Treffer 901 bis 950 von 6,111
| # | Notizen | Verknüpft mit |
|---|---|---|
| 901 | auch Christoph von Hochreut Er studierte an der Universität Duisburg Rechtswissenschaften und erhielt 1682 den Dr. iur. mit der Dissertation De servitute. Anschliessend unternahm er als Hofmeister mit jungen Adligen eine Reise durch Frankreich und Italien, von der er 1685 nach St. Gallen zurückkehrte. Am 13. März 1685 erstattete er vor dem Magistrat einen Bericht zu dieser Reise und erhielt dafür 250 Florentiner, weil es seinerzeit Brauch war, dass Studenten, die sich auf eine Hochschule oder auf Reisen begaben, Reisegeld vorgestreckt bekamen bzw. bei ihrer Rückkehr eine Vergütung erhielten. 1683 wurde er Kanzleiadjunkt in St. Gallen, 1698 Gerichts- und im darauffolgenden Jahr Stadtschreiber sowie Ratsherr und Obervogt von Bürglen. Am 1. Dezember 1717 wurde er als Nachfolger von Heinrich Hiller (1633–1719), der aufgrund seines Alters um seine Entlassung gebeten hatte, zum Bürgermeister gewählt und übte dieses Amt im Dreijahresturnus als Reichsvogt, Amtsbürgermeister und Altbürgermeister von St. Gallen von 1717 bis 1719 im Wechsel mit Lorenz Werder und Georg Wartmann und dann mit Jacob Züblin, David Stähelin und Hans Jacob Rietmann bis 1740 aus, 1742 erfolgte seine letzte Wiederwahl. In dieser Zeit entwarf er 1725 die überarbeiteten Gerichts- und Erbsatzungen. Er vertrat auch mehrfach St. Gallen in der eidgenössischen Tagsatzung und wurde gelegentlich als diplomatischer Vermittler in Streitsachen eingesetzt. So wurde ihm die Abordnung übertragen, die während des Kreuzkrieges beim appenzellischen Landrat um Hilfe bat. Auch wurde er am 2. Januar 1703 gemeinsam mit dem Ratsherrn Sebastian Kunz nach Zürich abgeordnet, um beim kaiserlichen Gesandten, Graf Franz Ehrenreich von Trauttmannsdorff (1662–1719), in einem Streit gegen St. Gallen zu schlichten. 1712 nahm er an den Friedensverhandlungen[1] zwischen den Streitigkeiten der eidgenössischen Stände mit dem Fürstabt von St. Gallen, Leodegar Bürgisser, im Toggenburgerkrieg teil. 1724 vermittelte er in einer Auseinandersetzung zwischen dem Fürstabt Joseph von Rudolphi und der Gemeinde Jonschwil, für die er, auf deren Bitte, tätig wurde. Mitgliedschaften Christoph Hochreutiner wurde 1686 als Mitglied in das Collegium theologicum aufgenommen, in dem philosophische und theologische Gegenstände in disputatorischer Form behandelt wurden; dieses Kollegium wurde 1657 vom Stadtpfarrer Bartholomäus Wegelin (1621–1684) gegründet. Er war Mitglied der St. Galler Gesellschaft zum Notenstein (ursprünglich eine Gemeinschaft des Adels, zu der aber später auch den Honoratioren aus dem Bürgerstand der Zutritt gewährt wurde). Auszeichnungen Am 28. September 1725 erhielt er als Anerkennung seiner Dienste vom Rat ein Geschenk in Höhe von 100 Louis d’or. Am 21. August 1729 wurde er in den preussischen Personaladel als von Hochreut (missverständliche Abänderung seines Namens) erhoben. 1736 wurde er zum königlichen preussischen Hofrat ernannt. 1740 erhielt er von König Friedrich Wilhelm das Ritterkreuz des Ordens de la Générosité. Christoph Hochreutiner in: August Naef: Chronik oder Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft St. Gallen. Mit Inbegriff der damit in Verbindung stehenden Appenzellischen Begebenheiten. Von der ältesten bis auf die neuere Zeit. Friedrich Schulthess, Zürich, Scheitlin, St. Gallen 1867, S. 65 Christoph Hochreutiner in: H. R. von Fels: St. Galler Adels- und Wappenbriefe (Fortsetzung). Schweizerisches Archiv für Heraldik. Band 5, 1944 (PDF; 3,39 MB). Christoph Hochreutiner in: Johann Jakob Bernet: Verdienstvolle Männer der Stadt Sankt Gallen, in Bildnissen und kurzen Lebensnachrichten. St. Gallen 1830, S. 66. Christoph Hochreutiner in: Neujahrsblatt. Historischer Verein St. Gallen, St. Gallen 1861, S. 18 f. Christoph Hochreutiner in: Albert Bodmer: Die Hochreutiner. In: Der Schweizer Familienforscher. Band 22, 1955, S. 32 und 34 f. (PDF; 4,87 MB). | HOCHREUTINER, Dr. jur. Dr. jur. Christoph (I4475)
|
| 902 | auch Gertraud, Gertraudt, Gertrude und Geretrudis, war Äbtissin des Augustinerinnen-Klosters Nivelles in Belgien und wird in der römisch-katholischen Kirche als Jungfrau und Heilige verehrt. Gertrud war die Tochter von Pippin dem Älteren und seiner Frau Iduberga und damit eine Verwandte Karls des Großen. Mit 14 Jahren trat sie in die von ihrer Mutter gegründete Abtei in Nivelles ein. Mitte des 7. Jahrhunderts gründete Gertrud von Nivelles die Benediktinerinnenabtei in Karlburg in Unterfranken.[1] Die Abtei war eines der ersten Klöster im mainfränkischen Raum, das sich besonders um Arme, Kranke und Gebrechliche kümmerte.[2] Nach dem Tod ihrer Mutter leitete Gertrud als Äbtissin von 652 bis zu ihrem Tod die Abtei von Nivelles. | VON HERISTAL, Gertrud (I18387)
|
| 903 | Auch Joseph Pfeifer war eine schillernde Persönlichkeit. Schon als 24-Jähriger war er mit dem Sommerauer Bürgermeister Johann Georg Fuchs nach Wien gereist, um vor dem Reichshofrat Waldrechte des Ortes gegenüber den adeligen Fechenbacher Grundherren durchzusetzen. 1810 war er Delegierter Sommeraus im Wahlkollegium der Ständevertreter des neu geschaffenen Großherzogtums Frankfurt. In der Chronik des Marktes Erlenbach am Main, von 1958, wird er als einer der Kreditgeber der Gemeinde in der Franzosenzeit genannt. 1820 ersteigerte er mit kaufmännischem Geschick das einst zum Kloster Himmelthal gehörige Jesuitengut in Eichelsbach. Wieweit die beiden Brüder in wirtschaftlichen Angelegenheiten zusammenarbeiteten ist nicht belegt. Aber gemeinsame Interessen gab es genügend. Ein Geschäftsfeld könnte der Handel mit „Holländerholz“ gewesen sein. | PFEIFER, Josef (I52750)
|
| 904 | auch Kankor, Chancor, Chancoro, Chanchuro († 771/nach 782), war Graf in Alemannien und dann von 758 bis zu seinem Tod im Oberrheingau. Er stammte aus dem Geschlecht der Robertiner, sein Vater war Graf bzw. Herzog Rupert/Robert I. vom Haspengau, seine Mutter Williswint(h)/Williswinda. Er und seine Mutter stifteten 763/764 das Kloster Lorsch als Eigenkloster. Er war verheiratet mit einer Angilo. Seine beiden Töchter Rachilt und Eufemia traten in das Kloster Lorsch ein, sein Sohn Heimrich (Heimo) († 795) wurde sein Nachfolger. Mit Graf Cancor sind außerdem verwandt: Graf Thüringbert/Thurinkbert/Thuringbert, Bruder Pfalzgraf Anselm († 778), Bruder Abt Robert von Saint-Germain-des-Fossés Bischof Chrodegang von Metz | (MEROWINGER), (Rupert) Cancor (I39243)
|
| 905 | auch Krum [Krom], Jacob gehört der Gesellschaft zum Notenstein an, 1509 Amtsbürgermeister I, 1510 Altbürgermeister, 1511 Reichsvogt I, 1512 Amtsbürgermeister II, 1513 Altbürgermeister II, 1514 Reichsvogt II, 1515 Amtsbürgermeister III, 1516 Altbürgermeister III, 1517 Reichsvogt III, 1517 Burstner, 1518 Amtsbürgermeister IV, 1519 Altbürgermeister IV, 1520 Reichsvogt IV, 1521 Amtsbürgermeister V, 1522 Altbürgermeister V, 1523 Reichsvogt V, 1524 Amtsbürgermeister VI, 1525 Altbürgermeister VI, 1526 Reichsvogt VI, 1527 Amtsbürgermeister VII; Anmerkung Wolf: Dass Jakob Kromm über fast 7 Amtszeitszyklen Bürgermeisterämter ausfüllte, dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Bevölkerung der Stadt St.Gallen - und damit auch die für solche Positionen geeigneten Bürger - durch die Pestepidemie 1519 stark dezimiert wurden. ; 17.5.1527 St. Gallen, von St. Gallen. Sohn des Ulrich, Mitglieds der Notensteiner Gesellschaft, und der Sybilla von Landenberg, der zweiten Ehefrau Ulrichs, Tochter des Heinrich. 1485 Ursula Endgasser, Tochter des Conrad, Notensteiners. 1500-09 Ratsherr, 1510-27 abwechselnd Amtsbürgermeister, Altbürgermeister und Reichsvogt. 1519 Zeuge beim Ehekontrakt zwischen Vadian und Martha Grebel. K. war Bürgermeister in den Jahren des Übergangs der Stadt St. Gallen zur Reformation und förderte die ab 1522 aufbrechende Reformationsbewegung. | KROMM, Jakob (I4264)
|
| 906 | auch ´Esbetha` | THUMBACHER, Elisabeth (I3114)
|
| 907 | auch ´STUDER` Er war als Leinwandhändler Mitglied der Weberzunft. Rohleinwandmaler 1486 und 1500, Stadtrichter 1500-01, Seckelmeister 1513, Ratsherr 1515-1516 und 1524-25, Bussner und Vogteiherr 1515, zu den Bäuen 1517-20, Stadtammann 1519-24, Bürgermeister 1525-311511 wurde er gemeinsam mit Hans Heuss Mitbegründer einer Handelsgesellschaft in Nürnberg. ICH. 1488 nahm er als Hauptmann an der Schlacht bei Saint-Aubin-du-Cormier/Bretagne teil und führte die Schweizer Truppen im Guerre folle. (Guerre folle („verrückter Krieg“) ist der Name eines Aufstands, den französischen Historiker einer militärischen Auseinandersetzung Ende des Mittelalters gaben, bei der sich eine Koalition aus apanagierten und belehnten Fürsten gegen Anne de Beaujeu stellte, die Regentin des Königreichs nach dem Tod des Königs Ludwig XI. und während der Minderjährigkeit ihres Bruders, des Königs Karl VIII. Die Guerre folle dauerte von 1485 bis 1488.) 1501 bis 1502 war er Stadtrichter, 1513 Säckelmeister und in der Zeit von 1514 bis 1516 sowie von 1524 bis 1525 war er Ratsherr in St. Gallen, in dieser Zeit war er von 1519 bis 1524 Stadtammann. Von 1525 bis 1531 war er, im Wechsel mit Joachim Vadian (gewählt 1526), Konrad Meyer (gewählt 1527), Heinrich Komer (gewählt 1530) und Hans Rainsperg (gewählt 1531) als Nachfolger von Jacob Krum, im Dreijahresturnus Amtsbürgermeister, Altbürgermeister und Reichsvogt in St. Gallen. Christian Studer war in erster Ehe seit 1483 mit Ellen, Tochter des Ulrich Thalmann, Kanzler der Fürstabtei St. Gallen verheiratet; ihre Tochter war: Barbara Studer, trat 1506 in das Kloster St. Katharina ein.[2] In zweiter Ehe war er seit 1491 mit Sybilla Stock und seit 1499 in dritter Ehe mit Helena (* 1477; † 14. Oktober 1538), Tochter des Franziskus Zyli (1439–1520), Stadtammann und Kaufmann, verheiratet, gemeinsam hatten sie die Tochter: Helena Studer (* 1506 in St. Gallen; † 24. Februar 1545 ebenda), verheiratet mit dem Kaufmann und Ratsherrn Bartholomäus Schobinger (1500–1585), der gemeinsam mit dem Arzt PARACELCUS während dessen halbjährigen Aufenthaltes in St. Gallen alchemistische Versuche betrieb. PARACELCUS, BOMBASTUS THEOPHRATUS VON HOHENHEIM, Wunderdoktor und Naturheilkundiger, 1493-24.09.1541, Großmeister, Hüter des letzten Willens von Kaiser MAXIMILIAN I.; aus dem Testament von PARACELCUS:"..drei große Schätze liebgen verborgen, einer bei Meiden im Friaul, einer zwischen Schwaben und Bayern, der dritte zwischen Spanien und Frankreich"..."Item bei dem Schatz zwischen Schwaben und Bayern wird man überaus erfahrene Kunstbücher finden, dabei Edelsteine, auch ein Karfunkel lieget. Kein Kaiser könnte ihn bezahlen".."Der zwischen Frankreich und Spanien verborgene Schatz ist ebenfalls sehr groß".."Gott der allmächtige Gott wird den, der diesen Schatz findet, in allem Glück und Sieg mit seiner göttlichen Macht stärken und ihm Gewalt verleihen, alles Böse klein zu halten und das Gute zu erschließen." | STAUDER, Christian (I2324)
