Treffer 801 bis 850 von 6,111
| # | Notizen | Verknüpft mit |
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| 801 | Ämter-, Offiziers- und Adelsgeschlecht aus Chur, Maienfeld und Malans. Die möglicherweise aus Lachen stammenden von Moos, genannt Gugelberg, verzweigten sich im 15. Jahrhundert nach Graubünden. Ab dem beginnenden 17. Jahrhundert nannten sie sich Gugelberg von Moos. Durch das Bekleiden von städtischen und bischöflichen Ämtern, als Inhaber von Herrschaften sowie durch Heiratsverbindungen gelang es ihnen, im frühen 16. Jahrhundert in die Bündner Führungsschicht aufzusteigen. Ritter Hans Luzi von Moos genannt Gugelberg (1515 bei Marignano) führte 1512 bei der Eroberung der italienischen Untertanenlande die Churer Truppen an (Veltlin); im gleichen Jahr war er Churer Bürgermeister (Chur). 1522 erscheinen Joachim und Johann von Moos genannt Gugelberg als Inhaber der Herrschaft Marschlins. Johann von Moos genannt Gugelberg (1556) wird mehrfach als Churer Stadtarzt genannt. Der ebenfalls aus Chur stammende Hans von Moos genannt Gugelberg (1554), Hauptmann in französischen Diensten, begründete 1533 die Maienfelder Linie. 1551-1553 amtierte er als Landvogt der Herrschaft Maienfeld. Sein Sohn Luzius von Moos genannt Gugelberg (1579) war Stadtvogt von Maienfeld und 1559-1561 Podestà in Morbegno. Luzius' Bruder Ambrosius von Moos genannt Gugelberg (1546), 1563-1565 vicari in Sondrio, baute nach 1575 das von den Beeli erworbene Schloss Bothmar in Malans aus. Luzius' Sohn Johann Luzi Gugelberg von Moos war Podestà in Tirano. Zwischen 1615 und 1785 wurden von Angehörigen der Familie noch weitere fünf Mal Veltliner Ämter bekleidet. Während die Churer Gugelberg von Moos im 17. Jahrhundert mehrheitlich Spanien nahe standen, gehörte der Maienfelder Zweig, der 1654 in den Besitz von Schloss Salenegg gelangte, zumeist der französischen Partei an. Einzelne Angehörige dieses Zweiges standen als Offiziere auch in holländischen und englischen Diensten. Mehrfach erscheinen Bündner Gugelberg von Moos in Schul- und Universitätsmatrikeln, so um 1578 und 1590 Hans Luzi bzw. Johann Albert von Moos genannt Gugelberg in Zürich, 1609 und 1636 Johann Anton bzw. Ludwig Gugelberg von Moos in Basel sowie 1610 und 1679 Johann Anton bzw. Karl Gugelberg von Moos an der Rechtsfakultät in Padua. Hortensia Gugelberg von Moos sowie Maria Barbara Gugelberg von Moos wurden auf autodidaktischem Weg zu geachteten Wissenschaftlerinnen. Ulysses Rudolf Gugelberg von Moos (1809-1875) war ein gefragter Ingenieur. Im 20. Jahrhundert starb das Geschlecht im Mannesstamm aus. Quellen und Literatur | VON MOOS, Hans Sigmund (I56482)
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| 802 | amtete zu Beginn des 14. Jhs. als Reichsvogt in Zürich und im thurgau. dien Freiherren zu Bürglen zählten zu den angesehenen Adelsgeschlechtern im Thurgau aus Liste Äbte von St. Gallen: Heinrich von Wartenberg (1272–1274) Gegenabt Rumo von Ramstein (1274–1281) Wilhelm von Montfort (1281–1301) Konrad von Gundelfingen (1288–1291) Gegenabt Heinrich von Ramstein (1301–1318) Hiltbold von Werstein (1318–1329) | VON BÜRGLEN, Eberhard IV. (I26936)
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| 803 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I7116)
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| 804 | Amtmann zu Stein 1534 | KAMBLI, Rudolf (I3654)
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| 805 | Amtsmann und Richter in Zug Untervogt zu Baden 1344 - 1348 Schultheiss von Mellingen Minderjährig 1329 V. 31. (cf. 4). 1341 X. 12. „bi dem Tor“ mit Agnes N. verheiratet, welcher er seine 13 Gärten zu Mellingen in der Owe, Lehen der Herrschaft Österreich, als Morgengabe schenkte. Urkundet und siegelt 1343 VI. 6. als Amtmann und Richter der Herrschaft Österreich in Zug. (Berchtold ab dem Huse, Ritter, ist 1342 VIII. 11. „wilent Amman“ daselbst) und 1343 XI. 27. als Untervogt zu Baden i./A. 1344 XI. 9.-1348 I. 24. Schultheiss zu Mellingen. 1351, wohl bei Tätwil gefallen. Stiftete in Mellingen für sich und seine 1. Frau Agnes eine gemeinsame Jahrzeit X. 6. (Jahrzeitbuch Mellingen). gefallen in der Schlacht von Dättwil am 25.12.1351 erste Ehe mit Agnesa (12.10.1341) Seine 2. Frau war Klara Schultheiss von Lenzburg (T. Conrads 1378 I. 8.), Witwe 1367 VII. 19. Sie heiratete in 2. Ehe Hartmann Andres von Rotenburg (1369). 1374 VI. 5. und 1374 VII. 23. wird sie mit ihrem Manne von Herzog Leopold III. mit deni Kelnhofe zu Malters, der Veste Neu-Rotenburg und der Vogtsteuer zu Uttingen belehnt (Gfd XX 184). Hartmann Andres v. Rotenburg muss kurz nachher gestorben sein, denn Johann V. Segesser wird Lehenträger seiner Mutter, welche zuletzt 1395 IX. 2. lebend erwähnt ist. Nachher gehen die Lehen zu Malters und Uttingen auf ihn über. Rotenburg war 1385 von den Luzernern zerstört worden. | SEGESSER BI TOR, Johann III. (I18532)
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| 806 | Amya (Amyan; Amian) ist der Name einer Kupfermeisterfamilie, die um 1466 von Dinant nach Aachen zog, wo sie eine florierende Messingindustrie aufbaute und sich für die Gründung einer eigenen Zunft der Kupferschläger einsetzte. Die Ursprünge der Familie liegen weitgehend im Dunkeln. Während einige Quellen (unter anderem die „ADB“ und „Macco“) davon ausgehen, dass die Ahnherren der Familie aus der Gegend um Amiens in der Picardie stammen, ist es nachweislich zutreffender, dass es sich um eine Familie aus dem Raum Dinant, dem Hauptsitz der wallonischen Messingindustrie handelt, wo sie bereits im Handwerk der Kupferschläger tätig und bekannt war. Als Karl der Kühne im Rahmen seiner Kämpfe gegen König Ludwig XI. von Frankreich im Jahre 1466 Dinant eroberte und plünderte, verließen kurz zuvor die Familien Amya, aber auch Momma, Byda und andere die Stadt und zogen in die Freie Reichsstadt Aachen. Hier wurde einem Johann Amya, genannt der Ältere († vor 1490), und seinem gleichnamigen Sohn die „Pletschmühle“ im Bereich des Zusammenflusses des Johannisbachs und der Paunell zugeteilt sowie später weitere Mühlen hauptsächlich vor dem Kölntor. Die Familie Amya hatte in den folgenden Jahrzehnten wesentlichen Anteil am anfänglichen Aufstieg der Kupferproduktion in Aachen und gelangte ob ihrer Verdienste um die Messingindustrie zu bedeutendem Reichtum und Ansehen. Sie schloss sich zudem gemeinsam mit anderen ortsansässigen Kupferschlägern zur Gründung einer Kupferambacht zusammen, die im Rahmen des zweiten Aachener Gaffelbriefs im Jahre 1513 als Zunft anerkannt wurde. Dadurch erhielten sie das Recht, aus ihren Reihen Ratsherren zu wählen. Eine weitere Person mit Namen Amya, Karl Amya der Ältere, welcher erstmals 1537 in Aachen erwähnt wurde, scheint erst zu jener Zeit nach Aachen eingewandert zu sein, da gemäß Macco dessen Sohn Karl Amya der Jüngere am 12. Oktober 1536 noch in Rouen geboren worden sei. Ob dieser Zweig mit den Amyas aus Dinant verwandt ist, ist nirgendwo beweiskräftig geklärt. Sollte es aber dennoch so sein, dann ließe sich auf Grund der relativen örtlichen Nähe der Städte Rouen und Amiens die Behauptung erhärten, dass die Urahnen der Familie tatsächlich aus der Picardie stammen könnten. Auch diese Linie schloss sich der Kupferambacht an und übernahm 1586 durch den städtischen Baumeister Michael Amya (1563–1613), Sohn des jüngeren Karl Amya, das Landgut Bodenhof, welches ein Lehngut der Propstei der Aachener Münsterkirche war. Dieses wurde nach dem Tod von Hermann Amya (1657–1700), der als Kaufmann in Amsterdam tätig gewesen war, verkauft. Sein Sohn Jakob Amya (1694–1730) wurde Advokat in Den Haag, mit dessen Sohn Jan (1723–1806) als letztem nachweisbaren männlichen Nachkommen diese Linie als erloschen gilt. Nachdem ab Mitte des 16. Jahrhunderts einige Zweige der Familie Amya sich der Reformation angeschlossen hatten, bekamen diese im Rahmen der Aachener Religionsunruhen erhebliche Nachteile zu spüren, worauf sie es vorzogen in jene Gebiete umzuziehen, wo sie ihren Glauben ohne wirtschaftliche Einschränkungen frei ausüben konnten. So siedelten sich Nachkommen der Familie Amya in Burtscheid, Stolberg, Lübeck, Strassburg, Schweden und in der Grafschaft Holland an. Ein Abkömmling des holländischen Zweiges, Gilles (Egidius) Amya, wurde als Konsul der Generalstaaten am 5. November 1686 von Kaiser Leopold I. in den Freiherrenstand erhoben. Durch die Flucht von Adelheid Wijlremann (1537–1617), der Witwe von Johann Amya, einem Urenkel des Erwerbers der „Pletschmühle“(bedeutendster Kupferhof in Aachen), vor der Reichsacht im Jahre 1598, musste beispielsweise auch diese Mühle aufgegeben werden. Ihr Sohn Emanuel Amya aus dem daraufhin nach Burtscheid verzogenen Familienzweig erwarb schließlich 1610 eine Mühle am „Warmen Weiher“, in etwa auf dem Areal des heutigen Kreishauses an der Zollernstraße, die später „Amyamühle“ genannt wurde. Bereits sein Vater Johann hatte über Adelheid Wijlreman (1537–1615) Anteile an Gut Hasselholz in Aachen geerbt, welches zu diesem Zeitpunkt aus den Einzelgütern Altenhof, Blockhaus und Berghof bestand und wo Emanuel 1618 den Neuenhof errichten ließ. Damit wurde Gut Hasselholz für viele Jahre zum Familiensitz. Nachdem Emanuels Sohn Johann (* 1606) unter anderem zum Schultheiß von Kinzweiler ernannt worden war, waren dessen Kinder auch mangels weiterer Nachkommen in dieser Linie dazu gezwungen, bereits im Jahre 1652 die Amyamühle an die Familie Abraham und Heinrich Werden zu verkaufen. Aus gleichem Grund wurden später die verschiedenen Anteile des Gutes Hasselholz zumeist an Schwiegersöhne vererbt. Dieser Zweig der Familie gilt heute ebenfalls als erloschen. Durch den massiven Auszug zahlreicher evangelischer Kupferschlägerfamilien aus Aachen, der massiven Konkurrenz vor allem aus Stolberg, wo sich der größte Teil dieser Familien niedergelassen hatte, und erst recht nach dem großen Stadtbrand von Aachen im Jahre 1656, kam es zum allmählichen Verfall der Aachener Messingindustrie. Daran konnten auch die noch in Aachen verbliebenen und nicht zum evangelischen Glauben gewechselten Angehörigen der Familie Amya nichts ausrichten. Trotzdem spielten Mitglieder dieser Familie in der Aachener Kupferschlägerzunft und als Schöffen und Ratsherren weiterhin eine maßgebliche Rolle in der Stadt Aachen. So ist ein Johann Christoph Amya († 1726) als Ratsherr und Sendschöffe in Erscheinung getreten, ein Jakob Amya war im Jahr 1786 Greve (Vorsteher) der Kupferschlägerzunft und ein Johann Jakob Bruno Amya (1734–1797) war ein maßgeblicher politischer Vertreter der „Neuen Partei“ während der Unruhen im Verlauf der Aachener Mäkelei. Dieser bis heute existierende Familienzweig fand zu Beginn des 18. Jahrhunderts seinen Hauptwohnsitz in Kornelimünster bei Aachen und hat gemäß Macco bereits seit dem 17. Jahrhundert, vereinzelt vielleicht auch erst später, die Schreibweise seines Namens in Amyan bzw. Amian umgewandelt, wie es unter anderem in den Archiven von Aachen und Kornelimünster nachgewiesen werden kann. Diese Nachkommen benutzen heute noch das von einem gewissen Peter Amya dem Jüngeren (* 1524), Sohn des Ratsherrn und Kupfermeisters Peter Amya dem Älteren (1480–1564), im Jahre 1590 entworfene Familienwappen. In Aachen erinnert heute die „Amyastraße“ an diese Familie sowie ein Epitaph in St. Adalbert an Peter Amya, den Älteren | AMYA, Karl ´der Ältere` (I53000)
