Treffer 701 bis 750 von 5,028
| # | Notizen | Verknüpft mit |
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| 701 | Arnold II. gab vor 1031 zwei Drittel seines Gutes in Tärzens bei Innsbruck an das Kloster Benediktbeuern. | VON REICHERSBEUERN, Arnold II. (I36788)
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| 702 | Arnolf entstammte dem Geschlecht der Karolinger, die seit 751 die fränkische Königswürde innehatten. Damit war er ein Ururenkel KARLS DES GROßEN und Enkel LUDWIGS DES DEUTSCHEN: Seine Mutter ist als nobilissima femina (hochedle Frau) bei Regino von Prüm und Notker I. bezeugt, was in der Forschung zu einer Einordnung bei den Luitpoldingern geführt hat. Man hat sie aber auch den Ebersbergern und Sighardingern zugeordnet.[2] Später wandte sich Karlmann von Liutswind ab; vor 861 heiratete er eine namentlich unbekannte Tochter des Markgrafen Ernst. Diese Ehe blieb kinderlos. Arnolfs Vorgänger Karl III. („der Dicke“) vereinte für kurze Zeit alle drei Teilreiche und damit das Reich Karls des Großen unter seiner Herrschaft. Angesichts der sich abzeichnenden Regierungsunfähigkeit Karls konnte ihn Arnolf mit Hilfe der Bayern, Franken, Sachsen, Thüringer und Alemannen stürzen und selbst die Königswürde übernehmen. Arnolf beschränkte sich auf das Ostreich seines Großvaters, Ludwigs des Deutschen, während in den übrigen Teilen des Frankenreiches andere Große die Königswürde beanspruchten. Ab 888 konnte Arnolf seine Herrschaft über Lothringen wie auch Reichsitalien festigen. Mit seinem Sieg an der Dijle bei Löwen 891 fanden die Normannenüberfälle auf das Ostfrankenreich ein Ende. Die dadurch im Norden erreichte Stabilität förderte den Aufstieg der Liudolfinger, die wenige Jahrzehnte später die Königsfamilie im Reich stellten. Arnolfs Pakt mit den Ungarn, die im 10. Jahrhundert zur größten Bedrohung für das Ostfrankenreich werden sollten, verdüsterte sein Bild in der Nachwelt. In Rom ließ sich Arnolf 896 zum Kaiser krönen. Zu seiner Zeit erreichte Regensburg den Höhepunkt seiner Bedeutung als Herrschaftszentrum im Ostfrankenreich. Leben Herkunft Stammtafel der Karolinger aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Ekkehard von Aura, Chronicon universale, Berlin, Staatsbibliothek, Ms. lat. fol. 295, fol. 80v Arnolf entstammte dem Geschlecht der Karolinger, die seit 751 die fränkische Königswürde innehatten. Er war ein außerehelicher Sohn des ostfränkischen Königs Karlmann mit einer Adligen namens Liutswind, deren Herkunft ungewiss ist. Damit war er ein Ururenkel Karls des Großen und Enkel Ludwigs des Deutschen. Seine Mutter ist als „nobilissima femina“ (hochedle Frau) bei Regino von Prüm und Notker I. bezeugt, was in der Forschung zu einer Einordnung bei den Luitpoldingern geführt hat.[1] Man hat sie aber auch den Ebersbergern und Sighardingern zugeordnet.[2] Später wandte sich Karlmann von Liutswind ab; vor 861 heiratete er eine namentlich unbekannte Tochter des Markgrafen Ernst. Diese Ehe blieb kinderlos.[3] Nach Brigitte Kasten war eine uneheliche Abkunft in der Karolingerzeit nicht von Nachteil und kein Ausschlusskriterium für die Königsherrschaft. Das „Rechtsargument der Illegitimität“ sei bei der Herrschaftsnachfolge „weniger eine Generationen übergreifende Normbildung als in erster Linie eine variabel gehandhabte Strategie des Machterhalts“ gewesen.[4] Nach einer neueren Forschungsmeinung beruhte die monarchische Autorität eines unehelich geborenen Herrschers weniger auf seiner väterlichen Abstammung als auf seiner Fähigkeit, sich in die Adelsgesellschaft zu integrieren.[5] Bei den Geschichtsschreibern trat Arnolfs uneheliche Geburt in den Hintergrund.[6] Dagegen versucht Matthias Becher nachzuweisen, dass Arnolf ehelich geboren war. Becher vermutet, „dass Arnulf vielleicht nur zu einem Zeitpunkt geboren wurde, zu dem Ludwig der Deutsche als Vater Karlmanns dessen Ehe mit der Tochter des aufständischen Markgrafen Ernst nicht anerkannt hatte – vielleicht auch nur rückwirkend“.[7] Ludwig der Deutsche schickte 856 seinen Sohn Karlmann in die bairischen Marken, um diese wichtige Region unter seine Kontrolle zu bringen. Karlmann betrieb jedoch eine so eigenständige Politik, dass Ludwig dies als Aufstand auffasste. Eigenmächtig schloss Karlmann 858 Frieden mit dem von den Ostfranken seit Jahren bekämpften Rastislav von Mähren. Die folgenden Jahre waren von Rebellion und Ausgleich zwischen Vater und Sohn geprägt. Erst 865 söhnte sich Ludwig dauerhaft mit Karlmann aus. Nach Ludwigs Tod erhielt Karlmann 876 Bayern, Pannonien und Karantanien sowie die Reiche der Slawen, worauf er vermutlich im selben Jahr seinem Sohn Arnolf einen Herrschaftsraum in Karantanien und Pannonien zuwies. Ein wichtiges Herrschaftszentrum dieses Areals war Regino von Prüm[8] und anderen zeitgenössischen Quellen zufolge die Königspfalz „Mosaburg“. Diese lag vermutlich im heutigen Zalavár in Südwest-Ungarn, dem Hauptort des Plattensee-Fürstentums, wo in diesen Jahren ein steinernes Palastgebäude entstand.[9] Daneben wurde die „Mosaburg“ Arnolfs aber auch häufig mit der Arnulfsfeste in der Kärntener Gemeinde Moosburg identifiziert und diese darüber hinaus als möglicher Geburtsort Arnolfs diskutiert. Heinz Dopsch vermutet jedoch angesichts der bayerischen Herkunft von Arnolfs Mutter, dass er wohl eher in Bayern, vielleicht in Regensburg geboren wurde.[10] Entmachtung Karls III. und Königserhebung Arnolfs Die Herrschaftszeit Ludwigs des Deutschen war mit 50 Jahren ungewöhnlich lang. Dies hatte zur Folge, dass seine Söhne erst in relativ hohem Alter an die Macht kamen. Mit seinem Tod setzte 876 eine rasche Folge von Herrscherwechseln im Ostreich ein. Ähnlich wie im Westreich reduzierte sich durch mehrere unerwartete Todesfälle die Anzahl der karolingischen Könige und Königssöhne. Die älteren Söhne Ludwigs des Deutschen, Karlmann und Ludwig der Jüngere, starben bereits 880 bzw. 882. Ludwig der Jüngere hatte zuvor schon seine beiden Söhne Ludwig († 879) und Hugo († 880) verloren. Dadurch konnte Karl III. „der Dicke“, der jüngste Sohn Ludwigs des Deutschen, für kurze Zeit alle drei Teilreiche und damit noch einmal das gesamte Frankenreich unter seiner Herrschaft vereinen. Die raschen Herrscherwechsel sowie Karls lange Aufenthalte in Italien und im Westreich beeinträchtigten aus der Sicht der ostfränkischen Großen die Kontinuität der Herrschaftsausübung im Osten. Karls Ehe mit der Alemannin Richgardis blieb kinderlos, so dass mit Arnolf und Bernhard aus der Linie Ludwigs des Deutschen nur zwei uneheliche Königssöhne verblieben. Karl sah offenbar strikt von einer Favorisierung Arnolfs als Nachfolger ab, da er ihn in keiner seiner Urkunden erwähnte.[11] Im Mai 887 adoptierte er den höchstens sechsjährigen Ludwig, den Sohn des im Januar verstorbenen Boso von der Provence. Damals litt er schon seit einiger Zeit unter heftigen Krankheitsattacken und zunehmendem Siechtum. Er ahnte offenbar, dass er nicht mehr lange zu leben hatte, denn ab etwa 885 finden sich in seinen Diplomen in auffälliger Form zahlreiche Bestimmungen für sein Seelengedächtnis.[12] Die Krankheit, die Bedrohungen durch Normannen, Slawen und Mährer sowie die ungelöste Nachfolgefrage erschütterten Karls Autorität im Reich. Als im November 887 in Tribur eine Reichsversammlung zusammentreten sollte, war Karls Regierungsunfähigkeit den Großen bereits deutlich geworden. Sie blieben der Versammlung fern und verweigerten damit ihre Zustimmung. Ein Boykott solchen Ausmaßes kam einer Herrscherverlassung – der faktischen Aufkündigung der Loyalität – gleich. Den Grund dafür sieht man traditionell in der gängigen Einschätzung Karls „des Dicken“ als schwacher und lethargischer Herrscher. Nach Simon MacLean (2003) hingegen war nicht ein persönliches Versagen Karls oder seine Krankheit für seinen Sturz entscheidend, vielmehr lag die Ursache in strukturellen Mängeln eines zu wenig institutionalisierten Herrschaftsapparates; eine in den Quellen teils suggerierte lange vorbereitete Verschwörung von Adelskreisen sei ebenso unzutreffend.[13] Achim Thomas Hack untersuchte 2009 das Itinerar des Königs, seine Bereitschaft zur konsensualen Herrschaft mit den Großen und die überlieferten Urkunden der letzten 13 Monate vor dem Sturz; dabei konnte er keine Beeinträchtigung der Herrschaftsausübung Karls feststellen.[14] Die ostfränkischen Großen brachten Arnolf aufgrund seines Alters und seiner politischen und militärischen Qualifikation größeres Vertrauen entgegen als dem um 876 geborenen Bernhard.[15] Daher huldigten sie ihm als ihrem neuen König. Zeitgenössische Geschichtsschreiber sahen diesen Schritt als Zäsur an. Die bairische Fortsetzung der Fuldaer Annalen notierte, dass in „Europa“ viele Kleinkönige (reguli) hervortraten.[16] Im Jahr 888 griffen gleich sechs nichtkarolingische Prätendenten nach dem Königtum: im Westfrankenreich der Robertiner Odo, in Hochburgund der Welfe Rudolf, in Italien Berengar von Friaul und Wido von Spoleto, in der Provence Ludwig III., in Aquitanien Ramnulf von Poitiers. Sie alle außer Wido huldigten Arnolf, der sie seinerseits in ihren Machtbereichen anerkannte. Er erhob keine über das ostfränkische Reich hinausgehenden Herrschaftsansprüche.[17] Die verbliebenen Anhänger des Kaisers musste Arnolf teils gewaltsam unterwerfen, teils durch Drohungen, Ehrungen oder Zugeständnisse für sich gewinnen. Karls letzte Urkunde datiert vom 17. November, Arnolfs erste vom 27. November 887.[18] Nach Hagen Keller fand die eigentliche Wahl Arnolfs erst Mitte Dezember 887 in Forchheim statt. Mit seiner Wahl in Forchheim begründete Arnolf die Tradition eines festen Orts der Königswahl. Er urkundete dort am 11. und 12. Dezember.[19] Der gestürzte Karl starb allein und verlassen bereits am 13. Januar 888 im alemannischen Neudingen. Mit seiner faktischen Beschränkung auf das Ostfrankenreich machte Arnolf den Weg für die Etablierung nichtkarolingischer Herrschergeschlechter in den anderen Teilen des fränkischen Gesamtreichs frei. Anfang 888 empfing er in Regensburg die Großen aus Bayern, Ostfranken, Sachsen, Thüringen und Alemannien sowie zahlreiche Slawen. In der zweiten Jahreshälfte begann er allmählich, sich als unumstrittener Oberherr des Gesamtreichs zu inszenieren. Die von ihm akzeptierten reguli sollten seine eher formale Oberhoheit respektieren. Dadurch schaffte er es, „als anerkanntes Oberhaupt der Deszendenten Karls des Großen auf der Basis eines gesicherten Teilreichs […] eine lockere Suprematie über die anderen zu wahren, die sich nun ebenfalls Könige nannten“.[20] Bernhard, der uneheliche Sohn Karls des Dicken, lehnte sich 890 von Alemannien aus mit geistlichen und weltlichen Großen gegen Arnolf auf.[21] Namentlich bekannte Teilnehmer dieses Aufstands sind Abt Bernhard von St. Gallen, ein Priester Isanrich und ein Udalrich, der Inhaber mehrerer alemannischer Grafschaften und Sohn eines nepos (Neffen) Ludwigs des Deutschen war.[22] Die Erhebung wurde niedergeschlagen, Bernhards Anhänger verloren Ämter und teilweise ihren Besitz. Bernhard selbst konnte über Rätien nach Italien entkommen. Dort wurde er 891 vom rätischen Markgrafen Rudolf umgebracht.[23] Herrschaftsstruktur und Herrschaftspraxis Politik gegenüber weltlichen und geistlichen Großen Die ältere verfassungsgeschichtliche Forschung sah seit dem 19. Jahrhundert die Karolinger an der Spitze eines hierarchisch auf die Person des Königs ausgerichteten Herrschaftsverbandes. Darin liegt aus heutiger Sicht eine Überschätzung der Macht des Königs, der nicht der allein dominierende Herrschaftsträger war. Vielmehr war es seine Aufgabe, durch Verfügungen und deren Umsetzung Ordnung in das komplizierte Herrschaftsgefüge zu bringen. Dem karolingischen König fehlte weitgehend ein institutioneller Herrschaftsapparat. Er musste die anderen Herrschaftsträger im Konsens zur Mitwirkung gewinnen („konsensuale Herrschaft“). Trotz regem schriftlichem und mündlichem Austausch über Boten konnten angesichts der Größe des Reichs und der schlechten Verkehrsbedingungen Probleme nur im persönlichen Zusammentreffen mit Beteiligung aller wichtigen Personen geklärt werden. In vertraulichen Gesprächen mit einer beschränkten Teilnehmerzahl wurde der Konsens erzeugt. Durch Geschenke, Versprechungen und Drohungen konnte der König diese Verhandlungen in seinem Sinne beeinflussen. Seine Anhänger musste er für treue Dienste belohnen. So ist von Arnolf eine hohe Anzahl an Schenkungsurkunden für bayerische Adlige überliefert.[24] Mit der Herstellung von Konsens demonstrierte der Herrscher seine Integrationsfähigkeit.[25] Die Gruppe von Adligen, die seine Entscheidungen mitbestimmte, war relativ klein. Von den 150 bis 200 geistlichen und weltlichen Amtsträgern des ostfränkischen Reiches war nur ein Bruchteil an wichtigen politischen Entscheidungen beteiligt.[26] Die Beziehungsnetzwerke zum König waren dabei ständigen Wandlungen unterzogen. Ein dominierender Berater ist bei Arnolf nicht auszumachen. Liutward von Vercelli, der unter Karl III. eine außerordentliche Vertrauensstellung eingenommen hatte, spielte nach dessen Sturz keine Rolle mehr. Nur ein einziges Mal – im Sommer 888 – ist er bei Arnolf nachzuweisen, und dies in völlig unbedeutender Position.[27] Der wohl engste Vertraute unter den weltlichen Großen war Luitpold von Bayern. Er wurde 893 zunächst Graf von Karantanien und übernahm dann eine führende Stellung im gesamten bayerischen Markengebiet.[28] Das Ostfränkische Reich bildete zwar den Machtbereich des Königs, war aber ebenso wie das Westreich nicht durch den Bezug auf seine Person oder auf das Karolingergeschlecht bestimmt. Nach dem Verständnis der Großen stellte ein Reich eine eigenständige Einheit dar, die letztlich der Verfügung der adligen Führungsschicht unterstand. Dieser stand es grundsätzlich zu, nicht nur einen Herrschersturz, sondern auch einen Dynastiewechsel herbeizuführen. Herrscherverlassungen und „Einladungen“ zur Herrschaftsübernahme kamen in spätkarolingischer Zeit nicht nur vereinzelt vor.[29] Als im Jahr 888 westfränkische Große Arnolf die dortige Herrschaft anboten, da sie den karolingischen Thronerben wegen seiner Unmündigkeit nicht akzeptieren wollten, lehnte er ab. Stattdessen lud er den nichtkarolingischen Prätendenten Odo zu einer Zusammenkunft ein und schloss im August 888 ein Freundschaftsbündnis mit ihm. Im November 888 ließ sich Odo in Reims mit einer Krone, die er von Arnolf erhalten hatte, zum zweiten Mal zum westfränkischen König krönen, nachdem er schon im Februar im Anschluss an seine Königswahl gekrönt worden war.[30] Von Arnolfs 176 überlieferten Urkunden wurden 72 in den ersten beiden Regierungsjahren vom 27. November 887 bis zum 8. Dezember 889 ausgestellt. Bereits aus den ersten hundert Tagen (27. November 887 bis 23. Februar 888) sind 18 Königsurkunden überliefert. Von keinem anderen frühmittelalterlichen Herrscher ist eine so hohe Anzahl an Urkunden aus den ersten drei Monaten erhalten.[31] Geoffrey Koziol meint, die bisherige Forschung habe die Bedeutung des karolingischen Urkundenwesens unterschätzt. Die Karolingerurkunden seien nicht als bloße Rechtsakte im Verwaltungshandeln zu betrachten, vielmehr seien sie als wichtige Akte der Herrschaftsrepräsentation und zentrale Medien der Machtsicherung zu würdigen. Bei der Herrschaftsnachfolge seien sie als Mittel der Legitimation bedeutsam gewesen. Sie hätten dem Aufbau von Beziehungen zu den Großen und den Klöstern des Reiches gedient. Insbesondere die ersten und die letzten Urkunden eines Königs seien für Legitimationsstiftung und -verlust wichtig gewesen.