Strauss Genealogie


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801 aus Konstanz, 1488 Bürgermeister in Konstanz, Notensteiner zu St. Gallen, Ratsherr in Konstanz
1494-1507, Bürgermeister in Konstanz 1508-1510, Floh nach Stein am Rhein und wurde 1513 Bürger
in Zürich  
FLAR\FLARER, Sigmund (I3923)
 
802 aus Lehen ERTEL, Anna Maria (I156)
 
803 aus Schaffhausen, Salzmann, Bürger Zürichs 1366, Zunftmeister
zum Kämbel 1370, 1377-1386, wohnte u.a. an der Weingasse in einem Haus, das
1390 seine Tochter verkaufte 
STÄHELIN, Hermann (I3846)
 
804 Aus seiner Ehe mit einer unbekannten Frau gingen die Kinder BUCHARD II. (* um 885; † gefallen 29. April 926 vor Novara) und UDALRICH VON SCHWABEN (* 884 oder 885; † unbekannt) hervor. Burchard trat um 909 die Nachfolge von RUADULF aus dem Geschlecht der WELFEN als Dux, Markgraf bzw. Comes für das Grenzgebiet der Region RÄTIEN an. Burchard verwaltete zudem seit 889 die Grafschaft Bertoldsbaar.

Burchard war um 900 der mächtigste Herrscher in SCHWABEN. In einem Tauschvertrag von 904 findet man Burchard auch als Vogt der schwäbischen Güter des Klosters LORSCH. Um seine Macht auszuweiten, begann er gegen Pfalzgrafen ERCHANGER, einen treuen Untergebenen von KONRAD I., und den BISCHOF SALOMO III. von Konstanz, ABT des KLOSTERS ST. GALLEN (→ Appenzell Ausserrhoden), zu intrigieren. Burchard wurde gefangen genommen und vom schwäbischen Landtag des Hochverrats angeklagt, man befand ihn für schuldig.
Sein Sohn, BURCHARD II., und dessen Frau REGELINDA konnten zu ihrer Verwandtschaft nach Italien fliehen, verloren aber den Besitz in Schwaben und Rätien. Burchard und sein Bruder ADALBERT, der Graf von Thurgau, wurden im Jahre 911 hingerichtet.

zu Fürstabtei St. Gallen
Die Fürstabtei St. Gallen (gegründet 719, aufgehoben 1805), war eine BENEDITINERABTEI in der heutigen Ostschweiz und die Bezeichnung für ein Gebiet, das der weltlichen Herrschaft des Abts des Klosters in St. Gallen unterstand. Das Kloster St. Gallen war nach dem KLOSTER SÄCKINGEN das ZWEITÄLTESTE KLOSTER auf dem Gebiet der Alamannen.
Der Abt von St. Gallen war bis 1798 REICHSFÜRST mit Sitz und Stimme im Reichstag des HEILIGEN RÖMISCHEN REICHES;
St. Gallen war gleichzeitig erster Zugewandter Ort der SCHWEIZERISCHEN EIDGENOSSENSCHAFT.  
VON SCHWABEN, Burkhart \ Buchard I. (I37579)
 
805 Aus Siebmachers Wappenbuch 1605: STAMMLER, Ursula (I13339)
 
806 Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Lebend (I1974)
 
807 Aus Traueintrag der Tochter Anna VORTENBACH, Familiensuche
Auszug KB Gernsbach: FORTENBACHER, FÜRDEBACHER. Die Gernsbacher Familie FORTENBACHER geht vermutlich zurück auf die Nürnberger Ratsfamilie FURTENBACH, siehe http://www.archive.org/stream/deutschestudent00knod/deutschestudent00knod_djvu.txt
da verschwägert mit den Gelehrtenfamilien ACHZENITH und KÄUFFELIN. Siehe auch unter Hanns FORTENBACHER. 
FORTENBACHER, Jacob (I9508)
 
808 Aus Traueintrag der Tochter Margaretha. Kein Hinweis auf Herkunft. Dem Elias Weyler ist aber 1610 in Gernsbach ein Töchterlein gestorben, "als sie von Straßburg hierherkamen". Dabei muss es sich um einen gleichnamigen Sohn dieses Elias Weiler handeln. Margaretha wird im Traueintrag mit "allhier" bezeichnet, die Familie muss auch schon vor 1598 in Gernsbach ansässig gewesen sein. War der junge Elias Weyler nur vorübergehend in Straßburg und kehrte 1610 zurück? WEYLER, Elias (I22125)
 
809 Aus Veringendorf (Württemberg) stammendes Basler Akademikergeschlecht, auch Grüner oder Griner genannt. Simon (->) kam 1529 als Prof. an die Univ. Basel. Der Fam. entsprangen ref. Theologen (neben Simon auch Thomas ->, Johann Jakob ->), Juristen (Samuel ->), Natur- und Geisteswissenschaftler (Simon ->, Simon ->). Ende des 16. und im 17. Jh. war die Fam. zudem in einigen zünftischen und administrativen Berufen tätig. Der erwähnte Antistes Johann Jakob restituierte 1586-1617 die Orthodoxie der ref. Staatskirche Basels. Die Fam. verflocht sich mit der Basler Elite und setzte sich im 16. Jh. auch in der Oberschicht der Badener Markgrafschaft sowie in Mülhausen fest. 1747 begründete der Theologe Johann Ludwig Frey im Andenken an seinen Kollegen Johann G. das Frey-Grynaeische Institut in Basel. Im 18. Jh. starb das Geschlecht aus. GRINER, Thomas (I41697)
 
810 Aus Zofingen stammende, noch heute existierende, ehemals regimentsfähige Fam. der Stadt Bern mit Stubenrecht bei Pfistern. Bereits der 1637 eingebürgerte Gabriel (1615-83) nahm 1645 Einsitz in den Gr. Rat und wurde Stadtschreiber, worin ihm sein Sohn Gabriel (1645-93) und sein Enkel Gabriel (1669-1738) nachfolgten. Letzterer begründete die ältere, in Bern verbliebene Linie, die sich ab 1783 von G. nannte, bis 1798 im Gr. Rat vertreten blieb, mehrere Landvögte stellte, in regimentsfähige Fam. einheiratete und 1899 erlosch. Gabriels Bruder Friedrich Emanuel (1689) und dessen Nachkommen zogen v.a. in holländ. Dienste. Diese Linie wurde mit Franz Gabriel (->) durch Ks. Joseph II. in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Im 19. Jh. wirkten ihre Mitglieder als Kammerherren des Grosshzg. von Sachsen-Weimar-Eisenach, bis sie nach 1900 wieder in die Schweiz zurückkehrten und sich v.a. der Jurisprudenz zuwandten. GROSS, N. (I46153)
 
811 aus zwei Ehen zehn Kinder REUTINER, Johannes (I21114)
 
812 aus zwei Ehen zehn Kinder REUTINER, Johannes (I42647)
 
