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ZU PFORZHEIM
Um 259/260 überwanden alemannische Bevölkerungsgruppen den Limes. Um 500 wurde Alemannien dem Frankenreich eingegliedert. Die Nordgrenze Alemanniens wurde dabei weit nach Süden verschoben; lag sie zuvor nahe am Main, verlief sie nun weit südlich von Pforzheim, in der Nähe von Calw. Eventuell im 11. Jahrhundert war Pforzheim Teil salischer Territorien und ging 1125 von den Saliern an die Staufer über.
Per Heirat kam Pforzheim 1195 an die Welfen und wenige Jahre später, 1220–1227, wiederum per Heirat, von den Welfen an die von Baden. Der Stadtwerdungsprozess begann möglicherweise bereits in staufischer Zeit und dauerte bis ins 14. Jahrhundert an. 1344 ging das Eigentum an der Pfarrkirche (schloss sowohl St. Martin als auch St. Michael mit ein) vom Kloster Hirsau an das Kloster Lichtenthal über. Zwischen 1462 und 1750 war Pforzheim lediglich als Lehen des Kurfürstentums Pfalz bei Baden. Eine Ordnung des badischen Markgrafen Christoph I. brachte der Stadt 1486 den Verlust der politischen Autonomie.
Die Göldlin von Tiefenau
sind eine katholische Patrizierfamilie in Luzern, wo sie 1604 das Bürgerrecht erhielt. Sie stammen aber aus dem schwäbischen Uradel.
Die Göldlin (auch: Göldel oder Göldli) sollen ihren Namen ihrem Reichtum verdanken. Sie sollen nach ihrem Stammschloss eigentlich „von Tiefenau“ geheißen haben. Dieses Schloss lag nordwestlich von Sinzheim am Sandbach (heute ein Stadtteil Tiefenau (Sinzheim)).
Sie sind ein altes adeliges Patriziergeschlecht aus Pforzheim, das bis ins 13. Jahrhundert nachweisbar ist und in der Stadt großes Ansehen genoss. Die Stammreihe beginnt mit Wernher Göldlin, der 1322 eine Pfründe in der St. Michaels-Kirche in Pforzheim stiftete. 1328 war selbiger Werner Schultheiß in Pforzheim.[1] Sein Enkel Heinrich Göldlin, wurde 1397–1428 urkundlich genannt und war Pfandherr auf Schloss und Stadt Beilstein. Er erwarb das Bürgerrecht in Zürich und 1413 die Burg Werdegg. Bereits im Jahr 1507 wurde ein Ritter Renward in Luzern eingebürgert, wo er von 1533 bis 1555 im Großen Rat saß. Diese Linie erlosch 1600. Der Zweig in Zürich ging 1677 ein.
Die Witwe des Thüring Göldlin von Tiefenau aus der Rapperswiler Linie heiratete 1601 den Luzerner Schultheissen Jost Pfyffer. Ihr Sohn Hans Renward bekam 1604 auf Bitten seines Stiefvaters das Luzerner Bürgerrecht geschenkt. Damit entstand die jetzige Luzerner Linie. Sie stellte Räte und Schultheisse, viele dienten als Offiziere in fremden Diensten. Durch die Heiratspolitik war die Familie mit vielen anderen Patrizierfamilien verschwägert.
Am 11. März 1732 in Wien erging für Peter Christoph Göldlin von Tiefenau (1663–1741), kaiserlicher Oberst im Infanterie-Regiment „Herberstein“ (Nr. 50) eine Hebung mit Wappenbesserung und der Anrede „Wohlgeboren“ in den Reichsfreiherrnstand. Ebenfalls in Wien am 21. Dezember 1745 bzw. am 18. August 1746 wurde auch der kaiserliche Hauptmann und Herr auf Pollerskirchen, Franz Jodocus (Jodok, Jodoak) Göldlin von Tiefenau in den Reichsfreiherrnstand, bzw. den erbländisch-österreichischen Freiherrnstand, bzw. in den in den Herrenstand erhoben.[2] Dieser hatte vier Söhne, die sämtlich als Offiziere in der kaiserlichen Armee dienten, von denen einer den Stamm fortsetzte.[3]