| Notizen |
- ...1803 finden wir als Vormünder den Hofrat May (Franz Anton Mailatinisiert Franciscus Antonius May (* 16. Dezember 1742 in Heidelberg; † 20. April 1814 ebenda), war ein deutscher Arzt, Medizinalrat, Professor der Arzneiwissenschaft, Medizin und Geburtshilfe, sowie Rektor der Universität Heidelberg, Sozialreformer und Pionier der Arbeitsmedizin) und Christian Adam Fries, die bei der neuen Kurfürstlichen Badischen Regierung um die Belehung einkommen. May spielt als Vormund eine ganz eigentümliche Rolle. Aus den eingaben tritt er uns, wenn er selbdst Gesuche an die Regierung richtet, als ein treusorgender Vormund entgegen. In Wirklichkeit aber versucht er zum Schaden der Hofapotheke so mancherlei Geschäft für seinen Bruder (den Besitzer der späteren Universitätsapotheke; Johannes Wilhelm Mai (* 13. August 1759 in Heidelberg; † 5. April 1827 ebenda) war ein deutscher Apotheker und Kammerdiener von Elisabeth Auguste von Pfalz-Sulzbach, der ersten Ehefrau von Karl Theodor (Pfalz und Bayern) also dem Lehensherrn) zu erlangen, für den er auch vergeblich den Hofapothekertitel durchzusetzen suchte. Noch in späteren Jahren beschwert sich Ferdinand henking bitterlich übert diesen Vormund, dessen unschönes Verhalten im Regierungsrate völlig durchschaut wird. Eine treue, opferwillige Helferin, die die Interessen der Kinder bis zum äußersten verteidigte, fanden die Henking`schen Waisen in "ihrem natürlichen Vormund" und "ihrer Pflegemutter", die ihnen testamentarisch als "Beistand" gegeben war, in Helena Dorothea Delph.
aus Geschichte der Heidelberger Hofapotheke von Walter Donat, S. 66
...Die Henkingschen Söhne standen zum Teil frühzeitig draußen im Leben. Carl und Ludwig waren nach St. Gallen in das Haus des Handelsherrn Hettenbach (Die Hettenbachs stammten von Heidelberg) gekommen; und noch nicht 20 Jahre alt, heiratete Carl die eine Tochter des Hauses, Henriette Hettenbach, während sein Bruder in das alte Schaffhausenschen Patriziergeschlecht Im Thurn einheiratete. Auch die jüngsten Kinder kamen später zu den Hettenbachs nach St. Gallen und der jüngste, Heinrich, folgte dem Beispiel des älteren Bruders und heiratete seine Schwägerin Wilhelmine Hettenbach. Sie wurden die Stammväter der heute in der Schweiz, Österreich und Amerika weit verbreiteten Henkings, während die badischen Henkings von dem zweiten Sohne absgtammen. aus Geschichte der Heidelberger Hofapotheke von Walter Donat, S. 72/73
1800 bis 1802 Apothekerlehre in der Tromsdorffschen Apotheke in Erfurt; später Inhaber der Hofapotheke in Heidelberg (Markt 52)
in erster Ehe verheiratet mit Elisabeth, geb. Schevé
seit 31. August 1813 in zweiter Ehe verheiratet mit Henrietta Sophie, geb. Sander in Heidelberg
1819 Vorstand des Heidelberger Musikvereins
Die Hofapotheke befand sich von 1701 bis 1878 in der Haptstraße 190, das ist an der Ecke Hauptsraße/Apothekergasse in Heidelberg.