813 Aus: "Familien Busch vor der Hardt und Flender" (von Robert Giesler, bearbeitet von Matthias Schmidt):
"Gotharts Tochter Hilla... erbte die Schneppenkautener Anteile ihres Vaters und zog mit ihrem Mann Gerhart (etwa 1470 - 1502) nach Siegen. Auf der Ecke Poststraße/Löhrstraße erwarben sie ein Haus, in dem Hilla außer Eisen, Eisenwaren und heimischen Produkten auch 'Importware' verkaufte. So z.B. Tuche, Gewürze, Heringe, Stockfische u.a., das sie in großen Mengen in deutschen Handelsstädten wie Köln oder Frankfurt einkaufte. Nach dem frühen Tod ihres Mannes setzte Hilla den Handel fort und vergrößerte ihr Vermögen, was ihre hohen Spenden zum Umbau der Siegener Martinikirche beweisen. Die Kontakte zu den nördlich der Stadt angesiedelten Gewerken schienen aber nicht abgebrochen zu sein, denn ihre Tochter Cathrin... heiratete den Schneppenkautener Gewerken Peter Steler..."). Sie heiratete Gerhard (Godert) Pusch eydam , Heirat vor 1495, * zw. 1465-1470 in Siegen-Schneppenkauten, (Sohn von Henne Pusch und n.n. ) † zw. 1502-1503 in Siegen-Schneppenkauten, Beruf Hammerschmied, Beruf Reitmeister, (zuletzt in Siegen). 
BUSCH, Hilla (I1393)
 
814 Ausd: Melk, Chronik von Wiehl VON ISENGARTEN, Adelheid (I2404)
 
815 Außerdem hatte er eine Reihe nichtehelicher Kinder:

Aus seiner Beziehung zu D. Grácia Froes:

Pedro Afonso, dritter Graf von Barcelos (* 1287; † 1345).

Aus seiner Beziehung zu D. Aldonça Rodrigues Talha:

Afonso Sanches, Graf von Albuquerque und Herr von Vila do Conde (* vor 1289; † 1329), Rivale seiner Halbbruders Alfons IV., ∞ D. Teresa Martíns de Menezes, fünfte Herrin von Albuquerque

Aus seiner Beziehung zu Marinha Gomes:

Maria Afonso (1290–1340), ∞ D. João Afonso de Lacerda, Herr von Gibraleon
Maria Afonso (1301–1320), Nonne im Kloster von Odivelas

Aus weiteren Beziehungen:

João Afonso, Herr von Lousã (* 1280; † 4. April 1325).
Fernão Sanches (* 1280).
Pedro Afonso (* um 1280). 
VON PORTUGAL, Diniz (I15392)
 
816 Ausführlich berichten die Erzählung über Boris und Gleb (von Jakob Tschernorisez ?) und die Lesung über Boris und Gleb (vom Mönch Nestor) über ihren Märtyrertod in Form von Heiligenlegenden. beide aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts.

Boris und Gleb waren Söhne Wladimirs des Großen von Kiew und einer bulgarischen Mutter.[1] Ihre Geburtsjahre sind nicht bekannt, sie könnten um 986 und 987 gelegen haben.[2] Um 995 (oder 1010?) wurde Boris Fürst von Rostow, Gleb Fürst von Murom. Mehr Informationen über ihr Leben sind nicht überliefert.

1015 wurden beide im Zuge von Auseinandersetzungen um die Thronfolge in Kiew im Auftrag ihres Halbbruders Swjatopolk ermordet: Boris wurde durch Stiche verletzt, als er von einer vergeblichen Suche nach angeblichen petschenegischen Angreifern zurückkehrte. Er wurde durch einen Lanzenhieb in Kiew getötet. Gleb wurde von einem Diener die Kehle durchgeschnitten, als er auf der Reise zum sterbenden Vater war. 
SWJATOSLAWITSCH, Boris (I39688)
 
817 Ausgestorbene Fam. der Stadt St. Gallen, die im 14. und 15. Jh. durch den Leinwandhandel vermögend geworden war. Mit Ulrich ( -> 2) gehörte sie zu den politisch einflussreichsten Familien. Unter Ulrichs Schwester Angela ( -> 1) erlebte das Dominikanerinnenkloster St. Katharinen in St. Gallen seine grösste Blütezeit. Ulrichs erster Sohn, Johann (1466-1552), war Bürgermeister in Lindau am Bodensee und Stammvater des württemberg. Familienzweigs, der zahlreiche Rechtsgelehrte, Heerführer und Staatsmänner hervorbrachte. Der zweite Sohn, Ulrich (1474-1545), Verwalter der Kanzlei des Reichskammergerichts, bürgerte sich 1542 in Strassburg ein und begründete den dortigen Zweig. Das von Ulrich 1479 neu erbaute Schloss Weinstein (Gem. Marbach SG) blieb bis 1569 im Besitz des württemberg. Zweigs. Der St. Galler Zweig starb in der 1. Hälfte des 16. Jh. aus.


Literatur
– P. Bütler, Gesch. und Akten des V.-Prozesses, 1914
– Dt. Biogr. Enz. 10, 22008, 220

Autorin/Autor: Rezia Krauer

Wappenbeschreibung / Blasonierung
In Silber roter Hirschkopf, zwischen dem Geweih schwarze Spitzfahne an goldenem Mast. 
VANBÜHL, Elsbetha\Elisabeth (I2514)
 
818 Ausgestorbene Fam. der Stadt St. Gallen, die im 14. und 15. Jh. durch den Leinwandhandel vermögend geworden war. Mit Ulrich (->) gehörte sie zu den politisch einflussreichsten Familien. Unter Ulrichs Schwester Angela (->) erlebte das Dominikanerinnenkloster St. Katharinen in St. Gallen seine grösste Blütezeit. Ulrichs erster Sohn, Johann (1466-1552), war Bürgermeister in Lindau am Bodensee und Stammvater des württemberg. Familienzweigs, der zahlreiche Rechtsgelehrte, Heerführer und Staatsmänner hervorbrachte. Der zweite Sohn, Ulrich (1474-1545), Verwalter der Kanzlei des Reichskammergerichts, bürgerte sich 1542 in Strassburg ein und begründete den dortigen Zweig. Das von Ulrich 1479 neu erbaute Schloss Weinstein (Gem. Marbach SG) blieb bis 1569 im Besitz des württemberg. Zweigs. Der St. Galler Zweig starb in der 1. Hälfte des 16. Jh. aus. VON VARNBÜHLER, Agathe (I4809)
 
819 Ausgestorbenes Patriziergeschlecht der Stadt Bern, das auf den Aarauer Ratsherrn Niklaus (1378) zurückgeht und seit 1862 das Prädikat "von" trägt. Nachdem die Familie in Aarau drei Schultheissen gestellt hatte, erwarb Hans Ulrich (1501-1545) 1528 das Berner Burgerrecht sowie das Stubenrecht zu Mittellöwen und gelangte 1531 in den Grossen Rat. Die Familie verzweigte sich bis ins 18. Jahrhundert sehr stark und gehörte bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts zu den im Grossen Rat zahlenmässig am stärksten vertretenen Geschlechtern. Drei Grossräte stiegen zu Kleinräten auf, unter ihnen Marquard (->) und dessen Sohn gleichen Namens (->). Im 16. Jahrhundert besassen die Zehender die Herrschaft Daillens, in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts waren sie Mitherren von Worb. Anton (1609-1679) verfügte über die Herrschaften Syens, Rossens, Bussy und Combremont in der Landvogtei Moudon sowie Rosières im Val-de-Travers, die sich bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts in der Familie weitervererbten. Ab Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Geschlecht zunehmend aus dem Grossen Rat verdrängt, ohne jedoch ganz auszuscheiden. Die Zehender waren nun vermehrt als Schreiber oder Pfarrer tätig und wandten sich vor allem dem französischen und kaiserlichen, später dem holländischen und sardinischen Solddienst zu. Die wenigen Handwerker widmeten sich vor allem der Goldschmiedekunst. Mit ihrer Verdrängung aus dem Grossen Rat verlagerte sich der Heiratskreis der Zehender im 18. Jahrhundert von der regierenden in die nicht regierende Berner Burgerschaft. Im 19. Jahrhundert wanderten einzelne Familienmitglieder nach England und in die USA aus, ohne jedoch männliche Nachkommen zu hinterlassen. Mit dem Augenarzt Karl Wilhelm (1819-1916) starb das Geschlecht in männlicher Linie aus. ZEHENDER, N (I1709)
 