|
| 908 | auch ´Ulrich III. de Neuchâtel`oder ´Ulrich III. de Neuchâtel-Nidau` Bruder des BERTHOLD und des RUDOLF II. Ab 1192 mit seinem älteren Bruder RUDOLF II. Herr von N., nach dessen Tod 1196 mit seinem Neffen BERTHOLD. Die beiden verliehen der Stadt N. 1214 STADTRECHTE. Bei der Teilung des Familienbesitzes um 1218 erhielt N. mit dem Grafentitel und den deutschsprachigen Gebieten den bedeutenderen Teil, Berthold fielen die französischsprachigen Gebiete zu. Nach N.s Tod wurde sein Besitz unter seinen Söhnen aufgeteilt, die die Zweige derer VON NIDAU; STRASSBERG und AABERG begründeten. | VON EBERSTEIN, Baronin Baronin Gertrud (I8002)
|
| 909 | auch „Schibler“; erwähnt 1519 ff. J.H.C. Scheibler, Geschichte und Geschlechts-Register der Familie Scheibler, Köln 1895, S. 4 L. Gerstein, Ahnentafel der Familien Schmemann und Gerstein, Hagen 1934, S. 57 B. Koerner / K. Fix, Eifeler Geschlechterbuch 1 (DGB 99), Görlitz 1938, S. 647 B. Koerner, Deutsches Geschlechterbuch 100, Görlitz 1938, S. 54 H.C. Scheibler / K. Wülfrath, Westdeutsche Ahnentafeln, Weimar 1939, S. 435, 498 | SCHEIBLER, Johannes I. (I25058)
|
| 910 | auch „van der Geerpoot“; war in Xanten Aufseher des Zweigbetriebes der von der Leyen; noch 1734 in Xanten als Zeuge belegt H.C. Scheibler / K. Wülfrath, Westdeutsche Ahnentafeln, Weimar 1939, S. 283 H. Gerpott, Die Familie Gerpott, München 1980, S. 1: „Abraham war von Beruf Seidenfärbermeister und leitete in dieser Eigenschaft die Färberei der Fam. v.d.Leyen in Xanten. Woher Abraham v.d.G. einstens gekommen ist, liegt noch völlig im Dunkel der Geschichte. Der Heimatforscher Niepoth und die Reformierte Gemeinde in Xanten sind übereinstimmend der Meinung, daß Abraham um 1660 aus den Niederlanden als religiöser Flüchtling nach Xanten gekommen ist. Daß er direkten Weges aus den Niederlanden nach Xanten gekommen ist, bezweifle ich. Steht doch im Xantener Kirchenbuch diese Randnotiz 'aus Elten ?'. Den Namen Gerpott habe ich in den Niederlanden bis heute dreimal gefunden. Doch handelte es sich hierbei immer um 'Rückwanderer' aus Krefeld und Goch nach Voorst, Zutphen und Rotterdam.“ Vgl. P. Kriedte, Taufgesinnte und großes Kapital, Göttingen 2007, 207: „Daß Abraham Gerpott der Jüngere und nicht so sehr sein Sohn Johann Heinrich Gründer der von der Leyenschen Seidenfärberei war, wie Keussen und Rembert meinen, ist sonst nicht belegt.“ http://familytreemaker.genealogy.com/users/b/o/o/Henriette-A-Boom/WEBSITE-0001/UHP-0011.html | GERPOTT, Abraham (der Jüngere) (I2821)
|
| 911 | auch „van der Geerpoot“; war in Xanten Aufseher des Zweigbetriebes der von der Leyen; noch 1734 in Xanten als Zeuge belegt H.C. Scheibler / K. Wülfrath, Westdeutsche Ahnentafeln, Weimar 1939, S. 283 H. Gerpott, Die Familie Gerpott, München 1980, S. 1: „Abraham war von Beruf Seidenfärbermeister und leitete in dieser Eigenschaft die Färberei der Fam. v.d.Leyen in Xanten. Woher Abraham v.d.G. einstens gekommen ist, liegt noch völlig im Dunkel der Geschichte. Der Heimatforscher Niepoth und die Reformierte Gemeinde in Xanten sind übereinstimmend der Meinung, daß Abraham um 1660 aus den Niederlanden als religiöser Flüchtling nach Xanten gekommen ist. Daß er direkten Weges aus den Niederlanden nach Xanten gekommen ist, bezweifle ich. Steht doch im Xantener Kirchenbuch diese Randnotiz 'aus Elten ?'. Der Namen Gerpott wurde in den Niederlanden bis heute dreimal gefunden. Doch handelte es sich hierbei immer um 'Rückwanderer' aus Krefeld und Goch nach Voorst, Zutphen und Rotterdam.“ Vgl. P. Kriedte, Taufgesinnte und großes Kapital, Göttingen 2007, 207: „Daß Abraham Gerpott der Jüngere und nicht so sehr sein Sohn Johann Heinrich Gründer der von der Leyenschen Seidenfärberei war, wie Keussen und Rembert meinen, ist sonst nicht belegt.“ B. Koerner / H. Scheele, Pommersches Geschlechterbuch 1 (DGB 40), Görlitz 1923, S. 456 H. Gerpott, Die Familie Gerpott, München 1980, S. G, H | GERPOTT, Karl Heinrich Emil (I2807)
|
| 912 | auch „van der Geerpoot“; war in Xanten Aufseher des Zweigbetriebes der von der Leyen; noch 1734 in Xanten als Zeuge belegt H.C. Scheibler / K. Wülfrath, Westdeutsche Ahnentafeln, Weimar 1939, S. 283 H. Gerpott, Die Familie Gerpott, München 1980, S. 1: „Abraham war von Beruf Seidenfärbermeister und leitete in dieser Eigenschaft die Färberei der Fam. v.d.Leyen in Xanten. Woher Abraham v.d.G. einstens gekommen ist, liegt noch völlig im Dunkel der Geschichte. Der Heimatforscher Niepoth und die Reformierte Gemeinde in Xanten sind übereinstimmend der Meinung, daß Abraham um 1660 aus den Niederlanden als religiöser Flüchtling nach Xanten gekommen ist. Daß er direkten Weges aus den Niederlanden nach Xanten gekommen ist, bezweifle ich. Steht doch im Xantener Kirchenbuch diese Randnotiz 'aus Elten ?'. Den Namen Gerpott habe ich in den Niederlanden bis heute dreimal gefunden. Doch handelte es sich hierbei immer um 'Rückwanderer' aus Krefeld und Goch nach Voorst, Zutphen und Rotterdam.“ Vgl. P. Kriedte, Taufgesinnte und großes Kapital, Göttingen 2007, 207: „Daß Abraham Gerpott der Jüngere und nicht so sehr sein Sohn Johann Heinrich Gründer der von der Leyenschen Seidenfärberei war, wie Keussen und Rembert meinen, ist sonst nicht belegt.“ 7 „Gerpott“ auf 5 Anschlusstafeln Eulenberg–Heidermanns (PDF/JPG), Fischer–Eulenberg (PDF/JPG), Fischer–Heidermanns (PDF/JPG), Kinkel–Eulenberg (PDF/JPG), Scheibler–Eulenberg (PDF/JPG) | GERPOTT, Abraham (der Ältere) (I2823)
|
| 913 | Auch: Eva Rosina. Patin in Heidelberg (luth.) am 12.6.1706 und 3.12.1717 jeweils mit Ehemann. Tod lt. KB Heiliggeistkirche: alt 76 Jahre. | HETTE(N)BACH, Euphrosina (I788)
|
| 914 | Auch: Idea Margareta. Patin in Heidelberg (Klosterkirche) am 4.1.1671 und 6.6.1673 sowie in Neckargemünd am 13.10.1679. | WILHELMI, Idia Margaretha (I2532)
|
| 915 | Auch: Katharina Christina. Abendmahl in Heidelberg zu Weihnachten 1711 (15 Jahre). Patin in Heidelberg am 25.1.1719 (Klosterkirche). Tod lt. KB Klosterkirche: alt 65 Jahre, 2 Monate und 22 Tage. 1727 starb HOFSTATT und seine Erben einigten sich, die Apotheke JOHANN CHRISTIAN WALSDORF zu übergeben. Dieser hatte bereits 1716 das jüngste Kind von HOFSTATT, CHRISTNA KATHARINA geheiratet und leitete die Hof-Apotheke wohl schon zu Lebzeiten seines Schwiegervaters. Als Walsdorf 1738 starb, heiratete die Witwe den jungen Gehilfen ihres Mannes, JOHANNES CHRISTIAN TREVIRAN. aus ´Geschichte der Heidelberger Apotheken` Der Lehrbrief wurde in Heidelberg von ihrem Onkel am 09.09.1693 Johann Bernhard Hofstatt (1646 - 1708) ausgestellt für Christian Burkhard Heyles (1652-1721) und unterzeichnet von Jacob Israel (1621-1674) Die Heidelberger Hof-Apotheke war im 17. Jahrhundert ein kurpfälzisches Lehen und wurde seit 1662 von Conrad Daniel Nebel (1632-1672) geführt. Als dieser starb war sein Sohn und Lehensnachfolger Daniel Nebel (1664-1733) - später Mediziner und kurfürstlicher Leibarzt - noch unmündig. Der Düsseldorfer Apotheker Johann Bernhard Hoffstatt pachtete die Hof-Apotheke und leitete sie als "Chur Pfaltz Hoff Apotecker in Churfürstlicher Haupt und Residentz Statt Heydelberg" bis zur Zerstörung der Stadt im Jahre 1693. Dieser Lehrbrief aus dem Jahr 1673 bescheinigt dem Empfänger Christan Burkhard Heyles aus Bacharach, eine vierjährige Lehrzeit in der Hof-Apotheke absolviert zu haben. Begonnen hatte er die Lehre bei Hofapotheker Nebel. Das Zeugnis wurde beglaubigt durch die Unterschriften von Jacob Israel, Rektor der Universität Heidelberg, Friedrich Christian Winkler und Hoffstatt selbst. Der Heidelberger Lehrbrief besticht durch seinen künstlerischen Gesamteindruck, der neben der Auszeichnungsschrift der Urkunde eine besondere Gewichtigkeit verleiht. Die Hofapotheke ist an dieser Stelle seit 1404 belegt. Damals kaufte der Apotheker von Kurfürst Ruprecht I. das Haus von Albrecht von Erligheim. Wie fast alle Häuser in Heidelberg wurde auch die Apotheke im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört. Das heutige Gebäude wurde dann 1701 von Johann Dietrich Hofstatt, dem Vater von Christina katharina Hofstatt erbaut, vermutlich nach Plänen von Johann Jakob Rischer. 