Strauss Genealogie


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701 Alix und ihre ältere Schwester Marie wurden von der Mutter getrennt, die umgehend Frankreich verlassen musste, nach Poitiers ging und dort den späteren König Heinrich II. heiratete. Die Kinder Alix und Marie wurden für legitim erklärt. Ludwig heiratete noch zweimal. Alix' Halbbrüder herrschten in Frankreich (Philipp) und England (Richard und Johann).

1164 heiratete sie Theobald V. von Blois, ihre Schwester dessen Bruder Heinrich. Als Alix' Ehemann östlich zog, übernahm sie die Regentschaft, was sie auch nach dessen Tod 1191 in Vertretung für ihren minderjährigen Sohn tat. 
VON FRANKREICH, Alix (I40265)
 
702 Alle vier Schwestern heirateten Hochadlige der näheren und weiteren Umgebung, so EMMA den Gf. Rudolf I. VON NEUENBURG, an den die Herrschaft Arconciel überging, JULIANA einen namentlich nicht bekannten HERRN VON MONTSALVENS, AGNES den Gf. RUDOLF I. VON GREYERZ und ITA einen Adligen aus der Tarentaise (wohl nicht den Gf. Aymo II. von Genf). VON GL´A`NE, Emma (I8008)
 
703 Allerdings wurde um 1260 die Grafschaft Katzenelnbogen zwischen Diether V. und seinem Bruder Eberhard I. zweigeteilt: Diether V. stand fortan der Niedergrafschaft Katzenelnbogen und St. Goar mit Burg Rheinfels, die Residenz der älteren Linie wurde, vor, während die Obergrafschaft um Darmstadt Graf Eberhard I., somit der jüngeren Linie, zugesprochen wurde. Diether V. hatte aber auch Besitz in der Obergrafschaft. So erhielt 1274 Zwingenberg, das ihm zugesprochen war, die Stadtrechte durch König Rudolf von Habsburg verliehen. Damit wurde Zwingenberg zur ältesten Stadt an der Bergstraße.  VON KATZENELNBOGEN, Diether V. (I1691)
 
704 Almelo entwickelte sich im Mittelalter als Kleinstadt um das benachbarte Schloss herum. Schloss Almelo, 1318 erstmals urkundlich bezeugt, wurde 1662 in der heutigen Form wiedererrichtet. Es dient bis heute als Wohnsitz des Adelsgeschlechtes Rechteren-Limpurg und ist nicht zu besichtigen. VON ALMELO, Elisabeth (I18737)
 
705 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I55747)
 
706 Als Achtzehnjähriger trat Alfons die Nachfolge seines Vaters an.[1] Zu dem Reich, das er erbte, gehörte neben Asturien auch Galicien und die Gegend um die Stadt León. Ordoño I. hatte León in Besitz genommen und die Wiederbesiedlung der Stadt eingeleitet, Alfons machte aus León seine bevorzugte Residenz. Damit verlegte er faktisch die Hauptstadt des asturischen Reichs von Oviedo nach León und stellte so die Weichen für die Entstehung des Königreichs León. Er unterwarf das unter dem Grafen Sancho von Bigorre (873) und dessen Sohn Garcias (885) abgefallene Navarra. Gegen das Emirat von Córdoba kämpfte er mit wechselndem Erfolg, wobei er davon profitierte, dass die Muslime durch Bürgerkriege geschwächt waren. Seine Truppen drangen nach Altkastilien vor und waren auch in Portugal auf dem Vormarsch, wo sie Coimbra besetzten. Das Reich dehnte sich stark aus. (ASTURIEN), Alfons III. (I37764)
 
707 Als ältester Sohn des Herzogs Otto II. und der Agnes von der Pfalz (1201–1267), einer Tochter der Agnes von Staufen, sammelte Ludwig schon in jungen Jahren Kriegserfahrungen, so 1246 mit König Konrad IV. gegen Heinrich Raspe und 1251 gegen Bischof Albert von Regensburg.

Nach dem Tod seines Vaters übernahm Ludwig II. im November 1253 gemeinsam mit seinem Bruder Heinrich XIII. die Regierung Bayerns und der Pfalz. Obwohl es gegen geltendes Reichsrecht verstieß, teilten sie 1255 das Land, formal eine Nutzteilung, faktisch aber eine Realteilung.[1] Heinrich erhielt Niederbayern, Ludwig Oberbayern – wo er München zur Residenz machte – und die Pfalz. Bei den angeblichen Konflikten zwischen beiden handelte es sich eher um Streitigkeiten zwischen Gefolgsleuten beider Seiten.

Ludwigs Beiname „der Strenge“ rührt daher, dass er seine erste Ehefrau Maria von Brabant 1256 hinrichten ließ, weil er sie fälschlicherweise des Ehebruchs verdächtigte. Ursache der Angelegenheit war ein verwechselter bzw. falsch interpretierter Brief an den pfälzischen Ritter Raugraf Heinrich I. († 1261), den Bruder des Wormser Bischofs Eberhard I.; seine Grabplatte ist in der Klosterruine Rosenthal erhalten.[2] Als Sühne für diese Tat stiftete Ludwig das Kloster Fürstenfeld (in Fürstenfeldbruck). Die Tat lastete in der Folge als Makel auf Ludwig, der auch für die Königswahlen nie in Betracht gezogen wurde. In zweiter Ehe war er mit Anna von Glogau (um 1240–1271) verheiratet.

Herzog und Pfalzgraf 
(BAYERN), Ludwig II. ´der Strenge` (I54332)
 
708 Als ältester Sohn Wladimir Monomachs erhielt er die Herrschaft über Nowgorod (1088–1093 und 1095–1117, zwischenzeitlich über Rostow). Die Zeit als Fürst von Nowgorod war geprägt von Kämpfen gegen Tschuden, Kumanen und seinen Onkel und Taufpaten Oleg von Tschernigow, den er 1096 aus Murom, Rostow und Susdal vertrieb. In Nowgorod erbaute er zahlreiche Kirchengebäude, von denen die St.-Nikolaus-Kathedrale und das St.-Antonius-Kloster bis heute überdauern. Nach 1117 wurde er Mitherrscher Monomachs und Fürst in Belgorod am Dnepr. Nach Monomachs Tod 1125 folgte er diesem als Großfürst nach.

Über Mstislaws Regierungszeit ist wenig bekannt. 1129 verwüstete er das Fürstentum Polozk und verbannte den dortigen Fürsten David, einen Sohn von Wseslaw, und mehrere seiner Vettern nach Byzanz. Allerdings vertrieb die Polozker Stadtbevölkerung seinen von ihm als Fürst eingesetzten Sohn Swjatopolk und rief 1139 ihren alten Herrscher zurück. Er führte um 1130 ebenfalls Feldzüge gegen die Kumanen und Litauer und ließ seine Söhne die Tschuden unterdrücken.

Nach Mstislaws Tod und dem seines Bruders Jaropolk II. 1139 brachen um die Herrschaft über Kiew eine Reihe von Kämpfen zwischen den Nachkommen Monomachs (Monomachowitschi) und denen seines alten Rivalen Oleg von Tschernigow (Olgowitschi) aus, die letztlich zum Zerfall der Rus führten und den Aufstieg des Fürstentums Wladimir-Susdal unter Mstislaws Bruder Juri Dolgoruki begünstigten. 
Mstislaw I. Wladimirowitsch ´der Große` (I58287)
 
709 Als Angehöriger einer hanseatischen Kaufmannsfamilie war er unter anderem als Bankier und Hofjude in Hamburg und Norddeutschland tätig. Sein Großvater war Chajim Fürst, sein Vater Moses Fürst. Am 14. August 1688 kaufte er gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Michael Hinrichs (in der Literatur auch Michel Henrichs oder Michel Henricus genannt)[1][2] aus Glückstadt das Tabakmonopol in Mecklenburg-Schwerin auf, das er bis 1692 innehatte.[3]

Dieses Privileg erwarb er auf Empfehlung von Abraham Hagen, dessen Verwandte Michael Hinrichsen und Moses Israel Fürst waren.[4] Am 16. November 1692 bestätigte Herzog Friedrich Wilhelm I dieses Privileg.[5][6]

Zu seinem erweiterten Familienkreis zählte über die Familie Goldschmidt die bekannte Kauffrau Glikl bas Judah Leib, die als Modell der emanzipierten jüdischen Frau des 17. Jahrhunderts Eingang in die Geschichte fand.

Das Sterbedatum von Moses Israel Fürst ist derzeit nicht exakt belegt. Einige Quellen geben an, dass er Ende 1692 starb, weil in dem Jahr der Kontrakt über das Tabakmonopol vom Herzog zwar verlängert wurde, aber anstelle von Moses Israel Fürst trat im Januar 1673 Bendix Goldschmidt dem Pachtvertrag mit Michael Hinrichsen bei. Diese Tatsache nehmen viele Darstellungen zum Anlass, einen Tod Moses Israel Fürsts in 1692 anzunehmen. Manche geben allerdings an, dass er lediglich aus dem Geschäftsleben ausstieg. 1692 war er bereits 75 Jahre alt und daher läge es nahe, dass er in „Rente“ ging.[7]

Literatur
Wilhelm Stieda: Das Tabakmonopol in Mecklenburg-Schwerin von 1688–1699, 1910 Lexikus online 
FÜRST, Moses Israel (I60365)
 
710 Als Berater Pippins I. von Aquitanien riet er diesen davon ab, sich 831 mit seinem Bruder Lothar gegen ihren Vater, Kaiser Ludwig den Frommen zu erheben. Pippin I. hörte aber auf Bernhard von Septimanien, der ihn zu dem Aufstand ermunterte.

Berengar, der auf der Seite des Kaisers stand, bemächtigte sich Bernhards Grafschaften Roselló, Rasés und Conflent.

Schließlich zwangen fortwährende Siege der kaiserlichen Truppen 832 Pippin und Bernhard, vor dem Kaiser zu erscheinen. Pippin wurde abgesetzt und nach Trier verbannt. Sein Land wurde Karl II. dem Kahlen übertragen. Bernhard wurde der Untreue beschuldigt und verlor seine gesamten Besitzungen in Septimanien an Berengar. Dieser verband nun den alten Grafentitel von Toulouse mit dem von Septimanien/Narbonne.

833 verlor Berengar seine Grafschaften Pallars und Ribagorça an Aznar I. Galíndez, Graf von Urgell und Cerdanya.

834 versöhnte sich Pippin mit dem Kaiser und besiegte seinen Bruder Lothar. Bernhard, der Pippin dabei unterstützt hatte, beanspruchte nun seine ehemaligen Titel als Belohnung. Berengar, der stets seinem Herrn treu gewesen war, sowohl dem Kaiser als auch Pippin, wurden 835 alle seine Länder abgenommen außer der Grafschaft Toulouse.

835 lud der Kaiser Berengar und Bernhard ein, um eine Entscheidung über die Besitzungen in Septimanien und Gothien zu treffen. Auf der Reise verstarb jedoch Berengar unerwartet und so verblieben die dortigen Grafschaften in den Händen von Bernhard. 
VON TOULOUSE, Berengar; ´der Weise` (I39627)
 
711 Als der Vater gefangen genommen wurde und des Hochverrats angeklagt wurde konnten
BURCHARD II., und dessen Frau REGELINDA zu ihrer Verwandtschaft nach Italien fliehen, verloren aber den Besitz in Schwaben und Rätien.
BURCHARD und sein Bruder ADALBERT, der Graf von Thurgau, wurden im Jahre 911 hingerichtet.  
(SCHWABEN), Buchard II. (I15262)
 
712 Als der Vesuv im Jahr 79 n. Chr. ausbrach begrub er die italienische Stadt unter einer meterhohen Schicht aus Asche und Gestein. Die Existenz von Pompeji geriet in Vergessenheit. Erst 1600 Jahre später wurden die Ruinen zufällig entdeckt.

Die Siedlung – Pompeji – wurde nach mythologischer Überlieferung vom HALBGOTT HERAKLES gegründet, in Wirklichkeit wohl von den Oskern. In seiner etwa siebenhundertjährigen Geschichte wurde Pompeji von Oskern, Samniten, Griechen, Etruskern und Römern bewohnt und geprägt, nach der Verschüttung im Laufe der Zeit aber vergessen.

Im Jahre 59 n. Chr. kam es nach einem Bericht des Historikers Tacitus im bis zu 20.000 Zuschauer fassenden Amphitheater während eines Gladiatorenkampfes zu blutigen Krawallen mit Besuchern aus der Nachbarstadt Nuceria. Darauf verbot Kaiser Nero für zehn Jahre jegliche Spiele in Pompeji. Die Ursachen für diese Auseinandersetzungen sind möglicherweise in über Pompeji und Nuceria hinausreichenden politischen Problemen zu suchen.

Mit der Wiederentdeckung im 18. Jahrhundert begann die zweite Geschichte der Stadt, in deren Verlauf Pompeji zu einem zentralen Objekt der Archäologie und der Erforschung der antiken Welt wurde. Pompeji ist eine der am besten erhaltenen Ruinen-Städte der Antike. Sein Schicksal ist vielen vertraut, weil es in Kunst und Literatur häufig rezipiert wird.


Aulus Persius Flaccus (kurz Persius; * 4. Dezember 34 in Volterra; † 24. November 62) war ein römischer Dichter etruskischer Abstammung.

In seinen Werken, Dichtungen und Satiren lehrte Persius die stoische Lebensweisheit und kritisierte zeitgenössische Missstände. Seine Werke wurden nach seinem Tod vom Philosophen Lucius Annaeus Cornutus herausgegeben und waren bis ins Mittelalter populär. Mit seinem bei ihm erstmals schriftlich erwähnten Motiv des habitare secum hat Persius auch die christliche Spiritualität geprägt.

Persius schrieb sechs Satiren im Hexameter.
Die Satiren
1. Satire: Absetzung der eigenen Intentionen, die sich an der alten Komödie, Lucilius und Horaz orientieren, von der Nichtigkeit des zeitgenössischen literarischen Getriebes
2. Satire: handelt vom rechten Gebet
3. Satire: handelt vom Zwiespalt zwischen Wissen und Handeln
4. Satire: handelt von der Selbsterkenntnis
5. Satire: Preisung der Philosophie als Quelle der wahren inneren Freiheit (sie ist dem verehrten Lehrer Lucius Annaeus Cornutus gewidmet)
6. Satire: ist an den befreundeten Dichter Caesius Bassus gerichtet und behandelt den rechten Gebrauch des Reichtums 
BASSUS, Caesius (I22644)
 
713 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I55981)
 
714 Als dritte Frau des Königs Robert des Frommen von Frankreich gelang es ihr endlich, ihm durch die Geburt eines Sohnes, Hugo, die Nachfolge zu sichern. Konstanze wird einmal als schön, intelligent und lebhaft, dann als ehrgeizig, geizig und biestig beschrieben. Sie hat die Menschen in Paris aber sicher mit der südfranzösischen Mode entsetzt, die viel freizügiger war als die im Norden Frankreichs.

Im Jahr 1007/1008 wurde Hugo von Beauvais, ein Vertrauter des Königs, bei einem Jagdausflug von 12 Soldaten, die von Konstanzes Verwandten Fulko III. Nerra, Graf von Anjou, angeführt wurden, ermordet. Inwieweit die Königin selbst in den Vorfall verwickelt war, ist unklar. Hugo von Beauvais soll aber Unfriede zwischen ihr und ihrem Mann gesät haben. Seit 1025/1026 war die Königin ungewöhnlich intensiv an der Regierung ihres Gemahls beteiligt. Der Grund dafür war sicherlich unter anderem das Alter des Königs zu der Zeit, der mindestens 14 Jahre älter war als seine Frau, die gegenüber ihrem alternden Gemahl an Eigengewicht in der königlichen Herrschaftsausübung gewinnen konnte.

Konstanze hat man die Einführung einer „Poésie nationale“ in Frankreich und den Sinn für den Reim zu verdanken.

