des Königs 1217 England verlassen und 1220 den südwestfranzösischen Grafen Hugo geheiratet. Damit war Alice eine Halbschwester des englischen Königs Heinrich III. Nach dem Tod ihrer Mutter folgte Alice 1247 mit mehreren ihrer Brüder einer Einladung Heinrichs nach England. Dieser plante, seine Halbgeschwister durch Besitzungen und Heiraten in England zu binden, um so die Bindung zwischen England und seinen eigenen südwestfranzösischen Besitzungen zu stärken. Alice verheiratete er im August 1247 mit dem noch minderjährigen John de Warenne, 6. Earl of Surrey (1231–1304), einem reichen Erben. Diese und weitere Bevorzugungen der ausländischen Lusignans wurden in England teils scharf kritisiert, unter anderem vom Chronisten Matthew Paris. Ihr Gatte wurde 1252 volljährig wurde und damit die Kontrolle über seine weitläufigen Besitzungen als Earl of Surrey erhielt. Mit ihrem Mann, John de Warenne, 6. Earl of Surrey, hatte Alice drei Kinder: Alice (auch Eleanor) de Warenne (1251–nach 1282) ⚭ Henry de Percy († 1272); Isabella de Warenne (1253–1282) ⚭ John Balliol († 1315), 1292–1296 König von Schottland; William de Warenne (1256–1286) ⚭ Joan de Vere († 1293), Tochter des Robert de Vere, 5. Earl of Oxford. Alice starb einen Monat nach der Geburt ihres dritten Kindes. Obwohl ihr Mann zu diesem Zeitpunkt erst 25 Jahre alt war, heiratete er überraschenderweise nicht erneut.[1] | DE LUSIGNAN, Alice (I57191)
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| 700 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I7399)
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