820 Auslöser der Benennung als Tochter Karl Martells sind:

Ein Nekrolog aus Aquitanien, in dem Aldana als Schwester (soror) von Hiltrud und Landrada aufgeführt ist.[3]
Die Annales regni Francorum zum Jahr 782, die Theodericus comes propinquus regis erwähnt, einen nahen Verwandten des Königs Karl der Große namens Theoderich, der mit Aldanas Ehemann (oder Aldanas Sohn[4]) gleichgesetzt wird.[5]
Die Gesta Hludowici Thegans, die Aldanas und Theoderichs Enkel Bernhard von Septimanien in Kapitel 36 als von königlicher Herkunft (de stirpe regali) bezeichnet. 
VON AUTUN, Aldana (I35654)
 
821 Ausschnitt aus: Die Hoheit über Opfikon
http://www.opfikon.ch/de/portrait/geschichte/welcome.php?action=showinfo&info_id=2377


Heinrich Biberli, der 1390 und 1411 als Vogt in Opfikon amtete, hatte zwei Töchter, deren eine (Anna) sich mit Peter Kilchmatter verheiratete, so dass die Vogtei an diese Familie überging. Peter war der Sohn von Rudolf II. Kilchmatter, genannt «der Jüngere», des reichsten Bürgers der Stadt Zürich und Besitzers der Eisenbergwerke in Flums, auch Ratsherr der Constaffel von 1393 bis 1413. Von dem ebenfalls sehr reichen Peter Kilchmatter, der nie im Rate sass, 1435 aber noch als Vogt von Opfikon nachgewiesen ist, vererbte sich die Vogtei auf dessen Sohn, Rudolf III. Kilchmatter.
Dieser Herr sah sich veranlasst, in der schwierigen Zeit des Alten Zürichkrieges, wahrscheinlich kurz bevor die Grafschaft Kyburg nochmals für zehn Jahre an das Haus Österreich zurückging (1442), seine Rechte in Opfikon genau aufzeichnen zu lassen. Ein solches Dokument wird als Offnung bezeichnet, denn seine Rechtssätze wurden jeweils an den Gerichtstagen den des Lesens unkundigen Bauern von einem Beamten vorgetragen – eröffnet – damit sie im Gedächtnis blieben. Der in schöner Kanzleischrift auf dem Gemeindearchiv erhaltene Text zeigt nun eine eher eigenartige Aufteilung der Gerichtskompetenzen.

Aus der Offnung von Opfikon
Junker Rudolf Kilchmatter besass über «das dorft und vogtye zu Opffikon», über Leute und Güter, über Holz und Feld alle Gerichte, Twing und Bann, ohne «Tüp und frefne» (Dieb und Frevel), denn diese gehörten dem Herrn auf Kyburg zu (bis 1424 und von 1442 bis 1452 dem Hause Habsburg, seit 1424 bzw. 1452 dem Zürcher Landvogt). Kilchmatter besass somit nur die grundherrliche Gerichtsbarkeit, und zwar mit dem üblichen Bussenrecht bis 9 Schilling. Dennoch nannte man seine Rechte eine «Vogtei», denn er bezog zugleich die Vogtsteuer von allen Höfen mit Ausnahme desjenigen, der – wie wir sahen – dem Kloster auf dem Zürichberg eigen war und sein Vogtrecht an die Kyburg ablieferte. Junker Kilchmatter seinerseits erhielt im ganzen 2 Pfund 2 Schilling Vogtsteuer aus Opfikon.
Was aber stand zu dieser Zeit dem Herrn und Vogt auf der Kyburg zu? Es waren die Vogtei über den Zürichberghof, kurz «Bergli» genannt, zugleich aber die mittlere Gerichtsbarkeit mit den Bussen bis auf 9 Pfund über das ganze übrige Dorf. Der Vogt zog vom Hof des Martinsklosters auf dem Zürichberg 30 Schilling Steuer ein, von den übrigen, mit den kleinen Gerichten Kilchmatter unterstehenden Hofleuten 71/2 Pfund, was zusammen 9 Pfund ausmachte. Die 7 Pfund hiessen «Raubsteuer» und waren eine Gegenleistung dafür, dass der Vogt zu Kyburg den Leuten Kilchmatters Schutz und Schirm gewährte. 
KILCHMATTER, Rudolf (I9015)
 
822 Autorin/Autor: André Schnyder

1.9.1490 Schaffhausen, 1.7.1556 Schaffhausen, von Schaffhausen. Sohn des Hans, Besitzers von Schloss Altikon an der Thur, und der Elsbetha von Ehingen. Bruder des Alexander (->). 1526 Elisabeth Peyer, Tochter des Hans Peyer. Schwager von Alexander Peyer und Martinus Peyer. S. beteiligte sich während der Mailänderkriege an fünf eidg. Zügen (gesichert sind Verona 1512, Novara 1513 und Dijon 1513). 1517 unternahm er eine Wallfahrt nach Santiago, 1518 nach Rom und 1519 mit Ludwig Tschudi dem Älteren, Melchior zur Gilgen und Heinrich Stulz nach Jerusalem. Ab 1520 versah er zahlreiche städt. Ämter, 1522-29 war er Säckelmeister, 1538-55 sass er im Kl. Rat. Daneben führte er einen Salz-, Pferde- und Weinhandel und amtierte als Zunftmeister der Kaufleute. S. verfasste einen zusammenhängenden Bericht über seine Jerusalemfahrt und zur Zeitgeschichte aus Schaffhauser Sicht, überliefert in einer unvollständigen Niederschrift unbekannter Hand aus der Mitte des 16. Jh. Der Pilgerbericht setzt untypisch beim Wiedereinschiffen in Jaffa ein, bringt dann eine Rückschau und endet bei der Ankunft zu Hause. Es folgen übergangslos annalist. Aufzeichnungen über Kriege, Papst- und Herrscherwechsel sowie Kriminalfälle, ferner Witterungsdaten, Erntenachrichten, Preise, Häusliches (u.a. Geschäftsreisen, Vermögens- und Steuerverhältnisse, gesundheitl. und wirtschaftl. Probleme), eine zwischen Skepsis und Gleichgültigkeit schwankende Beschreibung der Ausbreitung der Reformation sowie persönl., von zeittyp. Frömmigkeit geprägte Reflexionen. 
STOCKAR, Hans (I23278)
 
823 Autorin/Autor: Annelies Hüssy
1470, um 1548 . Sohn des Gilian und der Anna Simon. ​1) um 1490 Dorothea Ross, Tochter des Peter, 2) (Name unbekannt). Herr zu Kehrsatz. 1490 Mitglied des Berner Gr. Rats, 1494 des Kl. Rats, 1495 Schultheiss von Burgdorf und 1505 von Murten, 1506 Landvogt von Nidau, 1508 Venner. Tagsatzungsgesandter. Im Könizer Aufstand von 1513 der Bestechung angeklagt, geriet S. als bern. Unterhändler bei den Mailänderkriegen abermals in Verdacht, franz. Pensionsgelder angenommen zu haben. Nach der Niederlage von Marignano wurde er der Käuflichkeit bezichtigt und seiner Ämter enthoben. Er erlangte indes in den Friedensverhandlungen mit dem franz. König in Gallarate 1515 die Rehabilitation und damit die Erlaubnis zur Rückkehr in den Rat. 
SPILLMANN, Anton (I38846)
 