1033 trat sie in das Kloster Melun oder Senlis ein, wo sie am 25. Juli 1034 starb. Sie wurde in der Basilika von St-Denis beigesetzt.  
VON DER PROVENCE, Konstanze (I35550)
 
715 Als einer der ersten urkundlich gesicherten Angehörigen der Familie wurde Bruno Spede 1166[1] und 1177[2] als Ministerialer der Erzbischöfe von Köln erwähnt. Erst ab der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, mit Goedeart Spede van Langenvelt, auch schon Spee genannt, tritt der bis heute bekannte Hahn im Wappen des Geschlechts auf. Damit unterschieden sich die Herren von Spee von anderen rheinischen Adelsgeschlechtern gleichen Namens.

Die Familie gehörte zunächst zum regionalen Landadel am Niederrhein. Stammsitze waren Altenhof (bei Kaldenkirchen, seit 1356, verkauft 1833) und das Haus Langenfeld in Wachtendonk-Wankum (seit 1348, vererbt 1532 an Gaert von Erp genannt Warrenberg, später Teil des Krickenbecker Besitzes der Grafen Schaesberg). Im 14. und 15. Jahrhundert wurden vier Angehörige der Familie, als einem von wenigen rheinischen Adelsgeschlechtern, Ritter im Deutschen Orden in Livland.

Bis in das 17. Jahrhundert hinein existierten die Linien Aldenhof (Altenhof), Langenfeld sowie Haus Velde und Pöhlland. Alle heute lebenden Familienmitglieder stammen aus der Linie Aldenhof.

Das Geschlecht hat bedeutende Angehörige hervorgebracht: Friedrich Spee von Langenfeld (1591–1635), Professor für Theologie und Schriftsteller, trat als einer der ersten gegen Hexenwahn und Folter auf. Franz von Spee (1781–1839) diente als hoher Beamter in Düsseldorf nacheinander der bayerischen, französischen und preußischen Regierung. Maximilian Graf von Spee (1861–1914), kaiserlicher Vizeadmiral und Geschwaderchef des deutschen Flottenverbandes in den Seegefechten bei Coronel und bei den Falklandinseln, fiel bei letzterem an Bord seines Flaggschiffes, der Scharnhorst. Auch seine beiden Söhne fanden in diesem Kampf als Leutnants zur See auf der Nürnberg bzw. der Gneisenau den Tod.

Fideikommiss Heltorf
1662 erbte Friedrich Christian Freiherr von Spee von seinem Schwiegervater Johann Bertram von Scheid genannt Weschpfennig das Schloss Heltorf in Düsseldorf-Angermund. 1672 ernannte ihn Herzog Philipp Wilhelm von Jülich-Berg zum Kriegskommissar der gesamten Bergischen Miliz. Im Laufe der Zeit konnte der Grundbesitz stetig erweitert werden, der Heltorfer Zweig erwarb bis 1945 mindestens 7000 ha. Die Herren von Spee erhielten hohe Ämter in den Landesverwaltungen und an den Höfen der rheinischen Fürsten. Sie wurden 1739 in den Reichsgrafenstand erhoben. Durch Einheirat in die Familie der Grafen von Hillesheim fiel deren Gesamtbesitz, darunter Schloss Ahrenthal am Mittelrhein, beim Aussterben (1785 bzw. 1807), an die Grafen von Spee. Die Grafen Spee gehören der 1837 gegründeten Rheinischen Ritterschaft an.

Derzeit ist Wilhelm Graf von Spee (* 1963) Chef auf Heltorf. Er folgte als ältester Sohn seinem Vater Maximilian Graf von Spee (1928–2009).[3][4] Zum Hauptsitz Heltorf in Düsseldorf gehören u. a. die ehemaligen Rittergüter Kesselsberg (seit 1802) und Remberg (seit 1856) in Duisburg-Huckingen, das Forstgut Gervershagen in Marienheide (seit 1870) und im Sauerland das Schloss Alme mit Haus Tinne und Haus Bruch sowie Haus Almerfeld in Brilon (alle seit 1912). Das Haus Böckum in Duisburg-Huckingen war seit 1856 im Familienbesitz und wurde 2012 an einen Investor verkauft. Der ehemalige Familienfideikommiss der Heltorfer Linie, gebündelt in der Gräflich von Spee’schen Zentralverwaltung, wird mit Fabriken, einer Ziegelei, Kiesgruben, Wohnungsbau- und Finanzgesellschaften auf mindestens eine Milliarde Euro geschätzt.[5 
VON SPEE, Karl (I58732)
 
716 Als er zum Doge gewählt wurde, diente er als Podestà von Capodistria in Istrien. Mit dem Fall von Acre , der letzten Festung der Kreuzfahrer im Heiligen Land, erlitt Venedig 1291 einen schweren Schlag gegen die Mamluks in Ägypten. Ein Krieg zwischen Venedig und Genua begann 1294, und Venedig erlitt schwere Verluste: Es verlor eine Seeschlacht Seine Besitztümer auf Kreta wurden geplündert und der byzantinische Kaiser Andronikos II . verhaftete viele Venezianer in Konstantinopel . Als Antwort darauf plünderte die venezianische Flotte Galata und bedrohte den kaiserlichen Palast von Blachernae . Im Jahr 1298 verlor sie jedoch erneut - diesmal in Curzola . Schließlich unterzeichneten die beiden Republiken 1299 einen Friedensvertrag... GRADENIGO, Pietro (I1918)
 
717 Als Erbe des Herzogtums Burgund verheiratete sein Vater ihn im Februar 1248 mit Mathilde II. von Bourbon (* 1234; † 1262), Erbin von Bourbon, Nevers, Auxerre und Tonnerre als Tochter des Archambault IX. von Dampierre, Herrn von Bourbon, und der Jolanthe von Châtillon, Gräfin von Nevers, Auxerre und Tonnerre. Hätte Odo lange genug gelebt und männliche Erben aus dieser Ehe gehabt, wäre aufgrund dieser Ehe die Vereinigung dieser drei Grafschaften mit dem Herzogtum Burgund erfolgt. So aber blieben ihre Geschicke getrennt. Tatsächlich hatte das Paar vier Töchter:

Jolanthe (Yolande) (* 1247; † 1280), 1262 Gräfin von Nevers, Auxerre und Tonnerre; ⚭ I Johann von Damiette (* 1250; † 1270), ⚭ II Robert von Dampierre
Margarete (Marguerite) (* 1250; † 1308), 1273 Gräfin von Tonnerre, ⚭ 1268 Karl von Anjou, Graf von Anjou und Provence, König von Sizilien
Alix (* 1251, † 1290), 1273 Gräfin von Auxerre, ⚭ 1268 Johann I. von Chalon († 1309)
Johanna (* wohl 1253; † 1271)
Mit Mathildes Tod 1262 erbte die älteste Tochter Jolanthe die Grafschaften Nevers, Auxerre und Tonnerre, von denen sie zwei 1273 an ihre Schwestern weitergab.

Nach dem Tod seiner Gattin reiste Odo mit einem Kontingent von fünfzig Rittern, darunter Érard de Valéry, als Kreuzfahrer ins Heilige Land, wo er am 20. Oktober 1265 in Akkon eintraf.[1] Er beteiligte sich an den Kämpfen gegen den Mamlukensultan Baibars I., der in dieser Zeit Städte und Burgen im Umland von Akkon angriff. Odo starb am 4. August 1266 und wurde auf dem Friedhof der Saint-Nicolas-Kirche in Akkon bestattet, sein Herz wurde nach Frankreich überführt und in der Grablege seiner Familie im Kloster Cîteaux bestattet.[2][3] 
(BURGUND), Odo (I52498)
 
718 Als erstes Mitglied der Fam. wird Heinrich, der 1181/82 und 1182/83 als Ministeriale Hz. Berchtolds IV. von Zähringen auftaucht, erwähnt. Weitere Träger des Namens K., der wohl auf das Dorf Krauchthal zurückgeht, sind Kuno, 1208-49 als Solothurner Chorherr bezeugt, und Rudolf, der 1223 und 1224 als erster namentlich bekannter Berner Schultheiss (causidicus) amtierte. Das Berner Ratsherrengeschlecht erscheint mit Peter ab 1240 in den Urkunden, doch lässt sich sein Stammbaum nur bis zum 1273 erstmals belegten Gerhard ( 1304) zurückverfolgen. Dieser erscheint in zahlreichen Urkunden als Zeuge, 1297 mit seinem Sohn Peter ( 1335). Letzterer wird z.T. Peter der Ältere genannt, um ihn von Peter ( 1342), dem Sohn des 1299/1300 verstorbenen Heinrich, zu unterscheiden, wobei dies nicht immer möglich ist. Peter der Ältere erwarb zahlreiche Güter in der Umgebung von Bern, darunter 1310 die Vogtei und den Kirchensatz von Jegenstorf. 1318 und 1325 wirkte er als Sachwalter der Berner Minoriten, 1331 als Schiedsmann des Stiftes Amsoldingen. Sein Sohn Peter erhielt 1349 das Patronatsrecht von Kriegstetten als Lehen, wo er 1359 seinen Neffen Gerhard einsetzen liess. Zudem erbte er den Kirchensatz von Jegenstorf und wurde 1353 Vogt des Kluniazenserpriorats Rüeggisberg. 1355-56, 1359-60 sowie 1363-64 amtierte er als Schultheiss von Bern. Seine beiden Söhne waren Gerhard, der 1380-82 als Vogt in Aarberg amtierte, und Peter(mann). Möglicherweise handelt es sich bei diesem um den 1375 zurückgetretenen Jegenstorfer Kirchherrn Peter. Petermann wurde 1378/79 Kastvogt von Rüeggisberg; 1394-96 war er Schultheiss von Thun, 1398 Schirmherr der Kartause Thorberg und Vogt zu Kirchberg. Er verfügte über ausgedehnten, bis ins Oberland reichenden Grundbesitz und war 1407-18 durchgehend Schultheiss von Bern. 1425 starb er kinderlos; seine Witwe Anna ( 1464/65) machte zahlreiche testamentar. Vergabungen, u.a. zugunsten des Seilerspitals. (Q: HLS) VON KRAUCHTHAL, Stammlinie (I18620)
 
719 Als Friederich Barbarossa 1152 seinen Taufpaten Otto von Cappenberg im Kloster Kappenberg besucht, sind neben anderen Vornehmen auch die „nobilis“ und Gebrüder Alhard und Wennemar von Heyden mit ihren Verwandten, den „vir nobilis“ Gerhard und Gottschalk von Lohn. zugegen.

Gerhard II. von Lohn entstammte als Sohn des Gottschalk I. von Lohn dem Geschlecht der Edelherren von Lohn und wuchs zusammen mit seinen Brüdern Gottschalk van Varsseveld, Alard van Wesenthorst und Wennemar van Didam auf. Die Namensverschiedenheit unter den Geschwistern liegt darin begründet, dass sie den Namen führten, auf dessen Eigentum sie lebten. Angaben über deren Mutter sind nicht überliefert. 1110 trat Gerhard, der den Vornamen seines Großvaters Gerhard erhielt, die Nachfolge seines Vaters an und blieb bis zu seinem Tode im Jahre 1152 in diesem Amt. Gerhard war verheiratet. Angaben über seine Ehefrau fehlen; aus der Ehe stammte der Sohn Gottschalk, den er nach seinem Vater benannte und der sein Nachfolger wurde. 
VON LOEN, Gerhard II. (I18796)
 
720 Als Frieslande werden von alters her die Siedlungsgebiete der Friesen bezeichnet,[1] die sich entlang der niederländischen und deutschen Nordseeküste erstrecken. Der Interfriesische Rat, der die gesamtfriesischen Interessen vertritt, spricht von den Drei Frieslanden. Gemeint sind damit das westerlauwers’sche Friesland, das im Wesentlichen die niederländische Provinz Friesland umfasst, das östliche Friesland mit den friesischen Siedlungsgebieten von der Ems- bis zur Wesermündung sowie die schleswig-holsteinische Region Nordfriesland einschließlich der Insel Helgoland.[2] Die ursprünglichen Frieslande umfassen bis auf wenige Gebiete wie Dithmarschen einen unterschiedlich breiten Küstenstrich vom Rhein-Maas-Delta bis zur heutigen deutsch-dänischen Grenze. (FRIESLAND), N. (I39727)
 
721 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I57365)
 
722 Als Geschwister oder nahe Verwandte Eberhards haben zu gelten:
a) Adalgoz, Graf im Zürichgau 893 Mai 7., 896 Mai 13., 897 Mai 6.; ferner im Diplom Kaiser ARNULFS für St. Mangen, Regensburg 898 Okt. 13.: "in pago vero Thurico, comitatu Adalgozzi"; noch 899.
b) Reginlind, die im Jahre 899 eine Juchart Acker zu Egg (Kt. Zürich) an die Abtei St. Galllen schenkte .  
N., Gisela (I23958)
 
723 Als Haupterbe seiner Eltern gehörte Roger seiner Zeit zu den mächtigsten Adligen Septimaniens und der Pyrenäen. Seine Macht erlaubte es ihm, die Vasallität seiner Familie zu den Grafen von Toulouse abzuschütteln. Zeitweise nannte er sich selbst marchio (Markgraf) und ab 1002 princeps Carcassonne, was einen Herrschaftsanspruch auch über andere Feudalherren der Region implizierte.

Sein größter Konkurrent war Oliba Cabreta, Graf von Cerdanya und Besalú, der ebenfalls seine Macht in die Region des Razès ausdehnen wollte. Roger und sein Bruder Odo von Razès mussten ihm die Territorien von Sault, Peyrepertuse, Donezan und Capcir abtreten. Erst nach Olibas Tod in Italien um 990 konnte sich Roger gegen dessen Söhne durchsetzen.

Roger der Alte gilt als Erbauer einer Wehranlage auf dem „Roc de Foix“ (Fels von Foix), am Zusammenfluss des Arget in die Ariège, die erstmals in Urkunden aus dem Jahr 987 belegt ist. Die neue Burg lag dort der karolingischen Abtei St. Volusien gegenüber. Unter Rogers Nachkommen, die die Burg um drei Türme erweiterten, wurde sie zur Hauptresidenz seines Geschlechts und zum Zentrum der gleichnamigen Grafschaft.

Graf Roger der Alte starb 1012 und wurde, wie auch seine Frau, in der Abtei Saint-Hilaire bei Limoux bestattet. Diese Abtei, ursprünglich dem Heiligen Saturnin von Toulouse gewidmet, genoss eine langjährige Förderung durch Roger den Alten. Nachdem 970 in der Klosterkirche durch Grabungen, die der Graf veranlasst hatte, die Gebeine des Heiligen Hilarius von Carcassonne entdeckt worden waren, wurde die Abtei diesem gewidmet und den Regeln des Heiligen Benedikt unterstellt. Auch die Legende nahm sich der Verbindung des Grafen zu dem heiligen ersten Bischof von Carcassonne an, als Graf Roger am Fluss Lauquet eine Schlacht gegen seinen Rivalen Oliba Cabreta schlug. Als Roger kurz davor stand den Kampf zu verlieren, soll er zu St. Hilarius um Schutz gebetet haben. Der Heilige erschien darauf, in ein strahlendes Gewand gehüllt, mit einem Heer auf dem Schlachtfeld und schlug Oliba in die Flucht. 
(CARCASONNE), Roger I. (I39794)
 
724 Als jüngerer Sohn erbte Mathieu von seinem Vater die Burg von Attichy, während die Stammburg Montmorency an seinen älteren Bruder Bouchard IV. ging. Nachdem sein zweiter Bruder Thibaut um das Jahr 1177 Mönch in der Abtei Notre-Dame du Val wurde, übernahm Mathieu auch dessen Burg Marly. Mit seinen Brüdern nahm er am dritten Kreuzzug im Gefolge König Philipps II. August teil. Dann kämpfte er für den König gegen Richard Löwenherz, wurde von diesem aber 1198 in der Schlacht bei Gisors gefangen genommen.[1][2]

Im November 1199 nahm Mathieu das Kreuz zum vierten Kreuzzug, nachdem dies schon der Graf von Champagne und mehrere hohe Ritter nach einer Predigt des Fulko von Neuilly auf dem Turnier von Écry getan hatten. Nach der Eroberung von Zara (1202) war er einer der Befürworter für eine Umleitung des Kreuzzuges nach Konstantinopel, wie aus einem Brief des Grafen Hugo IV. von Saint-Pol zu entnehmen ist.[3] Bei der ersten Belagerung von Konstantinopel (Juli 1203) führte Mathieu eine der Angriffsreihen der Kreuzfahrer an. Kurz nachher, erkrankte er und starb. Er wurde in einer nah gelegenen Kirche der Hospitaliter bestattet[4]. Von Villehardouin wurde er als einer der besten Ritter des Königreichs von Frankreich bezeichnet. 
DE MARLY, Mathieu I. (I41533)
 
725 Als jüngste Tochter Heinrichs III. und Agnes von Poitou wurde Judith (auch Judith-Sophie oder Judith-Maria) im Sommer 1054 wahrscheinlich in Goslar geboren.