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| 807 | An der Spitze eines Heeres wurde Taksony 947 nach Pavia zur Unterstützung der italienischen Könige Hugo und Lothar gegen die Byzantiner in Apulien entsandt; zugleich sollte er den üblichen italienischen Tribut an die ungarischen Fürsten in Empfang nehmen. Nach ihrer Niederlage in der Schlacht auf dem Lechfeld (955) wählten die Ungarn Taksony zum Großfürsten. Er musste daraufhin die bayrische Awarenmark zurückgeben und die Unterstützung der bayrischen Rebellionen aufgeben. Dieser Schritt bedeutete einen Friedensschluss mit den bayerischen Nachbarn. Ähnliche Übereinkünfte schloss Taksony auch mit den böhmischen Herrschern, mit der Kiewer Rus, den Petschenegen und mit den Bulgaren. Möglicherweise war Taksony mit einer petschenegischen Fürstentochter verheiratet. Die Ungarn begannen im Verlauf dieser Entwicklung sesshafter zu werden, die Raubzüge gingen zurück, erste Missionierungsversuche fanden statt. Darüber hinaus gelang es Taksony, die traditionelle Stammesordnung der Ungarn zu schwächen und sich selbst den Stammesfürsten gegenüber in eine mächtigere Position zu versetzen. Außerdem siedelte er fremde Bevölkerungsgruppen im Grenzland an und wählte seine Quartiere an der Ostseite der Donau, in Pest. Taksony begann damit, sich um die Taufe und dadurch um eine stärkere Legitimierung seiner Herrschaft zu bemühen. Allerdings versuchte er zu vermeiden, dass sein Reich an eine fremde Landeskirche angeschlossen wurde. Seine Verhandlungen mit Papst Johannes XII. um eine eigenständige ungarische Landeskirche waren insofern erfolgreich, als Johannes 961 oder 962 erstmals einen Bischof für Ungarn weihte. Allerdings verhinderte der deutsche Kaiser Otto I., dass der Bischof seine Arbeit aufnahm, da er selbst die Kontrolle über die Christianisierung Ungarns ausüben wollte. Erst Taksonys Nachkommen Géza und Stephan I. gelang es, Ungarn in das christliche Abendland einzureihen. Als der byzantinische Kaiser Konstantin VII. den Tribut verweigerte, schickte Taksony vergeblich den ungarischen Heerführer Apor gegen Konstantinopel. 970 war Taksony an einem Angriff auf Byzanz beteiligt, der in der Schlacht von Arkadiopolis (970) scheiterte. | VON UNGARN, Taksony (I1560)
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| 808 | An Stelle der ursprünglichen Moosburg steht heute eine klassizistische Villa (dreigeschossiger Rechteckbau mit Walmdach auf einem erhöhten, vorstehenden Sockelgeschoss), die aus den Steinen der ehemaligen Wasserburg erbaut wurde. Hinweis: Die Verbindung von diesem Haus und dem Namen ist nicht bekannt. | MOOSBURG(ER) \ MASSBURGER, Anna (I9960)
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| 809 | ANCIEN RÉGIME (französisch für „frühere Regierungsform“, „alter Staat“) bezeichnet ursprünglich und im engeren Sinne die Regierungsform der Bourbonen in Frankreich; im weiteren Sinn die Frühe Neuzeit in ganz Europa vor der Französischen Revolution von 1789 bzw. vor den Napoleonischen Kriegen. Oftmals steht der Begriff stellvertretend für den Absolutismus. | ZIEGLER, Barbara (I969)
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| 810 | Andlau (auch Andlaw) ist der Name eines alten unterelsässischen Adelsgeschlechts. Die Familie gehörte zu den vier Erbrittergeschlechtern des Heiligen Römischen Reiches. Andlau, der namengebende Stammsitz des Geschlechts, ist heute eine Gemeinde in der französischen Region Grand Est im Département Bas-Rhin. Eine Nebenlinie derer von Andlau sind die Grafen von Berckheim. Herkunft Burg Hoh-Andlau, neben der älteren Thalburg Stammsitz der Familie Erstmals urkundlich erwähnt wird die Familie im Jahre 1144 mit Otto, bischöflich-straßburger Vicedominus der Abtei Andlau,[1] der noch ohne Nachnamen genannt wird. 1150 erscheint er gesichert in einer Urkunde als Otto de Andelahe im Besitz des erblichen Schultheißenamtes der Abtei. In den Jahren 1163–1179 treten dann Eberhard und Gerhard von Andelo urkundlich auf.[2] Der Stammsitz des Geschlechts war eine vom Kaiser zu Lehen erhaltene Burg in der Stadt Andlau nahe Barr im Unterelsass, die so genannte Thalburg. Zwischen 1246 und 1264 errichteten die Herren von Andlau auf einem Berg über der Stadt die Burg Hoh-Andlau, die bis zur französischen Revolution in Familienbesitz blieb. Ihre eindrucksvolle zweitürmige Ruine ist noch heute vorhanden. Linien und Besitzungen Eine Zweiglinie des schon früh stark verbreiteten Geschlechts erbaute sich um 1200 eine Burg in Mittelbergheim bei Andlau und nahm den Namen von Bergheim an. Die Nachkommen dieser Linie waren die späteren Freiherren und Grafen von Berckheim. Sie führten das Andlausche Stammwappen weiter. Walter von Andlau erbte 1418 von seinem Schwiegervater Hartung vom Haus[3] die Herrschaft Butenheim mit dem Schloss Bellingen. Ferner gehörten Homburg und Kleinlandau zur Herrschaft. Butenheim ist eine abgegangene Ortschaft[4], doch behielten die Andlau Bellingen bis 1937. Die Bellinger Linie der Andlau starb 1961 aus. Weitere Linien erwarben im Elsass unter anderem Kingersheim und Wittenheim. Um 1678 ließ sich eine Linie im Fürstbistum Basel nieder. Angehörige dieses Zweiges wurden Basler Domherren und Stiftsherren des Klosters Moutier-Grandval. Ab 1714 stellten sie vier fürstbischöfliche Landvögte zu Delsberg und Birseck bei Basel. In Homburg erbauten die Andlau anstelle einer im 17. Jahrhundert aufgegebenen Burg ein neues Schloss. Während der französischen Revolution zog die Familie 1792 auf ihr deutsches Schloss Bellingen und das Homburger Schloss wurde geplündert und niedergebrannt; es kam danach in andere Hände und wurde wieder aufgebaut. Der Freiherr von Andlau zu Homburg, Bellingen etc. wurde am 8. Februar 1796 zum Vorsteher der Breisgauischen Ritterschaft erwählt.[5] Die bereits ab 1714 von den Andlau als Basler Landvögte verwaltete Burg Birseck wurde 1808 von der Familie erworben, deren dortige Linie den Beinamen von Andlaw-Birseck annahm. Der spätere großherzoglich-badische Staatsminister Conrad Karl Friedrich von Andlau-Birseck ließ um 1805 das Schloss Hugstetten bei Freiburg erbauen. Die Linie Andlaw-Birseck ist 1917 im Mannesstamm erloschen, Hugstetten erbten die Freiherren von Mentzingen. Die Linien Andlau-Homburg und Andlau-Kleinlandau bestehen in Frankreich bis heute. Standeserhebungen Bereits ab 1356 führte der Familienälteste den Titel „Erster der vier Erbritter des Heiligen Römischen Reiches“, der von Kaiser Karl V. 1550 bestätigt wurde. 1458 wurden die Herren von Andlau Mitglieder der Vorderösterreichischen Ritterschaft und 1547 in der Unterelsässischen Reichsritterschaft immatrikuliert. In der Folge gehörten die von Andlau auch zu den Breisgauer Landständen. 1676 erhob Kaiser Leopold I. das Geschlecht in den Reichsfreiherrenstand. 1773 erfolgte durch Ludwig XV. eine französische Bestätigung des Baronats für die Gesamtfamilie. Die Linien Andlau-Kleinlandau und Andlau-Homburg wurden 1750 in den französischen Grafenstand aufgenommen, das im gleichen Jahr in den badischen Markgrafschaften anerkannt wurde. Hubert Josef von Andlau erhielt 1815 das erbländisch österreichische Grafendiplom. Eine Anerkennung zur Führung des Freiherren und Grafentitels im Großherzogtum Baden erfolgte am 22. August 1817.[6] | VON ANDLAU, Jacob Pleikard (I46982)
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| 811 | Andrea Salice 1624 starb Vicari Johann von Salis. Das grosse Haus in Samedan blieb im Familienbesitz. Zur Zeit von «Bergünerstein II Der Mord» lebte der jüngste Sohn darin: Andrea Salice. Andrea wurde 1582 geboren und war somit in den 1660er-Jahren bereits ein alter Mann. Mit seiner Frau Lucia Peri aus Chiavenna hatte er acht Kinder, darunter die Söhne Gian und Andrea, die in «Bergünerstein II Der Mord» mehrfach erwähnt werden. Zehn Jahre Tagebuch Über Andrea Salice sind wir besonders gut informiert, denn er hat über die letzten zehn Jahre seines Lebens ein Tagebuch geschrieben, das erhalten ist. Salice notiert kleine Ereignisse des Alltags, die Wäschetage, das Dreschen, aber auch politische Ereignisse oder beispielsweise das Fest vom 18. Mai 1663, mit dem in «Bergünerstein II Der Mord» die Geschichte von Mengia beginnt. Auch über die Hinrichtungen der «Hexen» im Sommer 1663 sind wir nur aus diesem Tagebuch informiert. | VON SALIS-SAMEDAN, Andreas (I56585)
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| 812 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I7223)