1878 zog die Apotheke in die Sofienstraße 11. Danach erfuhr das Haus verschiedene Nutzungen und bauliche Veränderungen, 1897 das Dachgeschoss, 1927 im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss, 1982 wurde die Fassade renoviert. Generallandesarchiv Karlsruhe 204 Nr. 1522 Archivalieneinheit Heidelberg, Stadt / (1217, 1218, 1368, 1401ff) 1412-1871 Medizinalwesen Apotheken (1403ff) 1541-1686 Nacheinander erfolgte Belehnungen der Familien Schönthal, Virdung, Sprenger, Laurelius, Vorst, Nebel, Hofstatt, Walsdorf und Henking mit dem sogenannten Vicedomischen Haus, spätere Apotheke auf dem Markt / (1403ff) 1541-1686 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1487571 Generallandesarchiv Karlsruhe 204 Nr. 1523 Archivalieneinheit Heidelberg, Stadt / (1217, 1218, 1368, 1401ff) 1412-1871 Medizinalwesen Apotheken (1403ff) 1691-1769 Nacheinander erfolgte Belehnungen der Familien Schönthal, Virdung, Sprenger, Laurelius, Vorst, Nebel, Hofstatt, Walsdorf und Henking mit dem sogenannten Vicodemischen Haus, spätere Apotheke auf dem Markt / (1403ff) 1691-1769 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1487573 Generallandesarchiv Karlsruhe 204 Nr. 1524 Archivalieneinheit Heidelberg, Stadt / (1217, 1218, 1368, 1401ff) 1412-1871 Medizinalwesen Apotheken Nacheinander erfolgte Belehnungen der Familien Schönthal, Virdung, Sprenger, Laurelius, Vorst, Nebel, Hofstatt, Walsdorf und Henking mit dem sogenannten Vicedomischen Haus, spätere Apotheke auf dem Markt / 1771-1820 Generallandesarchiv Karlsruhe 204 Nr. 1536 Archivalieneinheit Heidelberg, Stadt / (1217, 1218, 1368, 1401ff) 1412-1871 Medizinalwesen Apotheken (1739) 1762 Verlassenschaft der Christina Catharina Treviran verwitwete Walsdorf, geborene Hofstatt, Witwe des Apothekers Johann Christian Treviran / (1739) 1762 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1487581 | HOFSTATT, Christina Katharina (I583)
|
| 916 | Auch: Margaretha Agnes. Patin in Heidelberg (Heiliggeistkirche) am 18.5.1681 und 13.10.1681. Tod lt. KB Heiliggeistkirche: alt 69 Jahre | HOFSTATT, Margaretha Agneta (I956)
|
| 917 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I6974)
|
| 918 | auer.kerstin@bluewin.ch Architekturbüro Kerstin Auer-Seltrecht dipl. Architektin ETH / SIA Steinegg 19 9042 Speicher/AR Mobile 079 280 45 56 * | SELTRECHT, Kerstin (I6997)
|
| 919 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I55757)
|
| 920 | auf Abstammung auch Hirth, auf Familiensuche Fuchs? -> der zeitlichen Einordnung führt muss den Namen des Stiefvaters sein! (Un? Eheliche Tochter der R. Gelbart mit H. Fuchs) | FUCHS, Juliane Friederika (I39421)
|
| 921 | Auf Anregung des gerade aus Frankreich zurückgekehrten Johannes Pincier schickte man ihn zusammen mit seinem Bruder von 1546 bis 1547 auf das Sturmsche Gymnasium nach Straßburg. Dann wandte er sich zunächst nach Erfurt, dann nach Leipzig und schließlich nach Wittenberg, um Philipp Melanchthon zu hören. Wegen der Wirren des Schmalkaldischen Krieges ging er nach Zürich und von dort nach Basel, wo er als 18-Jähriger für den humanistischen Drucker Johannes Oporinus die Varia historia des Aelian und die Stratagemata des Polyaen ins Lateinische übersetzte. 1548 traf Vultejus auf der Frankfurter Herbstmesse wieder auf Pincier, der ihn anregte, Frankreich zu besuchen. Über Köln, Brabant und Flandern reiste Vultejus nach Paris, wo er den Zürcher Theologen Ludwig Lavater kennenlernte. Von Paris aus reiste er nach Genf, um Calvin kennenzulernen, der damals am Anfang seiner Karriere stand. Nach einem Aufenthalt in Lausanne kehrte er in seine Heimatstadt zurück, wo er Katharina Fett heiratete, mit der er drei Söhne und eine Tochter zeugte. In Wetter eröffnete er eine Schule, die nachmals berühmte Academiola Wetterana, an der er selbst Rhetorik und Dialektik unterrichtete und den dreisprachigen Unterricht einführte: Pincier lehrte Hebräisch, er selbst Latein und Griechisch; mit solchem Erfolg, dass Absolventen seiner Schule – darunter der spätere Marburger Professor Wigand Orth – als „Graeculi“ tituliert wurden. Eine zwischenzeitliche Berufung als Hilfsgeistlicher wurde wegen Lehrdifferenzen zurückgezogen. Grabstein des Justus Vultejus in Marburg Er ging 1560 als leitender Lehrer an das Marburger Pädagogium und wurde 1572 Professor der hebräischen Sprache an der Universität Marburg. Als er Ende März 1575 einem entlaufenen Kapaun nachsprang, verunglückte er schwer und starb wenige Tage später an seinen Kopfverletzungen. | VULTEJUS, Justus (I6339)
|
| 922 | auf Burg Weißenburg, Vogt des Klosters Riedern, Landrichter im Thurgau 1316 verzichtet 1312 für sich und seine Geschwister gegenüber St.Blasien auf die Fischenz in der Schwarzach, Vogt des Klosters Rieden, Landrichter im Thurgau 1316 --> Landrichter 1316 in , , TG, CHE | VON KRENKINGEN, Diethelm (I7913)
|
| 923 | auf dem Felsen bei Sommarese ob St.Vinzenz im Val d'Aosta, Italien. Die Familie Fels trug ursprünglich den Namen de Clapey und stammt aus dem Dorf Sommarèse (heute Ortsteil von St. Vincent) im Aosta-Tal. Die Siedlung liegt in 1535 m Höhe über dem Meer am Südwestabhang des Mont Joux, der in der Römerzeit Mons Jovis / Jupiterberg genannt wurde. Die älteste Urkunde über die Sippe stammt von 1393, als Antonius de Clapey, zusammen mit Einwohnern von neun anderen Bergdörfern eine Genossenschaft zur Wasserversorgung gründete, welcher der Graf Iblet de Challant seinen Schutz verleihen wollte. Auf der Alpensüdseite sind die Niederschläge im Sommer spärlich, die Felder auf den flacheren Hängen können unter Trockenheit leiden, wobei die genannte Höhe schon an und für sich schwierige Verhältnisse mit sich bringt. Woher konnte man Wasser nehmen? Lokale Wasserläufe gibt es nicht. Dagegen fließt im Osten jenseits der Bergkette, im Val d’Ayes, der große Bach Evançon (italienisch Aventina), mit reichlich Wasser. Dieser entspringt nämlich aus dem Gletscher Ventina am Südhang des kleinen Matterhorns, zwischen dem Monte Rosa und dem eigentlichen Matterhorn. Selbst bei langanhaltendem sengenden Sonnenschein versiegt eine solche Quelle nicht, eher im Gegenteil. Das Problem bestand darin, wie man das kostbare Nass über die Bergkette hinwegbringen konnte. Das haben die Bergbauern dadurch gelöst, dass der Evançon weit genug oben angezapft wurde, so dass man das Wasser in einem künstlichen Bachbett mit einem Gefälle von 1 zu100 auf den Paß du Joux in 1640 m Seehöhe leiten und dann von dort in Zweigkanälen verteilen konnte. Dieser Kanal, in der lokalen Sprache Ru (von lateinisch Rivus, Bach) musste nun 25 km lang an den Felshängen, vor allem des Mont Zerbion (2720 m), ausgehauen werden und dabei allen Windungen des Geländes mit gleichbleibendem Gefälle folgen. Manche Strecken erforderten dabei eine Art Verrohrung mit Holzplanken, einzelne Schluchten sogar Brücken. Die weitere Verteilung (nochmals 25 km) war dann nicht ganz so schwierig. Das Wasser wurde dann nach Plan mit Schiebern verteilt. Mit den Wochentagen ging das verhältnismäßig einfach; schwieriger war es mit den Uhrzeiten während des Tages, man hatte ja noch keine Uhren. Man half sich mit dem Schatten, den die Berge zu bestimmten Stunden auf die Kirche von St. Vincent warfen. Der Kanal versorgte 10 Gemeinden über mehr als vier Jahrhunderte hinweg, noch 1857 hatten englische Alpinismus-Pioniere auf dem Col de Joux ihr Maultier daraus getränkt. Im 20. Jahrhundert fanden Besucher ein trockenes Bachbett, an manchen Stellen waren noch alte Holverschalungen vorhanden. In neuester Zeit (1995) hat man den Ru d’Ayas wiederhergestellt, natürlich mit den technischen Mitteln unserer Zeit. So kann man wieder einen eigenen Bach nach Sommarèse fließen sehen. Eine weitere Urkunde (von 1433) nennt Verwalter des Kanals, darunter Martinodus de Clapey. Kirchenbücher, wie sie im 16. Jahrhundert üblich wurden, gab es noch nicht. Die heute erloschene Familie hatte 1450 einen Grundbesitz von etwa einem halben Quadratkilometer, für die damalige Zeit ein recht ansehnliches Gut. Auch später (1645) war ein Philibert de Clapey so vermögend, daß er die Rochus-Kapelle von Feilley bei St. Vincent stiften konnte. Die Familie Fels (de Clapey stammt aus Sommarèse im Aostatal. Die älteste Urkunde stammt aus dem Jahre 1393. 