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- 1482 Zürich, 1548 Zürich, kath., von Zürich. Sohn des Peter, Glockengiessers. Bruder des Hans (->). 1) Verena Holzhalb, Tochter des Jakob, Metzgers, 2) Margareta Wirz, Tochter des Johannes, Johanniterschaffners. Glocken- und Stückgiesser, 1512-21 Reisläuferhauptmann auf Italienzügen. Ab 1518 Mitglied des Gr. Rats von Zürich, 1519-28 in diversen Ratskommissionen. Obwohl altgläubig gesinnt, befehligte der wegen seiner militär. Erfahrung unentbehrl. F. im 2. Kappelerkrieg 1531 als Artilleriehauptmann die Geschütze der Vorhut und wirkte bei den Friedensverhandlungen mit. F. hinterliess eine etwas trockene Beschreibung seiner Jerusalemfahrt 1523, einen Brief über den Fall von Rhodos 1522 und eine Darstellung des Kappelerkriegs, vermutlich verfasst, um sich vom Verdacht zu reinigen, in der Schlacht seine Pflicht nicht erfüllt zu haben. Bisher kontrovers eingeschätzt, wird die Quelle in der neueren Forschung günstiger beurteilt.
Peter Füssli war Sohn des Glockengiessers Peter Füssli und Bruder des Hans Füssli (* 1477; † 1538, evtl. 1548). In erster Ehe war er verheiratet mit Verena Holzhalb, Tochter des Metzgers Jakob Holzhalb, in zweiter Ehe mit Margareta Wirz, Tochter des Johanniterschaffners Johannes Wirz. Er war Glocken- und Kanonengiesser und kämpfte als Söldnerhauptmann in den Mailänderkriegen (1513 Novara, 1515 Marignano). Im Gegensatz zu seinem Bruder Hans, der als Chronist wirkte und ein engagierter Anhänger des Zürcher Reformators Ulrich Zwingli war, blieb Peter Füssli beim alten Glauben. Dennoch befehligte er im zweiten Kappelerkrieg 1531 als Artilleriehauptmann die Geschütze der Vorhut und wirkte bei den Friedensverhandlungen mit.
Peter Füssli hinterliess eine Beschreibung seiner Jerusalemfahrt 1523 (er reiste mit dem gleichen Pilgerschiff wie Ignatius von Loyola), einen Brief über den Fall von Rhodos 1522 und eine Darstellung des Kappelerkriegs, die ihn vom Verdacht reinigte, in der Schlacht seine Pflicht nicht erfüllt zu haben. Die Pilgerfahrt zeichnete Peter Füssli gemäss der Familientradition als besonders frommen und ehrbaren Zürcher Bürger aus. Seine Reiseandenken aus dem Heiligen Land, darunter eine Rose von Jericho und Agnus-Dei-Wachsplättchen, wurden von einem gleichnamigen Nachkommen im 17. Jahrhundert in einem Inventar dokumentiert.[1]
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