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Die Stammgüter lagen in Westfalen, vor allem im Hochstift Münster. In einer Urkunde von 1226 wird Ritter Hermann I. von Münster als Bewohner der Wallburg Haskenau in Handorf (Münster) genannt. Im Familienbesitz waren neben Lehn- auch Allodialgüter. Die Bischofskirche zu Münster wurde auf den Besitzungen des Geschlechts errichtet, weshalb sie auch bis 1268 das Patronatsrecht ausübten. Im selben Jahr mussten sie nach langen Streitigkeiten dieses Recht an das Bistum Münster für 800 Mark abtreten.[2] Frühe Lehnsverhältnisse bestanden auch zur Abtei Werden. Mitglieder der Familie zählten zu den Förderern des 1142 gegründeten Klosters Hohenholte und traten als Ministeriale, Burgmannen und Drosten der Bischöfe von Münster, Osnabrück und der Grafen von Bentheim auf.
Wallburg Haskenau
Östlich des Ortsteils Gelmer (nordöstlich von Münster) liegt die Burganlage Haskenau (auch „Sconowe“) im Mündungswinkel von Werse und alter Ems. Noch heute deutlich erkennbar ist der Turmhügel mit dem umlaufenden Befestigungssystem, das aus Gräben und Wällen besteht. Seit 1987 stehen die Reste dieser Anlage unter Boden-Denkmalschutz.
Erste Grabungen wurden 1800 durchgeführt, weitere 1869, 1918 und 1936. Im Umfeld der Haskenau wurden zahlreiche Feuersteinklingen (mesolithische – etwa 9600 v. Chr. und neolithische Zeit – 11.500 v. Chr.) entdeckt und „Schwurringe“, ein Bronzeringdepot aus der jüngeren Bronzezeit. Eine Glasperle aus der Merowingerzeit (Mitte 5. Jhd. n. Chr.) wurde am nördlichen Ems-Ufer gefunden sowie Tonscherben aus der Karolingerzeit (Mitte 8. Jhd. n. Chr.) im Außengraben der Burganlage. Die Funde sprechen für eine Besiedlung des umliegenden Gebiets seit der Steinzeit und eine Besiedlung der Wallburg seit der Karolingerzeit.
Der Turmhügel wurde vermutlich im 12. Jhd. errichtet. Darauf wurde ein steinernes Gebäude, ein „mansio“ (eine Art Rasthaus) gebaut. Auf dem Gelände der Vorburg standen wahrscheinlich Wirtschaftsgebäude. 1324 verkauft Ritter Herrmann, der mutmaßliche Nachfahre des Erbauers, die Burg an das Domkapitel, das die Burg nicht nutzte, weshalb sie immer mehr verfiel.