824 Autorin/Autor: Annelies Hüssy
Erstmals erw. 1520, 2.1.1574 . Sohn des Hans (->) und der Verena (Nachname unbekannt). ​1) Margarete Willading, Tochter des Lienhard, 2) 1530 Esther Fricker, Tochter des Thüring Fricker, 3) 1544 Margarete von Offenburg, Witwe des Georg Zumbach, 4) 1568 Regula Herport, Tochter des Peter (1569 Scheidung). 1520 Mitglied des Berner Gr. Rats, 1524 Landvogt von Aarburg und 1528 von Erlach, 1531-34 und 1546-69 Mitglied des Kl. Rats, 1533-74 mehrfach Venner. Nach der Wahl zum Schultheissen 1562 schlug W. das Amt aus. 1527 war er Hauptmann in franz. Diensten, 1531 Pannerträger im 2. Kappelerkrieg, 1536 Kriegsrat bei der Eroberung der Waadt. W., eine schillernde Persönlichkeit der bern. Politik, wurde zweimal wegen Ehebruchs der Ämter enthoben, jedoch beide Male rehabilitiert. 
VON WEINGARTEN, Wolfgang (I32134)
 
825 Autorin/Autor: Annelies Hüssy
um 1375, 1451 . Sohn des Hans Gräfli, Hofmeisters des Bf. von Basel, von Biel. ​1) Margaretha von Schlatt (1422), 2) um 1427 Cäcilia von Reinach (AG). 1395 wird H. erstmals als Einwohner und Bürger von Bern erwähnt; er wurde in Bern Grossrat, 1399 und 1403 Kleinrat. 1404-17 amtierte er als Meier des Bf. von Basel in Biel und war 1415 Anführer der Bieler bei der Eroberung des Aargaus. 1418 wurde H. zum Schultheissen von Bern gewählt; dieses Amt hatte er bis 1446 inne. Ab 1422 war H. gleichzeitig Twingherr von Twann. Während seiner Zeit als Schultheiss erreichte H. von Savoyen 1423 die Abtretung der Herrschaft Grasburg an Bern und Freiburg. Auch war er 1425 Bannerhauptmann der Berner beim erfolgreichen Zug ins Val d'Ossola zum Entsatz Domodossolas. Als herausragender Politiker seiner Zeit war H. unentwegt als Vermittler in eidg. Angelegenheiten tätig, so 1427 zur Schlichtung des Streits der Acht Orte mit Mailand, 1430 als Obmann des Schiedsgerichts zur Beilegung des Konflikts zwischen Luzern auf der einen, Weggis, Vitznau und Gersau auf der anderen Seite. Im Alten Zürichkrieg trug er wesentlich zum Schiedsspruch von 1437 bei, der auf Betreiben Berns einseitig zugunsten von Schwyz ausfiel. 1443 trat H. als Vermittler im Alten Zürichkrieg auf und war 1446 als Gesandter Berns um den Friedensschluss in Konstanz bemüht. Auch nach seinem Rücktritt 1446 übernahm er weiterhin Gesandtschaften.
H.s Fam. entstammte dem Dienstadel des Bf. von Basel. Vom Amt übernahm sie auch den Namen. Rudolf wurde zu einer der bedeutendsten Gestalten der bern. Geschichte im 15. Jh. Selbst seine doppelbödige Politik im Vorfeld des Alten Zürichkrieges vermochte seinem Ansehen nicht zu schaden. Sein Ehrgeiz fand indes nicht die volle Befriedigung, da dem Zugewanderten der Zugang zu den bedeutendsten Berner Fam. verschlossen blieb. 
HOFMEISTER, Rudolf gen. ´Rudolf Gräfli` (I38257)
 
826 Autorin/Autor: Anton Wohler

2.2.1469 Bremgarten (AG), 8.4.1533 Zürich, von Bremgarten. Wanderstud., 1493 Priester, Inhaber der Michelspfründe in Bremgarten. Wegen Konkubinats mit Anna Wiederkehr, Tochter des Bremgartner Ratsherrn Heinrich, zum Dienst in entfernten Kaplaneien beordert. 1506 Leutpriester in Bremgarten, 1514-29 Dekan des Kapitels Zug-Bremgarten. Im Febr. 1519 trat er gegen den Ablasskrämer Bernhardin Samson auf. B.s Bekenntnis zur Reformation brachte seine Absetzung durch Rat und Gem. von Bremgarten, trotz Intervention des Zürcher Rats. Am 31.12.1529 folgte in Zürich die Bestätigung seiner Ehe im Rahmen eines öffentl. Kirchgangs. Im März 1530 erhielt B. durch Zürcher Vermittlung eine Anstellung in Hermetschwil. Nach der 2. Schlacht bei Kappel flüchtete B. am 21.11.1531 mit seinem Sohn Heinrich (->) nach Zürich. 
BULLINGER, Heinrich (I27726)
 
827 Autorin/Autor: Christian Baertschi
Erstmals erw. 1523, 14.10.1547 Schaffhausen, ref., von Schaffhausen. Sohn des Konrad (->). ​Gertrud Grebel, Tochter des Christoph, Seckelmeisters in Baden. Ab 1523 Mitglied des Gr. Rats, ab 1524 Obherr der Kaufleute und damit Mitglied des Kl. Rats sowie Vogt von Neuhausen am Rheinfall, Herblingen, Buchthalen, Rüdlingen, Buchberg und Ellikon am Rhein, Beringen, Löhningen und Siblingen. 1532-46 Bürgermeister der Stadt Schaffhausen. 1526 kaufte W. das Schloss Schollenberg bei Flaach, wo er 1528 Täufer beherbergte. 1536 war er Gesandter bei der Errichtung des ref. Glaubensbekenntnisses in Basel. 1540 spielte er eine bedeutende Rolle als Vermittler im Streit zwischen dem Hzg. Ulrich von Württemberg und der Stadt Rottweil. W. wurde 1546 seines Amts als Bürgermeister enthoben, als er sich im Rechtsstreit zwischen den Adligen der Stadt und dem Rat auf die Seite der Adligen stellte.

Quellen und Literatur 
VON WALDKIRCH, Hans (I38731)
 
828 Autorin/Autor: Christian Sieber
um 1472 St. Gallen, 25.8.1551 St. Gallen, Sohn des Michael, Elfers der Schneiderzunft, und der Magdalena Vonbühler. ​um 1527 Barbara Schmotzer, von Konstanz, ehem. Nonne im Dominikanerinnenkloster Zoffingen (Konstanz). 1499-1503 und 1505-10 Stud. und Lehrtätigkeit in Leipzig, 1501 Magister Artium, 1510 Lizenziat der Theologie. S. führte ab 1507 auch den Namen Sertorius. 1503-05 städt. Schulmeister in St. Gallen, 1513-25 Pfarrer in Memmingen (Allgäu), dort Reformator im Geist Huldrych Zwinglis und Beteiligung am dt. Bauernkrieg (S.s Anteil an der Abfassung der "Zwölf Artikel" und des Traktats "An die Versammlung gemeiner Bauernschaft" ist nicht völlig geklärt). 1523 einer der Vorsitzenden der 2. Zürcher Disputation. 1525 Flucht aus Memmingen, 1527-34 sowie 1542-51 Pfarrer und Prediger an versch. Kirchen in St. Gallen. 1528 Teilnahme an der Berner Disputation, 1529 Verfasser von 42 Artikeln zur Erhaltung des göttl. Worts(Einblattdruck). Bis 1532 Bemühungen um eine Rückkehr nach Memmingen. 1535-36 und 1541-42 in Zürich im Umfeld von Theodor Bibliander. S. pflegte freundschaftl. Beziehungen zu fast allen süddt. und schweiz. Reformatoren.
Religion in Gesch. und Gegenwart 7, 42004, 866 f.
NDB 22, 563 f.
G. und R. Gamper, Kat. der Inkunabeln in der Kantonsbibliothek St. Gallen, 2010, 9-17 
SCHAPPELER, Christoph (I37075)
 