Ferdinand Henking hatte 1803 in Karsruhe sein Examen bestanden und wurde 1806 mit der Hof-Apotheke belehnt. Ferdinand Henking verbrachte seine Lehrzeit bei dem Apotheker Trommsdorff in Erfurt. Dies geschah auf Vermittlug Goethes, der diesbezüglich schrieb:" Der junge Mann hat anspruch auf meine Fürsorge, teils weil ich seinen seligen Vater in frühreren Zeiten wohl gekannt, teils weil ich mit seinen Verwandten noch in Verhältnis stehe,"
Im Jahre 1862 wurde die Apotheke dann an den Apotheker Carl Leimbach verkauft... aus Geschichte der Heidelberger Apotheken
Briefe an Goethe
27.06.1798 Helene Dorothea Delph - Heidelberg
Über Schicksalsschläge, die Delph seit Goethes letztem Besuch, am 25. August 1797, getroffen haben. Ihr Neffe (Johann Heinrich) Henking sei sechs Wochen nach seiner Frau (Christine Louise Edle von Walzdorf) gestorben und habe fünf unmündige Kinder hinterlassen. Sie bittet, für den siebzehnjährigen Ferdinand Henking bei dem Hofapotheker in Weimar (Wilh. Heinr. Sebast. Buchholz), den L. J. D. Succow empfohlen habe, eine Lehrstelle zu besorgen sowie Lehrzeit und -geld zu bestimmen.
Hoffnung auf einen Friedensschluß in Rastatt. Die Bevölkerung der linksrheinischen Gebiete ertrage durch die Franzosen beyspiellose Tyraney. Das Schicksal der rechtsrheinischen Gebiete sei noch unbestimmt.
14.01.1800 Helene Dorothea Delph - Heidelberg
Da die Ausbildung Ferdinand Henkings in der Apotheke J.B. Trommsdorffs in Erfurt unzulänglich scheine, der junge Henking aber später fähig sein müsse, die väterliche Apotheke zu führen, erbitte sie (Delph) eine Überprüfung der Sachlage. Sie werde sich, sofern nötig, nach einer neuen Lehrstelle für ihn umsehen.
Seit dem 04. Dezember 1799 sei man von den Franzosen befreit, habe aber teils kaiserliche und teils pfälzische Einquartierungen. Im vergangenen Jahr habe die Bevölkerung Heidelbergs sehr gelitten. Friedenssehnsucht.
Goethes Werke – Goethes Briefe 13. Band 1798
Herausgegeben im Auftrag der
Großherzogin Sophie von Sachsen
IV. Abteilung 13. Band
Weimar
Hermann Böhlau 1893
Goethe an Wilhelm Heinrich Sebastian Buchholz
Arzt und Hofapotheker
Weimar
Juni 1798 / S. 201
Postsendungen Goethe an Delf, Heidelberg:
06.07.1798
16.07.1798
Goethe an Christian Friedrich Röse
[richtig: V. Rose]
Berlin
26. Juli 1798 / S. 231
Postsendungen: Goethe an Delf, Heidelberg:
15.08.1798
Goethes Werke – Goethes Briefe 15. Band 1800. 1801.
Herausgegeben im Auftrag der
Großherzogin Sophie von Sachsen
IV. Abteilung 15. Band
Weimar
Hermann Böhlau
1894:
Goethe an Christian Erdmann Conta
(Großhzgl. Säch. Hofrath, Obergeleitsmann)
Erfurt
29. 01.1800
S. 17 und S. 18
Durch seine Enkelin Anna Susanna Henking kommt die Apotheke 1862 an Carl Ferdinand Leimbach (* 1837 in Tauberbischoffsheim)
Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 269 Nr. 781 1777-1820
Verlassenschaft des Hencking, Johann Heinrich, Hofapotheker und Medizinal Assessor in Heidelberg, und dessen Ehefrau Hencking, Christina Louisa geb. Walsdorf, und Vormundschaftsrechnungen der Hecking'sche Kinder: Hencking, Carl, 23 Jahre alt; Hencking, Ferdinand, 21 Jahre alt; Hencking, Ludwig, 16 Jahre alt; Maria Elisabetha (Lisette) Johanna, geb. 21.12.1791 in Heidelberg; Hencking, Heinrich, 5 Jahre alt, vertreten durch den Vormund Hencking, Ferdinand, Hofapotheker (Bruder des Verstorbenen und Vormund der Ehefrau Hencking, Katharina geb. Schere)
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