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| 813 | Andreas Ludolf Jacobi war Sohn des lutherischen Geistlichen Johann Friedrich Jacobi. Er besuchte zunächst die Schule in Celle und von 1761 bis 1764 die Klosterschule Ilfeld. Danach studierte er von Herbst 1764 bis Ostern 1768 Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen. 1768 wurde er in Celle als Advokat zugelassen und zugleich zum Auditor der Burgvogtei Celle ernannt. 1773 gab er die Advokatur auf und trat in die ständischen Dienste der Ritterschaft des Fürstentums Lüneburg ein. 1775 wurde er deren Syndicus und behielt dieses Amt 50 Jahre lang bis zu seinem Tod. Auf ihn geht das Celler Entbindungshaus (1784) und das Ritterschaftliche Creditinstitut der Lüneburger Landschaft (1790) zurück. 1792 begleitete er seine Schwester Caroline (1757–1833), „Vice-Domina“ des Klosters Heiligenrode, nach London, wo sie als Nachfolgerin von Fanny Burney Hofdame und Keeper of the Robes bei Königin Charlotte wurde.[1] Die Rückreise führte ihn über Paris und Lille, wo er seine ersten Erfahrungen mit der Französischen Revolution machte. Seine Sympathien für ihre modernen Denkansätze wurden ihm in der Heimat angekreidet, aber vom Landesherrn unterstützt. Einen erheblichen Anteil hatte er an der 1802 vergleichsweise früh ergangenen Gemeinheitsteilungsordnung für das Fürstentum Lüneburg. Wie sein Vater war er aktives Mitglied der von diesem mit begründeten Celler Landwirtschaftsgesellschaft. Während der Aufhebung der landständischen Verfassung in der Franzosenzeit war er 1810 königlich westfälischer Direktor der indirekten Steuern in Lüneburg, dann in Uelzen. 1811 wurde Jacobi interimistischer Domänendirektor in Magdeburg und 1813 in Braunschweig. Nach den Befreiungskriegen trat er wieder in die ständischen Dienste ein. Er war hannoverscher Hofrat und wurde 1823 Ehrendoktor der Universität Göttingen. Andreas Ludolf Jacobi war in erster Ehe mit Louise Sophie Charlotte Schweppe († 1787) verheiratet. In zweiter Ehe heiratete er 1788 Wilhelmine Thaer, die Schwester seines Freundes Albrecht Daniel Thaer. Aus dieser zweiten Ehe entstammt der hannoversche General Carl (von) Jacobi. | JACOBI, Andreas Ludolf (I49866)
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| 814 | Andreas Nef, Freitag, 2. Januar 2015: Im Hettenbach-Stammbuch steht auch eine Notiz zur zweiten Ehe von August Oskar Henking (Kaufmann in "Wädenschwyl") mit Sabina Rheiner (1825 - 1908, Witwe von Karl David Henking) - es steht aber "ev" davor und wurde nachträglich mit Bleistift dazugefügt. Zu Anton Heinrich Ferdinand Henking und Marie habe ich keine Angaben gefunden. In the "Hettenbach" family tree is also a note to the second marriage of August Oskar Henking (merchant in "Wädenschwyl") with Sabina Rheiner (1825 - 1908, widow of Charles David Henking) - but it is "ev" written before and was subsequently added thereto with pencil ['ev' stands for 'enventuell' -> possibly]. With respect to Anton Ferdinand Heinrich Henking and Marie I have no data found. Ich erfuhr, daß Oskar Krämer erden mußte (Kaufmann in "Wädenschwyl"), daß er sich aber auch in dieser Verwandlung selbst geholfen, wozu er erfahren genug war. In Vielem ist eine tüchtige Hausfrau seine Stütze, wie sie jedem Ehemann zu wünschen ist. Lebensbilder Karl Heinrich Ferdinand Henking S. 159 Oskar Henking wurde am 08. Januar 1823 in der Blumenegg bei goldach geboren, wo sein Vater, Heinrich Henking, ein überaus rühriger und unternehmenslustiger Mann, eine Fabrik betrieb. Seine Mutter war Adriane Wilhelmine Hettenbach von St. Gallen. Oskar war das drittälteste Kind einer sehr kinderreichen Familie. aus dieser ersten Ehe seines Vaters stammten nicht weniger als 18 Kinder und auch eine zweite Ehe, die sein Vater in wien einging, war mit zahlreichen Kindern gesegnet. Oskar Henking ist diesen Geschwistern die er fast alle überlebt hat, ein treuer und liebevoller Bruder gewesen. Der sehr tätige und aufgeweckte Knabe fand zunächst Arbeit in der väterlichen Fabrik. 1838 wurde er in der Linsebühlkirche zu St. Gallen, wo er als Knabe jeden Sonntag von Goldach her die Kinderlehre besucht hatte, konfirmiert. Er blieb während seines ganzen Lebens ein kirchlich gesinnter Mann, ein fleißiger Besucher des sonntäglichen Gottesdienstes, aber ein Feind jeder zur Schau getragenen Frömmigkeit. Nachdem sich der Jüngling eine Zeit lang bei einem Landwirt im Kanton Thurgau aufgehalten und dort die Landwirtschaft gelernt hatte, machte er eine treffliche kaufmännische Lehre in einem gross St.- Galler Konolialgeschäft durch und fand darauf Anstellung in einem Seidengeschäft in Wädenswil, wo er sich im Jahre 1850 mit Anna Fehr von Zürich vermählte. Der Ehe entstammte eine einzige Tochter, die im Jahre 1874 die Gattin von Thomas Casparis in Zürich wurde und ihren Vater mit zwei Enkelinnen erfreute, aber schon im Jahre 1877 durch ihren frühen Tod eine überaus schmerzliche Lücke im trauten Züricher Familienkreise zurückliess. Oskar Henking war ein mustergültiger Gatte und Vater, sein Familienleben ein sehr glückliches, bis ihm im Jahre 1875 seine treue Gattin entrissen wurde. Er hatte einige Jahre nach seiner Verheirtung in Zürich ein eigenes Geschäft angefangen und noch im seinem hohen Alter wusste er mit köstlichem Humor von seinen Geschäftsreisen, die er noch mit Pferd und Wagen durch die ganze Schweiz unternahm, zu erzählen. Zu Anfang der Siebziger Jahre trt er von seinem GEschäfte zurück. Er hatte seit jeher eine grosse Neigung, seine Kräfte in uneigennützigster Weie öfffentlichen und gemeinnützigen Bestrebungen zu widmen. Viele Jahre leistete er der Gemeinde Hottingen die wertvollstgen Dienste im Amte des Friedensrichters, zu welchem er sich durch seinen Rechtssinn, durch sein praktisches Wesen, durch seine vielseitige Erfahrung und vor allem durch die bewunderungswürdige GAbe, mit Menschen verschiedenster Lebenshaltungen zu verkehren und... ...zur rechten Zeit das rechte Wort zu finden, vortrefflich eignete. Eine Zeitlang war er auc Mitglied des Gemeinderates Hottingen und der Kirchenpfleger Neumünster. Daneben war er eines der tätigsten Mitglieder der gemeinnützigen Gesellschaft des Wahlkreises Nneumünster und des Aktienbauvereins Zürich. Eine grosse Anzahl von Einfamilien- und grösseren Häusern sind unter seiner Leitung entstanden. Für das Bauen hatte er immer eine grosse Vorliebe und seine kaufmännischen Kenntnisse trugen auch dazu bei, diese gemeinnützigen Bauunternehmungen gedeihen zu lassen. Auch an den Bestrebungen des Hausindustrievereins zur Beförderung einer lohnenden Hausindustrie nahm er hervorragenden Anteil. Bei der Cholera-Epidemie des Jahres 1867 in Zürich zeichnete er sich als Mitglied der Kommissionen durch seinen persönlichen Mut aus. Im Jahre 1876 verheiratete er sich in zweiter ehe mit Frau Sabine Henking, geborene Rheiner von St. Gallen, der Witwe eines frühverstorbenen Bruders, einer feinsinnigen Frau, die ihm bis zum Jahre 1908 als treue Lebensgefärtin zur Seite stand. Den Sohn, den sie ihm in die Ehe brachte, schloss er mit wahrhaft väterlicher Liebe in sein Herz ein. Im Jahre 1883 siedelte er nach Arbon über, in die Gegenden, in denen er seine Jugendzeit zugebracht hatte und für die er immer eine grosse Liebe bewahrt hatte. Auch da beteiligte er sich an gemeinnützigen Unternehmungen, gründete nach dem Muster von Zürich einen Aktienbauverein, der zahlreiche Familien zu einem schönen, gesunden Heim verholfen hat. Auch bei dem Bau des Krankenhauses und des Schulhauses an der Rebenstrasse war er mit seinem guten Rat und seiner reichen Erfahrung tätig. Da er auch ein warmes Herz für alle Bedürftigen und Notleidenden hatte, nahm er sich auch eifrig der Armenpflege an im Sinne einer wohl organisierten , zielbewussten Wohltätigkeit. Sein freundliches haus an der Rebenstrasse wurde bald der Sammelplatz seiner weitverbreiteten, zahlreichen Familie. Von allen Seiten, auch von Amerika, trafen die Familienmitglieder zum Besuche ein und sie fanden bei dem hochverehrten Senior der Familie stets die gastfreundlichste Aufnahme. Bis ins hohe alter hinein erfreute er sich einer rüstigen Gesundheit. Erst nach dem Tod seiner zweiten Gattin im Jahre 1908 machten sich die Altersbeschwerden mehr und mehr geltend und die zunehmende, körperliche Schwäche fesselte ihn in den letzten Jahren seines Lebens ans haus, doch blieb sein Geist bis in die letzten Wochen vor seinem Tode lebhaft. Er beschäftigete sich in regem Interesse mit dem Wohl und Wehe seiner näheren und entfernteren Familienmitglieder, mit den Vorgängen im engern und weitern Vaterlande. Seit einem Jahr trat ein von Woche zu Woche zunehmender Verfall der Kräfte de Greises ein. In den letzten 8 Wochen konnte er das Bett nicht mehr vedrlassen. In treuer Pflege einer, während 26 Jahren im dienste der Familie erpürobten dienerin sah er seinem Ende entgegen, das der todesmatte Erdenpilger herbeisehnte. Alle Beschweerden und Leiden seiones Zustandes trug er mit bewundernswürdiger Geduld und sein herzerquickender Humor verliess ihn nicht bis zu den letzten Lebenstagen. Am 29. Dezember 1913, vormittags um 11 4/4 Uhr wurde er durch einen sanften Tod von seinen Leiden erlöst. Er errreichte das hohe Alter von 90 Jahren, 9 Monaten und 21 Tagen. Allen, die ihn gekannt haben wird er in unvergesslicher Erinnerung bleiben. August Oscar Henking Lebenslauf, verfasst von Steif-Sohn Dr. Karl Heinrich Henking, Schaffhausen | HENKING, August Oscar (I2010)