[32] Mit 27 Prozent ist der Anteil der weltlichen Empfänger deutlich höher als bei Ludwig dem Deutschen, Ludwig dem Jüngeren oder Karl III. Der durch Rebellion an die Herrschaft gekommene Arnolf versuchte, mit Hilfe zahlreicher Diplome für weltliche Empfänger deren Gunst zu erwerben.[33] Besonders im Südosten des Reiches ist eine hohe Anzahl an Schenkungen für geistliche und weltliche Große aus seinem ersten Jahr überliefert. Dabei ist in den Arengen, den Einleitungen seiner Urkunden, ausdrücklich vom erwiesenen crebrum servicium (zahlreiche Dienste) oder obsequium (Gehorsam) der Begünstigten zu lesen.[34] Unter den Empfängern sind 130 Geistliche auszumachen. 53 Urkunden wurden für Klöster ausgestellt. Besonders begünstigt wurde St. Gallen mit sechs Urkunden; Reichenau und Fulda erhielten jeweils vier, Lorsch und Metten je drei. Corvey, Gandersheim, Prüm, St. Maximin bei Trier, St. Arnolf in Metz, Ötting und Kremsmünster wurden mit jeweils zwei Urkunden bedacht. Die Bischofskirchen und Bistümer bilden mit 37 Urkunden die zweite große Empfängergruppe. Zehn Urkunden gingen an Erzbischöfe und Bischöfe, 22 an einzelne Kirchen oder Kapellen. Arnolf stattete besonders kirchliche Institutionen außerhalb Bayerns aus, um sich ihre Unterstützung zu sichern. Ein Schwerpunkt lag hierbei auf Alemannien (St. Gallen und Reichenau) und Lothringen.[35] Arnolf war um ein Kräftegleichgewicht zwischen den einzelnen Interessengruppen im Reich bemüht. Zu Beginn seiner Herrschaft stützte er sich vor allem auf die Konradiner, die im östlichen Franken und Lothringen begütert waren. Höhepunkt dieser Politik, mit der Arnolf den Einfluss der Babenberger zurückdrängen wollte, war die Besetzung des Bistums Würzburg mit dem jüngsten Konradiner Rudolf. Dadurch stiegen die Konradiner zum mächtigsten Adelsgeschlecht des Reiches auf. Ihre massive Begünstigung seit 892 machte Arnolf allerdings ab etwa 895 teilweise rückgängig; sie mussten ihre nach Osten gerichteten Ambitionen zurückstellen.[36] Für eine enge Zusammenarbeit des Königs mit den Bischöfen waren die Synoden von besonderer Bedeutung. Zwischen 873 und 887 war trotz vielfältiger Bemühungen keine Bischofsversammlung zustande gekommen. Unter Arnolf stieg die Anzahl der Synoden und ihrer Beschlüsse; zu seiner Zeit tagten von 888 bis 895 sechs Synoden.[37] Bei der Einberufung dieser Bischofsversammlungen kam dem König eine wichtige Rolle zu. Arnolf konnte sie zur Herrschaftsrepräsentation nutzen. Nach Wilfried Hartmann bemühten sich die Bischöfe spätestens ab 888 um ein gutes Verhältnis zu ihm. Den Höhepunkt seiner Autorität erreichte Arnolf im Jahr 895 auf der Synode von Tribur, auf der er den Vorsitz führte. Die Bischöfe feierten ihn als Herrscher von Gottes Gnaden.[38] Itinerar und Zentralorte Die Effizienz der Herrschaft hing wesentlich von der persönlichen Präsenz des Königs bei einer sehr kleinen Gruppe herausgehobener Herrschaftsträger ab.[39] Um den für die Konsensbildung notwendigen Kontakt herzustellen, musste der König so oft wie möglich die persönliche Begegnung mit den Großen suchen. Bei einer zu langen Verweildauer an einem Ort drohte eine Entfremdung zwischen dem Herrscher und den Großen entfernter Regionen. So vermerkte der Regensburger Fortsetzer der Fuldaer Annalen kritisch, Arnolf habe sich zu lange in Regensburg aufgehalten. Die karolingischen Könige reisten vornehmlich von Pfalz zu Pfalz.[40] Neben den aktuellen politischen Erfordernissen bestimmte auch der jeweilige Gesundheitszustand des Herrschers das Itinerar. Anders als seine Vorgänger verließ Arnolf das ostfränkische Reich nur für zwei Feldzüge gegen die Mährer (892 und 893) und seine beiden Italienzüge (894 und 895/96).[41] Unter Arnolf verschoben sich ab 888 die räumlichen Schwerpunkte im ostfränkischen Reich. Im von Karl III. bevorzugten Alemannien war Arnolf lediglich in den Anfangsjahren seiner Regierung anzutreffen. Nur auf dem Rückweg von Burgund im Frühjahr 894 hielt sich Arnolf noch einmal in Alemannien auf.[42] Zentrale Bedeutung erhielt vor allem Bayern, der Herrschaftsschwerpunkt seines Vaters. Regensburg entwickelte sich unter Arnolf zu einem herausragenden Herrschaftszentrum.[43] Dort wurde etwa ein Drittel seiner Urkunden ausgestellt. Als Versammlungsort trat es neben Rheinfranken. In Regensburg fanden vier Reichsversammlungen statt (887/888, 895, 897 und 899).[44] In unmittelbarer Nähe zur Regensburger Abtei St. Emmeram begann Arnolf mit dem Bau einer neuen Königspfalz.[45] Nach Peter Schmid hat Arnolf mit der Königspfalz, der Verehrung des heiligen Emmeram als Reichspatron und dem Bestreben, die Kirche des Heiligen als karolingische Grablege zu begründen, in Regensburg „einen ideellen Mittelpunkt seines Reichs schaffen wollen“.[46] In Regensburg weilte er mit 22 Aufenthalten am häufigsten; er ist dort in jedem Jahr seiner Regierungszeit nachweisbar[47] und machte die Stadt zum bevorzugten Ort seiner Herrschaft. Dreimal verbrachte er den Winter dort und sechsmal beging er dort das Osterfest.[48] Mit deutlichem Abstand folgt Frankfurt mit 11 Aufenthalten. Im Gegensatz zu seinem Großvater Ludwig, dem als König neben Regensburg das Rhein-Main-Gebiet mit dem Zentrum Frankfurt gleich wichtig gewesen war, konzentrierte sich Arnolf vornehmlich auf Bayern. Allerdings titulierte er sich anders als sein Vater Karlmann nicht als rex Baiuvorum (König der Bayern).[49] Ein Vergleich der Urkundenpraxis des ostfränkischen Königs mit seinem Itinerar zeigt, dass sein Wirkensbereich im Hinblick auf seine persönlichen Kontakte keineswegs auf die politischen Zentrallandschaften begrenzt blieb. So besuchte er Sachsen lediglich einmal, doch kamen von dort kontinuierlich Bittsteller mit ihren Wünschen zu ihm nach Rheinfranken.[50] Zusammensetzung von Kanzlei und Hofkapelle Eine Schenkungsurkunde Arnolfs, ausgestellt am 15. April 890 in Regensburg. München, Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Kaiserselekt 73 = Urkunde: Kloster Niederaltaich Urkunden (790–1801) 13. In: Monasterium.net. ICARUS – International Centre for Archival Research (KU Niederaltaich 13, Farbabbildung von D. 77 mit Vorder- und Rückseite). Mit dem Sturz Karls III. verschwand auch dessen Kanzlei. Nach Mark Mersiowsky gab es „kaum Kontinuitäten von ihm zu Arnolf“.[51] Arnolf konnte beim Sturz seines Vorgängers nicht auf eine eigene Kanzlei zurückgreifen. Ein Großteil der bei der Urkundenausstellung anfallenden Arbeit wurde daher an die Empfänger delegiert. Als Kanzleileiter nahm der Regensburger Diakon Aspert von 888 bis 891 großen Einfluss auf die Kanzleigeschäfte. Nach Asperts Ernennung zum Regensburger Bischof im Juli 891 erlangte der Notar Engilpero bis März 893 größere Bedeutung im Urkundenwesen.[52] Das eigentliche Urkundengeschäft wurde in der Kanzlei von zahlreichen Gelegenheitsschreibern besorgt. Daher fiel die Gestaltung der Urkunden unterschiedlich aus. Die nach Arnolfs Kaiserkrönung ausgestellten Urkunden zeigen eine „imperiale Stilisierung“. Infolge seines Schlaganfalls 896 und seiner eiligen Rückkehr vom Romzug blieben die Änderungen allerdings langfristig gering.[53] Die Hofkapelle am Königshof war für die Seelsorge und für die Abhaltung von Gottesdiensten zuständig. Von Karl III. hatte Arnolf zahlreiche Hofgeistliche übernommen. Mehrere Angehörige der Hofkapelle wurden auf ostfränkische Bischofssitze befördert. Salomo wurde 890 Bischof von Konstanz und Abt von St. Gallen. Der Hofkapellan Hatto wurde 888 Abt von Reichenau und 891 Erzbischof von Mainz. Arnolf hob Personen in Führungspositionen, die ihm am Beginn seiner Herrschaft ferngestanden hatten.[54] Dem Freisinger Bischof Waldo, dem Bruder Salomos, wurde 889 die schwäbische Abtei Kempten übertragen. Von solchen Erhebungen in geistliche Ämter versprach sich Arnolf Loyalität der Amtsträger und eine Bindung ihrer Familien an ihn als Herrscher.[55] Hatto von Mainz und Waldo von Freising sind häufig in der Umgebung des Herrschers nachgewiesen. Sie begleiteten Arnolf bei seinem Italienzug Anfang 894 und auch bei dem zweiten Italienzug 895/96 zur Kaiserkrönung.[56] Normannen Im Verlauf des 9. Jahrhunderts fielen wiederholt Normannen in das Frankenreich ein. So wurden 881 Maastricht, Tongern und Lüttich geplündert. Die wenigen Abwehrerfolge wurden vor allem von regionalen Kräften unter der Führung von Adligen und Bischöfen errungen, während Karl III. gegen die Normannen militärisch erfolglos blieb. Den Abzug der Invasoren von ihrem Stützpunkt Asselt (nördlich von Roermond) im Sommer 882 konnte Karl nur durch reiche Geschenke erreichen. Die Geschenke deuteten Zeitgenossen als Tributzahlungen und als Beweis für seine geringe Befähigung als Herrscher.[57] An einem Feldzug Karls im Sommer 882 gegen die Normannen hatte Arnolf teilgenommen. Im Sommer 891 zog Arnolf mit einem Heer zuerst nach Arras und anschließend nach Löwen und konnte mit seinem Sieg an der Dijle die Normannenüberfälle auf das Ostfrankenreich beenden.[58] Die Normannen wandten sich daraufhin endgültig von seinem Teilreich ab und konzentrierten sich fortan auf das Westfrankenreich. Dadurch konnte sich der Norden von Arnolfs Reich festigen. Feldzüge gegen die Mährer und Pakt mit den Ungarn Ungefähre Grenzen Mährens unter der Herrschaft Moimirs I. (um 830–846) Karolingische Reiterei aus dem Psalterium aureum (St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. 22, S. 140). Die Mährer gehörten zu den gefährlichsten Gegnern des ostfränkischen Reiches in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts. Über Jahrzehnte versuchten die mährischen Herrscher Moimir, Rastislav und Svatopluk I. (Zwentibald), sich aus der fränkischen Oberherrschaft zu lösen und ein Königreich aufzubauen. Zu Konflikten kam es, da sich beide Seiten für Unterpannonien interessierten. In Forchheim konnte 874 ein Frieden des Ostfrankenreichs mit den Mährern geschlossen werden, der anscheinend zehn Jahre Bestand hatte; jedenfalls sind für diese Zeitspanne keine Kampfhandlungen überliefert.[59] Bei seinem Herrschaftsantritt 876 in Karantanien und Pannonien unterhielt Arnolf gute Beziehungen zu dem Mährerfürsten Svatopluk, der schon um 870/71 die Taufpatenschaft von Arnolfs Sohn Zwentibold übernommen hatte.[60] Nach seiner Königswahl war Arnolf zunächst an einem Frieden mit Svatopluk gelegen. Im Frühjahr 890 trat er ihm deshalb die Oberhoheit über Böhmen ab. Der 891 erneuerte Friedensvertrag hielt aber nur kurze Zeit. Arnolfs ruhmreicher Sieg über die Normannen ermöglichte es ihm, seine Königsherrschaft im ostfränkischen Reich zu konsolidieren und den Kampf gegen Svatopluk aufzunehmen.[61] Er wollte seine Position im Osten stärken und verlorene Gebiete zurückerobern. Gegen das Mährerreich unternahm Arnolf im Sommer 892 und 893 Feldzüge. Nach Svatopluks Tod 894 konnte er mit dessen Söhnen Frieden schließen. Bei den Kämpfen gegen die Mährer und auch im weit entfernten Italien griff Arnolf auf die Ungarn als Verbündete zurück. Man warf ihm daher später vor, er habe die Ungarn ins Frankenreich geholt und ganz Europa den ungarischen Plünderungszügen ausgeliefert. Diese Vorwürfe finden sich bei zeitgenössischen Autoren nicht, sie wurden erst mehrere Jahrzehnte später rückblickend erhoben.[62] Heinz Dopsch konnte zeigen, dass die Ungarn beim Bündnisschluss 892 noch keine Nachbarn des Ostfränkischen Reiches waren und somit keine unmittelbare Gefahr bedeuteten. Bis zu Arnolfs Tod hielten sie sich an ihre Bündnisverpflichtungen, erst danach begannen ihre Plünderungszüge nördlich und südlich der Alpen.[63] Sachsen Sachsen gehörte auch unter Arnolf zu den königsfernen Gebieten des Ostfrankenreiches. Arnolf hielt sich nur ein einziges Mal dort auf, als er es 889 zum Ausgangspunkt seines ersten größeren, aber glücklosen Feldzuges gegen die Abodriten machte.[64] Auch Arnolfs Urkundentätigkeit kennzeichnet Sachsen als Peripherie. Von 176 ausgestellten Urkunden richtete Arnolf nur 12,5 Prozent an sächsische Empfänger. Das bedeute zwar bereits eine erhebliche Steigerung gegenüber den Verhältnissen unter Karl dem Großen oder Ludwig dem Frommen, unter deren Herrschaft Sachsen mit 0,91 bzw. 3,2 Prozent nur geringfügig bedacht worden war,[65] blieb aber gleichwohl noch weit hinter den Beurkundungen für Adressaten in seinen Kernzonen Baiern und Franken zurück. Dennoch blieb Sachsen auch im ausgehenden 9. Jahrhundert ein fester Bestandteil des Reiches.[66] Adel und Episkopat in Sachsen erkannten Arnolfs Herrschaft an und suchten die Nähe des Königs. Die Bischöfe wurden vom König eingesetzt, erschienen auf den Reichsversammlungen und beteiligten sich an seinen Kriegszügen.[67] Arnolf wiederum belohnte diese Treue. Dabei wurde kein anderer weltlicher Großer im Reich so üppig begünstigt wie der Graf Ekbert.[68] Nach den Forschungen Matthias Bechers lässt sich unter dem ostfränkischen König Arnolf in Sachsen noch keine Vormachtstellung des späteren Königshauses der Liudolfinger nachweisen.[69] Stattdessen kämpften im 9. und zu Beginn des 10. Jahrhunderts noch verschiedene Adelsfamilien um die Vorherrschaft im östlichen Franken, in Sachsen und in Thüringen.[70] Erst um das Jahr 900 setzte sich mit Otto dem Erlauchten ein Liudolfinger durch.[71] Die Familie verfügte unter Arnolf im südöstlichen Sachsen und im nördlichen Thüringen bereits über hohes Ansehen und eine starke Position, was Arnolf dazu bewogen haben wird, seinen Sohn Zwentibold mit Ottos Tochter Oda zu verheiraten.[72] Trotzdem war das Verhältnis Arnolfs zu Otto großen Schwankungen zwischen Distanz und Nähe unterworfen, denn der karolingische König förderte zeitweilig das Vordringen der mit den Babenbergern und Liudolfingern verfeindeten Konradiner nach Thüringen.[73] Lothringen Lothringen war seit vielen Jahren herrschaftlich zersplittert. Den Sturz Karls III. versuchte der Welfe Rudolf zu nutzen, um dort die Herrschaft zu übernehmen. Daraufhin zog Arnolf von Rheinfranken ins Elsass. Die Kämpfe übernahm für ihn eine alemannische Heeresabteilung. Arnolf konnte sich Lothringen sichern, Rudolf wurde als König von Hochburgund anerkannt und bekam die westlichen Alpen und ihr Vorland als Herrschaftsgebiet zugesprochen.[74] Von 895 bis 900 wurde Lothringen mit Arnolfs Sohn Zwentibold einem eigenen König unterstellt. Damit stand erstmals wieder ein Einzelner dem gesamten Regnum vor. In Lothringen erschien Arnolf seitdem nicht mehr. Angesichts des Fehlens von Urkunden für lothringische Empfänger nach Zwentibolds Herrschaftsantritt geht Johannes Fried von einem Desinteresse Arnolfs am Mittelreich aus.[75] Italien In Italien kämpften ursprünglich fränkische, aber mittlerweile in Italien verwurzelte Familien mit den Karolingern um die Königswürde. Berengar von Friaul ließ sich Anfang 888 zum König von Italien krönen. Mit ihm konnte Arnolf eine Abmachung erzielen, doch ein anderer Prätendent, Wido von Spoleto, lehnte einen solchen Ausgleich ab. Der Einladung Papst Stephans V. zum Romzug kam Arnolf nicht nach. Daraufhin krönte der Papst Wido als ersten Nichtkarolinger zum Kaiser, und zu Ostern wurde Widos Sohn Lambert zum Mitkaiser erhoben. Im Herbst 893 bat der Papst Arnolf um Hilfe gegen den Gewaltherrscher Wido. Daraufhin zog Arnolf Anfang 894 nach Italien. Er eroberte Bergamo und Pavia. Bei der Eroberung Bergamos erbeutete er einen „großen Schatz“.