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- von Schönebeck, früher auch Schönbeck, ist der Name einer ursprünglich altmärkischen Patrizier- und Adelsfamilie, die seit dem 15. Jahrhundert in Stendal nachgewiesen ist.[1] Eine vermutlich polnische Nebenlinie ist das Geschlecht Szembek.
Der Ursprung dieser Familie (Schönebeck = niederdt. Schönbach) ist unbekannt. Der Name tritt in verschiedenen Teilen Deutschlands öfter auf. Nach Hellbach (1826) erbaute sie den Vorgängerbau von Schloss Groß Schönebeck in der Schorfheide und gründete das 1223 erstmals erwähnte Städtchen Schönebeck im Magdeburgischen. Nach Götze (1873) leitete sie hingegen wie viele Stendaler Familien ihren Namen von umliegenden Herkunftsorten ab.[2]
Nach den Aufzeichnungen (1643) des Dominikaners Szymon Okolski (1560–1653)[3] wurde bereits Gerlach Schönbegk von Karl dem Großen zu Aachen wegen seiner Verdienste im Kampf gegen die Sachsen geadelt. Als Gerlachs Nachkommen nennt Okolski Heinrich und Friedrich Schönbegk, deren Adelsprivilegien er wörtlich wiedergibt, das eine von Kaiser Heinrich VII., Florenz den 8. Februar 1313, das andere von Kaiser Karl IV., Prag den 5. September 1355. In der Urkunde von 1313 heißt es, dass „der Edle Heinrich von Schonbegk“ (Nobilis Henricus de Schonbegk), obgleich seine Vorfahren schon seit 500 Jahren durch die Kaiser „mit Titel, und Wappen und militärischer Ausrüstung“ ausgezeichnet worden seien, aus besonderer Gunst und wegen seiner Verdienste in den Ritterstand erhoben wird (insignitum & in Equitem creatum). Okolski gibt dann die Stammreihe der Familie ab Peter (I) Schönbegk an, der Rat am Hofe Maximilians I. in Tirol war und mit Margaretha von Schleinitz verheiratet war. Seine vier Söhne Peter (II), Heinrich, Eduard und Bartholomäus (I) lebten laut Okolski in verschiedenen Ländern. Von ihnen ging Peter (II) nach Danzig, Heinrich blieb in Tirol, Eduard zog in die brandenburgische Heimat zurück, und Bartholomäus (I) war Anfang des 16. Jahrhunderts Hauptmann (rothmagister) in Stendal, wo er die Söhne Bartholomäus (II) und Heinrich zeugte. Bartholomäus (II) wurde laut Okolski Stammvater der polnischen Linie (Szembek). Heinrich war 1562 unter den Edelleuten, die Kurfürst Joachim II. zur Krönung Kaiser Maximilians II. nach Frankfurt am Main begleiteten.[4]
Johann Friedrich Gauhe nennt die Familie „Schönbeck“ in seinem Genealogisch-historischen Adelslexikon (1719): „Eines der ältesten und ansehnlichsten Adelichen Häuser in der Marck Brandenburg.“ Diese Darstellung wurde in Zedlers Lexikon (1742) übernommen. Die Abstammung der zahlreichen heutigen Nachkommen ist urkundlich belegbar nur bis Jakob (I) Schönbeck, welcher um 1455 geboren und 1529 auf dem Friedhof des Stendaler Doms begraben wurde. Er war der Urgroßvater von Bartholomäus Schönebeck (IV). Das genaue Verwandtschaftsverhältnis der Linie von Jakob (I) zu der des etwa gleichaltrigen, von Okolski genannten Peter Schönbegk konnte bisher nicht erwiesen werden.
Die Schönebeck führten im Mittelalter und auch später wie viele Adelsfamilien, darunter die mit ihnen verwandten Goldbeck oder die Bismarck, meist kein Adelsprädikat „von“. Zahlreiche eheliche Verbindungen mit Familien der Ritterschaft sind ein Zeichen dafür, dass sie als dem gleichen Stand angehörig betrachtet wurden.[5] So heiratete Anna, eine Tochter von Claus Schönebeck, um 1530 in Stendal Heinrich (II) von Klötze aus einem kleinen und armen Adelsgeschlecht, das auf Klötze im Altmarkkreis Salzwedel zurückzuführen ist und 1629 ausstarb. Weitere eheliche Verbindungen bestanden zu den Familien von Goldbeck und von Krusemark.
Spätere Adelslexika wie Ledebur (1865), Kneschke (1868) und Siebmachers Wappenbuch (1878) übergingen die bei Okolski genannten Urkunden und beschränkten sich bei der Datierung des Adels auf die Aufnahme von Carl von Schönbeck und seinen Nachkommen in den Reichsadel am 1. März 1686, die vom Kurfürsten von Brandenburg am 26. Januar 1691 bestätigt wurde.[6]
Die Schönebeck waren seit dem 16. Jahrhundert als Kaufleute und Ratsherrn in Stendal tätig. In den bis 1233 zurückreichenden Listen der Ratmänner in Stendal ist Claus (I) Schönebeck (ca. 1470 – ca. 1542) 1511 das erste Mitglied der Familie im Rat.[7] 1543 nahm das Kapitel von St. Nikolaus in Stendal Stephan Schönebeck als neuen Kämmerer des Stifts an.[8] Der letzte Schönebeck, der dem Stendaler Rat angehörte, war Benedikt Schönebeck (1597–1665). Um die Mitte des 17. Jahrhunderts gab die Familie die Kaufmannstätigkeit auf und bekleidete fortan höhere Beamtenstellen im brandenburgisch-preußischen Staat. Im 18. Jahrhundert erlosch die altmärkische Linie im Mannesstamm.
In der Neumark auf Cammin, Dölzig, Mohrin und Ringenwalde nördlich von Küstrin ist spätestens seit 1540 ein adliges Geschlecht von Schönbeck nachweisbar,[9] von dem von Hellbach und Kneschke u. a. wegen der Ähnlichkeit des Wappens angenommen wird, dass es mit der altmärkischen Familie verwandt ist. Aus dieser Sippe war Claus von Schönbeck Hofmarschall des Markgrafen Johann. Nach Siebmacher (1703) war ein Zweig in Pommern ansässig. Im 19. Jahrhundert starb die neumärkische Linie aus.
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