1433 ist Martinodus de Clapey als Verwalter eines Wasserkanales genannt, der Wasser über den Col du Joux nach Sommarèse leitete. Wie auch aus anderen Beispielen ersichtlich, haben bäuerliche Gesellschaften Probleme, wenn viele Kinder sich das Erbe teilen, und dann die Gefahr unzulänglicher Gutsgrößen besteht. Jüngere Söhne wandern dann oft aus und suchen sich eigene Existenzen. So wird es auch mit den de Clapey gewesen sein. Mitglieder der Sippe (genaue verwandschaftliche Beziehungen lassen sich aber nicht herstellen) tauchen im 15. jahrhundert in Bern und in Stein am Rhein als erfolgreiche Kaufleute auf. Ihre Spezialität wird wohl der Handel im Alpentransit gewesen sein. Die in Bern ansässigen Brüder Albrecht und Anton (jetzt Fels genannt) ließen sich 1452 von Kaiser Friedrich III. ein Wappen verleihen, das einen Steinbock auf einem Felsen zeigt. Über ein Jahrhundert später folgten die Fels in Konstanz ihrem Beispiel. Die Änderung des Namens de Clapey in Fels ist eine wörtliche Übersetzung aus dem besonderen Dialekt des Aosta-Tals *1). Dazu wurde im Felsischen Hausbuch des 17. Jahrhunderts eine Familientradition wiedergegeben: Man habe einst ein Haus auf einem Felsen gehabt und sich danach genannt *2). Es gibt auch in der Entfernung von 15 km Luftlinie ein Dorf, das an der Mündung des gleichnamigen Baches in die Dora zwischen Bard und St. Martin gelegen ist (siehe Reliefkarte). Heute ist Clapey ein Ortsteil von Donnas, auf der anderen Seite der Dora Baltea. Es könnte auch eine Herkunftsbezeichnung zum Familiennamen geworden sein Pantaleon de Clapey hatte 6 Söhne. Auf dem Gut war kein Platz für alle, so schickte er zunächst zwei über die Alpen. Sie sollten zusehen, wie sie sich ernähren. Die waren aber bald so erfolgreich, dass sie die restlichen vier nachholten. Sie betrieben Krämerei, d.h. sie trugen ihre Waren in einem Tragekorb auf dem rücken und wanderte von Dorf zu Dorf und Haus zu Haus. Zwar ist nicht dokumentiert, was sie verkauften. Es ist aber wahrscheinlich, daß sie mit Stoffen handelten, in dieser Zeit stand deren Produktion und Umsatz im Vordergrund des wirtschaftlichen Lebens. Auch konnte man diese am ehesten selbst über weite Strecken tragen, Waren von größerem Gewicht hätten aufwendigere Transportmittel benötigt. Das Geschäft war so erfolgreich, daß sie in Zurzach (in der Nordschweiz gegenüber von Waldshut), wo damals bedeutende Warenmessen abgehalten wurden, einen Verlage gründeten. Das Wort war noch nicht auf den Buchhandel beschränkt, bedeutete vielmehr allgemein ein Lager, aus dem sich Einzelhändler versorgen, häufig auf Kredit. Der Großhändler konnte so nicht nur die eigenen Schultern von den Trageriemen entlasten, sondern auch größere Gewinne erzielen. Auf der anderen Seite war das Risiko durch zahlungsunfähige oder -unwillige Schuldner erheblich. Jetzt trennten sich die Brüder wieder, Peter und Antony gingen nach Sommarèse zurück, erhielten das alleinige Erbe am Bauernhof und überließen dafür den übrigen ihre Geschäftsanteile. Während sich Pantaleon in Murten (später in Bern) ansiedelte, erwarb Michael de Clapey (1484-1562) in Konstanz 1515 das Bürgerecht (Sein Bruder Vinzenz folge ihm 1525). Das Geschäft bestand in Groß- und Fernhandel, meist über die Alpen hinweg. *1) Die Sprachwissenschaft führt den im Dialekt des Aosta-Tals heute noch gängigen Begriff auf einen aus der Sprache der Salassier, einem keltischen Volk in dieser Alpenregion, zurück: Klappa = Fels; er lebt auch in vielen Ortsbezeichnungen fort (Auskunft des Kultur-Departemenst der Regionalen Regierung in Aosta). Die indogermanische (Auskunft des Kultur- Departements Herkunft und die Verwandschaft zum deutschen wort Klippe ist offensichtlich. *2) Felsisches Hausbuch, Stadtarchiv St. Gallen. | VON CLAPEY (FELS), Stammlinie (I23265)
|
| 924 | auf dem Stockarberg zu Hohenlieb, zog als Hauptmann mit dem Schaffhauserbanner für Papast Julius II nach Mailand 1512, für Herzog Ulrich nach Stuttgart 1519, erhielt von Kaiser Maximilian I einen Wappenbrief. weiterführende Info: HLS --> als Hauptmann mit dem Schaffhauserbanner für Papast Julius II nach Mailand 1512 --> als Hauptmann für Herzog Ulrich nach Stuttgart 1519 Eingebürgert in Schaffhausen, Schaffhausen, SH, CHE | STOCKAR, Alexander (I12231)
|
| 925 | auf der Papiermühle in der Gemeinde Rüderoth, später in der Bickenbach, „auf dem Dorn“1783 „aufm Anfang“, danach Gastwirt in Drabenderhöhe | WITSCHER, Christoph Peter (I239)
|
| 926 | Auf der Peterstirn lag die Stammburg der insgesamt zwölf Burgen der Markgrafen von Schweinfurt, deren Machtbereich um das Jahr 1000 das ganze östliche Franken und die Oberpfalz bis hinein in den Bayerischen Wald nach Cham umfasste. Den Nordgau (Bayern), in etwa die heutige Oberpfalz, erhielt der erste Markgraf von Schweinfurt Berthold als Dank von König Otto. I. (936–973), ab 962 Römisch-deutscher Kaiser, da er ihm im Kampf gegen aufständische Stammesherzöge wertvolle Waffenhilfe gab.[4] Die Markgrafen hatten großen Einfluss auf die Römisch-deutschen Kaiser.[5] Nach der Niederlage des Markgrafen Heinrich von Schweinfurt, Hezilo genannt, gegen König Heinrich II. stiftete Eilica, die Mutter Hezilos, um 1015 unterhalb der Burg ein Nonnenkloster. Nach einigen Besitzwechseln wurde das Frauenkloster um 1055 in ein Benediktinerkloster namens Stella Petri umgewandelt, zu deutsch Peterstern, worauf im Laufe der Zeit Peterstirn wurde. | VON WALBECK, Eilika (I18322)
|
| 927 | Auf der von seinem Vater Heinrich Daniel Jacobi geleiteten Sayner Hütte bei Koblenz sammelte Gottlob Jacobi erste Kenntnisse in der Eisenverhüttung und vertiefte diese während seiner Lehr- und Wanderjahre in England. Vater Jacobi stand in Diensten des Trierer Kurfürsten und Erzbischofs Clemens Wenzeslaus von Sachsen, dessen Schwester Maria Kunigunde wiederum Fürstäbtissin in Essen war und sich ebenfalls für die Eisenverhüttung interessierte. Als sie um 1790 einen Verwalter für die von ihr gegründete Eisenhütte Neu-Essen suchte, nutzte sie diese Verbindung und holte Gottlob Jacobi an die Emscher. In unmittelbarer Nachbarschaft von „Neu-Essen“ waren damals bereits zwei weitere Eisenhütten in Betrieb: Die St.-Antony-Hütte (seit 1758), die nahe Osterfeld auf dem Gebiet des kurkölnischen Vest Recklinghausen lag, sowie die Hütte „Gute Hoffnung“ (seit 1782) in Sterkrade, das zum Herzogtum Kleve und somit zu Preußen gehörte. Ab 1793 kam es zu einem längeren und zum Teil mit Waffengewalt ausgetragenen Rechtsstreit zwischen Maria Kunigunde und dem Pächter der „Guten Hoffnung“, Eberhard Pfandhöfer, die beide Anspruch auf die Hütte St. Antony erhoben. Nachdem Pfandhöfer sich schließlich 1797 völlig überschuldet nach Holland abgesetzt hatte, übernahm Jacobi endgültig die Leitung auf St. Antony, verlegte seinen Wohnsitz dorthin und modernisierte das Werk grundlegend. In Zusammenarbeit mit dem Handelshaus der Brüder Haniel sorgte er zudem für den Absatz seiner Produkte entlang des Rheins und nach Holland. Zum Dank für seine Erfolge beteiligte die Fürstäbtissin Jacobi 1799 mit einem Viertel an beiden Hütten. Im Jahr darauf heiratete er Sophia Haniel, eine Schwester seiner Geschäftspartner Franz und Gerhard Haniel. Als Maria Kunigunda nach der Aufhebung des Essener Reichsstifts das Interesse an ihren Eisenhütten verlor, gewann Jacobi 1805 seine Schwäger als Käufer für die Anteile der Fürstäbtissin. Zur gleichen Zeit erwarb ein weiterer Schwager der Haniels, Heinrich Arnold Huyssen, die Hütte „Gute Hoffnung“, die seit Pfandhöfers Flucht im Besitz der Helene Amalie Krupp gewesen war. 1808 wurden die drei Hütten schließlich in der Hüttengewerkschaft Jacobi, Haniel & Huyssen (JHH) vereinigt, aus der später (1873) der Gutehoffnungshütte-Konzern hervorging. Im Gesellschaftervertrag wurde Jacobi zudem die Leitung aller drei Hütten übertragen. Im 53. Lebensjahr starb Jacobi im Wohnhaus der St.-Antony-Hütte, das heute Teil des Rheinischen Industriemuseums ist. Zu seinem Nachfolger als JHH-Direktor wurde Wilhelm Lueg bestellt, der einst bei Jacobi als Hauslehrer angefangen hatte und später Hütteninspektor gewesen war. | JACOBI, Gottlob Julius (I58839)
|
| 928 | auf Riescheid in Barmen M. Strutz-Ködel, Bergisches Geschlechterbuch 5 (DGB 183), Görlitz 1980, S. 105 | RIESCHEID, Katharina (I44597)
|
| 929 | auf Sonnenberg und Bichelsee 1361, Kirchherr zu Uster 1375 - 1381, Johanniterritter --> Kirchherr 1375/1381 in Uster, Uster, ZH, CHE | VON LANDENBERG-GREIFENSEE, Rudolf II. (I21787)
|
| 930 | Auf Veranlassung der Freiherren VON LANGENSTEIN aus dem Oberaargau gründeten 1194 Mönche der Abtei Lützel aus dem Elsass das Kloster im Tal der Rot. Die Klostergemeinschaft gehörte damit der Filiation der Primarabtei Morimond an. SIGNAU (Adelsgeschlecht) Das Geschlecht der Freiherren VON SIGNAU war ein mittelalterliches Adelsgeschlecht aus dem schweizerischen EMMENTAL. Neben ihrer regionalen Bedeutung interessieren die Freiherren von Signau als mögliche Ahnen derer von ATTINGHAUSEN-SCHWEINSBERG, einer in der GRÜNDUNGSZEIT DER EIDGENOSSENSCHAFT bedeutenden Familie. | N., N. (I23780)
|
| 931 | auf Wellenberg 1385, auf Alt-Landenberg 1407, wird 05.09.1407 Bürger in Zürich, 1414 auf dem Konzil zu Konstanz; ihm, seinem diener verpfändet kaiser siegmund 1415 die Vogtei Frauenfeld; er wurde in Zürich am 09.06.1431 wegen Sodomiterei verbrannt | VON HOHENLANDENBERG, Hermann I. , gen. ´Bick` (I23819)
|
| 932 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I5221)
|
| 933 | aufe lt. KB Heiliggeistkirche. Jurastudium in Heidelberg 1708 (Matrikel der Universität Heidelberg am 4.10.1708, "Heidelbergensis"). Ledig gestorben. Leichenpredigt in der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen in Göttingen, Signatur 2° V.VII. 8. | DE SPINA, Prof. Dr. jur. Prof. Dr. jur. Friedrich Peter (I2266)
|
| 934 | aufeintrag (IGI): „Hanß Hinrich Hoeffstadt“, Eltern „Wilhelm Hoeffstadt“ und „Anna Marien Loßen“ | HOFFSTADT, Wilhelm Bernhard (I49192)
|
| 935 | Aufgebot 27.09.1835 Hagen | HAMMERSCHMIDT, Benjamin Gustav (I6231)
|
| 936 | Aufgrund des von seinem Vater hinterlassenen Erbes, vor allem im Radenzgau und im Raum Schweinfurt, war Otto einer der mächtigsten Feudalherren in Ostfranken. Er war 1014 Graf an der unteren Altmühl (Kelsgau), 1024–1031 Markgraf im Nordgau, 1034 Graf an der unteren Naab. Er nahm an den Feldzügen gegen Böhmen (1040 Niederlage bei Cham), Ungarn und Polen teil und wurde 1048, nach dem Tod Herzog Ottos II. von Schwaben 1047, von König Heinrich III. zu dessen Nachfolger gemacht. Allerdings setzte er – als loyaler Gefolgsmann seines Königs – in den neun Jahren seiner Tätigkeit keine spürbaren Akzente. In der Schlacht bei Biwanka erlitt er eine Niederlage. Otto verlobte sich im Auftrag Heinrichs 1035 mit Mathilde, einer Tochter des polnischen Königs Boleslaw Chrobry aus dessen vierter Ehe mit Oda. Die Ehe kam aber nicht zustande, da die Verlobung im Jahr darauf wieder gelöst wurde. Stattdessen heiratete er – wieder aus reichspolitischen Gründen – Irmingard, † 1078 vor 29. April, eine Tochter des Markgrafen Ulrich Manfred von Turin (Manfred von Susa) aus der Familie der Arduine und der Berta degli Obertenghi, womit die Verbindungen der nördlichen und südlichen Reichsteile gestärkt werden sollte. | VON SCHWABEN \ VON SCHWEINFURT, Otto III. (I18195)