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| 815 | Andreas Nef, Freitag, 2. Januar 2015: Im Hettenbach-Stammbuch steht auch eine Notiz zur zweiten Ehe von August Oskar Henking (Kaufmann in "Wädenschwyl") mit Sabina Rheiner (1825 - 1908, Witwe von Karl David Henking) - es steht aber "ev" davor und wurde nachträglich mit Bleistift dazugefügt. Zu Anton Heinrich Ferdinand Henking und Marie habe ich keine Angaben gefunden. In the "Hettenbach" family tree is also a note to the second marriage of August Oskar Henking (merchant in "Wädenschwyl") with Sabina Rheiner (1825 - 1908, widow of Charles David Henking) - but it is "ev" written before and was subsequently added thereto with pencil ['ev' stands for 'enventuell' -> possibly]. With respect to Anton Ferdinand Heinrich Henking and Marie I have no data found. Oskar Henking wurde am 08. Januar 1823 in der Blumenegg bei goldach geboren, wo sein Vater, Heinrich Henking, ein überaus rühriger und unternehmenslustiger Mann, eine Fabrik betrieb. Seine Mutter war Adriane Wilhelmine Hettenbach von St. Gallen. Oskar war das drittälteste Kind einer sehr kinderreichen Familie. aus dieser ersten Ehe seines Vaters stammten nicht weniger als 18 Kinder und auch eine zweite Ehe, die sein Vater in wien einging, war mit zahlreichen Kindern gesegnet. Oskar Henking ist diesen Geschwistern die er fast alle überlebt hat, ein treuer und liebevoller Bruder gewesen. Der sehr tätige und aufgeweckte Knabe fand zunächst Arbeit in der väterlichen Fabrik. 1838 wurde er in der Linsebühlkirche zu St. Gallen, wo er als Knabe jeden Sonntag von Goldach her die Kinderlehre besucht hatte, konfirmiert. Er blieb während seines ganzen Lebens ein kirchlich gesinnter Mann, ein fleißiger Besucher des sonntäglichen Gottesdienstes, aber ein Feind jeder zur Schau getragenen Frömmigkeit. Nachdem sich der Jüngling eine Zeit lang bei einem Landwirt im Kanton Thurgau aufgehalten und dort die Landwirtschaft gelernt hatte, machte er eine treffliche kaufmännische Lehre in einem gross St.- Galler Konolialgeschäft durch und fand darauf Anstellung in einem Seidengeschäft in Wädenswil, wo er sich im Jahre 1850 mit Anna Fehr von Zürich vermählte. Der Ehe entstammte eine einzige Tochter, die im Jahre 1874 die Gattin von Thomas Casparis in Zürich wurde und ihren Vater mit zwei Enkelinnen erfreute, aber schon im Jahre 1877 durch ihren frühen Tod eine überaus schmerzliche Lücke im trauten Züricher Familienkreise zurückliess. Oskar Henking war ein mustergültiger Gatte und Vater, sein Familienleben ein sehr glückliches, bis ihm im Jahre 1875 seine treue Gattin entrissen wurde. Er hatte einige Jahre nach seiner Verheirtung in Zürich ein eigenes Geschäft angefangen und noch im seinem hohen Alter wusste er mit köstlichem Humor von seinen Geschäftsreisen, die er noch mit Pferd und Wagen durch die ganze Schweiz unternahm, zu erzählen. Zu Anfang der Siebziger Jahre trt er von seinem GEschäfte zurück. Er hatte seit jeher eine grosse Neigung, seine Kräfte in uneigennützigster Weie öfffentlichen und gemeinnützigen Bestrebungen zu widmen. Viele Jahre leistete er der Gemeinde Hottingen die wertvollstgen Dienste im Amte des Friedensrichters, zu welchem er sich durch seinen Rechtssinn, durch sein praktisches Wesen, durch seine vielseitige Erfahrung und vor allem durch die bewunderungswürdige GAbe, mit Menschen verschiedenster Lebenshaltungen zu verkehren und... ...zur rechten Zeit das rechte Wort zu finden, vortrefflich eignete. Eine Zeitlang war er auc Mitglied des Gemeinderates Hottingen und der Kirchenpfleger Neumünster. Daneben war er eines der tätigsten Mitglieder der gemeinnützigen Gesellschaft des Wahlkreises Nneumünster und des Aktienbauvereins Zürich. Eine grosse Anzahl von Einfamilien- und grösseren Häusern sind unter seiner Leitung entstanden. Für das Bauen hatte er immer eine grosse Vorliebe und seine kaufmännischen Kenntnisse trugen auch dazu bei, diese gemeinnützigen Bauunternehmungen gedeihen zu lassen. Auch an den Bestrebungen des Hausindustrievereins zur Beförderung einer lohnenden Hausindustrie nahm er hervorragenden Anteil. Bei der Cholera-Epidemie des Jahres 1867 in Zürich zeichnete er sich als Mitglied der Kommissionen durch seinen persönlichen Mut aus. Im Jahre 1876 verheiratete er sich in zweiter ehe mit Frau Sabine Henking, geborene Rheiner von St. Gallen, der Witwe eines frühverstorbenen Bruders, einer feinsinnigen Frau, die ihm bis zum Jahre 1908 als treue Lebensgefärtin zur Seite stand. Den Sohn, den sie ihm in die Ehe brachte, schloss er mit wahrhaft väterlicher Liebe in sein Herz ein. Im Jahre 1883 siedelte er nach Arbon über, in die Gegenden, in denen er seine Jugendzeit zugebracht hatte und für die er immer eine grosse Liebe bewahrt hatte. Auch da beteiligte er sich an gemeinnützigen Unternehmungen, gründete nach dem Muster von Zürich einen Aktienbauverein, der zahlreiche Familien zu einem schönen, gesunden Heim verholfen hat. Auch bei dem Bau des Krankenhauses und des Schulhauses an der Rebenstrasse war er mit seinem guten Rat und seiner reichen Erfahrung tätig. Da er auch ein warmes Herz für alle Bedürftigen und Notleidenden hatte, nahm er sich auch eifrig der Armenpflege an im Sinne einer wohl organisierten , zielbewussten Wohltätigkeit. Sein freundliches haus an der Rebenstrasse wurde bald der Sammelplatz seiner weitverbreiteten, zahlreichen Familie. Von allen Seiten, auch von Amerika, trafen die Familienmitglieder zum Besuche ein und sie fanden bei dem hochverehrten Senior der Familie stets die gastfreundlichste Aufnahme. Bis ins hohe alter hinein erfreute er sich einer rüstigen Gesundheit. Erst nach dem Tod seiner zweiten Gattin im Jahre 1908 machten sich die Altersbeschwerden mehr und mehr geltend und die zunehmende, körperliche Schwäche fesselte ihn in den letzten Jahren seines Lebens ans haus, doch blieb sein Geist bis in die letzten Wochen vor seinem Tode lebhaft. Er beschäftigete sich in regem Interesse mit dem Wohl und Wehe seiner näheren und entfernteren Familienmitglieder, mit den Vorgängen im engern und weitern Vaterlande. Seit einem Jahr trat ein von Woche zu Woche zunehmender Verfall der Kräfte de Greises ein. In den letzten 8 Wochen konnte er das Bett nicht mehr vedrlassen. In treuer Pflege einer, während 26 Jahren im dienste der Familie erpürobten dienerin sah er seinem Ende entgegen, das der todesmatte Erdenpilger herbeisehnte. Alle Beschweerden und Leiden seiones Zustandes trug er mit bewundernswürdiger Geduld und sein herzerquickender Humor verliess ihn nicht bis zu den letzten Lebenstagen. Am 29. Dezember 1913, vormittags um 11 4/4 Uhr wurde er durch einen sanften Tod von seinen Leiden erlöst. Er errreichte das hohe Alter von 90 Jahren, 9 Monaten und 21 Tagen. Allen, die ihn gekannt haben wird er in unvergesslicher Erinnerung bleiben. August Oscar Henking Lebenslauf, verfasst von Steif-Sohn Dr. Karl Heinrich Henking, Schaffhausen | RHEINER, Sabina (I7070)
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| 816 | Andronikos Dukas Angelos war ein Sohn des Admirals Konstantin Angelos und der Theodora Komnena, einer Tochter von Kaiser Alexios I. und Irene Dukaina. Er war somit ein Neffe Johannes’ II. und ein Cousin Manuels I. Andronikos hatte sechs Geschwister, darunter die Brüder Johannes und Alexios. Spätestens seit 1155 war er verheiratet mit Euphrosyne († 1195), Tochter (oder Nichte) des Theodoros Kastamonnites, mit der er sechs Söhne (Konstantin, Johannes, Alexios III., Theodoros, Andronikos, Isaak II.) und mindestens zwei Töchter (Theodora, Irene) hatte. Unter Manuel I. trat Andronikos Angelos als kaiserlicher Botschafter im Königreich Jerusalem auf und diente als Militärführer in Kleinasien. 1176 war er an der Schlacht bei Myriokephalon beteiligt, in der das byzantinische Heer gegen den Seldschukensultan Kılıç Arslan II. eine folgenschwere Niederlage erlitt. Als sich im Frühjahr 1182 Andronikos Komnenos anschickte, die lateinerfreundliche Regentschaft der Witwe Manuels I., Maria von Antiochia, und des Protosebastos Alexios Komnenos zu beenden, schloss sich Andronikos Angelos nach einer Niederlage seiner Truppen bei Charax in Bithynien dem Prätendenten an. Zusammen mit dem ebenfalls übergelaufenen Megas Dux Andronikos Kontostephanos ermöglichte er ihm den Einzug in Konstantinopel. Andronikos I. entpuppte sich alsbald als brutaler Willkürherrscher, der sich nach der Machtergreifung umgehend der Beseitigung möglicher Rivalen widmete. Das gewaltsame Vorgehen gegen die führenden Aristokratenfamilien führte zu einer Serie von Aufständen ranghoher Militärs, die noch unter Manuel I. Karriere gemacht hatten. Im Frühjahr 1183 wurden Andronikos Angelos und Andronikos Kontostephanos beschuldigt, sich gegen den Kaiser verschworen zu haben.[1] Während Kontostephanos gefasst und geblendet wurde, konnten Andronikos Angelos und seine Söhne nach Kleinasien fliehen (mit Ausnahme von Konstantin, der ebenfalls geblendet wurde). Isaak und Theodoros Angelos waren im Frühjahr 1184 zusammen mit Theodoros Kantakuzenos die führenden Köpfe der Rebellion in Nikaia und Prusa, die von Andronikos I. mit militärischer Gewalt niedergeschlagen wurde. | ANGELOS, Andronikos Dukas (I40258)
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| 817 | Andronikos Dukas war ein Angehöriger der byzantinischen Adelsfamilie Dukas, die mit Konstantin X. und Michael VII. zwei Kaiser des Byzantinischen Reiches stellte. Er stammte allerdings nicht aus der kaiserlichen Linie, ist daher von seinem gleichnamigen Vetter Andronikos Dukas zu unterscheiden, der ein jüngerer Sohn des Kaisers Konstantin X. und ein Bruder und Mitkaiser sowohl des Kaisers Michael VII., genannt Parakinakes (1071–1078) als auch des Konstantios Dukas war. Er war ein Sohn des Kaisar (Caesar) Johannes Dukas († ca. 1088), der zwar nur ein jüngerer Bruder des Kaisers Konstantin X. war, jedoch nach dessen Tod im Jahre 1067 zwei Jahrzehnte hindurch zu den einflussreichsten Mitgliedern des byzantinischen Hofes zählte und 1074 als Prätendent auf die Krone auftrat. Die Mutter von Andronikos war Irene Pegonitissa, eine Tochter des Generals Nikolaos/Niketas Pegonites | DUKAS, Andronikus (General unter Romanos IV.) (I36440)