[76] Zwar verschaffte er sich in ganz Oberitalien Ansehen, doch Ende April 894 verließ er Italien über Burgund schon wieder. Im Oktober 895 zog Arnolf erneut über die Alpen. Angesichts des großen Heeres verzichtete König Berengar kampflos auf sein Reich und unterwarf sich bedingungslos. Doch im Februar 896 blieben Arnolf die Stadttore Roms verschlossen. Wegen der unerwarteten militärischen Herausforderung kam er mit dem ganzen Heer zu gemeinsamer Beratung zusammen. Das Heer legte daraufhin ein Treuegelöbnis ab und stimmte sich mit dem Ablegen der öffentlichen Beichte auf den Sturm der Stadtmauern ein. Noch am selben Tag begann die Eroberung.[77] Nach heftigen Auseinandersetzungen um St. Peter konnte Arnolf in der zweiten Februarhälfte 896 von Papst Formosus zum Kaiser gekrönt werden. Der Widerstand gegen seine Herrschaft war jedoch noch nicht gebrochen. Arnolf befand sich auf dem Weg nach Spoleto, als er krankheitsbedingt Italien verlassen musste. Er reiste über Piacenza und den Brenner noch im Mai nach Bayern zurück. Seinen Sohn Ratold ließ er als Stellvertreter in Mailand zurück. Ratold fand jedoch keine Unterstützung und folgte Arnolf sehr bald nach Bayern. Arnolfs Rückzug und der Tod des Papstes im April 896 machten die begonnene Neugestaltung der Machtverhältnisse in Italien hinfällig. Familie Arnolf hatte mit Zwentibold und Ratold zwei voreheliche Söhne, die vor 889 geboren waren. Außerdem hatte er von einer Frau namens Ellinrat eine gleichnamige Tochter. Der Name einer weiteren Tochter ist unbekannt. Anscheinend hatte er mindestens drei Konkubinen.[78] Seine Heirat mit Oda wird nach allgemeiner Einschätzung der Forschung in das Jahr 888 oder kurze Zeit nach seiner Königserhebung datiert.[79] Oda wird vielfach zu den Konradinern gezählt, da Arnolf und Ludwig das Kind in ihren Diplomen die Konradiner Konrad den Älteren, Konrad den Jüngeren und Eberhard als nepotes (Neffen) bezeichneten und Oda über den Hof Lahnstein verfügt hatte.[80] Die Konradiner waren neben den Babenbergern eine der einflussreichsten ostfränkischen Familien. Diese Ehe sollte Arnolfs Herrschaft stärken.[81] Aus ihr ging im Herbst 893 der einzige legitime Sohn Ludwig das Kind hervor. Ludwig galt seit seiner Geburt als der zukünftige Thronfolger. Die Benennung mit einem karolingischen Taufnamen im Unterschied zu seinen Brüdern macht dies deutlich. Trotz Ludwigs Geburt sollten aber auch Arnolfs uneheliche Söhne mit Königsherrschaften versehen werden. Zwentibold wurde König in Lothringen, für Ratold war anscheinend Italien als Herrschaftsbereich vorgesehen.[82] Arnolf stattete seine Gemahlin Oda mit zahlreichen Fiskalgütern (aus dem eigentlichen Reichsbesitz) aus: Er schenkte ihr den Königshof in Velden an der Vils und ein weiteres Fiskalgut in Nierstein im Wormsgau. Auch Ellinrat beschenkte er mit Fiskalgut.[83] Arnolf feierte mit seiner Gemahlin das erste gemeinsame Weihnachten als wichtigen Akt königlicher Repräsentation und Herrschaftsausübung in Kärnten, und sie begleitete ihn auf den Romzug 895/96. Eine Krönung zur Kaiserin ist jedoch nicht ausdrücklich überliefert. An Arnolfs Feldzügen nach Mähren 893 und Italien 894 nahm sie nicht teil.[84] Mit lediglich sechs Nennungen in den Urkunden Arnolfs scheint sie keinen besonderen Einfluss auf die Herrschaft ausgeübt zu haben.[85] Arnolfs Söhne Ratold und Ludwig das Kind blieben unverheiratet. Zwentibold ehelichte zu Ostern 897 die Liudolfingerin Oda, die sein Vater für ihn ausgesucht hatte. Die Gründe dafür sind nicht bekannt. Möglicherweise wollte Arnolf durch die Verbindung mit dieser einflussreichen Adelsfamilie das königsferne Sachsen enger an sich binden.[86] Regelung der Nachfolge Bereits kurz nach seinem Herrschaftsantritt hielt Arnolf Ende Mai 889 in Forchheim eine Versammlung ab, auf der über den Zustand des Reiches (de statu regni) beraten wurde. Dort wollte der König seine beiden illegitimen Söhne Zwentibold und Ratold als seine Nachfolger anerkennen lassen. Dies stieß aber bei den fränkischen und bayerischen Großen auf Bedenken. Nach den Fuldaer Annalen leisteten einige Franken den Schwur mit dem Vorbehalt, dass er nur gelten sollte, falls dem König kein legitimer Sohn geboren würde.[87] Infolge der Geburt Ludwigs des Kindes scheiterte Arnolfs Versuch, im Juni 894 in Worms seinen erstgeborenen Sohn Zwentibold zum König von Lothringen zu machen. Die Gründe für diesen Fehlschlag sind nicht näher bekannt. Im Mai 895 hatte die Erhebung Zwentibolds zum König von „Burgund und dem ganzen lotharischen Reich“ (in Burgundia et omni Hlotharico) hingegen Erfolg.[88] Ratold tritt in den Quellen neben der Nachfolgeregelung von 889 nur noch bei Arnolfs Rückreise von der Kaiserkrönung 896 hervor.[89] Krankheit Im Sommer 896 erlitt Arnolf kurz nach der Kaiserkrönung einen Schlaganfall, worauf er nach Bayern zurückkehrte; im August nahm er an einer Reichsversammlung in Forchheim teil. Dabei wäre er fast von einem einstürzenden Balkon erschlagen worden; bei frühmittelalterlichen Herrschern waren Unfälle durch einstürzende Gebäude keine Seltenheit.[90] Wohl im November 896 empfing er in Regensburg eine Gesandtschaft des byzantinischen Kaisers Leo VI. In Altötting feierte er das Weihnachtsfest. Sein gesundheitlicher Zustand scheint sich dann wieder verschlechtert zu haben. Den Winter 896/97 musste er in Bayern verbringen, nach einer Bemerkung der Fuldaer Annalen teils „an abgeschiedenen Orten“ (secretis locis).[91] Ein solches Verhalten war für einen karolingischen Herrscher singulär. Möglicherweise wollte er seine Krankheit verbergen oder suchte die Ruhe zur Genesung.[92] Am 8. Juni 897 sprach er in einer Urkunde für die Wormser Kirche das eigene Wohlergehen an.[93] In der Urkunde drückte er seine Hoffnung aus, dass derartige Schenkungen auch „für die Gesundung unseres Körpers“ hilfreich seien.[94] Arnolfs Krankheit machte aktives Regierungshandeln zunehmend unmöglich. In Italien ließ man sich von seinen Rivalen Lambert und Berengar Urkunden ausstellen, nördlich der Alpen ging das Vertrauen in den Herrscher spürbar zurück. Die Anzahl der ausgestellten Königsdiplome nahm deutlich ab.[95] Zugleich wuchs die Zahl der Urkundenintervenienten in dieser Phase erheblich. Traten in der Zeit vor Arnolfs Krankheit nur in etwa einem Drittel adlige Herrschaftsträger als Intervenienten auf, so war dies nach 896 in rund zwei Dritteln der Fall. Die Forschung hat daraus geschlossen, dass die Großen des Reiches in dieser Zeit ihre Machtposition erheblich ausbauen konnten.[96] Timothy Reuter hat aus den Quellen eine gewisse Erholung des Kaisers für das Frühjahr 897 ausgemacht. Die Beschränkung im Itinerar und auch bei den Urkundenempfängern auf Bayern erklärt Reuter mit der damaligen militärischen Situation.[97] Angesichts der angespannten Lage ließ Arnolf 897 die ostfränkischen Großen den Treueid auf seinen kleinen Sohn Ludwig schwören.[98] Ein zweiter Schlaganfall ereilte Arnolf im Frühjahr 899. Er wurde so bewegungsunfähig, dass er die Donaustrecke nur noch per Schiff und nicht zu Pferd zurücklegen konnte. Gegen seine Frau Oda wurde 899 der Vorwurf der Untreue erhoben. Die Ehebruchanklage konnte im Juni 899 in Regensburg durch 72 Eideshelfer entkräftet werden. Nach Johannes Fried konnten die Vorwürfe nicht ohne Zustimmung Arnolfs öffentlich verhandelt werden.[99] Mit der öffentlichen Demütigung sollte, so Thilo Offergeld, Oda als Mutter des minderjährigen Königs für die künftigen Gespräche über die Thronfolge politisch aus der Verantwortung ausgeschlossen werden.[100] Timothy Reuter hingegen erklärt die Ehebruchsanklage nicht mit der „politischen Ausschaltung“ der Königin, sondern sieht darin eine „ziemlich hysterische Abwehrmaßnahme angesichts der erneuten Gesundheitsverschlechterung Arnolfs“.[101] Oda wurde anscheinend nicht verstoßen, denn sie intervenierte noch in der letzten Urkunde Arnolfs für das Stift Ötting.[102] Etwa gleichzeitig mit dem Prozess gegen Oda erkrankte der Kaiser erneut. Man führte dies darauf zurück, dass ihm „etwas Schädliches“ (nocuum quoddam) gegeben worden sei. Drei der angeblichen Täter wurden verurteilt; Graman wurde in Ötting enthauptet, ein anderer Beschuldigter, der in den Quellen anonym bleibt, entkam nach Italien. Radpurc, die als führender Kopf des Komplotts galt, starb in Aibling am Galgen.[103] Timothy Reuter sieht dahinter eine Anklage „mit Untertönen von Hexerei und schwarzer Magie“.[104] Giftmischerei und Zauberei waren Vergehen, die man im mittelalterlichen Europa vor allem Frauen anlastete.[105] Anfang 899 versuchte die konradinische Sippe unter Führung Erzbischof Hattos von Mainz ohne den todkranken Kaiser in geheimen Verhandlungen in St. Goar die Anerkennung von Arnolfs minderjährigem Sohn Ludwig zu erreichen. Ziel war die Absetzung König Zwentibolds, denn dieser hätte als handlungsfähiger Herrscher den Einfluss der Konradiner auf den minderjährigen König Ludwig vermindert. Insgeheim einigte man sich auf ein Vorgehen gegen Zwentibold. Der schwerkranke Kaiser belagerte in Mautern im Sommer 899 von einem Schiff aus den aufständischen Isanrich, den Sohn des Markgrafen Aribo. Isanrich hatte mit den Mährern paktiert und so das Eingreifen Arnolfs veranlasst. Zunächst konnte er gefangen genommen werden, jedoch entkam er und floh zu den Mährern. Von Mautern aus kehrte Arnolf nach Regensburg zurück. Die Stadt hat er bis zu seinem Tod nicht mehr verlassen.[106] Tod und Nachfolge Arnolf starb im Alter von etwa 50 Jahren nach mehreren Schlaganfällen am 8. Dezember 899. Die vor 1945 aufgestellte These einer Erbkrankheit der Karolinger, die für den Untergang der Dynastie verantwortlich sei, wurde von Achim Thomas Hack widerlegt.[107] Der Todestag des Kaisers und seine Begräbnisstätte werden sehr unterschiedlich überliefert. Das Sterbedatum hat hohe Bedeutung für das liturgische Totengedächtnis. Auf der Reichenau galt der 14. Juli als Sterbetag Arnolfs, was Franz Fuchs auf eine Verwechslung mit dem gleichnamigen Bayernherzog zurückführt.[108] Im Totenbuch von St. Maximin in Trier wurde des Kaisers am 17. August gedacht. Nach dem Bericht Reginos von Prüm zum Jahr 899 starb Arnolf am 29. November und wurde in Ötting (Altötting) begraben. Die meisten süddeutschen Nekrologien nennen den 8. Dezember; dieser Datierung schließt sich Franz Fuchs an. In St. Emmeram wurde vom Spätmittelalter bis zur Auflösung des Klosters der 27. November als Todestag Arnolfs begangen. Fuchs begründet dies damit, dass im entsprechenden Nekrolog das ursprüngliche Datum, der 8. Dezember, nachweislich durch Rasur getilgt und im 14. Jahrhundert an seiner Stelle der 27. November als der Todestag eingefügt wurde. Die Neuordnung der Arnolf-Memoria gehe auf Abt Albert von Schmidmühlen (1324–1358) zurück.[109] Fuchs meint, Arnolf sei in St. Emmeram begraben worden, denn die gleichzeitige Aussage des bairischen Fortsetzers der Fuldaer Annalen sei aufgrund ihrer räumlichen Nähe glaubwürdiger.[110] Außerdem wurde in Altötting nie auf den letzten ostfränkischen Kaiser und sein Grab Anspruch erhoben.[111] Demnach wurde Arnolf wie andere ostfränkische Karolinger im nächstgelegenen altehrwürdigen Kloster beigesetzt.[112] Arnolfs Witwe Oda blieb offenbar ohne größeren Einfluss. Nach seinem Tod intervenierte sie nur einziges Mal in Ludwigs Diplomen.[113] Mit Ötting ist nur einer ihrer Aufenthaltsorte nach Arnolfs Tod bekannt. Ihr Grab ist unbekannt geblieben.[114] Acht Wochen nach Arnolfs Tod wurde der sechsjährige Ludwig am 4. Februar 900 in Forchheim zum König gewählt und gekrönt.[115] In Lothringen sagte sich 899/900 der Adel von Zwentibold los und schloss sich König Ludwig an. Im August 900 wurde Zwentibold in einer Schlacht an der Maas getötet. Ludwig das Kind stand unter dem Einfluss einer Adelsfraktion um Hatto von Mainz. Thilo Offergeld konnte in seiner Untersuchung über das Kinderkönigtum kein Anzeichen einer selbstständigen Herrschaftstätigkeit bei Ludwig ausmachen.[116] Mit Ludwigs Tod am 24. September 911 endete die Herrschaft der Karolinger im Ostfrankenreich. Name Arnolf wird heute durch den Beinamen „von Kärnten“ gekennzeichnet, weil sich sein Aufstieg in Karantanien vollzog und der Herrscher zeitlebens eine enge Bindung zu dieser Region hatte. Die Namensform Kärnten hat es im 9. und 10. Jahrhundert nicht gegeben. Das Gebiet hieß damals Karantanien. Im Verlauf des Hochmittelalters wandelte sich dieser Name zu Kärnten.[117] In zeitgenössischen Quellen wird Arnolf mehrmals als Herzog von Karantanien bezeichnet. Die Salzburger Annalen nennen ihn auch Arnolf von Karantanien.[118] Der Name „Arnolf/Arnulf“ ist seit dem 5. Jahrhundert überliefert und bedeutet „Adlerwolf“. Der erste Namensträger bei den Karolingern, der heiliggesprochene Bischof Arnulf von Metz, war zugleich der Stammvater des Geschlechts.[119] In 90 Prozent der Urkunden des Königs kommt die Namensform „Arnolf“ vor, die Variante „Arnulf“ lediglich in sechs Prozent. Die anderen vier Prozent verwenden die Form „Arnolf“ in der Intitulatio und die Variante „Arnulf“ in der Subscriptio in der Signumzeile oder in der Datierung. Ein ähnlicher Befund ist auch in der Historiographie festzustellen. Bei Notker von St. Gallen findet sich die Namensform „Arnold“. Die Diplomatiker Theodor von Sickel, Engelbert Mühlbacher und Paul Fridolin Kehr bevorzugten das urkundengerechtere Arnolf. In der Mitte des 20. Jahrhunderts war die Form „Arnulf“ vorherrschend. Seit dem Erscheinen von Rudolf Schieffers Karolingerbuch im Jahr 1992 und den seither erschienenen Untersuchungen überwiegt die Form „Arnolf“.[120] Wirkung Frühmittelalter Nach einer traditionellen Forschungsmeinung verliert die Schriftlichkeit seit Ludwig dem Deutschen generell an Bedeutung für die Herrschaftspraxis und als Kommunikationsmittel. Die Kapitularien als wichtige Dokumente für die Herrschaftsorganisation verschwinden aus dem ostfränkischen Reich und werden nicht anderweitig ersetzt.[121] Entgegen dieser gängigen Sichtweise haben David Steward Bachrach und Bernard S. Bachrach in einer jüngeren Untersuchung gezeigt, dass sich die späten karolingischen Herrscher im Ostfrankenreich insbesondere zum Zwecke der Besteuerung intensiv auf schriftliche Dokumente stützten.[122] Von den ostfränkischen Karolingern sind kaum Selbstaussagen überliefert. Als eine der wenigen Quellenarten können die Diplome über ihr Selbstverständnis Auskunft geben. Diese sind allerdings von Kanzlisten, nicht von den Königen selbst formuliert. Dennoch bringen sie am ehesten das Selbstverständnis ihrer Aussteller zum Ausdruck. In den Einleitungen der Urkunden (Arengen) werden die Sorge für die Untergebenen und Getreuen sowie die Pflicht zur Großzügigkeit ihnen gegenüber hervorgehoben.[123] Anders als Karl der Große und Ludwig der Fromme hatte Arnolf keinen zeitgenössischen Biografen. Aus den zwölf Jahren von Arnolfs Herrschaftszeit sind 176 Urkunden überliefert. Das ergibt einen Durchschnitt von 14,8 Urkunden pro Jahr. Der Ausstoß ist damit für einen Karolinger relativ groß. So sind von Ludwig dem Deutschen aus 50 Regierungsjahren wenig mehr als vier Urkunden pro Jahr überliefert, von Karl dem Kahlen immerhin zwölf.[124] Unter Arnolfs Nachfolger Ludwig dem Kind nimmt die Zahl der Diplome stark ab: Aus seinen zwölf Jahren liegen nur 77 Urkunden vor.