|
| 937 | Aufgrund des von seinem Vater hinterlassenen Erbes, vor allem im Radenzgau und im Raum Schweinfurt, war Otto einer der mächtigsten Feudalherren in Ostfranken. Er war 1014 Graf an der unteren Altmühl (Kelsgau), 1024–1031 Markgraf im Nordgau, 1034 Graf an der unteren Naab. Er nahm an den Feldzügen gegen Böhmen (1040 Niederlage bei Cham), Ungarn und Polen teil und wurde 1048, nach dem Tod Herzog Ottos II. von Schwaben 1047, von König Heinrich III. zu dessen Nachfolger gemacht. Allerdings setzte er – als loyaler Gefolgsmann seines Königs – in den neun Jahren seiner Tätigkeit keine spürbaren Akzente. In der Schlacht bei Biwanka erlitt er eine Niederlage. | VON SCHWABEN, Otto (I36070)
|
| 938 | Aufgrund einer zweifach transsumptierten Urkunde vom 21. Februar 902 die im Jahre 1186 durch Albrecht III. ausgestellt wird, bestätigt er die an das Kloster St. Trudpert gemachten Schenkungen seiner Vorfahren, den Grafen Liutfried, Othpert und Lampert.[1] →Etichonen Gemäß der Urschrift hat Graf Othpert den hl. Trudpert in seinem Herrschaftsgebiet aufgenommen. | VON HABSBURG, Albrecht III. (I35455)
|
| 939 | Aufgrund seiner Beteiligung am Liudolfinischen Aufstand verlor er sein Herzogtum. Nach der Aussöhnung mit dem König fiel Konrad 955 als Anführer des fränkischen Aufgebots in der Schlacht auf dem Lechfeld. In der mittelalterlichen Geschichtsschreibung galt Konrad als Held. Die neuere Forschung sieht in ihm einen der ersten königlichen Amtsträger. Konrad wird erstmals in einer am 12. Februar 940 in Kassel ausgestellten Urkunde Ottos I. als Graf Chuonrad erwähnt.[3] Darin schenkt Otto I. dem Bistum Speyer auf Bitten von dessen Bischof Amalrich und „unseres teuren Grafen“ (dilecti comitis nostri) Konrad Ländereien im fränkischen Ufgau. Der Titelzusatz dilectus drückte ein besonderes Wohlwollen des Urkundenausstellers gegenüber dem Bedachten aus.[4] Ein Jahr später gehörte Konrad zum engsten Gefolge des Königs.[5] Als Otto I. 941 von den Anschlagsplänen seines Bruders Heinrich I. erfuhr, der ihn anlässlich des Osterfestes in der Königspfalz in Quedlinburg ermorden wollte, zählte Konrad zu den Getreuen, mit denen sich der König zu seinem Schutz umgab. Auf den Rat Konrads hin bestrafte der König die Verschwörer mit dem Tode, während Heinrich bei Konrad in Ingelheim gefangengehalten wurde. Im Jahre 942 beteiligte sich Konrad am Zustandekommen des Friedens von Visé. Als Dank wurde ihm 944 die Herzogswürde verliehen. Durch die Vermählung mit Ottos I. Tochter Liutgard wurde seine Bindung zum Herrscherhaus 947 noch enger. 951 begleitete er Otto I. auf dessen erstem Zug nach Italien. | VON LOTHRINGEN, Konrad ´der Rote` (I11043)
|
| 940 | Aufgrund von Lebendeinträgen in den Verbrüderungsbüchern der Abtei Reichenau und des Klosters St. Gallen aus dem Jahr 929 kann Thiadrich erst danach verstorben sein. | VON SACHSEN\RINGELHEIM, Thiadrich\Dietrich (I1965)
|
| 941 | Aufstand gegen die Karolinger Hunold folgte 735 seinem Vater Eudo[1] als Herzog. Der Tod Karl Martells im Jahr 741 brachte ihn dann dazu, sich im folgenden Winter einer Reihe von Adligen, darunter die Herzöge Theudebald und Odilo gegen dessen Söhne und Erben Karlmann und Pippin anzuschließen. Karlmann und Pippin reagierten rasch gegen die drohende Einkreisung. Sie gingen gegen Hunold vor, eroberten 742 Bourges und zerstörten Loches, einigten sich aber auch auf dem Rückweg in Vieux-Poitiers darauf, wie das Erbe des Vaters unter Ausschaltung ihres Bruders Grifo aufgeteilt werden sollte[2]. Als Karlmann und Pippin sich 743 nach Osten wandten, um ihre Gegner jenseits des Rheins zu unterwerfen, wurde Hunold erneut aktiv, stieß über die Loire hinaus nach Norden vor, überfiel Chartres und brannte Stadt und Kathedrale nieder. Die Reaktion der Brüder, die nun ihrerseits die Loire nach Süden überschritten, ließ Hunold 745 kapitulieren. Pippin diktierte die Friedensbedingungen, nahm zur Sicherung Geiseln und eine beträchtliche Entschädigung entgegen und zog sich anschließend wieder aus Aquitanien zurück. Hunold gab das Herzogsamt auf und zog sich in ein Kloster auf der Île de Ré zurück[3]. Neuer Herzog wurde sein Sohn Waifar. Hunold (II.) Nachdem Waifar 23 Jahre später, immer noch im Krieg gegen die Franken, ermordet worden war (2. Juni 768) und Pippin kurz darauf starb (24. September 768), musste Karl der Große im Jahr danach erneut in Aquitanien einschreiten, da hier wiederum ein Hunold, „in dem man einen Verwandten (Sohn?) des … Herzogs Waifar vermuten darf“[4], wenn nicht gar den wieder aktiv gewordenen ehemalige Herzog selbst[5]. Karl gelang es, den Rebellen in die Flucht zu schlagen, Hunold suchte Schutz südlich der Garonne beim Gascogner-Herzog Lupus, doch lieferte dieser ihn aus, als Karl mit einer Invasion der Gascogne drohte. Von nun an ließen die Franken Aquitanien durch eigene Gefolgsleute verwalten. Sigebert von Gembloux berichtet zum Jahr 771, dass Hunold nach Rom und von dort zu den Langobarden geflohen sei, wo er kurze Zeit später durch einen Steinschlag tödlich verunglückte[6]. In der Histoire générale de Languedoc aus dem Jahr 1730, die sich auf Sigebert beruft, stirbt Hunold 774 bei der Belagerung Pavias durch Karl den Großen, als er von der Bevölkerung der Stadt, die sich den Franken unterwerfen will, gesteinigt wird.[7] | VON AQUITANIEN, Hunold (I61409)
|
| 942 | Aufstieg Stilicho wurde im Imperium Romanum als Sohn eines romanisierten Vandalen und einer Römerin geboren. Bereits sein Vater hatte unter Valens im römischen Heer gedient und das römische Bürgerrecht besessen; Stilicho war also ungeachtet der Herkunft seines Vaters viel eher Römer als Germane. Er trat als sehr junger Mann in das römische Heer ein und machte in verschiedenen Funktionen im (ost-)römischen Staatsdienst unter Kaiser Theodosius I. (379 bis 395) schnell Karriere, unter anderem wohl als Kommandeur der Leibgarde (comes domesticorum). Im Jahr 383 nahm er bereits an einer römischen Gesandtschaft an den Hof des persischen Großkönigs Schapur III. teil. Aufgrund seiner guten Dienste erhielt Stilicho den Titel eines comes, stieg innerhalb von zwei Jahren zum magister militum auf und kämpfte offenbar erfolgreich gegen Bastarner und rebellische westgotische Söldner. 384 durfte er Serena, die Nichte und Pflegetochter des Kaisers Theodosius, heiraten, mit der er drei Kinder hatte, Eucherius, Maria und Thermantia. Als der weströmische Kaiser Valentinian II. 392 unter rätselhaften Umständen (wahrscheinlich Selbstmord) starb und Theodosius die Ernennung eines Nachfolgers monatelang verzögerte, ließ der magister militum per Gallias Arbogast schließlich den Hofbeamten Eugenius durch das Heer zum Augustus des Westens ausrufen. Theodosius war aber nicht bereit, den dynastiefremden Kaiser anzuerkennen, sondern führte ihm 394 ein Heer entgegen, zu dem auch ein großes Kontingent westgotischer foederati (unter Alarich?) gehörte, das Arbogast und Eugenius im September 394 in der Schlacht am Frigidus besiegte. Die Elite der weströmischen Armee wurde dabei vernichtet, ebenso viele westgotische Söldner. Stilicho gehörte während der Schlacht zu den Heermeistern des Theodosius, war aber dem dienstälteren Heermeister Flavius Timasius unterstellt.[2] Nach der Schlacht am Frigidus befanden sich die beiden Reichsteile faktisch zum letzten Mal in einer Hand. Theodosius hatte den 10-jährigen Honorius bereits zuvor zum Augustus des römischen Westens ernannt und setzte nun seinen jungen, aber bewährten magister militum Stilicho zum obersten Heermeister des geschlagenen Heeres des Westreiches ein. Seine Wahl fiel wohl deshalb auf Stilicho, weil dieser ihm erstens durch Heirat verwandt war und zweitens keinerlei Verbindungen zur fränkischen Führungsschicht des Westheeres besaß. Honorius wurde an den kaiserlichen Hof nach Mailand geholt, wo sein Vater fortan zu residieren gedachte. Als Theodosius aber bereits Tage nach der Ankunft seines Sohnes überraschend starb, war die neue Verwaltung noch nicht konstituiert. Stilicho musste schnell handeln und die Regentschaft auch ohne Zustimmung des nunmehrigen senior Augustus und Kaisers des römischen Ostens Arcadius und dessen mächtigen praefectus praetorio Rufinus an sich nehmen, um seine Machtstellung zu stabilisieren und vielleicht auch zu verhindern, dass das Heer einen eigenen Kandidaten aufstellte. Gegenüber dem Ostreich berief er sich dabei auf Theodosius’ angeblichen letzten Willen, der ihm beide Kaiser anvertraut habe. Es ist allerdings umstritten und unwahrscheinlich, dass Theodosius wirklich Stilicho mit der Vormundschaft über beide Söhne betraute, wie Stilichos Hofdichter Claudian erstmals im Januar 396 behauptete.[3] In der Leichenrede, in der der Bischof Ambrosius das Heer zur Treue gegen den Kindkaiser aufrief, wird Stilichos Name jedenfalls nicht genannt.[4] Höchstwahrscheinlich war der Anspruch Stilichos, Vormund auch des erwachsenen senior Augustus in Konstantinopel zu sein, eine bloße Fiktion, die dazu dienen sollte, einen Vorrang des westlichen Kaiserhofes im Gesamtreich zu begründen.