Im Jahr 1058 wurde sie im Rahmen eines Friedensschlusses mit dem ungarischen Thronfolger und Mitkönig Salomon verlobt. 1060 mussten die beiden im Zuge der Auseinandersetzung mit Salomons Bruder um die Thronfolge aus Ungarn fliehen. Sie kehrten 1063 mit deutscher Hilfe zurück. Der genaue Hochzeitstermin der beiden ist nicht bekannt, man vermutet die Jahre zwischen 1063 und 1066. 1074 wurde Salomon gestürzt, woraufhin Judith von Mai oder Juli 1074 bis 1088 mit kurzen Unterbrechungen in Regensburg lebte.

Um 1087 starb Salomon, Judith heiratete 1088 den Herzog Wladyslaw I. Hermann von Polen. Auch diese zweite Ehe Judiths diente der Friedenssicherung und trug dazu bei, die in diesem Fall deutsch-polnischen Beziehungen friedlich zu gestalten. Anlässlich ihrer Heirat nahm sie übrigens ein kostbares, von ihrem Bruder Heinrich IV. in Auftrag gegebenes und im Kloster Sankt Emmeram hergestelltes Evangeliar mit an den polnischen Hof, das heute in der Bibliothek des Domkapitels in Krakau aufbewahrt wird.

Judith starb an einem 14. März, unklar ist aber das Jahr, man vermutet den Zeitraum zwischen 1092 und 1096. 
VON UNGARN, Königin Königin Judith (I1645)
 
726 Als jüngster Sohn hatte Miró eine klerikale Laufbahn aufgenommen, hatte aber nach dem Tod seines ältesten Bruders die Grafschaft Besalú übernommen. 971 wurde er zum Bischof von Girona geweiht. In seiner Amtszeit hatte er mehrere religiöse Einrichtungen gegründet, wie die Kirche Sant Pere in Besalú, und die Konsekration der Abteien Sant Miquel de Cuixà und Santa Maria de Ripoll vorgenommen. Im März 981 hatte er im Lateran in Rom an der Synode unter Vorsitz Kaiser Ottos II. und Papst Benedikts VII. teilgenommen und wurde hier mit der Verbreitung des Dekrets zum Verbot der Simonie beauftragt.[1] Nach seinem Tod wurde er in Santa Maria de Ripoll bestattet BONFILL, Miró (I52371)
 
727 Als Kind wurde sie Novizin in der Priorei Lillechurch in Kent, 1148 wurde sie Nonne in der Abtei von Romsey, zu deren Äbtissin sie 1155 gewählt wurde.

Im Oktober 1159 starb Marias älterer Bruder Wilhelm, von dem sie die französische Grafschaft Boulogne erbte. Dadurch zu einer attraktiven Heiratsware geworden, veranlasste König Heinrich II. von England ihre Hochzeit mit Matthäus von Elsass. Der war ein Bruder des mächtigen Grafen Philipp von Flandern, welchen der englische König durch diese Ehe enger an sich binden wollte. Von ihrem künftigen Ehemann wurde Maria entgegen ihren Willen aus ihrer Abtei entführt und geheiratet. Da die Ehe aufgrund der geistlichen Weihen, die Maria bereits empfangen hatte, nicht dem kanonischen Recht entsprach, versuchte der Lordkanzler Thomas Becket erfolglos ihre Annullierung zu erwirken.[1] Im Dezember 1169 ordnete Papst Alexander III. die Annullierung der Ehe an, worauf sich Maria wieder als Nonne in die Abtei Montreuil zurückzog, wo sie auch starb.

Die Grafschaft Boulogne wurde von Matthäus bis zu dessen Tod 1173 weitergeführt, er fiel im Kampf während einer Revolte gegen Heinrich II. von England. Die zwei Töchter aus ihrer erzwungenen Ehe wurden vom Papst legitimiert.

Ida von Elsass (* 1160/61; † 21. April 1216), 1173 Gräfin von Boulogne
⚭ 1181 mit Graf Gerhard III. von Geldern († 1181)
⚭ 1183 mit Herzog Berthold IV. von Zähringen († 1186)
⚭ 1190 mit Graf Rainald von Dammartin († 1217)
Mathilda von Elsass (* 1170; † 16. Oktober 1210)
⚭ 1179 mit Herzog Heinrich I. von Brabant († 1235) 
DE BLOIS, Marie (I17597)
 
728 Als Markgräfin herrschte sie über weite Gebiete der Toskana und der Lombardei. Als Verwandte des salischen Kaiserhauses vermittelte sie im sogenannten Investiturstreit einen Ausgleich. In diesem umfassenden Konflikt mit dem aufstrebenden Reformpapsttum um das Verhältnis zwischen geistlicher (sacerdotium) und weltlicher (regnum) Macht war es 1076 zur Absetzung und Exkommunikation des römisch-deutschen Königs Heinrich IV. durch Papst Gregor VII. gekommen. Im Januar 1077 war Heinrich nach seiner Buße vor der Burg Canossa (lateinisch Canusia) von Gregor wieder in die Sakramentsgemeinschaft aufgenommen worden. Die Verständigung zwischen König und Papst war jedoch von geringer Dauer. In den wenig später entstandenen Konflikten mit Heinrich IV. stellte Mathilde ab 1080 ihr ganzes militärisches und materielles Potential in den Dienst des Reformpapsttums. Ihr Hof wurde während der Wirren des Investiturstreits für zahlreiche Vertriebene zum Zufluchtsort und erlebte eine kulturelle Blüte. Auch nach Gregors Tod im Jahr 1085 blieb Mathilde eine wichtige Stütze der Reformkirche. Zwischen 1081 und 1098 geriet die canusinische Herrschaft durch die zermürbenden Auseinandersetzungen mit Heinrich IV. in eine große Krise. Die urkundliche und briefliche Überlieferung setzt für diese Zeit weitgehend aus. Eine Wende ergab sich durch eine Koalition der Canusinerin mit den süddeutschen Herzögen, die in Opposition zu Heinrich standen. VON CANOSSA, Mathilde (I17259)
 
729 als Mitregent seines älteren Bruders Alberto II. della Scala seit dem Jahr 1329. Beide waren sie Söhne von Alboino I. della Scala und Beatrice von Corregio.

Alberto II. und Mastino II. waren die reichsten und mächtigsten Fürsten ihrer Generation in Italien. Die beiden setzten die Politik ihres Onkels Cangrande I. della Scala fort (wobei Alberto im Hintergrund blieb und Mastino den politisch aktiven Teil überließ), eroberten Brescia 1332 und dehnten seine Macht über den Po hinaus aus. Sie erwarben Parma (1335) und Lucca (1339), und provozierten damit, dass sich 1337 eine mächtige Koalition gegen sie bildete: Florenz, Venedig, die Visconti, die Este und die Gonzaga verbündeten sich, und nach dreijährigem Krieg war das Herrschaftsgebiet der Scaliger wieder auf Verona und Vicenza beschränkt.

Das Grab des Mastino II. della Scala befindet sich auf dem Areal der Scaliger-Grabmäler in Verona.  
DELLA SCALA, Mastino II. von Verona (I1516)
 
730 Als Onkel Zeuge 1654 bei mar. Contr. Pierre Tailly und Catherine Albert,
Dr. von Pierre und Marie Mathieu Familien in Guînes, Nordfrankreich;
von Huib J. Plankeel  
ALBERT, Derique (I1131)
 
731 Als Politiker machte sich Otto von Bismarck in Preußen zunächst als Abgeordneter des Ersten Vereinigten Landtages mit überwiegend konservativen Positionen einen Namen. Er war von 1851 bis 1862 Diplomat für den Bundestag des Deutschen Bundes sowie in Russland und Frankreich. Im preußischen Verfassungskonflikt wurde er 1862 von König Wilhelm I. zum Ministerpräsidenten ernannt. Im Kampf gegen die Liberalen setzte sich Bismarck über das Parlament hinweg und konnte im Deutsch-Dänischen Krieg und im Deutschen Krieg zwischen 1864 und 1866 die Deutsche Frage im kleindeutschen Sinne unter der Vorherrschaft Preußens lösen. Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 war er die treibende Kraft bei der Gründung des Deutschen Reiches.

Als Kanzler und preußischer Ministerpräsident bestimmte er die Politik des neu geschaffenen Reiches bis zu seiner Entlassung 1890 entscheidend mit. Mit seiner Bündnispolitik setzte er außenpolitisch auf einen Ausgleich der europäischen Mächte und wandte sich lange gegen eine deutsche Kolonialpolitik.

Innenpolitisch ist seine Regierungszeit nach 1866 in zwei Phasen einteilbar. Zunächst kam es zu einem Bündnis mit den Nationalliberalen. In dieser Zeit gab es zahlreiche innenpolitische Reformen wie die Einführung der Zivilehe, wobei Bismarck Widerstand von katholischer Seite mit drastischen Maßnahmen bekämpfte (→ Kulturkampf). Seit den späten 1870er-Jahren wandte Bismarck sich zunehmend von den Liberalen ab. In diese Phase fällt der Übergang zur Schutzzollpolitik und zu staatsinterventionistischen Maßnahmen. Dazu zählte insbesondere die Schaffung des Sozialversicherungssystems. Innenpolitisch geprägt waren die 1880er-Jahre nicht zuletzt vom repressiven Sozialistengesetz. 1890 führten Meinungsverschiedenheiten mit dem seit knapp zwei Jahren amtierenden Kaiser Wilhelm II. zu Bismarcks Entlassung.

In den folgenden Jahren spielte Bismarck als Kritiker seiner Nachfolger noch immer eine gewisse politische Rolle. Insbesondere durch seine viel gelesenen Memoiren Gedanken und Erinnerungen wirkte er selbst maßgeblich und nachhaltig an seinem Bild in der deutschen Öffentlichkeit mit. Im Volksmund und in der Geschichtsschreibung wurde Bismarck auch der „Eiserne Kanzler“ genannt.

In der deutschen Geschichtsschreibung dominierte bis Mitte des 20. Jahrhunderts eine ausgesprochen positive Bewertung von Bismarcks Rolle, die teilweise Züge einer Idealisierung trug. Nach dem Zweiten Weltkrieg mehrten sich kritische Stimmen, die Bismarck für das Scheitern der Demokratie in Deutschland mitverantwortlich machten und das von ihm geprägte Kaiserreich als obrigkeitsstaatliche Fehlkonstruktion darstellten. Jüngere Darstellungen überwinden diesen scharfen Gegensatz zumeist, wobei die Leistungen und Mängel von Bismarcks Politik gleichermaßen betont werden, und zeigen ihn als eingebettet in zeitgenössische Strukturen und politische Prozesse. 
VON BISMARK, Otto Eduard Leopold (I58098)
 
732 Als Rudolf von Pfullendorfs Schwiegervater Welf VI. im Jahre 1178 seinen Besitz im Rahmen eines Erbvertrags an Friedrich I. Barbarossa verkaufte, übertrug auch Rudolf einen großen Teil seines Erbes an die Staufer.

Leben
Welf wurde 1115 als dritter Sohn Heinrichs des Schwarzen, Herzog Heinrich IX. von Bayern, geboren. Nach dem Tod des Vaters 1126 wurde sein Bruder, Heinrich der Stolze, Oberhaupt des welfischen Adelsgeschlechts. Heinrich der Stolze verheiratete Welf VI. mit Uta, der Tochter des söhnelosen Pfalzgrafen bei Rhein Gottfried von Calw. Dadurch erwarb Welf nach dem Tod seines Schwiegervaters 1131 oder 1133 Ansprüche auf dessen Besitztümer – darunter auch die Burg Weinsberg –, die er allerdings in der sogenannten Calwer Erbfehde gegen Adalbert IV. von Calw, Gottfrieds Neffen, durchsetzen musste. Innerhalb der welfischen Familie verwaltete Welf darüber hinaus die Besitzungen in Oberschwaben.

Nach der Wahl des Stauferkönigs Konrad III. 1138 kam es zum offenen Konflikt zwischen Staufern und Welfen. Konrad entzog seinem Gegner Heinrich dem Stolzen die Herzogtümer Bayern und Sachsen sowie Welf VI. die Markgrafschaft Tuszien. 1139 starb Heinrich der Stolze; sein Sohn Heinrich der Löwe war noch nicht volljährig. Welf VI. vertrat, neben der Mutter und Großmutter Heinrichs des Löwen, die welfischen Ansprüche und verteidigte sie vor allem in Bayern gegen die von Konrad neu als Herzöge eingesetzten Babenberger. 1140 schlug Welf die Babenberger bei Valley an der Mangfall, verlor aber kurz darauf in der Schlacht bei Weinsberg nahe Heilbronn die Burg Weinsberg an Konrad III.

1142 erzielte die welfische Seite einen ersten politischen Sieg: Angesichts des zähen Widerstands der Welfen und ihrer Verbündeten wurde Sachsen an Heinrich zurückerstattet. Auf dem Hoftag in Frankfurt kam es zu einer ersten Annäherung über ein Ehebündnis, bei der Welf VI. allerdings nicht berücksichtigt wurde. Sein wichtigster Aktionsraum Bayern wurde erneut den Babenbergern zugesprochen. Bei dieser Regelung blieb es allerdings nicht lange. Im März 1147 erhob Heinrich der Löwe auf einem weiteren Hoftag in Frankfurt offiziell einen Rechtsanspruch auf das Herzogtum Bayern. Im gleichen Jahr begab sich Welf unter Konrad III. auf den Zweiten Kreuzzug nach Palästina und ordnete vorher seine Verhältnisse. In diesem Zusammenhang wurde erstmals sein um 1140 geborener Sohn Welf VII. erwähnt. Ebenfalls in dieser Zeit stiftete Welf das Kloster Steingaden (oberhalb des Lechtals bei Peiting), das seine Grabstätte werden sollte. Der Kreuzzug verlief wenig ruhmreich. Nach verlustreichen Kämpfen in Kleinasien erreichten die Kreuzfahrer im Sommer 1148 Akkon, wo Konrad entschied, Damaskus zu belagern. Welf lehnte eine Teilnahme an der Belagerung ab und kehrte in die Heimat zurück.[1] Kurz nach seiner Rückkehr scheint Welf erneut militärisch gegen Konrad vorgegangen zu sein. Nach einer Niederlage bei Flochberg brach der Aufstand 1150 allerdings zusammen. Ab diesem Zeitpunkt übernahm Heinrich der Löwe endgültig die Führung der welfischen Partei und setzte sich in den Folgejahren schließlich auch in Bayern durch.

Welf VI. und Friedrich I. Barbarossa

Welf VI. mit seinem Sohn Welf VII. und dem von ihm gegründeten Kloster Steingaden (Darstellung des 16. Jahrhunderts)
1151 kam es durch Vermittlung seines und des Königs Neffen, Friedrich III. von Schwaben, den zukünftigen Kaiser Barbarossa, zu einer Einigung zwischen Konrad und Welf. Im Zuge dieser Einigung bekam Welf von Konrad III. das bedeutende Reichslehen Mertingen verliehen.