[125] Der als Klostergründer und in Niedermünster bestattete heilige Bischof Erhard zelebriert die Messe an dem vom Ziborium überhöhten Tragaltar. Uta-Codex. München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 13601, fol. 4r. Liudprand von Cremona, Antapodosis (Ausschnitt aus Buch III, Kapitel 32–34) in einer oberitalienischen Handschrift der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts: München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 6388, fol. 51r. Das Jahr 887 wurde von der zeitgenössischen Historiographie als tiefer Einschnitt wahrgenommen. Der Hauptstrang der Fuldaer Annalen stellte mit dem Herrschaftsantritt Arnolfs die Berichterstattung ein. Der Tod Karls III. nur wenige Monate später wurde schon nicht mehr verzeichnet. Als wesentliche Informationsgrundlage für die Herrschaftszeit Arnolfs gilt aufgrund ihrer bayerischen Herkunft die sogenannte „Regensburger Fortsetzung“ der Fuldaer Annalen, die über die Zeit von 882 bis 897 bzw. 901/02 berichtet. Die Chronik Reginos von Prüm reicht von der Geburt Christi bis in das Jahr 906. Bei den Angaben dieses lothringischen Chronisten zur Herrschaft Arnolfs ist allerdings die räumliche Ferne und die mehr nach Westen ausgerichtete Darstellung zu berücksichtigen. Am Anfang der Herrschaftszeit Arnolfs entstand 888/89 das historiographische Gedicht eines unbekannten sächsischen Autors, der als Poeta Saxo bekannt ist. Dieser Dichter sprach Arnolf aufgrund der Namensgleichheit mit dem Ahnherrn des karolingischen Geschlechtes, Bischof Arnulf von Metz, besondere Herrscherqualitäten zu. Er hoffte auf eine lange Regierungszeit und erinnerte an Karl den Großen, der die Größe des Reiches verdoppelt habe.[126] Das Arnulf-Ziborium ist der einzige erhaltene frühmittelalterliche „Reisealtar“. Es gehört zu den bedeutenden Zeugnissen der spätkarolingischen Goldschmiedekunst. Eine Inschrift, die Arnolf als rex (König) bezeichnet, deutet auf Entstehung vor seiner Kaiserkrönung, also zwischen 887 und 896.[127] Aufgrund der stilistischen Ausstattung wurde von der kunsthistorischen Forschung auch eine frühere Datierung um 870 diskutiert. Statt Arnolf wurde Karl der Kahle als Auftraggeber vermutet.[128] Zweifelhaft bleibt weiterhin, ob die Stiftung dem Regensburger Emmeramskloster galt.[129] Im frühen 11. Jahrhundert nahm die Memoria des Stifters einen Aufschwung. Das Ziborium wurde im so genannten Uta-Codex, einem für das Regensburger Damenstift Niedermünster gefertigten Evangelistar, zur Darstellung gebracht.[130] Etwa fünfzig Jahre nach Arnolfs Tod verfasste der italienische Geschichtsschreiber Liudprand von Cremona sein „Buch der Vergeltung“ (Liber antapodoseos). Das Werk führt bis in die achtziger Jahre des 9. Jahrhunderts zurück und behandelt damit auch ausführlich den letzten karolingischen Herrscher Arnolf von Kärnten. Für Liudprand ist Arnolf der typische Tyrann. Er vergewaltigt Nonnen, schändet Ehefrauen, profaniert Kirchen. In seiner Antapodosis widmet der Geschichtsschreiber Arnolfs Tod, den er für schändlich hält, ein eigenes Kapitel. Die schwere Krankheit des Kaisers wird als gerechte Vergeltung des himmlischen Richters für gottloses Handeln gedeutet. Arnolf sei durch Ungeziefer umgekommen; das sei die Strafe Gottes für die Herbeirufung der Ungarn.[131] Hoch- und Spätmittelalter Spätmittelalterliches Porträt Kaiser Arnolfs in einer Handschrift des 1387 abgeschlossenen Liber Augustalis des Benvenuto da Imola: München, Bayerische Staatsbibliothek, clm 313, fol. 63r. Liudprands Erzählung über Arnolfs schändlichen Tod durch Ungeziefer wurde in der spätmittelalterlichen Geschichtsschreibung durch Martin von Troppau, Vinzenz von Beauvais und Thomas Ebendorfer die gängige Sichtweise über seinen Tod.[132] Nach dem 1387 vollendeten Liber Augustalis des Benvenuto da Imola wurde Arnolf bei lebendigem Leib von Läusen zerbissen. In St. Emmeram konnte man nicht an ein so furchtbares Ableben des frommen Kaisers glauben. Seit dem frühen 11. Jahrhundert wurde er von den dortigen Mönchen geradezu als zweiter Stifter ihres Klosters gefeiert.[133] Dies führte dazu, dass der Verfasser der in der Mitte des 12. Jahrhunderts entstandenen mittelhochdeutschen Kaiserchronik Arnolf für einen Zeitgenossen des heiligen Emmeram hielt.[134] Noch im frühen 17. Jahrhundert setzte sich der Kartäusermönch Franz Jeremias Grienewaldt mit großem Aufwand an Gelehrsamkeit mit Liudprands Schilderung von Arnolfs Tod auseinander.[135] In St. Emmeram gedachte man Arnolfs jahrhundertelang an seinem Todestag. Die Totenfeiern endeten 1810 mit der Auflösung des Klosters. Im ausgehenden 15. Jahrhundert hatte Andreas von Regensburg Arnolf zum „berühmtesten Herrscher Europas“ (Arnolfus regum Europe famoissimus) stilisiert. Das Urteil fand Anklang in der folgenden bayerischen Historiographie.[136] Moderne Forschungsgeschichte Die Karolingerherrschaft im Ostfränkischen Reich wurde in der älteren Mittelalterforschung kaum als eigenständige Epoche wahrgenommen. Arnolfs Herrschaftszeit galt lange entweder als Verfallsepoche gegenüber der Zeit Karls des Großen oder als Vorgeschichte der Entstehung des „deutschen“ Reiches.[137] Die erste biographische Darstellung veröffentlichte Maximilian von Gagern 1837 unter dem Titel Arnulfi imperatoris vita ex annalibus et diplomatis conscripta. Aufgrund ihres Detailreichtums ist die dreibändige Geschichte des Ostfränkischen Reiches (1887/88) von Ernst Dümmler nach wie vor unersetzt. Dümmler ging strikt chronologisch vor und wertete für jedes Jahr die schriftlichen Quellen umfassend aus. Die Ausführlichkeit seiner Darstellung mag ein Grund dafür gewesen sein, dass danach die Geschichtswissenschaft über hundert Jahre die zweite Hälfte des 9. Jahrhunderts kaum weiter erforscht hat.[138] Dümmler hatte zuvor bereits seine Berliner Dissertation (De Arnulfo Francorum rege commentatio historica) aus dem Jahr 1853 Arnolf gewidmet. Die deutsche Geschichtswissenschaft machte in der Zusammensetzung und Herkunft der Umstürzler von 887 ein deutsches Nationalgefühl aus. Martin Lintzel maß dem Jahr 887 große Bedeutung für die Anfänge der deutschen Geschichte zu.[139] Lange wurde darüber diskutiert, ob die Initiative zur Absetzung Karls III. von Arnolf selbst oder vom Adel der ostfränkischen Stämme ausging.[140] Walter Schlesinger wies 1941 in seinem Leipziger Habilitationsvortrag Kaiser Arnulf und die Entstehung des deutschen Staates dem Karolinger auf dem Weg von der fränkischen zur deutschen Geschichte eine wichtige Rolle zu. Nach Schlesinger konnte Arnolf auf der Basis seiner bescheidenen Ausgangsposition in Karantanien kaum von sich aus König werden. Die Großen werden in den Quellen deutlich als „Franken, Sachsen und Thüringer, dazu Bayern und Alemannen“ beschrieben. In Arnolfs Abwendung vom westfränkischen Reich und in der räumlichen Beschränkung der Macht sah Schlesinger „ein deutsches Volksbewusstsein“ entstehen. Die damalige Situation beschrieb er mit den Worten: „Ein deutsches Volksbewußtsein schickt sich an, einen deutschen Staat zu gestalten.“[141] Schlesinger wandte sich ausdrücklich gegen Gerd Tellenbach, der kurz zuvor eine andere Sichtweise von den Triebkräften vertreten hatte[142] und nun auf Schlesingers Vortrag in der Historischen Zeitschrift reagierte.[143] Auch Tellenbach sah im 9. Jahrhundert bereits „den deutschen Gedanken […] im Werden“.[144] Er fasste Arnolf jedoch nicht als chancenlosen Außenseiter, sondern als erfolgreichen militärischen Anführer auf. Die Großen habe Arnolf erst durch seinen Vormarsch an den Rhein zur Abkehr von Karl III. bewegen können. Den Sachsen, Franken und Alemannen traute Tellenbach noch keine einheitliche oder gar gemeinsame Willensbildung zu; vielmehr ging er von einer nach und nach erfolgten Anerkennung Arnolfs „durch die Stämme oder Stammesangehörigen“ aus.[145] In der weiteren Diskussion tendierte die Forschung eher zur Sichtweise Tellenbachs.[146] Seit den 1970er Jahren hat sich durch die Studien von Joachim Ehlers, Bernd Schneidmüller und Carlrichard Brühl über die Anfänge der deutschen und französischen Geschichte immer stärker die Sichtweise durchgesetzt, dass das „Deutsche Reich“ nicht durch ein einzelnes herausragendes Ereignis entstanden ist, sondern als Resultat einer im 9. Jahrhundert einsetzenden längerfristigen Entwicklung, die teilweise selbst im 11. und 12. Jahrhundert noch nicht abgeschlossen war.[147] Damit ist zugleich Schlesingers These von der seit dem Ende des 9. Jahrhunderts wirkenden Dynamik eines frühen deutschen Volkstums überholt.[148] Der Herzogstuhl am Zollfeld Karolinger-Museum in Moosburg Am 8. Dezember 1999 jährte sich Arnolfs Todestag zum 1100. Mal. Zu diesem Anlass fand vom 9. bis 11. Dezember 1999 das wissenschaftliche Kolloquium Kaiser Arnolf und das ostfränkische Reich in Regensburg statt. Die 14 Tagungsbeiträge wurden mit zwei weiteren Aufsätzen von Franz Fuchs und Peter Schmid 2002 herausgegeben. Nach Rudolf Schieffer (2002) stand Arnolf nicht am Beginn der deutschen Geschichte und ist auch nicht „zu deren bewußten Wegbereitern“ zu zählen.[149] Nachleben in Kärnten Die Kärntner Geschichtsschreibung führt den Herzogstuhl auf die Zeit Arnolfs von Kärnten zurück.[150] Dieses bekannteste Denkmal des Landes steht noch heute auf dem Zollfeld. In der Kärntner Lokaltradition gilt Moosburg als der Geburtsort des karolingischen Herrschers. Dort richtete 1988 Robert Svetina ein Karolinger-Museum ein; 1992 wurde mit den Moosburger Heften eine „Zeitschrift für die Pflege der Erinnerung an Kaiser Arnulf von Kärnten“ begründet,[151] und dort findet alljährlich im Juli das Kaiser-Arnulfs-Fest statt. In Klagenfurt führt der Platz vor dem Gebäude des Amts der Kärntner Landesregierung den Namen Arnulfplatz. | VON KÄRNTEN, Arnolf I. \ Arnulf (I36528)
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| 703 | Arnulf folgte 1070 seinem verstorbenen Vater in beiden Grafschaften nach, allerdings war er noch zu jung um selbst zu regieren, weshalb seine Mutter die Regentschaft übernahm. Dies nutzte sein Onkel Robert der Friese aus, um die Macht zu übernehmen. In der entscheidenden Schlacht von Cassel (22. Februar 1071) kämpfte Arnulf trotz seines jugendlichen Alters mit und wurde getötet. Flandern fiel an den siegreichen Robert den Friesen, während der Hennegau von Richilde für ihren zweiten Sohn Balduin II. gesichert werden konnte. | (FLANDERN), Arnulf III. der Unglückliche (I40923)
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| 704 | Arnulf, Herzog und König der Bayern Der Herzog Arnulf konnte auf den Grundlagen der Macht in Bayern, die sein Vater Luitpold gelegt hatte, aufbauen und nahm bald darauf den Herzogstitel an. Dabei konnte er auf die Unterstützung des bayerischen Hochadels setzen. In den großen Jahrbüchern von Salzburg wurde dazu folgendes festgehalten: „Die Bayern huldigen freiwillig dem Herzog Arnulf und trugen ihm auf, zu herrschen im Reiche.“[1] Wichtigste Aufgabe Arnulfs war es, die wiederholten Raubzüge der Magyaren weit nach Bayern hinein zu unterbinden. Eine schwache, hilflose Reichsgewalt bot keinen Schutz gegen die ungarischen Reiterhorden. In der Schlacht von Pressburg 907 wurde der bayerische Heerbann vernichtend geschlagen, danach musste Herzog Arnulf das baierische Heer reorganisieren. Um die dafür nötigen Mittel zu gewinnen, zog er das Kirchengut ein und verlieh es an seine Lehnsvasallen. Dafür bekam er später den Beinamen „der Böse“. In den Schlachten von 909 an der Rott, 910 bei Neuching und 913 am Inn gelang es ihm, die Ungarn zurückzudrängen. Herzog Arnulf wollte den Krieg gegen die Ungarn aber nicht fortsetzen, sondern suchte einen Ausgleich mit ihnen und erhielt 913 von ihnen die vertragliche Zusicherung, in Bayern nicht mehr einzufallen. Arnulf erneuerte das baierische Stammesherzogtum. Auf Reichsebene verfolgte Arnulf eine Politik der Eigenständigkeit Bayerns in inneren Angelegenheiten und nach außen gegenüber den deutschen Königen Konrad I. und Heinrich I. Er beteiligte sich zwar an der Wahl Konrads zum König, ein Eingreifen Arnulfs zugunsten der mit ihm verwandten Herzöge von Schwaben gegen Konrad führte aber zu einem längeren Konflikt, in dessen Verlauf Arnulf zeitweise zu den Ungarn floh. Wie bereits Tassilo musste sich auch Herzog Arnulf eines zunehmenden Reichszentralismus erwehren. Im sogenannten „Fragmentum de Arnulfo duce Bavariae“, einer um 919/ 20 entstandenen Preisschrift auf den Bayernherzog, heißt es dazu: „Da fiel also dieser sächsische Heinerich feindlich in das Königreich (sic?) Bayern ein, wo man keinen seiner Vorfahren gesehen hat, der auch nur einen Fußbreit Bodens besessen hätte, und so glaube ich, dass Gott selbst es gefügt hat, dass er von den Einwohnern einer einzigen Stadt geschlagen worden und mit vielen Verlusten besiegt hat abziehen müssen.“[2] Nach Konrads Tod kehrte Arnulf 918 mit ungarischer Hilfe in die bayerische Residenzstadt Regensburg zurück. Dort ließ er Teile der noch vorhandenen Mauern des römischen Legionslagers Castra Regina abbrechen und den geschützten Bereich der Stadt durch den Bau einer neuen Stadtbefestigung erweitern. Die neue Stadtmauer mit drei Tortürmen umschloss neu entstandene Siedlungsgebiete im Westen und Norden und auch das Kloster Sankt Emmeram.[3] Der Mauerbau war ein Beitrag zum Aufbau einer von der Zentralmacht weitgehend unabhängigen, königsgleichen Stellung. In der Forschung ist bisher nicht geklärt, ob Arnulf sich nach dem Tod Konrads zum Gegenkönig ausrufen ließ (Annales Iuvavenses Maximi zum Jahr 920: „Baiuarii sponte se reddiderunt Arnolfo duci et regnare ei fecerunt in regno teutonicorum“) oder ein baierisches Sonderkönigtum anstrebte. Im Vertrag von Regensburg 921 erkannte Arnulf jedoch nach Kämpfen mit Heinrich dessen Oberhoheit an. Heinrich billigte im Gegenzug Arnulfs eigenständige Herrschaft, zu der die Ernennung von Bischöfen (zum Beispiel Starchand in Eichstätt), Einberufung von Synoden und Ausübung eigentlicher Regalien (Münzprägung, Zölle) gehörten. Außenpolitisch unterwarf er Böhmen und versuchte in einem (allerdings gescheiterten) Italienzug 933/934 die Langobardenkrone für seinen Sohn Eberhard zu erlangen, nachdem der langobardische Hochadel ihm diese angeboten hatte. Arnulf wurde im Kloster St. Emmeram in Regensburg beigesetzt. Nach dem Handbuch der bayerischen Geschichte von 2017 „ist das Grab unbekannt“. Eine Gedenktafel für ihn fand Aufnahme in die Walhalla bei Regensburg. | (BAYERN), Arnulf I. ´der Böse` (I39620)
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| 705 | Artabasdos war armenischer Abstammung und stammte möglicherweise aus dem syrischen Ort Germanikeia, im südlichen Teil Anatoliens. 717 fungierte er als Befehlshaber des Themas Armeniakon und unterstützte Leo, den Befehlshaber des Themas Anatolikon, bei dessen Kaisererhebung. Zum Dank erhielt Artabasdos den Titel Kuropalates und heiratete Leos Tochter Anna. Nach Leos Tod und kurz nach der Thronbesteigung Konstantins (741) griff Artabasdos nach der Macht in Konstantinopel.[2] Er ließ seinen Sohn Nikephoros (und vielleicht auch dessen Bruder Niketas) zum Mitkaiser erheben. Angeblich wurde Artabasdos von einer ikonophilen (Anhänger der Bilderverehrung) Fraktion sowohl im Klerus als auch im Volk unterstützt (daher sein Beiname Ikonophilos). Ob dies jedoch zutreffend ist, ist mehr als unsicher und basiert wohl auf Fehldeutungen der älteren Forschung. Zum damaligen Zeitpunkt ist nur eine einzige Bildentfernung sicher belegt; der Bilderstreit (dessen Bedeutung in den erhaltenen Quellen zudem wohl übertrieben wird)[3] hat während des Bürgerkriegs demnach keine Rolle gespielt.[4] Konstantin floh in die Berge Isauriens, kehrte aber mit dem asiatischen Teil der byzantinischen Armee zurück und schlug die Streitkräfte des Usurpators. Nach dem 2. November 743, dem Tag der Rückeroberung Konstantinopels, wurden Artabasdos und seine Söhne geblendet, im Hippodrom vorgeführt und, laut der legendarisch ausgeschmückten Vita des Michael Synkellos ins Chora-Kloster verbannt, wo sie auch gestorben und begraben worden sein sollen. | ..., Artabasdos (I37359)