[5] Regent des Westreiches Nach Theodosius’ Tod im Januar 395 beanspruchte Stilicho also die Stellung eines Vormunds und Reichsverwesers für dessen damals knapp elfjährigen Sohn Honorius, dem nach der faktischen Reichsteilung die westliche Reichshälfte zufiel. Auch Theodosius’ Tochter Galla Placidia stand unter seiner Obhut. Von Anfang an war seine Regentschaft durch zwei Faktoren geprägt: zum einen die Rivalität zwischen den beiden Kaiserhöfen in West und Ost, zum anderen die militärische Bedrohung durch die aufständischen foederati unter Alarich und einfallende barbarische Verbände. Stilicho, der eine illegitime Stellung beanspruchte, musste zudem versuchen, seine Position zu stabilisieren. 395–398: Militärische Siege und Spannungen mit Konstantinopel Nach Übernahme der faktischen Macht im Westreich sicherte Stilicho demonstrativ die römische Rheingrenze und entließ die überwiegend westgotischen Krieger, die gerade in Niedermösien standen, ohne sie angemessen zu entlohnen. Dort aber meuterten die Krieger, die sich um ihren Lohn für die Beteiligung am Sieg über Eugenius betrogen fühlten, unter ihrem Anführer Alarich, den sie vielleicht zu ihrem rex ausriefen, und wandten sich gegen ihre ehemaligen Verbündeten und Arbeitgeber. Stilicho sah sich gezwungen, seine beiden Heere gegen die aufständischen Westgoten in Mösien und Makedonien einzusetzen. Der oströmische Hof um Arcadius und Rufinus war jedoch nicht gewillt, Stilicho als Regenten auch des Ostens anzuerkennen; daher sah man es als Bedrohung an, als Stilicho im Herbst 395 im Kampf gegen Alarichs Goten, die Konstantinopel belagerten, mit den vereinigten Heeren in das zur Osthälfte gehörende Illyricum einrückte, und forderte die Rückgabe des Ostheeres und Stilichos Abzug aus Illyrien. Stilicho musste schließlich nachgeben und die oströmischen Legionen, die besten Einheiten seines Heeres, abgeben. Alarich nutzte dieses Machtvakuum und verwüstete Griechenland. Rufinus wurde, mutmaßlich im Auftrag von Stilicho, von Gainas, dem Anführer der entlassenen oströmischen Truppen, in Konstantinopel ermordet.[6] Laut Claudian, von dem ein Schmähgedicht gegen Rufinus stammt, das er am westlichen Hof vortrug, war der Mord hingegen eine Reaktion der Truppen darauf, dass Rufinus selbst Barbaren ins Land gerufen habe.[7] Am Hof in Konstantinopel übernahm der Kämmerereunuch Eutropius dessen Macht und Einfluss. Nach dem Abzug der oströmischen Truppen mangelte es dem weströmischen Heer, das im Bürgerkrieg 394 einen hohen Blutzoll entrichtet hatte, an Männern. Die spätrömischen Rekrutierungsmechanismen waren nicht geeignet, schnell größere Lücken zu füllen. Stilicho musste daher verstärkt auf reichsfremde foederati setzen, um die Schlagkraft seines Heeres zu verbessern. Im folgenden Jahr führte er eine Expedition gegen aufständische Stämme am Rhein durch. Mit den Römern befreundeten Kriegergruppen (gentes), wie den bereits weitgehend christianisierten Markomannen, schloss er Bündnisverträge (foedera) und rekrutierte unter ihnen Soldaten zur Sicherung der von allen Seiten gefährdeten Grenze. 397 führte er einen zweiten Feldzug gegen die rebellischen Westgoten in Illyrien durch, ließ sie aber absichtlich (?) auf das Gebiet des Ostreiches entkommen, was Zweifel daran aufkommen ließ, ob es ihm wirklich um Unterstützung des Ostreiches ging.[8] Arcadius und Eutropius reagierten auf die Bedrohung durch Stilicho, indem sie Alarich als magister militum von Illyrien (erneut) in die (ost-)römische Militärhierarchie aufnahmen. Gleichzeitig erklärten sie Stilicho zum Staatsfeind (hostis publicus), und Eutropius überredete den römischen Statthalter Gildo in Africa zum Abfall, vermutlich um die vom nordafrikanischen Getreide abhängige stadtrömische Bevölkerung zum Aufstand gegen Stilicho zu bewegen.[9] Stilicho konnte den Aufstand aber 398 niederwerfen. Bei der anschließenden, erfolgreichen Vermittlung mit dem Ostreich spielte der römische Senator Symmachus eine wichtige Rolle. 398–401: Ruhe vor dem Sturm Nachdem Stilicho 398/99 erfolgreich einen Angriff der Pikten auf das römische Britannien zurückgeschlagen hatte,[10] verliefen die folgenden drei Jahre recht friedlich. In dieser Zeit erließ die Regierung des Honorius unter Stilicho etliche Gesetze, die im Codex Theodosianus verzeichnet sind. Um die römische Senatsaristokratie vor allem finanziell in den Staat zu reintegrieren, knüpfte er dabei an Traditionen der Republik an und steigerte so das Ansehen der Stadt Rom, die schon seit 312 nicht mehr Kaiserresidenz war. Die Korruption und die Macht der Hofbeamten schränkte er ein. Kastelle am Donau-Iller-Rhein-Limes wurden neu befestigt. Außerdem wurde in Rom die Ausübung von unter Honorius’ Vorgängern bereits verbotenen heidnischen Kulten geduldet. Angeblich ließ Stilicho sogar den Victoriaaltar, den Gratian 382 aus der Kurie hatte entfernen lassen, wieder aufrichten.[11] In mehreren Provinzen dagegen wurden das Heidentum und von der römischen Kirche abweichende christliche Gruppen wie die Donatisten verfolgt. Die Initiative zu diesen Gesetzen und ihre Durchsetzung scheinen auf Stilicho zurückzugehen, der sich damit als einziger Vertreter des kaiserlichen Willens gab.[12] Stilicho reformierte auch die Armee, womit er versuchte, seine eigene Stellung als magister peditum in den Kommandostrukturen des Heeres formal nach und nach zu festigen. Diese Reformtätigkeit scheint um 395 begonnen zu haben und bei Stilichos Tod 408 noch nicht abgeschlossen worden zu sein.[13] Für das Jahr 400 wurde Stilicho in Rom zum consul ordinarius ernannt und hatte damit den Höhepunkt seines Ansehens erreicht. Sein Gegner im Ostreich, Eutropius, war 399 von Gainas gestürzt worden, was zu einer zwischenzeitlichen Wiederannäherung des Westreichs an Konstantinopel führte. Gainas scheiterte aber letztlich mit dem Versuch, am östlichen Hof eine ähnlich dominante Stellung zu erreichen wie Stilicho im Westen, und fand Ende 400 den Tod. Stilicho strebte unterdessen danach, sich durch Einheirat in das Kaiserhaus unangreifbar zu machen. Bereits 398 verheiratete Stilicho seine noch minderjährige Tochter Maria mit Kaiser Honorius. Später, 405, im Jahr von Stilichos zweitem Consulat, sollte Eucherius dann mit Galla Placidia verlobt werden. 401–406: Destabilisierung von Reich und Gesellschaft Weshalb die westgotischen foederati unter Alarich 401 Illyrien verließen und nach Italien zogen, ist nicht ganz geklärt. Janßen lehnt mit guten Gründen die These ab, sie seien von der Regierung in Konstantinopel dazu angestachelt worden.[14] Vielmehr habe sie Eutropius’ Sturz ihres Fürsprechers in Konstantinopel beraubt, weshalb sie sich zur erneuten Meuterei gezwungen gesehen hätten. Zudem habe Gainas, der selbst gotischer Herkunft gewesen war, laut Janßen mit seinem demonstrativen Arianismus den Widerwillen der orthodoxen Konstantinopolitaner gegen die foederati geweckt. Nach seinem Sturz im Jahr 400 hätten sich diese daher bedroht gefühlt. Stilicho sah sich jedenfalls gezwungen, in großem Umfang Truppen von den Grenzen in Gallien und Britannien abzuziehen, um Alarich in Italien entgegenzutreten. Anschließend wehrte er den Einfall in Norditalien am Ostermontag 402 in der Schlacht bei Pollentia erfolgreich ab, auch wenn Alarich mit seiner Reiterei entkommen konnte. Stilicho setzte den Flüchtenden nach und besiegte sie im Hochsommer desselben Jahres in der Schlacht bei Verona ein weiteres Mal, ließ Alarich aber wieder entkommen. Dieser ließ sich mit seinen Männern vorläufig wieder in Illyrien nieder, dessen Besitz nach wie vor zwischen dem West- und Ostreich umstritten war, was ihm Handlungsspielraum verschaffte. Der weströmische Hof siedelte derweil Ende 402 von Mailand ins sicherere Ravenna über. Dass Stilicho die Westgoten unbehelligt nach Noricum abziehen ließ, erweckte besonders im Ostreich Misstrauen. In Italien hatte der Goteneinfall zu neuem Streit zwischen Christen und Heiden geführt, der sich besonders an einer Weissagung der Sibyllinischen Bücher festmachte, wonach die Feinde nur bis zu einem bestimmten Ort vordringen würden. Die Heiden sahen nun in Stilichos Sieg über die Goten die Erfüllung dieser Prophetie, was die Christen mit Sorge über eine Zunahme heidnischer Praktiken erfüllte. 404 erschütterte zudem der Streit um die sehr reiche und sehr fromme Senatorentochter Melania das Verhältnis zwischen Christen und Heiden in Rom. Die noch sehr junge, nicht geschäftsfähige Frau und ihr ebenfalls erst minderjähriger Ehemann wollten mit dem biblischen Gebot (Mt 19,21 LUT) ernstmachen; sie verkauften den riesigen Familienbesitz und ließen die Sklaven frei. Weil ihre Verwandten versuchten, sie mit juristischen Mitteln daran zu hindern, wandte Melania sich an Stilichos Frau Serena. Diese, eine fromme Christin, bat den Kaiser, zugunsten von Melania einzugreifen. Tatsächlich erließ Honorius in Stilichos Abwesenheit ein Dekret, das die gesetzliche Vormundschaft für das minderjährige Paar aufhob und die Abgabe des Besitzes an die Kirche erlaubte.[15] Damit vertiefte sich eine Spaltung zwischen dem christlichen Kaiserhof und dem noch immer teilweise heidnischen Senat, der die in den vorangegangenen Jahren von Stilicho erwirkten Kompromisse zunichtemachte. In der Folge wurden nur noch Christen für Hofämter ernannt. Für Stilicho bedeutete Honorius’ eigenmächtiges Handeln, dass seine Regentschaft nicht mehr unumstritten war. Auch außenpolitisch handelten Honorius und Serena Stilichos Absichten zuwider. 404 nahmen sie gegen Arcadius und dessen Frau Eudoxia Stellung für den in Ungnade gefallenen Erzbischof von Konstantinopel, Johannes Chrysostomos, was zur erneuten Verschlechterung des Verhältnisses zwischen West- und Ostrom führte. In diesem Zusammenhang kam auch die ungeklärte Lage in Illyrien wieder zur Sprache, denn vermutlich im selben Jahr fielen hunnische Truppen unter Uldin, dem Großvater (?) Attilas, in Thrakien ein.