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- Herkunft und Familie
Das Geschlecht der Herren von Eberstein wird 1085 erstmals urkundlich erwähnt. Ihre Stammburg Alt-Eberstein lag im Bereich des heutigen Ortsteils Ebersteinburg der Stadt Baden-Baden.
Otto I. von Eberstein wurde als Sohn von Graf Eberhard III. von Eberstein (1144–1219) und dessen Frau Kunigunde von Andechs geboren.
Die Mutter gehörte dem Geschlecht der Andechs-Meranier an. Über sie war Otto I. ein Cousin der Hl. Hedwig, ebenso ein Cousin der Königin Gertrud von Ungarn, deren Tochter wiederum die Hl. Elisabeth von Thüringen war.
Im 12. Jahrhundert kam die Familie zu großem Besitz im Ufgau sowie im Kraichgau und baute eine bedeutende Herrschaft im nördlichen Schwarzwald auf. Ein Teil ihres Besitzes waren Lehensgüter des Bistums Speyer. Als Hausklöster existierten das Zisterzienserkloster Herrenalb (1148 von Berthold III., dem Großvater Ottos I., anlässlich seiner Rückkehr vom Kreuzzug gegründet) und das Benediktinerinnenkloster Frauenalb (1180/1185 von seinem Vater Graf Eberhard III. gestiftet).
Leben und Wirken
1219 erfolgte eine Erbteilung des väterlichen Besitzes mit seinem älteren Bruder Eberhard IV. (um 1190 bis 1263). Otto erbaute die neue Burg über Gernsbach, später Neu-Eberstein oder Schloss Eberstein genannt, das 1272 erstmals als „novo castro Eberstein“ urkundlich erwähnt wird.[2]
Die Städte Kuppenheim, Gernsbach, Bretten, Gochsheim und Neuburg am Rhein wurden in ihrer Entwicklung Anfang bis Mitte des 13. Jahrhunderts von den Ebersteinern gefördert.[2]
Beide Ebersteiner Grafenbrüder gehörten zunächst zur Gefolgschaft des 1234/1235 rebellierenden Königs Heinrich VII., sagten sich aber von ihm los und unterstützten dessen Vater Friedrich II., bei dem sie sich 1236 in der Lombardei aufhielten.[3]
1246/1247 war Otto I. von Eberstein kaiserlicher Reichsverweser in Osterreich[4] „Sacri Imperii per Austriam et Styriam Capitaneus et Procurator“[5][6][7] 1248 gab er dieses Amt ab und ging nach Krautheim.
Otto I. war in erster Ehe mit Kunigunde von Urach verheiratet. In zweiter Ehe heiratete er Beatrix von Krautheim, die Tochter Wolfrad II. von Krautheim.[8] Ottos Schwester Kunigunde von Eberstein war bereits mit Konrad von Krautheim verheiratet. Damit waren einflussreiche Unterstützer Kaiser Friedrich II. durch Familienbande vereint. Wie Eberhard IV und Otto I. von Eberstein hatten die drei Krautheimer Brüder Konrad, Wolfrad II. und Kraft in der Auseinandersetzung zwischen Heinrich VII. und seinem Vater Friedrich II. Partei für den Kaiser ergriffen. Mit ihrer Schwester Richza von Krautheim war Gottfried I. von Hohenlohe verheiratet, den Friedrich II. 1237 zum Haupt des Reichsrates bestimmte, der zusammen mit Erzbischof Siegfried von Mainz, dem Reichsverweser, die Geschäfte für den unmündigen König Konrad IV. führte. Später, im Konflikt zwischen Wilhelm von Holland und Konrad IV. (1250–1254), setzte sich die Ebersteiner für letzteren ein.[9]
Nach der Schlacht bei Frankfurt gegen den Gegenkönig Heinrich Raspe 1246 bezeugen Eberhard IV. und Otto I. von Eberstein die Übergabe der „keiserliche zeichen“ (Reichskleinodien) an den geschlagenen König Konrad IV. auf der Reichsburg Trifels.[10] Der Wirkungsbereich Konrads IV. war in der Folge auf den Südwesten und Süden begrenzt.
Durch die Vereinbarungen von 1252 und 1263 mit Konrad von Krautheim übernahm Otto I. Burg und Herrschaft Krautheim.[11][8][12]
Der Tod der unterstützten Staufer (Friedrich II. 1250 und Konrad IV. 1254), über die der Papst mehrfach den Kirchenbann verhängt hatte, kam nach der Auffassung mittelalterlicher Zeitgenossen einer Strafe Gottes gleich (vgl. Dante Alighieri (1265–1321) Dantes Inferno (Göttliche Komödie), 6. Kreis der Hölle (Häresie), Canto X). Otto und Eberhard von Eberstein tätigten umfangreiche Schenkungen insbesondere an die Hausklöster Herrenalb und Frauenalb.[13][14][15][16][17][18]
Otto I. von Eberstein zog sich um 1270 auf seine Stammlande im Nordschwarzwald zurück. Nach seinem Tod 1279 wurde er im Familienkloster Bad Herrenalb beigesetzt.[11]
Kinder
Aus der Ehe mit Kunigunde von Urach:
Adelheid von Eberstein († 1291), verheiratet mit Heinrich II. von Lichtenberg[19]
Kunegund (Kunigunde, * um 1230; † 12. April 1284/90), verheiratet vor 20. Mai 1257 mit Markgraf Rudolf I. von Baden
Keine Kinder mit einer möglichen Verlobten/Ehefrau von Otto I. von Eberstein „von Teck“ (1244), Tochter Konrads I. von Teck, siehe auch Stammliste der Herzöge von Teck[20][21]
Aus der Ehe mit Beatrix von Krautheim[8][12]
Otto II. von Eberstein (urk. 1266/1276[17][22] /1286, † 1287), er ist 1283 Schwager Markgraf Rudolfs I. von Baden,[23] verheiratet vor 26. Februar 1283 mit Elisabeth von Tübingen (urk. 1283/1301), Tochter Pfalzgraf Konrads I.[24]
Beatrix (urk. 1270/1302), verheiratet mit Pfalzgraf Hugo V. von Tübingen und anschließend mit Konrad II. Graf von Flügelau
Wolfrad von Eberstein (urk. 1270/1276/[17] 1284), verheiratet mit Kunigunde von Wertheim (urk. 1281/1331), Begründer der fränkischen Linie der Ebersteiner[11]
Heinrich I. von Eberstein (urk. 1270/1322, † 1322), verheiratet mit Klara von Frundsberg (urk. 1318/22, † 1327)
Geschwister
Konrad von Eberstein, der älteste Bruder (* um 1185 bis † 1245) war von 1237 bis 1245 Fürstbischof des Bistums Speyer.
Eberhard IV. von Eberstein († 1263), Stifter von Kloster Rosenthal (Pfalz)
Hedwig von Eberstein ehelichte Raugraf Rupert I.
Agnes von Eberstein heiratete Graf Friedrich II. von Leiningen.
Ehrungen
In Baden-Baden (Ebersteinburg), in Ettlingen (Ettlingenweier), in Karlsruhe (Rüppurr), in Kraichtal, in Krautheim, in Ravenstein (Ballenberg) erinnert eine Graf-Eberstein-Straße an die Grafen von Eberstein.
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