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| 706 | Artz Der Familienname Artz (Arz, Artzt) wird nach Karl Zinkgräf (Weinheimer Geschichtsblatt 18/1936) in Weinheim erstmals im Jahr 1502 erwähnt. Heute wohnen nur noch wenige Familien Artz in Weinheim. Der älteste bekannte Namensträger, über den wir mehr wissen als der Name, ist Michael Artzt. Er kommt allerdings aus Ober-Laudenbach, war Küfer und hat am 12.02.1661 in der Altstadtkirche die Weinheimer Bürgerstochter Anna Maria Kieß geheiraet (Blatt 1/1), die ebenfalls zahlreiche Nachkommen hatte. Stammfolge Arzt 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html siehe Blatt 2/1 | ARTZT, Michael (I43860)
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| 707 | Artz Der Familienname Artz (Arz, Artzt) wird nach Karl Zinkgräf (Weinheimer Geschichtsblatt 18/1936) in Weinheim erstmals im Jahr 1502 erwähnt. Heute wohnen nur noch wenige Familien Artz in Weinheim. Der älteste bekannte Namensträger, über den wir mehr wissen als der Name, ist Michael Artzt. Er kommt allerdings aus Ober-Laudenbach, war Küfer und hat am 12.02.1661 in der Altstadtkirche die Weinheimer Bürgerstochter Anna Maria Kieß geheiraet (Blatt 1/1), die ebenfalls zahlreiche Nachkommen hatte. Stammfolge Arzt 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html | ARTZT, Anna Rosina (I43863)
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| 708 | Artz Der Familienname Artz (Arz, Artzt) wird nach Karl Zinkgräf (Weinheimer Geschichtsblatt 18/1936) in Weinheim erstmals im Jahr 1502 erwähnt. Heute wohnen nur noch wenige Familien Artz in Weinheim. Der älteste bekannte Namensträger, über den wir mehr wissen als der Name, ist Michael Artzt. Er kommt allerdings aus Ober-Laudenbach, war Küfer und hat am 12.02.1661 in der Altstadtkirche die Weinheimer Bürgerstochter Anna Maria Kieß geheiraet (Blatt 1/1), die ebenfalls zahlreiche Nachkommen hatte. Stammfolge Arzt 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html Stammfolge Arzt 2. Generation Blatt 2/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html siehe Blatt 3/1 3/2 3/3 | ARTZ, Maria Margaretha (I43406)
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| 709 | Artz Der Familienname Artz (Arz, Artzt) wird nach Karl Zinkgräf (Weinheimer Geschichtsblatt 18/1936) in Weinheim erstmals im Jahr 1502 erwähnt. Heute wohnen nur noch wenige Familien Artz in Weinheim. Der älteste bekannte Namensträger, über den wir mehr wissen als der Name, ist Michael Artzt. Er kommt allerdings aus Ober-Laudenbach, war Küfer und hat am 12.02.1661 in der Altstadtkirche die Weinheimer Bürgerstochter Anna Maria Kieß geheiraet (Blatt 1/1), die ebenfalls zahlreiche Nachkommen hatte. Stammfolge Arzt 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html Stammfolge Arzt 2. Generation Blatt 2/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html siehe Blatt 3/1 3/2 3/3 | ARTZ, Hans Valentin, ´der Junge` (I43252)
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| 710 | Artz Der Familienname Artz (Arz, Artzt) wird nach Karl Zinkgräf (Weinheimer Geschichtsblatt 18/1936) in Weinheim erstmals im Jahr 1502 erwähnt. Heute wohnen nur noch wenige Familien Artz in Weinheim. Der älteste bekannte Namensträger, über den wir mehr wissen als der Name, ist Michael Artzt. Er kommt allerdings aus Ober-Laudenbach, war Küfer und hat am 12.02.1661 in der Altstadtkirche die Weinheimer Bürgerstochter Anna Maria Kieß geheiraet (Blatt 1/1), die ebenfalls zahlreiche Nachkommen hatte. Stammfolge Arzt 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html Stammfolge Arzt 2. Generation Blatt 2/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html siehe Blatt 3/1 3/2 3/3 | ARTZ, Johann Leonhard (I43407)
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| 711 | Artz Der Familienname Artz (Arz, Artzt) wird nach Karl Zinkgräf (Weinheimer Geschichtsblatt 18/1936) in Weinheim erstmals im Jahr 1502 erwähnt. Heute wohnen nur noch wenige Familien Artz in Weinheim. Der älteste bekannte Namensträger, über den wir mehr wissen als der Name, ist Michael Artzt. Er kommt allerdings aus Ober-Laudenbach, war Küfer und hat am 12.02.1661 in der Altstadtkirche die Weinheimer Bürgerstochter Anna Maria Kieß geheiraet (Blatt 1/1), die ebenfalls zahlreiche Nachkommen hatte. Stammfolge Arzt 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html Stammfolge Arzt 2. Generation Blatt 2/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html siehe Blatt 3/1 3/2 3/3 | ARTZ, Johann Jacob (I43408)
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| 712 | Artz Der Familienname Artz (Arz, Artzt) wird nach Karl Zinkgräf (Weinheimer Geschichtsblatt 18/1936) in Weinheim erstmals im Jahr 1502 erwähnt. Heute wohnen nur noch wenige Familien Artz in Weinheim. Der älteste bekannte Namensträger, über den wir mehr wissen als der Name, ist Michael Artzt. Er kommt allerdings aus Ober-Laudenbach, war Küfer und hat am 12.02.1661 in der Altstadtkirche die Weinheimer Bürgerstochter Anna Maria Kieß geheiraet (Blatt 1/1), die ebenfalls zahlreiche Nachkommen hatte. Stammfolge Arzt 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html Stammfolge Arzt 2. Generation Blatt 2/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html siehe Blatt 3/1 | ARTZ, Anna Rosina (I43870)
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| 713 | Asig und sein Vater HIDI sind insbesondere aus dem sogenannten ASIK-Diplom bekannt. Dessen Ausstellung lässt sich auf den 9. Mai 813 datieren. Damit ist es die ÄLTESTE BEKANNTE URKUNDE WESTFALENS und GENZ NORDDEUTSCHLAND. Sie wurde ausgestellt im Namen KARLS DES GROßEN und ist eine der letzten Urkunden des kurz danach gestorbenen Kaisers. Es wird die Treue von Asigs Vater Hiddi gegenüber dem Kaiser hervorgehoben und über dessen Niederlassung beim heutigen Dorf Escherode und die Inbesitznahme von Königsland (das früher in Herzogsbesitz war) berichtet. Hiddi vererbte den Besitz an Asig. Nach dem Tod des Vaters wurde das Land von Missi dominici wieder als Königsgut eingezogen. In der Urkunde gab der Kaiser Asig das Land wieder zurück. Wegen seiner und des Vaters treuer Dienste erhielt er es als erbliches geschlossenes Landgebiet mit eigener Gerichtsbarkeit (Bivanc=Beifang). Die Urkunde nennt die volle Titelei KARS DES GROßEN und wurde von einem Witherius ausgefertigt. Die Datierung erfolgt durch die Nennung der Regierungszeit des Kaisers. Das kaiserliche Gemmensiegel ist nur noch teilweise erhalten. Durch die Schenkung des genannten Besitzes im späten 9. Jahrhundert durch Graf Esik – möglicherweise ein Enkel Asigs – kam die Urkunde in den Besitz des KLOSERS CORVEY. Das fragliche Gebiet konnte Corvey allerdings im 11. Jahrhundert nicht gegen die LANDGRAFEN VON THÜRINGEN behaupten. Die Urkunde blieb in Corvey. Heute wird sie im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen aufbewahrt. Seit 1690 erschien das Diplom vielfach im Druck. | IM HESSENGAU, Hidi (I18851)
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| 714 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I27946)
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| 715 | Assoziation 1. März 1781 St. Clemens, Paffrath, Bergisch Gladbach Assoziation 19. Oktober 1802 Bergisch Gladbach | LINDLAR, Peter (I5956)
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| 716 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Vertraulich (I27948)
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| 717 | ater der Johanna aus deren Traueintrag. Johanna war eine Tochter, da Wolffs Sohn Michael bereits 1586 heiratete. Wolff SIMON ist am 12.7.1567 als Mitglied des Gernsbacher Rates, zwischen dem 1.12.1571 und dem 12.10.1584 als Richter nachzuweisen. | SIMON, Wolff (I8923)
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| 718 | Athanagild († 567 in Toledo) war König der Westgoten von 551 bzw. 555bis 567. Athanagild unternahm von Sevilla aus einen erfolgreichen Aufstand gegen seinen Vorgänger, König Agila I. Dabei erbat und erhielt er Hilfe von oströmischen Truppen; Kaiser Justinian schickte 551/552 eine Flotte,um die Küste überwachen zu lassen. Agila wurde 555 von seinen eigenenLeuten ermordet. So wurde Athanagild 555 (offiziell 551, seit dem Beginn seines Aufstands) König der Westgoten. Aber die Häfen und Küstenbefestigungen, die im Namen Athanagilds eingenommen worden waren, wurdenvon den byzantinischen Verbündeten nur zögerlich übergeben. Athanagild war in der Lage einige Städte zurückzuerlangen. Er wurde aber gezwungen, einen großen Teil der Provinz Baetica (Andalusien) an einen byzantinischen Statthalter abzutreten, den angesehenen, aber schon etwa achtzigjährigen Senator Liberius. Dieser hatte bereits versucht, die inneren Probleme der Westgoten auszunutzen, um den byzantinischen Herrschaftsbereich zu vergrößern. Athanagild bemühte sich, seine oströmischen Alliierten zu vertreiben,war aber erfolglos. Er hatte zur Einrichtung einer byzantinischen Enklave im Süden Spaniens eingeladen, die für die nächsten siebzig Jahre Bestand haben sollte. Die Beständigkeit der byzantinischen Herrschaft wurde vermutlich auch durch die Unterstützung der romanischen Bevölkerung ermöglicht. Über diese westliche Erweiterung der byzantinischen Herrschaft ist nur wenig bekannt, da die oströmische Geschichtsschreibungihr kaum Aufmerksamkeit schenkte. Das Gebiet umfasste große Teile dereinstigen römischen Provinz Baetica und den äußersten Süden der einstigen Provinz Tarraconensis. Dazu gehörten die Städte Carthago Nova (Cartagena), Corduba (Córdoba) und Assionia. Obgleich er während seiner gesamten Herrschaft die Byzantiner, die Franken und die Sueben bekämpfen musste und in den Pyrenäen von den Basken bedrängt wurde, stärkte Athanagild sein Königreich im Innern, indemer die Katholiken beschwichtigte, die von seinen arianischen Vorgängern unterdrückt worden waren. Als sich der König der Sueben 560 für denKatholizismus entschied, isolierte das die Westgoten, deren Königshausund Adel weiterhin dem Arianismus anhingen. Der 531 von Athanagild begründete Herrschaftssitz in Toledo wurde nachAthanagilds Krönung 555 bzw. 551 Königshof und war berühmt für seinePracht. Athanagild war verheiratet mit Goswintha (Goiswintha). Mit ihr wurde er der Vater der fränkischen Königinnen Brunichild und der tragisch ermordeten Gailswintha. Athanagild starb friedlich. Nach seinem Tod begann eine monatelange königslose Zeit. Schließlich wurde Liuva I. erhoben, der seinen Bruder Leovigild zum Mitregenten machte. | N., Goswintha (I22668)
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| 719 | Auch Andreas Felss. Die Felss, die 1637 als Pächter der Schleifmühle in der Fröschau (Gemarkung Scheuern) erwähnt werden, beschickten zwischen 1582 und 1634 Gericht und Rat und stellten mit Andreas Felss (1588) und Hans Jakob Felss (1627) ebenfalls Bürgermeister. | FELSS, Endris (I11543)
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| 720 | auch Anna Barbara Stammfolge Heintzelbäcker 7. Generation Blatt 7/3, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html Stammfolge Metz 1. Generation Blatt 1/1, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html Stammfolge Metz 2. Generation Blatt 2/4, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html Stammfolge Metz 3. Generation Blatt 3/6, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html Stammfolge Metz 4. Generation Blatt 4/9, Stadtarchiv Weinheim https://www.weinheim.de/startseite/stadtthemen/stadtarchiv.html siehe 5. Johann Jacob siehe Blatt 5/13 8. Philipp Peter siehe Blatt 5/14 9. Philipp siehe Blatt 5/15 11.....siehe Blatt 6/6 | STRAUSS, Maria Barbara (I43038)
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| 721 | Auch Antons Sohn Humbert (belegt 1469-91) amtierte als Kastlan von M., vermutlich bis 1475. | VON MONTENACH, Humbert (I41515)
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| 722 | auch Bernhard I. von Barcelona genannt, war ein Regionalfürst und leitender Staatsmann teilweise westgotischer Abkunft am Hofe Kaiser Ludwigs des Frommen. In der Verfallszeit des späten Karolingerreiches war der Werdegang Bernhards typisch als Vertreter des Hochadels, der rücksichtslos die eigenen Interessen verfolgte. Leben Erste Herrschaft (826–832) Nach anfänglichen Erfolgen seines Stiefbruders Berà, des Grafen von Barcelona, bei der Rückeroberung von den Mauren besetzter Gebiete gab es ab dem Jahr 810 militärische und politische Niederlagen. Dies nutzten seine Gegner unter der Wortführerschaft seiner Stiefbrüder Bernhard und Gauzhelm zu einer Intrige beim Kaiser. 820 wurde Berá in Aachen vom Statthalter Gauzhelms der Untreue und des Verrats beschuldigt und von Kaiser Ludwig dem Frommen nach Rouen verbannt, wo er 844 starb. 