[16] Stilicho fürchtete, vom Ostreich keine Unterstützung zur Sicherung der gefährdeten Grenzregion zu erhalten, und forderte auch den östlichen Teil des umstrittenen Gebiets für das Westreich. Dabei ging es wohl vor allem darum, dass diese Region eine sehr bedeutende Rolle als Rekrutierungsraum von Truppen spielte; Stilicho wollte offenbar durch die Einbeziehung dieses Raumes in das Westreich dessen Wehrkraft gegen die Alanen und andere Stämme stärken. Möglicherweise um dieses Ziel durchzusetzen, suchte er die militärische Unterstützung der Westgoten und schloss dafür 405 einen Vertrag mit Alarich, in dem er ihm Unterstützung und den Rang eines magister militum von Illyrien zusprach. Auch mit Uldin schloss er einen Vertrag. Um die Annexion des Ostens von Illyrien zu legitimieren, wies er nicht nur auf dessen angebliche Vernachlässigung durch das Ostreich hin, sondern förderte auch den kirchenpolitischen Streit um Chrysostomos, der nach Eudoxias Tod am 6. Oktober 404 eskaliert war. Ehe es zu einer Lösung auf dem Balkan kam, fiel 405/406 überraschend ein im Kern gotischer Stammesverband, dem sich auch andere Gruppen angeschlossen hatten, unter dem Ostgoten Radagaisus in Norditalien ein. Während sich das Heer der Invasoren auf der Suche nach Beute aufsplitterte, sammelte und rekrutierte Stilicho seine Truppen, indem er erneut starke Verbände aus Gallien abzog. Im August 406 gelang es ihm mit Hilfe hunnischer Reiterei, die Goten in der Schlacht bei Faesulae vernichtend zu schlagen. 12.000 der geschlagenen Krieger wurden der römischen Armee einverleibt, die übrigen in die Sklaverei verkauft, was den Preis für Sklaven kurzfristig erheblich fallen ließ.[17] Für diesen Sieg feierte Honorius den vorletzten je in Rom abgehaltenen Triumph. Ähnlich wie nach dem Sieg über Alarich vier Jahre zuvor wurde auch dieser Sieg religiös gedeutet. Wie damals erbaten heidnische Senatoren Einsicht in die Sibyllinischen Bücher, die Stilicho ihnen nun, da der Kaiser sich so deutlich auf die Seite der Christen gestellt hatte, jedoch verweigerte. Stattdessen ließ er sie als dem Christentum feindlich verbrennen.[18] Zur Finanzierung der Kriege ließ er Götterstatuen und die letzten verbliebenen Tempelschätze einschmelzen. Das trug ihm den Hass vieler römischer Senatoren ein. Den Christen dagegen erschien Stilicho als Werkzeug des göttlichen Beistandes für den Kaiser.[19] Niedergang und Sturz Den wenige Monate später stattfindenden Einfall mehrerer großer germanischer Kriegergruppen an der entblößten römischen Rheingrenze in der Neujahrsnacht 406/407 konnte Stilicho nicht verhindern. Um Gallien zu halten, musste er Truppen aus anderen Regionen abziehen, was aber kaum möglich war. Ende 406 oder Anfang 407 erhoben die Legionen in Britannien den Gegenkaiser Konstantin (III.). Dieser überquerte den Ärmelkanal und setzte sich in Gallien fest, wo sich ihm übrig gebliebene römische Truppen anschlossen, die sich von Stilicho im Stich gelassen fühlten. Es gelang ihm ein Sieg über germanische Invasoren und die Reorganisation der Rheingrenze, die offizielle Anerkennung als Mitkaiser durch Honorius blieb ihm aber versagt. Stattdessen sandte der Kaiser Stilicho, der sich gerade auf die Invasion Illyriens vorbereitet hatte und Alarich bereits angreifen ließ, nach Gallien. Doch ihm und seinem Feldherrn Sarus gelang es im Herbst 407 nicht, Konstantin davon abzuhalten, das bis dahin loyal zu Honorius stehende Hispanien durch seinen Heermeister Gerontius zu attackieren. Angesichts der Notlage brach man den Bürgerkrieg gegen Ostrom ab und versöhnte sich mit Arcadius. Zwischen 404 und 407 war Stilichos älteste Tochter Maria, die mit Honorius verheiratet gewesen war, kinderlos gestorben. Serena drängte auf eine neue Ehe des Kaisers mit der jüngeren Tochter Thermantia, wohl auch um die Gerüchte, dass Honorius dank eines von seinen Schwiegereltern verabreichten Gifts impotent geworden sei, zu widerlegen. Vor allem aber ging es Stilicho fraglos darum, durch die Verbindung mit dem Kaiserhaus seine eigene Stellung abzusichern. Dass Stilicho trotz des Wunsches des Kaisers versuchte, die Hochzeit aufzuschieben, deutet möglicherweise auf die Absicht hin, seinen Sohn Eucherius auf den Thron zu heben.[20] Dagegen spricht, dass Stilicho seinem Sohn zu keinerlei höheren Ämtern verholfen hatte und auch dessen Heirat mit Galla Placidia nicht förderte, obwohl beide längst das heiratsfähige Alter erreicht hatten. Im Frühjahr 408 erhoben sich die föderierten westgotischen Krieger erneut, da sie sich nach dem Abbruch des Angriffs auf den Osten von Stilicho im Stich gelassen fühlten. Alarich verzichtete jedoch darauf, den Vertrag durch Vorrücken auf italisches Gebiet offen zu brechen, sondern schickte einen Boten zu Stilicho, um den ausbleibenden Sold, der ihm für den Einfall ins zum Ostreich gehörige Epirus versprochen worden war, zu erpressen. In dieser Situation überzeugte Stilicho den Senat (angeblich unter Androhung von Gewalt), Alarich die entsprechenden Gelder zur Verfügung zu stellen, um die gotischen Krieger nun statt gegen Arcadius gegen Konstantin (III.) einsetzen zu können. Kaum hatte Stilicho diese Frage – an Honorius und Serena vorbei – geklärt, als die Botschaft von Arcadius’ Tod eintraf. Die nur mit Schwierigkeiten aufrechterhaltene Stabilität des Reiches war erneut in Gefahr. Honorius, als nunmehr dienstältester Kaiser für seinen Kollegen verantwortlich, wollte zunächst selbst nach Konstantinopel reisen, um die Nachfolge seines erst siebenjährigen Neffen Theodosius II. zu beaufsichtigen und seine Vormundschaft zu übernehmen. Stilicho hingegen verwies darauf, dass der Kaiser angesichts der gefährlichen Lage im Westen gebraucht werde, und konnte sich zunächst durchsetzen: Im August 408 begab Stilicho sich zu den Truppen in Ticinum, um sich selbst auf die Reise nach Konstantinopel vorzubereiten. Alarich wurde von ihm damit beauftragt, den Feldzug gegen den Gegenkaiser Konstantin (III.) in Gallien zu unterstützen. Am 13. August 408 traf Honorius ebenfalls in Ticinum ein, angeblich um den Truppen Mut für den Feldzug gegen Konstantin (III.) zuzusprechen. Dabei kam es, wohl angeregt von durch Olympius ausgestreute Gerüchte über einen angeblich von Stilicho geplanten Staatsstreich, zu einer Meuterei, bei der fast alle anwesenden hohen Amtsträger aus dem Umfeld Stilichos umgebracht wurden. Stilicho erhielt vom weströmischen Kaiserhof keine Unterstützung, entweder weil Honorius den Gerüchten glaubte, die Stilicho des Paktierens mit dem Westgoten Alarich und damit des Hochverrats verdächtigten, oder weil er sie selbst hatte ausstreuen lassen. Man fürchtete am Hof angeblich, Stilicho erstrebe für seinen Sohn, den mit der Kaisertochter und -schwester Galla Placidia verlobten Eucherius, die Kaiserkrone des Ostreiches. Hintergrund des Geschehens war offenbar der Umstand, dass der westliche Hof, der 13 Jahre lang die Dominanz Stilichos ertragen hatte, glaubte, den mächtigen Heermeister nun, da Honorius selbst der senior Augustus im Gesamtreich war, nicht mehr zu benötigen: Der Anspruch Stilichos, Vormund auch des Ostkaisers zu sein, war mit dem Tod des Arcadius wertlos geworden.[21] Stilicho und Eucherius zogen sich nach Ravenna zurück und suchten Asyl in einer Kirche. Doch Soldaten, die ihn in Honorius’ Auftrag festnehmen sollten, folgten ihm und seinem Sohn. Während es Eucherius gelang, vorerst zu entkommen, wurde Stilicho am 22. August 408 durch Heraclianus das Todesurteil vorgetragen und sofort vollstreckt.[22] In der Folge kam es zu wilden Ausschreitungen gegen Stilichos Anhänger, die sich bis Anfang 409 hinzogen und denen viele germanische Söldner und deren in Italien lebende Familien zum Opfer fielen. Auch Eucherius wurde umgebracht. Über die Hintergründe dieser Tat geben die Quellen wenig Aufschluss. Zosimos stellt den Höfling Olympius als treibende Kraft und Profiteur sowohl des Massakers als auch der Verleumdung des Stilicho dar. Dass Olympius eine wichtige Rolle spielte, ist in der Tat wahrscheinlich. Es werden aber außer Stilichos Mörder Heraclianus auch weitere Offiziere und Hofbeamte beteiligt gewesen sein.[23] Stilichos Gefolgsmann Flavius Constantius rächte den Heermeister später, indem er 410 zunächst Olympius totprügeln und 413 dann auch Heraclianus töten ließ. Serena, die sich zum Zeitpunkt des Mordes an ihrem Mann in Rom befand, wurde während der Belagerung der Stadt durch die Westgoten Ende 408 als eines der letzten Opfer vom römischen Senat wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Das Gemetzel an den germanischen foederati hatte zur Folge, dass viele von ihnen zu den Westgoten überliefen. Das foedus, das diese mit Stilicho geschlossen hatten, wurde für nichtig erklärt, sodass Alarich nicht gegen Konstantin (III.) zog, sondern in das nach Stilichos Tod militärisch geschwächte Italien einfiel und 410 schließlich Rom plünderte. Beurteilung Stilichos Beurteilung durch Zeitgenossen ist zwiespältig. Der Senator Symmachus und der Hofdichter Claudian priesen Stilicho zu seinen Lebzeiten als denjenigen, der die niederliegende römische Zivilisation gerettet und wiederhergestellt habe.