829 Autorin/Autor: Erich Trösch

13.2.1723 St. Gallen, 30.1.1800 St. Gallen, ref., von St. Gallen. Sohn des Hans Georg, Bierbrauers, und der Maria Koch. ​1) 1749 Sabina Barbara Bion, Tochter des Peter, 2) 1758 Elisabeth Züblin, Tochter des Ambrosius, 3) 1788 Sabina Elisabeth Z., Tochter des Georg Leonhard. Vermutlich Stud. an der Theologenschule in St. Gallen. Z. war 1745 Pfarrer sowie 1752-57 Schlossprediger und Verwalter in Oetlishausen. 1757-81 amtierte er als Obervogt von Bürglen (TG), einer Herrschaft der Stadt St. Gallen, die Z. dank einer strafferen Verwaltung für die Stadt einträglich machte. Ab 1781 war er Ratsherr, 1784 Spitalmeister und 1789 Präses der Gesellschaft zum Notenstein. 
ZOLLIKOFER, Kaspar Tobias (I16191)
 
830 Autorin/Autor: Ernst Tremp
4.11.1449 . Sohn des Johann und der Margareta, von Freiburg. 1404-49 Abt von Hauterive. 1408 studienhalber abwesend. A. soll in Rom für Hauterive eine Armreliquie des hl. Nikolaus von Myra erworben haben (heute in Freiburg). Er wirkte 1418 als delegierter päpstl. Richter und erhielt von Papst Martin V. die Pontifikalien. 1439 nahm er verm. am Basler Konzil teil. Im Savoyerkrieg von 1447-48 stand A. auf der Seite Freiburgs. Er resignierte am 4.9.1449. Unter seinem Abbatiat erlebte Hauterive eine Blütezeit. 
D`AFFRY, Peter (I38960)
 
831 Autorin/Autor: Germain Hausmann Übersetzung: Gertraud Gamper
um 1410, 1497 . Sohn des Wilhelm, Herrn von Valangin, und der Jeanne de Beauffremont. ​um 1430 Louise von Neuenburg-Vaumarcus, Tochter des Johann. Graf. Verm. beendete A. 1427, als sein Vater starb, die Erziehung bei seinen Lehrern in der Freigrafschaft Burgund. Mit seinen Untertanen stritt er oftmals wegen ihrer Freiheiten. Er bestätigte jedoch 1455 diejenigen der Bürger Valangins und verlieh 1464 den Einw. der Montagnes neue Freiheiten. Mit Bern erneuerte er 1427 den Burgrechtsvertrag. 1450 leistete er Johann von Freiburg, dem Gf. von Neuenburg, den Treueid. Unter dessen Nachfolgern gelang es A., sich aus der Abhängigkeit zu lösen. Trotz seinen versch. verwandtschaftl. Beziehungen zu Burgund kämpften seine Truppen in den Burgunderkriegen an der Seite der Berner. 
VON AARBERG, Johann III. (I39996)
 
832 Autorin/Autor: Gertraud und Rudolf Gamper

Ende September / Anfang Oktober 1454 Zürich, 28.8.1530 Zürich, von Zürich. Sohn des Ulrich (->) und der Anna Landolt. ​Ursula Röist. 1473 war E. als Einsiedler Amtmann Verwalter des Klosterbesitzes in Zürich und Konstaffler. Ab 1487 sass er im Kl. Rat der Stadt Zürich, musste aber 1489 nach dem Sturz des Bürgermeisters Hans Waldmann, seines Stiefvaters, vorübergehend zurücktreten; 1493-99 und 1515-24 amtierte er wieder als Kleinrat. 1488 war er Obervogt in Bülach, 1492 Seckelmeister, 1494-97/98 Landvogt in Grüningen, 1505-07 in Greifensee, 1514-27 Spitalpfleger. E. war ein Gegner der Reformation. Er schuf ein Zürcher Wappenbuch und schrieb ein Rotwelschglossar; es ist eines der ältesten und umfangreichsten des MA. Teilweise in Anlehnung an Diebold Schilling arbeitete er ab 1485/86 an einer Chronik, die aus zürcher. Perspektive die Geschichte der Eidgenossenschaft vom Alten Zürichkrieg bis in die Zeit der Reformation darstellt. Die Chronik stattete er selbst mit einfachen Federzeichnungen aus. Mehrere seiner Bücher versah er mit persönl. Notizen. 
EDLIBACH, Gerold (I19643)
 
833 Autorin/Autor: Gertraud und Rudolf Gamper
23.9.1492, 8.11.1557, von Zürich. Sohn des Gerold (->). Bruder des Hans (->) und des Jakob (->). ​1) Walburga Kuntz, 2) Anna Billin. 1533 als St. Blasianer Amtmann Verwalter des Klosterbesitzes am Stampfenbach. E. kopierte die Chronik Heinrich Brennwalds bis ins Jahr 1437 und die seines Vaters über die Zeit von 1436 bis 1501 bzw. 1517 je zweimal und verfasste eine Fortsetzung bis 1556. 
EDLIBACH, Ludwig (I19666)
 
834 Autorin/Autor: Gertraud und Rudolf Gamper
Ende September / Anfang Oktober 1454 Zürich, 28.8.1530 Zürich, von Zürich. Sohn des Ulrich (->) und der Anna Landolt. ​Ursula Röist. 1473 war E. als Einsiedler Amtmann Verwalter des Klosterbesitzes in Zürich und Konstaffler. Ab 1487 sass er im Kl. Rat der Stadt Zürich, musste aber 1489 nach dem Sturz des Bürgermeisters Hans Waldmann, seines Stiefvaters, vorübergehend zurücktreten; 1493-99 und 1515-24 amtierte er wieder als Kleinrat. 1488 war er Obervogt in Bülach, 1492 Seckelmeister, 1494-97/98 Landvogt in Grüningen, 1505-07 in Greifensee, 1514-27 Spitalpfleger. E. war ein Gegner der Reformation. Er schuf ein Zürcher Wappenbuch und schrieb ein Rotwelschglossar; es ist eines der ältesten und umfangreichsten des MA. Teilweise in Anlehnung an Diebold Schilling arbeitete er ab 1485/86 an einer Chronik, die aus zürcher. Perspektive die Geschichte der Eidgenossenschaft vom Alten Zürichkrieg bis in die Zeit der Reformation darstellt. Die Chronik stattete er selbst mit einfachen Federzeichnungen aus. Mehrere seiner Bücher versah er mit persönl. Notizen. 
EDLIBACH, Gerold (I19643)
 
