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Lazar Auspitz war im Jahre 1833 der Gründer der bekannten Woll-Assortierungsanstalt L. Auspitz. Als erster mährischen Hersteller und Großhändler exportierte er Wolle nach England. Lazar Auspitz war ein sakulärisierter Jude, von welchem sein Enkel Theodor Gomperz (1832–1912) später einmal sagte: „Wenn er, was selten genug geschah, in der Synagoge erschien, so lag statt eines Gebetsbuchs eine Naturlehre vor ihm aufgeschlagen.“
Seine Ehefrau war Rosa Weinberger, sie wurde als körperlich und geistig ausnehmend zart beschrieben. Diese Konstitution und ihre Anwandlung zur religiösen Exaltation[9] machten ein Zusammenleben unmöglich und sorgten dafür, dass in den 18 Ehejahren nur zwei Kinder geboren wurden, ehe die Ehe geschieden wurde. In den folgenden 24 Jahren blieb Lazar allein, ehe er sich in zweiter Ehe mit Babette Gomperz, der Schwester seines Schwiegersohnes Philipp Josua Feibelman Gomperz (1782–1857), verheiratete. Diese Ehe blieb kinderlos und er überlebte seine Frau um viele Jahre.
In vorgerücktem Alter wandte er sich der Tucherzeugung zu und eröffnete mit einer 8 PS starken Dampfmaschine, einem Meister und einigen Arbeitern einen Betrieb, welchen er für zwei seiner Enkel einrichtete und der unter ihrer Leitung im Laufe der Zeit als Fabrik L. Auspitz Enkel sehr bekannt wurde.
Die Juden durften bis 1852 nicht in Brünn bestattet werden, Lazar wurde als erster Brünner Jude in der Stadt beigesetzt. Der jüdischen Friedhof befindet sich heute im Stadtteil Židenice.[10]
Besonders stolz war er auf den ihm verliehenen Bürgerbrief, und gern fügte er seinem Namen bei feierlichen Anlässen das Prädikat Bürger von Brünn hinzu. Seinen nach Adel strebenden Verwandten gab er die Warnung an die Hand: „Werden Sie Ihre Kinder mit Bekanntmachung großer Bedürfnisse beglücken?“ Ohne an eine Republik zu denken, war er seinem innersten Wesen nach Republikaner. Sich vor niemandem zu beugen, um niemandes Gunst zu werben, war tief in seiner Natur begründet. Daher gab ihm sein Enkel Theodor die folgenden Worte mit ins Grab:
„Ein Freund des Lichts, ein Fels des Rechtes,
Der Gleißnerei und Lüge feind;
Schutzgeist und Gründer des Geschlechtes,
Das hier an seinem Grabe weint.“