[24] Beide erlebten jedoch vermutlich Stilichos Niedergang nach 404 nicht mehr. Nach seinem Fall dagegen folgten die römischen Historiker und Schriftsteller überwiegend den Gerüchten über seinen angeblichen Verrat. Nun wurde die germanische Herkunft seines Vaters betont, um Stilicho als Barbar zu verunglimpfen. Da er sich mit einer vorwiegend gotischen Leibwache zu umgeben pflegte, war der Vorwurf, dass er sich der Westgoten zur Sicherung seiner Machtposition bediente und nur zu diesem Zweck Verträge mit Alarich geschlossen habe, weitverbreitet. Der Zeitgenosse Orosius, ein christlicher Priester, nahm auch an, dass Stilicho seinen Sohn zum Kaiser machen wollte, und hielt ihn für einen Christenverfolger.[25] Auch heidnische Historiker beurteilten Stilicho nach seinem Sturz sehr negativ. So bezeichnete ihn Rutilius Namatianus, ein Symmachus nahestehender Beamter am kaiserlichen Hof, 416 als eigentlichen weströmischen Herrscher, nannte ihn aber mit Berufung auf die Verbrennung der Sibyllinischen Bücher einen Verräter am römischen Volk und an dessen (heidnischen) Traditionen. Sozomenos, der eine Generation später lebte, widmete ihm in seiner Kirchengeschichte nur einen kurzen Abschnitt, in dem er ihn des Hochverrats mit Alarich anklagte.[26] Zosimos, die ausführlichste Quelle, bezichtigte in seiner fast hundert Jahre später verfassten Neuen Geschichte Stilicho (und Rufinus) einerseits, sich auf Kosten der Einwohner bereichert und über die Köpfe der jungen Kaiser hinweg regiert zu haben.[27] Auf der anderen Seite würdigte er Stilichos Leistung und schrieb ihm selbstloses Wirken zugunsten des Reiches zu. Die Ansicht, dass Stilicho einen Staatsstreich beabsichtigte, teilte er nicht. Wurde Stilicho damals oft eher negativ gesehen, überwiegt heute die Ansicht, es habe sich bei ihm um einen loyalen Diener von Kaiser und Reich gehandelt.[28] Andere Forscher halten die Frage, ob der Heermeister nun ein „Barbar“ oder ein „Diener Roms“ gewesen sei, für ohnehin falsch gestellt und sehen in Stilicho schlicht einen machthungrigen Militär, der darum bemüht war, seine letztlich prekäre und illegitime Stellung durch Erfolge und eine Anknüpfung an die Dynastie abzusichern.[29] Sein Tod stellte für das Weströmische Reich in militärischer Hinsicht in jedem Fall einen herben Verlust dar. Stilicho hatte das Amt des Heermeisters politisch derart aufgewertet, dass fortan die weströmischen Heermeister am Kaiserhof in Ravenna eine zentrale Rolle spielten und somit die jeweilige Besetzung dieses Postens entscheidend für die kaiserliche Politik war. Zwei Jahre lang versuchte der Hof zu verhindern, dass ein anderer General die Lücke ausfüllen konnte, die Stilicho hinterlassen hatte, doch 410 begab man sich angesichts schwerer militärischer Rückschläge notgedrungen wieder in die Hand eines mächtigen Heerführers: Stilichos einstiger Gefolgsmann Flavius Constantius stieg binnen kurzer Zeit zum eigentlichen Machthaber des Westens auf und erzwang zuletzt sogar seine Kaisererhebung. | FLAVIUS, Stilicho (I47208)
|
| 943 | Augsburger Imhoff Die Zuwanderung nach Augsburg erfolgte in vier Linien:[7] Die ältere Lauinger Linie in Augsburg begründete Konrad († 1422/23), Bruder des Lauinger Bürgermeisters und späteren Ulmer Bürgers Heinrich Imhof d. Ä († um 1431). 1395 erwarb er durch Heirat Augsburger Bürgerrecht und saß 1403/04 als Zunftvertreter der Salzfertiger im Großen Rat. Da seine Lehen vom Hochstift Augsburg vor 1424 an den Bruder Heinrich gefallen waren, starb er offenbar ohne männliche Erben. Die jüngere Lauinger Linie begründete Konrad († 1464), ein Sohn des Konrad Imhof d. Ä. († um 1443). Durch Heirat mit Veronica Wahraus erwarb er 1431 Augsburger Bürgerrecht und Stubenfähigkeit. Als Zunftmeister der Kaufleute war er einige Jahre Mitglied des Kleinen Rats (1456/59). Eine Beteiligung am Fernhandel lässt sich aus der dynamischen Vermögensentwicklung erschließen. Während sein jüngerer Sohn Andreas († um 1496) nach Lauingen zurückkehrte, blieb Peter († 1504/05) in Augsburg. Sein Anschlagvermögen stieg in drei Jahrzehnten von 2040 fl (1466, 76. Stelle) auf 12.400 fl (1498, 21. Stelle). Er arbeitete wohl mit den Memminger Vöhlin zusammen. Sein Sohn Konrad († nach 1521), der 1508 als Welser-Vöhlin-Gesellschafter bezeugt ist, wanderte nach Antwerpen aus. Peters Tochter Regine Imhoff († 1526) war die Mutter von Anton Fugger, dem Neffen und Erben von Jakob „dem Reichen“. Mit dem Tod der jüngeren Söhne Georg († 1522) und Lukas, Propst von St. Moritz († 1531), erlosch in Augsburg auch diese Linie. | IMHOFF, Peter (I51479)
|
| 944 | August de Weerth entstammte einer alten Elberfelder Bürgerfamilie.[2] Nach Besuch des Gymnasiums in Elberfeld (1844–1849) und Abitur daselbst[3] studierte er an der Universität Heidelberg Rechtswissenschaften und wurde dort 1852 Mitglied des Corps Suevia.[4] Nach Abschluss des Studiums kehrte er nach Elberfeld zurück und betätigte sich als Jurist und Bankier. Hier gehörte er 1871 zu den Gründern der Bergisch-Märkischen Bank, deren 1. Direktor er wurde. Er war Elberfelder Stadtverordneter. Verbindung 1: Johanna Maria Meckel* 01.09.1842 Wuppertal-Elberfeld ∞ 24.05.1861 Wuppertal-Elberfeld Peter August de Weerth † 26.11.1880 Rom, Italien (1842 – 1880) Heirat:Fr., 24. Mai 1861, Wuppertal-Elberfeld Kinder: ∞ Johanna Alina (Aline) de Weerth (1862 – 1919) + Paul de Weerth (1867 – 1943) ∞ Johanna Hulda de Weerth (1869 – 1958) + Maria Helena de Weerth (1873 – 1942) Verbindung 2: Maria Steinkauler (1844 – 1926) Heirat:Mi., 16. Mai 1883, Mülheim/Rhein | DE WEERTH, Peter August (I53857)
|
| 945 | August dem Starken (König von Sachsen, 1697-1706 und 1721-1733 als August II auch König von Polen) und fürstlicher Leibmedikus der polnischen Königin. Zusammen mit seiner Frau Paten von Adreas Jakob Drück | DRÜCK, Johann Jakob II. (I28236)
|
| 946 | August Theodor war der Sohn des Handelsmanns Isaac de Bary (1778–1821) und dessen Ehefrau Augusta Dorothea Friederica Pilgrim (1778–1854). Die Familie De Bary entstammte einer uradligen Hugenottenfamilie aus Wallonien, die von dort durch die spanischen Habsburger vertrieben wurde und seit 1555 in Frankfurt nachweisbar ist.[1] Er war einer der ersten Schüler der Frankfurter Musterschule. Nach dem Besuch von Gymnasien in Wetzlar und Düsseldorf studierte er in Heidelberg und Bonn Medizin, wo er 1825 zum Dr. med. promoviert wurde.[2] Er war seit 1822 Mitglied des Corps Rhenania Bonn.[3] De Bary war seit 1826 praktizierender Arzt in Frankfurt am Main. Er engagierte sich als Armenarzt der deutsch-reformierten Gemeinde und war Mitbegründer des Ärztlichen Vereins in Frankfurt. Er gehörte dem Gesetzgebenden Körper 1846 und 1848 an. Am 25. Oktober 1848 wurde er in die Constituierende Versammlung der Freien Stadt Frankfurt gewählt. Am 5. Januar 1850 erklärte er seinen Mandatsverzicht. Er war mehrfach Direktor der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft.[2] August Theodor de Bary war mit Caroline Emilie von Meyer (1805–1887) verheiratet und hatte mit ihr zehn Kinder, darunter Jakob de Bary (1840–1915), der lange Vorstandsmitglied des Carolinum (Frankfurt am Main) war. Ein weiterer Sohn war der bedeutende Naturwissenschaftler und Arzt Heinrich Anton de Bary (1831–1888). Ein Enkel August de Bary (1874–1954) war ebenfalls Arzt und von 1933 bis 1954 Vorsitzender der Administratoren der Dr. Senckenbergische Stiftung. | DE BARY, August Theodor (I57633)
|
| 947 | August von Grolman, Sohn des späteren hessischen Ministers und Ministerpräsidenten Karl Ludwig Wilhelm von Grolman und Neffe des Gerichtspräsidenten Franz Joseph von Arens,[1] begann an der Hessischen Ludwigs-Universität Rechtswissenschaft zu studieren. Er gehörte zu den ersten Mitgliedern des Corps Starkenburgia und war auch im Corps Hassia Gießen aktiv.[2] Als Inaktiver wechselte er an die Georg-August-Universität Göttingen, die ihn mit einer Dissertation zum Eherecht zum Dr. iur. utr. promovierte. Anschließend habilitierte er sich in Göttingen. 1828 wurde er 23-jährig zum a.o. Professor an die Universität Gießen berufen. Wissenschaftlich arbeitete er auf dem Gebiet des Kirchenrechts. Er starb zur Zeit der Deutschen Revolution 1848/49 im Alter von 43 Jahren. Schriften Nonnullae de statutaria conjugum portione observationes, 1827. (Dissertation, Digitalisat) Grundriß zu Vorlesungen über das katholische und protestantische Kirchenrecht, 1828. Grundsätze des allgemeinen katholischen und protestantischen Kirchenrechts, 1832. (Digitalisat) | VON GROLMANN, August (I44394)
|
| 948 | Augustineramtmann 1565 | BALBER, Friedli (I3651)
|
| 949 | Aumônier von 1661 bis 1670, Ancien d'Église von 1697 bis 1699. FJG Nach der Altersangabe im Totenbuch wurde der 21. Januar 1718 als Todestag festgehalten. Er wird 81 Jahre alt und ist 1633/34 geboren. Am 30. Dezember 1661 gab es keinen Zweifel, dass er die Stellung eines Diacon hat und zugleich als Almosenpfleger bis 1670 verwendet wurde. Nach dem Krieg ist er als Lehrer tätig. In der Zeit des 1697-99 Krieges ist er Kirchenältester. Am 20. April 1714 wird Susanne B. ? seine Ehefrau. aus: Wilhelm Schuster ´Chronik von Heddesheim` zu 1697 Nach England, Spanien und den Niederlanden am 20. September beendet auch das Heilige Römische Reich unter Leopold I. den Pfälzischen Erbfolgekrieg mit dem französischen König Ludwig XIV. durch den Frieden von Rijswijk. Damit endet zugleich King William’s War in den nordamerikanischen Kolonien. August: Prinz Eugen von Savoyen, dessen Heer nach dem Vertrag von Vigevano im Pfälzischen Erbfolgekrieg für andere Aufgaben frei geworden ist, sammelt seine Truppen bei Peterwardein, um den Vorstoß des Osmanischen Reichs aufzuhalten. Vorläufig kommt es nur zu kleineren Scharmützeln. | N., N (I858)
|
| 950 | Mit dieser Bemerkung ist mindestens eine lebende Person verknüpft - Details werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. | Lebend (I7478)
|