835 Autorin/Autor: Gregor Zenhäusern
24./25./26.4.1338 Sitten. Sohn des Peter IV. und der Guyonne de Rossillon. 1306 Kleriker, ab 1317 Inhaber der Pfarrei Leuk, 1319 Student des Zivilrechts, 1323 Kanoniker von Sitten und Administrator der Abtei Disentis, im selben Jahr Priester und päpstl. Kaplan. 1323-38 Bf. von Sitten. 1325 erwarb T. die Hälfte des Meiertums Grengiols sowie 1334 Teile des Meiertums Simplon und erweiterte so seine Territorialherrschaft, die er 1327 mit dem Dauphin du Viennois und 1327 bzw. 1330 mit den Gf. von Savoyen in Verträgen absicherte. Er setzte sich für die Sicherung und den Ausbau der Verkehrswege ein. 1328 erliess er ein Reglement für den Sittener Stadtklerus und berief 1331 die Kartäuser nach Gerunden. T. testierte am 20.4.1338 auf Burg Tourbillon. 
VOM TURN, Aimo (I38297)
 
836 Autorin/Autor: Gregor Zenhäusern
Erstmals erw. 1236 im Freiheitsbrief für Vevey, 12./18.2.1287 Sitten. Sohn des Rudolf (->). O. war 1271 Dekan von Vevey und 1272 Domherr von Lausanne. Nach der Doppelwahl von 1273, als er von einem Teil des Domkapitels von Sitten zum Bischof gewählt worden war, und nach dem Tod seines Gegenspielers Heinrich von Raron 1274 setzte er sich 1275 als Bf. von Sitten durch. O.s Haltung zum Reich wurde durch die Politik Savoyens bestimmt. Aufgrund der Kämpfe zwischen Gf. Philipp I. von Savoyen und Kg. Rudolf I. von Habsburg um die Vormacht in Burgund liess er die bischöfl. Burgen Martigny und Montorge befestigen. Unter seinem Episkopat drängten vermehrt Waadtländer ins Domstift von Sitten und stärkten die savoy. Fraktion. 1275 erliess er neue Statuten für das Kapitel und bestätigte 1285 die Einverleibung der Kanzlei ins Domkapitel. O. verfasste 1287 sein Testament. Er starb hoch verschuldet. 
VON ORON, Peter (I39039)
 
837 Autorin/Autor: Hans Peter Fuchs-Eckert
Ref. Basler Fam., die auf den Buchhändler Hans (​vor 1520) aus Rittershofen bei Weissenburg (Unterelsass) zurückgeht. Dessen Sohn (?) Nicolaus (1501-64), 1518 an der Univ. Basel immatrikuliert, gründete zusammen mit seinem Schwager Hieronymus Froben (1501-63) die durch die Herausgabe der Werke von Erasmus von Rotterdam international bedeutende Offizin Frobenius & Episcopius; auch seine beiden Söhne Eusebius (1540-99) und Niklaus (1531-65) waren als Buchdrucker und Buchhändler tätig. Letzterer gilt als Stammvater der heute noch blühenden Linie; seine Nachfahren waren in erster Linie im Seiden- und Tuchhandel tätig. Bernhard (1769) gründete zusammen mit seinen beiden Brüdern Georg (1771) und Johann (1773) die Zweigfirma Bernhard Bischoff & Sons im engl. Leeds, Achilles (->) eine Tuchfabrik in Como. Mit Hieronymus (->) wurde die Fam. auch im Banksektor aktiv. Die Fam. war zu den Zünften zum Schlüssel und zu Webern gehörig, blieb bis ins 19. und 20. Jh. sozial und politisch engagiert und stellte mit Achilles (->), Emil (->), Gottlieb (->) und Wilhelm (->) mehrere Basler National- und Regierungsräte. Der Fam. entstammen ausserdem mehrere Theologen, zwei Juristen, mit Johann Jacob (->) ein Ordinarius für Geburtshilfe und Gynäkologie sowie mit Christian Gustav ein Ingenieur, der massgeblich am Bau der Rhät. Bahn (1902) und der Lötschbergbahn (1907) beteiligt war. 
BISCHOFF, Hans Heinrich (I2443)
 
838 Autorin/Autor: Karin Marti-Weissenbach
vor 1470, zwischen 24.6.1529 und 24.6.1530, von Freiburg (1498 Burger). Sohn des Wilhelm (->). ​1) Katharina von Avenches, 2) Elisabeth Matter. In Freiburg 1487-91 und 1518 im Rat der Zweihundert, 1491-1513 und ab 1519 im Rat der Sechzig. 1494-97 Vogt der Herrschaft Pont, 1499-1502 der Herrschaft Estavayer. 1503 Mitbegr. der Choralistenschule an der Kollegiatskirche St. Niklaus. Verfasser eines zuverlässigen, ungeschminkten, aber im Dez. 1511 abbrechenden Berichts über den Kaltwinterfeldzug der Eidgenossen nach Oberitalien z.Z. der Mailänderkriege. 
D`AFFRY, Ludwig (I38938)
 
839 Autorin/Autor: Magdalen Bless-Grabher
1.8.1494 St. Gallen, 10.1.1576 Isny im Allgäu. B. studierte 1508 an der Univ. in Leipzig, 1511 in Krakau, 1512 Magister Artium und Bakkalaureus in Theologie. Ab 1515 Kirchherr in Marbach (SG), ab 1519 Leutpriester der Stadtpfarrei St. Laurenzen in St. Gallen. Als Sympathisant der Reformation nahm B. mit Vadian 1523 an der 2. Zürcher Disputation teil. Nach Einführung der Reformation 1524-25 wurde er vom Amt suspendiert, da er weiterhin die kath. Lehre von Fegefeuer und Ohrenbeichte predigte. 1528 Teilnahme an der Disputation in Bern. Ab 1528 Prediger in Schaffhausen, 1532 Heirat, 1536 Entlassung wegen Affinität zur luth. Abendmahlslehre. Danach Prediger in Tuttlingen (Württemberg), ab 1540 in St. Margrethen, ab 1541 in Lindau am Bodensee, ab 1545 in Isny.

Quellen und Literatur 
BURGAUER, Benedikt (I38714)
 
840 Autorin/Autor: Mario Sabatino
1481 Basel, 1558 Freiburg i.Br., kath., von Basel und Freiburg i.Br. Sohn des Niklaus, Kaufmanns und Grossrats. Enkel des Andreas (->). ​1) Barbara Bär, Tochter des Hans, Wechslers und Ratsherrn, 2) Barbara Mittag. Grosskaufmann, Wechsler. 1512-18 und 1523-29 Ratsherr der Hausgenossenzunft, ausserdem Mitglied der Safran- und der Schlüsselzunft. 1519-22 Landvogt in Münchenstein. Mehrfach Tagsatzungsgesandter. 1511 Empfänger eines Wappenbriefs von Ks. Maximilian I. Förderer des Buchdruckergewerbes. 1529 infolge der Reformation Wegzug aus Basel und Niederlassung in Freiburg i.Br. 
BISCHOFF, Andreas (I38350)
 
841 Autorin/Autor: Mario Sabatino
24.5.1479 Basel, 14.4.1554 Freiburg i.Br., von Basel. Sohn des Hans, Krämers und Wechslers. Halbbruder von Hans (->). Nach wohl anfängl. Stud. an der Univ. Basel zog B. nach Paris, wo er 1499 zunächst den Magistergrad erwarb. Sein anschliessendes Theologiestud. schloss er 1511 mit einem glänzenden Doktorat ab. 1513 finden wird ihn unter den o. Prof. der theol. Fakultät der Univ. Basel. Er wurde 1514 und 1520 zum Rektor der Univ., 1514 und 1528 zum Dekan seiner Fakultät gewählt. Daneben versah er an der Univ. das Amt des Vizekanzlers. Seinen Einfluss machte er auch als kirchl. Würdenträger geltend: 1513 war er Chorherr, ab 1518 Propst zu St. Peter. Noch vor den Turbulenzen der Reformation wurde er 1526 Domherr.