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| 818 | Andronikos Komnenos war der zweitälteste Sohn des Kaisers Johannes II. und der Piroska-Irene. Er hatte einen älteren Bruder, den Kronprinzen Alexios, die beiden jüngeren Brüder Isaak und den späteren Kaiser Manuel sowie vier Schwestern namens Maria, Anna, Theodora und Eudokia. Im Jahr 1122 wurden Andronikos und seine beiden jüngeren Brüder Isaak und Manuel von Johannes II. in einer prachtvollen Zeremonie im Großen Palast von Konstantinopel zu Sebastokratoren erhoben; gleichzeitig wurde Alexios zum Mitkaiser (Symbasileus) gekrönt. Über Andronikos’ Leben ist ansonsten wenig bekannt, doch scheint er seinen Vater auf dessen Feldzügen an der Donau sowie in Kilikien und Syrien begleitet zu haben. 1133 nahm Andronikos zusammen mit seinen Brüdern am Triumphzug teil, den Johannes II. in Konstantinopel anlässlich der Rückeroberung Kastamons von den Danischmenden abhielt. Als der Mitkaiser Alexios am 2. August 1142 bei einem Aufenthalt in Attaleia in Pamphylien einer Fieberkrankheit erlag, avancierte Andronikos Komnenos zum Thronfolger. Gemeinsam mit seinem Bruder Isaak sollte er Alexios’ Leichnam nach Konstantinopel überführen. Er erkrankte aber kurz vor dem Antritt (oder während) der Schiffsreise ebenfalls und starb. Andronikos wurde in der Pantokrator-Kirche, der Grablege der Komnenen, beigesetzt. Er hinterließ seine Frau Irene Aineiadissa († 1150/51) mit den Kindern Maria, Johannes, Theodora, Eudokia und Alexios. | KOMNENOS, Andronikos (I35971)
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| 819 | Andronikos war der zweitälteste Sohn des Kaisers Alexios I. und der Irene Dukaina und somit ein jüngerer Bruder des späteren Kaisers Johannes II. Seine Schwester Anna Komnena bezeichnete ihn als ihren Lieblingsbruder. Im Jahr 1116 war Andronikos, der spätestens zu diesem Zeitpunkt die hohe Würde eines Sebastokrators (Vizekaisers) bekleidete, als junger Heerführer an der für Byzanz siegreichen Schlacht bei Philomelion gegen den Seldschukensultan Malik Schah I. beteiligt. Zusammen mit Johannes II. und dem Megas Domestikos Johannes Axuch vernichtete er 1122 in einer Schlacht bei Beroia die von Norden über die Donau ins byzantinische Thema Paristrion eingedrungenen Petschenegen. Andronikos Komnenos starb 1130 oder 1131 in einem schweren Unwetter in Kleinasien. Sein Leichnam wurde von Irene Dukaina und dem Kaisar Nikephoros Bryennios mit dem Schiff nach Konstantinopel überführt. | KOMNENOS, Andronikos (I36438)
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| 820 | Anfang des 10. Jahrhunderts versuchte Graf Werner auf Kosten der Kirche sein Territorium zu erweitern. Im Verlauf der daraus resultierenden Auseinandersetzungen mit dem Bistum Speyer ließ er 913 Bischof Einhard I. blenden, woran dieser starb. Auch im Remigiusland bei Kusel agierte er ähnlich mit Besitztümern des Erzbistums Reims. Der gewaltsame Tod des Speyerer Oberhirten wurde drei Jahre später auf der Synode von Hohenaltheim durch Bischof Richowo von Worms im Auftrag des päpstlichen Legaten Petrus von Orte untersucht. | VON LOTHRINGEN, Graf Graf Werner V. (Salier) (I11044)
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| 821 | Anfang des 10. Jahrhunderts versuchte Graf Werner auf Kosten der Kirche sein Territorium zu erweitern. Im Verlauf der daraus resultierenden Auseinandersetzungen mit dem Bistum Speyer ließ er 913 Bischof Einhard I. blenden, woran dieser starb. Auch im Remigiusland bei Kusel agierte er ähnlich mit Besitztümern des Erzbistums Reims. Der gewaltsame Tod des Speyerer Oberhirten wurde drei Jahre später auf der Synode von Hohenaltheim durch Bischof Richowo von Worms im Auftrag des päpstlichen Legaten Petrus von Orte untersucht. Die Salier waren ein ostfränkisches Adelsgeschlecht im römisch-deutschen Reich des 10. bis 12. Jahrhunderts. Ihr Stammgebiet war Speyergau, Wormsgau und Nahegau. Später waren sie phasenweise Herzöge von Lothringen und Franken. Von 1024 bis 1125 kamen aus diesem Geschlecht die römisch-deutschen Könige und Kaiser. Das Jahrhundert der salischen Kaiser gilt als das Jahrhundert, in dem die dramatische Auseinandersetzung zwischen Kaiser- und Papsttum um die Frage ihren Anfang nahm, ob die Kirche ein höheres göttliches Recht gegenüber den weltlichen Herrschern besitze oder nicht eher umgekehrt[1]. Die Salier sind nicht zu verwechseln mit den Salfranken des 3./4. Jahrhunderts, die als Erste den Namen „Salier“ führten. | (SALIER), Werner V. (I37179)
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| 822 | Anfang des 17. Jahrhunderts war Wattenscheid mit ungefähr 700 Einwohnern die bevölkerungsreichste Freiheit der Grafschaft Mark. Während des Dreißigjährigen Krieges war Wattenscheid von 1623 bis 1629 von spanischen Reitern besetzt und wurde 1635 durch ein Feuer nahezu vollständig zerstört. | GROLMANN, Johann (I1067)
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| 823 | Angeblich stammt sein Name Rollo der Geher daher, dass ihn aufgrund seiner Körpergröße kein Pferd tragen konnte und er daher den gesamten Landweg von Skandinavien bis Frankreich zu Fuß gehen musste. Möglicherweise sollte damit erklärt werden, warum gerade Rollo das Gebiet übertragen wurde, obwohl er sich doch selbst nur Primus inter pares nannte und eigentlich nicht einmal Stammesfürst war. Aus Ausgrabungen geht jedoch hervor, dass Pferde in Skandinavien zur damaligen Zeit nur eine Widerristhöhe von ca. 1,1 bis 1,3 m hatten. Er schloss mit Karl dem Einfältigen 911 den Vertrag von Saint-Clair-sur-Epte. Rollo ließ sich taufen, seitdem nannte er sich Robert. Nach der Taufe erhielt er ein Gebiet am Unterlauf der Seine als Lehen. Flodoard von Reims, der zeitlich den Ereignissen nahestand, nennt ihn nicht namentlich. Vielmehr wird er dort als „princeps Normannorum“ bezeichnet. Die Grafschaft Rouen ist der Ursprung der heutigen Normandie. In erster Ehe war Rollo mit Poppa von Bayeux verheiratet. Mit ihr hatte er eine Tochter, Adele, Herzogin von Poitou, und einen Sohn, Wilhelm (900–942). In einem Klagelied auf dessen Tod heißt es, er sei von einem „transmarinus pater“ (einem Vater von jenseits des Meeres) gezeugt worden in „errore paganorum permanente“ (in einem dauernden heidnischen Irrtum). Der Chronist Richer von Reims (888–995), beschreibt ihn als „dux Rollo, fili Catilli“ (Herzog Rollo, Sohn des Catillus), ein Anführer von Piraten („pyratae“), die Neustrien und das Loiregebiet verheerten.[3] In einem Translationsbericht aus dieser Zeit werden er und seine Wikinger als beutegierig und grausam geschildert, ihnen wird auch Folter vorgeworfen.[3] In zweiter Ehe soll er Gisela, eine Tochter Karls des Einfältigen, geheiratet haben.[4] Nach seinem Tod wurde er in der Kathedrale von Rouen bestattet. Seine Nachfolger nannten sich Herzöge der Normandie und waren in das christliche Feudalsystem des frühen Frankreich integriert. Dessen Richtlinien lieferten dann auch später die Rechtsgrundlage für die Eroberung Englands durch einen Nachfolger Rollos. Rollo ist ein direkter Vorfahre Wilhelms des Eroberers (1027–1087). | (NORMANDIE), Rollo (I37626)
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| 824 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I7130)
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| 825 | Angesehenes altes Basler Geschlecht, das v.a. im 15. und 16. Jh. das polit. und wirtschaftl. Geschehen der Stadt prägte. Der Name taucht in den Basler Urkunden zum ersten Mal 1302 im Zusammenhang mit dem Verkauf von Ländereien in Blotzheim auf. Die Herkunft der I. ist unbekannt, sie müssen aber schon um 1400 zu den begüterten Kaufmannsfam. gehört haben. Sie betrieben über drei Generationen bis in die 1520er Jahre mit der Lombardei bzw. den Hzg. von Sforza in Mailand Handel mit Stahl, Kupfer, Textilien, Korn und dem in Basel neuen Produkt Reis (Balthasar ->). Die Familienmitglieder, von denen die meisten Ratsherren oder Zunftmeister wurden, gehörten der Schlüssel- und der Safranzunft an. Einzelne Mitglieder der I. vertraten die Stadt Basel in versch. Streitigkeiten oder waren selber darin verwickelt. | IRMI, Hans (I3180)
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| 826 | Angostura ist ein Bitterlikör, den ein deutscher Arzt mit dem Namen Johann Gottlieb Benjamin Siegert zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Venezuela ursprünglich als Arznei gegen Tropenkrankheiten entwickelte. Johann Gottlieb Benjamin Siegert wuchs mit acht Geschwistern als Sohn des Küchenmeisters der Ritterakademie Liegnitz, Johann Christoph Siegert, in Groß Walditz auf. Er studierte in Berlin Medizin. 1815 nahm er als Feld-Chirurgus und Wundarzt an der Schlacht bei Waterloo auf Seiten Preußens unter Gebhard Leberecht von Blücher teil und wurde mit der Kriegsmedaille ausgezeichnet. Anschließend nahm er sein Medizinstudium in Berlin wieder auf. Aufgrund einer heftigen Auseinandersetzung mit seinem ältesten Bruder, der ihm sein Studium finanziert hatte, floh er nach Hamburg. Dort war der Gesandte Lopez Mendez im Auftrag von Simón Bolívar auf der Suche nach fähigen Offizieren. Auf Vermittlung des Generals von Eben ernannte ihn Lopez zum Regiments-Chirurgus der Armee des südamerikanischen Freiheitskämpfers. Am 25. Februar 1820 trat er auf einer Brigg die Reise nach Angostura (heute Ciudad Bolívar) an, das er mit einem Zwischenhalt in St. Thomas am 1. August 1820 erreichte. Bis auf einen kurzen Feldzug mit den Truppen Bolívars (bei dem er vermutlich seine erste Frau kennenlernte) hat er Angostura nicht mehr verlassen. In Angostura wurde ihm die Leitung des Militär-Hospitals übertragen. Er wurde zum Stadt-Physikus ernannt und übernahm zusätzlich die Leitung des Stadt-Hospitals sowie der Apotheke. Er führte eine gut gehende Praxis und brachte es zu hoher Anerkennung und Wohlstand. Selbst erkrankte er gleich zu Beginn an Gelbfieber und anderen Tropenkrankheiten, was ihn dazu veranlasste, für sich selbst und seine Klientel nach wirksamen Arzneien zu forschen. 