826 ernannte der Kaiser Bernhard, der als umsichtig und verschlagen galt, als Nachfolger des fränkischen Grafen Rampó zum Grafen von Barcelona und Girona. Im Krieg gegen die Mauren war Bernhard der Anführer und frankenfreundlich. Damit stand er den Interessen des örtlichen westgotischen Adels entgegen. Aufstand von Aysun Schon kurz danach tauchte ein Herrscher namens Aysun auf. Seine Identität ist nicht gesichert. Möglicherweise war er der Sohn des maurischen Statthalters von Barcelona Sulayman al-Arabi, dem es gelungen war, aus der Haft in Aachen zu fliehen und die Spanische Mark zu erreichen. Aysun setzte sich in der Gegend von Vic fest. Berá-treue Besatzungen der umliegenden Burgen, zahlreiche gotische Adlige, unter ihnen auch Berás Sohn Guillemó (oder auch Guillemundus), damals Graf von Rasès und Conflent sowie maurische Befürworter eines Friedens mit dem Fränkischen Reich schlossen sich einem Aufstand gegen den neuen Grafen an. Als sich die Angriffe auf das Kernland häuften, forderte Graf Bernhard vom Kaiser Hilfe und erhielt diese auch in geringem Umfang, sowie auch von einigen örtlichen Adligen. Aysun wandte sich daraufhin an die einzige Macht, die den Franken widerstehen konnte und sandte seinen Bruder mit einem Hilfeersuchen an den Emir von Córdoba, Abd ar-Rahman II. Abd ar-Rahmans Truppen, unter seinem General Ubayd Allah (auch bekannt als Abu Marwan), besetzten 827 das gesamte Gebiet der Grafschaft Barcelona, belagerten die Hauptstadt und plünderten das Umland. Nachdem es ihnen aber nicht gelungen war, Barcelona einzunehmen, belagerten sie ebenfalls erfolglos Girona. Kaiser Ludwig erfuhr von der maurischen Besetzung und beauftragte seinen Sohn Pippin I., König von Aquitanien, sowie die Grafen Hugo von Tours und Matfried von Orléans, Truppen aufzustellen. Die Rekrutierung erfolgte jedoch so zögerlich, dass sich die maurischen Truppen bereits auf dem Rückzug befanden, als die Armee endlich aufgestellt war. Die Rebellen verließen das Land mit den maurischen Truppen. Es wird angenommen, dass sowohl Aysun als auch Guillemó in Córdoba zu Tode kamen. Machtzuwachs: Graf von Septimanien Der leichte Sieg erhöhte das Ansehen von Bernhard. Die Tatsache, dass die von Barcelona abhängige Grafschaft Osona für ein halbes Jahrhundert entvölkert blieb, wurde Hugo von Tours und Matfred von Orleans wegen ihres verspäteten Eingreifens angelastet. Beiden Grafen wurden 828 ihre Grafschaften entzogen. Bernhards Bruder Gauzhelm erhielt die Grafschaften Rasès und Conflent. Da Graf Leibulf von Narbonne im Frühjahr 828 verstorben war, wurden auch seine ausgedehnten Ländereien Bernhard übertragen: Narbonne, Béziers, Agde, Melguelh, Nîmes und möglicherweise auch Uzès. Seither war Bernhard als Herzog von Septimanien (oder einfach Bernhard von Septimanien) bekannt. Am Hof des Kaisers Im August 829 beabsichtigte Kaiser Ludwig der Fromme, seinen Sohn Lothar als König von Italien nach Pavia zu schicken. Um ihn zu ersetzen, berief er auf Betreiben der Kaiserin Judith Bernhard als Kämmerer an den Hof und übertrug ihm die Erziehung seines Sohnes Karl, später als Karl der Kahle bekannt. Bernhard vertraute die Verwaltung seiner Grafschaften seinem Bruder Gauzelm an, der daher auch Markgraf genannt wurde. Schon nach kurzer Zeit am Hofe hatte sich Bernhard viele Feinde geschaffen, und diese verbreiteten das Gerücht einer Beziehung Bernhards mit der Kaiserin Judith. Die drei älteren Söhne des Kaisers standen in offener Gegnerschaft zu Bernhard und benutzten den Vorwurf des Ehebruchs, um die Legitimität ihres Halbbruders Karl anzuzweifeln. Bernhard musste sich durch Eid vom Vorwurf des Ehebruchs reinigen, sah aber seine Sicherheit ernsthaft gefährdet, so dass er den Hof Ludwigs verließ und zu seinen Besitzungen in Septimanien und Gothien zurückkehrte. Sein Bruder Heribert von Vivarais, der am Hof geblieben war, wurde geblendet und nach Italien verbannt. Zwar konnte Lothar in den Auseinandersetzungen unter den karolingischen Erben zunächst über seinen Vater Ludwig den Frommen triumphieren, dieser konnte aber im Oktober 830 seine Macht wieder festigen. In der Reichsversammlung von Nimwegen im Februar 831 stimmte er einer Teilung des Reiches zu. Dabei sollte Gothien nach Ludwigs Tod an Karl den Kahlen fallen. Bernhard versuchte daraufhin eine Aussöhnung mit Judith und Karl dem Kahlen, aber angesichts der früheren Ereignisse waren diese nicht bereit, die Beziehungen mit dem Grafen zu erneuern. Auch in einem persönlichen Gespräch mit dem Kaiser konnte er seine frühere Stellung bei Hof nicht wiedererlangen. Bernhard beschloss, die Seiten zu wechseln. Erste Rebellion und Absetzung Bernhards Im November 831 rebellierte Pippin I. von Aquitanien gegen seinen Vater, den Kaiser. Berengar von Toulouse, sein Berater, hatte ihm abgeraten, aber Bernhard bestärkte Pippin in seiner Entscheidung zur Rebellion. Anfang 832 begann Ludwig der Fromme einen Feldzug gegen seinen aufständischen Sohn. Berengar, der loyal zum Kaiser blieb, drang in die Besitzungen Bernhards. Schließlich zwangen fortwährende Siege der kaiserlichen Truppen im Oktober 832 Pippin und Bernhard vor dem Kaiser zu erscheinen. Pippin wurde abgesetzt und nach Trier verbannt. Sein Reich wurde Karl dem Kahlen übertragen. Bernhard wurde der Untreue beschuldigt und verlor seine gesamten Besitzungen in Septimanien und Gothien an Berengar. Dieser verband nun den alten Grafentitel von Toulouse mit dem von Septimanien/Narbonne. Möglicherweise verlor auch sein Bruder Gauzhelm seine Grafschaften. Allerdings gelang es ihm, die Grafschaft Ampurias noch eine gewisse Zeit zu halten. Schließlich verzichtete er 833 auf Vermittlung des Abtes Angenis von Fontanelle auch auf dieses Gebiet und zog sich gemeinsam mit seinem Hauptmann Sanila auf seine Familienbesitzungen in Burgund zurück. Gauzhelm und Sanila wurden 834 nach einem Angriff Lothars auf das von ihnen verteidigte Chalon-sur-Saône, hingerichtet. Dabei wurde auch die Schwester Bernhards und Gauzhelms, die Nonne Gerberga, ermordet. Zweite Herrschaft (835–844) Rückgabe der Grafschaften In dieser Schlacht, in der Lothar geschlagen wurde, kämpften Bernhard und Gauzhelm erneut auf der Seite Pippins I. Unter Hinweis auf den geleisteten hohen Blutzoll forderte Bernhard die Rückgabe seiner Ländereien. Berengar besaß diese aber rechtmäßig, und auch er hatte einen hohen Blutzoll geleistet. Der Kaiser zögerte daher zunächst, rief aber im Juni 835 Bernhard und Berengar zu einem Treffen in Crémieu bei Lyon, um ihnen seine Entscheidung mitzuteilen. Auf der Anreise verstarb jedoch Berengar unerwartet. Als keine Hindernisse mehr vorlagen, gab der Kaiser Septimanien, Gothien und Toulouse an Bernhard zurück. Vom ganzen Gebiet, das Berengar beherrscht hatte, fehlten lediglich Ampurias und Roussillon, die bereits an die Grafen Sunyer I. von Ampurias und an Alarich übertragen worden waren, sowie Pallars und Ribagorça, die zwei Jahre zuvor durch den Usurpator Aznar I. Galíndez, Graf von Urgell und Cerdanya, von der Grafschaft Toulouse abgetrennt worden waren. Nach dessen Vertreibung waren sie Sunifred I., dem Bruder des Grafen Oliba I. von Carcassonne, übertragen worden. Bernhard herrschte in seinen wiedergewonnenen Besitzungen erneut despotisch und missachtete die Wünsche der ursprünglich gotischen Bevölkerung, die zuvor Berà und später Berengar unterstützt hatte. So wurden in der Reichsversammlung von Quierzy im September 838 Dutzende von Beschwerden gegen Bernhard vorgebracht. Ab 841 war er wegen der verschiedenen Kriege im Kaiserreich überwiegend unterwegs. Die Grafschaften wurden durch Stellvertreter verwaltet. In der Schlacht von Fontenoy am 25. Juni 841 schlugen Karl der Kahle und Ludwig der Deutsche ihren Bruder Lothar, dem es aber noch gelang, sich mit seiner Armee in den Süden zurückzuziehen. Bernhard hatte sich im Umfeld des Schlachtfeldes aufgehalten und das Ergebnis abgewartet. Danach schickte er seinen Sohn Wilhelm von Septimanien zu Karl dem Kahlen, um ihm seine Ehrerbietung zu zeigen und das Versprechen seines Vaters zu übermitteln, dass dieser Pippin II. von Aquitanien zum Rücktritt drängen würde – einem Versprechen, das dieser nie vorhatte, zu erfüllen. Pippin II hatte die Nachfolge seines im Jahre 838 verstorbenen Vaters Pippin I. angetreten. Zweite Rebellion und Tod Während eines Feldzuges in Aquitanien im Juli 842 beschloss Karl der Kahle, Bernhard zu bestrafen und die Grafschaft Toulouse an den Grafen Acfred zu übertragen. Bernhard weigerte sich, die Entscheidung zu akzeptieren und rebellierte offen, indem er sich mit Pippin II. verbündete und 843 Acfred von Toulouse vertrieb. Verschiedene äußere Umstände, wie die Invasion der Normannen und der Aufstand der Bretonen, erzwangen die Einstellung der innerfränkischen Bürgerkriege. Dazu wurde im August 843 – wie von Kaiserin Judith angestrebt – das Reich aufgeteilt. Entsprechend dem Vertrag von Verdun behielt Karl der Kahle Gothien und Septimanien außer der Grafschaft Uzès, in der Bernhard Familiengüter besaß. Uzès ging an Lothar. Außerdem wurde die Grafschaft Autun, die Bernhards Sohn Wilhelm beanspruchte, an Graf Warin von Burgund vergeben, einem Rivalen Bernhards, der 842 den Feldzug in Aquitanien angeführt und danach in Septimanien gekämpft hatte. 844 kehrte Karl der Kahle nach Aquitanien zurück, in der Absicht, Pippin II. zum Rücktritt zu zwingen und Toulouse zu erobern. Offensichtlich durch einen Zufall wurde Bernhard von Septimanien durch die kaiserlichen Truppen gefangen genommen – möglicherweise beim Angriff auf Toulouse. Bernhard wurde im Mai 844 Karl dem Kahlen vorgeführt, und dieser ließ ihn daraufhin enthaupten. Einen Monat später, am 14. Juni 844, brachten Bernhards Sohn Wilhelm und Pippin II. Karl dem Kahlen in Anguemois eine schwere Niederlage bei. Demnach waren die Anhänger Bernhards von Septimanien noch nicht endgültig besiegt. | VON SEPTIMANIEN, Bernhard (I35661)
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| 723 | auch Bertha von Friesland[1] und fälschlicherweise auch Bertrada genannt, war durch ihre Heirat mit dem französischen König Philipp I. von 1071 oder 1072 bis 1092 Königin von Frankreich. Die Verbindung beruhte auf rein politischen Erwägungen, und nach rund 20 Jahren Ehejahren sowie mehreren Kindern wurde Bertha von ihrem Mann verstoßen. | VON HOLLAND, Bertha (I39290)
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| 724 | auch Christoph von Hochreut Er studierte an der Universität Duisburg Rechtswissenschaften und erhielt 1682 den Dr. iur. mit der Dissertation De servitute. Anschliessend unternahm er als Hofmeister mit jungen Adligen eine Reise durch Frankreich und Italien, von der er 1685 nach St. Gallen zurückkehrte. Am 13. März 1685 erstattete er vor dem Magistrat einen Bericht zu dieser Reise und erhielt dafür 250 Florentiner, weil es seinerzeit Brauch war, dass Studenten, die sich auf eine Hochschule oder auf Reisen begaben, Reisegeld vorgestreckt bekamen bzw. bei ihrer Rückkehr eine Vergütung erhielten. 1683 wurde er Kanzleiadjunkt in St. Gallen, 1698 Gerichts- und im darauffolgenden Jahr Stadtschreiber sowie Ratsherr und Obervogt von Bürglen. Am 1. Dezember 1717 wurde er als Nachfolger von Heinrich Hiller (1633–1719), der aufgrund seines Alters um seine Entlassung gebeten hatte, zum Bürgermeister gewählt und übte dieses Amt im Dreijahresturnus als Reichsvogt, Amtsbürgermeister und Altbürgermeister von St. Gallen von 1717 bis 1719 im Wechsel mit Lorenz Werder und Georg Wartmann und dann mit Jacob Züblin, David Stähelin und Hans Jacob Rietmann bis 1740 aus, 1742 erfolgte seine letzte Wiederwahl. In dieser Zeit entwarf er 1725 die überarbeiteten Gerichts- und Erbsatzungen. Er vertrat auch mehrfach St. Gallen in der eidgenössischen Tagsatzung und wurde gelegentlich als diplomatischer Vermittler in Streitsachen eingesetzt. So wurde ihm die Abordnung übertragen, die während des Kreuzkrieges beim appenzellischen Landrat um Hilfe bat. Auch wurde er am 2. Januar 1703 gemeinsam mit dem Ratsherrn Sebastian Kunz nach Zürich abgeordnet, um beim kaiserlichen Gesandten, Graf Franz Ehrenreich von Trauttmannsdorff (1662–1719), in einem Streit gegen St. Gallen zu schlichten. 1712 nahm er an den Friedensverhandlungen[1] zwischen den Streitigkeiten der eidgenössischen Stände mit dem Fürstabt von St. Gallen, Leodegar Bürgisser, im Toggenburgerkrieg teil. 1724 vermittelte er in einer Auseinandersetzung zwischen dem Fürstabt Joseph von Rudolphi und der Gemeinde Jonschwil, für die er, auf deren Bitte, tätig wurde. Mitgliedschaften Christoph Hochreutiner wurde 1686 als Mitglied in das Collegium theologicum aufgenommen, in dem philosophische und theologische Gegenstände in disputatorischer Form behandelt wurden; dieses Kollegium wurde 1657 vom Stadtpfarrer Bartholomäus Wegelin (1621–1684) gegründet. Er war Mitglied der St. Galler Gesellschaft zum Notenstein (ursprünglich eine Gemeinschaft des Adels, zu der aber später auch den Honoratioren aus dem Bürgerstand der Zutritt gewährt wurde). Auszeichnungen Am 28. September 1725 erhielt er als Anerkennung seiner Dienste vom Rat ein Geschenk in Höhe von 100 Louis d’or. Am 21. August 1729 wurde er in den preussischen Personaladel als von Hochreut (missverständliche Abänderung seines Namens) erhoben. 1736 wurde er zum königlichen preussischen Hofrat ernannt. 1740 erhielt er von König Friedrich Wilhelm das Ritterkreuz des Ordens de la Générosité. Christoph Hochreutiner in: August Naef: Chronik oder Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft St. Gallen. Mit Inbegriff der damit in Verbindung stehenden Appenzellischen Begebenheiten. Von der ältesten bis auf die neuere Zeit. Friedrich Schulthess, Zürich, Scheitlin, St. Gallen 1867, S. 65 Christoph Hochreutiner in: H. R. von Fels: St. Galler Adels- und Wappenbriefe (Fortsetzung). Schweizerisches Archiv für Heraldik. Band 5, 1944 (PDF; 3,39 MB). Christoph Hochreutiner in: Johann Jakob Bernet: Verdienstvolle Männer der Stadt Sankt Gallen, in Bildnissen und kurzen Lebensnachrichten. St. Gallen 1830, S. 66. Christoph Hochreutiner in: Neujahrsblatt. Historischer Verein St. Gallen, St. Gallen 1861, S. 18 f. Christoph Hochreutiner in: Albert Bodmer: Die Hochreutiner. In: Der Schweizer Familienforscher. Band 22, 1955, S. 32 und 34 f. (PDF; 4,87 MB). | HOCHREUTINER, Dr. jur. Dr. jur. Christoph (I4475)
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| 725 | auch Gertraud, Gertraudt, Gertrude und Geretrudis, war Äbtissin des Augustinerinnen-Klosters Nivelles in Belgien und wird in der römisch-katholischen Kirche als Jungfrau und Heilige verehrt. Gertrud war die Tochter von Pippin dem Älteren und seiner Frau Iduberga und damit eine Verwandte Karls des Großen. Mit 14 Jahren trat sie in die von ihrer Mutter gegründete Abtei in Nivelles ein. Mitte des 7. Jahrhunderts gründete Gertrud von Nivelles die Benediktinerinnenabtei in Karlburg in Unterfranken.[1] Die Abtei war eines der ersten Klöster im mainfränkischen Raum, das sich besonders um Arme, Kranke und Gebrechliche kümmerte.[2] Nach dem Tod ihrer Mutter leitete Gertrud als Äbtissin von 652 bis zu ihrem Tod die Abtei von Nivelles. | VON HERISTAL, Gertrud (I18387)
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| 726 | auch Hofstadt; 1687 Arzt und Apotheker in Neu-Hanau, Hofapotheke zu Heidelberg; 1693 wurde die Hof-Apotheke (Heidelberg)von der französischen Besatzung geplündert und niedergebrannt. Die Existenz der Hof-Apotheke schien endgültig vernichtet. 1694 ging auf Bitten DANIEL NEBELS/ACHILLES II. (1664-1733) das Privileg an den Apotheker JOHANN BERNHARD HOFSTATT, den Bruder von JOHANN DIETRICH HOFSTATT über. 1727 starb HOFSTATT und seine Erben einigten sich, die Apotheke JOHANN CHRISTIAN WALSDORF zu übergeben. Dieser hatte bereits 1716 das jüngste Kind von JOHANN DIETRICH HOFSTATT, CHRISTINA KATHARINA geheiratet und leitete die Hof-Apotheke wohl schon zu Lebzeiten seines Schwiegervaters. Geschichte der Heidelberger Apotheken Heidelberger Geschichtsverein: Mai 1693: das Universitätsarchiv wird über die Stationen Hanau und Frankfurt nach Marburg gebracht (1697 durch den Stadtphysicus und Leibarzt des Landgrafen von Hessen-Kassel, Dr. DANIEL NEBEL und CROLLIUS zurückgebracht). 19.-24. Mai 1693: Bei einer zweiten Eroberung wird Heidelberg von den Franzosen unter Marschall de LORGE (GUY ALDONCE DE DURFORT, duc de Lorges et de Quantin, 1638-1702) willkürlich niedergebrannt und größtenteils unbewohnbar gemacht. Festungskommandant Generalfeldmarschalleutnant GEORG EBERHARD VON HEYDERSDORF zieht sich mit seiner Mannschaft und einem Teil der Einwohner auf das Schloß zurück, wo er schließlich kapituliert. (Heydersdorff wird 1693? wegen feigen Verhaltens zum Tode verurteilt, durch kaiserlichen Gnadenakt in lebenslängliche Verbannung umgewandelt). Die Stadtbefestigung wird stark beschädigt. Die Bewohner werden aus Heidelberg vertrieben. Die drei Seitenkapellen am Nordrand der Heiliggeistkirche werden zerstört. Sämtliche universitären Einrichtungen (außer dem Archiv), darunter die Bibliothek, fallen den Zerstörungen zum Opfer. Außer dem „Ritter St. Georg“ bleiben halbe Straßenzüge (z.B. die Ziegelgasse) stehen, zumindest das Mauerwerk bis Erdgeschoßhöhe. Erhalten bleiben u.a. die Fachwerkhäuser Ziegelgasse 6, Haus Ecke Heiliggeiststraße/Semmelsgasse, Gasthaus zum Goldenen Anker (Untere Neckarstraße/Karpfengasse), Fischergasse 11, Untere Straße 4. Die (1689 errichtete) Schiffsbrücke über den Neckar wird zerstört (1702 neu gebaut, 1708 abgebaut). Der Lehrbetrieb an der Universität ruht bis 1703. 