Im selben Jahr sass er als einer der vier Präs. der Badener Disputation vor. B. war ein grosser Kenner der scholast. Theologie und ein eifriger Anhänger des Humanismus. Mit dem wesensverwandten Erasmus, der ihn theologus absolutissimus nannte, verband ihn eine enge Freundschaft. Bei zahlreichen weiteren Gelehrten seiner Zeit war B. hoch geachtet. In den konfessionellen Streitigkeiten nahm er anfängl. eine zurückhaltende und massvolle Haltung ein; zunächst schien er die Reformbestrebungen sogar zu befürworten. Später wandte er sich aber entschieden davon ab und verliess deshalb 1529 Basel, um sich in Freiburg i.Br. niederzulassen. Er setzte 1531 seine Lehrtätigkeit an der dortigen Univ. fort und blieb ein überzeugter Verfechter der kath. Sache. So unternahm er im Frühjahr 1535 eine Romreise, wo er in einer päpstl. Audienz versuchte, das Interesse der Kurie für die schweiz. Verhältnisse zu sensibilisieren. 1541-49 hielt er sich zeitweilig als Chorherr in Beromünster auf. 1551 erschien bei Johannes Oporinus in Basel seine Schrift "Pro salutari hominis ad felicem mortem praeparatione".

Quellen und Literatur 
BAER, Ludwig (I38322)
 
842 Autorin/Autor: Mario Sabatino
Erw. 1470, 1510 Basel, von Basel. Sohn des Heinrich, Metzgers und Ratsherrn. ​Anna Zschadeku. Metzger. Teilnehmer an der Schlacht bei Grandson 1476. Mit seinem Bruder Hans (->) Hauptanführer des gegen die Basler Oligarchie und v.a. gegen die Steuerlast gerichteten Aufstands von 1482. Nach dessen Vereitelung durch Verrat Flucht nach Ensisheim (Elsass). Im Unterschied zu seinem Bruder versöhnte sich B. mit dem Rat der Stadt und kehrte 1483 nach Basel zurück.

Quellen und Literatur 
BISCHOFF, Peter (I38359)
 
843 Autorin/Autor: Mario Sabatino
Frühjahr 1485, von Basel. Sohn des sehr vermögenden Heinrich, Metzgers und Ratsherrn (1446-71). ​Clara von Wunnenberg. Metzger, Sechser der Metzgernzunft, im Gr. Rat, Fünferherr (Bauwesen). 1476 Teilnehmer an der Schlacht bei Grandson, 1479 Mitglied der Besatzung von Vercel (Freigrafschaft Burgund). Mit seinem Bruder Peter (->) Hauptanführer eines vereitelten Aufstands, der sich 1482 gegen die oligarch. Basler Obrigkeit und die schwere Steuerlast richtete. Nach seiner Flucht führte B. eine Fehde mit der Stadt, in deren Verlauf er ermordet wurde.
A. Burckhardt, «Der Aufstandsversuch der Brüder Peter und Hans B. im Jahre 1482», in Beitr. zur vaterländ. Gesch. 15, 1901 
BISCHOFF, Hans (I38357)
 
844 Autorin/Autor: Mario Sabatino
vor 1484 Basel, 14.9.1515 Marignano, von Basel. Sohn des Hans, Krämers und Wechslers, und der Anna Eberler, gen. Grünenzweig, Tochter des Mathis. Halbbruder von Ludwig (->). ​Barbara Brunner. Tuchhändler, Mitglied der Safran- und Schlüsselzunft. B. galt um 1500 als proeidg. und nahm an den Mailänderkriegen teil, erstmals 1511, in der Schlacht bei Novara 1513 als Fourier. Er fiel als Basler Bannerträger in der Schlacht von Marignano. B. gab im Frühjahr 1515 eine Tischplatte mit den Wappen der Fam. B. und Brunner in Auftrag, die als "Zürcher Holbeintisch" erst Hans Holbein dem Jüngeren zugeschrieben wurde, aufgrund neuerer Forschung jedoch Hans Herbst zugeordnet werden konnte. 
BAER, Hans (I38321)
 
845 Autorin/Autor: Markus Kaiser
Erstmals 1467 erw., nach 1500 St. Gallen, von St. Gallen. Sohn des Heinrich, Tuchhändlers. ​1) (Name unbekannt), 2) Barbara Grübel. Z. gehörte als Tuchhändler zur Schneiderzunft, war 1467 Fischschauer, 1473 Elfer, Zunftmeister und Kleinrat, 1475 Vogt von Steinach und 1478-81 von Sax-Forstegg sowie 1485 und 1488 Amtsbürgermeister von St. Gallen. Als einflussreicher Förderer der Politik Ulrich Varnbülers führte er die St. Galler 1489 beim Rorschacher Klosterbruch und verteidigte die Stadt im St. Galler Krieg 1490 als Feldhauptmann. Wegen seiner Sympathien für den Schwäb. Bund und seiner anti-eidg. Haltung verlor Z. seine einflussreiche Stellung, blieb aber Mitglied des Kl. Rats. 
ZILI, Heinrich (I38376)
 
846 Autorin/Autor: Martin Lassner
1441 Zürich, 26.3.1492 Zürich, von Zürich. Sohn des Niklaus, Gürtlers, Ratsherrn und Seckelmeisters. ​Regula von Wil. 1480-89 Zürcher Ratsherr, abgesetzt nach dem Sturz Hans Waldmanns. 1483 Zeugherr, 1483-89 regelmässig Tagsatzungsgesandter, 1484 Schlichter im Streit zwischen dem Bf. von Sitten und dem Hzg. von Mailand. Als Landvogt von Kyburg (1487-89) verteidigte B. im Waldmannhandel die Burg gegen die Bauern und verhinderte die Plünderung der Steuergelder. 1489 Zunftmeister zur Saffran, 1490-92 Bürgermeister von Zürich. 
BRENNWALD, Felix (I38564)
 
847 Autorin/Autor: Martin Lassner
um 1440 Brugg, 7.3.1501 Zürich, von Zürich. Sohn des Hans, Gastwirts und Rats von Brugg. ​1) NN Rey, von Bremgarten (AG), Schwester des Zürcher Ratsherrn Johannes, 2) Antonia Wyder, von Bern, Tochter des Ratsherrn Niklaus. 1474 Unterschreiber in Zürich, Verfasser von Musterbriefen und Kopiervorlagen, 1479-84 in der Berner Kanzlei, ab 1484 Zürcher Stadtschreiber (Einführung der Ratsmanuale). Ab 1487 Tagsatzungsgesandter, Vermittler im Streit zwischen dem Sittener Bf. Jost von Silenen und dem Hzg. von Mailand (am 22.2.1487 erhielt A. 400 Dukaten vom Hzg.). 1489 Verfasser des Vergleichs zwischen Zürcher Landleuten und Hans Waldmann. Auf Befehl Waldmanns änderte A. den Vergleich, wurde in der Folge verhaftet und kurzzeitig suspendiert. 1499 Sprecher der Eidgenossen an den Verhandlungen zum Frieden von Basel. Staatstragende Rolle als Stadtschreiber. 
AMMANN, Ludwig (I38583)
 
848 Autorin/Autor: Martin Leonhard
Bei den Hinwil handelt es sich einerseits um Nobiles, andererseits um eine Ritteradelsfamilie aus dem Zürcher Oberland. Entgegen der historiografischen Tradition sind die beiden Geschlechter wahrscheinlich nicht miteinander verwandt.