Nach dem Tode Konrads, im Februar 1152, unterstützte Welf VI. die Kandidatur seines Neffen Friedrich von Schwaben, der am 4. März 1152 in Frankfurt zum neuen König gewählt wurde, gegen den noch minderjährigen Sohn Konrads, der später Herzog Friedrich IV. von Schwaben werden sollte. In dieser Zeit war das Verhältnis Welfs zum Reichsoberhaupt ausgesprochen gut und so wurde er vom König, spätestens auf dem Würzburger Hoftag im Oktober 1152, mit dem Herzogtum Spoleto in Italien, der Markgrafschaft Tuscien (die heutige Toskana) und anderen italienischen Gütern belehnt.

Welf VI. war damit Herr des größten Teils Mittelitaliens; neben Spoleto und Tuscien besaß er unter anderem auch Sardinien. Gut zwanzig Jahre dauerte diese welfische Herrschaft. Dass Welf jedoch auch Wert auf seine Besitzungen in Schwaben legte, zeigte die Tübinger Fehde (1164–1166), in der er durch zahlreiche Beziehungen nahezu den gesamten schwäbischen Adel gegen den Pfalzgrafen Hugo von Tübingen und seinen wichtigsten Unterstützer, Herzog Friedrich IV. von Schwaben aufbrachte. Auch in diesem Konflikt der Welfen mit der konradinischen Stauferlinie musste Kaiser Barbarossa vermittelnd eingreifen. Und auch hier bevorzugte er Welf VI.

1167 starb Welfs einziger Sohn, Welf VII., der am Feldzug Kaiser Friedrichs gegen den Papst teilgenommen hatte, in Italien an der Malaria. Sein Tod traf den Vater zutiefst. Gegen die ab diesem Zeitpunkt massiv betriebene Ausdehnung des staufischen Besitzes in Oberschwaben unternahm er nichts. Er verlor beinahe jegliches politisches Interesse; seine italienischen Besitzungen verkaufte er für eine beträchtliche Summe an Kaiser Friedrich. Allerdings scheinen sie nicht sofort in den Besitz Barbarossas übergegangen zu sein, denn wenige Jahre später erhob Welf noch einmal formellen Protest, als der Kaiser seine Besitzungen im Rahmen seiner italienischen Städtepolitik neu verteilte. Den tuscischen Markgrafentitel führte Welf noch bis 1173. Mit dem Erlös aus den italienischen Verkäufen scheint er seine neuen Leidenschaften finanziert zu haben: Dichtkunst, Geschichtsschreibung und Kirchenbau förderte er als Mäzen; er feierte aufwendige, vielbesuchte Feste, auf denen auch wichtige politische Entscheidungen fielen. In dieser Zeit entstand auch die Historia Welforum, die erste mittelalterliche Chronik, die ausschließlich der Geschichte eines Adelsgeschlechtes gewidmet ist und vielleicht im Auftrag Welfs geschrieben wurde.

Erbvertrag und Tod
Nach der Übernahme von Welfs italienischen Besitzungen nahm Barbarossa 1171 Verhandlungen über das Gesamterbe auf. Welf VI. war zu diesem Zeitpunkt fast 60 Jahre alt. Zwar war sein Sohn tot, doch hatte er zwei Neffen: Heinrich den Löwen und Kaiser Friedrich Barbarossa. Der Erbfolge gemäß hätte der Löwe den Anspruch auf das Erbe gehabt. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt der Kontakt zwischen dem neuen welfischen Machtzentrum in Braunschweig und dem schwäbischen Stamm des Geschlechts weitgehend eingeschlafen. Dennoch kam es zwischen Pfingsten 1175 und Herbst 1176 zu einem Erbvertrag zwischen Welf VI. und Heinrich dem Löwen. Heinrich sollte eine erhebliche Summe an seinen Onkel leisten und dafür das Erbrecht erhalten. Heinrich blieb die Zahlung jedoch schuldig, und Friedrich bemühte sich wieder verstärkt um Welf. Kurz vor Weihnachten 1178 kaufte er Welf seine Besitzungen nördlich der Alpen ab. Die offizielle Übergabe fand im Januar 1179 auf dem Wormser Hoftag statt, auf dem auch das endgültige Absetzungsverfahren gegen Heinrich den Löwen eingeleitet wurde. Einen Großteil der Territorien empfing Welf sofort wieder als Lehen vom Kaiser. 1191 starb Welf, „versöhnt mit den Menschen und reuevoll“, wie es in der Historia Welforum (Steingadener Fortsetzung) heißt, in „seiner Stadt“ Memmingen. Er wurde in dem von ihm gestifteten Kloster Steingaden in der Klosterkirche St. Johannes Baptist beigesetzt. 
VON WELF, VI. (I35462)
 
733 Als Schwager des Königs könnte Wichmann darüber hinaus auch zu Heinrichs I. engeren Vertrauten gehört haben. Nach Heinrichs I. Tod bestimmte dessen Sohn König Otto I. nicht Wichmann, sondern dessen jüngeren Bruder Hermann Billung zum „princeps militae“ in Ostsachsen. Möglicherweise wollte er damit eine weitere Steigerung von Wichmanns Ansehen vermeiden, das einer Ausweitung des königlichen Herrschaftsanspruchs im Wege gestanden hätte. Vielleicht hatte Wichmann aber auch dem Lieblingssohn Mathildes, Heinrich, näher gestanden als Otto. Jedenfalls verließ Wichmann nach dieser Zurücksetzung – Krankheit vorschützend – gekränkt das Heer und schloss sich dem Aufstand des ebenfalls übergangen Halbbruders Ottos I. Thankmar an. Als sich die Niederlage Thankmars und seiner Verbündeten abzuzeichnen begann, söhnte er sich mit dem König aus. Die um das Jahr entstandenen Quedlinburger Annalen berichten darüber zum Jahr 939, während die um 1200 entstandenen Magdeburger Annalen das Ereignis dem Jahr 941 zuordnen. Beiden gemeinsam ist jedoch der Hinweis auf eine demütige Unterwerfung Wichmanns, die der Aussöhnung vorausging.

Die nach Wichmann selbst benannte Wichmannsburg, eine ehemalige Wasserburg bei Wichmannsburg in der Gemeinde Bienenbüttel, scheint seine bevorzugte Residenz gewesen zu sein.[5] 
N., Bia ? (I36660)
 
734 Als sich die bayerischen Herzöge 1365 mit dem Mailänder Stadtherrn Bernabò Visconti verbündeten, wurde dieses Bündnis durch eine Doppelverlobung besiegelt: Am 12. August 1365[1] verlobten sich in Mailand Bernabòs Sohn Marco und die vierjährige Elisabeth sowie Marcos ältere Schwester Taddea und Elisabeths Onkel Stephan. Die weiteren Verhandlungen zwischen Wittelsbachern und Visconti sind in neun Urkunden aus den Jahren 1366 und 1367 dokumentiert. Im Oktober 1366 klärte eine bayerische Gesandtschaft in Mailand noch offene Fragen,[2] im November schickte Bernabò zum Vertragsabschluss bevollmächtigte Gesandte nach Bayern,[3] die auch die Zustimmung der Habsburger einholten,[4] im Januar 1367 wurde Elisabeths Heiratsgut im Wert von 45.000 Gulden übergeben[5] und im Februar ihr Witwengut festgeschrieben.[6] Im April 1367 wurde schließlich in Mailand auch Taddeas Mitgift übereignet,[7] die stattliche 100.000 Gulden betrug.

Wann Elisabeth selbst nach Mailand kam und zu welchem Zeitpunkt schließlich ihre Hochzeit mit Marco Visconti stattfand, ist unklar. Möglicherweise reiste sie bereits im Sommer 1367 nach Lausanne und dann in Begleitung ihres Schwiegervaters weiter nach Mailand.[8] Gesichert ist nur, dass Elisabeth und Marco bereits einige Zeit verheiratet waren,[9] als dieser am 3. Januar 1382 in Mailand starb. Elisabeth folgte ihm zwei Wochen später und wurde wie ihr Ehemann in Mailand begraben. Taddea Visconti, die Herzog Stephan die Kinder Ludwig und Elisabeth geschenkt hatte, war schon im Jahr zuvor gestorben. Die Verbindung zwischen Wittelsbachern und Visconti blieb aber bestehen, Elisabeths Vater Friedrich hatte am 2. September 1381[10] in zweiter Ehe Marcos jüngere Schwester Maddalena geheiratet.  
VON BAYERN, Elisabeth (I1840)
 
735 Als Siegfried von Hagen von Tronje mit dem Speer getötet wird, ist Giselher noch sehr jung und an dem Mord nicht beteiligt.

Trotzdem wird auch er beim Besuch der Burgunder am Hofe König Etzels während des Kampfes in der Halle getötet. Giselher fällt durch die Hand Wolfharts, des Neffen Hildebrands, dem er zuvor selbst einen tödlichen Schwertstreich versetzt hatte.

Dem Lex Burgundionum zufolge sollen außer Gundahar auch dessen Brüder Godomar und Giselher als Könige Anfang des 5. Jahrhunderts im Burgundenreich am Rhein geherrscht haben, bevor hunnische Hilfstruppen dieses 436 zerstörten und seine verbliebenen Einwohner im heutigen Burgund an der Rhone 
VON BURGUND, Giselher (I37410)
 
736 Als Sohn des angesehenen Arztes Emanuel Přibram schon sehr früh an Medizin interessiert, hörte Alfred Přibram bereits mit 15 Jahren medizinische Vorlesungen an der Karls-Universität Prag. In Prag wurde er 1862 Mitglied des Corps Austria.[1] Im Jahr 1861 promovierte er als Allgemeinmediziner und 1862 als Chirurg. Přibram war dann als Sekundararzt am Allgemeinen Krankenhaus in Prag tätig und beschäftigte sich nebenbei mit medizinisch-chemischen und mikroskopischen Studien. Von 1867 bis 1871 war er Assistent an der II. Medizinischen Klinik bei Anton von Jaksch. Seit 1871 habilitierter Privatdozent für Pathologie, wurde er 1873 von der Universität Prag zum Extraordinarius ernannt. Von 1877 bis 1881 wirkte er als Vorstand der medizinischen Poliklinik. 1881 wurde er zum o. Professor der speziellen Pathologie und Therapie und zum Vorstand der neu errichteten III. Medizinischen Klinik, der späteren II. Medizinischen Klinik der (deutschen) Karl-Ferdinands-Universität, ernannt. 1884 wurde er Nachfolger von Joseph Halla als Vorstand der I. Deutschen Medizinischen Klinik. 1897 wurde er zum Hofrat ernannt. Später war er Vizepräsident des Landessanitätsrates.

Přibrams Publikationen galten u. a. dem Rheuma, Typhus und dem Rückfallfieber. Er galt als ein hervorragender Lehrer und Kliniker, den insbesondere die Therapie interessierte. Er bildete zahlreiche bedeutende Internisten aus, darunter Eduard Bloch.

Er war der Vater des Internisten Hugo Přibram und Bruder des Chemikers Richard Pribram.

Schriften
(mit J. Robitschek): Die Prager Cholera-Epidemie des Jahres 1866. Eine epidemiologische und klinische Studie, in: Vierteljahrschrift für die praktische Heilkunde von der medicinischen Facultät in Prag, 1868, S. 103–168
Der acute Gelenkrumatismus, Wien 1899
Die Neurasthenie und ihre Behandlung, 1889
Über die Pubertätsalbuminurie, in: Prager Med. Wochenschrift. 29,1-3, Prag 1904.
Grundzüge der Therapie, 1907
Literatur
M. Jantsch: Přibram Alfred. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 8, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1983, ISBN 3-7001-0187-2, S. 274 f. (Direktlinks auf S. 274, S. 275).
Salomon Wininger: Große jüdische National-Biographie, 1925, Bd. 5, S. 95
Brigitte Hamann: Hitlers Edeljude – Das Leben des Armenarztes Eduard Bloch. Piper, München 2008, ISBN 3-492-05164-2
Peter Zapletar: Briefe aus der Colerazeit, Prag 1904, S. 18–19 (Abdruck eines Briefes von Přibram über die Cholera in Prag)
Verzeichnis der Arbeiten Pribrams, in: Prager medizinische Wochenschrift 28 (1903), S. 250 ff.
A. Burdach: Alfred Pribram, in: Deutsche Medizinische Wochenschrift 38 (1912), S. 1198 f.
Frederick T. Haneman: PRIBRAM (PRZIBRAM), ALFRED. In: Isidore Singer (Hrsg.): Jewish Encyclopedia. Band 10, Funk and Wagnalls, New York 1901–1906, S. 191. 
PRIPRAM, Alfred (I55483)
 
737 Als Sohn von Johannes von Carnap, einem Kaufmann zu Elberfeld, Ratsverwandten und Schöffen des Stadtgerichts (* 1735 in Elberfeld; † 1793 ebenda), und Maria Christina Siebel (* 1735 in Elberfeld; † 1790 in Nymwegen, Niederlande) erhielt Abraham Peter von Carnap am 12. März 1766 in Elberfeld die Kindstaufe.

Am 10. März 1791 heiratete er Anna Katharina Quack (1769–1822) in Hees bei Nymwegen und hatte mit ihr vier Kinder, von denen zwei im Kindesalter starben. Seine Söhne waren Johann Adolf von Carnap (1793–1871), der von 1837 bis 1850 Oberbürgermeister Elberfelds war, und der Kaufmann Johann Eduard von Carnap. Sein Urgroßvater war Peter von Carnap, der 1722 Bürgermeister in Elberfeld war, und sein Großvater war Johannes von Carnap. Dieser war 1737 Bürgermeister in Elberfeld gewesen.

Abraham Peter von Carnap selbst war 1800 und 1807 Ratsverwandter und wurde 1802 zum Bürgermeister in Elberfeld gewählt. Turnusgemäß wurde er 1803 Stadtrichter in Elberfeld. Er war Kreisdeputierter und Direktorialrat bei der Vaterländischen Feuerversicherung.

Nach der Einrichtung des Provinziallandtags der Rheinprovinz 1826 wurde er als stellvertretender Abgeordneter für den Stand der Städte und die Stadt Elberfeld gewählt. 1837 wurde er als Abgeordneter einberufen und nahm an der Landtagsverhandlungen teil. 
VON CARNAP, Abraham Peter (I56681)
 
738 Als Sohn von Peter von Carnap (* 1716 in Elberfeld; † 1758 in Elberfeld) und Johanna Maria Meyer (* 1724 in Elberfeld; † 1788 in Elberfeld) erhielt Peter Wilhelm am 1. April 1752 in Elberfeld die Kindstaufe.[3]

Am 12. Juli 1780 heiratete er Helena Christina von Carnap (1762–1807) in Elberfeld und hatte mit ihr 14 Kinder.[4]

1787 war Peter Wilhelm von Carnap als Bürgermeister der Stadt Elberfeld tätig, ein zweites Mal 1804. Stadtrichter von Elberfeld war er in den Jahren 1788 und 1805.[2] Weiter war er Mitbegründer der Elberfelder Johannisloge.[5]

Sein Bruder Kaspar von Carnap (1755–1823) war 1794 Bürgermeister von Elberfeld. 
VON CARNAP, Peter Wilhelm (I53957)
 
739 Als solcher war er Neffe Markgraf Ottos I. von Brandenburg, Graf Dietrichs von Werben und Graf Bernhards von Anhalt, ab 1180 Herzog von Sachsen, sowie des Brandenburger Bischofs Siegfried, ab 1180 Erzbischof von Bremen.