27. Mai 1693: der französische König Ludwig XIV. läßt eine Gedenkmünze mit der Umschrift „Heidelberga deleta“ prägen http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/hd/km/kdm/07/01a.htm http://www.landeskunde-online.de/rhein/hd/km/kdm/07/01b.htm (Medaille auf die Zerstörung Heidelbergs) 6. September 1693: das französische Zerstörungskommando sprengt das Schloß teilweise mit Hilfe von 38 Minen und zieht mit Ausrüstung und Beute aus Heidelberg ab. November 1693: In Heidelberg leben 153 Familien (238? Personen), vorwiegend zurückgekehrte arme Weingärtner, Fischer, Handwerker und ihre Angehörigen. 14. September 1696: Kurfürst JOHANN WILHELM ordnet die Neuvermessung und den Wiederaufbau Heidelbergs an, das er wieder zur Hauptresidenz des kurpfälzischen Territoriums machen will. Der Wiederaufbau der stark zerstörten Stadt soll aufgrund von Plänen des Architekten Domenico Martinelli aus Lucca (1650-1718) regelhaft erfolgen. 1696: Apotheker JOHANNES DIETRICH HOFSTATT aus Hanau baut die 1693 zerstörte Hofapotheke (Hauptstraße/Apothekergasse) wieder auf. 1697: Das Heidelberger Universitätsarchiv wird von den Prof. Dr. DANIEL NEBEL und CROLLIUS aus Marburg zurückgebracht. Abstammung nur vermutet. Urkunde vom 10.5.1695: Kurfürst JOHANN WILHELM genehmigt, daß DANIEL NEBEL den Hausplatz (in Heidelberg), wo das von Kurpfalz zu Lehen gehende Steinhaus stand, welches bei Zerstörung der Stadt abbrannte, an JOHANN DIETRICH HOFSTATT verkaufe (Generallandesarchiv Karlsruhe, Sign. 43 Nr. 2497). Arzt und Apotheker in Neu-Hanau. Urkunde vom 19.9.1696: Erblehenrevers des JOHANN DIETRICH HOFSTATT, Med. Dr. und kurpfälzischer Rath, gegen Kurfürst JOHANN WILHELM wegen des von DANIEL NEBEL, Med. Dr. und Professor in Marburg, erkauften Platzes zu Heidelberg, worauf das abgebrannte Erblehenhaus (das Viztums Haus) gestanden und wohin er nunmehr wieder ein Haus zu bauen und eine Apotheke zu errichten (Generallandesarchiv Karlsruhe, Sign. 43 Nr. 2498). Baut die Hofapotheke in Heidelberg wieder auf (1696). Kurpfälz. Rat und Hofmedicus in Heidelberg (1701, 1716). Pate in Heidelberg (Heiliggeistkirche) am 8.4.1705 mit Ehefrau bei einem Enkel. Generallandesarchiv Karlsruhe 43 Nr. 2497 Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz genehmigt, dass Daniel Nebel den Hausplatz, auf dem das von Kurpfalz zu Lehen gehende Steinhaus stand, das bei Zerstörung der Stadt abbrannte, an Johann Dietrich Hofstatt verkauft. / 10. Mai 1695 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1801449 Generallandesarchiv Karlsruhe 43 Nr. 2498 Dr. med. Johann Dietrich Hofstatt, kurpfälzischer Rat, reversiert gegenüber Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz wegen des von Dr. med. Daniel Nebel, Professor zu Marburg, an ihn verkauften Platzes zu Heidelberg, auf dem das abgebrannte Erblehnhaus (des Vicedoms Haus) stand und auf dem er nunmehr wieder ein Haus zu bauen und eine Apotheke zu errichten beabsichtigt; dieses Haus wird er von Kurpfalz zu Erblehen empfangen. / 19. September 1696 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1801450 Generallandesarchiv Karlsruhe 43 Nr. 2829 Johann Jakob Rischer und Genossen verkaufen an Dr. Johann Dietrich Hofstatt ein Stück Land am Stadtzwinger zu Heidelberg. / 1. Oktober 1720 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1801702 Generallandesarchiv Karlsruhe 204 Nr. 2668 a Gesuch des Dr. Johann Dietrich Hoffstadt/Hofstatt um Verleihung des Physikats / 1711-1717 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1487606 Generallandesarchiv Karlsruhe 204 Nr. 1522 Nacheinander erfolgte Belehnungen der Familien Schönthal, Virdung, Sprenger, Laurelius, Vorst, Nebel, Hofstatt, Walsdorf und Henking mit dem sogenannten Vicedomischen Haus, spätere Apotheke auf dem Markt / (1403ff) 1541-1686 Darin: Kolorierte Zeichnung über die jeweiligen Lehensinhaber ab 1403 bis Daniel Nebel 1679, mit kolorierter Wappenzeichnung des Conrad Daniel Nebel, 2007 entnommen, jetzt 204 Nr. 1522 K 1 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1487571 Generallandesarchiv Karlsruhe 204 Nr. 1523 Nacheinander erfolgte Belehnungen der Familien Schönthal, Virdung, Sprenger, Laurelius, Vorst, Nebel, Hofstatt, Walsdorf und Henking mit dem sogenannten Vicodemischen Haus, spätere Apotheke auf dem Markt / (1403ff) 1691-1769 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1487573 http://www.heidermanns.net/gen-pers.php?ID=154155 Tafelindex: 3 „Hoffstadt“ auf 3 Anschlusstafeln Benzenberg–Pütter (PDF/JPG), Engels–Eller (PDF/JPG), Hansemann–Schnitzler (PDF/JPG) | HOFSTATT, Johann (Theodor) Dietrich (I765)
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| 727 | auch Kankor, Chancor, Chancoro, Chanchuro († 771/nach 782), war Graf in Alemannien und dann von 758 bis zu seinem Tod im Oberrheingau. Er stammte aus dem Geschlecht der Robertiner, sein Vater war Graf bzw. Herzog Rupert/Robert I. vom Haspengau, seine Mutter Williswint(h)/Williswinda. Er und seine Mutter stifteten 763/764 das Kloster Lorsch als Eigenkloster. Er war verheiratet mit einer Angilo. Seine beiden Töchter Rachilt und Eufemia traten in das Kloster Lorsch ein, sein Sohn Heimrich (Heimo) († 795) wurde sein Nachfolger. Mit Graf Cancor sind außerdem verwandt: Graf Thüringbert/Thurinkbert/Thuringbert, Bruder Pfalzgraf Anselm († 778), Bruder Abt Robert von Saint-Germain-des-Fossés Bischof Chrodegang von Metz | (MEROWINGER), (Rupert) Cancor (I39243)
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| 728 | auch Krum [Krom], Jacob gehört der Gesellschaft zum Notenstein an, 1509 Amtsbürgermeister I, 1510 Altbürgermeister, 1511 Reichsvogt I, 1512 Amtsbürgermeister II, 1513 Altbürgermeister II, 1514 Reichsvogt II, 1515 Amtsbürgermeister III, 1516 Altbürgermeister III, 1517 Reichsvogt III, 1517 Burstner, 1518 Amtsbürgermeister IV, 1519 Altbürgermeister IV, 1520 Reichsvogt IV, 1521 Amtsbürgermeister V, 1522 Altbürgermeister V, 1523 Reichsvogt V, 1524 Amtsbürgermeister VI, 1525 Altbürgermeister VI, 1526 Reichsvogt VI, 1527 Amtsbürgermeister VII; Anmerkung Wolf: Dass Jakob Kromm über fast 7 Amtszeitszyklen Bürgermeisterämter ausfüllte, dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Bevölkerung der Stadt St.Gallen - und damit auch die für solche Positionen geeigneten Bürger - durch die Pestepidemie 1519 stark dezimiert wurden. ; 17.5.1527 St. Gallen, von St. Gallen. Sohn des Ulrich, Mitglieds der Notensteiner Gesellschaft, und der Sybilla von Landenberg, der zweiten Ehefrau Ulrichs, Tochter des Heinrich. 1485 Ursula Endgasser, Tochter des Conrad, Notensteiners. 1500-09 Ratsherr, 1510-27 abwechselnd Amtsbürgermeister, Altbürgermeister und Reichsvogt. 1519 Zeuge beim Ehekontrakt zwischen Vadian und Martha Grebel. K. war Bürgermeister in den Jahren des Übergangs der Stadt St. Gallen zur Reformation und förderte die ab 1522 aufbrechende Reformationsbewegung. | KROMM, Jakob (I4264)
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| 729 | auch Maria Aloisia Mackh; Tapisseriestickerin; lebt in Pest mit ihrer Mutter; (Wiener Linie) Wohnungen in Gumpendorf (1848) bei Wien, Württemberg und Wien; zwischen 1842 und 1854 sechs Kinder: eine Tochter, Maria Elise (sie heiratet den Prof. h.c. Johann Wilhelm Auer, Architekt des Bundeshauses der Schweiz), der in Wien geborenen Bertha (sie heiratet Theodor Wagenseil), Heinrich (er heiratet in 1. Ehe Karoline König und in 2. Ehe Hermine Auer), Emil Anton (er heiratet Joaqina Amalia Gomes aus Campinas in Brasilien), Anna " Channa" Henking die Simon Steingraber heiratet, eine bedeutende Persönlichkeit des Pilantropischen Vereins in Wien; evtl. mehr Kinder(bis 15) | MACK, Marie ´Marien` (Aloisia) (I2006)
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| 730 | auch ´Esbetha` | THUMBACHER, Elisabeth (I3114)
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| 731 | auch ´STUDER` Er war als Leinwandhändler Mitglied der Weberzunft. Rohleinwandmaler 1486 und 1500, Stadtrichter 1500-01, Seckelmeister 1513, Ratsherr 1515-1516 und 1524-25, Bussner und Vogteiherr 1515, zu den Bäuen 1517-20, Stadtammann 1519-24, Bürgermeister 1525-311511 wurde er gemeinsam mit Hans Heuss Mitbegründer einer Handelsgesellschaft in Nürnberg. ICH. 1488 nahm er als Hauptmann an der Schlacht bei Saint-Aubin-du-Cormier/Bretagne teil und führte die Schweizer Truppen im Guerre folle. (Guerre folle („verrückter Krieg“) ist der Name eines Aufstands, den französischen Historiker einer militärischen Auseinandersetzung Ende des Mittelalters gaben, bei der sich eine Koalition aus apanagierten und belehnten Fürsten gegen Anne de Beaujeu stellte, die Regentin des Königreichs nach dem Tod des Königs Ludwig XI. und während der Minderjährigkeit ihres Bruders, des Königs Karl VIII. Die Guerre folle dauerte von 1485 bis 1488.) 1501 bis 1502 war er Stadtrichter, 1513 Säckelmeister und in der Zeit von 1514 bis 1516 sowie von 1524 bis 1525 war er Ratsherr in St. Gallen, in dieser Zeit war er von 1519 bis 1524 Stadtammann. Von 1525 bis 1531 war er, im Wechsel mit Joachim Vadian (gewählt 1526), Konrad Meyer (gewählt 1527), Heinrich Komer (gewählt 1530) und Hans Rainsperg (gewählt 1531) als Nachfolger von Jacob Krum, im Dreijahresturnus Amtsbürgermeister, Altbürgermeister und Reichsvogt in St. Gallen. Christian Studer war in erster Ehe seit 1483 mit Ellen, Tochter des Ulrich Thalmann, Kanzler der Fürstabtei St. Gallen verheiratet; ihre Tochter war: Barbara Studer, trat 1506 in das Kloster St. Katharina ein.[2] In zweiter Ehe war er seit 1491 mit Sybilla Stock und seit 1499 in dritter Ehe mit Helena (* 1477; † 14. Oktober 1538), Tochter des Franziskus Zyli (1439–1520), Stadtammann und Kaufmann, verheiratet, gemeinsam hatten sie die Tochter: Helena Studer (* 1506 in St. Gallen; † 24. Februar 1545 ebenda), verheiratet mit dem Kaufmann und Ratsherrn Bartholomäus Schobinger (1500–1585), der gemeinsam mit dem Arzt PARACELCUS während dessen halbjährigen Aufenthaltes in St. Gallen alchemistische Versuche betrieb. PARACELCUS, BOMBASTUS THEOPHRATUS VON HOHENHEIM, Wunderdoktor und Naturheilkundiger, 1493-24.09.1541, Großmeister, Hüter des letzten Willens von Kaiser MAXIMILIAN I.; aus dem Testament von PARACELCUS:"..drei große Schätze liebgen verborgen, einer bei Meiden im Friaul, einer zwischen Schwaben und Bayern, der dritte zwischen Spanien und Frankreich"..."Item bei dem Schatz zwischen Schwaben und Bayern wird man überaus erfahrene Kunstbücher finden, dabei Edelsteine, auch ein Karfunkel lieget. Kein Kaiser könnte ihn bezahlen".."Der zwischen Frankreich und Spanien verborgene Schatz ist ebenfalls sehr groß".."Gott der allmächtige Gott wird den, der diesen Schatz findet, in allem Glück und Sieg mit seiner göttlichen Macht stärken und ihm Gewalt verleihen, alles Böse klein zu halten und das Gute zu erschließen." | STAUDER, Christian (I2324)
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| 732 | auch ´Ulrich III. de Neuchâtel`oder ´Ulrich III. de Neuchâtel-Nidau` Bruder des BERTHOLD und des RUDOLF II. Ab 1192 mit seinem älteren Bruder RUDOLF II. Herr von N., nach dessen Tod 1196 mit seinem Neffen BERTHOLD. Die beiden verliehen der Stadt N. 1214 STADTRECHTE. Bei der Teilung des Familienbesitzes um 1218 erhielt N. mit dem Grafentitel und den deutschsprachigen Gebieten den bedeutenderen Teil, Berthold fielen die französischsprachigen Gebiete zu. Nach N.s Tod wurde sein Besitz unter seinen Söhnen aufgeteilt, die die Zweige derer VON NIDAU; STRASSBERG und AABERG begründeten. | VON EBERSTEIN, Baronin Baronin Gertrud (I8002)
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| 733 | auch „Schibler“; erwähnt 1519 ff. J.H.C. Scheibler, Geschichte und Geschlechts-Register der Familie Scheibler, Köln 1895, S. 4 L. Gerstein, Ahnentafel der Familien Schmemann und Gerstein, Hagen 1934, S. 57 B. Koerner / K. Fix, Eifeler Geschlechterbuch 1 (DGB 99), Görlitz 1938, S. 647 B. Koerner, Deutsches Geschlechterbuch 100, Görlitz 1938, S. 54 H.C. Scheibler / K. Wülfrath, Westdeutsche Ahnentafeln, Weimar 1939, S. 435, 498 | SCHEIBLER, Johannes (I25058)
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| 734 | auch „van der Geerpoot“; war in Xanten Aufseher des Zweigbetriebes der von der Leyen; noch 1734 in Xanten als Zeuge belegt H.C. Scheibler / K. Wülfrath, Westdeutsche Ahnentafeln, Weimar 1939, S. 283 H. Gerpott, Die Familie Gerpott, München 1980, S. 1: „Abraham war von Beruf Seidenfärbermeister und leitete in dieser Eigenschaft die Färberei der Fam. v.d.Leyen in Xanten. Woher Abraham v.d.G. einstens gekommen ist, liegt noch völlig im Dunkel der Geschichte. Der Heimatforscher Niepoth und die Reformierte Gemeinde in Xanten sind übereinstimmend der Meinung, daß Abraham um 1660 aus den Niederlanden als religiöser Flüchtling nach Xanten gekommen ist. Daß er direkten Weges aus den Niederlanden nach Xanten gekommen ist, bezweifle ich. Steht doch im Xantener Kirchenbuch diese Randnotiz 'aus Elten ?'. Den Namen Gerpott habe ich in den Niederlanden bis heute dreimal gefunden. Doch handelte es sich hierbei immer um 'Rückwanderer' aus Krefeld und Goch nach Voorst, Zutphen und Rotterdam.“ Vgl. P. Kriedte, Taufgesinnte und großes Kapital, Göttingen 2007, 207: „Daß Abraham Gerpott der Jüngere und nicht so sehr sein Sohn Johann Heinrich Gründer der von der Leyenschen Seidenfärberei war, wie Keussen und Rembert meinen, ist sonst nicht belegt.“ http://familytreemaker.genealogy.com/users/b/o/o/Henriette-A-Boom/WEBSITE-0001/UHP-0011.html | GERPOTT, Abraham (der Jüngere) (I2821)
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| 735 | auch „van der Geerpoot“; war in Xanten Aufseher des Zweigbetriebes der von der Leyen; noch 1734 in Xanten als Zeuge belegt H.C. Scheibler / K. Wülfrath, Westdeutsche Ahnentafeln, Weimar 1939, S. 283 H. Gerpott, Die Familie Gerpott, München 1980, S. 1: „Abraham war von Beruf Seidenfärbermeister und leitete in dieser Eigenschaft die Färberei der Fam. v.d.Leyen in Xanten. Woher Abraham v.d.G. einstens gekommen ist, liegt noch völlig im Dunkel der Geschichte. Der Heimatforscher Niepoth und die Reformierte Gemeinde in Xanten sind übereinstimmend der Meinung, daß Abraham um 1660 aus den Niederlanden als religiöser Flüchtling nach Xanten gekommen ist. Daß er direkten Weges aus den Niederlanden nach Xanten gekommen ist, bezweifle ich. Steht doch im Xantener Kirchenbuch diese Randnotiz 'aus Elten ?'. Der Namen Gerpott wurde in den Niederlanden bis heute dreimal gefunden. Doch handelte es sich hierbei immer um 'Rückwanderer' aus Krefeld und Goch nach Voorst, Zutphen und Rotterdam.“ Vgl. P. Kriedte, Taufgesinnte und großes Kapital, Göttingen 2007, 207: „Daß Abraham Gerpott der Jüngere und nicht so sehr sein Sohn Johann Heinrich Gründer der von der Leyenschen Seidenfärberei war, wie Keussen und Rembert meinen, ist sonst nicht belegt.“ B. Koerner / H. Scheele, Pommersches Geschlechterbuch 1 (DGB 40), Görlitz 1923, S. 456 H. Gerpott, Die Familie Gerpott, München 1980, S. G, H | GERPOTT, Karl Heinrich Emil (I2807)