Die Zürcher Oberländer Nobiles sind zwischen 1044 und 1286 bezeugt. Die Genealogie dieses Geschlechts bleibt vor allem in seiner Frühzeit unklar. Einzelne Namensträger gehören möglicherweise anderen Familien an, die in einem Streit um die gleichen Güter standen. Dass das Geschlecht auf der Burg Hinwil sass, ist urkundlich nicht belegt. Ein einziges Mal, nämlich 1277, urkundete es auf dem Kirchhof in Hinwil. Einen grösseren Besitzanteil besass die Familie in der Umgebung von Brüttisellen. Gesichert sind zudem Güter in Ludetswil bei Russikon, welche die Hinwil 1286 als Regensberger Afterlehen an das Kloster Rüti (ZH) vergabten. Enge Beziehungen knüpften sie mit den Familien von Toggenburg und Rapperswil und über Letztere wohl auch mit den Luzerner von Hunwil.

Wappentafel mit den 16 Ahnen des Hans von Hinwil und seiner Gattin Beatrix von Hohenlandenberg. Aquarellierte Federzeichnung des Hans von Hinwil, 1541 (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv).
Wappentafel mit den 16 Ahnen des Hans von Hinwil und seiner Gattin Beatrix von Hohenlandenberg. Aquarellierte Federzeichnung des Hans von Hinwil, 1541 (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv). […]
Der Zürcher Oberländer Ritteradel stand vom 14. bis 16. Jahrhundert im Dienst der Habsburger. Vielleicht übernahm er den Namen der gleichlautenden Nobiles nach dem Erwerb von Gütern aus deren ehemaligen Besitz. Ebenso wenig besteht wohl eine Verbindung zur gleichnamigen Familie in Winterthur. Dagegen verweist das Eigengut der Hinwil in Oberdürnten (Burgbühl) auf eine Verbindung zu den Meiern von Dürnten sowie späterer Besitz und häufiges gemeinsames Auftreten auf eine solche zum Haus Landenberg. Grabstätte war bis um 1500 Rüti (ZH), danach die Pfarrkirche von Elgg. Schon vor 1321 besass Hermann (1309-1355), verheiratet mit Brida von Blumenegg und erster namentlich bekannter Vertreter der Familie, pfandweise die Burg Greifenberg bei Bäretswil mit Zugehörde von seinem Dienstherrn Johann von Habsburg-Laufenburg. Sein Sohn Friedrich (1336-1390) wirkte 1356 und 1359 als Burgmann von Herzog Albrecht von Österreich. 1379 erfolgte eine Güterausscheidung mit dessen Sohn Herdegen (1388 bei Näfels). Im Toggenburger Erbschaftskrieg zerstörten die Eidgenossen die im Besitz der Hinwil stehenden Burgen Greifenberg und Werdegg. 1453 verkaufte die Familie ihre Stammgüter in Hinwil an Bubikon. Der Besitz Gebhards wurde nach dessen Tod 1507 versteigert, darunter auch Greifenberg. Zur Drehscheibe der Familie wurde fortan die 1443 als österreichishes Pfand erworbene Herrschaft Elgg mit der dazugehörenden Burg. Hans (->) verfasste ein Familienbuch. Seine Söhne Christoph und Hans Ulrich (1588), der letzte Vertreter des Geschlechts, veräusserten 1576 Elgg. 
VON HINWIL, Stammlinie (I46155)
 
849 Autorin/Autor: Martin Leonhard
Freiherrengeschlecht des 12.-15. Jh., dessen Besitz sich entlang der Wutach konzentrierte. Die K. besassen die gleichnamige Burg in der Gem. K. (Klettgau). Erster bekannter Vertreter des Geschlechts war Adilhard, der 1102 als Zeuge für die von Zähringen auftrat, in deren Umfeld sich die Fam. während des ganzen 12. Jh. bewegte. Ihren Höhepunkt erreichten die K. um 1200, als ihnen - wohl durch den Einfluss des Konstanzer Bf. Diethelm (->) - die Vogtei über das Kloster Rheinau übertragen wurde. In der Folge teilte sich die Fam. in zwei Linien. Wohnsitze der Linie Alt-K. waren bis zu ihrem Aussterben 1418 die Gutenburg und die Burg Tiengen, während die Linie Weissenburg-K. ihren Besitz von der rheinauischen Weissenburg bei Waldshut aus verwaltete, bis sie sich gegen 1300 auf habsburg. Druck hin auf die Roggenbach (Gem. Bonndorf, Schwarzwald) zurückzog. Elisabeth, Äbtissin des Zürcher Fraumünsters, verkaufte 1482 das Erbe ihrer Fam., die Herrschaft Roggenbach, an die Gf. von Lupfen. 
VON KRENKINGEN, N. (I23849)
 
850 Autorin/Autor: Monique von Wistinghausen Übersetzung: Ansgar Wildermann
Altes Freiburger Adelsgeschlecht, das 1869 im Mannesstamm ausstarb. Vom 12. Jh. an sind die von A. als Ritter (milites) urkundl. bezeugt. Die urspr. Namensform d'Avril, Avrie wandelte sich unter dem Einfluss der dt. Aussprache zu von A. Herkunftsort des Geschlechts könnten Avry-devant-Pont oder Avry-sur-Matran sein. Erster namentl. bekannter Vertreter ist Guilelmus miles de Aprilis, der 1173 Zeuge einer Schenkung an die Abtei Hauterive war. Die von A. erscheinen in vielen Dokumenten als Wohltäter der Abtei. Ihre Grablege befand sich in der St. Nikolauskapelle der Abteikirche. Im 14. Jh. waren mehrere Familienmitglieder Mönche, und einer von ihnen, Peter (->), wurde 1404 zum Abt gewählt.

Mit Wilhelm (1293) sind die von A. erstmals als Bürger von Freiburg nachweisbar. Dort bekleideten sie vom 15.-19. Jh. hohe zivile und militär. Ämter. Wilhelm (->) führte 1476 das Freiburger Aufgebot in der Schlacht bei Murten. Helena (1548) war Äbtissin von La Maigrauge. Franz (->), Franz Peter (->) und Josef Niklaus (->) waren Gouverneure des Fürstentums Neuenburg vor 1707. 1536-1818 waren von A. fast ohne Unterbrechung Offiziere im Dienste Frankreichs. Am bedeutendsten waren Franz (->), Ludwig August Augustin (->) und Ludwig (->), der 1803 der erste Landammann der Schweiz wurde. Karl (->) war der letzte von A. in franz. Diensten (sein Sohn Jules starb in jungen Jahren). Trotz ihrer Militärkarrieren in Frankreich, welche sie gesellschaftl. und kulturell vom in der Schweiz gebliebenen Patriziat entfernten, verbanden sie sich durch Heirat meistens mit Freiburger Patrizierfam., v.a. mit den von Diesbach. Obwohl die Fam. zu Beginn des 19. Jh. noch sehr zahlreich war, erlosch das Geschlecht mit den beiden Töchtern Ludwigs (1841), eines talentierten Zeichners und Aquarellmalers: Adele (1836-79), Bildhauerin unter dem Namen Marcello, und Cécile, Baronin von Ottenfels (1911). Die Erinnerung an die von A. wird von den Nachkommen in Givisiez wachgehalten, wo das Geschlecht vom 15. Jh. an begütert war und wo es noch zwei Landsitze gibt, einen aus dem 16. Jh., gen. Le Manoir und heute in Gemeindebesitz, und einen aus dem 18.-19. Jh., Sitz der 1961 gegr. Fondation d'Affry. 
D`AFFRY, Aleyson (I38968)
 

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