1824 gelang es ihm, aus zahlreichen pflanzlichen Zutaten ein Tonikum zu extrahieren, das sich als wirksam gegen Magen- und Darmkrankheiten, Diarrhoe und Ruhr erwies. Offiziere, Kapitäne, Matrosen und Chef von Handelshäusern nahmen begeistert Flaschen davon mit nach Europa, wo sich der Ruf rasant verbreitete. An fast allen Königshöfen wurde das Tonikum sehr geschätzt, auf Weltausstellungen mit Goldmedaillen ausgezeichnet. Eine ist auf dem Original-Etikett abgebildet. Die schnell ansteigende Nachfrage zwang Siegert dazu, bis auf die Leitung des Militär-Hospitals alle seine ärztlichen Verpflichtungen aufzugeben und sich nur der Produktion des „Amargo de Angostura Segun Secreta de J.G.B. Siegert“ zu widmen. Nach dem Tod seiner ersten Frau, der Kolumbianerin Maria Pastora del Pilar Araujo Flores, mit der er vier lebende Kinder hatte, heiratete er ein zweites Mal, Maria Bonifacia Isabel Gómez de Zaa y Doazán, mit der er sechs lebende Kinder hatte. Er starb am 18. September 1870. Drei seiner Söhne führten das Geschäft fort, verlegten es 1875 nach Port of Spain auf Trinidad und brachten es dort zu Reichtum. Unabhängigkeitskriege in Südamerika Im Norden Südamerikas kämpften die Separatisten unter der Führung von Simón Bolívar gegen Spanien. Einem Gesandten Bolívars war es gelungen, Siegert wegen seiner medizinischen Ausbildung und seiner Erfahrungen im Krieg gegen Napoleon für den Einsatz im südamerikanischen Freiheitskampf zu verpflichten. Siegerts Erfahrung und sein Talent führten unmittelbar nach Eintreffen in Angostura zu seiner Ernennung als Leitender Arzt des dortigen Militär-Hospitals. Während „es eine gut dokumentierte Geschichtsschreibung über die britische Unterstützung und über die Hilfe französischer Offiziere gibt, wissen wir dagegen so gut wie nichts über die Hilfe, die uns Deutschland im Krieg gegen Spanien gab“. Die „Berichte über die Söhne des großherzigen und edelmütigen Deutschland welche ebenso in Südamerika für die Freiheit kämpften, sind dürftig“, beklagte César García Rosell in Lima Anfang der 1960er Jahre. In der Tat verlaufen die Spuren der meisten „deutschen Legionäre“ in Südamerika im Sand. In der mutmaßlich umfangreichsten Liste Freiwilliger aus den deutschen Ländern des frühen 19. Jahrhunderts in der Armee von Bolívar von Günter Kahle aus dem Jahr 1980 fehlt allerdings der Name des Arztes, Botanikers und Erfinder des Angosturabitters Johann Gottlieb Benjamin Siegert. Von den wahrscheinlich 6000 europäischen Legionären waren etwa 300 Deutsche. Von allen Europäern überlebten wohl nur 150 die Kämpfe, die schlechte Verpflegung und Krankheiten wie Cholera, Typhus oder Denguefieber. „Die Legionäre hatten von einem Dorado geträumt“, sie fanden aber ein Angostura, das „aus Lehmbaracken oder Ziegelhütten bestand. Unmittelbar dahinter begann der Busch“. Die Felder waren vernachlässigt. „Malaria, Pocken und Gelbfieber gingen um.“ „Die Nahrungsmittel waren knapp und für europäische Mägen unverdaulich.“ So Gerhard Masur, der deutschstämmige Biograf Bolívars. „Nun war das Paradies […] mit reichlich Hölle unterfüttert“ führt der Freiburger Peter-Paul Zahl aus, der 1985 nach Jamaika ausgewandert ist. 1821 verließ Bolívar Angostura westwärts, Siegert blieb zurück und kümmerte sich um die Kranken und Verwundeten in der „Seuchenhölle“, wie die Stadt im Regenwald oft bezeichnet wurde. Tonikum Der an die Arzneien und Heilmittel seiner Heimat gewöhnte Arzt war, als er mit 24 Jahren seine Aufgaben in den Tropen übernahm, auf Mittel angewiesen, die ihm von Eingeborenen empfohlen wurden, oftmals basierend auf purem Aberglauben. Also war Siegert gezwungen, eigene Forschungsarbeiten mit heimischen Kräutern und Wirkstoffen zu beginnen. Nach vier Jahren war die Formel für ein Kräutertonikum gegen Magen- und Darmkrankheiten soweit ausgereift, dass er es in seiner Privatpraxis in der Stadt am Ufer des Flusses Orinoco erfolgreich bei europäischen Patienten einsetzen konnte, die nach der wochenlangen Seereise an Koliken, Ruhr, Durchfall und anderen tropischen Krankheiten litten. Der Erfinder nannte sein Stärkungsmittel „Amargo Aromático del Dr. Siegert“ oder „Amargos aromáticos“. Unter seinen Kollegen fanden Siegerts Verdienste schnell Anerkennung. Seefahrer mischten Angostura mit Gin und brachten es in ihre Heimat. Europäische Söldner, Seeleute und Händler machten das Tonikum in der ganzen Welt bekannt. Als seine Erfindung immer beliebter wurde, gab Siegert seinem Stärkungsmittel eine neue Bezeichnung. Er wählte den Namen der Stadt, in der er lebte: „Angostura Aromatic Bitters“. Siegert gab seinen Beruf als Arzt auf und verschrieb sich ganz der Herstellung seiner Medizin. Im Jahr 1830 begann er mit dem Export nach Trinidad und England. Er starb 1870. Erben Nach Simón Bolivars Rücktritt vom Amt des Präsidenten erschütterten Venezuela ständige Unruhen und Revolutionen. Für die Söhne Siegerts wurde es unmöglich, ihr Geschäft weiterhin in Venezuela zu führen. 1875 gelang es Carlos Damaso, Alfredo Cornelio und Luis Benjamin, die Gerätschaften heimlich aus Cd. Bolivar nach Port-of-Spain zu schmuggeln und dort ständig wachsende Produktionsstätten zu errichten. Aus dem Heilmittel war inzwischen ein weltweit geschätztes Genussmittel geworden. Die immens steigende Nachfrage bescherte ihnen und den direkten Nachkommen ein bedeutendes Vermögen an Immobilien, Zuckerrohr-Plantagen und Rum-Fabriken. Sie erbauten ein ganzes Stadtviertel, durch das heute noch 7 Siegert-Straßen führen. Ein Hamburger Handelshaus ließ eigens für den Transport des Bitters in alle Welt einen Dreimaster bauen und taufte ihn auf „Dr. Siegert“. Das Siegert-Museum in Port-of-Spain (House of Angostura/Museum) erinnert an dieses Kapitel der Industrie-Geschichte. | SIEGERT, Johann Gottlieb (I54957)
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| 827 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I7129)
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| 828 | Anmerkungen und Literatur 1397 als Erbin des Steinberger Lehns genannt H.C. Scheibler / K. Wülfrath, Westdeutsche Ahnentafeln, Weimar 1939, S. 615 | VON VAERST, Gosteke (I44568)
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| 829 | Anmerkungen und Literatur 1688-1716 Hilfsprediger und Pfarrer in Ründeroth B. Koerner / E. Strutz, Bergisches Geschlechterbuch 3 (DGB 83), Görlitz 1935, S. 83 A. Rosenkranz, Das Evangelische Rheinland II, Düsseldorf 1958, S. 163 J. Gruch, Die evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer im Rheinland II, Bonn 2013, Nr. 4112 | GOES, Caspar (I46227)
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| 830 | Anmerkungen und Literatur 1716-1747 Pfarrer in Ründeroth B. Koerner / E. Strutz, Bergisches Geschlechterbuch 3 (DGB 83), Görlitz 1935, S. 83 f. H.C. Scheibler / K. Wülfrath, Westdeutsche Ahnentafeln, Weimar 1939, S. 461 A. Rosenkranz, Das Evangelische Rheinland II, Düsseldorf 1958, S. 163 J. Gruch, Die evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer im Rheinland II, Bonn 2013, Nr. 4113 J. Gruch, Die evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer im Rheinland III, Bonn 2018, Nr. 8740 | GOES, Caspar (I46226)
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| 831 | Anmerkungen und Literatur 1781-1805 Pfarrer in Nümbrecht A. Rosenkranz, Das Evangelische Rheinland II, Düsseldorf 1958, S. 201 J. Gruch, Die evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer im Rheinland II, Bonn 2013, Nr. 5102 | HENGSTENBERG, Johann Friedrich Heinrich (I2795)
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| 832 | Anmerkungen und Literatur B. Koerner / E. Strutz, Bergisches Geschlechterbuch 3 (DGB 83), Görlitz 1935, S. 84 („Anna Katharina Elisabeth“) J. Gruch, Die evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer im Rheinland II, Bonn 2013, Nr. 4113 („Maria Elisabeth“) | SAUER, Maria Elisabeth (I25093)
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| 833 | Anmerkungen und Literatur B. Koerner / H. Knodt, Hessisches Geschlechterbuch 3 (DGB 52), Görlitz 1927, S. 737 B. Koerner / H. Knodt, Hessisches Geschlechterbuch 6 (DGB 66), Görlitz 1929, S. 420 f. H.C. Scheibler / K. Wülfrath, Westdeutsche Ahnentafeln, Weimar 1939, S. 413, 437 B. Koerner / T. Dreyer, Westfälisches Geschlechterbuch 1 (DGB 108), Görlitz 1940, S. 580 https://de.wikipedia.org/wiki/Catharina_Elisabeth_Goethe | TEXTOR, Catharina Elisabeth (I23421)
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| 834 | Anmerkungen und Literatur B. Koerner / H. Scheele, Pommersches Geschlechterbuch 1 (DGB 40), Görlitz 1923, S. 456 H. Gerpott, Die Familie Gerpott, München 1980, S. H | STEIFENSAND, Amalia Katharina (Amalie) (I2806)
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| 835 | Anmerkungen und Literatur bei Wetter (Ruhr) H.C. Scheibler / K. Wülfrath, Westdeutsche Ahnentafeln, Weimar 1939, S. 592, 615 | VON MALLINCKRODT, Johannes (I47445)
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| 836 | Anmerkungen und Literatur Besitzer eines Ritterguts in Lauersfort; am 15.10.1840 unter dem Namen „von Rath“ in den Adelsstand erhoben B. Koerner, Genealogisches Handbuch bürgerlicher Familien (= DGB) 11, Berlin 1904, S. 367 G. von Eynern, Die Unternehmungen der Familie vom Rath, Bonn 1930, S. 207 ff., 346 http://www.bemberg.net/is01/is01_215.htm | VOM RATH, Johann Peter (I47280)
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| 837 | Anmerkungen und Literatur Direktor der Universitätsbibliothek Bonn H.L. von Beckerath, Stammbaum von Beckerath nebst Descendenz, Krefeld 1903, S. 17, 76 G. von Eynern, Die Unternehmungen der Familie vom Rath, Bonn 1930, S. 348 O. von Beckerath, Familie von Beckerath II, Krefeld 1936, S. 30 | VON RATH, Erich Alexander Aurel (I47374)
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| 838 | Anmerkungen und Literatur H. Gerpott, Die Familie Gerpott, München 1980, S. H | GERPOTT, Karl Heinrich Emil (I2808)
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| 839 | Anmerkungen und Literatur in der Firma „Gebr. von Beckerath“ in Krefeld Taufeintrag (IGI): „Gerhard von Beckerath“, Eltern „Heinrich von Beckerath“ und „Margareth Rahr“ H.L. von Beckerath, Stammbaum von Beckerath nebst Descendenz, Krefeld 1903, S. 9, 16 f., 46, 72 f., 112, 140 O. von Beckerath, Familie von Beckerath II, Krefeld 1936, S. 13, 16, 27 | VON BECKERATH, Gerhard (I47349)
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| 840 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I5189)