Er war verheiratet mit Sophia von Dänemark (* 1159; † um 1208), einer Tochter des dänischen Königs Waldemar I. – aus der Ehe sind hervorgegangen: 
(WEIMAR-ORLAMÜNDE), Siegfried III. (I40864)
 
740 Als theodosianische Dynastie wird die von Kaiser Theodosius I. begründete Dynastie von römischen Kaisern bezeichnet. Es handelt sich dabei um die langlebigste Dynastie des spätrömischen Reiches. Durch Theodosius’ Ehe mit Galla, einer Tochter Valentinians I., war die Familie mit der Valentinianischen Dynastie verwandt, die sie beerbte: Der letzte Kaiser der Dynastie, Valentinian III., war daher nicht nur der Enkel von Theodosius I., sondern auch der Urenkel von Valentinian I. (364 bis 375). Man kann daher auch davon sprechen, dass die valentinianisch-theodosianische Dynastie das Imperium Romanum von 364 bis 455/457 beherrschte.

Die theodosianische Dynastie regierte von 379, dem Regierungsantritt des Theodosius I., an zunächst den Osten des Römischen Reiches. 394 wurde Theodosius I. faktisch Alleinherrscher (mit seinen beiden jungen Söhnen als Mitkaisern). Nach der Reichsteilung von 395 herrschte sie bis 450 (Tod des Theodosius II.) im Osten bzw. 455 (Tod Valentinians III.) im Westen des Reiches. Man kann auch noch Markian (450 bis 457) im Osten und Petronius Maximus (455) hinzuzählen; beide Kaiser hatten in die Dynastie eingeheiratet.

Auch nach 455 blieb die Familie lange Zeit bedeutend. Placidia, eine Tochter Valentinians III., war später mit dem weströmischen Kaiser Olybrius verheiratet. Sein Vorgänger, Kaiser Anthemius, war durch seine Ehe mit Euphemia ein Schwiegersohn Markians; Anthemius’ Sohn Flavius Marcianus versuchte zudem ab 479 wiederholt, nach der Macht im Oströmischen Reich zu greifen, scheiterte aber. Auch Anicia Iuliana, die Tochter der Placidia, spielte bis zu ihrem Tod um das Jahr 530 eine wichtige Rolle. Das Herrscherhaus der Vandalen war ebenfalls mit der Familie verwandt, da König Hunerich Eudocia, die Tochter Valentinians III., geheiratet hatte; aus dieser Verbindung ging König Hilderich hervor, der das vandalische Reich in Nordafrika von 523 bis 530 regierte und ein Ururenkel von Theodosius I. war. Noch als die Truppen des Kaisers Justinian 533 das Vandalenreich eroberten, wurden die Nachfahren des Theodosius mit ausgesuchter Ehrerbietung behandelt.

Römische Kaiser aus der Theodosianischen Dynastie

Theodosianische Dynastie
Theodosius I., der Große (379–395)
Kaiser der theodosianischen Dynastie im Westen:

Honorius (395–423)
Valentinian III. (425–455)
Petronius Maximus (455)
Kaiser der theodosianischen Dynastie im Osten:

Arcadius (395–408)
Theodosius II. (408–450)
Markian (450–457)

Leben
Die frühen Jahre
Flavius Theodosius wurde am 11. Januar 347 in Cauca, dem heutigen Coca, geboren, einer Kleinstadt in der nordwestlichen hispanischen Provinz Gallaecia. Sein Vater, der ebenfalls Flavius Theodosius hieß und unter Kaiser Valentinian I. ein erfolgreicher Heermeister war, besaß hier größere Besitzungen. Seine Großeltern väterlicherseits, Honorius und Thermantia, waren wohl schon nicaenische Christen, genauso wie sein Vater und er selbst. Theodosius hatte einen Bruder, Honorius, dessen Tochter Serena er später adoptierte. Diese erreichte durch die Heirat mit dem Heermeister Stilicho noch großen Einfluss.

Der junge Theodosius verbrachte die Kindheit in seiner hispanischen Heimat. Über seinen Bildungsweg ist kaum etwas bekannt, außer dass er Interesse an geschichtlichen Studien zeigte und auch sonst sehr aufgeschlossen gewesen sein soll. Aufgrund seiner gehobenen Herkunft dürfte er eine standesgemäße Erziehung erhalten haben. Ab 368 ist er im Gefolge seines Vaters bezeugt. Dort schlug er eine militärische Laufbahn ein und nahm mit ihm zusammen an den Feldzügen in Britannien 368/369, an dem Feldzug gegen die Alamannen 370 am Rhein (sein Vater hatte zu diesem Zeitpunkt bereits den Rang eines magister equitum praesentalis inne, war also Kommandeur der Reiterei der Hofarmee) und gegen die Sarmaten 372/373 im Donauraum teil.

Vermutlich durch den Einfluss des Vaters wurde Theodosius zum dux Moesiae superioris (später dux Moesiae primae) befördert, womit ihm eine eigene Militärprovinz auf dem Balkan unterstand. Diese Art der Protegierung war damals keineswegs unüblich, und der jüngere Theodosius schien den Aufgaben gewachsen. Im Jahr 373 wurde der Vater schließlich zur Unterwerfung des Usurpators Firmus nach Africa abberufen, während sein Sohn 374 die Sarmaten, welche die Donau überschritten hatten, in Pannonien (etwa dem heutigen Ungarn) schlug. Somit hatte er sich als Befehlshaber bewiesen und war als Militär durchaus angesehen.

Ende 375 starb Valentinian I., und 376 beendete Theodosius plötzlich seine militärische Karriere und zog sich auf seine heimatlichen Besitzungen nach Hispanien zurück. Die Gründe dafür sind äußerst vielschichtig und auch widersprüchlich. Jedenfalls steht der Rückzug offensichtlich in enger Verbindung mit dem Tod seines Vaters, der im Zusammenhang mit dem Aufstand des Firmus und der darauf folgenden Untersuchung gegen den angesehenen afrikanischen Statthalter Romanus (wohl zu Unrecht) des Hochverrats angeklagt und zum Tode verurteilt worden war. Wahrscheinlich wurde er das Opfer eines Machtkampfes um die Kontrolle des jungen Kaisers Gratian. Der jüngere Theodosius heiratete noch im gleichen Jahr Aelia Flaccilla, eine Frau aus dem hispanischen Provinzadel, die 377 seinen ältesten Sohn Arcadius zur Welt brachte. Ansonsten widmete er sich der Verwaltung seiner Güter. Nach Lage der Dinge konnte Theodosius wohl kaum mehr damit rechnen, je wieder im Militärdienst aktiv zu werden. Doch die Sachlage veränderte sich dramatisch, als am 9. August 378 die Schlacht von Adrianopel stattfand.

Theodosius’ erste Regierungsjahre im Osten
In dieser Schlacht, beim heutigen Edirne, fiel der Augustus des Ostens, Valens, im Kampf gegen die Goten. Diese waren unter ihrem Anführer Fritigern vor den Hunnen ausgewichen und 376 über die Donau gekommen, nachdem Valens, der ihre Kampfkraft nutzen wollte, ihnen Aufnahme im östlichen Reichsteil gewährt hatte, wo sie jedoch bald darauf wegen schlechter Behandlung durch die lokalen römischen Funktionäre rebellierten. Mit ihnen kämpfte bei Adrianopel auch die so genannte Dreivölker-Konföderation. Sie bestand aus alanischen Kriegern, die vor den Hunnen aus ihrer alten Heimat nördlich des Kaukasus geflohen waren, ferner aus rebellischen Hunnen und aus gotischen Greutungen, die sich ebenfalls dem Zugriff der Hunnen entzogen hatten und eigentlich den Römern dienen wollten. Zwei Drittel des kaiserlichen Bewegungsheeres, also der schlagkräftigen Einsatztruppen im Osten, gingen mit Valens unter.

Den Goten stand nun der Balkanraum zur Plünderung offen, auch wenn es Valens’ Witwe Albia Domnica offenbar gelang, mit Hilfe einer eilends in Adrianopel ausgehobenen Bürgermiliz ein Vorrücken des Feindes gegen Konstantinopel zu verhindern. Nach dieser Katastrophe rief der Westkaiser Gratian, der sich außerstande sah, selbst in den Osten zu eilen, Theodosius aus Hispanien zurück. Die Gründe für diese Entscheidung sind in der Forschung umstritten. Am wahrscheinlichsten dürfte aber sein, dass Gratian schlicht einen fähigen General benötigte; sein Mitkaiser Valentinian II. war noch ein Kind. In Sirmium ernannte Gratian Theodosius zunächst zum Heermeister über Illyrien. Theodosius konnte rasch einige Erfolge verbuchen, so in Pannonien, wo er die Sarmaten schlug, die erneut die Donau überquert hatten. Nach Ansicht einiger Forscher ließ er sich bereits jetzt selbst eigenmächtig zum Kaiser ausrufen und war demnach formal ein Usurpator; die genauen Vorgänge jener Wochen sind aber kaum zu rekonstruieren.[1] Es ist aber damit zu rechnen, dass Gratian dem erfolgreichen General angesichts der schwierigen Lage den Purpur nicht verweigern konnte, wollte er einen Bürgerkrieg vermeiden. Am 19. Januar 379 erhob Gratian Theodosius daher zum Augustus, blieb aber selbst als senior Augustus formal höherrangig. Auch Valentinian II. blieb dem neuen Kaiser de iure übergeordnet, da er, obwohl noch ein Kind, ebenfalls dienstälter war. Theodosius wurde von Gratian die Praefectura Orientis zugewiesen, einschließlich der Diözesen Dakien und Makedonien. Damit unterstand Theodosius in etwa der Raum, den bereits Valens regiert hatte und der nach der Reichsteilung 395 dem Ostreich zugeschlagen werden sollte.[2] Die Männer, die für den Tod seines Vaters verantwortlich gewesen waren, waren zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr am Leben.

Mit großer Energie kümmerte sich Theodosius in der Folgezeit um die Sicherung seines Herrschaftsbereiches. Als Residenzort hatte er zunächst aus strategischen Gründen Thessaloniki gewählt, von wo aus er nun die Armee (oder besser gesagt: deren Reste) reorganisierte. Im Zuge dieser Reorganisation nahm die Barbarisierung der Truppenteile zu, obwohl sich auch eine ganze Anzahl von römischen Generälen im Stab des Theodosius fand. Theodosius ging zunächst erfolgreich ab 380 gegen die Goten unter Fritigern auf dem Balkan vor, erlitt jedoch schließlich eine Niederlage. Sie zwang ihn, bei Gratian um Hilfe zu bitten, der ihm daraufhin zwei seiner erfahrensten Generäle überließ, Bauto und Arbogast. Gratian erhielt 380 auch die Diözesen Dakien und Makedonien zurückerstattet. Ende desselben Jahres erkrankte Theodosius so schwer, dass er sich daraufhin taufen ließ – es war in der damaligen Zeit nicht üblich, schon als Kind getauft zu werden. Dadurch war Theodosius nun jedoch eventuellen kirchlichen Sanktionen ausgesetzt, die in der Folgezeit auch auf ihn zukamen, so etwa im Konflikt mit dem einflussreichen Bischof von Mediolanum (heute Mailand), Ambrosius (siehe dazu die Religionspolitik des Theodosius).

Am 3. Oktober 382 schloss der Heermeister Flavius Saturninus im Auftrag des Kaisers mit den Goten offenbar einen Vertrag ab, in dessen Zusammenhang sie zu so genannten Foederati erhoben wurden. Sie durften nun südlich der unteren Donau siedeln, mussten aber Rom Waffenhilfe leisten. Dieser Gotenvertrag markierte nach Ansicht der meisten Historiker einen Wendepunkt in der römischen Geschichte. Einige andere Gelehrte verweisen allerdings auf die sehr schlechte Quellenlage (Näheres berichtet erst Jordanes, fast 200 Jahre nach den Ereignissen), stellen die angebliche Besonderheit der Abmachungen in Frage und bezweifeln teils sogar, dass überhaupt ein Vertrag geschlossen wurde (zum Beispiel Guy Halsall).[3]

Nach traditioneller Ansicht war die besondere Bedeutung des Gotenvertrages die folgende: Bisher waren besiegte Germanen zwar als dediticii (Unterworfene) aufgenommen worden, hatten aber keine Rechte (außer der persönlichen Freiheit). Das foedus von 382 sorgte jedoch dafür, dass die angesiedelten Goten zu Reichsbewohnern wurden, zugleich aber formal nicht zu Römern; sie durften auch keine Ehen mit römischen Bürgern eingehen. Das von ihnen besiedelte Land blieb auch weiterhin römisches Staatsgebiet, doch galten die Goten wohl als autonom. Die Goten mussten dafür den Kaisern als Krieger dienen, allerdings unter eigenen Führern, und wurden vom römischen Staat versorgt; das Oberkommando kam aber römischen Offizieren zu. Trotz großer Zugeständnisse an die Goten stärkte dieser Vertrag die Wehrkraft Roms (worauf es Theodosius in erster Linie ankam), wenn sich auch in den nachfolgenden Jahren zahlreiche Nachteile dieses Vertrags bemerkbar machen sollten. Als ein erster Schritt für den Niedergang und die Auflösung Roms kann dieser Vertrag jedoch nach Ansicht der neueren Forschung sicher nicht gedeutet werden.[4] Zudem erkannte damit Theodosius nur die faktischen Verhältnisse an: Die gotischen Krieger waren kaum wieder aus dem Reich zu drängen. So gesehen war dies eine flexible Maßnahme des Kaisers, der damit wenigstens zeitweise für Ruhe sorgte und nun über zusätzliche Truppen verfügen konnte.[5]

Eingreifen im Westen und Konsolidierung des Reiches
Im Jahr 383 wurde Magnus Maximus, ein römischer General hispanischer Herkunft, von seinen Truppen in Britannien zum Augustus erhoben. Der Grund war unter anderem die Unzufriedenheit im Militär über das Verhalten Gratians, der sich lieber mit Alanen als mit römischen Offizieren umgab. Gratian zog dem Usurpator entgegen. In der Nähe des heutigen Paris lief der Großteil seines Heeres aber zu Maximus über, und kurz darauf wurde Gratian in Lyon ermordet. Theodosius, der ohnehin ein angespanntes Verhältnis zu Gratian gepflegt hatte und im Osten gebunden war (er befand sich mitten in den Vorbereitungen für einen dann abgeblasenen Feldzug gegen die Perser), ließ Maximus vorerst gewähren. Es kam daher zu einer Teilung der Herrschaft im Westen, wobei Gratians junger Halbbruder Valentinian II., der nun nominell der senior Augustus war, nur Italien und Africa erhielt; der Rest des Westens wurde Maximus übertragen, der in Trier residierte.

In den folgenden Jahren widmete sich Theodosius der Verwaltung des Ostens. Er ging gegen die fast allgegenwärtige Korruption im Beamtenapparat vor. Allerdings gelangen ihm keine wesentliche Besserung der wirtschaftlichen Lage und auch keine durchschlagenden Reformen im Bereich des Steuerwesens, auch wenn man ihm hier keine Versäumnisse vorwerfen kann. Theodosius hatte es zwar nicht geschafft, den zivilen Verwaltungsapparat lückenlos zu durchdringen, wohl aber erreichte er in Teilen eine Verbesserung der Verwaltungspraxis. Theodosius bevorzugte den Adel, ob christliche oder heidnische Aristokraten war dabei nebensächlich, da er offenbar der Meinung war, dass aus dieser Schicht leichter Männer zu gewinnen waren, die sich für das Wohl des Staates einsetzten. Allerdings übersah der Kaiser dabei wohl, dass Adlige oft eher den eigenen Standesinteressen Rechnung trugen, die sich nicht mit dem Allgemeinwohl deckten.

