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Die Familie Guaita gehörte vom 17. bis zum 19. Jahrhundert zu den angesehensten und einflussreichsten Familien in Frankfurt am Main. Sie stammte ursprünglich aus dem Dorf Codogna oberhalb von Menaggio am Comer See. Am 24. Februar 1660 wurde Francisco de Guaita erstmals in Frankfurt als Pomeranzenjunge erwähnt. So nannte man damals die aus Oberitalien eingewanderten Südfrüchtehändler, zu denen auch die Brentanos zählten. Ein Nebenzweig der Frankfurter Linie ließ sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts als Nadelfabrikanten in Aachen sowie in Frankreich nieder.
Im 18. Jahrhundert erlangten die Guaitas das Bürgerrecht.
Georg Friedrich Guaita war Sohn des Geheimen Finanzrats Johann Baptist Guaita (1731–1783) und der Maria Elisabeth Guaita geb. Belli (1737–1806). Er war verheiratet mit Meline Brentano (1788–1861), einer Schwester von Clemens und Bettine Brentano. Sein Wohlstand ermöglichte es ihm, ein repräsentatives Haus zu führen, in dem aufgrund der Verwandtschaft seiner Frau auch zahlreiche angesehene Künstler verkehrten, darunter auch Johann Wolfgang von Goethe.
Als die Freie Reichsstadt Frankfurt nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches an den Fürstprimas Carl Theodor von Dalberg fiel, bedeutete das auch das Ende der seit dem Mittelalter bestehenden Patrizierherrschaft. Den wenigen Frankfurter Katholiken brachte es die volle bürgerliche Gleichberechtigung.
Guaita wurde 1807 in den Senat der Stadt berufen, wo er zum Wortführer der Katholiken wurde. 1812 ernannte ihn Dalberg, inzwischen Großherzog von Frankfurt, zum Präfekturrat. 1813 wurde er in den Adelsstand erhoben.
Ende 1813 erhielt Frankfurt am Main seine Unabhängigkeit zurück. Guaita wurde 1817 Schöffe und 1822 erstmals zum Älteren Bürgermeister der Freien Stadt Frankfurt gewählt. 1824, 1826, 1831, 1833, 1837 und 1839 wurde er wiedergewählt. Das Amt des Älteren Bürgermeisters wurde jährlich neu vergeben, wobei eine direkte Wiederwahl nicht zulässig war. Die Häufigkeit, mit der Guaita in dieses höchste Staatsamt gewählt wurde, zeigt daher das hohe Ansehen, das Guaita im Senat genoss.