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| 841 | Anmerkungen und Literatur J.H.C. Scheibler, Geschichte und Geschlechts-Register der Familie Scheibler, Köln 1895, S. 4 f. L. Gerstein, Ahnentafel der Familien Schmemann und Gerstein, Hagen 1934, S. 57 B. Koerner / K. Fix, Eifeler Geschlechterbuch 1 (DGB 99), Görlitz 1938, S. 644 B. Koerner, Deutsches Geschlechterbuch 100, Görlitz 1938, S. 54 H.C. Scheibler / K. Wülfrath, Westdeutsche Ahnentafeln, Weimar 1939, S. 435, 498 B. Koerner / T. Dreyer, Westfälisches Geschlechterbuch 1 (DGB 108), Görlitz 1940, S. 577 | SCHEIBLER, Johannes II. (I25055)
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| 842 | Anmerkungen und Literatur Lizentiat und Advokat auf dem Romberg im damaligen Herzogtum Berg Heiratseintrag (IGI): „Johan Ludwig Christian Schoeler“, Eltern nicht genannt H. Henniges / H. Voges, Chronik der Familie Löbbecke, Braunschweig 1911, S. 119 | SCHÖLER, Johann Ludwig Christian (I25109)
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| 843 | Anmerkungen und Literatur Seidenfabrikant in der Firma „Gerhard Lingen & Co.“ in Krefeld H.L. von Beckerath, Stammbaum von Beckerath nebst Descendenz, Krefeld 1903, S. 9, 37, 43 ff. O. von Beckerath, Familie von Beckerath II, Krefeld 1936, S. 13 W. Weidler / K.-E. Schultze, Niedersächsisches Geschlechterbuch 6 (DGB 122), Glücksburg 1957, S. 187 http://beckerath.info/index.php?Schloss_Cracau | VON BECKERATH, Heinrich (I47353)
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| 844 | Anmerkungen und Literatur „van Mallincrode de Mesekenwerke, Herbord“, genannt 1348-1415 zu den Vorfahren s. ausführlich H.C. Scheibler / K. Wülfrath, Westdeutsche Ahnentafeln, Weimar 1939, S. 615 Anita M. Mallinckrodt, From Knights to Pioneers, One German Family in Westphalia and Missouri, Southern Illinois University Press 1994, 17 f. | VON MALLINCKRODT, Herbord (I44567)
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| 845 | Anmerkungen und LiteraturBibliografie B. Koerner / H. Scheele, Pommersches Geschlechterbuch 1 (DGB 40), Görlitz 1923, S. 456 | KAUERT, Johann Friedrich (I222)
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| 846 | Anmerkungen zum Vater (Conrad): 1413 Bürger allhier. Er war ein Mitgennoß der ordel [ordentlichen] Gesellschaft zur Katze in Constanz, und führte einen Stierkopf im Wappen (Gmünd.). Er hatte Haus, Reben, Wiesen u. Torggel an dem Eichhorn bei Peters Hausen, so er seinen beiden Söhnen zum Voraus vermachte, und gab jedem seiner Kinder 1400 lb Heller Heirathsgut, und seine übrigen Mittel sollten alle Kinder zu gleichen Theilen theilen. Quelle: Bürgerbuch 1970 der Ortsbürger-Gemeinde St.Gallen Der Name deutet auf die Herkunft vom Hof Zollinchovun bei Landschlacht am Bodensee (837-1396 urkundlich erwähnt und vermutlich identisch mit dem heutigen Weiler Seedorf). In Konstanz taucht 1324 ein Hans Zollikover auf, der dort ein Haus an der Mordergasse besitzt. 1389/90 sitzt ein Zollikoven im Rat der Stadt Konstanz, vielleicht Vater des 1419 erwähnten Konrad, 1365-1443, des Stammvaters des Geschlechtes [in St.Gallen]. Seines Zeichens Metzger, Zunftmeister und Ratsherr, trieb er auch Handel mit Vieh, Häuten, Leinwand und war massgeblich an den Konstanzer Zunftaufständen beteiligt. Von seinen beiden Söhnen ist Hans, 1395 bis etwa 1470, seit 1432 und Jos, 1398 bis etwa 1476, seit 1457 in St.Gallen nachgewiesen. Beide gelangten in den Rat und wurden 1466 in die Notensteiner-Innung aufgenommen, in der die Familie ständig bis 1798 inkorporiert war. Die Gesellschaft Zur Katz war eine Vereinigung einflussreicher Familien in Konstanz, die bald nach 1342 gegründet wurde; das genaue Gründungsdatum ist nicht bekannt, jedoch 1351 wurden die Mitglieder in den Steuerlisten der Stadt aufgeführt. Sie diente vordergründig der Geselligkeit, hatte jedoch in erster Linie politische und wirtschaftliche Funktionen und ähnelte darin den politischen Zünften des ausgehenden Mittelalters. Zunächst bestand sie als reine „Geschlechtergesellschaft“, als Vereinigung der Familien, die im Groß- und Fernhandel mit Leinwand zu Reichtum und Ansehen gelangt und bereits in den Stadtadel aufgestiegen waren. Die bürgerlichen Leinwandhändler gehörten hingegen der Krämerzunft an und waren Mitglieder der Gesellschaft Zum Rosgarten. https://de.wikipedia.org/wiki/Zur_Katz_(Konstanz) | ZOLLIKOFER VON CONSTANZ, Conrad (I6056)
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| 847 | Anna Catharina vom Büchel, auch Buchel (* 23. Februar 1698 in Elberfeld; † 13. November 1743 in Ronsdorf, beide heute Stadtteile von Wuppertal), war Zionitin und wurde von ihren Anhängern als Prophetin und Zionsmutter verehrt. Leben Anna Catharina vom Büchels Großvater zog um 1660 vom Hof Büchel bei Remscheid in das vorindustrielle Elberfeld. Seine Enkelin Anna Catharina war die Tochter eines Bäckers. Seit etwa 1722 hatte sie Verzückungen und Gesichte. Ab 1726 hielt sie in Elberfeld regelmäßig pietistische Erbauungsstunden ab, die von der reformierten Kirche zunächst geduldet wurden. Sie war als Dienstmädchen im Hause der Familie Bolckhaus angestellt, wo sie vermutlich erstmals ihren späteren Ehemann Elias Eller antraf, einen wichtigen Vertreter des späten Radikalpietismus. Dieser soll ihr in privaten Erbauungsstunden die Offenbarung des Johannes Offb 21,1–2 EU erklärt haben, die besagt, dass bei der Apokalypse, dem Jüngsten Gericht und dem Endkampf zwischen Gott und dem Teufel Gott als Sieger hervorgehen wird. Daraufhin werden die Erde und der Himmel erneuert und eine Stadt wird aus dem Himmel herabfahren: das neue Jerusalem. Büchel zeigte sich hiervon besonders inspiriert. Ab spätestens 1726 verkündete sie, dass sie berufen sei, mit Elias Eller (1690–1750) einen neuen Heiland zu zeugen. Zunächst beschlossen ihre Anhänger, innerhalb einer von Eller mitgetragenen Philadelphischen Societät als Pietistische Gesellschaft oder Konventikel, ähnlich wie zuvor Jane Leade in England, das geistlich-religiöse Leben zu befruchten. In dieser Elberfelder Sozietät trat Büchel als Prophetin bald regelmäßig auf und konnte schnell eine feste Gruppe von Anhängern um sich sammeln. Schon im ersten Jahr ihrer Prophezeiungen wurden fünfzig Haushalte zu der Bewegung gezählt. Die Offenbarungen Annas wurden von Eller in einem Buch aufgezeichnet, das den Namen Ronsdorfer Hirtentasche trägt. Die Anhänger wurden in ein Verzeichnis aufgenommen und als Versiegelte bezeichnet. Dieses Verzeichnis war ein Teil der Hirtentasche und ist erhalten.[1] Herausragende Anhänger waren reformierte Theologen wie Daniel Schleyermacher (1695–1776)[2] und Peter Wülffing (1701–1776) aus Solingen. Die Prophetin Anna vom Büchel wurde von ihren Anhängern Mutter Zion genannt, Elias Eller nannten sie Vater Zion. Daneben hatte sie weitere Ehrbezeichnungen wie Hütte Gottes bei den Menschen, Mutter Jerusalem oder Arche des Testaments. Kontinuierlich forderte Büchel zum Auszug aus Elberfeld auf, das sie mit Babel gleichsetzte. Möglicherweise hatte sie Kenntnisse von den in pietistischen Kreisen verbreiteten und beliebten, anonym verfassten prophetischen Wunderreden. Der Inhalt dieses Büchleins lässt sich summarisch auf zwei Punkte reduzieren: Babel muss untergehen Jerusalem muss aufgebaut werden Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sie eine der Predigten des späteren Zioniten Peter Wülffing gehört hatte, der mehrmals in Elberfeld predigte. Diese Predigten waren von der Idee einer reinen, wahren, zionitischen Kirche durchdrungen, die sich von der Umgebung abzusondern habe. Unter anderem prophezeite Büchel, dass sie und Elias Eller das neue Zion aufbauen würden und dass ihnen ein Sohn geboren werde, der als neuer Messias die Welt beherrschen werde (siehe auch Offb 12,5 EU). Im Alter von 36 Jahren heiratete sie am 26. Januar 1734 Elias Eller, nachdem dieser sich 1727 von seiner ersten Frau Katharina Bolckhaus getrennt hatte und sich 1733 hatte scheiden lassen. Bereits 1727 hatte Eller angekündigt, Frau Büchel heiraten zu wollen. Am 4. Juli 1734 wurde der erste Sohn Benjamin geboren, der jedoch am 21. November 1735 überraschend verstarb. Im Juli 1736 gebar sie die Tochter Anna, die im August desselben Jahres verstarb. 1738 wurde am 1. Januar Sarah (gestorben 1770) und ein Jahr darauf am 6. Dezember Rahel geboren. 1737 begann der Aufbau einer eigenen Siedlung namens Ronsdorf. Die Führung des Auszuges aus Elberfeld nach Ronsdorf sollte unter Büchels und Ellers Anleitung geschehen; beide seien aus dem Stamme Juda, dem Geschlecht Davids, entsprossen, und beide würden nun das Tausendjährige Reich herbeiführen. Eller begann im Frühjahr ein Stück Wald zu roden, und noch im selben Jahr zogen die ersten Zioniten aus Elberfeld in die neue entstehende Siedlung, welche die Anhänger der philadelphischen Sozietät als das Himmlische Jerusalem ansahen. Im weiteren Verlauf des Aufbaus der Siedlung trat Anna vom Büchel in den Hintergrund; sie hielt zwar weiterhin Aussprachen und wurde als Prophetin verehrt, doch eine dominierende Rolle kann ihr anhand der Quellen nicht nachgewiesen werden. Sie lebte mit Eller in ihrem geräumigen neuen Haus, das als Stiftshütte bezeichnet wurde, und hielt dort ihre Versammlungen ab. Nach den Aufzeichnungen von Jakob Bolckhaus soll Anna vom Büchel am 13. November 1743 um drei Uhr morgens sanft entschlafen sein. So bezeugt es auch ein Protokoll, das, unterschrieben von 54 Gemeindemitgliedern, beim preußischen König Friedrich II. in Berlin eingereicht wurde. Nach anderen Quellen verstarb sie plötzlich in der Gaststätte des Johann Caspar Bosselmann oder wurde kurz nach einem Gastmahl ebenda gefunden. Die Umstände deuten auf einen Schlaganfall hin. Sonstiges In Ronsdorf ist eine Straße nach Elias Eller benannt. Feministische Theologinnen und Historikerinnen forderten eine Umbenennung der „Elias-Eller-Straße“ in eine „Anna-vom-Büchel-Straße“, um auf die zentrale Rolle ihrer Visionen in der Geschichte der Ronsdorfer Sekte und auf ihr Lebensschicksal aufmerksam zu machen. | VOM BÜCHEL, Anna Katharina (I48537)