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| 736 | auch „van der Geerpoot“; war in Xanten Aufseher des Zweigbetriebes der von der Leyen; noch 1734 in Xanten als Zeuge belegt H.C. Scheibler / K. Wülfrath, Westdeutsche Ahnentafeln, Weimar 1939, S. 283 H. Gerpott, Die Familie Gerpott, München 1980, S. 1: „Abraham war von Beruf Seidenfärbermeister und leitete in dieser Eigenschaft die Färberei der Fam. v.d.Leyen in Xanten. Woher Abraham v.d.G. einstens gekommen ist, liegt noch völlig im Dunkel der Geschichte. Der Heimatforscher Niepoth und die Reformierte Gemeinde in Xanten sind übereinstimmend der Meinung, daß Abraham um 1660 aus den Niederlanden als religiöser Flüchtling nach Xanten gekommen ist. Daß er direkten Weges aus den Niederlanden nach Xanten gekommen ist, bezweifle ich. Steht doch im Xantener Kirchenbuch diese Randnotiz 'aus Elten ?'. Den Namen Gerpott habe ich in den Niederlanden bis heute dreimal gefunden. Doch handelte es sich hierbei immer um 'Rückwanderer' aus Krefeld und Goch nach Voorst, Zutphen und Rotterdam.“ Vgl. P. Kriedte, Taufgesinnte und großes Kapital, Göttingen 2007, 207: „Daß Abraham Gerpott der Jüngere und nicht so sehr sein Sohn Johann Heinrich Gründer der von der Leyenschen Seidenfärberei war, wie Keussen und Rembert meinen, ist sonst nicht belegt.“ 7 „Gerpott“ auf 5 Anschlusstafeln Eulenberg–Heidermanns (PDF/JPG), Fischer–Eulenberg (PDF/JPG), Fischer–Heidermanns (PDF/JPG), Kinkel–Eulenberg (PDF/JPG), Scheibler–Eulenberg (PDF/JPG) | GERPOTT, Abraham (der Ältere) (I2823)
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| 737 | Auch: Eva Rosina. Patin in Heidelberg (luth.) am 12.6.1706 und 3.12.1717 jeweils mit Ehemann. Tod lt. KB Heiliggeistkirche: alt 76 Jahre. Pate in Heidelberg (Klosterkirche) am 1.1.1669. SEHUM (Schweizer Einwanderer in Heidelberg und Umgebung nach dem 30-jährigen Krieg) von Norbert Emmerich https://sehum.dynv6.net/ Staatsarchiv St. Gallen: ZQT 51 Strauss, Gisela: Stammtafel von Hieronymus Hettenbach (Heidelberg) mit Nachfahren, darunter Johann Georg Hettenbach (1747-1825, seit 1795 Bürger der Stadt St.Gallen) https://dls.staatsarchiv.sg.ch/records/1788438 | HETTE(N)BACH, Euphrosina (I788)
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| 738 | Auch: Idea Margareta. Patin in Heidelberg (Klosterkirche) am 4.1.1671 und 6.6.1673 sowie in Neckargemünd am 13.10.1679. | WILHELMI, Idia Margaretha (I2532)
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| 739 | Auch: Katharina Christina. Abendmahl in Heidelberg zu Weihnachten 1711 (15 Jahre). Patin in Heidelberg am 25.1.1719 (Klosterkirche). Tod lt. KB Klosterkirche: alt 65 Jahre, 2 Monate und 22 Tage. 1727 starb HOFSTATT und seine Erben einigten sich, die Apotheke JOHANN CHRISTIAN WALSDORF zu übergeben. Dieser hatte bereits 1716 das jüngste Kind von HOFSTATT, CHRISTNA KATHARINA geheiratet und leitete die Hof-Apotheke wohl schon zu Lebzeiten seines Schwiegervaters. Als Walsdorf 1738 starb, heiratete die Witwe den jungen Gehilfen ihres Mannes, JOHANNES CHRISTIAN TREVIRAN. aus ´Geschichte der Heidelberger Apotheken` | HOFSTATT\HOFSTADTIN, Christina Katharina (I583)
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| 740 | auer.kerstin@bluewin.ch Architekturbüro Kerstin Auer-Seltrecht dipl. Architektin ETH / SIA Steinegg 19 9042 Speicher/AR Mobile 079 280 45 56 * | SELTRECHT, Kerstin (I6997)
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| 741 | auf Abstammung auch Hirth, auf Familiensuche Fuchs? -> der zeitlichen Einordnung führt muss den Namen des Stiefvaters sein! (Un? Eheliche Tochter der R. Gelbart mit H. Fuchs) | FUCHS, Juliane Friederika (I39421)
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| 742 | Auf Anregung des gerade aus Frankreich zurückgekehrten Johannes Pincier schickte man ihn zusammen mit seinem Bruder von 1546 bis 1547 auf das Sturmsche Gymnasium nach Straßburg. Dann wandte er sich zunächst nach Erfurt, dann nach Leipzig und schließlich nach Wittenberg, um Philipp Melanchthon zu hören. Wegen der Wirren des Schmalkaldischen Krieges ging er nach Zürich und von dort nach Basel, wo er als 18-Jähriger für den humanistischen Drucker Johannes Oporinus die Varia historia des Aelian und die Stratagemata des Polyaen ins Lateinische übersetzte. 1548 traf Vultejus auf der Frankfurter Herbstmesse wieder auf Pincier, der ihn anregte, Frankreich zu besuchen. Über Köln, Brabant und Flandern reiste Vultejus nach Paris, wo er den Zürcher Theologen Ludwig Lavater kennenlernte. Von Paris aus reiste er nach Genf, um Calvin kennenzulernen, der damals am Anfang seiner Karriere stand. Nach einem Aufenthalt in Lausanne kehrte er in seine Heimatstadt zurück, wo er Katharina Fett heiratete, mit der er drei Söhne und eine Tochter zeugte. In Wetter eröffnete er eine Schule, die nachmals berühmte Academiola Wetterana, an der er selbst Rhetorik und Dialektik unterrichtete und den dreisprachigen Unterricht einführte: Pincier lehrte Hebräisch, er selbst Latein und Griechisch; mit solchem Erfolg, dass Absolventen seiner Schule – darunter der spätere Marburger Professor Wigand Orth – als „Graeculi“ tituliert wurden. Eine zwischenzeitliche Berufung als Hilfsgeistlicher wurde wegen Lehrdifferenzen zurückgezogen. Grabstein des Justus Vultejus in Marburg Er ging 1560 als leitender Lehrer an das Marburger Pädagogium und wurde 1572 Professor der hebräischen Sprache an der Universität Marburg. Als er Ende März 1575 einem entlaufenen Kapaun nachsprang, verunglückte er schwer und starb wenige Tage später an seinen Kopfverletzungen. | VULTEJUS, Justus (I6339)
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| 743 | auf Burg Weißenburg, Vogt des Klosters Riedern, Landrichter im Thurgau 1316 verzichtet 1312 für sich und seine Geschwister gegenüber St.Blasien auf die Fischenz in der Schwarzach, Vogt des Klosters Rieden, Landrichter im Thurgau 1316 --> Landrichter 1316 in , , TG, CHE | VON KRENKINGEN, Diethelm (I7913)
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| 744 | auf dem Felsen bei Sommarese ob St.Vinzenz im Val d'Aosta, Italien. Die Familie Fels trug ursprünglich den Namen de Clapey und stammt aus dem Dorf Sommarèse (heute Ortsteil von St. Vincent) im Aosta-Tal. Die Siedlung liegt in 1535 m Höhe über dem Meer am Südwestabhang des Mont Joux, der in der Römerzeit Mons Jovis / Jupiterberg genannt wurde. Die älteste Urkunde über die Sippe stammt von 1393, als Antonius de Clapey, zusammen mit Einwohnern von neun anderen Bergdörfern eine Genossenschaft zur Wasserversorgung gründete, welcher der Graf Iblet de Challant seinen Schutz verleihen wollte. Auf der Alpensüdseite sind die Niederschläge im Sommer spärlich, die Felder auf den flacheren Hängen können unter Trockenheit leiden, wobei die genannte Höhe schon an und für sich schwierige Verhältnisse mit sich bringt. Woher konnte man Wasser nehmen? Lokale Wasserläufe gibt es nicht. Dagegen fließt im Osten jenseits der Bergkette, im Val d’Ayes, der große Bach Evançon (italienisch Aventina), mit reichlich Wasser. Dieser entspringt nämlich aus dem Gletscher Ventina am Südhang des kleinen Matterhorns, zwischen dem Monte Rosa und dem eigentlichen Matterhorn. Selbst bei langanhaltendem sengenden Sonnenschein versiegt eine solche Quelle nicht, eher im Gegenteil. Das Problem bestand darin, wie man das kostbare Nass über die Bergkette hinwegbringen konnte. Das haben die Bergbauern dadurch gelöst, dass der Evançon weit genug oben angezapft wurde, so dass man das Wasser in einem künstlichen Bachbett mit einem Gefälle von 1 zu100 auf den Paß du Joux in 1640 m Seehöhe leiten und dann von dort in Zweigkanälen verteilen konnte. Dieser Kanal, in der lokalen Sprache Ru (von lateinisch Rivus, Bach) musste nun 25 km lang an den Felshängen, vor allem des Mont Zerbion (2720 m), ausgehauen werden und dabei allen Windungen des Geländes mit gleichbleibendem Gefälle folgen. Manche Strecken erforderten dabei eine Art Verrohrung mit Holzplanken, einzelne Schluchten sogar Brücken. Die weitere Verteilung (nochmals 25 km) war dann nicht ganz so schwierig. Das Wasser wurde dann nach Plan mit Schiebern verteilt. Mit den Wochentagen ging das verhältnismäßig einfach; schwieriger war es mit den Uhrzeiten während des Tages, man hatte ja noch keine Uhren. Man half sich mit dem Schatten, den die Berge zu bestimmten Stunden auf die Kirche von St. Vincent warfen. Der Kanal versorgte 10 Gemeinden über mehr als vier Jahrhunderte hinweg, noch 1857 hatten englische Alpinismus-Pioniere auf dem Col de Joux ihr Maultier daraus getränkt. Im 20. Jahrhundert fanden Besucher ein trockenes Bachbett, an manchen Stellen waren noch alte Holverschalungen vorhanden. In neuester Zeit (1995) hat man den Ru d’Ayas wiederhergestellt, natürlich mit den technischen Mitteln unserer Zeit. So kann man wieder einen eigenen Bach nach Sommarèse fließen sehen. Eine weitere Urkunde (von 1433) nennt Verwalter des Kanals, darunter Martinodus de Clapey. Kirchenbücher, wie sie im 16. Jahrhundert üblich wurden, gab es noch nicht. Die heute erloschene Familie hatte 1450 einen Grundbesitz von etwa einem halben Quadratkilometer, für die damalige Zeit ein recht ansehnliches Gut. Auch später (1645) war ein Philibert de Clapey so vermögend, daß er die Rochus-Kapelle von Feilley bei St. Vincent stiften konnte. Die Familie Fels (de Clapey stammt aus Sommarèse im Aostatal. Die älteste Urkunde stammt aus dem Jahre 1393. 1433 ist Martinodus de Clapey als Verwalter eines Wasserkanales genannt, der Wasser über den Col du Joux nach Sommarèse leitete. Wie auch aus anderen Beispielen ersichtlich, haben bäuerliche Gesellschaften Probleme, wenn viele Kinder sich das Erbe teilen, und dann die Gefahr unzulänglicher Gutsgrößen besteht. Jüngere Söhne wandern dann oft aus und suchen sich eigene Existenzen. So wird es auch mit den de Clapey gewesen sein. Mitglieder der Sippe (genaue verwandschaftliche Beziehungen lassen sich aber nicht herstellen) tauchen im 15. jahrhundert in Bern und in Stein am Rhein als erfolgreiche Kaufleute auf. Ihre Spezialität wird wohl der Handel im Alpentransit gewesen sein. Die in Bern ansässigen Brüder Albrecht und Anton (jetzt Fels genannt) ließen sich 1452 von Kaiser Friedrich III. ein Wappen verleihen, das einen Steinbock auf einem Felsen zeigt. Über ein Jahrhundert später folgten die Fels in Konstanz ihrem Beispiel. Die Änderung des Namens de Clapey in Fels ist eine wörtliche Übersetzung aus dem besonderen Dialekt des Aosta-Tals *1). Dazu wurde im Felsischen Hausbuch des 17. Jahrhunderts eine Familientradition wiedergegeben: Man habe einst ein Haus auf einem Felsen gehabt und sich danach genannt *2). Es gibt auch in der Entfernung von 15 km Luftlinie ein Dorf, das an der Mündung des gleichnamigen Baches in die Dora zwischen Bard und St. Martin gelegen ist (siehe Reliefkarte). Heute ist Clapey ein Ortsteil von Donnas, auf der anderen Seite der Dora Baltea. Es könnte auch eine Herkunftsbezeichnung zum Familiennamen geworden sein Pantaleon de Clapey hatte 6 Söhne. Auf dem Gut war kein Platz für alle, so schickte er zunächst zwei über die Alpen. Sie sollten zusehen, wie sie sich ernähren. Die waren aber bald so erfolgreich, dass sie die restlichen vier nachholten. Sie betrieben Krämerei, d.h. sie trugen ihre Waren in einem Tragekorb auf dem rücken und wanderte von Dorf zu Dorf und Haus zu Haus. Zwar ist nicht dokumentiert, was sie verkauften. Es ist aber wahrscheinlich, daß sie mit Stoffen handelten, in dieser Zeit stand deren Produktion und Umsatz im Vordergrund des wirtschaftlichen Lebens. Auch konnte man diese am ehesten selbst über weite Strecken tragen, Waren von größerem Gewicht hätten aufwendigere Transportmittel benötigt. Das Geschäft war so erfolgreich, daß sie in Zurzach (in der Nordschweiz gegenüber von Waldshut), wo damals bedeutende Warenmessen abgehalten wurden, einen Verlage gründeten. Das Wort war noch nicht auf den Buchhandel beschränkt, bedeutete vielmehr allgemein ein Lager, aus dem sich Einzelhändler versorgen, häufig auf Kredit. Der Großhändler konnte so nicht nur die eigenen Schultern von den Trageriemen entlasten, sondern auch größere Gewinne erzielen. Auf der anderen Seite war das Risiko durch zahlungsunfähige oder -unwillige Schuldner erheblich. Jetzt trennten sich die Brüder wieder, Peter und Antony gingen nach Sommarèse zurück, erhielten das alleinige Erbe am Bauernhof und überließen dafür den übrigen ihre Geschäftsanteile. Während sich Pantaleon in Murten (später in Bern) ansiedelte, erwarb Michael de Clapey (1484-1562) in Konstanz 1515 das Bürgerecht (Sein Bruder Vinzenz folge ihm 1525). Das Geschäft bestand in Groß- und Fernhandel, meist über die Alpen hinweg. *1) Die Sprachwissenschaft führt den im Dialekt des Aosta-Tals heute noch gängigen Begriff auf einen aus der Sprache der Salassier, einem keltischen Volk in dieser Alpenregion, zurück: Klappa = Fels; er lebt auch in vielen Ortsbezeichnungen fort (Auskunft des Kultur-Departemenst der Regionalen Regierung in Aosta). Die indogermanische (Auskunft des Kultur- Departements Herkunft und die Verwandschaft zum deutschen wort Klippe ist offensichtlich. *2) Felsisches Hausbuch, Stadtarchiv St. Gallen. | VON CLAPEY (FELS), Stammlinie (I23265)
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| 745 | auf dem Stockarberg zu Hohenlieb, zog als Hauptmann mit dem Schaffhauserbanner für Papast Julius II nach Mailand 1512, für Herzog Ulrich nach Stuttgart 1519, erhielt von Kaiser Maximilian I einen Wappenbrief. weiterführende Info: HLS --> als Hauptmann mit dem Schaffhauserbanner für Papast Julius II nach Mailand 1512 --> als Hauptmann für Herzog Ulrich nach Stuttgart 1519 Eingebürgert in Schaffhausen, Schaffhausen, SH, CHE | STOCKAR, Alexander (I12231)
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| 746 | auf der Papiermühle in der Gemeinde Rüderoth, später in der Bickenbach, „auf dem Dorn“1783 „aufm Anfang“, danach Gastwirt in Drabenderhöhe | WITSCHER, Christoph Peter (I239)
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| 747 | Auf der Peterstirn lag die Stammburg der insgesamt zwölf Burgen der Markgrafen von Schweinfurt, deren Machtbereich um das Jahr 1000 das ganze östliche Franken und die Oberpfalz bis hinein in den Bayerischen Wald nach Cham umfasste. Den Nordgau (Bayern), in etwa die heutige Oberpfalz, erhielt der erste Markgraf von Schweinfurt Berthold als Dank von König Otto. I. (936–973), ab 962 Römisch-deutscher Kaiser, da er ihm im Kampf gegen aufständische Stammesherzöge wertvolle Waffenhilfe gab.[4] Die Markgrafen hatten großen Einfluss auf die Römisch-deutschen Kaiser.[5] Nach der Niederlage des Markgrafen Heinrich von Schweinfurt, Hezilo genannt, gegen König Heinrich II. stiftete Eilica, die Mutter Hezilos, um 1015 unterhalb der Burg ein Nonnenkloster. Nach einigen Besitzwechseln wurde das Frauenkloster um 1055 in ein Benediktinerkloster namens Stella Petri umgewandelt, zu deutsch Peterstern, worauf im Laufe der Zeit Peterstirn wurde. | VON WALBECK, Eilika (I18322)
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| 748 | auf Riescheid in Barmen M. Strutz-Ködel, Bergisches Geschlechterbuch 5 (DGB 183), Görlitz 1980, S. 105 | RIESCHEID, Katharina (I44597)
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| 749 | auf Sonnenberg und Bichelsee 1361, Kirchherr zu Uster 1375 - 1381, Johanniterritter --> Kirchherr 1375/1381 in Uster, Uster, ZH, CHE | VON LANDENBERG-GREIFENSEE, Rudolf II. (I21787)
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| 750 | Auf Veranlassung der Freiherren VON LANGENSTEIN aus dem Oberaargau gründeten 1194 Mönche der Abtei Lützel aus dem Elsass das Kloster im Tal der Rot. Die Klostergemeinschaft gehörte damit der Filiation der Primarabtei Morimond an. SIGNAU (Adelsgeschlecht) Das Geschlecht der Freiherren VON SIGNAU war ein mittelalterliches Adelsgeschlecht aus dem schweizerischen EMMENTAL. Neben ihrer regionalen Bedeutung interessieren die Freiherren von Signau als mögliche Ahnen derer von ATTINGHAUSEN-SCHWEINSBERG, einer in der GRÜNDUNGSZEIT DER EIDGENOSSENSCHAFT bedeutenden Familie. | N., N. (I23780)
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