Der heidnische Historiker Zosimos, der um 500 eine Neue Geschichte schrieb, schildert den Christen Theodosius topisch in sehr düsteren Farben. Dabei folgte er zum einen seiner Quelle Eunapios von Sardes, zum anderen missbilligte Zosimos die Religionspolitik des Kaisers.[6] Zosimos warf Theodosius Vetternwirtschaft vor, was in der antiken Gesellschaft jedoch eher die Regel als die Ausnahme war; vor allem habe Theodosius die Zahl der Militärposten erhöht.[7] Negativ ist dieser letzte Schritt aber kaum zu bewerten, denn Theodosius mag damit nur gewisse Wünsche befriedigt und zugleich den Einfluss des Militärs eingedämmt haben. Jedenfalls musste Theodosius sich während seiner gesamten Regierungszeit im Ostreich nie mit rebellischen Militärs auseinandersetzen. Zudem konnte die moderne Forschung nachweisen, dass Zosimos teilweise falsche Angaben machte, denn im Osten hatte es bereits vor Theodosius drei Heermeister gegeben, Theodosius erhöhte diese Anzahl auf fünf, wobei er aber freilich mit dem Illyricum auch zusätzliches Territorium zu verteidigen hatte.[8]

Konstantinopel erlebte in der Regierungszeit des Theodosius einen lebhaften Aufschwung und wurde endgültig zum Zentrum des Ostreiches; zuvor hatten Kaiser wie Julian oder Valens noch in anderen Städten Residenz bezogen. Der Festungsring musste erweitert werden, die Paläste und vor allem das Theodosius-Forum (zuvor Forum Tauri) wurden ausgebaut. Die Bevölkerung der Hauptstadt stieg schließlich auf ca. 250.000 Menschen an. Auch im kulturellen Bereich erlebte der Osten eine neue Blüte in Literatur und Kunst. Die „Hochschule“ der Stadt erreichte Weltrang, zumal zahlreiche Gelehrte in Konstantinopel und am Hof wirkten wie etwa der Heide Themistios. Inwiefern eine zielgerichtete Förderung seitens Theodosius’ erfolgte, ist heute nicht mehr klar zu beantworten. Wenigstens aber behinderte er nicht die Tätigkeit der zahlreichen Heiden, die zu dieser kulturellen Spätblüte beitrugen.[9]

Theodosius führte keine größeren Kriege gegen äußere Feinde, was auch darin zum Ausdruck kommt, dass er, für diese Zeit unüblich, nie Beinamen wie Gothicus, Persicus oder ähnliches annahm. Seine Priorität lag vielmehr auf der Konsolidierung seiner Herrschaft im Inneren. Die nach dem Gotenvertrag von 382 einsetzende Friedensperiode kam dem Ostreich wenigstens vorläufig zugute. Wahrscheinlich 387 wurde nach jahrelangen Verhandlungen außerdem ein Vertrag mit dem Sassanidenreich geschlossen.[10] Demnach sollte das stets umstrittene Armenien geteilt werden: etwa ein Fünftel des Landes erhielt Rom, während der Rest von Persien annektiert wurde (sogenanntes Persarmenien). Damit gab Theodosius zwar den jahrhundertealten römischen Anspruch auf ganz Armenien auf. Der Gebietsgewinn war für Rom aber vor allem aus Gründen der Grenzsicherung dennoch von Bedeutung. Damit sorgte Theodosius zugleich für Ruhe an der sonst immer bedrohten Ostgrenze und hatte so einigen Spielraum gewonnen. Im selben Jahr heiratete der Kaiser Galla, die Schwester Valentinians II.


Das Theodosius-Missorium stellt wahrscheinlich Theodosius I. (Mitte) mit seinen Mitkaisern Valentinian II. und Arcadius dar
Im Sommer des Jahres 388 zog Theodosius schließlich doch gegen Magnus Maximus in den Krieg. Dieser war in einen Konflikt mit Valentinians Beratern geraten und in Italien eingefallen, so dass Valentinian II. zu Theodosius fliehen musste. Dieser nutzte den Vorwand, der sich ihm bot. Er heiratete Valentinians Schwester und gewann dadurch Anschluss an die bisherige Herrscherfamilie – und somit dynastische Legitimation. Anschließend zog er mit einem starken Heer in den Westen. Aus dem Konflikt ging Theodosius am Ende siegreich hervor; Maximus wurde in zwei Schlachten geschlagen und wenig später hingerichtet, was auch zeigte, in welchem Maße die Militärpolitik des Theodosius erfolgreich war, trotz der Kritik mancher Historiker hinsichtlich der Verwendung von foederati. Mit dem Sieg über Maximus hatte Theodosius de facto die gesamte Leitung des Reiches in seinen Händen. Dennoch setzte er den jungen Valentinian II. wieder im Westen ein. Ihm zur Seite stellte Theodosius den fähigen, aber auch ehrgeizigen fränkischen General Arbogast, der Jahre zuvor von Gratian zur Unterstützung des Theodosius in den Osten geschickt worden war. Wahrscheinlich sollte Arbogast Valentinian in Theodosius’ Auftrag kontrollieren. Am 13. Juni 389 hielt schließlich Theodosius einen triumphalen Einzug in Rom, wo er bemüht war, sich mit den stadtrömisch-senatorischen Kreisen, die immer noch zu großen Teilen heidnisch gesinnt waren, zu verständigen.[11] Zu diesem Zweck ernannte er 390 auch den bekennenden Heiden und hochrangigen Senator Virius Nicomachus Flavianus zum praefectus praetorio und damit zu einem der höchsten Zivilbeamten des Imperiums. Kurz darauf begab er sich nach Mediolanum (heute Mailand), wo es alsbald zum Konflikt mit Ambrosius kam (siehe unten).[12]

Theodosius war zunächst relativ tolerant gegenüber den Heiden (gegen die er erst in seinen letzten Regierungsjahren vorging) und den Goten. Aber nachdem 390/91 der Gotenführer Alarich, der politische Gegenspieler seiner letzten Lebensjahre, sich gegen ihn erhoben hatte, verschärfte er seine Politik gegenüber den gotischen foederati. Dabei muss angemerkt werden, dass die Gotenpolitik des Kaisers immer an den Erfordernissen der Realpolitik ausgerichtet war. Theodosius mochte die Goten teils unterstützt haben. Jordanes nannte ihn im 6. Jahrhundert sogar einen „Freund des Friedens und des gotischen Volkes“.[13] Dies hinderte ihn jedoch nicht daran, die Goten auch für seine Zwecke verbluten zu lassen, wie die hohen Verluste gotischer Truppen auf seinen Feldzügen zeigen. Dieses Vorgehen, die besten verfügbaren Truppen intensiv zum Einsatz zu bringen, war freilich nicht ungewöhnlich.

Ende 391 verließ Theodosius Mailand und begab sich wieder nach Konstantinopel. Doch nur wenige Monate später kam es im Westen zu einer Entwicklung, die das erneute Eingreifen des Kaisers dort notwendig machte.

Letzte Regierungsjahre und Tod

Theodosius mit seinen Söhnen und seinem Hofstaat in der Loge des Hippodroms von Konstantinopel, Sockel des Theodosiusobelisken.
Am 15. Mai 392 wurde Valentinian II. erhängt in seinem Palast in Vienne aufgefunden. Es ist unklar, ob er von Arbogast ermordet wurde oder aufgrund seiner faktischen Machtlosigkeit durch Suizid starb (was nach Ansicht der meisten Forscher wahrscheinlicher ist). Arbogast bat Theodosius monatelang vergeblich um die Entsendung eines neuen Kaisers, und so wurde schließlich der Hofbeamte und Rhetor Eugenius, der ein gemäßigter Christ war, von Arbogasts Truppen zum Kaiser ausgerufen (21./22. August 392). Bald darauf verständigte sich Eugenius mit den heidnischen Senatoren Italiens, da sich die christlichen Bischöfe unter Führung des Ambrosius von Mailand einer Kooperation mit dem Usurpator entzogen. Auch Theodosius lehnte eine Einigung mit Eugenius nach anfänglichem Zögern strikt ab. Eugenius hingegen bemühte sich seit Regierungsbeginn um seine Anerkennung durch Theodosius, wobei er explizit einen nachgeordneten Rang einnehmen wollte; so wurden von ihm bis 393 weiter Münzen mit dem Bild des Theodosius geprägt.

Bei Theodosius’ Weigerung, zu einem modus vivendi zu gelangen, wird neben machtpolitischen Überlegungen vielleicht auch der Umstand eine Nebenrolle gespielt haben, dass die heidnischen Kreise in Rom, zu denen unter anderem die Familien der Symmachi und der Nicomachi (siehe den oben erwähnten Virius Nicomachus Flavianus) gehörten, recht unverblümt auf eine, inzwischen freilich anachronistische, Zurückdrängung der Christen hinarbeiteten. Vor allem Flavianus setzte sich mit Eifer für Eugenius und eine heidnische Restauration ein, während sich sein Freund und Verwandter Quintus Aurelius Symmachus, der sich Jahre zuvor für Magnus Maximus eingesetzt hatte, auffallend zurückhielt. Allerdings sind Äußerungen christlicher Autoren, dass etwa die Heiden planten, Kirchen in Ställe zu verwandeln, mit großer Vorsicht zu genießen. Es dürfte sich dabei wenigstens teilweise um einen Reflex auf die begrenzte Erneuerung der heidnischen Kulte handeln, zumal sich der Christ Eugenius gegenüber der Kirche keineswegs feindlich verhielt, freilich von Ambrosius aber eben auch keine Unterstützung erhielt.[14] Es ist anzunehmen, dass die christliche, pro-theodosianische Überlieferung den Bürgerkrieg absichtlich zu einem Konflikt zwischen dem „rechtgläubigen“ Kaiser und einem vermeintlich christenfeindlichen Herausforderer stilisierte. In Wahrheit standen auf beiden Seiten Christen und Heiden, und Eugenius hat vielleicht nicht mehr als eine sehr begrenzte Toleranz gegenüber den Altgläubigen angestrebt.

Theodosius erhob nun neben Arcadius, seit 383 Augustus, seinen jüngeren Sohn Flavius Honorius am 23. Januar 393 ebenfalls zum Mitkaiser, und zwar für den Westen. Damit war eine friedliche Einigung mit Eugenius und Arbogast unmöglich geworden. Bald darauf marschierte Theodosius, der den Feldzug sorgfältig vorbereitet hatte, mit einem starken Heer von angeblich etwa 100.000 Mann, zu dem auch gotische Hilfstruppen gehörten, in den Westen ein. An seiner Seite war auch Stilicho, der immer mehr zu einem wichtigen Vertrauten des Kaisers geworden war. Am 5./6. September 394 besiegte man Eugenius und Arbogast in der höchst blutigen Schlacht am Fluvius frigidus im Vipava-Tal im heutigen Grenzgebiet zwischen Italien und Slowenien. Theodosius verbrachte den Vorabend der Schlacht angeblich wachend und betend in der Festung Ad Pirum auf dem Hochplateau des Birnbaumer Waldes. Es war eine der größten Schlachten der römischen Geschichte und galt den Christen im Nachhinein als ein Gottesurteil: Das Christentum habe demnach über die alten Götter triumphiert. In Wahrheit hatten allerdings auf beiden Seiten Christen wie Heiden gekämpft. Eugenius wurde gefangen genommen und hingerichtet, Arbogast starb kurz darauf durch Suizid. Die besten Einheiten des weströmischen Heeres fanden in der Schlacht den Tod – ein Verlust, der nie wieder wettgemacht werden konnte. Die altgläubigen Unterstützer des Eugenius kamen zumeist ungeschoren davon, und noch unter Honorius bekleideten Heiden hohe Ämter.

Theodosius war mit der Niederwerfung des Eugenius uneingeschränkter Herrscher über beide Reichsteile und verwirklichte, wenn auch nur für sehr kurze Zeit, ein letztes Mal faktisch die Reichseinheit. Dabei ist allerdings zu beachten, dass er auch zu diesem Zeitpunkt lediglich senior Augustus war und nicht der einzige Kaiser im Reich, da Arcadius als iunior Augustus am östlichen Hof residierte.

Der Kaiser war bestrebt, die Kluft, die durch den Bürgerkrieg entstanden war, zu überbrücken. So ließ er kurz nach der Schlacht verlautbaren, dass alle Soldaten des Eugenius, die bereit waren, ihm zu dienen, nicht nur begnadigt würden (dies war üblich), sondern auch einen Anteil an der Siegesbeute erhalten sollten. Auch mit stadtrömischen Kreisen verständigte sich der Kaiser; so ernannte er mit Flavius Anicius Hermogenianus Olybrius und Flavius Anicius Probinus Konsuln, die, obwohl Christen, der Senatsaristokratie entstammten. Damit wurde auch die Gruppe, die vorher die heidnische Restaurationspolitik mit am heftigsten unterstützt hatte, vom Kaiser eingebunden. Theodosius plante überdies offensichtlich, seine Hauptresidenz wieder nach Italien zu verlegen, und ließ daher seinen jüngeren Sohn zu sich an den westlichen Hof in Mailand kommen, während Arcadius im Osten blieb.


Das römische Reich zum Zeitpunkt des Todes Theodosius’ I. 395 n. Chr.
Kaiser Theodosius I. starb überraschend am 17. Januar 395, wahrscheinlich an Wassersucht. Damit rückte Arcadius zum senior Augustus auf, während sich der westliche Hof mit dem iunior Augustus Honorius begnügen musste. Ambrosius, mit dem sich der Kaiser so manchen Streit geliefert hatte, hielt eine bewegende Totenrede, in der er die Person des Theodosius zum Vorbild eines christlichen Kaisers stilisierte:

Ich habe den Mann geliebt, der in seinen letzten Augenblicken mit dem letzten Atemzug nach mir verlangt hat. Ich habe den Mann geliebt, der, schon dem Ende nahe, mehr um die Lage der Kirche als um die eigene Gesundheit besorgt war. Ich habe ihn geliebt, ich gestehe es, und darum drang der Schmerz in meine tiefste Seele, und ich glaubte ihn durch den ehrenden Nachruf einer längeren Rede lindern zu sollen. Ich habe ihn geliebt und habe zum Herrn die feste Zuversicht, dass er die Stimme meines Gebetes aufnehme, das ich seiner frommen Seele nachsende. (Ambrosius, De obitu Theodosii, 35)
Ambrosius ermahnte Theodosius’ junge Söhne, die Kirche so zu achten, wie es ihr Vater getan habe. Nach einer Trauerzeit wurde der Leichnam auf Druck des Arcadius nach Konstantinopel überführt und dort in der Apostelkirche beigesetzt. Theodosius hinterließ seinen beiden Söhnen Arcadius und Honorius das Reich: Honorius (dem Stilicho zur Seite gestellt wurde; ob dies auf Theodosius zurückgeht, ist umstritten) wurde im Westen, Arcadius im Osten Kaiser. Allerdings ließ niemand am Fortbestand des einen Imperiums Zweifel aufkommen, mochte es auch unter seinen Söhnen in zwei Herrschaftsbereiche aufgeteilt werden (wie schon beispielsweise unter Valentinian I. und Valens), wobei formal die Reichseinheit gewahrt blieb (siehe auch Reichsteilung von 395). Bald jedoch entwickelten sich die beiden Reichsteile langsam, aber doch endgültig auseinander, und nur knapp 80 Jahre später ging das weströmische Kaisertum unter. Keinem Kaiser nach Theodosius gelang es mehr, die Einheit des Reiches faktisch wiederherzustellen, wenngleich Justinian I. dies noch im 6. Jahrhundert (erkauft unter großen Opfern) mit einigem Erfolg versuchte.

Religionspolitik
Christlicher Kaiser
In den Quellen wird immer wieder die christliche Frömmigkeit des Kaisers betont. Diese kam etwa darin zum Ausdruck, dass er als Kaiser endgültig den Titel Pontifex maximus ablehnte, da dieser der höchste Titel der heidnisch-altrömischen Religion gewesen war; in der Forschung ist nicht ganz unumstritten, ob dieser Schritt wirklich von Theodosius selbst ausging. Weiterhin zeigte er als Erster seine Ernennung zum Kaiser nicht nur beim Senat in Rom, sondern auch bei dem in Konstantinopel an.