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| 848 | Anna Dalassene war seit 1044 die Ehefrau des Domestikos der Scholen Johannes Komnenos und somit Schwägerin des Kaisers Isaak I. Als dieser 1059 abdankte, versuchte Anna vergeblich, ihren Ehemann als Nachfolger gegen Konstantin Dukas durchzusetzen. Nach Konstantins Tod unterstützte sie dessen Witwe Eudokia Makrembolitissa und den Usurpator Romanos Diogenes. 1072 wurde Anna zusammen mit ihren noch lebenden Söhnen auf die Prinzeninsel Prinkipo verbannt. Grund war der Vorwurf, sie hätten sich zusammen mit dem nach der Schlacht bei Manzikert abgesetzten Romanos gegen Michael VII. und dessen Onkel, den Kaisar Johannes Dukas, verschworen. Auf Veranlassung des neuen De-facto-Regenten Nikephoritzes kehrte Anna Dalassene 1073 nach Konstantinopel zurück. Bei Hofe nutzte sie in der Folgezeit ihren Einfluss auf Kaiserin Maria von Alanien, um die Mitglieder ihrer Sippe in führende Positionen zu bringen. Als die Komnenen sich 1081 gegen Kaiser Nikephoros III. erhoben, wurde Annas Sohn Alexios, der durch seine Ehe mit Irene Dukaina direkt mit der Kaiserdynastie der Dukai verbunden war, zum Basileus ausgerufen. Anna Dalassene erwies sich als tatkräftige Unterstützerin ihres Sohnes, der sie zum Dank mit der Würde einer Augusta auszeichnete. In der byzantinischen Hofhierarchie konkurrierte sie mit dessen Adoptivmutter Maria von Alanien sowie ihrer Schwiegertochter Irene Dukaina um Macht und Einfluss, wobei sie unter anderem die Erziehung ihrer Enkelin Anna Komnena vollständig an sich zog. Als Alexios I. unmittelbar nach seinem Herrschaftsantritt gegen die Normannen, die unter Robert Guiskard in das Thema Dyrrhachion eingefallen waren, ins Feld zog, fungierte seine Mutter in seiner Abwesenheit als Regentin, ebenso 1094 und 1095 während der Kriege gegen den Serbenfürsten Vukan und die Kumanen unter dem Prätendenten Pseudo-Diogenes. An ihrem Lebensende ging Anna Dalassene als Nonne in das von ihr gegründete Kloster Christos Pantepoptes in Konstantinopel. | DALASSENE, Anna (I39101)
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| 849 | ANNA REINHART wurde um 1484 als Tochter des Zürcher Wirteehepaares OSWALD und ELISABETH REINHART geboren. Sie soll «ein überus schön mentsch gewesen syn». 1504 heiratete sie den Junker HANS MEYER VON KNONAU gegen den Willen seines Vaters, der seinen Sohn enterbte. Der jungen Familie entsprossen drei Kinder: MARGARETHA (* 1505), AGATHE (* 1507) und GEROLD (* 1509). Nach 13 Jahren Ehe starb ihr erster Mann 1517, nachdem er auf einem Kriegszug verwundet worden war. Ihr Sohn GEROLD wurde 1512 von der Familie von Knonau aufgenommen. Sie wohnte weiterhin im «Höfli», unweit vom Zürcher Grossmünster. Seit 1522 lebte sie mit dem Leutpriester ULRICH ZWINGLI in geheimer Ehe zusammen, den sie 1519 nach dessen Pest-Erkrankung gepflegt hatte. Dies war wohl mit ein Grund, dass ZWINGLI mit etlichen anderen Mitunterzeichnern 1522 eine Bittschrift an den Bischof von Konstanz schrieb, damit er vom Zölibat befreit werde. Offiziell wurde die Ehe am 2. April 1524 geschlossen, kurz vor der Geburt ihres gemeinsamen Kindes REGULA (* 31. Juli 1524). Weitere Kinder folgten: WILHELM (* 29. Januar 1526), HULDRICH (* 6. Januar 1528) und ANNA (* 4. Mai 1530, gestorben im selben Jahr). Sieben Jahre nach der öffentlich geschlossenen Ehe wurde ANNA erneut Witwe. Ihr Mann starb am 11. Oktober 1531 in der zweiten Schlacht bei Kappel. Mit ihm verlor sie auch ihren ersten Sohn GEROLD, ANTON WIRZ, den Mann der ältesten Tochter MARGARETHA, ihren Bruder BERNHARD, sowie einen Schwager. ANNA und zwei ihrer Kinder fanden nach diesem Verlust Aufnahme bei ZWINGLIS Nachfolger HEINRICH BULLINGER. BULLINGER (am * 18. Juli 1504 in Bremgarten, Aargau; † 17. September 1575 in Zürich) war ein Schweizer Reformator und während 44 Jahren Antistes der Zürcher reformierten Kirche. Er war einer der führenden Theologen des Protestantismus im 16. Jahrhundert, hielt zahlreiche Predigten, schrieb 124 Werke und sein Briefwechsel umfasste über 12 000 Briefe. Er verfasste auch das Zweite Helvetische Bekenntnis, das von den Reformierten in Schottland, Ungarn, Polen, Österreich, Rumänien, Böhmen und der Slowakei als Glaubensbekenntnis übernommen wurde. ANNA REINHART starb im Winter 1538. Während das Leben und Werk ULRICH ZWINGLIS ganze Bibliotheken füllt, ist über seine Ehefrau nur wenig bekannt. Mehrere Jahre lang hielt ZWINGLI seine Beziehung zur Witwe des vornehmen Junkers HANS MEYER VON KNONAU geheim, ehe die beiden 1524 den Bund der Ehe schlossen. ZWINGLI war damals vierzig Jahre alt, seine Braut dreiundreissig, Mutter dreier Kinder und mit REGULA, ZWINGLIS erster Tochter, erneut schwanger. ANNA ZWINGLI, geborene REINHARDT, darf als für ihre Zeit durchaus emanzipierte Frau betrachtet werden, auch wenn sie sehr darauf bedacht war nicht aufzufallen. Bereits im zarten Alter von 16 Jahren in die reiche Familie MEYER eingeheiratet, sollen ihr materielle Werte nie viel bedeutet haben. Nach 13 Jahren Ehe verstarb ihr erster Mann, und seine Familie sorgte dafür, dass das Erbvermögen an die drei noch minderjährigen Kinder überging. Als treu sorgende Mutter war ANNA REINHARDT im Höfli beim Zürcher Grossmünster lediglich noch geduldet. Die junge Witwe muss dem neuen Leutpriester ULRICH ZWINGLI, der Anfang 1519 im Haus nebenan einzog, sogleich aufgefallen sein. Als Lateinlehrer ihres ältesten Sohnes GEROLD fand ZWINGLI bald Gelegenheit, seine Nachbarin näher kennen zu lernen. Seine fortschrittlichen Ansichten in kirchlichen wie gesellschaftspolitischen Fragen werden ihr wohl imponiert haben. Als ZWINGLI im September 1519 an der Pest erkrankte und wochenlang zwischen Leben und Tod schwebte, war es ANNA REINHARDT, die ungeachtet der eigenen Ansteckungsgefahr an seinem Krankenbett sass und ihn mit dem Nötigsten versorgte. ZWINGLI überlebte, und im Frühling darauf beschlossen die beiden zu heiraten, sobald die Kirchenobrigkeit dies erlaubte und die damals heftig umstrittenen Zölibatsvorschriften lockerte. ZWINGLI machte publik, dass das Eheverbot für Priester nicht aus der Bibel abgeleitet werden könne. Er schrieb an die Tagsatzung und den Bischof von Konstanz und flehte ihn förmlich an, den "Priestern, die Brunst leiden", das Heiraten zu gestatten. Die "wilde Ehe" muss auch für seine Braut mit etlichen Unannehmlichkeiten verbunden gewesen sein. Kritiker vom linken Flügel der Reformationsbewegung warfen dem Paar mangelnden Mut vor, weil sie nicht offen zu ihrer Beziehung standen. Vor allem aber hatte ANNA REINHARDT den Zorn der einflussreichen Familie MEYER ihres verstorbenen Gatten zu fürchten. Für ZWINGLI war die Eheschliessung sicherlich auch ein politischer Akt. Die öffentliche Hochzeit am 2. April 1524 im Grossmünster führte zu einer Spaltung zwischen den Altgläubigen und den Reformierten und machte eine Neuregelung des Zivil- und Eherechts in Zürich notwendig. Es scheint aber dennoch mehr als eine reine Zweckheirat gewesen zu sein. "Nüt ist kostlicher dann d'Lieby", soll ZWINGLI von seinem neuen Familienglück geschwärmt haben. ANNA ZWINGLI-REINHARDT gebar kurz nacheinander vier Kinder und besorgte den Haushalt ihres umtriebigen Gatten. Sie zogen in das Haus an der Kirchgasse, das noch heute den Namen "Helferei" trägt. Ganz in diesem Sinne beherbergten sie dort Freunde und Glaubensgenossen sowie zahlreiche Studenten und Bedürftige. ANNA ZWINGLI vertrat gewissermassen den weniger Aufsehen erregenden weiblichen Teil der reformatorischen Vorstellungen ihres Ehemannes. Obwohl aus reichem Hause stammend, trug sie ihren besseren Stand nicht zur Schau, sondern kleidete und gab sich wie die Frauen gewöhnlicher Leute. Sie erzog auch die Kinder ganz danach, und es ist anzunehmen, dass sie dies nicht aus Unterwerfung, sondern aus eigener Überzeugung tat. 1531, sieben Jahre nach der offiziellen Eheschliessung, wurde ANNA ZWINGLI zum zweiten Mal Witwe. ZWINGLIS Nachfolger HEINRICH BULLINGER nahm sich ihrer - bis zu ihrem Tod 1538 - an. | REINHARD, Anna (I1277)
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| 850 | Anna war eine Nachfahrin von Graf Georg I. († 1347) und die Erbtochter von dessen Urenkel Friedrich III., dem letzten Grafen von Veldenz aus dem Haus Geroldseck. Ihre Mutter war Margarethe von Nassau-Saarbrücken. Annas Onkel Johann von Veldenz († 1434) amtierte als Abt des Klosters Weißenburg im Elsass. Sie war seit 1409 mit Pfalzgraf Stefan von Pfalz-Simmern-Zweibrücken verheiratet, wodurch die Grafschaft Veldenz an das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken kam. Anna brachte auch eine Hälfte der Rechte über die ungeteilte Grafschaft Sponheim in die Ehe mit ein, die 1437 an die Grafen von Veldenz gefallen war; bereits im Sponheimer Vertrag (1425) war dieses von Graf Johann V. von Sponheim vorhergesagt: (...) Weres auch Sach daz die vorgenante vnsere Vettern eyner oder sie beyde by vnserm Leben von Tods wegen abgein wurden, die Got lange fristen wulde, so sulle von vnses Vetteren des Marggrauen wegen sine eltester Son, vnd von wegen vnses Vettern Graff Friderich von Feldentz vnsers Hern Hertzog Steffen eltester Son sin Enkel eyner vnd nit me von jeglichem Stamme, (...) Also bekam ihr ältester Sohn Friedrich I. den Anteil an Sponheim und dessen Bruder Ludwig I. die eigentliche Grafschaft Veldenz. Durch Gräfin Anna wurde der Veldenzer Löwe zu einem Teil des Staatswappens im Königreich Bayern, als ihre Nachkommen im frühen 19. Jahrhundert zu bayerischen Königen aufstiegen. Anna starb auf der Wachtenburg, zu Wachenheim in der Vorderpfalz, wo sie sich öfter aufhielt.[1][2] Sie wurde im 1461 zerstörten Vorgängerbau der heutigen Schlosskirche Meisenheim bestattet. Dort fand man einen Teil ihrer Grabplatte 1988 auf und platzierte ihn an der Südwand des Langhauses. | VON VELDENZ, Anna (I54319)
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