Was Theodosius von seinen Vorgängern unterschied, war weniger sein christlicher Glaube als vielmehr seine dezidierte Hervorhebung der Katholizität: Die meisten christlichen Kaiser vor ihm hatten mit dem Arianismus sympathisiert. Theodosius erklärte hingegen 380 in dem berühmten Edikt Cunctos populos (das an die Bevölkerung Konstantinopels gerichtet war, aber auch die Gesamtbevölkerung des Reiches ansprach) das nicänische Christentum als maßgeblich: Als wahrer, katholischer Christ könne nur gelten, wer die Religion bekenne, die der Apostel Petrus den Römern überliefert habe und zu der sich der damalige Papst Damasus I. sowie der damalige Bischof von Alexandria, Petros, bekennen würden; daher gelte, „dass wir also an die eine Gottheit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes bei gleicher Majestät und heiliger Dreifaltigkeit glauben“.[15] Alle anderen wurden als Häretiker eingestuft.

Zusätzlich berief Theodosius, um den seit 325 andauernden Streit und die drohende Glaubensspaltung zwischen Trinitariern und Arianern zu beenden, 381 das 1. Konzil von Konstantinopel (das 2. ökumenische Konzil) ein. Auf diesem Konzil verwarfen 150 Bischöfe nochmals den Arianismus und formulierten die endgültige, bis heute bestehende Fassung des Nicäischen Glaubensbekenntnisses.

Theodosius, der zu Beginn seiner Herrschaft nicht gezögert hatte, seinem verstorbenen Vater den traditionellen Titel divus („der Göttliche“) zu verleihen,[16] ergriff erst in seinen letzten Regierungsjahren – offenkundig im Zusammenhang mit der Usurpation des Eugenius – energisch Maßnahmen gegen das Heidentum, das er bis dahin toleriert hatte; so waren weiterhin heidnische Beamte und Militärs beschäftigt worden (und wurden es auch weiterhin). 391/92 verbot er jedoch schließlich die heidnischen Kulte und ihre Ausübung. Dies war vermutlich eine begrenzte Aktion, die sich wohl ganz konkret gegen die großteils altgläubigen Anhänger des Eugenius richten sollte. 393 wurden auch die Olympischen Spiele verboten, doch erst Theodosius II. setzte ihnen mit der Verbrennung des Zeustempels wirklich ein Ende (obwohl sie noch bis ins 6. Jahrhundert heimlich und in geringerem Umfang stattgefunden haben sollen).

Ob die entsprechenden Erlasse des Kaisers, die wohl in einen begrenzten zeitlichen, politischen und lokalen Zusammenhang gehörten, wirklich wörtlich zu nehmen sind, wird von der Forschung inzwischen bezweifelt: Bemerkenswerterweise findet sich bei den christlichen Autoren des fünften Jahrhunderts kein Hinweis auf ein faktisch wirksames Verbot der paganen Kulte. Wenn die kaiserlichen Gesetze also wirklich reichsweit gelten sollten, so wurden sie offenbar weder wahrgenommen noch unmittelbar staatlich durchgesetzt.[17] Heute sind viele Forscher daher der Meinung, erst Kaiser Justinian I. sei (150 Jahre nach Theodosius) wirklich entschlossen und tatkräftig gegen die letzten Altgläubigen im Imperium vorgegangen; erst dieser ließ die letzten offiziell geduldeten Tempel schließen.

Im Jahre 391 kam es zu einem schweren Zwischenfall: In Alexandria war es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Christen und Heiden gekommen, wohl angeheizt vom Patriarchen Theophilos. Einige Heiden hatten sich im bekannten Serapisheiligtum verschanzt, Christen zum Opfern gezwungen und teils gekreuzigt. Theodosius vergab zwar die Morde, um so die Situation zu beruhigen, ordnete aber die Zerstörung des Heiligtums an, wobei Theophilos auch andere heidnische Heiligtümer zerstörte. Andere Berichte über Tempelzerstörungen sind jedoch sehr problematisch, ihre Richtigkeit ist nicht immer einwandfrei zu klären. Klar ist in jedem Fall, dass Theodosius Tempelzerstörungen nie angeordnet hat und sie vielmehr auf Übergriffe lokaler Statthalter bzw. Bischöfe zurückzuführen sind.[18]

Die Auseinandersetzung mit Ambrosius
Zwei Beispiele verdeutlichen, wo die Grenzen kaiserlicher Macht im religiösen Bereich lagen. 388 war eine Synagoge in Callinicum, im Osten des Reiches an der Grenze zu Persien, in Flammen aufgegangen, nachdem der örtliche Bischof den christlichen Mob, darunter zahlreiche Mönche, zu einem Pogrom angestachelt hatte. Einen Hintergrund für diesen Akt lieferte möglicherweise die vom Perserkönig Schapur II. mehrere Jahre zuvor initiierte Christenverfolgung, an der auch Juden beteiligt gewesen sein sollen, doch ist dies letztlich eine unbewiesene Vermutung.[19] Fest steht: Theodosius verstand den Gewaltausbruch zunächst einfach als sicherheitspolitisches Problem, als einen Aufruhr, den der römische Staat selbstverständlich nicht dulden könne. Der Kaiser wollte die christlichen Brandstifter daher für ihre Tat zur Verantwortung ziehen und verlangte insbesondere den Wiederaufbau der zerstörten Synagoge. Er wurde aber von Ambrosius, dem Bischof von Mailand, der bereits auf Gratian und Valentinian II. großen Einfluss ausgeübt hatte, davon abgebracht: Ambrosius bestand darauf, es handle sich um einen Konflikt zwischen dem christlichen Glauben und dem Judentum; falls der Kaiser die christlichen Gewalttäter bestrafe, würde er sich damit gegen die einzig wahre Religion wenden. Ambrosius verweigerte Theodosius daher die Kommunion, bis dieser schließlich nachgab und die Schuldigen ungestraft ließ.[20]

Ein zweites Beispiel ist das Massaker von Thessaloniki im Jahr 390, in dem angeblich 7.000 Bürger aufgrund der Ermordung des gotischen Generals Butherich von gotischen foederati niedergemetzelt wurden. Es hieß, der Kaiser habe den Hinrichtungsbefehl der Mörder Butherichs nicht mehr rechtzeitig zurücknehmen können, und die gezielte Vergeltungsaktion sei in ein Massaker ausgeartet; es ist aber auch möglich, dass diese Version Theodosius nachträglich exkulpieren sollte. Jedenfalls wurde Theodosius von Ambrosius für die Vorgänge verantwortlich gemacht, nicht zur Messe zugelassen und zu einem Bußakt genötigt, der aber keineswegs die Amtswürde des Kaisers herabsetzte: So wurde dieses Ereignis offenbar auch von Ambrosius nicht aufgefasst; Theodosius hatte so vielmehr die Möglichkeit, sich als demütiger, aber auch tugendhafter Herrscher zu präsentieren und die Schuld an dem Blutbad demonstrativ von sich zu weisen.[21] Dennoch zeigen die Beispiele, dass ein mächtiger und willensstarker kirchlicher Amtsträger dem Kaiser, der für sich in Anspruch nahm, über allen Gesetzen zu stehen, durchaus Konzessionen abringen konnte. Dies war eine direkte Folge der 380 erfolgten Taufe, da der Kaiser nun selbst kirchlichen Sanktionen ausgesetzt war.[22]

Bewertung der Religionspolitik

Arcadius auf einem Solidus

Bronzemünze mit dem Profil des Honorius
Bei der Betrachtung der Religionspolitik des Theodosius muss betont werden, dass manch scharfe Verlautbarung in den Gesetzen eine eher milde Umsetzung in der Praxis fand – wenn überhaupt. Theodosius war offenbar kein „Scharfmacher“; ihm ging es vor allem um das integrierende Element der Religion, um so eine eventuelle von dort ausgehende Bedrohung für die Stabilität des Staates auszuschließen. Vor allem gegen Häretiker, nicht gegen Heiden, sollte vorgegangen werden, und hier zeigen die Aussagen späterer Zeitgenossen wie die des Orosius, aber auch des Augustinus von Hippo, dass gerade die Religionspolitik des Theodosius erheblich dazu beitrug, dass das Römische Reich trotz seiner faktischen Teilung 395 (Reichsteilung von 395) noch einmal eine gewisse innere Einheit erlangte, so brüchig diese auch sein mochte. Die Religionspolitik des Theodosius, die geprägt war vom allgemein anerkannten kaiserlichen Selbstverständnis als Gottes Vizekönig auf Erden, sorgte schließlich für einen deutlichen Schub in der Christianisierung des Imperiums, das nun den Sprung zum wirklichen Imperium Romanum Christianum vollzog, auch wenn das Heidentum noch mindestens 200 Jahre lang fortbestand.[23]

Familie
Von seiner ersten Frau Aelia Flaccilla († 386) hatte Theodosius drei Kinder: die beiden Söhne Arcadius und Honorius, die später seine Nachfolge übernahmen, und eine Tochter namens Pulcheria († 385).

Von seiner zweiten Frau Galla, einer Tochter Valentinians I., hatte er eine Tochter, Galla Placidia, die nach seinem Tod noch eine große politische Rolle spielte, sowie einen Sohn namens Gratian, der allerdings früh verstarb († 394 ?).

Rezeption
Im Urteil der Zeitgenossen
Theodosius wurde bereits von Zeitgenossen unterschiedlich beurteilt. Für viele Heiden (wie Themistios und Libanios), aber vor allem für die Kirchenhistoriker (Orosius, Sozomenos, Sokrates) war er ein Vorbild an Herrschertugenden. Der Historiker Zosimos (der sich dabei dem harten Urteil seiner Quelle, des heidnischen Philosophen Eunapios von Sardes, anschloss) sah dies ganz anders, wobei das Werk des Zosimos (gerade aufgrund von dessen Haltung zum Christentum) in vielerlei Hinsicht problematisch und stark subjektiv gefärbt, teils gar widersprüchlich und fehlerhaft ist. Ähnliche Vorbehalte müssen freilich auch für die Kirchenhistoriker selber gelten, die bemüht waren, den Kaiser im besten Licht darzustellen.

In der Forschung

Gemälde von Anthonis van Dyck aus dem 17. Jahrhundert: Ambrosius und Theodosius
In der älteren Forschung war man Theodosius gegenüber teils skeptisch und negativ (wie Otto Seeck und der französische Historiker André Piganiol) oder vollkommen positiv gewogen (Ernst Kornemann). Auch in der modernen Forschung reicht das Spektrum von wohlwollend (Adolf Lippold) bis zu leicht distanziert (Hartmut Leppin, der manche Erfolge des Kaisers auf sein „Glück“ zurückführt und das nicänische Bekenntnis des Kaisers auch unter taktischen Gesichtspunkten zu deuten versucht).[24] Gleichzeitig betont Leppin aber immer wieder auch das umsichtige und auf Integration ausgelegte Handeln des Kaisers sowie den Unterschied zwischen „starken Worten und milden Taten“, etwa in Bezug auf die Religionspolitik.

Die Quellen eröffnen aufgrund ihrer Ambivalenz viele Möglichkeiten der Interpretation, ohne dass der Kaiser als Person wirklich fassbar wird. Doch ist man sich in der modernen Forschung weitgehend einig, dass man Theodosius kaum die nachfolgende Entwicklung des Westreiches zum Vorwurf machen kann – denn die römische Politik versagte hinsichtlich der Barbaren erst, als diese bereits nach dem Zusammenbruch der Rheingrenze 406 ins Reich eingebrochen waren (siehe Rheinübergang von 406) und es schließlich keine Möglichkeit mehr gab, ihnen Einhalt zu gebieten.

Bewertung
Bald nach seinem Tod wurde Theodosius wegen seiner Bemühungen um die Einigung der Kirche „der Große“ genannt. Im Bereich der Religionspolitik ist ihm der wirkliche Durchbruch zum christlichen Imperium gelungen, wobei seine (wenigstens indirekte) Rolle bei der endgültigen Formulierung des Nicäischen Glaubensbekenntnisses, welches bis heute Gültigkeit hat, von Bedeutung ist. Damit wurde zugleich ein wichtiger Schritt zur inneren Stabilisierung des Reiches getan.

Allerdings gelang es ihm im militärischen Bereich nicht, das Rekrutierungsproblem dauerhaft zu lösen. Die Barbarisierung des Heeres schritt aufgrund des zunehmenden Einsatzes von Foederaten stetig voran, wobei diese Praxis allerdings nur dem damaligen Mangel an verfügbaren Soldaten Rechnung trug. Um dieses Problem, welches vor allem nach dem Debakel von Adrianopel bestand, zu lösen, erschien es Theodosius unerlässlich, mit Hilfe barbarischer Hilfstruppen das Heer aufzustocken. Dies war eine Maßnahme, auf die bereits die Vorgänger des Theodosius zurückgegriffen hatten und die vorläufig Erfolg hatte. Eine lückenlose Durchdringung der zivilen Eliten und eine wirksame Lösung der finanziellen Probleme, die teilweise durch die Besoldung der Foederaten herbeigeführt wurden, ist ihm dennoch nicht geglückt. Dafür kam es zu Verbesserungen in der Verwaltungspraxis, während Literatur und Kunst in seiner Regierungszeit noch einmal einen Aufschwung erlebten.

Theodosius I. gilt, trotz mancher Einschränkung, als bedeutendster Herrscher in der Zeit zwischen Konstantin dem Großen und Justinian I. Es ist nicht zuletzt den Fähigkeiten und den Maßnahmen des Theodosius zu verdanken gewesen, dass das Ostreich nach Adrianopel wieder stabilisiert und die Gotengefahr wenigstens vorläufig gebannt wurde, zumal Theodosius militärische Abenteuer vermied und eine Dynastie begründete, welche die langlebigste des spätrömischen Reiches wurde. Der Kaiser handelte stets mit Bedacht und versuchte integrativ tätig zu sein. Seine sorgfältig vorbereiteten und durchaus erfolgreichen Feldzüge wie die gegen Magnus Maximus und Eugenius zeugen zugleich von seinem militärischen Geschick, wenn er auch kein Eroberer war.

Theodosius selbst scheint manchmal wankelmütig gewesen zu sein, war aber ein durchaus fähiger Herrscher, der im Gegensatz zu manchem seiner Vorgänger und Nachfolger durchaus eigenständige Entscheidungen traf, wobei Zeitgenossen vor allem seinen Charakter lobten, zumal er sich gegenüber seinen Feinden milde zeigte 
FLAVIUS, Theodosius I. (I47199)
 
741 Als Thronfolger stand Géza 965 als Heerführer an der Spitze eines ungarischen Kriegszuges, den er gemeinsam mit dem Bulgarenzar Peter gegen Byzanz unternahm. Kurz darauf führte er einen weiteren Feldzug gegen Byzanz, diesmal gemeinsam mit dem Kiewer Fürsten Swjatoslaw I. Als dieser 970 mit einer Niederlage bei Arkadiopolis endete, gaben die Ungarn für lange Zeit Feldzüge in das Ausland auf.

Gleichzeitig fühlten sich die Ungarn von Westen bedrängt, da 967 die Regentschaft in Bayern geendet und der junge Heinrich „der Zänker“ dort selbst das Fürstenamt übernommen hatte. Nachdem er 971 zum König erhoben worden war, trieb Géza die unter seinem Vater begonnenen Bemühungen um die Taufe voran. Kurz nach seinem Regierungsantritt muss er Sarolt geheiratet haben, die Tochter eines bereits orthodox getauften Adligen. Beim deutschen Kaiser Otto I. bat Géza um Missionare. Otto ernannte darauf den Sankt Galler Mönch Brun zum Bischof für Ungarn. Im Herbst 972 traf dieser in seinem neuen Zuständigkeitsbereich ein und taufte Géza, worauf auch ein Großteil des ungarischen Adels die Taufe empfing. Durch die katholische Taufe näherte sich Géza dem Westen an und versetzte den Bemühungen Byzanz’ um Einfluss bei den Ungarn einen schweren Schlag. 
VON UNGARN, Géza (I36243)
 
742 Als UNRUOCHINGERIN brachte Judith Erbansprüche auf die LANGOBARDISCHE KÖNIGSKRONE mit in die Ehe, die Herzog ARNULF 934 für seinen Sohn EBERHARD in einem Italienfeldzug vergeblich zu verwirklichen suchte.

Ihre älteste Tochter Judith heiratete HEINRICH I. VON BAYERN, Bruder des KAISERS OTTO I., was die Einbindung Bayerns in das entstehende HEILIGE RÖMISCHE REICH entscheidend förderte.  
VON FRIAUL, Judith (I18325)
 
743 Als Wilhelm I. 942 ermordet wurde, war Richard noch ein Kind, so dass er König Ludwig IV. nicht daran hindern konnte, die Normandie zu besetzen. Vermutlich hielt dieser ihn an seinem Hof in Laon gefangen und setzte in der Normandie einen Statthalter ein. Gegen den Widerstand der Normannen, die Unterstützung vom dänischen König Harald Blauzahn erhielten, verbündete sich Ludwig zeitweise mit seinem Rivalen Hugo dem Großen, wurde aber von den Normannen 945 in Rouen gefangen genommen und an Hugo ausgeliefert. Etwa um die gleiche Zeit konnte Richard in die Normandie zurückkehren, wo er den Titel eines Herzogs annahm.

Um 956 ernannte ihn Hugo der Große zum Beschützer seines Sohnes und späteren Königs Hugo Capet und verlobte seine Tochter Emma von Paris mit ihm, die Richard 960 heiratete, die aber vermutlich kinderlos starb (nach 966). Laut Robert von Torigni ging Richard kurz nach Emmas Tod auf die Jagd, wo er sich bei einem Aufenthalt in die Dänin Seinfreda verliebte. Diese war aber schon verheiratet und forderte Richard deshalb auf, sein Glück bei ihrer älteren Schwester Gunnora zu versuchen. Die Kinder aus dieser Beziehung wurden erst nachträglich durch die Eheschließung legitimiert.

Richard holte Wilhelm von Volpiano, Abt von St. Bénigne, ins Land und ließ auf der Insel Mont-Saint-Michel ein Benediktinerkloster errichten und die während der Wikingereinfälle zerstörte Kirche von Fécamp wiederaufbauen.  
VON DER NORMANDIE, Herzog Herzog Richard I. (I15332)
 
744 Als Wilhelm I. 942 ermordet wurde, war Richard noch ein Kind, so dass er König Ludwig IV. nicht daran hindern konnte, die Normandie zu besetzen. Vermutlich hielt dieser ihn an seinem Hof in Laon gefangen und setzte in der Normandie mit Raoul Tourte einen Statthalter ein. Gegen den Widerstand der Normannen, die Unterstützung vom dänischen König Harald Blauzahn erhielten, verbündete sich Ludwig zeitweise mit seinem Rivalen Hugo dem Großen, wurde aber von den Normannen 945 in Rouen gefangen genommen und an Hugo ausgeliefert. Etwa um die gleiche Zeit konnte Richard in die Normandie zurückkehren, wo er den Titel eines Herzogs annahm.

Um 956 ernannte ihn Hugo der Große zum Beschützer seines Sohnes und späteren Königs Hugo Capet und verlobte seine Tochter Emma von Paris mit ihm, die Richard 960 heiratete, die aber vermutlich kinderlos starb (nach 966). Laut Robert von Torigni ging Richard kurz nach Emmas Tod auf die Jagd, wo er sich bei einem Aufenthalt in die Dänin Seinfreda verliebte. Diese war aber schon verheiratet und forderte Richard deshalb auf, sein Glück bei ihrer älteren Schwester Gunnora zu versuchen. Die Kinder aus dieser Beziehung wurden erst nachträglich durch die Eheschließung legitimiert.

Richard holte Wilhelm von Volpiano, Abt von St. Bénigne, ins Land und ließ auf der Insel Mont-Saint-Michel ein Benediktinerkloster errichten und die während der Wikingereinfälle zerstörte Kirche von Fécamp wiederaufbauen. 
NORMANDIE, Richard I. (I36500)
 
745 Als zu Beginn des 10. Jahrhunderts wiederholte Ungarneinfälle und die Schwäche des spätkarolingischen Königtums das Ostfränkische Reich erschütterten, gelang es HEINRICH durch geschickte HEIRATSVERBINDUNGEN, sich in Sachsen eine führende Stellung aufzubauen. Er nutzte hierzu den Umstand, dass Adelsfehden zwischen den mächtigen Aristokratenfamilien um die Vorherrschaft in den einzelnen Stammesgebieten des ostfränkischen Reiches zu einer Etablierung regionaler Mittelgewalten, der späteren Herzogtümer, führten. VON SACHSEN (OSTFRANKENREICH), Heinrich I. ´der Vogler` (I1963)
 
746 Als Zweig der adligen Fam. Brümsi lässt sich das noch heute existierende Geschlecht der I. seit der 2. Hälfte des 13. Jh. als mächtiges Bürgergeschlecht der Stadt Schaffhausen in den Quellen nachweisen. Ihren Geschlechtsnamen führt die Fam. auf ihre Wohnsitze, die Geschlechtertürme in der Stadt Schaffhausen, zurück. Sie verfügte über umfangreichen Besitz in und um Schaffhausen. Es gehörten ihr Eigen- und Lehensgüter sowie Vogteien im Klettgau und im Hegau, im Thurgau und im nördl. Teil des heutigen Kt. Zürich. Über Jahrhunderte hinweg besass die Fam. einen Teil der Gerichtsbarkeit in Thayngen. Auch im Schwarzwald verfügte sie über beträchtl. Besitzungen. Das Geschlecht spaltete sich im MA in versch. Zweige auf, von denen einige ausstarben.

Ab der 2. Hälfte des 13. Jh. hatte die Fam. Anteil am Stadtregiment Schaffhausen. Bis weit ins 19. Jh. hinein hatten einige ihrer Mitglieder wichtige städt. Ämter inne, etwa der Bürgermeister Hans (->) und der Kleinrat und Pannerherr Hans (->). Nicht selten zerstritten sich einzelne Familienvertreter mit anderen polit. Machtträgern der Stadt (z.B. Hans Friedrich ->) und gaben deswegen gar das städt. Bürgerrecht auf (z.B. Eberhard ->). Angehörige des Geschlechts traten auch in den geistl. Stand und erlangten bedeutende Stellungen, so z.B. Johannes (1324-33 Abt des Benediktinerklosters Allerheiligen), Anastasia (1330-34 Äbtissin des Klarissenklosters Paradies), Margaretha (1473 Meisterin im Benediktinerinnenkloster St. Agnes)..... 
IM THURN, Hans (I30782)
 
747 Als Zweig der adligen Familie Brümsi lässt sich das noch heute existierende Geschlecht der Im Thurn seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als mächtiges Bürgergeschlecht der Stadt Schaffhausen in den Quellen nachweisen. Ihren Geschlechtsnamen führt die Familie auf ihre Wohnsitze, die Geschlechtertürme in der Stadt Schaffhausen, zurück. Sie verfügte über umfangreichen Besitz in und um Schaffhausen. Es gehörten ihr Eigen- und Lehensgüter sowie Vogteien im Klettgau und im Hegau, im Thurgau und im nördlichen Teil des heutigen Kantons Zürich. Über Jahrhunderte hinweg besass die Familie einen Teil der Gerichtsbarkeit in Thayngen. Auch im Schwarzwald verfügte sie über beträchtliche Besitzungen. Das Geschlecht spaltete sich im Mittelalter in verschiedene Zweige auf, von denen einige ausstarben.

Ab der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts hatte die Familie Anteil am Stadtregiment Schaffhausen. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein hatten einige ihrer Mitglieder wichtige städtische Ämter inne, etwa der Bürgermeister Hans (->) und der Kleinrat und Pannerherr Hans (->). Nicht selten zerstritten sich einzelne Familienvertreter mit anderen politischen Machtträgern der Stadt (z.B. Hans Friedrich ->) und gaben deswegen gar das städtische Bürgerrecht auf (z.B. Eberhard ->). Angehörige des Geschlechts traten auch in den geistlichen Stand und erlangten bedeutende Stellungen, so zum Beispiel Johannes (1324-1333 Abt des Benediktinerklosters Allerheiligen), Anastasia (1330-1334 Äbtissin des Klarissenklosters Paradies), Margaretha (1473 Meisterin im Benediktinerinnenkloster St. Agnes).

Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert standen einige Männer der Familie Im Thurn in militärischen Diensten, unter anderem in Frankreich, Holland, Württemberg, Kursachsen und Grossbritannien und besetzten zum Teil hohe Funktionen. In Frankreich, Italien, Grossbritannien und Deutschland entstanden weitere, teilweise bis heute bestehende Familienzweige. Im 19. Jahrhundert waren Vertreter der Im Thurn in bedeutenden Stellungen in der Wirtschaft anzutreffen – Johann Conrad (->) beispielsweise gründete 1840 in London das Handelshaus Naegeli – und taten sich in der Wissenschaft (Veterinärmedizin, Geschichtswissenschaft, Ethnologie) hervor. Als hoher Kolonialbeamter und Wissenschaftler im Dienste Grossbritanniens erlangte Sir Everard Ferdinand Im Thurn (1852-1932) im angelsächsischen Raum Bekanntheit. 
IM THURN, Sophie (I41136)
 
748 Als Zweig der adligen Familie Brümsi lässt sich das noch heute existierende Geschlecht der Im Thurn seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als mächtiges Bürgergeschlecht der Stadt Schaffhausen in den Quellen nachweisen. Ihren Geschlechtsnamen führt die Familie auf ihre Wohnsitze, die Geschlechtertürme in der Stadt Schaffhausen, zurück. Sie verfügte über umfangreichen Besitz in und um Schaffhausen. Es gehörten ihr Eigen- und Lehensgüter sowie Vogteien im Klettgau und im Hegau, im Thurgau und im nördlichen Teil des heutigen Kantons Zürich. Über Jahrhunderte hinweg besass die Familie einen Teil der Gerichtsbarkeit in Thayngen. Auch im Schwarzwald verfügte sie über beträchtliche Besitzungen. Das Geschlecht spaltete sich im Mittelalter in verschiedene Zweige auf, von denen einige ausstarben.

Ab der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts hatte die Familie Anteil am Stadtregiment Schaffhausen. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein hatten einige ihrer Mitglieder wichtige städtische Ämter inne, etwa der Bürgermeister Hans (->) und der Kleinrat und Pannerherr Hans (->). Nicht selten zerstritten sich einzelne Familienvertreter mit anderen politischen Machtträgern der Stadt (z.B. Hans Friedrich ->) und gaben deswegen gar das städtische Bürgerrecht auf (z.B. Eberhard ->). Angehörige des Geschlechts traten auch in den geistlichen Stand und erlangten bedeutende Stellungen, so zum Beispiel Johannes (1324-1333 Abt des Benediktinerklosters Allerheiligen), Anastasia (1330-1334 Äbtissin des Klarissenklosters Paradies), Margaretha (1473 Meisterin im Benediktinerinnenkloster St. Agnes).

Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert standen einige Männer der Familie Im Thurn in militärischen Diensten, unter anderem in Frankreich, Holland, Württemberg, Kursachsen und Grossbritannien und besetzten zum Teil hohe Funktionen. In Frankreich, Italien, Grossbritannien und Deutschland entstanden weitere, teilweise bis heute bestehende Familienzweige. Im 19. Jahrhundert waren Vertreter der Im Thurn in bedeutenden Stellungen in der Wirtschaft anzutreffen – Johann Conrad (->) beispielsweise gründete 1840 in London das Handelshaus Naegeli – und taten sich in der Wissenschaft (Veterinärmedizin, Geschichtswissenschaft, Ethnologie) hervor. Als hoher Kolonialbeamter und Wissenschaftler im Dienste Grossbritanniens erlangte Sir Everard Ferdinand Im Thurn (1852-1932) im angelsächsischen Raum Bekanntheit. 
IM THURN, N. (I46169)
 
749 Als Zweig der adligen Familie Brümsi lässt sich das noch heute existierende Geschlecht der Im Thurn seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als mächtiges Bürgergeschlecht der Stadt Schaffhausen in den Quellen nachweisen. Ihren Geschlechtsnamen führt die Familie auf ihre Wohnsitze, die Geschlechtertürme in der Stadt Schaffhausen, zurück. Sie verfügte über umfangreichen Besitz in und um Schaffhausen. Es gehörten ihr Eigen- und Lehensgüter sowie Vogteien im Klettgau und im Hegau, im Thurgau und im nördlichen Teil des heutigen Kantons Zürich. Über Jahrhunderte hinweg besass die Familie einen Teil der Gerichtsbarkeit in Thayngen. Auch im Schwarzwald verfügte sie über beträchtliche Besitzungen. Das Geschlecht spaltete sich im Mittelalter in verschiedene Zweige auf, von denen einige ausstarben.

Ab der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts hatte die Familie Anteil am Stadtregiment Schaffhausen. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein hatten einige ihrer Mitglieder wichtige städtische Ämter inne, etwa der Bürgermeister Hans (->) und der Kleinrat und Pannerherr Hans (->). Nicht selten zerstritten sich einzelne Familienvertreter mit anderen politischen Machtträgern der Stadt (z.B. Hans Friedrich ->) und gaben deswegen gar das städtische Bürgerrecht auf (z.B. Eberhard ->). Angehörige des Geschlechts traten auch in den geistlichen Stand und erlangten bedeutende Stellungen, so zum Beispiel Johannes (1324-1333 Abt des Benediktinerklosters Allerheiligen), Anastasia (1330-1334 Äbtissin des Klarissenklosters Paradies), Margaretha (1473 Meisterin im Benediktinerinnenkloster St. Agnes).

Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert standen einige Männer der Familie Im Thurn in militärischen Diensten, unter anderem in Frankreich, Holland, Württemberg, Kursachsen und Grossbritannien und besetzten zum Teil hohe Funktionen. In Frankreich, Italien, Grossbritannien und Deutschland entstanden weitere, teilweise bis heute bestehende Familienzweige. Im 19. Jahrhundert waren Vertreter der Im Thurn in bedeutenden Stellungen in der Wirtschaft anzutreffen – Johann Conrad (->) beispielsweise gründete 1840 in London das Handelshaus Naegeli – und taten sich in der Wissenschaft (Veterinärmedizin, Geschichtswissenschaft, Ethnologie) hervor. Als hoher Kolonialbeamter und Wissenschaftler im Dienste Grossbritanniens erlangte Sir Everard Ferdinand Im Thurn (1852-1932) im angelsächsischen Raum Bekanntheit. 
IM THURN, Ursula Barbara (I49859)
 
750 Als zweitem Sohn Ludwigs des Deutschen und dessen Frau Hemma wurde ihm bei der Reichsteilung durch seinen Vaters 865 das größte ostfränkische Teilreich zugewiesen, bestehend aus Franken, Sachsen und Thüringen. 870 kam mit dem Vertrag von Meerssen auch das östliche Lotharingien hinzu. In all diesen Gebieten übernahm er nach seines Vaters Tod 876 die Herrschaft.
Gedenktafel am Ort der Ecclesia varia in Lorsch

In der Schlacht bei Andernach am 8. Oktober 876 schlug er den westfränkischen König Karl den Kahlen und beendete dessen Expansionsversuche nach Lotharingien.

Mit den Enkeln Karls des Kahlen, Ludwig III. und Karlmann, kam es 880 zum Vertrag von Ribemont, durch den Ludwig auch die Herrschaft über das westliche Lotharingien erhielt.

Nach dem Tode seines Bruders Karlmann 880 bekam Ludwig außerdem die Herrschaft über das frühmittelalterliche Königreich Bayern.

Ludwig der Jüngere hatte keinen ihn überlebenden männlichen Nachkommen, daher fiel sein Herrschaftsgebiet an seinen Bruder Karl III. den Dicken (ostfränkischer Teilkönig in Alemannien, italienischer König und Kaiser). Er wurde im Kloster Lorsch begraben. Da er die ab 879 wieder beginnenden Normanneneinfälle nicht wirksam unterbinden konnte, bezeichnete Hinkmar von Reims ihn in seinen Annalen als unfähigen König.  
(OSTFRANKENREICH), König König Ludwig III. der Jüngere (I24108)
 

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